Facts & Figures (188)
Mai 2nd, 2018 | Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung
(Quelle)
Mai 2nd, 2018 | Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung
(Quelle)
April 25th, 2018 | Published in Frauenrechte, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV
Das Erste, Europamagazin
verfügbar bis 8.4.2019
In Spanien nennen sie sich „Gitanos“, „Zigeuner“, – und für sie ist das kein Schimpfwort. Sicher, auch hier haben Roma mit Vorurteilen zu kämpfen. Auch hier ist ihr allgemeiner Gesundheitszustand schlechter, ihr Bildungsstand niedriger, sind ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt geringer als im Landesdurchschnitt. Und doch schaffen es immer mehr Gitanos, sich ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft zu erkämpfen. Besonders gut gelingt dabei den Frauen der Spagat zwischen Herkunft und Zukunft: Vor ein paar Jahren noch wäre eine Roma-Anwältin, -Ärztin oder -Ingenieurin ein exotisches Randphänomen gewesen. Heute sind die starken Gitanas selbstverständlicher Teil des spanischen Alltags.
Autorin: Natalia Bachmayer
(Video und Text: www.daserste.de)
April 14th, 2018 | Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Sensibilisierung gegen antiziganistische Vorurteile
Eintägige Veranstaltung der Verwaltungsakademie des Bundes (VAB) am 7. Mai 2018 in Schloss Laudon (Seminarnr: BS 207)
Inhalt und Ziele: Oft werden Vorurteile und Klischees von der Mehrheitsgesellschaft kritiklos übernommen und an Minderheiten ausgelebt. Am Beispiel des Antiziganismus erfahren Sie, wie Stereotype wirken und in welcher Weise sie dekonstruiert werden können. Sie können nachvollziehen, dass die Diskriminierung einer Volksgruppe deren Lebensqualität erheblich beeinträchtigt und dass ein Umdenken der Zivilgesellschaft auch von den öffentlich Bediensteten mitzugestalten ist.
Lernmethode: Erfahrungsorientiertes und interaktives Lernen, Übungen, Theorie-Input, Diskussion, Bearbeitung konkreter Beispiele aus der Praxis
April 6th, 2018 | Published in Jugend & Bildung, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen
Symposium zum Internationalen Romatag in Oberwart: „Eine neue Generation von EuropäerInnen? Junge Roma und Romnija und deren Selbstverständnis“
Sa., 7. April 2018, 14:00 Uhr im OHO, Lisztg. 12
ab 19:30 Uhr – Diskussion, Ausstellung und Konzert (siehe unten), Eintritt frei
Eine Tagung der Volkshochschule der Burgenländischen Roma in Kooperation mit dem Offenen Haus Oberwart, unterstützt von der Stadtgemeinde Oberwart, gefördert von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung
Oft passiert es, wenn sich junge Menschen engagieren, dass die älteren eher abwartend, skeptisch, manchmal mit Unverständnis und gar nicht selten mit offener Ablehnung diesen Aktivitäten gegenüberstehen. Seit einiger Zeit macht eine neue Generation Roma mit ihren Aktionen auf sich aufmerksam, die sich inhaltlich und vom Stil her von Bisherigem unterscheidet. Junge Roma werden aktiv und deuten an, dass sich die Schwerpunkte der Volksgruppenarbeit in Zukunft doch erheblich verschieben könnten. Nicht mehr ausschließlich die Frage nach Gleichberechtigung, nach gesellschaftlicher Anerkennung der Leiden im Porajmos (Völkermord an den europäischen Roma in der Zeit des Nationalsozialismus) oder nach besseren Lebensverhältnissen steht im Blickfeld, sondern verstärkt die Frage nach der Identität (oder den Identitäten) von (jungen) Romnija und Roma in einer pluralistischen und meist auch urbanen Gesellschaft.
Junge Roma haben auch historisch gesehen eine ganz zentrale Rolle für die Volksgruppe in Österreich gespielt. Und hätten sie damals auf die Alten gehört, wäre die Geschichte möglicherweise ganz anders verlaufen. Vor 35 Jahren wurde nämlich in Oberwart die Roma-Bürgerrechtsbewegung in Österreich von jugendlichen Roma beziehungsweise damals sehr jungen Personen ins Leben gerufen. Read the rest of this entry »
April 4th, 2018 | Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Neues Onlineportal informiert über den Holocaust an den Sinti und Roma
Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma hat am Dienstag das Webportal „‘Rassendiagnose: Zigeuner‘. Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung“ gelauncht (Projektleitung: Frank Reuter, Mitarbeit: Verena Meier). Unter www.sintiundroma.org wird anhand zahlreicher Videos, Interviews, Fotos und Dokumente der Holocaust an der Minderheit thematisiert. Außerdem dokumentiert die Internetseite die Geschichte der Überlebenden im Nachkriegsdeutschland, die Erfolge der Bürgerrechtsbewegung sowie die Menschenrechtssituation in Europa nach 1989.
Ab März 1943 wurden annähernd 23.000 Sinti und Roma aufgrund des Deportationsbefehls Heinrich Himmlers nach Auschwitz-Birkenau deportiert, der größte Teil stammte aus dem Reichsgebiet. Zahlreiche Gedenkveranstaltungen erinnern dieser Tage deutschlandweit an dieses unvorstellbare Verbrechen. Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma ist in der jahrhundertelangen gemeinsamen Geschichte von Minderheit und Mehrheit ohne Beispiel. Dennoch war er nicht voraussetzungslos: Eine von Vorurteilen und Feindseligkeit geprägte Haltung gegenüber Sinti und Roma ist tief in der europäischen Geschichte verankert. Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma möchte mit seinem neuen Webportal www.sintiundroma.org einerseits diese Vorurteile und Feindseligkeiten widerlegen, andererseits den Völkermord an den Sinti und Roma dokumentieren: von der Ausgrenzung und Entrechtung der Minderheit im Deutschen Reich bis zu ihrer systematischen Vernichtung im besetzten Europa.
Der menschenverachtenden Perspektive der Täter werden Zeugnisse der Opfer gegenübergestellt. Historische Familienfotos von Sinti und Roma geben Einblicke in die Lebenswirklichkeit der Menschen und lassen sie als Individuen hervortreten. Read the rest of this entry »
März 30th, 2018 | Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Adolf Gussak (Redaktion). Kamera: Julius Horvath, Emmerich Gärtner-Horvath. Schnitt: Adolf Gussak
Zentralmusikschule Oberwart
I muschikakeri ischkola Erba ando bersch 1947 kerdi uli. Usar i furula dschi usi elektrischi gitara mindenfelitike muschikakere instrumentscha schaj siklim on. 2006 jek khetanipe la muschikakera ischkolaha Szombathely kerdi uli – taj o orchesteri, i „Sinfonijeta Erba – Szombathely“, kerdi sina. Sajt oja cajt te o nevo berschengero koncerto la ZMSatar Erba del, savo ada bersch ando 13ti jeneri andi maschkarutni ischkola sina.
Die Musikschule Oberwart wurde im Jahr 1947 gegründet. Man kann von der Blockflöte bis zur E-Gitarre verschiedenste Musikinstrumente erlernen. 2006 wurde auch ein Kooperationsvertrag mit der Musikschule Szombathely abgeschlossen – und das Orchester, die „Sinfonietta Oberwart – Szombathely“, war geboren. Read the rest of this entry »
Januar 30th, 2018 | Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung
Die Theaterperformance »Rastplatz Marzahn«, eine auf Zeitzeugenerinnerungen basierende Rekonstruktion des Zwangslagers für Sinti und Roma in Marzahn-Hellersdorf, feierte im Oktober Premiere. Am Mittwoch wird das Stück im Rahmen des Jugendforums „denk!mal“ im Berliner Abgeordnetenhaus erstmals einem breiteren Publikum vorgestellt.
„Es hat furchtbar gestunken. Normalerweise hätten wir uns an einem solchen Ort nie aufgehalten, schon allein wegen unserer Gesetze nicht, die das verbieten. Wir wurden aber zwangsweise dort abgestellt.“ (Otto Rosenberg)
Heute ein unscheinbarer Ort zwischen Hochhäusern und S-Bahngeleisen in Marzahn-Hellersdorf. Von 1936 bis 1945 befand sich an dieser Stelle ein Sammellager für Sinti und Roma. Die Verschleppung und Festsetzung der Volksgruppe auf diesem Platz war der erste Schritt zu ihrer systematischen Verfolgung und Vernichtung. Für die mediale Theaterperformance hat sich das Ensemble aus jungen Menschen und Schauspieler*innen hier auf die Spurensuche nach der Geschichte des „Rastplatz Marzahn“ begeben. Read the rest of this entry »
Januar 12th, 2018 | Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Jennifer Papai, Schnitt: Josef Horvath
O schajipe upre jek sikadipe
Seit 1990 besteht in Oberwart das Lernbetreuungsprojekt und wurde vom Verein Roma durchgeführt. 2017 übernahm der Verein Roma-Service durch das Ausscheiden des Vereins Roma das Lernbetreuungsprojekt. Durchschnittlich nehmen 30 Kinder an der Außerschulischen Lernbetreuung teil. Die Schüler erhalten täglich Förderunterricht und Unterstützung bei den Hausaufgaben. Lerndefizite werden gezielt aufgeholt, und vor Schularbeiten und Tests wird gesondert in der Gruppen- und Einzelbetreuung gefördert. Die Lernbetreuung gibt vielen Roma-Kindern die Chance auf eine gute Bildung, um im späteren Leben in der Arbeitswelt Fuß fassen zu können.
Sajt 1990 Erbate o siklipeskero projekto del taj le farajnistar Roma kerdo ulo. 2017 o farajn Roma-Service ada siklipeskero projekto prik lija, mint o farajn Roma use tschapintscha. Valami 30 tschave uso siklipe an. O ischkolaschtscha sako di pomoschago use pumare butj uschtiden. Siklipeskere deficitscha upre butschalim on, angle ischkolakere butja ande grupn vaj sakone tschave korkore, siklim ol. Read the rest of this entry »
Januar 9th, 2018 | Published in Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
2017/2018
TSCHIBTSCHA: Präsentation der Teilnehmer/innen
TSCHIBTSCHA, zu Deutsch „Sprachen“, ist der Titel des Medienprojekts des Vereins Karika in Kooperation mit dem Verein Roma-Service und der ORF-Volksgruppenredaktion. Im Lehrgang „Teil 1: Roma-Empowerment“ werden acht Volksgruppenangehörige der Roma im Bereich Medien als Multiplikatoren ausgebildet.
TSCHIBTSCHA, nimtschkon „Sprachen“, o anav le medijakere projektostar le farajnistar KARIKA andi khetani buti le farajniha Roma-Service taj la ORF-flogoskere grupnakera redakcijonaha hi. Ando siklipeskero „falati 1: Roma-Empowerment“ ofto dschene la flogoskera grupnatar le Romendar, ando than mediji ojs multiplikatortscha ar siklim on.
(Text: Radio Erba/Erba TV))
Januar 2nd, 2018 | Published in Film & Theater, Jugend & Bildung
Ein Film von Didi, Jashko, Rikardo, Ferida, Elita, Melissa, Julia, Stefan, Nicola
Regie/Kamera/Schnitt: Leonore Kasper
Deutsch/Romanes/Serbisch, 11:14 Min.
ROMANO SUMNAL ist ein Portrait Leipziger Jugendlicher aus der Roma-Community. Sie sprechen über ihr Leben und ihre Zukunft. Aber auch über das „Wie Weiter?“ und die eigene Sicherheit in Zeiten von Abschiebungen. Alle sind sie bei Romano Sumnal – Verein für Roma in Sachsen aktiv.
Der Film ist Teil von RomaRespekt unter dem Dach von Weiterdenken und wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Leonore Kasper studierte bis 2013 Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und lebt in Leipzig. Sie ist als Mentorin und künstlerische Leitung für soziokulturelle Filmprojekte tätig und entwickelt eigene Filmarbeiten.
Dezember 23rd, 2017 | Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Redaktion: Adolf Gussak; Kamera: Josef Horvath; Cutter: Emmerich Gärtner-Horvath
Romengeri-dialogoskeri seletoskeri forma: „Buti le ternenca pal i ischkola“
Am Freitag, den 24. 11. 2017 fand die 20. Roma-Dialogplattform des Bundeskanzleramtes im Hause der Volksanwaltschaft Wien statt. Zur 20. Dialogplattform lud Frau Dr. Susanne Pfanner, Leiterin der Roma-Kontaktstelle, zum Thema „Außerschulische Jugendarbeit“ ein. Durch die EU-weite Roma-Strategie 2020 sind die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aufgefordert, die aktive Einbindung der gesamten Roma-Zivilgesellschaft in die Umsetzung der nationalen Roma-Strategien zu fördern. Die österreichische nationale Roma-Kontaktstelle im Bundeskanzleramt hat zu diesem Zweck im Juni 2012 eine Roma-Dialogplattform geschaffen. Diese bringt regelmäßig Behördenvertreter/innen von Bund, Ländern, Städten und Gemeinden mit diversen Roma-Organisationen und Vertretern der Roma-Zivilgesellschaft sowie Experten und Expertinnen verschiedener Lebensbereiche zusammen. Ziel ist es, Raum für einen offenen Dialog zu schaffen, in dessen Mittelpunkt die Perspektive der Roma steht.
Paraschtuja, ando 24.11.2017 i 20ti Romengeri-dialogoskeri seletoskeri forma le bundeskancleriskere birovtschagostar ando kher le flogoskere fischgaroschengere birovtschagostar Betschi, tel likerdi uli. Usi 20to dialogoskeri seletoskeri forma i Susanne Pfanner, schero le Romengere-kontaktoskere thanistar, usi tema „buti le ternenca pal i ischkola“ akartscha. Read the rest of this entry »
Dezember 13th, 2017 | Published in Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Ukrainische Roma werden von Behörden und Medien diskriminiert – als Folge schotten sich Gemeinschaften immer stärker ab. Frank Brendel (jW) sprach mit Tatjana Logwinjuk, der Leiterin der Organisation »Terne Roma« (Junge Roma) in Lutsk, Ukraine.
Auch in der Ukraine gibt es eine Schulpflicht, die für alle gilt. Trotzdem gibt es unter Roma in dem Land etliche Analphabeten. Wie kann es dazu kommen?
Als die Ukraine unabhängig wurde, stieg der Anteil der Analphabeten rapide. Bei den 30-jährigen Roma liegt er bei rund 60 Prozent. Die Kinder gehen zur Schule, sitzen aber auf den hintersten Bänken und lernen kaum etwas. Die Lehrer machen meistens die Eltern dafür verantwortlich. Aber wie sollen die ihren Kindern helfen, die Schule zu bewältigen, wenn sie selbst nicht lesen und schreiben können?
Als meine Tochter eingeschult werden sollte, wollte keine Lehrerin sie in der Klasse haben, bis meine ukrainischen Bekannten dafür bürgten, dass man dieses Kind nehmen könne. Aber was soll einer machen, der keine solchen Bekannten hat? Und wenn ein Kind aus ärmlichen Verhältnissen stammt und nicht so sauber ist wie andere, dann heißt es häufig, es soll lieber zu Hause bleiben.
Wie steuern Sie dagegen?
Vor ein paar Jahren gründeten wir eine Versuchsklasse speziell für Roma-Kinder. Das ging nach hinten los: Andere Kinder sprachen von der »Affenklasse«. Das Minderwertigkeitsgefühl der Roma-Kinder wurde noch verstärkt. Dann haben wir Klassen als Vorbereitung für den Schuleintritt gegründet. Aber auf der allgemeinbildenden Schule kapseln sich die Kinder weiterhin ein. Uns fehlt ein Programm zur Ausbildung von demokratisch gesinnten Lehrkräften, die sich von Stereotypen über Roma frei machen.
Werden Roma auch in anderen Bereichen schlechter behandelt?
Wir werden ständig damit konfrontiert. Da gibt es zum Beispiel in den Krankenhäusern separate Krankenzimmer. Nur wenige wehren sich dagegen, aus Angst, nicht aufgenommen zu werden. Read the rest of this entry »
November 15th, 2017 | Published in Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Romani
Radio RomaRespekt #20: Bildung von Romakindern und Ausbildung von Lehrer/innen für Romanes
Sendung vom 5.8.2017: Hristo Kyuchukov ist Wissenschaftler – Psycholinguist, Sprachwissenschaftler für Romanes und außerdem Erziehungswissenschaftler mit Spezialisierung auf die Erziehung von Romakindern. Kyuchukov hat in diesen Feldern mehrfach promoviert und er hat sich habilitiert. Er hat als Gastprofessor an verschiedenen Universitäten gewirkt. Anfang der 1990er Jahre hat er in Bulgarien Konzepte entwickelt für die universitäre Ausbildung von Lehrer/innen im Fach Romanes. Später hat er diese Forschung an der Universität von Veliko Tarnovo in entsprechende Ausbildungsprogramme umgesetzt. Es hat also Lehrer/innen ausgebildet, die Romanes und Geschichte der Roma unterrichten. Hristo Kyuchukov ist Kosmopolit und kennt die Situation von Roma und Romakindern in ganz Europa – einmal, weil er sie beforscht hat, und außerdem, weil er selbst aus Bulgarien stammt und zur dortigen Minderheit der türkisch sprechenden Roma gehört.
Die Musik für diese Sendung wurde von Martin Lubenov produziert. Er stammt wie Hristo Kyuchukov aus Bulgarien und ist Kosmopolit. Martin Lubenov lebt in Wien und ist als Musiker international tätig.
(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)
Siehe auch:
RomaRespekt #2: Wissenschaft gegen Antiromaismus, 1.9.2017
„Elternbrief“: Hristo Kyuchukov im Gespräch, 8.10.2014
Oktober 27th, 2017 | Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erneuert Vorwurf des Antiziganismus gegen den Film „Nellys Abenteuer“. SWR zeigt sich uneinsichtig gegen berechtigte Kritik
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erneuert seine Kritik gegen den Kinderfilm „Nellys Abenteuer“ (wir berichteten), den der SWR jetzt vorgezogen ausstrahlen will. Der Zentralrat hatte am 14. September 2017 ein Fachgespräch in Berlin veranstaltet, an dem Vertreter der Filmindustrie, der Filmförderung sowie Wissenschaftler und Journalisten teilgenommen hatten. Vertreter des SWR sowie die Autoren und Beteiligten der Filmproduktion waren der Einladung nicht gefolgt. Auf der Grundlage des vom Zentralrat in Auftrag gegebenen Gutachtens von Pavel Brunßen, Technische Universität Berlin, teilten die Teilnehmer der Gesprächsrunde im Wesentlichen die Vorwürfe des Zentralrates. Der Film gebe Anlass, sowohl in den Gremien der staatlichen Filmförderung als auch beiden Filmschaffenden selbst über die Ethik des Filmemachens über Sinti und Roma nachzudenken. Dass die Reproduktion von antiziganistischen Stereotypen, wie sie in Nellys Abenteuer erfolgt, auch noch mit nahezu einer Million Euro Steuergelder finanziert wurde und jetzt auch noch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, wiederum finanziert aus öffentlichen Geldern, gesendet werden soll, sei kaum nachvollziehbar, resümierte Romani Rose für den Zentralrat.
Während dieses Fachgesprächs wurde von den Teilnehmern bis in die Details der Kameraführung hinein aufgezeigt, wie die antiziganistischen Bilder umgesetzt wurden: z.B. dokumentarische Kamera / Handkamera, wenn Roma gezeigt werden, versus Spielfilmkamera / Stativkamera, wenn Nelly oder ihre Familie auftreten. Gerade die Behauptung der Filmemacher, es sei doch ein Spielfilm, der künstlerische Freiheit reklamieren könne, wird durch den gleichzeitigen Anspruch auf dokumentarische Authentizität konterkariert. Während die Figur der Nelly durchaus eine Entwicklung durchläuft, bleiben die Roma-Figuren statisch, auch am Ende des Films bleiben sie als Kriminelle stehen.
Nellys Abenteuer stigmatisiert Roma als Kriminelle und Diebe. Im „Pädagogischen Begleitmaterial“ für Schulen werden die beiden wichtigsten Roma-Figuren, Roxana und Tibi, jeweils als kriminell vorgestellt : „Roxana ist 15 Jahre alt … Sie verdient ihr Geld mit ihrem Bruder durch Taschendiebstahl. … In einem Jahr soll sie verheiratet werden – mit dem Sohn von Hokus.“ Read the rest of this entry »
Oktober 25th, 2017 | Published in Jugend & Bildung, Musik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Radio RomaRespekt #15: De La Negra – Romano-Hip-Hop in Tschechien
Sendung vom 4.3.2017: Die tschechische Romano-Hip-Hop-Band De La Negra war im April 2016 zu Gast im Festspielhaus Hellerau in Dresden. Neben einem Konzert war die Band zu einem Interview durch Dresdner Jugendliche eingeladen. Sie stellten ihnen Fragen, hinterfragten ihr Bild von den Roma, beschäftigten sich intensiv mit Antiromaismus. Dazu gibt es Hintergrundinformationen zur Band. Außerdem hört Ihr einige Tracks von dem Konzert, das De la Negra dort gegeben haben. (Bandfoto: ecoleusti.wordpress.com)
(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)
September 30th, 2017 | Published in Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen
Amaro Drom - Bundesjugendkonferenz
RDL Morgenradio >>Anhören (mp3):
Teil 1 | Teil 2 | Teil 3
„Heimat ist nicht gestern – Heimat ist morgen – Heimat ist, was wir draus machen!“ Das ist das Motto der Bundesjungendkonferenz, die Amaro Drom und das Roma-Büro vom 30. September bis 3. Oktober in Freiburg veranstalten. Amaro Drom ist eine bundesweite interkulturelle Organisation von jungen Roma und Nicht-Roma. Gegründet wurde sie 2005 in Freiburg. Die Konferenz umfasst auch öffentliche Veranstaltungen, von einer historischen Radrundfahrt über einen Film, Vorträge und Diskussionen bis hin zu einem Stadtfest am Seepark. Über das Motto „Heimat“, die aktuellen Herausforderungen für die Arbeit von Amaro Drom und über die Veranstaltungen der Konferenz – insbesondere den Programmpunkt „Zukunftsperspektiven von Romnja und Sintizze“ haben wir mit Silas Kropf, dem stellvertretenden Vorsitzenden von Amaro Drom (4:26), Dijana Celic und Tomas Wald vom Roma-Büro (4:08) und mit der Amaro-Drom-Mitarbeiterin Éva Ádám (3:55) gesprochen.
(Text: rdl.de)
September 26th, 2017 | Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Romani
Roma sam
Radijo Burgenland: 11.9.2017 | (on demand)
Andi aktujeli sendung Roma sam vakerel o Emmerich Gärtner-Horvath andar o farajn Roma-Service pedar o medijakero projekto „Tschibtscha“. Ada peske o cil dija, multiplikatortscha ando medijakero koja te sikavel. Jek but tschibtschengero, pradimo radijo- taj TV-weblog o produkto adale projektistar hi, rejalisirim duach o farajn Karika ando khetan butschalinipe le farajn Roma-Servicejiha.
Andar o septemberi dschi decemberi 2017 ando kurs „Tschibtscha“ 8 dschene sikade on, kaj i flogoskeri grupnengeri tschib Roman (Romanes) medijal buteder nucim te ol. O Emmerich Gärtner-Horvath phukal ando vakeripe la Susanne Horvathaha pedar o tschinipeskero than taj o upre lipeskero schtudijo, ando kher le farajn Roma-Service taj Karika Erbate, sar te pedar o planime duj tschibtschengero radijo taj TV-blogs.
„Tschibtscha“ pomoschinel, kaj i presenc la Romani tschibtschatar buteder ando mediji te dikel taj te schunel te ol, phenel o schero le farajn Roma-Servicejistar Gärtner-Horvath. O programo na tschak usi flogoskeri grupn te dschal, ov te le avre dschenen aun te vakerel. Afka o projekto o pekamipe la dajakera tschibtschatar ando pradipe upre te sikal. Cil adale siklipestasr hi, jek fundirti cajtakero dschanipe te sikal taj kompentenctscha te trenirinel. O projektiskere dschene palo kisetinipe adale kursistar „multiplikatortscha ando medijakero koja“ schajipe upro butjakero foro te uschtiden taj pumaro dschanipe so siklile la flogoskera grupnake hasna te anel. Read the rest of this entry »
September 24th, 2017 | Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma appelliert an KIKA und SWR: antiziganistischen Kinderfilm „Nellys Abenteuer“ nicht senden
Der Film enthält nach Auffassung des Zentralrats massive antiziganistische Klischees und Stereotype, die ihn völlig ungeeignet für die Zielgruppe von Kindern machen. Die pädagogische Altersempfehlung empfiehlt den Film für Kinder von neun Jahren an und für die dritten Schulklassen. Bei der Fachtagung „Antiziganismus und staatliche Filmförderung“ in Berlin am 14. September stellte der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma das Gutachten von Pavel Brunßen, Technische Universität Berlin, vor. Im Ergebnis der detaillierten Filmanalyse heißt es:
In Nellys Abenteuer werden Roma durchgehend als fremd und anders dargestellt. Dies ist konzeptionelle Grundlage des Films: Es soll ein scharfer Kontrast zwischen den ‚eckig‘ denkenden Deutschen und den ‚freiheitsliebenden‘ Roma hergestellt werden. Die Handlungen und Eigenschaften der Roma im Film erfolgen entlang einschlägiger antiziganistischer Topoi: Roma erscheinen demnach als Kleinkriminelle, Trickbetrüger, Bettler, beim Aufführen ‚traditioneller‘ Tänze, als Kindesentführer usw. Roma in anderen Lebenssituationen, wie etwa in ‚regulären‘ Berufen oder als Studierende, werden im Film nicht gezeigt. […] Hängen bleibt jedoch das Bild von den kriminellen, unzivilisierten, disziplinlosen und triebgesteuerten Roma, die keine Moral kennen. Vor diesem Hintergrund ist es als besonders kritisch zu bewerten, dass der Film im Fernseh- oder Kinoprogramm aufgenommen wird und als Bildungsmaterial für Kinder und Jugendliche verwendet wervden soll. Die stereotypen Darstellungen des Films setzen sich im begleitenden Bildungsmaterial fort und provozieren pauschalisierende und essentialisierende Aussagen über Roma. (S. 19)
Prof. Urs Heftrich von der Universität Heidelberg konstatierte in seinen Anmerkungen zum Film, dass antiziganistische Klischees nicht aufgelöst, sondern im Gegenteil zementiert würden:
Nellys Abenteuer präsentieren die Roma, über ihre Charakterisierung als notorische Taschendiebe hinaus, als Handlanger zu einem Verbrechen, das nach § 239a StGB mit ‚Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft‘ wird: ‚Erpresserischer Menschenraub‘. Dass der Mastermind hinter diesem Plot kein Rom ist, dass dieser Mastermind (so Prof. Becker in seinem Statement) die Erwartung, Roma neigten zur Kindesentführung, in seinen Plot einkalkuliert und dass Nelly zuletzt mit Hilfe eines jungen Rom gerettet wird – all dies ändert nichts an der Tatsache, dass Roma (speziell Romamänner) im Film diejenigen sind, die das Verbrechen real durchführen. Read the rest of this entry »
September 23rd, 2017 | Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Romani
Roma sam
Radio Burgenland: 11.9.2017 | (on demand)
In der aktuellen Sendung Roma sam spricht Emmerich Gärtner-Horvath vom Verein Roma-Service über das Medienprojekt „Tschibtscha“. Dieses hat es sich zum Ziel gemacht, Multiplikatoren und Multiplikatorinnen im Medienbereich auszubilden. Ein mehrsprachiger, offener Radio-und-TV-Weblog ist das Produkt dieses Projektes, realisiert durch den Verein KARIKA in Kooperation mit dem Verein Roma-Service.
Von September bis Dezember 2017 werden während des Kurses „Tschibtscha“ acht Teilnehmer/innen geschult, um die Volksgruppensprache Roman (Romanes) medial produktiv zu nutzen. Emmerich Gärtner-Horvath erzählt im Gespräch mit Susanne Horvath über den Schnittplatz und das Aufnahmestudio, eingerichtet in den Vereinsräumlichkeiten des Roma-Service und KARIKA in Oberwart, sowie über die geplanten zweisprachigen Radio- und TV-Blogs.
„Tschibtscha“ gewährleiste die Präsenz des Roman in zweifacher Hinsicht, so der Geschäftsführer des Vereins Roma-Service, Gärtner-Horvath. Das Programm richte sich nicht nur direkt an die Volksgruppe, sondern auch an die Mehrheitsbevölkerung. Read the rest of this entry »
September 22nd, 2017 | Published in Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte
Vor zehn Jahren 2.000 Mal (aus)verkauft. Jetzt online:
Semra Idic: Wenn nicht sogar sehr
Meine Geschichte unserer verhinderten Abschiebung
Vor zehn Jahren kam Semra Idic zu einem Praktikum in die Redaktion der Düsseldorfer Straßenzeitung fiftyfifty. Die junge Romni und ihre Familie sollten in ein Elendsdorf nach Südserbien abgeschoben werden. Dabei haben die 17-jährige Semra und ihre drei Geschwister dieses Dorf nie gesehen. Sie waren vorbildlich integrierte Kinder vorbildlicher Eltern. fiftyfifty hat zusammen mit einem breiten Bündnis die Abschiebung verhindert sowie die Flüchtlingshilfe „STAY!“ mitgegründet. Und Semra hat ein Buch geschrieben, das schnell vergriffen war und nun online zu lesen ist.
Günter Grass, der sich mit einer eigenen Stiftung und einem Buch („Ohne Stimme – Reden zugunsten des Volkes des Roma“) zeitlebens sehr für Roma eingesetzt hat, steuerte das Vorwort zu Semras Buch bei – eine kleine Sensation, die half, den Titel 2.000-mal zu verkaufen.
Das komplette Buch inkl. eines ausführlichen Anhanges finden Sie hier als PDF.