Jugend & Bildung

Facts & Figures (188)

Mai 2nd, 2018  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

Der Anteil von Roma­schü­lern, die se­pa­ra­te Klas­sen be­su­chen, in de­nen al­le Kin­der Ro­ma sind, wächst: von EU-weit 10% (2011) auf 15% (2016).

(Quelle)

Das Erste: Spaniens starke „Gitanas“

April 25th, 2018  |  Published in Frauenrechte, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Spaniens Gitanas: Bildung als Ausweg (Filmstill)Das Erste, Europamagazin
verfügbar bis 8.4.2019

➜Beitrag ansehen (05:11 Min.)

In Spanien nennen sie sich „Gitanos“, „Zigeuner“, – und für sie ist das kein Schimpf­wort. Si­cher, auch hier haben Roma mit Vor­urtei­len zu kämpfen. Auch hier ist ihr all­gemei­ner Gesund­heits­zustand schlech­ter, ihr Bildungs­stand niedri­ger, sind ihre Chan­cen auf dem Arbeits­markt gerin­ger als im Landes­durch­schnitt. Und doch schaf­fen es im­mer mehr Gitanos, sich ihren Platz in der Mitte der Gesell­schaft zu er­kämp­fen. Be­son­ders gut ge­lingt dabei den Frauen der Spagat zwi­schen Her­kunft und Zu­kunft: Vor ein paar Jahren noch wäre eine Ro­ma-Anwältin, -Ärztin oder -Ingenieurin ein exo­ti­sches Rand­phä­no­men ge­we­sen. Heute sind die starken Gitanas selbst­ver­ständ­li­cher Teil des spani­schen All­tags.

Autorin: Natalia Bachmayer

(Video und Text: www.daserste.de)

VAB: Sensibilisierung gegen Vorurteile

April 14th, 2018  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Verwaltungsakademie des Bundes in Schloss Laudon (Foto: CC Haeferl/Wikipedia)Sensibilisierung gegen antiziganistische Vorurteile

Eintägige Veranstaltung der Ver­wal­tungs­aka­de­mie des Bun­des (VAB) am 7. Mai 2018 in Schloss Laudon (Se­mi­nar­nr: BS 207)

Inhalt und Ziele: Oft werden Vorurteile und Klischees von der Mehr­heits­gesell­schaft kritik­los über­nom­men und an Minder­heiten aus­ge­lebt. Am Bei­spiel des Anti­ziganis­mus er­fah­ren Sie, wie Stereotype wir­ken und in wel­cher Weise sie de­konstru­iert wer­den kön­nen. Sie kön­nen nach­voll­ziehen, dass die Diskrimi­nie­rung einer Volksgruppe deren Lebens­qua­li­tät er­heb­lich be­ein­träch­tigt und dass ein Um­den­ken der Zivil­gesell­schaft auch von den öf­fent­lich Bediens­te­ten mit­zu­gestal­ten ist.

  • Relevante Begrifflichkeiten (z. B. Eigen- und Fremdbezeichnungen)
  • Geschichte und Verfolgung der Roma und Sinti
  • Fragen zur gegenwärtigen Diskriminierungssituation von Sinti und Roma un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Anti­ziga­nismus­be­rich­tes – Stand der For­schung
  • Individuelle und kollektive Selbstbehauptungspraktiken
  • Österreichische Beispiele für Best Practice: Präsen­ta­tion von Pro­jek­ten aus dem öf­fent­li­chen Sek­tor, die zu einer bes­se­ren In­klu­sion von Roma und Sinti bei­tragen.

Lernmethode: Erfahrungsorientiertes und interaktives Lernen, Übungen, Theorie-In­put, Diskussion, Be­ar­bei­tung konkre­ter Bei­spie­le aus der Praxis

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Internationaler Roma-Tag in Oberwart

April 6th, 2018  |  Published in Jugend & Bildung, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Offenes Haus Oberwart (OHO)Symposium zum Internationalen Romatag in Oberwart: „Eine neue Generation von Euro­pä­erIn­nen? Junge Roma und Romnija und deren Selbst­ver­ständnis“

Sa., 7. April 2018, 14:00 Uhr im OHO, Lisztg. 12
ab 19:30 Uhr – Diskussion, Ausstellung und Konzert (siehe unten), Eintritt frei

Eine Tagung der Volkshochschule der Burgenländischen Roma in Ko­ope­ra­tion mit dem Offenen Haus Oberwart, un­ter­stützt von der Stadt­ge­mein­de Oberwart, ge­för­dert von der Öster­rei­chi­schen Gesellschaft für Politische Bildung

Oft passiert es, wenn sich junge Menschen enga­gie­ren, dass die älte­ren eher ab­war­tend, skep­tisch, manch­mal mit Un­ver­ständ­nis und gar nicht selten mit of­fe­ner Ableh­nung diesen Akti­vi­tä­ten gegen­über­stehen. Seit eini­ger Zeit macht eine neue Gene­ra­tion Roma mit ihren Aktionen auf sich auf­merk­sam, die sich in­halt­lich und vom Stil her von Bis­heri­gem unter­schei­det. Junge Roma werden aktiv und deu­ten an, dass sich die Schwer­punkte der Volks­gruppen­arbeit in Zu­kunft doch er­heb­lich ver­schie­ben könn­ten. Nicht mehr aus­schließ­lich die Frage nach Gleich­berech­ti­gung, nach gesell­schaft­li­cher An­er­ken­nung der Lei­den im Porajmos (Völ­ker­mord an den euro­päi­schen Roma in der Zeit des National­sozia­lis­mus) oder nach bes­se­ren Lebens­ver­hält­nis­sen steht im Blick­feld, son­dern ver­stärkt die Frage nach der Identität (oder den Iden­ti­tä­ten) von (jun­gen) Romnija und Roma in einer plu­ra­lis­ti­schen und meist auch urbanen Ge­sell­schaft.

Junge Roma haben auch historisch gesehen eine ganz zentra­le Rolle für die Volks­gruppe in Österreich ge­spielt. Und hät­ten sie da­mals auf die Alten ge­hört, wäre die Geschichte mög­li­cher­weise ganz anders ver­lau­fen. Vor 35 Jah­ren wurde näm­lich in Oberwart die Roma-Bür­ger­rechts­bewe­gung in Öster­reich von jugend­li­chen Roma be­zie­hungs­weise da­mals sehr jungen Per­so­nen ins Le­ben ge­rufen. Read the rest of this entry »

Neues Webportal zum Roma-Holocaust

April 4th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Deutschland: Neues Webportal zum Völkermord an den Sinti und RomaNeues Onlineportal informiert über den Holocaust an den Sinti und Roma

Das Dokumentations- und Kul­tur­zentrum Deu­tscher Sinti und Roma hat am Diens­tag das Web­portal „‘Ras­sen­diagno­se: Zigeuner‘. Der Völ­ker­mord an den Sinti und Roma und der lan­ge Kampf um An­erken­nung“ ge­launcht (Pro­jekt­lei­tung: Frank Reuter, Mit­ar­beit: Verena Meier). Unter www.sintiundroma.org wird an­hand zahl­rei­cher Videos, Inter­views, Fotos und Do­ku­mente der Holocaust an der Min­der­heit the­ma­ti­siert. Außer­dem doku­men­tiert die In­ter­net­seite die Geschichte der Über­leben­den im Nach­kriegs­deutschland, die Er­fol­ge der Bür­ger­rechts­bewe­gung so­wie die Men­schen­rechts­situa­tion in Europa nach 1989.

Ab März 1943 wurden annähernd 23.000 Sinti und Roma auf­grund des De­por­ta­tions­be­fehls Heinrich Himmlers nach Auschwitz-Bir­kenau de­por­tiert, der größ­te Teil stamm­te aus dem Reichs­ge­biet. Zahl­reiche Gedenk­ver­anstal­tun­gen er­in­nern die­ser Tage deutsch­land­weit an dieses un­vor­stell­bare Ver­bre­chen. Der natio­nal­sozialis­ti­sche Völkermord an den Sinti und Roma ist in der jahr­hun­der­te­lan­gen ge­mein­sa­men Ge­schich­te von Min­der­heit und Mehr­heit ohne Bei­spiel. Den­noch war er nicht voraus­set­zungs­los: Eine von Vor­urteilen und Feind­se­lig­keit ge­präg­te Hal­tung gegen­über Sinti und Roma ist tief in der euro­päi­schen Ge­schich­te ver­an­kert. Das Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma möch­te mit seinem neuen Webportal www.sintiundroma.org ei­ner­seits diese Vor­ur­tei­le und Feind­selig­kei­ten wi­der­le­gen, an­derer­seits den Völker­mord an den Sinti und Roma do­ku­men­ti­eren: von der Aus­gren­zung und Ent­rech­tung der Min­der­heit im Deutschen Reich bis zu ihrer sys­te­ma­ti­schen Vernichtung im be­set­zten Europa.

Der menschenverachtenden Perspektive der Täter wer­den Zeug­nis­se der Opfer gegen­über­ge­stellt. His­to­ri­sche Fa­mi­lien­fotos von Sinti und Roma geben Ein­blicke in die Lebens­wirk­lich­keit der Men­schen und las­sen sie als Indi­vi­duen her­vor­tre­ten. Read the rest of this entry »

Centrali muschikakeri ischkola Erba

März 30th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Adolf Gussak (Redaktion). Kamera: Julius Horvath, Emmerich Gärtner-Horvath. Schnitt: Adolf Gussak

Zentralmusikschule Oberwart

I muschikakeri ischkola Erba ando bersch 1947 kerdi uli. Usar i furula dschi usi elektri­schi gita­ra minden­feli­ti­ke muschi­ka­kere instru­mentscha schaj sik­lim on. 2006 jek khe­ta­nipe la muschi­ka­kera isch­ko­laha Szom­ba­the­ly ker­di uli – taj o orches­teri, i „Sin­fo­ni­jeta Erba – Szom­bathely“, ker­di sina. Sajt oja cajt te o nevo ber­schen­gero kon­certo la ZMSatar Erba del, savo ada bersch ando 13ti je­neri andi masch­karut­ni isch­ko­la sina.

Die Musikschule Oberwart wurde im Jahr 1947 ge­grün­det. Man kann von der Block­flöte bis zur E-Gitar­re ver­schie­dens­te Musik­instru­men­te er­ler­nen. 2006 wurde auch ein Ko­ope­ra­tions­ver­trag mit der Musik­schule Szom­bathe­ly ab­geschlos­sen – und das Orches­ter, die „Sin­fo­niet­ta Oberwart – Szombathely“, war ge­bo­ren. Read the rest of this entry »

Auf Spurensuche in Marzahn

Januar 30th, 2018  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung

Die Theaterperformance »Rastplatz Marzahn«, eine auf Zeit­zeugen­erin­ne­run­gen basie­rende Re­konstruk­tion des Zwangslagers für Sinti und Roma in Mar­zahn-Hel­lers­dorf, feierte im Ok­tober Pre­miere. Am Mitt­woch wird das Stück im Rahmen des Jugend­forums „denk!mal“ im Berliner Ab­ge­ord­ne­ten­haus erst­mals einem breite­ren Publi­kum vor­ge­stellt.


„Es hat furchtbar gestunken. Normaler­weise hätten wir uns an einem sol­chen Ort nie auf­ge­halten, schon allein wegen un­se­rer Gesetze nicht, die das ver­bieten. Wir wur­den aber zwangs­weise dort ab­ge­stellt.“ (Otto Rosenberg)

Heute ein unscheinbarer Ort zwischen Hoch­häu­sern und S-Bahn­geleisen in Mar­zahn-Hel­lers­dorf. Von 1936 bis 1945 be­fand sich an dieser Stelle ein Sammel­lager für Sinti und Roma. Die Ver­schleppung und Fest­setzung der Volks­gruppe auf die­sem Platz war der erste Schritt zu ihrer syste­ma­ti­schen Ver­fol­gung und Ver­nichtung. Für die mediale Theater­performance hat sich das Ensemble aus jun­gen Men­schen und Schau­spie­ler*innen hier auf die Spuren­suche nach der Geschichte des „Rast­platz Marzahn“ be­ge­ben. Read the rest of this entry »

Oberwart: Bildung für die Roma-Kinder

Januar 12th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Jennifer Papai, Schnitt: Josef Horvath

O schajipe upre jek sikadipe

Seit 1990 besteht in Oberwart das Lernbetreuungsprojekt und wur­de vom Verein Roma durch­ge­führt. 2017 über­nahm der Verein Roma-Service durch das Aus­schei­den des Vereins Roma das Lern­betreu­ungs­projekt. Durch­schnitt­lich neh­men 30 Kinder an der Außer­schuli­schen Lernbetreuung teil. Die Schüler er­hal­ten täg­lich Förder­unterricht und Unter­stützung bei den Haus­auf­gaben. Lern­defizite wer­den gezielt auf­ge­holt, und vor Schularbeiten und Tests wird ge­son­dert in der Gruppen- und Einzel­betreuung ge­för­dert. Die Lern­betreu­ung gibt vielen Roma-Kin­dern die Chance auf eine gute Bildung, um im spä­te­ren Leben in der Arbeits­welt Fuß fas­sen zu kön­nen.

Sajt 1990 Erbate o siklipeskero projekto del taj le fa­raj­nistar Roma ker­do ulo. 2017 o farajn Roma-Service ada sikli­pes­kero pro­jekto prik lija, mint o farajn Roma use tscha­pintscha. Va­la­mi 30 tschave uso sik­lipe an. O isch­kolasch­tscha sako di pomo­schago use pumare butj usch­tiden. Sikli­peskere defi­citscha upre butscha­lim on, angle isch­kola­kere butja ande grupn vaj sakone tschave kor­kore, siklim ol. Read the rest of this entry »

TSCHIBTSCHA: Presentacija le dschenendar

Januar 9th, 2018  |  Published in Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
2017/2018

TSCHIBTSCHA: Präsentation der Teilnehmer/innen

TSCHIBTSCHA, zu Deutsch „Sprachen“, ist der Titel des Medien­pro­jekts des Vereins Karika in Ko­ope­ra­tion mit dem Verein Roma-Service und der ORF-Volks­gruppen­redak­tion. Im Lehrgang „Teil 1: Roma-Em­power­ment“ wer­den acht Volks­grup­pen­ange­hö­rige der Roma im Bereich Medien als Mul­tip­li­ka­to­ren aus­ge­bildet.

TSCHIBTSCHA, nimtschkon „Sprachen“, o anav le medijakere pro­jek­tostar le faraj­nistar KARIKA an­di khe­tani buti le faraj­ni­ha Roma-Service taj la ORF-flogos­kere grup­na­kera redak­cijo­naha hi. Ando sikli­pes­kero „fala­ti 1: Roma-Empowerment“ ofto dsche­ne la flo­gos­kera grup­natar le Romen­dar, ando than mediji ojs multi­plika­tor­tscha ar sik­lim on.

(Text: Radio Erba/Erba TV))

„Romano Sumnal“: Junge Roma in Leipzig

Januar 2nd, 2018  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung

Ein Film von Didi, Jashko, Rikardo, Ferida, Elita, Melissa, Julia, Stefan, Nicola

Regie/Kamera/Schnitt: Leonore Kasper
Deutsch/Romanes/Serbisch, 11:14 Min.

ROMANO SUMNAL ist ein Portrait Leipziger Jugendlicher aus der Roma-Com­munity. Sie spre­chen über ihr Leben und ihre Zu­kunft. Aber auch über das „Wie Weiter?“ und die eige­ne Sicher­heit in Zeiten von Ab­schie­bun­gen. Alle sind sie bei Roma­no Sum­nal – Verein für Roma in Sachsen ak­tiv.

Der Film ist Teil von RomaRespekt un­ter dem Dach von Weiterdenken und wird ge­för­dert im Rah­men des Bundes­programms „Demo­kra­tie leben!“ des Bundes­minis­teriums für Familie, Senio­ren, Frauen und Jugend. Leo­nore Kasper stu­dier­te bis 2013 Medien­kunst an der Hoch­schule für Grafik und Buch­kunst in Leipzig und lebt in Leipzig. Sie ist als Men­to­rin und künst­le­ri­sche Lei­tung für sozio­­kul­tu­relle Film­pro­jekte tätig und ent­wickelt eige­ne Film­arbeiten.

(RomaRespekt)

Dialogplattform: Außerschulische Jugendarbeit

Dezember 23rd, 2017  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Redaktion: Adolf Gussak; Kamera: Josef Horvath; Cutter: Emmerich Gärtner-Horvath

Romengeri-dialogoskeri seletoskeri forma: „Buti le ternenca pal i ischkola“

Am Freitag, den 24. 11. 2017 fand die 20. Roma-Dialogplattform des Bun­des­kanz­ler­amtes im Hause der Volks­anwalt­schaft Wien statt. Zur 20. Dia­log­platt­form lud Frau Dr. Susanne Pfanner, Lei­terin der Roma-Kon­takt­stelle, zum Thema „Außer­schu­li­sche Jugend­arbeit“ ein. Durch die EU-weite Roma-Stra­tegie 2020 sind die Mit­glieds­staaten der Euro­päi­schen Union auf­ge­for­dert, die aktive Ein­bin­dung der gesam­ten Roma-Zivil­gesell­schaft in die Umsetzung der na­tio­na­len Roma-Stra­tegien zu för­dern. Die öster­rei­chi­sche nationale Roma-Kontaktstelle im Bun­des­kanz­ler­amt hat zu diesem Zweck im Juni 2012 eine Roma-Dia­log­platt­form geschaf­fen. Diese bringt regel­mäßig Behörden­vertre­ter/innen von Bund, Ländern, Städten und Ge­mein­den mit diver­sen Roma-Or­gani­sa­tio­nen und Ver­tretern der Roma-Zivil­gesell­schaft sowie Ex­perten und Exper­tin­nen ver­schie­de­ner Lebens­bereiche zu­sam­men. Ziel ist es, Raum für einen of­fe­nen Dialog zu schaf­fen, in dessen Mittel­punkt die Per­spek­tive der Roma steht.

Paraschtuja, ando 24.11.2017 i 20ti Romengeri-dialogoskeri sele­tos­keri forma le bun­des­kancle­ris­kere birov­tscha­gostar ando kher le flogos­kere fisch­garo­schen­gere birov­tscha­gostar Betschi, tel liker­di uli. Usi 20to dialogos­keri sele­tos­keri forma i Susanne Pfanner, schero le Ro­men­gere-kon­taktos­kere tha­nistar, usi tema „buti le ter­nenca pal i ischkola“ akar­tscha. Read the rest of this entry »

„Viele versuchen, ihre Herkunft zu verschleiern“

Dezember 13th, 2017  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Tatjana Logwinjuk von Terne Roma (Foto: VolynNews.com)Ukrainische Roma werden von Behörden und Medien diskri­mi­niert – als Folge schot­ten sich Ge­mein­schaf­ten im­mer stär­ker ab. Frank Brendel (jW) sprach mit Tatjana Logwinjuk, der Lei­te­rin der Orga­ni­sa­tion »Terne Roma« (Junge Roma) in Lutsk, Ukraine.

Auch in der Ukraine gibt es eine Schulpflicht, die für alle gilt. Trotz­dem gibt es unter Roma in dem Land etli­che Analpha­be­ten. Wie kann es dazu kom­men?

Als die Ukraine unabhängig wurde, stieg der Anteil der Analpha­beten rapide. Bei den 30-jäh­rigen Roma liegt er bei rund 60 Pro­zent. Die Kinder gehen zur Schule, sitzen aber auf den hin­ters­ten Bänken und lernen kaum etwas. Die Lehrer ma­chen meis­tens die Eltern dafür ver­ant­wort­lich. Aber wie sollen die ihren Kindern hel­fen, die Schule zu bewäl­ti­gen, wenn sie selbst nicht lesen und schrei­ben können?
Als meine Tochter eingeschult werden sollte, wollte keine Leh­re­rin sie in der Klasse ha­ben, bis meine ukrai­ni­schen Bekann­ten dafür bürg­ten, dass man dieses Kind neh­men könne. Aber was soll einer machen, der keine sol­chen Be­kann­ten hat? Und wenn ein Kind aus ärm­li­chen Ver­hält­nis­sen stammt und nicht so sauber ist wie an­dere, dann heißt es häufig, es soll lie­ber zu Hause bleiben.

Wie steuern Sie dagegen?

Vor ein paar Jahren gründeten wir eine Versuchsklasse spe­ziell für Roma-Kinder. Das ging nach hin­ten los: Andere Kinder spra­chen von der »Affen­klasse«. Das Min­der­wertig­keits­gefühl der Roma-Kin­der wurde noch ver­stärkt. Dann haben wir Klassen als Vor­berei­tung für den Schul­eintritt ge­grün­det. Aber auf der all­gemein­bilden­den Schule kapseln sich die Kinder weiter­hin ein. Uns fehlt ein Programm zur Aus­bil­dung von demo­kra­tisch gesinn­ten Lehr­kräften, die sich von Stereo­typen über Roma frei machen.

Werden Roma auch in anderen Bereichen schlech­ter be­han­delt?

Wir werden ständig damit konfrontiert. Da gibt es zum Bei­spiel in den Kranken­häu­sern separate Kranken­zimmer. Nur weni­ge wehren sich da­ge­gen, aus Angst, nicht auf­ge­nom­men zu werden. Read the rest of this entry »

RomaRespekt #20: Hristo Kyuchukov

November 15th, 2017  |  Published in Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Romani

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #20: Bildung von Romakindern und Ausbildung von Lehrer/innen für Romanes

Sendung vom 5.8.2017: Hristo Kyuchukov ist Wissenschaftler – Psy­cho­lin­guist, Sprach­wis­sen­schaft­ler für Romanes und außer­dem Erzie­hungs­wis­sen­schaft­ler mit Spe­zia­li­sie­rung auf die Erziehung von Roma­kin­dern. Kyuchukov hat in diesen Fel­dern mehr­fach pro­mo­viert und er hat sich ha­bi­li­tiert. Er hat als Gast­pro­fes­sor an ver­schie­de­nen Uni­ver­si­tä­ten ge­wirkt. An­fang der 1990er Jahre hat er in Bulgarien Kon­zepte ent­wickelt für die uni­ver­si­täre Aus­bil­dung von Leh­rer/innen im Fach Romanes. Spä­ter hat er diese For­schung an der Uni­ver­si­tät von Veliko Tarnovo in ent­spre­chen­de Aus­bil­dungs­program­me um­ge­setzt. Es hat also Leh­rer/innen aus­ge­bil­det, die Roma­nes und Ge­schichte der Roma unter­rich­ten. Hristo Kyuchukov ist Kos­mo­po­lit und kennt die Situa­tion von Roma und Roma­kindern in ganz Europa – ein­mal, weil er sie be­forscht hat, und außer­dem, weil er selbst aus Bul­ga­rien stammt und zur dor­ti­gen Minder­heit der türkisch spre­chen­den Roma gehört.

Die Musik für diese Sendung wurde von Martin Lubenov produ­ziert. Er stammt wie Hristo Kyuchu­kov aus Bulgarien und ist Kos­mo­polit. Martin Lubenov lebt in Wien und ist als Musiker in­ter­na­tio­nal tätig.

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

Siehe auch:
RomaRespekt #2: Wissenschaft gegen Antiromaismus, 1.9.2017
„Elternbrief“: Hristo Kyuchukov im Gespräch, 8.10.2014

Zentralrat erneuert Kritik an Kinderfilm

Oktober 27th, 2017  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Screenshot aus Nellys AbenteuerZentralrat Deutscher Sinti und Roma erneuert Vorwurf des Antiziganismus gegen den Film „Nellys Abenteuer“. SWR zeigt sich uneinsichtig gegen berechtigte Kritik

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erneuert seine Kritik ge­gen den Kinderfilm „Nellys Abenteuer“ (wir be­rich­te­ten), den der SWR jetzt vor­ge­zo­gen aus­strahlen will. Der Zentral­rat hatte am 14. Sep­tem­ber 2017 ein Fach­gespräch in Berlin ver­anstaltet, an dem Ver­treter der Film­industrie, der Film­förde­rung sowie Wis­sen­schaft­ler und Jour­na­lis­ten teil­ge­nom­men hatten. Ver­tre­ter des SWR so­wie die Autoren und Be­tei­lig­ten der Film­pro­duk­tion wa­ren der Ein­ladung nicht ge­folgt. Auf der Grundlage des vom Zentralrat in Auftrag ge­ge­be­nen Gut­achtens von Pavel Brunßen, Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Berlin, teil­ten die Teil­nehmer der Gesprächs­runde im Wesent­li­chen die Vor­würfe des Zentral­rates. Der Film gebe An­lass, so­wohl in den Gre­mien der staat­li­chen Film­för­de­rung als auch bei­den Film­schaf­fen­den selbst über die Ethik des Filme­machens über Sinti und Roma nach­zu­denken. Dass die Re­pro­duk­tion von anti­ziga­nis­ti­schen Stereo­typen, wie sie in Nellys Abenteuer er­folgt, auch noch mit nahe­zu einer Mil­lion Euro Steuer­gelder fi­nan­ziert wurde und jetzt auch noch im öffent­lich-recht­li­chen Fernsehen, wie­derum fi­nan­ziert aus öf­fent­li­chen Geldern, ge­sen­det werden soll, sei kaum nach­voll­zieh­bar, re­sümier­te Romani Rose für den Zentralrat.

Während dieses Fachgesprächs wurde von den Teilneh­mern bis in die Details der Kamera­füh­rung hinein auf­ge­zeigt, wie die anti­ziga­nis­ti­schen Bilder um­ge­setzt wur­den: z.B. dokumen­ta­ri­sche Kamera / Hand­kamera, wenn Roma ge­zeigt werden, ver­sus Spielfilm­kamera / Stativ­kamera, wenn Nelly oder ihre Fa­milie auf­treten. Gera­de die Be­haup­tung der Filme­macher, es sei doch ein Spielfilm, der künst­le­ri­sche Frei­heit rekla­mie­ren könne, wird durch den gleich­zei­ti­gen An­spruch auf doku­men­ta­ri­sche Authen­ti­zität kon­ter­ka­riert. Wäh­rend die Figur der Nelly durchaus eine Ent­wick­lung durch­läuft, blei­ben die Roma-Fi­gu­ren sta­tisch, auch am Ende des Films blei­ben sie als Kri­mi­nel­le stehen.

Nellys Abenteuer stigmatisiert Roma als Kriminelle und Diebe. Im „Päda­go­gi­schen Begleit­mate­rial“ für Schulen wer­den die beiden wich­tigsten Roma-Fi­gu­ren, Roxana und Tibi, je­weils als kri­mi­nell vor­ge­stellt : „Roxana ist 15 Jahre alt … Sie verdient ihr Geld mit ihrem Bru­der durch Taschen­dieb­stahl. … In einem Jahr soll sie ver­hei­ra­tet wer­den – mit dem Sohn von Hokus.“ Read the rest of this entry »

RomaRespekt #15: De La Negra

Oktober 25th, 2017  |  Published in Jugend & Bildung, Musik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #15: De La Negra – Romano-Hip-Hop in Tschechien

Sendung vom 4.3.2017: Die tschechische Romano-Hip-Hop-Band De La Negra war im April 2016 zu Gast im Fest­spiel­haus Hellerau in Dresden. Neben einem Kon­zert war die Band zu einem Interview durch Dresd­ner Jugend­liche ein­ge­la­den. Sie stell­ten ihnen Fragen, hinter­fragten ihr Bild von den Roma, be­schäf­tig­ten sich inten­siv mit Anti­romais­mus. Dazu gibt es Hin­ter­grund­infor­ma­tio­nen zur Band. Außer­dem hört Ihr eini­ge Tracks von dem Konzert, das De la Negra dort ge­ge­ben haben. (Bandfoto: ecoleusti.wordpress.com)

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

Heimat ist, was wir draus machen!

September 30th, 2017  |  Published in Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Bundesjugendkonferenz 2016 (Foto: Amaro Drom)Amaro Drom - Bundesjugendkonferenz

RDL Morgenradio >>Anhören (mp3):
Teil 1Teil 2Teil 3

„Heimat ist nicht gestern – Heimat ist morgen – Heimat ist, was wir draus ma­chen!“ Das ist das Motto der Bundes­jungend­kon­fe­renz, die Amaro Drom und das Roma-Büro vom 30. Sep­tem­ber bis 3. Okto­ber in Freiburg ver­an­stal­ten. Amaro Drom ist eine bundes­weite inter­kultu­rel­le Or­gani­sa­tion von jungen Roma und Nicht-Roma. Ge­grün­det wurde sie 2005 in Freiburg. Die Konferenz um­fasst auch öffent­liche Ver­anstal­tun­gen, von einer hist­ori­schen Rad­rund­fahrt über einen Film, Vor­träge und Dis­kus­sio­nen bis hin zu einem Stadtfest am Seepark. Über das Mot­to „Heimat“, die ak­tuel­len Heraus­for­de­run­gen für die Arbeit von Amaro Drom und über die Ver­anstal­tun­gen der Kon­ferenz – ins­beson­dere den Programm­punkt „Zu­kunfts­per­spek­ti­ven von Romnja und Sintizze“ haben wir mit Silas Kropf, dem stell­ver­tre­ten­den Vor­sitzen­den von Amaro Drom (4:26), Dijana Celic und Tomas Wald vom Roma-Büro (4:08) und mit der Amaro-Drom-Mit­arbei­te­rin Éva Ádám (3:55) ge­spro­chen.

(Text: rdl.de)

Erba: Medijakero projekto „Tschibtscha“

September 26th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Romani

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
11.9.2017 | (on demand)

Medientraining: Unser Projekt Tschibtscha im Burgenland (Emmerich Gärtner-Horvath/Roma-Service und Paul Horvath/Karika) (Foto: volksgruppen.orf.at)Andi aktujeli sendung Roma sam vakerel o Emmerich Gärtner-Horvath andar o farajn Roma-Service pedar o medijakero projekto „Tschibtscha“. Ada peske o cil dija, multiplikatortscha ando medijakero koja te sikavel. Jek but tschibtschengero, pradimo radijo- taj TV-weblog o produkto adale projektistar hi, rejalisirim duach o farajn Karika ando khetan butschalinipe le farajn Roma-Servicejiha.

Andar o septemberi dschi decemberi 2017 ando kurs „Tschibtscha“ 8 dschene sikade on, kaj i flo­gos­keri grup­nengeri tschib Roman (Romanes) medijal bute­der nucim te ol. O Emmerich Gärtner-Horvath phu­kal ando vake­ripe la Susanne Hor­vathaha pedar o tschi­ni­pes­kero than taj o upre lipes­kero schtu­dijo, ando kher le farajn Roma-Service taj Karika Erbate, sar te pe­dar o pla­nime duj tschib­tschen­gero radijo taj TV-blogs.

„Tschib­tscha“ pomo­schi­nel, kaj i presenc la Romani tschib­tschatar bu­teder ando mediji te dikel taj te schu­nel te ol, phe­nel o schero le farajn Roma-Ser­vicejistar Gärt­ner-Horvath. O pro­gramo na tschak usi flo­gos­keri grupn te dschal, ov te le avre dsche­nen aun te vakerel. Afka o pro­jekto o peka­mipe la daja­kera tschib­tschatar ando pra­dipe upre te sikal. Cil adale sik­li­pes­tasr hi, jek fun­dirti cajta­kero dscha­nipe te sikal taj kom­pentenc­tscha te tre­ni­ri­nel. O pro­jek­tis­kere dschene palo kise­tinipe adale kur­sistar „multi­pli­kator­tscha ando medi­ja­kero koja“ schajipe upro but­ja­kero foro te uschtiden taj pumaro dscha­nipe so siklile la flogos­kera grup­nake hasna te anel. Read the rest of this entry »

Rassismus im Kinderkanal

September 24th, 2017  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Screenshot aus Nellys AbenteuerZentralrat Deutscher Sinti und Roma appelliert an KIKA und SWR: anti­ziga­nis­ti­schen Kinder­film „Nellys Abenteuer“ nicht senden

Der Film enthält nach Auffassung des Zentralrats mas­si­ve anti­ziga­nis­ti­sche Kli­schees und Stereo­type, die ihn völ­lig un­ge­eig­net für die Ziel­gruppe von Kindern machen. Die päda­go­gi­sche Alters­empfeh­lung empfiehlt den Film für Kin­der von neun Jahren an und für die drit­ten Schul­klassen. Bei der Fach­ta­gung „Antiziganismus und staat­liche Film­förde­rung“ in Berlin am 14. Sep­tem­ber stellte der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma das Gut­achten von Pavel Brunßen, Tech­nische Uni­ver­sität Berlin, vor. Im Er­gebnis der detail­lier­ten Film­analy­se heißt es:

In Nellys Abenteuer werden Roma durch­ge­hend als fremd und anders dar­gestellt. Dies ist kon­zep­tio­nelle Grund­lage des Films: Es soll ein schar­fer Kontrast zwi­schen den ‚eckig‘ den­kenden Deutschen und den ‚frei­heits­lie­ben­den‘ Roma her­gestellt werden. Die Hand­lungen und Eigen­schaften der Roma im Film er­folgen ent­lang ein­schlä­gi­ger anti­ziganis­ti­scher Topoi: Roma er­scheinen dem­nach als Klein­kriminelle, Trick­betrüger, Bettler, beim Auf­führen ‚tra­ditio­nel­ler‘ Tänze, als Kindes­ent­führer usw. Roma in anderen Lebens­situa­tio­nen, wie etwa in ‚regu­lä­ren‘ Be­rufen oder als Stu­die­rende, werden im Film nicht ge­zeigt. […] Hän­gen bleibt jedoch das Bild von den krimi­nel­len, un­zivili­sier­ten, dis­ziplin­losen und trieb­gesteu­erten Roma, die keine Moral ken­nen. Vor diesem Hinter­grund ist es als be­son­ders kri­tisch zu be­werten, dass der Film im Fernseh- oder Kino­programm auf­ge­nom­men wird und als Bil­dungs­material für Kinder und Jugend­liche ver­wendet wervden soll. Die stereo­typen Dar­stel­lun­gen des Films setzen sich im be­glei­ten­den Bildungs­mate­rial fort und pro­vo­zie­ren pau­scha­li­sie­rende und essentia­lisie­rende Aus­sagen über Roma. (S. 19)

Prof. Urs Heftrich von der Universität Heidelberg konsta­tierte in sei­nen An­mer­kun­gen zum Film, dass antiziganistische Kli­schees nicht auf­gelöst, son­dern im Ge­gen­teil ze­men­tiert würden:

Nellys Abenteuer präsentieren die Roma, über ihre Charak­te­ri­sie­rung als noto­ri­sche Taschen­diebe hinaus, als Hand­langer zu einem Ver­brechen, das nach § 239a StGB mit ‚Freiheits­strafe nicht unter fünf Jah­ren be­straft‘ wird: ‚Erpres­se­ri­scher Menschen­raub‘. Dass der Master­mind hinter diesem Plot kein Rom ist, dass dieser Master­mind (so Prof. Becker in seinem State­ment) die Er­wartung, Roma neig­ten zur Kindes­ent­führung, in seinen Plot ein­kal­ku­liert und dass Nelly zu­letzt mit Hilfe eines jungen Rom ge­rettet wird – all dies ändert nichts an der Tat­sache, dass Roma (spe­ziell Romamänner) im Film die­jenigen sind, die das Ver­brechen real durch­führen. Read the rest of this entry »

Medienprojekt „Tschibtscha“ in Oberwart

September 23rd, 2017  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Romani

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
11.9.2017 | (on demand)

Medientraining: Unser Projekt Tschibtscha im Burgenland (Emmerich Gärtner-Horvath/Roma-Service und Paul Horvath/Karika) (Foto: volksgruppen.orf.at)In der aktuellen Sendung Roma sam spricht Emmerich Gärtner-Horvath vom Verein Roma-Ser­vice über das Medien­pro­jekt „Tschibtscha“. Die­ses hat es sich zum Ziel ge­macht, Mul­tipli­ka­toren und Mul­tipli­ka­torin­nen im Medien­bereich aus­zu­bilden. Ein mehr­spra­chiger, offe­ner Ra­dio-und-TV-Web­log ist das Pro­dukt dieses Pro­jektes, reali­siert durch den Verein KARIKA in Ko­opera­tion mit dem Verein Ro­ma-Ser­vice.

Von September bis Dezember 2017 werden wäh­rend des Kurses „Tschib­tscha“ acht Teil­nehmer/innen ge­schult, um die Volks­gruppen­sprache Roman (Romanes) me­dial pro­duk­tiv zu nutzen. Em­merich Gärt­ner-Hor­vath er­zählt im Ge­spräch mit Susanne Horvath über den Schnitt­platz und das Auf­nahme­studio, ein­ge­rich­tet in den Vereins­räum­lich­kei­ten des Ro­ma-Service und KARIKA in Ober­wart, sowie über die ge­plan­ten zwei­spra­chi­gen Radio- und TV-Blogs.

„Tschibtscha“ gewährleiste die Präsenz des Roman in zwei­facher Hin­sicht, so der Ge­schäfts­führer des Vereins Ro­ma-Ser­vice, Gärt­ner-Hor­vath. Das Pro­gramm richte sich nicht nur direkt an die Volks­gruppe, son­dern auch an die Mehr­heits­be­völ­ke­rung. Read the rest of this entry »

„Wenn nicht sogar sehr“

September 22nd, 2017  |  Published in Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte

cover idicVor zehn Jahren 2.000 Mal (aus)verkauft. Jetzt online:

Semra Idic: Wenn nicht sogar sehr
Meine Geschichte unserer verhinderten Abschiebung

Vor zehn Jahren kam Semra Idic zu einem Praktikum in die Redak­tion der Düsseldorfer Stra­ßen­zei­tung fiftyfifty. Die jun­ge Romni und ihre Familie soll­ten in ein Elends­dorf nach Südserbien ab­ge­scho­ben wer­den. Dabei haben die 17-jäh­rige Semra und ihre drei Ge­schwis­ter dieses Dorf nie ge­sehen. Sie waren vor­bild­lich in­tegrier­te Kinder vor­bild­li­cher Eltern. fiftyfifty hat zu­sam­men mit einem breiten Bünd­nis die Ab­schie­bung ver­hin­dert sowie die Flücht­lings­hilfe „STAY!“ mit­gegrün­det. Und Semra hat ein Buch geschrie­ben, das schnell ver­griffen war und nun online zu lesen ist.

Günter Grass, der sich mit einer eigenen Stiftung und einem Buch („Ohne Stimme – Reden zu­guns­ten des Volkes des Roma“) zeit­lebens sehr für Roma ein­gesetzt hat, steuer­te das Vor­wort zu Semras Buch bei – eine kleine Sen­sa­tion, die half, den Titel 2.000-mal zu ver­kaufen.

Das komplette Buch inkl. eines ausführlichen Anhanges fin­den Sie hier als PDF.