Jugend & Bildung

Facts & Figures (306)

August 15th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

Im Jahr 1960 be­such­ten nur 7 % der 6- bis 14-jäh­ri­gen Kin­der der Min­der­heit der Tra­vel­lers in Irland re­gel­mä­ßig die Schu­le.

(Quelle)

Segregation: Zentralrat zu Urteil in Ungarn

Mai 27th, 2020  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Romaschüler (Foto: Pester Lloyd)Zentralrat begrüßt Urteil von Un­garns Obers­tem Ge­richt zur schu­li­schen Segre­ga­tion von Ro­ma-Kin­dern

Ungarns Oberstes Gericht hat nun (Anm.: am 12. Mai 2020, wir berichte­ten) ein Urteil des Deb­recener Be­ru­fungs­gerichts be­stätigt, wel­ches den ungari­schen Staat bereits im Septem­ber 2019 zu Schaden­ersatz­zahlungen für die rechts­widrige segre­gier­te Beschulung von ca. 60 Roma-Kin­dern im ost­ungari­schen Ort Gyöngyöspata ver­urteilt hatte. Die staat­lichen Stellen hatten die Aus­zahlung des Geldes ver­weigert und Berufung ein­gelegt. Ungarns Oberstes Gericht hat nun die finan­ziel­le Entschädigungen der be­trof­fe­nen Familien in Höhe von 99 Mil­lio­nen Forint (280.000 Euro) an­geordnet.

„Das Urteil des Obersten Gerichtshofs ist ein wichti­ges Signal zur Durch­setzung einer gleich­berechtig­ten Bildungs­teil­habe für Roma in Ungarn“, so der Zentral­rats­vor­sit­zen­de Romani Rose. „Das Urteil zeigt un­miss­ver­ständ­lich, dass die geson­derte Beschulung von Kindern auf ethnischer Grund­lage nicht nur falsch ist, son­dern den Staat auch teuer zu ste­hen kommt. Das Urteil zeigt auch, dass es in Ungarn noch im­mer Gerichte gibt, die den rechts­staatli­chen Prinzipien ver­pflichtet sind. Dieser Ent­scheid ist auch ein Signal an die ungari­sche Gesell­schaft und die ungari­sche Regierung, dem zu­neh­menden Antiziganismus in Staat und Gesell­schaft deut­lich entgegenzutreten“, so Rose weiter. „Den betrof­fe­nen Kindern kön­nen die verlorenen Jahre nicht mehr zurück­gege­ben werden. Für sie ist ein bleiben­der Schaden im Hin­blick auf ihre Zukunfts­chancen entstanden. Es muss jetzt von den verantwortlichen Behörden erwartet werden, dass sie ihrer gesetz­lichen Ver­pflichtung, den gleichberechtigten Zugang zu Bildung für alle Kinder zu gewähr­leisten, auch tat­säch­lich nach­kommen“, so der Zentralrats­vor­sitzende.

Trotz ihres gesetzlichen Verbots im Jahre 2003 ist die schulische Segregation von Roma-Kindern, die diese sys­tematisch vom Zugang zu quali­fi­zierter Bildung aus­schließt, nach wie vor weit ver­breitet. Read the rest of this entry »

Urteil in Ungarn: Entschädigung für Romakinder

Mai 13th, 2020  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Romaschüler (Foto: Pester Lloyd)Schuliche Segregtion: Ungarisches Höchst­gericht spricht dis­kri­mi­nier­ten Roma-Kin­dern Ent­schä­di­gung zu

Das ungarische Oberste Gericht hat den Familien von 60 Roma-Kindern eine finan­zielle Entschädigung zu­ge­spro­chen. Die Kinder waren in der Schule (Anm.: in der Ge­meinde Gyöngyöspata) jah­re­lang getrennt von den anderen unter­richtet worden und durften nicht am Schwimm­unterricht und an Aus­flügen teil­nehmen. Getrenn­ter Unterricht auf­grund von Herkunft ist in Ungarn illegal. Das Ge­richt bestätigte damit das Urteil der Vor­instanz, das Minister­prä­si­dent Orbán als „un­gerecht“ be­zeich­net hatte. Die Klage gegen die Grund­schule und die kom­munalen Behörden hatte eine Kinder­rechts­organisa­tion (Anm.: Chance for Children Foundation) im Namen der betrof­fenen Familien ge­führt. Ihnen steht nun eine Entschädigung von um­ge­rech­net knapp 300.000 Euro zu.

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NS-Zeit: Wissenslücken bei Wiener Schülern

Mai 10th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Wissenschaft

Schulexkursion nach Mauthausen (Foto: AHS Friesg., 2019)Wiener Studie zeigt: Schülerinnen und Schüler der 9. Schul­stu­fe ha­ben ek­la­tan­te Wis­sens­lü­cken zu NS-Zeit und Ho­lo­caust. Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um stellt Ver­bes­serungen in Lehr­kräf­te­aus­bil­dung und -fort­bil­dung in Aus­sicht.

Eine repräsentative Befragung von Schülerinnen und Schülern, die das Zentrum für Politische Bildung im Auftrag der Arbeiterkammer an Wiener Schulen durchgeführt hat, förderte eklatante Wissenslücken zur Zeit der NS-Herrschaft zutage. Das berichtet das Magazin Profil, dem die noch nicht publizierten Studienergebnisse bereits im Detail vorliegen, in seiner aktuellen Ausgabe. Befragt wurden 1.185 Schülerinnen und Schülern der 9. Schulstufe an AHS, Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) und Polytechnischen Schulen (PTS). 81 Prozent von ihnen konnten mit dem Begriff „Antisemitismus“ nichts anfangen, und nur ein Drittel weiß, wie die Nazi-Partei hieß (wobei auch das Parteikürzel NSDAP als korrekt gewertet wurde). Auch in Gymnasien lag der Anteil der richtigen Antworten hier nur bei 48 Prozent (BHS: 37 Prozent, an den BMS: 20 und an den PTS: 12 Prozent).

Noch größere Wissenslücken zeigten die Jugendlichen bezüglich des Novemberpogroms 1938. Profil schreibt: „Von den AHS-Schülern konnten laut Studie nur 20,3 Prozent eine ausreichende Definition des Pogroms anführen; in 33 Prozent der Fälle war die Definition unzureichend, knapp die Hälfte hatte gar keine Antwort parat. Read the rest of this entry »

Amnesty: Tschechien diskriminiert Roma

April 16th, 2020  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Amnesty International: Neuer Menschenrechtsbericht kritisiert Roma-Benachteiligung in TschechienAmnesty International kriti­siert Tsche­chi­en we­gen Dis­kri­mi­nie­rung von Roma

In Tschechien werden Roma weiterhin diskri­mi­niert, und das vor al­lem auf dem Wohnungs­markt und in der Bildung. Die­sen Schluss zieht Am­nesty Inter­national im neues­ten Bericht zum Stand der Menschen­rechte in Europa (→Download). Dem­nach kom­men in den Bil­dungs-Son­der­program­men (Anm.: den frü­he­ren Sonderschulen) fast 29 Pro­zent der Kinder aus der Roma-Min­derheit. In den regulä­ren Schulen läge ihr Anteil aber nur bei vier Pro­zent, hieß es. Amnesty Inter­national äu­ßert sich in dem neues­ten Bericht aber auch be­sorgt über die Pläne, den Zugang zu Miet­zuschüssen zu er­schwe­ren. Read the rest of this entry »

APuZ-Themenheft: Politische Bildung

März 31st, 2020  |  Published in Jugend & Bildung, Medien & Presse, Politik

Aus Politik und Zeitgeschichte: Politische Bildung (2020)Aus Politik und Zeitgeschichte (14–15/2020):

Politische Bildung

Die Konjunktur rechtspopulistischer Ideen und die zu­neh­mend offen vor­getra­genen men­schen­feind­li­chen und revi­sionis­tischen Ein­stellungen haben die politi­sche Bildung in den ver­gan­genen Jahren vor Heraus­for­derun­gen ge­stellt. Was be­deutet die Ver­schär­fung der Debatten für Lehrende in Schulen und außer­schu­li­schen Bildungs­ein­rich­tungen? Wie kön­nen und sollen sich Päda­go­ginnen und Päda­gogen zu gesell­schaft­lichen und politi­schen Konflikt­lagen po­sitio­nieren? Wann ist Zurück­haltung ge­bo­ten? Und wann gilt es, eine klare Haltung für oder ge­gen et­was zu zeigen? Um pädagogi­sches Handeln auch bei gesell­schafts­politi­scher Polarisierung zu er­mög­lichen, müs­sen Lehrende ge­gen etwaige Ein­schüch­terun­gen ge­wapp­net sein. Denn in Schulen und außer­schuli­schen Bildungs­institutionen wer­den nicht allein Fähig­keiten, Wissens­be­stände und Werte ver­mittelt, son­dern zu­gleich die Grund­lagen unse­res zu­künf­tigen Zusammen­lebens aus­gehandelt.

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Riem Spielhaus über Roma in Schulbüchern

März 24th, 2020  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

In alten Schulbüchern fallen rassistische und stereotype Darstellungen leichter auf - aber auch heutige Schulbücher reproduzieren sie. (Quelle: flickr.com/Nina Stössinger via rdl.de)Darstellung von Roma in Schulbüchern: Die größte euro­pä­i­sche Min­der­heit ist im Schul­un­ter­richt eine Un­be­kannte

Radio Dreyeckland, Morgenradio, 23.3.2020
→Anhören, 8.05 Min. (mp3)

Rassistisches Denken ist sehr oft mit Stereotypen ver­knüpft. Erste Stereo­type lernen wir be­reits in der Schule, in unse­ren Schul­büchern. Riem Spielhaus ist Pro­fes­so­rin für Islam­wissen­schaft an der Univer­si­tät Göttingen. Au­ßer­dem leitet sie die Abtei­lung „Wissen im Um­bruch“ des „Ge­org-Eckert-Insti­tuts für in­ter­na­tio­na­le Schul­buch­forschung“ (Link). Sie hat sich an­geschaut, wie Roma in euro­päi­schen Schulbüchern dar­ge­stellt werden. Sie sind die größ­te euro­päische Minder­heit; rund 10 bis 12 Millio­nen leben nach Schätzun­gen des Europa­rats in Europa. In Schul­büchern kom­men sie trotz­dem kaum vor. Die Geschichts-, Politik- und Sozial­kun­de­bücher in 21 euro­päi­schen Ländern er­wäh­nen Roma nur rund 800 Mal. Demo­graphi­sche Daten und ihre Ver­folgung zu Zeiten des National­sozia­lis­mus stünden dann im Vor­der­grund. Als Einzel­personen mit Namen und indivi­duel­lem Lebens­verlauf ler­nen Schü­ler/in­nen sie hin­gegen kaum ken­nen, sagte Riem Spielhaus im Inter­view mit Isabel.

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Broschüre „Bildungsaufbruch gestalten“

März 16th, 2020  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung

UnterrichtsmaterialDeutschland: Unterrichtsmaterial über Sinti und Roma ver­öf­fent­licht

Die Broschüre „Bildungsaufbruch gestalten“ beinhaltet fächer­über­grei­fen­des Unterrichts­material zum Thema Sinti und Roma. Neben Hinter­grund­infor­ma­tio­nen zu Geschichte und der Sinti und Roma und einer „Begriffs­klärung“ wer­den Auf­gaben­blätter zu den The­men: Geschichte, Kunst, Kultur und Gesell­schafts­politik als Kopier­vorla­gen bereit­ge­stellt. Die Auf­ga­ben­blätter sind be­wusst so ge­stal­tet, dass diese sowohl fächer­über­greifend als auch in ver­schie­denen Alters­stufen und Schul­formen ein­gesetzt werden kön­nen. Zielgruppe sind Multi­plika­torInnen wie Lehrkräfte aller Schul­formen, Päda­gogInnen so­wie alle Per­sonen, die sich für Schule, Bildung und den Themen­bereich Sinti und Roma in­teres­sieren.

→Die Broschüre ist kostenfrei zu bestellen unter: Big@madhouse-munich.com
oder online abzurufen unter www.diakonie-hasenbergl.de (pdf).

Derzeit arbeitet das Team mit „BiG 2“ an der Konzeption von Fort­bildungs­ange­boten für Lehrkräfte und Päda­go­gInnen zu dem Thema. Neben einer Ein­führung in die prak­ti­schen Anwendung der Unterrichts­materialien soll es hierbei ins­besondere um die Geschichte und die ak­tuelle Situa­tion von Sinti und Roma in Deutschland und Europa so­wie um eine Sensibi­li­sierung be­züg­lich Antiziganismus in der Bildungsarbeit gehen.

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Roma-Urteil: Orbán ignoriert Rechtsstaat

Februar 19th, 2020  |  Published in Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Viktor Orbán 2018 beim Treffen der Europäischen Volkspartei (EPP) in Brüssel (Foto: EPP/CC BY 2.0)Zentralrat: Aussagen Orbáns zum Debre­ce­ner Segre­ga­tions­ur­teil ne­gie­ren den Rechts­staat und sind eine Be­dro­hung für die Demo­kra­tie in Ungarn

Anlässlich der alljährlichen Pressekonferenz von Minister­prä­si­dent Viktor Orbán am 9. Ja­nuar 2020 stellte Orbán offen ein Urteil des Debre­cener Beru­fungs­gerichts in Frage, welches den ungari­schen Staat bereits im Sep­tember 2019 zu Schaden­ersatz­zahlun­gen für die rechts­widrige segre­gierte Beschulung von Roma-Kin­dern im ost­ungari­schen Ort Gyöngyöspata ver­urteilt hatte. Gegen diese Ent­scheidung des Gerichts ist die Stadt Gyöngyös­pata vor das Oberste Bundes­gericht in Ungarn ge­zogen. Orbán will als Minis­ter­präsident jetzt direkt Einfluss auf die Ent­scheidung des Obersten Gerichts­hofes nehmen, indem er in der Frage eine „Natio­na­le Konsultation“ an­kündigte, da das Urteil „das Rechts­empfinden der Bürger“ ver­letzen würde. Dabei sug­ge­rierte er in zynischer Ver­kehrung der Tat­sachen, dass nicht die Roma-Kinder die Ge­schädigten seien, son­dern viel­mehr die Bürger von Gyönygös­pata, die nicht ver­stehen würden, „dass eine ethnische Minder­heit (…) eine statt­liche Summe be­kommt, ohne irgend­wie dafür ge­arbeitet zu haben“. Die „Nationa­len Konsultationen“ der Regierung be­stehen aus Frage­bögen, die an alle Haushalte in Ungarn ver­schickt werden und suggestiv for­mu­lierte Fragen ent­halten, die auf die Bestä­tigung der Regierungs­politik ab­zielen.

„Mit diesen Aussagen schürt Viktor Orbán nicht nur in un­verant­wort­li­cher Weise Ressen­timents gegen die Minder­heit. Der Regie­rungs­chef recht­fertigt gleich­zeitig das staatliche Ver­sagen bei der Durch­setzung einer gleich­berech­tigten Bildungs­teilhabe für Roma in Ungarn“, so der Zentral­rats­vor­sit­zen­de Romani Rose heu­te. Trotz ihres gesetz­lichen Verbots im Jahre 2003 ist die schulische Segre­gation von Roma-Kindern in Ungarn nach wie vor weit ver­breitet. Wenn­gleich diese Praxis von ungari­schen Gerichten mehr­fach als ver­fassungs­widrig verurteilt und auch von der Europäi­schen Kom­mis­sion gerügt wurde, scheitert die gemein­same Beschulung häufig am Wider­stand der lokalen und nationalen staat­lichen Behörden sowie der Lehrer und Eltern aus der Mehr­heits­gesell­schaft. „Indem Orbán sich jetzt offen gegen das Urteil des Debrece­ner Berufungs­gerichts stellt, legiti­miert er diese rechts­widrige Praxis“, so Rose weiter. „Wenn ein Regie­rungs­ober­haupt Anwei­sung gibt, rechts­kräftige Gerichts­entschei­dungen nicht zu voll­strecken und gleich­zeitig an­kündigt, das Urteil der Obersten Gerichts­hofes durch eine Volks­befra­gung er­setzen zu wollen, dann setzt er damit den Rechts­staat außer Kraft. In einem Rechts­staat fällen Gerichte ihre Urteile auf der Basis von Gesetzen und nicht auf der Grund­lage eines von Rassisten auf­ge­putsch­ten Volks­empfindens“, so der Zentral­rats­vor­sitzende. Read the rest of this entry »

Studie über Roma in Schulbüchern

Februar 15th, 2020  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Roma in Lehrplänen und Schulbüchern (BIld: bvsg-nu.info)Neue Studie zur Darstel­lung von Roma in euro­pä­i­schen Lehr­plä­nen und Schul­bü­chern

In einer ersten Sichtung von Lehrplänen und Schul­bü­chern für die Fächer Geschichte, Poli­tik- und Sozial­kunde sowie Geo­graphie in 21 euro­päi­schen Ländern und Kosovo legen der Europa­rat, der Roma-Edu­cation Fonds und das Ge­org-Eckert-Ins­ti­tut/Leib­niz-Ins­ti­tut für inter­natio­nale Schul­buch­for­schung die Ergeb­nisse einer gemein­sa­men Studie vor. Dabei wurden 850 Bücher darauf­hin unter­sucht, wie häu­fig Roma in ihnen er­wähnt werden, in wel­chen thema­ti­schen Zu­sammen­hängen sie vor­kom­men und welche Bilder dabei ver­mit­telt werden.

Stereotype Darstellungen von Musikern, Tänzerinnen und ungewasche­nen Kindern als Roma, bilden die Nor­malität. Auch wenn Schulbücher in den meis­ten euro­päi­schen Ländern Roma wenig und in stereo­typi­sie­ren­der Form thema­ti­sie­ren, gibt es eine Reihe von An­sätzen, die sich da­von ab­hebt. „Wenn Schulbücher ein­mal mehr als ein Wort oder einen Satz über Roma be­inhal­ten, dann häufig in Passiv­kon­struk­tio­nen. Das es auch anders geht, zeigt ein ungari­sches Ge­schichts­schulbuch, das nicht nur die Ver­nich­tung von Roma im Zwei­ten Weltkrieg erwähnt, sondern dabei auch den Namen nennt, den der Völker­mord in der Zeit des Natio­nal­sozia­lis­mus in der Sprache der Roma, dem Roma­nes, hat: Porajmos“, er­klärt die Bil­dungs­for­scherin Prof. Dr. Riem Spielhaus vom Ge­org-Eckert-Ins­titut.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass Roma vor allem in Über­blicks­kapiteln über die Bevöl­ke­rungs­zusam­men­setzung oder den Massen­mord im Zwei­ten Weltkrieg er­wähnt werden und dabei häufig namen­los bleiben. Nur sehr weni­ge Schulbücher gehen auf die aktuelle Lebens­situa­tion von Roma ein. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (268)

Januar 30th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung

1930 bis 1938 bestand im süd­bur­gen­län­di­schen Stegers­bach eine ein­klas­si­ge Apart­heids­schu­le nur für Ro­ma­kin­der („Zi­geu­ner­schu­le“).

(Quelle)

„Elses Geschichte“ als interaktive Lernseite

Januar 17th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher

Elses GeschichteSeit dem Erscheinen des Kinder- und Jugendbuchs „Elses Ge­schichte“ von Michail Krausnick im Jahr 2007 hat die Ge­schichte der klei­nen Else Schmidt die Herzen vieler Men­schen berührt. Eine Geschichte, die die Schrecken der Nazi-Zeit mit einem gren­zen­losen und men­schen­ver­ach­ten­den Hass, der selbst vor Kindern keinen Halt machte, ge­nauso ein­dring­lich schil­dert wie das mutige Ver­hal­ten Einzelner, das Leben rettete. Else Schmidt hat dank ihres Pflege­vaters Emil Matulat über­lebt. Ihre Ent­lassung aus dem Kon­zentra­tions­lager gleicht einem Wunder. Doch das Erlebte hat tiefe Spuren und ein zer­stör­tes Men­schen­leben hinter­lassen.

Sie erinnert uns an die schwächsten der Opfer von Rassismus, Gewalt und Krieg: die Kinder. Sie ver­pflich­tet uns, heute nicht weg­zu­schauen, wenn Kinder zu Opfern wer­den und unse­re Hilfe brau­chen, und Kinder mit dem Ver­trauen in das Gute auf­wach­sen zu lassen.

Auf der Website www.elses-geschichte.de zusam­men­ge­stell­te In­for­ma­tio­nen möch­ten Leserin­nen und Leser bei der Be­geg­nung mit »Elses Geschichte« un­ter­stützen. Die »Hinter­grund­informa­tio­nen« bieten eine Ein­ordnung der Erzählung in den his­tori­schen Kon­text mit weiter­füh­ren­den Links und Lite­ra­tur­anga­ben. Die »Pädago­gi­schen Materialien« lie­fern An­regun­gen und Arbeits­mate­ria­lien für eine ver­tie­fende Aus­einander­setzung bei der Lektüre des Buches mit Kindern und Jugend­lichen. Read the rest of this entry »

„Hier sind wir alle gleich“

Oktober 30th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Sport

uefaUEFA: Der Fußball bietet den beiden jung­en Roma Nicușor „Beto“ Vasile und Raluca Petre, die in einem be­nach­tei­lig­ten Vier­tel in der ru­mä­ni­schen Haupt­stadt Bu­ka­rest leben, eine neue Zu­kunfts­per­spek­tive.

UEFA, 22.10.2019: Jeden Monat berichtet die UEFA im Rah­men ihrer Kam­­pag­ne #Equal­Game über eine Per­­son aus einem ihrer 55 Mit­glieds­ver­bände. Sie alle sind Bei­spiele da­für, wie der Fuß­ball In­klu­sion, Zu­gang zum Sport und Viel­falt för­dert und dass Be­hin­de­rung, Reli­gion, sexuel­le Orien­tie­rung, ethni­sche Zu­gehörig­keit und soziale Her­kunft kein Hin­dernis sind, Fuß­ball zu spie­len und Spaß daran zu haben.

Zwei junge Roma aus der rumänischen Hauptstadt Bu­ka­rest schau­en zu­ver­sicht­lich nach vorne und nutzen dabei Fuß­ball als Instru­ment für ihre per­sön­liche Ent­wick­lung. Nicușor „Beto“ Vasile (13) und Raluca Petre (14) le­ben in Ferentari, einem be­nach­teilig­ten Viertel in Bukarest. Beto wohnt zu­sam­men mit seiner Mut­ter und drei Brü­dern in einem ein­zi­gen Zimmer, wäh­rend Raluca mit ihren Eltern, drei Brü­dern und zwei Schwes­tern lebt. Ihr Leben hat sich deut­lich ver­bessert, seit­dem sie den loka­len „Alter­na­tive Education Club“ (AEC) be­su­chen – dieses Pro­jekt wird vom Zentrum für Roma und Min­der­heiten durch­geführt. Im Rah­men ver­schie­de­ner Ak­tivitä­ten wie Fußball wird den jun­gen Men­schen ver­mittelt, wieder Hoff­nung und den Glau­ben an einer bes­sere Zu­kunft zu be­kommen.

Beto und seine Familie leben in einem Raum ohne Strom­ver­sor­gung. „Das Leben ist nicht wirk­lich leicht in meinem Viertel. Es ist eigent­lich sogar ziem­lich schwer“, er­klärt Beto, der mit acht Jahren be­gon­nen hat, Fußball zu spie­len. Read the rest of this entry »

25 Jahre Bgld. Minderheitenschulgesetz

Oktober 23rd, 2019  |  Published in Jugend & Bildung, Romani

Festakt und Podiumsdiskussion an der Pädagogischen Hochschule in Eisenstadt (Foto: ORF:at)Das Burgenland feiert dieser Tage 25 Jah­re Min­der­hei­ten­schul­ge­setz. Das Ge­setz von 1994 gilt als Mei­len­stein in der Ge­schich­te des mehr­spra­chi­gen Schul­we­sens. Seit­her kön­nen alle bur­gen­län­di­schen Schü­ler, wenn sie wol­len, die Volks­grup­pen­spra­chen er­ler­nen.

Der Staatsvertrag aus dem Jahr 1955 sichert den Volksgruppen in Österreich das Recht auf sprach­li­che Bildung zu. Die Um­set­zung die­ses Rechts war aber immer we­ni­ger zeit­gemäß, denn im Burgenland gab es bis Anfang der 1990er Jahre fest­ge­legte Schul­stand­orte in den Ge­mein­den der Volks­gruppen, an de­nen zwei­sprachig unter­rich­tet wurde. Ein Problem war, dass durch Zuzug, Misch­ehen und An­pas­sung in vie­len Familien zu­neh­mend Deutsch ge­spro­chen wurde. Der ver­pflich­tende zwei­sprachi­ge Unterricht wur­de dort schwie­riger, andern­orts gab es hin­gegen für Kroatisch, Ungarisch und Romanes gar kein An­gebot.

Gesetz gilt als Meilenstein im Minderheitenschulwesen

Das Minderheitenschulgesetz von 1994 sei ein Meilenstein, sagte Karin Vukman-Artner, die Lei­terin der Ab­teilung Min­der­heiten­schulwesen in der Bildungsdirektion Burgenland. Man sei damit mehr oder weniger aus der Beliebigkeit herausgekommen und habe eine gesetzliche Grundlage geschaffen, die zur damaligen Zeit wirklich modern gewesen sei und den Bedürfnissen der Volksgruppen sehr entgegengekommen sei, so Vukman-Artner.

Eltern können seither selber entscheiden, ob sie ihre Kinder vom zwei­spra­chi­gen Unterricht in den Volks­grup­pen­gemeinden ab­melden. Anderer­seits können bei Bedarf auch an allen an­de­ren bur­gen­län­di­schen Schul­stand­orten Volks­gruppen­sprach­klassen eröffnet werden. Heute sei es mög­lich, dass jede Schü­lerin und je­der Schü­ler im Burgenland eine Volks­gruppen­sprache er­lernt – sei es Ungarisch, Kroatisch oder Romanes, so Vuk­man-Art­ner.

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Wieder Romani-Schulunterricht im Burgenland

Oktober 19th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Romani

roman-kurs1In eigener Sache: Roma-Service bietet an zwei Schulen in Oberwart wieder Romani-Un­ter­richt als Un­ver­bind­li­che Übung (UVÜ) an. Ro­ma-Kin­der aus dem Raum Ober­wart un­ter­stützt der Verein zu­dem im Rah­men sei­ner täg­li­chen Außer­schu­li­schen Lern­be­treu­ung.

Roman-Unterricht | Romano-sikajipe

Mit Beginn des Schuljahres 2019/20 hat Roma-Service wieder den Unterricht an zwei Schulen auf­genom­men: An der Volks­schule Oberwart und der EMS Oberwart wird seit Sep­tem­ber Roman (Bur­gen­land-Romani) als Un­ver­bind­li­che Übung (UVÜ) durch­geführt. In der Übung wer­den den Kindern die Sprache Roman sowie die Ge­schich­te der Roma näher­ge­bracht. Der­zeit nehmen 13 Schü­lerin­nen und Schüler an der Übung teil. Dank dem Bur­gen­län­di­schen Min­der­heiten­schul­gesetz kann seit den 1990er Jah­ren Roman als Un­ter­richts­fach an­ge­boten wer­den (bisher in der Volks­schule Ober­wart, Volks­schule Unterwart, der Euro­päi­schen Mittel­schule Oberwart und im zwei­spra­chi­gen Bundes­gymna­sium in Ober­wart). Auch im Rah­men der Außer­schu­li­schen Lern­betreuung un­seres Vereins wird ein­mal wö­chent­lich Roman unter­richtet.
Le kesdipeha le ischkolakere berscheha 2019/20 o farajn Roma-Service papal o sika­jipe ande duj isch­koli upre lija. Andi flogos­keri ischkola Erba taj andi EMS Erba sajt sep­tem­beri Roman (Bur­gen­land-Ro­mani) ojs naphand­lo si­ka­jipe (UVÜ) kerdo ol. Ando sikajipe le tscha­venge i Romani tschib taj i histo­rija le Ro­mendar sik­lim ol. 13 isch­ko­lasch­tscha taj isch­kolaschkiji use ada sika­jipe use hi. Vasch o bur­genlan­di­tiko tschu­lipen­gero isch­kola­kero tscha­tschipe sajt o 1990te berscha Roman ojs sika­jipe kerdo schaj ol (dschi­jakana sina oda ando flo­goskere ischkoli Erba taj Tenu Erba, andi EMS Erba taj ando duj tschib­tschen­gero bun­dakero gim­nasi­jum Erba). Taj te ando sik­lipe pal i ischkola ama­re faraj­nistar jef­kar ando kurko Roman si­kado ol.

Außerschulische Lernbetreuung | Siklipe pal i ischkola

Vor drei Jahren übernahm Roma-Service die Lernbetreuung des Vereins Roma in Ober­wart und si­cherte so deren Fort­füh­rung. Das För­de­rungs- und Be­treu­ungs­ange­bot rich­tet sich in ers­ter Linie an Roma-Kin­der im Alter von 6 bis 15 Jah­ren in Oberwart und Um­ge­bung (Kleinbachselten, Großpetersdorf, Stegersbach, Unterwart). Die Kin­der wer­den täg­lich mit dem Vereins­bus ab­geholt und er­hal­ten Förder­unter­richt und Unter­stützung bei ihren Auf­gaben. Read the rest of this entry »

Neuer Studiengang Romanes in Prešov

Oktober 12th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Romani, Wissenschaft

Neuer Romani-Studienlehrgang in der Slowakei: Universität Prešov (Foto: UNIPO)Roma-Sprache und Roma-Literatur: Diesen Studien­gang hat die Universität im ost­slowa­ki­schen Prešov in diesem akade­mi­schen Jahr er­öffnet. Laut der Uni­ver­sitäts­spre­che­rin Anna Polačková sei es das Ziel, hoch­qua­lifi­zierte Lehrer vor­zu­bereiten und die Be­dürf­nisse des Bildungs­pro­zes­ses der natio­na­len Min­derheit zu decken. Vorerst mach­ten sich neun Stu­denten auf diesen Weg. Alexander Mušinka, Anthro­po­loge am Ins­titut für Roma-Stu­dien der Uni­­ver­si­tät, er­klärte, dass Romanes (auch Romani ge­nannt) als Sprache wie auch die Roma-Literatur als pä­da­go­gi­scher Lehrgang bis dahin nirgend­wo unter­richtet wurde. Am nächs­ten war die Mög­lich­keit, es als sprach­wissen­schaft­li­ches Fach an der Prager Karls-Uni­versität zu stu­dieren. Des­halb sei auch die Zahl der Experten auf diesem Gebiet be­grenzt. Ein Teil der Päda­gogen des neuen Lehr­gangs in Prešov sei be­reits hoch­qualifi­ziert. Das Team werde nach und nach ge­bildet, sagt Alexander Mušinka: „Einer un­serer weite­ren Pläne ist es, die Kom­bina­tion Sprache und Literatur auf die Pri­mar­stufen­päda­gogik aus­zu­dehnen. Darüber hinaus soll ein Er­weiterungs­studium für die Ab­sol­ven­ten-Pä­da­gogen ein­ge­richtet werden, die schon lehren. Sie könn­ten sich in der Roma-Sprache und der Roma-Literatur wei­ter­qua­li­fi­zie­ren.”

Die Absolventen des neuen Studienprogramms werden sowohl Romanes als auch Roma-Li­tera­tur lehren kön­nen. Der Rektor der Uni­ver­sität Prešov, Peter Kónya, be­merkte, dass die Sprache der Roma in der Slowakei noch keine Pflicht­sprache ist, je­doch an einigen Grund­schulen unter­richtet wer­den kann. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (243)

Oktober 3rd, 2019  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

Der Kindergarten des nord­slo­we­ni­schen Ro­ma­dorfs Pušča wur­de 1962 als ers­ter Ro­ma-Kin­der­gar­ten Ju­go­sla­wi­ens er­öff­net und gilt heu­te als bei­spiel­ge­bend.

(Quelle)

Facts & Figures (239)

August 31st, 2019  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

Aufgrund fehlender Pa­pie­re als „staa­ten­los“ klas­si­fi­zier­te Ro­ma-Kin­der dür­fen in Ser­bi­en zwar zur Schu­le ge­hen, aber kei­nen Schul­ab­schluss er­lan­gen.

(Quelle)

Facts & Figures (228)

Juni 29th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Italienische Hilfsorganisationen berichten, dass Neofaschisten der „Casa Pound“ Roma-Kindern in Rom im Nov. 2014 den Zutritt zur Schule versperrten.

(Quelle)

MOSS: Jugendcoaching im Südburgenland

Mai 17th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung

MOSSPilotprojekt Mobiler One-Stop-Shop (MOSS) Südburgenland

Was ist der Mobile One-Stop-Shop?
Der „Mobile One-Stop-Shop“ (MOSS) ist ein individuelles und bedürfnis­orien­tier­tes Bera­tungs- und Unter­stüt­zungs­an­gebot für Jugend­liche im Alter von 15 bis 24 Jahren in der Region Süd­urgen­land. Das An­gebot rich­tet sich an Jugend­liche, die sich we­der in Aus­bildung, Be­schäf­ti­gung oder Schu­lung be­fin­den, sowie an de­ren Eltern, Bezugs­per­so­nen und Multi­pli­ka­tor/in­nen im regio­nalen Lebens­umfeld. In Ko­opera­tion mit Ge­mein­den, Vereinen und regio­nalen Ver­tre­terin­nen und Ver­tre­tern sol­len Jugend­liche da­zu er­mu­tigt wer­den, das Bera­tungs­ange­bot des „Mobi­len One-Stop-Shops“ in ih­rem ge­wohn­ten Lebens­umfeld in An­spruch zu neh­men. Vor­rangi­ges Ziel ist eine nach­haltige und erfolg­reiche An­bindung und (Re-)In­tegra­tion süd­burgen­län­di­scher Jugend­licher in ein weiter­führendes Aus­bil­dungs- bzw. Be­schäf­ti­gungs­ver­hältnis.

Was wird angeboten?
Die Berater/innen sind vor Ort und somit auch in Ihrer Ge­mein­de tä­tig. MOSS bietet Ihnen:

  • kostenlose Jugend- bzw. Elternberatung zu  den Schwerpunkten Aus- und Weiter­bil­dung, Sucht­prä­ven­tion, Gesund­heit und Er­näh­rung, Um­gang mit Gewalt, Social Media
  • Organisation und Durchführung von Informationsveranstaltun­gen, Work­shops und Ak­tions­tagen zum Thema Jugend, Aus­bildung und Be­schäf­ti­gung
  • Schnittstellen- und Vermittlungsfunktion zu Gemeinden, Vereinen, Schulen und Insti­tu­tio­nen

Selbstverständlich ist auch eine Übernahme des/der Jugendlichen in das Pro­jekt Jugend­coaching von „RETTET DAS KIND – Bur­gen­land“ mög­lich.

Kontakt: Read the rest of this entry »