April 5th, 2017 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Politik, Wissenschaft
Die „Central European University“ (CEU) in Budapest ist schwer unter Beschuss. Viktor Orbáns rechtskonservative Regierung bringt nicht nur auf internationale Unterstützung angewiesene NGOs in Bedrängnis (darunter Menschenrechts-Organisationen, die für die Rechte der Roma-Minderheit eintreten); das jüngste Manöver seiner „illiberalen Demokratie“ wendet sich nun auch gegen die renommierte Budapester Privat-Universität CEU. Eine – speziell auf die CEU zugeschnittene – Novelle des ungarischen Hochschulgesetzes sieht nämlich vor, dass Hochschulen mit einem Träger außerhalb der EU eine Universität im Mutterland betreiben müssen, um in Ungarn tätig sein zu dürfen. Dies ist bei der US-finanzierten CEU nicht der Fall. „Wer die Bedingungen dieser Gesetzesmodifizierung nicht erfüllt, darf ab 1. Jänner 2018 keine Studienanfänger mehr aufnehmen“, heißt es in der am Dienstag verabschiedeten Novelle. Die 1991 von George Soros begründete CEU steht somit vor der Schließung.
Auch bei dem Vorgehen gegen die CEU geht es um eine – durchaus auch antisemitisch grundierte – Kampagne gegen den aus Budapest stammenden US-Milliardär, dessen „Open Society Foundations“ (ehemals OSI) zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen in den jungen Demokratien Ost- und Mitteleuropas unterstützt, insbesondere auch Projekte und Einrichtungen für Roma.
Ganz in diesem Sinne betreibt auch die CEU seit 12 Jahren ein eigenes Förderprogramm für Roma-Studierende: Bereits mehr als 250 Roma-Akademiker/-innen verdanken ihre Ausbildung den „Roma Access Programs“ (RAP) der CEU. Viele von ihnen nehmen heute – als akademische Elite ihrer Volksgruppe – an Schlüsselstellen der europäischen und nationalen Institutionen Einfluss auf die Gestaltung der Roma-Politik. Derzeit ist die CEU dabei, dieses Programm unter dem Dach der neuen „Roma in European Societies“-Initiative weiter auszubauen. Diese wurde 2016 in Kooperation mit der dänischen Velux-Stiftung, dem „Roma Initiatives Office“ der „Open Society Foundations“ und dem „Roma Education Funds“ begründet. Ihre Finanzierung beträgt fünf Millionen Euro. Verbunden mit der neuen Initiative ist an der CEU zudem gerade erst ein eigener Lehrstuhl für „Roma Studies“ eingerichtet worden; besetzt wurde er mit den Roma-Wissenschaftlern Iulius Rostas und Angela Kocze.
All dies steht nun auf dem Spiel. Orbáns Angriff auf die CEU ist auch ein Schlag gegen die Emanzipation der Roma.
(Roman Urbaner/dROMa)
April 1st, 2017 |
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Einrichtungen, Politik
Am 21. März empfing Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen die Repräsentanten aller staatlich anerkannten Volksgruppen in der Präsidentschaftskanzlei. Bei dem Treffen mit den Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der sechs Volksgruppenbeiräte besprach er die aktuelle Situation der österreichischen Volksgruppen – von Bildungsfragen bis zur Novellierung des Presseförderungsgesetzes. Für die Volksgruppe der Roma nahmen der neue Beiratsvorsitzende Emmerich Gärtner-Horvath (Verein Roma-Service) und der stellvertretende Vorsitzende Andreas Sarközi (Kulturverein) an dem Gespräch teil.
(dROMa)
März 4th, 2017 |
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Einrichtungen, Politik
Berlakovich gratuliert Gärtner-Horvath zum Vorsitz im Roma-Volksgruppenbeirat
ÖVP-Volksgruppensprecher würdigt Leistung des im Vorjahr verstorbenen Rudolf Sarközy und freut sich auf Zusammenarbeit mit neu gewähltem Obmann
Wien (OTS) – ÖVP-Volksgruppensprecher Abg. DI Nikolaus Berlakovich gratuliert Emmerich Gärtner-Horvath zu dessen Wahl zum neuen Vorsitzenden des Volksgruppenbeirats der Roma. „Gärtner-Horvath hat die Arbeit nach dem Tod seines Vorgängers Rudolf Sarközy schon provisorisch geführt und dabei viel Engagement gezeigt und Erfahrung an den Tag gelegt. Sein nunmehr auch durch Wahl bestätigter Vorsitz im Beirat lässt daher Kontinuität und solide Fortführung der Volksgruppenarbeit der Roma erwarten“, so Berlakovich.
„Rudi Sarközy hat im Bildungsbereich und ganz generell viel Verständnis für die Volksgruppe der Roma erreicht. Damit hat er den Weg für mehr Toleranz gegenüber den Volksgruppen und mehr Kooperation mit ihnen geebnet“, erklärt Berlakovich. Er sei überzeugt, dass Emmerich Gärtner-Horvath diese wichtige Arbeit zum Schutz der Volksgruppe gemeinsam mit seinem ebenfalls gestern gewählten Stellvertreter Andreas Sarközy nahtlos fortsetzen werde. „Ich wünsche dem neuen Führungsteam viel Erfolg bei der Bewältigung ihrer ebenso wichtigen wie herausfordernden Funktion und setze weiterhin auf gute Zusammenarbeit aller Volksgruppen in Österreich“, so Berlakovich abschließend.
(Pressemitteilung des ÖVP Parlamentsklubs)
März 4th, 2017 |
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Einrichtungen, Politik
Staatssekretärin Duzdar gratuliert Gärtner-Horvath zum Vorsitz im Roma-Volksgruppenbeirat
Zuständige Staatssekretärin freut sich auf weiterhin gute Zusammenarbeit

Wien (OTS) - Staatssekretärin Muna Duzdar gratuliert Emmerich Gärtner-Horvath (Obmann des Vereins Roma-Service) zur Wahl des Vorsitzes im Roma-Volksgruppenbeirat. „Gärtner-Horvath hat bereits im vergangenen Jahr, seit er die Agenden des verstorbenen Vorgängers Rudolf Sarközi übernommen hat, bewiesen, mit wie viel Engagement er für die Anliegen der Roma eintritt. Ich gehe davon aus, dass er diesen Einsatz auch als Vorsitzender weiterführen wird und freue mich bereits auf die weitere Zusammenarbeit“, so Duzdar. In Zusammenarbeit mit dem Volksgruppenbeirat der Roma sind in den vergangenen Jahren auch im Bundeskanzleramt viele wichtige Projekte auf den Weg gebracht worden. Mit der kürzlich erfolgten Befragung zur Roma-Strategie in Form einer Online-Konsultation konnte sich die Roma-Volksgruppe selbst in die Weichenstellungen für die kommenden Jahre einbringen. „Die chancengleiche Teilhabe aller in Österreich lebenden Menschen ist der Grundpfeiler eines positiven Zusammenlebens. Selbstverständlich sollen und müssen sich die betroffenen Gruppen in den Prozess einbringen und gehört werden. Ich bin davon überzeugt, dass die Roma-Volksgruppe mit Emmerich Gärtner-Horvath auch weiterhin einen Vertreter hat, der genau dies vorantreibt und die wichtige Arbeit von Rudolf Sarközi fortsetzt“, so Duzdar.
(Pressemitteilung des Bundespressediensts)
Februar 21st, 2017 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Offener Brief: Die Bettellobby Tirol spricht sich für eine zukunftsorientierte, an den Grundrechten orientierte Praxis aus, welche sich gegen Verbote und soziale Ausgrenzung richtet.
In einem offenen Brief fordert die Bettellobby Tirol die Mitglieder des Landecker Gemeinderats auf, das geplante Bettelverbot, für das sich der Stadtrat mehrheitlich aussprach, zu überdenken und keine voreiligen kurzsichtigen Entscheidungen zu treffen. Die Bettellobby Tirol spricht diesbezüglich von einem unverhältnismäßigen Eingriff in die Menschenrechte. Sie warnt davor, einen Weg der Politik einzuschlagen, die auf dem Rücken von armutsbetroffenen Menschen ausgetragen wird: „Wir appellieren, sich von einer Politik zu distanzieren, die auf populistischen, kriminalisierenden und diffamierenden Zuschreibungen aufbaut und darauf abzielt, Menschen gegeneinander auszuspielen.“
In ihrer Arbeit ist die Bettellobby Tirol immer wieder auch mit Fragen verunsicherter BürgerInnen konfrontiert. Vielfach fehlt es den Menschen an Hintergrundinformationen zur Situation von bettelnden Menschen: „Unsere Erfahrungen zeigen, dass Gespräche, Austausch und Informationen Ängste abbauen, Unsicherheiten lindern und dadurch zu einem unaufgeregteren Umgang mit dem Thema in der Mehrheitsbevölkerung beitragen können.“
Die Bettellobby Tirol plädiert daher für bewusstseinsbildende Maßnahmen und Sensibilisierung statt Verbote. Denn Betteln ist für viele Menschen die einzige Möglichkeit zur Veränderung unzumutbarer Verhältnisse auf der oft vergeblichen Suche nach alternativen Verdienstmöglichkeiten. Zu betteln kostet den Menschen meist viel Überwindung. Read the rest of this entry »
Januar 22nd, 2017 |
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Facts & Figures, Politik
Zwischen 1989 und 2014 waren in Ungarn 36 Roma-Parteien registriert, 10 davon nahmen – erfolglos – an Wahlen teil.
(Quelle)
Januar 19th, 2017 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Deutsches Bundesverfassungsgericht argumentiert inkonsequent. Ablehnung des NPD-Verbots ist Herausforderung für streitbare Demokratie.
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma ist über die Ablehnung des NPD-Verbots durch das Bundesverfassungsgericht enttäuscht. Diese Entscheidung stellt eine vertane Chance zur Unterbindung rechtsextremen Propaganda und Hetze, zugleich aber eine Herausforderung der streitbaren Demokratie dar. Begrüßenswert ist jedoch die Bestätigung der Wesensverwandtschaft der NPD mit dem Nationalsozialismus sowie deren antisemitischen Grundhaltung durch das Gericht.
Zu der Entscheidung erklärte der Zentralratsvorsitzende Romani Rose:
„Die NPD hat bei Landtagswahlen und bei der letzten Bundestagswahl massiv gegen Sinti und Roma gehetzt. Das Bundesverfassungsgericht argumentiert inkonsequent, wenn einerseits die NPD als verfassungsfeindliche und rassistische Partei benannt wird, dann aber wegen zu geringer Wirksamkeit nicht verboten werden müsse. Sinti und Roma gehören zum Feindbild der NPD. Zur Stärkung unseres demokratischen Rechtsstaates wäre eine Absage an die rechtsextreme Blut- und Bodenideologie durch ein Verbot sehr wichtig gewesen.“
Auch wenn das Gericht bei der NPD keine Aussicht sehe, künftig wieder politisch erfolgreicher und schlagkräftiger zu werden, stelle sich angesichts der bevorstehenden Bundestagswahlen die Frage, inwieweit die menschenverachtende Propaganda der NPD weiter aus Steuermitteln finanziert werde.
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Dezember 31st, 2016 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
18. Roma-Dialogplattform des Bundeskanzleramts zum Thema „Notreisende EU-BürgerInnen in Österreich“
>>Protokoll der 18. Roma-Dialogplattform, 25.11.2016 (PDF)
Unter sogenannten „notreisenden EU-Bürgern“ sind Personen und Familien aus Osteuropa zu verstehen, die von ausgeprägter Armut betroffen sind und von ihrem Recht als EU-Bürger auf Personenfreizügigkeit Gebrauch machen. Die Thematik wirft vorwiegend Fragen der Armutsbekämpfung und des menschenwürdigen Umgangs mit Armut auf. In der Öffentlichkeit wird die Frage jedoch vorwiegend als „Roma-Thema“ diskutiert bzw. als „Roma-Problem“ wahrgenommen. Ziel der 18. Roma-Dialogplattform ist es daher, die Grundlagen für eine sachliche Gesprächsbasis aller handelnden Akteure zu schaffen und über die bestehende Faktenlage, die Hintergründe und mögliche Handlungsansätze zu informieren. Die Veranstaltung dient der Vernetzung der handelnden Akteure und dem gegenseitigen Austausch.
Präsentationen zum Thema:
Sechs Fachleute (Wolfgang Meier, Erika Geser-Engleitner, Norbert Mappes-Niediek, Thomas Schobesberger, Kurt Gutlederer und Liudmila Hahn) waren eingeladen, im Rahmen der Veranstaltung Vorträge zu halten. Im Folgenden geben wir die von der Dialogplattform veröffentlichten Zusammenfassungen wieder:
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Dezember 21st, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Politik
Übernahme der Kosten durch Bund und Länder: Beschluss zum Erhalt der Gräber von NS-verfolgten Sinti und Roma
Bund und Länder haben am 9. Dezember im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin einen Beschluss zum Ruherecht für Grabstätten der unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgten Sinti und Roma gefasst. Sie kommen damit der Bitte des Vorsitzenden des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma, Romani Rose, nach. Er hatte sich seit Jahren für ein dauerndes Ruherecht eingesetzt. Bund und Länder sind übereingekommen, die Kosten zum Erhalt der Gräber zu je 50 Prozent zu übernehmen.
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sagte: „Ich begrüße den Beschluss zum Erhalt der Gräber derjenigen Sinti und Roma, die vom nationalsozialistischen Regime als Volksgruppe aus rassistischen Gründen verfolgt wurden. Das sind wir den Toten und ihren Nachkommen schuldig. Mein Haus wird in enger Abstimmung mit den zuständigen Stellen in den Ländern eine Regelung erarbeiten, damit dieser Beschluss schnell umgesetzt werden kann.“
Die Umsetzung kann unter Wahrung verfassungsrechtlicher Zuständigkeiten des Bundes und der Länder ohne gesetzliche Änderungen kurzfristig erfolgen. Die Zuständigkeit der Länder für eine Regelung des Ruherechtes bleibt dabei unberührt, auch die Gesetzgebungskompetenz bleibt bei den Ländern. Die noch im Detail auszuhandelnde Vereinbarung soll sich an die Regelung für die verwaisten jüdischen Friedhöfe aus der Vorkriegszeit orientieren. Bundesweit sind etwa 3.000 Grabstätten betroffen. Der Bund erklärte sich bereit, den Ländern 50 Prozent der entstehenden Kosten zu erstatten.
(Text: www.bmfsfj.de)
Siehe auch:
Dauerhafter Erhalt der Grabstätten, 12.10.2016
Dezember 14th, 2016 |
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Dokumente & Berichte, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Von wegen sicher. Das Konzept der sicheren Herkunftsstaaten in der Kritik
Publikation der Rosa-Luxemburg-Stiftung Southeast Europe (Website), Nov. 2016
Autor/innen: Tamara Baković Jadžić, Dzafer Buzoli, Jasna Čaušević, Wenke Christoph, Vladan Jeremić, Norman Paech, Anna Striethorst, Jovana Vuković
>>Download (PDF, 2 MB)
Der Beschluss der deutschen Bundesregierung im Sommer 2015, die Grenze für syrische Flüchtlinge zu öffnen, wurde von vielen als humanitäre Antwort auf den Zustrom von Flüchtlingen über die „Balkanroute“ gewertet. Verglichen mit den Reaktionen vieler anderer Staaten entlang der Route, die zum Beispiel im Schnellverfahren ihre Außengrenzen mit Zäunen befestigten, kann diese Entscheidung tatsächlich als humanitärer Akt betrachtet werden. Diese zeitweilige Aussetzung der Dublin-Verordnung sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass MigrantInnen und Geflüchtete diese Grenzen schon seit mehreren Jahren passieren und in immer größerer Zahl „irregulär“ in Westeuropa leben.
Gleichzeitig haben die Bundesregierung und die EU eine Vielzahl neuer, restriktiver Migrations- und Grenzpolitiken eingeführt. Der Bundestag verabschiedete in kurzen Abständen zwei „Asylpakete“, durch die unter anderem die Rückführung abgelehnter Asylsuchender erleichtert und die Regelungen zum Familiennachzug für anerkannte Flüchtlinge aufgehoben wurden. Weiterhin wurden immer mehr Länder als sogenannte „sichere Herkunftsstaaten“ eingestuft, insbesondere die Balkanstaaten Serbien, Kosovo, Albanien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina und Mazedonien. Infolgedessen gelten Asylanträge aus diesen Ländern für deutsche Behörden als „offensichtlich unbegründet“ und werden in der Regel abgelehnt. Die Aussichten für Hilfesuchende auf Asyl sind sehr gering, bereits vor dieser Entscheidung lag der Anteil der abgelehnten Asylanträge aus Serbien in Deutschland bei 99 Prozent (bzw. 97 Prozent für Asylsuchende aus dem Kosovo).
Allerdings hat diese Einstufung der Balkanländer als „sicher“ bedeutende und weitreichende Konsequenzen, und zwar nicht nur für derzeitige Asylsuchende, sondern auch für Menschen, die schon seit Jahren, teils sogar seit Jahrzehnten, in Deutschland leben. Die Mehrheit der Asylsuchenden aus Serbien, dem Kosovo und Mazedonien sind Roma, die in ganz Europa Verfolgung, Marginalisierung und sozialen Ausschluss erfahren. Read the rest of this entry »
Dezember 9th, 2016 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Wiener Neustadt plant Bettelverbot
„Stille Bettler“ vertreiben und einsperren?! Mit dem Bettelverbot überschreitet die Politik in Niederösterreich eine „rote Linie“. Christliche Politik geht anders.
Von Christoph Watz, Generalsekretär der Katholischen Aktion:
Ein Landtagsbeschluss vom September 2016 ermöglicht Gemeinden in NÖ mittlerweile sogar „stilles Betteln“ zu verbieten! Der couragierte Wiener Neustädter Propst Karl Pichelbauer hat sich in der NÖN Ende November klar gegen ein geplantes „Bettelverbot“ ausgesprochen, welches ÖVP und FPÖ im Frühjahr in Wr. Neustadt beschließen wollen. In den vielen Diskussion, die ich seit diesem NÖN-Artikel geführt habe, wusste kaum jemand, dass es in NÖ schon jetzt verboten ist, „aufdringlich, aggressiv, gewerbsmäßig, organisiert oder mit Kindern zu betteln“. (Nähere Info dazu von der Armutskonferenz hier.)
Dass nun auch das „stille Betteln“ in der größten Stadt im Industrieviertel verboten werden soll, finde ich unmenschlich, insbesondere unchristlich: Die Schwächsten, die stillen Bettler, dürfen dann festgenommen und mit Geldstrafen eingedeckt werden. In den vielen Diskussionen wusste jeder eine Geschichte von einer unangenehmen Begegnung mit einem Bettler. Ich wüsste auch eine. Aber so wie Propst Pichelbauer kenne ich viel mehr andere: z.B. von Vätern, die in Osteuropa jegliche Hoffnung auf einen Job verloren haben und die daheim erzählen, dass sie in Österreich „arbeiten“, weil es ihnen peinlich ist, hier betteln zu müssen.
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Dezember 7th, 2016 |
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Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
WELTjournal+: „Der Dorf-Diktator: Zucht & Ordnung in Ungarn“
ORF2, HEUTE, 7.12.2016, 23:05 Uhr
Das Dörfchen Érpatak im äußersten Nordosten Ungarns war lange ziemlich bedeutungslos – bis vor einigen Jahren Mihály Zoltán Orosz zum Bürgermeister gewählt wurde, ein bekennender Rechtsextremer und Roma-Hasser. Das „WELTjournal +“ erzählt, wie der Bürgermeister das strenge „Modell von Érpatak“ einführte, in dem Ordnung, Arbeitssinn und nationale Brauchtumspflege zur Pflicht gehören. Wer sich nicht daran hält, dem droht Ausgrenzung, sogar Vertreibung aus dem Dorf. Mittlerweile haben auch andere ungarische Gemeinden das Disziplinierungsmodell Érpatak übernommen und nutzen es, um gegen die Minderheit der Roma und politische Kritiker vorzugehen. (Text: ORF)
Die Sendung ist auf der Video-Plattform ORF-TVthek als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.
Siehe auch:
Crossing Europe: The Érpatak Model, dROMa-Blog, 29.4.2016
Interview zu The Érpatak Model, dROMa-Blog, 30.4.2016
November 30th, 2016 |
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Politik
Sar o Kulturakero farajn le austritike Romendar pe distancirintscha te but avre Roma organisaciji le völinipeskere angle tschalajipestar le „Internationale Roma Union“ (IRU) le Norbert Hoferiske (FPÖ) pumem distancirinde. On upre sikan upre but ertschave arpheniptscha FPÖ fartreterendar pedar o Roma taj rasistischi pisintschagendar, save la FPÖ-ake pasche hi sar „Zur Zeit“ vaj i „Aula“. „Vaschoda nan ada amenge angle te terdscharel, hot jek FPÖ kanidato o interesi le Romendar taj Sintijendar andi Austrija fatretinla“, butschol ando arbitschajipe le Roma organisacijendar Romano Centro (Betsch), farajn Karika (Erba), Roma-Service (Tikni Poslina), Vida Pavlović (Betsch) taj o farajn Phurdo (Salzburg).
I „Internationale Roma Union“ (IRU) pumen le Hoferiha reste. On ande o adiveskero arbitschajipe phenen, hot i FPÖ ojs jekoschni politischi sor andi Austrija o arakaripe le tschulipendar ando partajakero programo line. „O Norbert Hofer jek pativalo taj vodschikano, taj godschar manusch taj politikeri hi, savo use pro alav terdschol“, phenel o angle terdschojipeskero mitglid la „IRU“-atar, Stevan Balog Radul, le frajhajtlichi kanidatiske use jek talalinipe ando lejcti kurko use jek FPÖ-party. „Vaschoda amen Roma taj Sinti andar i Austrija, ando 4.12.2016 pal leste amen terdscharaha taj amen leske amaro hango daha“, butschol ande jek arbitschajipe. Read the rest of this entry »
November 28th, 2016 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Im Folgenden eine Petition des Bundes-Roma-Verband e.V. an die deutsche Bundesregierung und die Innenminister der Länder. Rund 50 Organisationen haben den Aufruf mitunterzeichnet. >>Zur Petition
Endlich eine Lösung für Generationen finden: Bleiberecht für Roma in Deutschland
Das Mahnmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Roma und Sinti Europas in Berlin erinnert an Verfolgung und Vernichtung, an Überleben und Deportation. Dort versammelten sich im Mai 2016 etwa 50 Romnja und Roma, um gegen die ihnen drohenden Abschiebungen und die strukturelle Diskriminierung, soziale und politische Ausgrenzung zu protestieren.
Nachts wurde die Versammlung am Mahnmal gewaltsam von der Polizei geräumt. Weder in den als sicher eingestuften Herkunftsstaaten noch in Deutschland finden Roma einen Ort, an dem ihnen ein Leben in Würde möglich ist. Das Wort Deportation ist heute mit der Praxis der nächtlichen unangekündigten Abschiebungen in existentielle Unsicherheit und Verfolgung in den Sprachgebrauch der Roma zurückgelangt. Alle zuletzt beschlossenen Verschärfungen des Asyl- und Aufenthaltsrechts wirken sich auf die Situation von Roma in Deutschland als dramatische Verschlechterung aus.
„Viele von uns, auch kleine Kinder und Jugendliche, leben in ständiger Angst vor staatlichen Organen und müssen sich, wenn die Abschiebung droht, auch in Deutschland im Untergrund aufhalten. Das bedeutet kein Zugang zu ärztlicher Versorgung, zu Bildung, Arbeit, Wohnraum und öffentlichem Leben. Grund- und Menschenrechte bleiben uns verwehrt, unsere Würde wird uns entrissen. Diese permanente Entrechtung zementiert sowohl gesellschaftlich wie auch staatlicherseits einen Zustand, aus dem wir alleine nicht herausfinden sollen“, so das Fazit der seit den Kriegen in Jugoslawien in Unsicherheit und Angst lebenden Romnja und Roma.
Roma sind nirgendwo sicher. In den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens haben sie keine Rechte, selbst wenn von der Bundesrepublik und den jeweiligen Regierungen entsprechende Vereinbarungen getroffen werden. Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien sind, auch nach ihrer Einstufung im deutschen Recht als „sichere Herkunftsstaaten“, für Roma nicht sicher. Damit wird ihnen jegliche Chance auf eine Anerkennung als Flüchtling genommen. Die Regelung der „sicheren Herkunftsstaaten“ kommt für Roma einer Abschaffung des Asylrechts gleich.
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November 25th, 2016 |
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Einrichtungen, Politik
Am Montag meldete die APA, dass der IRU-„Parlamentspräsident“ Stevan Balog Radul im Namen seiner Organisation und aller Roma und Sinti in Österreich eine Wahlempfehlung für den FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidaten Norbert Hofer ausgesprochen habe. Offenbar gibt es inzwischen mehrere konkurrierende Verbände, die sich als Nachfolgeorganisationen des früheren Weltverbands IRU sehen. Davon erfährt man aus den Medienberichten allerdings nichts. Die APA hat es verabsäumt, dies ausreichend zu überprüfen und klarzustellen, in wessen Namen Stevan Balog Radul überhaupt sprechen kann.
Innerhalb von nur 24 Stunden haben sich daraufhin acht österreichische Roma-Organisationen (wir berichteten) von dieser Aussage eines in der österreichischen Roma-Community weithin Unbekannten distanziert, und zwar: Verein Roma-Service, Romano Centro, Verein Karika, Verein Vida Pavlović, Verein Phurdo Salzburg, Kulturverein Österreichischer Roma, VHS der burgenländischen Roma, Verein Lovara Österreich.
Nun liegt auch eine offizielle Stellungnahme von Dr. Normunds Rudevičs vor, welcher der IRU in Riga als Präsident vorsteht. Auch er weist jede organisatorische und inhaltliche Verbindung zu Stevan Balog Radul zurück:
In light of recent publications of a statement by Mr. Stevan Balog Radul in Austrian media, who is posing as “Parliamentry President” of IRU (International Romani Union), we inform that no such person is listed within the organisation. Mr. Balog can not make any official statements on behalf of the organization. We also find this development highly unacceptable, as Mr. Balog has expressed his support for a far right political candidate in Austria, Mr. Hofer. (…)
Im Anschluss der volle Wortlaut der oben zitierten Aussendung vom 25. November 2016: Read the rest of this entry »
November 21st, 2016 |
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Einrichtungen, Politik
Aktualisierung, 22.11.2016: Auch Gilda Horvath, Obfrau des Vereins Lovara, und die VHS der burgenländischen Roma haben sich inzwischen von den Aussagen des Hrn. Balog Radul distanziert. Somit sind es bereits acht namhafte österreichische Roma-Organisationen.
Gemeinsame Aussendung der Roma-Organisationen:
Wien/Oberwart/Salzburg/Kleinbachselten (OTS) — Die Roma-Organisationen Romano Centro (Wien), Verein Karika (Oberwart), Roma-Service (Kleinbachselten), Vida Pavlović (Wien) und Verein Phurdo (Salzburg) distanzieren sich ausdrücklich von den Aussagen der „Internationalen Roma Union“ (IRU) und ihres Vertreters Stevan Balog Radul, wonach „die Gemeinschaft der Roma und Sinti in Österreich (…) geschlossen hinter Ing. Norbert Hofer“ stehen würde. Die Tageszeitung Die Presse sowie die Wiener Zeitung berichteten heute darüber. Der Kulturverein österreichischer Roma hat sich bereits distanziert, wie ebenfalls berichtet wurde.
Stevan Balog Radul hat seine private Meinung als Meinung der Volksgruppe dargestellt. Dies können wir nicht hinnehmen.
Vertreter der FPÖ sind in der Vergangenheit häufig mit abwertenden und beleidigenden Aussagen über Roma aufgefallen, ihr nahe stehende Medien wie „Zur Zeit“ oder „Die Aula“ verbreiten immer wieder rassistische Inhalte. Deshalb ist es nicht vorstellbar, dass ein FPÖ-Kandidat die Interessen der Roma/Romnja und Sinti/Sintize in Österreich vertreten wird.
Rückfragen & Kontakt:
Andrea Härle (Romano Centro)
Emmerich Gärtner-Horvath (Roma-Service, Stv. Vorsitzender des Volksgruppenbeirats der Roma)
November 5th, 2016 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Radio Praha, 4.11.2016:
Der Europarat in Straßburg hat scharfe Kritik an der Menschenrechtslage der Roma in Tschechien geübt. Menschenrechtskommissar Nils Muižnieks kritisierte in einem am Freitag veröffentlichten Schreiben an Premier Bohuslav Sobotka die anhaltende Ausgrenzung der Minderheit. Kinder würden noch immer in eigene „Roma-Klassen“ oder Schulen für Behinderte abgeschoben, ganze Familien in prekäre Wohnsiedlungen am Stadtrand gedrängt. Der Sozialdemokrat Sobotka verwies auf Verbesserungen unter seiner seit knapp drei Jahren bestehenden Regierung. Muižnieks zeigte sich bestürzt darüber, dass die Regierung bis heute keine außergerichtlichen Entschädigungszahlungen für frühere Zwangssterilisationen an Roma-Frauen auf den Weg gebracht habe. Sobotka verwies in seiner Antwort auf die Gerichte.
Aussendung des Menschenrechtskommisars des Europarats, 4.11.2016:
In seinem Schreiben bekräftigt der Kommissar insbesondere seine Empfehlung, einen außergerichtlichen Mechanismus für die Entschädigung von Roma-Frauen zu etablieren, die Opfer von Zwangssterilisierungen geworden sind. Er betont die Notwendigkeit, den Zugang von Roma zu inklusiver Bildung und zu angemessenem Wohnraum zu verbessern. Er appelliert an die Regierung, ihre Bemühungen zur Bekämpfung und Auslöschung von Antiziganismus zu verdoppeln. In diesem Zusammenhang fordert er die Behörden auf, die Schweinefarm vom Gelände des ehemaligen Nazi-Konzentrationslagers in Lety zu entfernen, um eine würdige Gedenkstätte für die dort ermordeten Roma zu schaffen. (Übersetzung: dROMa)
Siehe auch:
CoE: The Commissioner’s letter to the Prime Minister of the Czech Republic
CoE: The reply by Mr Bohuslav Sobotka, Prime Minister of the Czech Republic (in English and Czech)
Oktober 24th, 2016 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Rassistische Proteste gegen Roma in der polnischen Provinz
Gemeinden in der Woiwodschaft Kleinpolen versuchen Roma umzusiedeln oder wollen deren Zuzug verhindern. Bürgermeister sehen in Roma eine Gefahr für die öffentliche Ordnung. Einwohner/innen protestieren und sammeln Unterschriften gegen Roma. Der derzeit allgemein stark anwachsende Rassismus in Polen trifft auch gerade die dort lebende Roma-Minderheit.
EcoleUsti: Schon seit längerem sind Roma in Limanowa, einer polnischen Kleinstadt nahe der slowakischen Grenze, Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt. Ende vergangenen Jahres fanden sich rassistische Schmierereien an den Wänden von Häusern, die von Roma bewohnt werden. Darunter die Formulierungen: „Macht euch für die Vernichtung bereit“, „Raus aus Polen, ihr Lumpen“, „Polen den Polen“, „Tod den Feinden des Vaterlandes“ sowie weitere sehr explizite Vulgarismen. Scheiben und Scheinwerfer von Autos, die Roma gehören, wurden eingeschlagen. Auch ein Wahlplakat der rechtsextremen Korwin-Partei mit der Parole „Nein zu einem islamischen Viertel in unserer Stadt“ fand sich wohl nicht zufällig in dem von Roma bewohnten Areal. Der ohnehin grassierende Hass auf Flüchtlinge und Muslim/innen scheint direkt auf die Roma übertragen zu werden.
Die Roma in Limanowa leben teilweise in miserablen Verhältnissen, auf engstem Raum ohne Heizung in durchfeuchteten, teils abrisswürdigen Häusern. Stadt und Gemeinde dienen diese Zustände nun als Anlass, um die Roma auszusiedeln. Seit bald einem Jahr wird versucht, mehrere Familien in anderen Gemeinden unterzubringen, da dort angeblich günstigere und geeignetere Immobilien vorzufinden seien. Limanowa nutzt dafür Gelder aus einem Regierungsprogramm zur Integration von Roma.
Die Roma selbst wollen den Ort eigentlich nicht verlassen. Trotz der problematischen Wohnsituation, den Feindseligkeiten und Angriffen fühlen sie sich in Limavnowa zuhause, haben hier ihr bekanntes Umfeld. Außerdem wissen sie, dass sie in anderen Gemeinden ebenfalls unerwünscht sind. Mitglieder der Roma-Community behaupten nun, dass sie von den städtischen Behörden unter Druck gesetzt wurden, einem Auszug zuzustimmen. Man drohe mit Abriss. Strom und Wasser werden bereits abgedreht. Der Bürgermeister verweigert den Roma das Recht auf kommunale Dienstleistungen wie den Abtransport von Müll, was zu einer Ansammlung von Abfallbergen vor deren Wohnhaus führt.
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September 29th, 2016 |
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Einrichtungen, Internet & Blogothek, Politik
Österreichische Roma-Dialogplattform startet Online-Portal: Umfrage – Ihre Meinung zur Roma-Inklusion in Österreich
Durch den EU-Rahmen für Nationale Strategien zur Integration der Roma bis 2020 sind die Mitgliedstaaten der Europäischen Union aufgefordert, die aktive Einbindung der gesamten Roma-Zivilgesellschaft in die Umsetzung der nationalen Roma-Strategien zu fördern. Die österreichische Nationale Roma-Kontaktstelle im Bundeskanzleramt hat zu diesem Zweck im Juni 2012 eine Roma-Dialogplattform geschaffen. Mit einem neuen Online-Portal, das am Mittwoch präsentiert wurde, möchte die Nationale Roma-Kontaktstelle nun die Möglichkeit geben, sich direkt an der Weiterentwicklung der österreichischen Roma-Strategie zu beteiligen. Die Kontaktstelle lädt vor allem Angehörige der Volksgruppe ein, bei einer Umfrage Vorschläge zu den Bereichen Wohnen, Arbeitsplätze und Soziales einzubringen. Zwei Monate lang haben Interessierte Gelegenheit, auf dem Online-Portal Fragen zu beantworten, etwa zum Handlungsbedarf in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Bekämpfung von Diskriminierung. Auch das Strategiepapier kann online diskutiert werden. Im Folgenden der Aufruf der Roma-Kontaktstelle:
Teilen Sie uns mit, welche Erwartungen Sie an die österreichische Roma-Strategie haben. Wir möchten wissen, welche Themen Sie besonders bewegen, wo Sie Entwicklungspotential sehen und wie Inklusion am wirksamsten erreicht werden kann: Read the rest of this entry »
September 16th, 2016 |
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Jugend & Bildung, Politik
Die spanische Region Castilla und León integriert Unterrichtseinheiten über Geschichte und Kultur der Gitanos (Roma) in den Lehrplan.
Castilla-León wird als erste spanische Region künftig die Kultur und Geschichte der spanischen Roma (Gitanos) in den regulären Lehrplan integrieren. Per Verordnung hat die Region schon im Februar die Bildung einer Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung betreffender Unterrichtsmaterialien beschlossen. Dabei sind – neben 14 Bildungsexperten – auch sechs Gitano-Organisationen miteinbezogen. Das Gremium soll die genaue Form der Einbindung des Themas in den Unterricht und in die Lehrbücher erarbeiten.
„Wie kann es sein, dass die Kinder die Geschichte Spaniens lernen, ohne dass auch nur ein einziges Mal die Volksgruppe der Gitanos erwähnt wird? Nach 500 Jahren des Zusammenlebens behandeln wir sie noch immer, als wären sie völlig Fremde“, erläutert Fernando Rey, Leiter der Schulbehörde von Castilla und León und ehemaliger Vorstand der Fundación Secretariado Gitano (FSG). „Momentan sieht man absolut nichts davon im Lehrplan“, erklärt auch Diego Fernández, Direktor des Instituto de Cultura Gitana gegenüber El País: Es sei hoch an der Zeit, der Geschichte und Kultur der Gitanos „in den Schulen endlich Sichtbarkeit zu verleihen, damit die Kinder das Gefühl haben können, dass ihre Kultur in den Schulen einen Platz hat, und die anderen Mitschüler sie besser verstehen“. Read the rest of this entry »