Jugend & Bildung

Antiziganismus auf kommunaler Ebene

April 27th, 2024  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Broschüre: Institutioneller Antiziganismus auf kommunaler EbeneInstitutioneller Antiziganismus auf kommunaler Ebene – Ein­führung und Praxis­per­spek­ti­ven aus der Bil­dungs­ar­beit mit Be­hör­den­mit­ar­bei­ten­den

Eine Handreichung des Bildungsforums gegen Anti­zi­ga­nis­mus für Mul­tip­li­ka­tor*in­nen aus Ver­wal­tung, So­zia­ler Ar­beit und Bil­dungs­ar­beit, Berlin/Hei­del­berg 2023 (36 S.)

→Hier bestellen (E-Mail) | →Download (pdf)

Antiziganismus äußert sich nicht nur durch individuelle Einstellun­gen, Haltungen und daraus resul­tie­rende Handlun­gen. Rassismus gegen Sinti* und Roma* voll­zieht sich häufig auch auf der Ebene von gesell­schaft­lichen Institu­tionen und Orga­nisa­tionen, die mehr sind als die bloße Summe indivi­dueller Handlungen. Bei institu­tio­nel­len Formen des Anti­ziganis­mus kommen unter ande­rem Hand­lungs­routinen, Ver­fahrens­regelun­gen und Arbeits­kulturen zum Tragen, die zu einer Praxis der syste­mati­schen Ungleich­behand­lung von Sinti* und Roma* führen.

Die Existenz von institutionellem Antiziganismus bestätigte sich jüngst erneut durch den erst­mals ver­öffent­lich­ten Jahres­bericht der bun­des­weiten Melde- und Infor­mations­stelle Anti­ziganismus (MIA). Ein zentrales Er­gebnis des Berichts ist, „dass bei etwa einem Drittel der Fälle die Ver­ant­wort­li­chen für den Anti­ziganismus nicht als Privat­per­sonen handelten, sondern sich in einer bestimm­ten Rolle oder Funktion be­fanden – z.B. Poli­zist*in­nen, Sach­be­arbeiter*in­nen von Job­centern oder Jugend­ämtern, Personen in politi­schen Ämtern wie Bürger­meister*in­nen oder Mandats­trä­ger*in­nen“.

Mit der vorliegenden Handreichung, die in Zusammenarbeit des Bildungs­forums gegen Anti­ziganis­mus des Doku­menta­tions- und Kultur­zentrums Deutscher Sinti und Roma mit dem Forschungs­institut Gesell­schaft­licher Zu­sammen­halt und dem Zentrum für Anti­semitismus­forschung an der Tech­ni­schen Universität Berlin ent­standen ist, wird ein Schwer­punkt auf institu­tionellen Anti­ziganismus auf der kom­munalen Ebene gelegt. Die Broschüre der Autor*in­nen Tobias Neuburger, Georgi Ivanov und Sara Pasquali rich­tet sich ins­beson­dere an Multi­plika­tor*innen aus der Ver­waltung, der Sozialen Arbeit sowie dem Bereich Bildung. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (508)

April 7th, 2024  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

In den aktuellen Grundschul-Lehrplänen in Serbien kom­men Roma kein ein­zi­ges Mal vor, in den Schul­bü­chern höchs­tens als nu­me­ri­sche An­gabe.

(Quelle)

Jahrestagung des Forum4Burgenland

März 23rd, 2024  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 22.3.2024 | 7:20 min

Durchgängiges Lernen der Volksgruppensprachen – Flogos­ke­re grup­nen­gere tschib­tscha min­dig te siklol

O Forum schtar Burgenland uso talalinipe Sikadipe schtar Burgen­land but tschib­tschen­gero vakeripe Tikne Martonate akartscha. Ando fokos le talali­ni­pestar terdschol ada bersch i tema le flogos­kere tschib­tschendar ando sikadipe ando Burgenland – usar i tscha­vengeri bar dschi usi matura. O talali­nipe kesdinel jeke pilot­projek­tiha la badar­kijatar Andrea Bicsar pedar „Natürlich mehrsprachig“ andi koja elementar­pedagogik. Paloda o nevo sikadipeskero projekto „mi4mi“la Karin Gregorichatar, Susanne Huber taj Elena Steiger angle­tertschar­do ulo. Jek inter­aktivi materi­jalen­gero workshop le khero­da­schenge angle tertschardo ulo. O ar kertscha le ada­bersches­kere talali­ni­pestar „Csörge“ le burgen­landi­tike ungrike kulta­rekere faraj­nistar, i flogos­keri kheli­peskeri grupn taj i Tamburizza le duj tschib­tschen­gere gim­nasiju­mistar Erba, telal o schero le magis­ter­kijen­dar Marianne Seper taj Stefanie Karall.

Das Forum4Burgenland ist ein Bildungsforum der Privaten Päda­go­gi­schen Hochschule Bur­gen­land (PPH Burgenland), der Bildungs­direk­tion Burgenland und der burgen­län­di­schen Volks­gruppen der Burgen­land­kroaten, Roma und Ungarn. Es wurde 2019 mit dem Ziel ge­gründet, die Volks­gruppen­sprachen in der öffent­lichen Wahr­nehmung sicht­barer zu machen, sie im Bildungs­bereich zu stärken bzw. die bereits be­ste­hende Zu­sammen­arbeit zu vertiefen und zu insti­tutio­na­li­sieren. Dabei werden Synergien u.a. für die Er­stellung von Schulbüchern, Unter­richts­behelfen und gemein­samen Publika­tionen sowie deren Evaluie­rungen in Forschungs­pro­jekten genutzt. Ebenso werden die Nutzung von Förderungen für ge­mein­same Projekte sowie die Ko­operation bei öffent­lichen Ver­anstaltun­gen inten­siviert. Bezug­nehmend auf die vier Sprachen des Burgen­landes wurde der Name „Forum4­Bur­gen­land“ für das Forum gewählt. Die Jahres­tagung 2024 fand am 21. März in Eisenstadt statt.

Bereits am 16. März 2024 lud die Private Pädagogische Hochschule Burgenland alle In­teres­sierten ein, sich über ihre Lehramts­studien zu infor­mieren. Die Be­su­cher:in­nen hatten die Gelegen­heit, sich aus erster Hand über Lehramts­studien, Anmelde­modali­täten und Berufs­möglich­keiten zu er­kundigen. Read the rest of this entry »

Roman-Unterricht bei Verein Roma-Service

Februar 23rd, 2024  |  Published in Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Romani

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 19.2.2024 | 4:54 min

Romani: Sikadipe ando kher le farajn Roma-Ser­vice­jistar

Kaj tena i Romani tschib armerel khetan butscha­linuipe le faraj­niha Roma Erba taj le institu­tiha la tschib­tschakera visen­schoftiha upri uni­vers­iteta Gereci 1993 jek projekto kodi­ficirung taj didak­tisirung la Romana tschib­tschar kesdim ulo. Sajt septem­beri 1999 o Romani-sikadipe UVÜ ando isch­koli tel likerdo ol. Le isch­kola­kere kes­dipeha 2023/24 „UVÜ – Romani“ ando kher le farajn Roma-Ser­vice­jistar sikado ol. Uso sikadipe 16 tschave use hi.

Um den drohenden Sprachtod abzuwenden, wurde in Zusam­men­­arbeit des „Vereins Roma Oberwart“ mit dem Institut für Sprach­wissen­schaft an der Univer­sität Graz 1993 ein Projekt gestartet und mit der Kodi­fizie­rung (Beschrei­bung und Ver­schrif­tlichung) und der didak­tischen Umsetzung (Vor­berei­tung von Unterrichts­mate­ria­lien) des Romani be­gonnen. Seit Sep­tember 1999 findet an der Volksschule Oberwart Roman-Sprach­unter­richt in Form von Un­ver­bindli­chen Übungen (UVÜ) statt. Mit dem Schuljahr 2023/24 findet die „Unv­erbind­liche Übung Romani“ in den Räum­lich­keiten des Vereins Roma-Ser­vice statt. 16 Kinder nehmen daran teil.

Roman ist als Sprache der burgenländischen Roma haupt­säch­lich im Burgenland ver­breitet und ein wichtiger Bestand­teil des Kultur- und Sprach­erbes der dortigen Roma. Read the rest of this entry »

„EduBox“ (Slowakei)

Februar 16th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung

Projekt EduBox, Slowakei (Foto: EduBox)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

2021 war das Projekt EduBox aus der Slowakei für die SozialMarie nominiert. EduBox unterhält ein Nachhilfezentrum und sorgt mit­hilfe Frei­williger aus einem Gym­nasium in Bratislava für Lern­hilfe, Betreu­ung und Freizeit­akti­vi­täten für Roma-Kinder. Das Projekt bringt dabei Gymnasial­schüler aus der Stadt und Roma-Kinder aus der klei­nen Ge­mein­de Lozorno zu­sammen.

Projektträger: The Path of the Youth (Cesta mladých)

Herausforderung: EduBox bekämpft die Ungleichheit in der Bildung durch gemein­schaft­liche Inter­ventio­nen zwi­schen Roma- und Nicht-Ro­ma-Ge­mein­schaften in der Slowakei. Nur 51 % der Roma-Kin­der setzen ihren Bildungsweg bis zur Sekundar­schule fort. Dies hat negative Auswirkungen auf ihr Leben und ihre Zukunfts­chancen. EduBox geht auch gegen Rassismus und Fremden­feind­lich­keit gegen­über der Roma-Min­der­heit vor.

Idee: EduBox gründete ein Nachhilfe­zentrum, um Roma-Ju­gend­li­che aus Lozorno und Gym­nasias­ten aus Bratislava zu­sammen­zu­bringen. Wir bieten Nachhilfe­unter­richt und außer­schuli­sche Akti­vitäten an und bereiten kleine Kinder auf den Kindergarten vor. Wir bauen Ver­trauen auf, indem wir Bezie­hungen zu Roma-Ge­mein­schaften auf­bauen.

Akteur*innen: Wir arbeiten mit Kindern aus der Roma-Ge­mein­schaft in Lozorno und Schülern des zwei­sprachi­gen „C.S. Lewis-Gym­na­si­ums“ in Bratislava. Die Schülerin­nen und Schüler des Gymna­siums unter­richten und betreuen Roma-Kinder und orga­nisieren Akti­vitäten. Zu den EduBox-Frei­willigen gehören auch Lehrer und Mitglieder der Roma-Ge­meinschaft in Lozorno. Die Gemeinde Lozorno leistet auch finan­zielle Unter­stützung für den Unterhalt des kom­mu­nalen Lern­zentrums.

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„From Us to You Extra“ (Ungarn, Slowakei)

Februar 12th, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

From Us to You Extra (Foto: Tőlünk Nektek via SozialMarie)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Eines der für die SozialMarie 2021 nominierten Projekte ist „From Us to You Extra“ („Tőlünk Nektek Extra“) aus Ungarn, das auch in der Region Bratislava in der Slowakei imple­men­tiert wurde. Das Pro­gramm ver­folgt einen Peer-to-Peer-An­satz für Jugend­liche, die selbst ge­stärkt werden, indem sie an­deren benach­teilig­ten Gemein­schaften helfen.

Projektträger: Élményakadémia Közhasznú Egyesület (Academy of Experience Pub­lic Be­ne­fit As­so­ci­ation)

Herausforderung: Soziale Ausgrenzung, schlechte Lebens­bedin­gungen und be­grenzte Chancen machen be­nach­teiligte Jugend­liche anfällig für Bildungs­lücken. Die Aus­grenzung, Segre­gation, Margi­na­li­sie­rung und Dis­krimi­nie­rung, mit denen diese Jugend­lichen kon­fron­tiert sind, bringen sie in die Gefahr von Krimi­nalität und schweren Ab­hän­gig­keiten.

Idee: „From Us to You Extra“ („Tőlünk Nektek Extra“) ist ein erfah­rungs­basie­rter und Peer-to-Peer-Lern­pro­zess, der über mehre­re On­line-Mo­dule orga­nisiert wird. Benach­tei­ligte Jugend­liche üben berufliche und lebens­prak­tische Fähig­keiten, indem sie anderen be­nach­teilig­ten Gemein­schaften helfen. Das Programm be­wahrt sie vor Schul­abbrü­chen und anderen lebens­ver­ändern­den Ent­schei­dungen.

Akteur*innen: Wir arbeiten mit benach­teilig­ten Jugend­lichen im Alter von 12 bis 30 Jahren aus Ungarn, der Slowakei, Rumänien und Schweden. Diese jungen Men­schen leben in Heimen, in extremer Armut oder gehören zu Roma-Ge­mein­schaf­ten. Be­nach­tei­lig­te, trau­ma­ti­sierte Jugend­liche werden von Gleich­altrigen mit ähn­lichem Hinter­grund an­ge­sprochen und nicht von er­wach­senen Experten.

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„Schritt für Schritt“ (Slowakei, 2021)

Februar 8th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung

eduRoma: ausgezeichnetes Bildungspojekt in der Slowakei (Foto: eduRoma)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Das Siegerprojekt „Schritt für Schritt“ („O krok pokrok“) bot benach­tei­lig­ten Ro­ma-Schü­lerin­nen und -Schü­lern in merheren Gemeinden in der Region Prešov/Slo­wa­kei wäh­rend der Pan­demie Nach­hilfe und Men­toring an, um den Kontakt zur Schule und zum Unter­richt auf­recht­zu­er­hal­ten. Das Pro­jekt wurde 2021 aus­ge­zeichnet.

Projektträger: eduRoma – Roma Education Project

Projektpräsentation 2021:
Herausforderung:
„Schritt für Schritt“ („O krok pokrok“) ist ein Kultur- und Bildungs­pro­gramm, das von Roma und Pro-Ro­ma-Ak­ti­vis­ten von eduRoma während der CO­VID-19-Pan­de­mie ge­gründet wurde. Laut der edu­Roma-Um­frage „How to stay close at dis­tance“ nahmen bis zu 70 % der Roma-Schü­lerin­nen und -Schüler nicht an On­line-Fern­kur­sen teil, und 60 % hatten wäh­rend der Pandemie keinen Kontakt zu ihren Lehr­personen.

Idee: „Schritt für Schritt“ bietet Nachhilfe und Mento­ring für Roma-Kin­der an, um ihren lang­fristigen Bildungs­erfolg wäh­rend der Pandemie zu gewähr­leisten. „Schritt für Schritt“ bietet Schu­lungen für Lehrer und Sozial­arbeiter an. Wir teilen unsere Er­fahrun­gen mit staat­lichen Institu­tio­nen, um gesetz­liche und syste­mati­sche Maß­nahmen zu ver­bessern.

Akteur*innen: Wir unterstützen 80 Schüler*innen aus Roma-Ge­mein­schaf­ten im Alter von 6 bis 16 Jahren. 12 Mentor*in­nen betreuen und fördern diese jungen Schüler*in­nen. Auch Lehr­personen und die Eltern der Kinder werden in das Programm ein­bezogen. Außer­dem infor­mieren wir die Öffent­lichkeit über die Un­gleich­heiten, von denen die Roma-Ge­mein­schaft be­troffen ist, indem wir in den Medien über das Projekt berich­ten. Read the rest of this entry »

„Inclusive Kindergartens“ (Budapest)

Januar 19th, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Sozialmarie: Inclusive Kindergartens (Foto: Rosa Parks Alapítvány)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Eines der Siegerprojekte der SozialMarie 2022 ist das unga­rische in­tegra­tive Bil­dungs­pro­gramm „In­clu­sive Kin­der­gar­tens“ („Befogadó óvodák“), das Roma- und Mig­ran­ten­kin­der im 8. Bezirk in Budapest un­ter­stützt und der Segre­ga­tion in den Kinder­gär­ten des Be­zirks ent­ge­gen­wirkt.

Projektträger: Rosa Parks Alapítvány (Rosa Parks Foundation)

Herausforderung: Die Diskriminierung der Roma-Ge­mein­schaft hat in Ungarn seit dem Amts­antritt der der­zeiti­gen Regie­rung im Jahr 2010 zu­ge­nommen. Die Reformen der öffent­lichen Bildungs­gesetz­gebung dieser Regie­rung haben die Mar­gina­lisie­rung und Segre­gation von Roma-Kin­dern in öffent­lichen Schulen weiter ver­stärkt. Wir arbeiten mit öffent­lichen Kinder­gärten zu­sammen, um integra­tive Bildungs­pro­gramme zu ent­wickeln und Roma- und Migran­ten­kinder sowie deren Eltern zu unter­stützen.

Idee: In Zusammenarbeit mit NGOs und der Stadt­verwaltung ent­wickelt „Inclu­sive Kinder­gartens“ („Befogadó óvodák“) nach­haltige Integra­tions­modelle und ein integra­tives Kinder­garten­system im achten Bezirk von Budapest. Das Projekt bietet nicht nur Unter­stützung für margi­nali­sierte Gemein­schaften an, son­dern orga­nisiert und imple­men­tiert auch insti­tu­tio­nelle Diver­sitäts- und Gleich­stellungs­pläne in allen öffent­lichen Kinder­gärten im 8. Bezirk.

Akteur*innen: „Inclusive Kindergartens“ arbeitet mit Kindern, die öffent­liche Kinder­gärten besu­chen, ihren Lehrern und Familien zu­sam­men. Wir ver­anstalten regel­mäßig Foren für Eltern. Die Ro­sa-Parks-Stif­tung ko­ordi­niert das Programm auch mit der Bezirks­ver­waltung. Eine Roma-So­zial­arbei­terin unter­stützt die Kinder und bezieht die Eltern in das Pro­gramm ein.

Wirkung: Die Neueinteilung des 8. Bezirks hat sicher­ge­stellt, dass be­nach­teilig­ter Kinder und Familien, die in diesem Viertel leben und öffent­liche Schulen besuchen, gleich­mäßig ver­treten sind. Ein segre­gierter Kinder­garten wird nach dem nächs­ten Schuljahr ge­schlossen. In allen Kinder­gärten des 8. Bezirks wurden Teams für integra­tive Ent­wicklung ein­ge­richtet. Read the rest of this entry »

„Childhood to Children“ (Slowakei)

Januar 13th, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Jugend & Bildung

Nominiert für die Sozialmarie 2023: Childhood to Children (Detstvo Deťom), Slowakei (Foto: Detstvo Deťom)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Das Projekt „Detstvo deťom“ („Childhood to Children“) war 2023 für die SozialMarie no­mi­niert. Das Pro­jekt aus der Slowakei stellt die Früh­betreu­ung be­nach­tei­lig­ter und von Armut be­trof­fe­ner Kinder in den Mittel­punkt. Dabei wird ein beson­deres Augen­merk auf die Be­treu­ung in den Familien ge­legt. Frauen aus der Roma-Ge­meinden werden aus­ge­bildet, sie über­nehmen die För­derung und früh­kind­liche Betreu­ung im häus­li­chen Umfeld.

Projektträger: Občianske združenie Detstvo deťom (Civic As­socia­tion Child­hood to Children), Košice

Herausforderung: Das Projekt „Childhood to Children“ („Detstvo deťom“) unter­sucht alle mög­lichen Optionen für eine qua­litativ hoch­wertige Früh­betreu­ung für so viele Kinder wie möglich. Es kon­zentriert sich auf die Kinder, die auf­grund ihres Lern­umfelds und ver­erbter Armut am stärks­ten von Ent­wick­lungs­proble­men be­droht sind.

Idee: Mit dem Projekt soll eine Verlagerung der früh­kindli­chen Be­treu­ungs­aktivi­täten in das häusliche Umfeld initiiert werden. Außer­dem bezieht „Child­hood to Children“ erfah­rene Frauen aktiv in die Arbeit mit Familien in Armut ein. Diese Mütter werden direkt aus der Ge­meinde rekrutiert, verfügen über Kom­petenzen im Bereich der Früh­förderung durch die Teil­nahme an Fort­bildungen, die im Rahmen des Projekts an­ge­boten werden, und sind so in der Lage, die er­worbenen Kennt­nisse und Fähig­keiten an junge Mütter weiter­zu­geben.

Akteur*innen: Die Zielgruppen sind: Kinder (bis zum Vorschul­alter), die in Spiel­aktivi­täten und Vorschul­vor­berei­tung ein­bezogen werden; jüngere Schulkinder, die durch kreative Akti­vitäten und Lesen auf die Schule vor­bereitet werden; heran­wachsende Mädchen und junge Mütter, die in ver­ant­wortungs­vollem Umgang mit Mutter­schaft geschult werden; er­fahrene Mütter, die das Projekt vor Ort unter­stützen; Familien in Ge­nera­tionen­armut, für die das Projekt sen­si­bi­lisie­ren will.

Wirkung: Die Hauptwirkung des Projekts besteht darin, die positiven Ver­änderun­gen der frühk­indlichen Betreuung in den Familien zu ver­stärken. Darüber hinaus soll es die Ent­wick­lungs­fort­schritte der Kinder, die schulischen Leis­tungen, das Selbst­wert­gefühl der Frauen, die elterliche Kom­petenz, die Zeit, die den Kindern ge­widmet wird, sowie das Selbst­vertrauen und den Stolz auf die Leis­tungen der Kinder ver­bessern. Read the rest of this entry »

„Invisible Study Hall“ (Ungarn)

Januar 4th, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

SozialMarie 2023: Invisible Study Hall (Ungarn) (Foto: via SozialMarie)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Für die SozialMarie 2023 nominiert war auch das Pro­jekt In­visible Study Hall (Láthatatlan Tanoda) aus Budapest, das außer­schu­li­sche Bildungs­an­ge­bote für mar­gina­li­sier­ten Roma-Kinder im Alter von 5 bis 18 Jah­ren zur Ver­fü­gung stellt.

Projektträger: Rosa Parks Alapítvány (Rosa Parks Foun­dation)

Herausforderung: In Ungarn wächst die Bildungs­kluft zwischen Regel­schul­kindern und margi­na­li­sier­ten Kindern (vor allem Roma), die das der­zeitige Schulsystem und die sozialen Unter­stützungs­systeme nicht auf­fangen können. Roma-Kinder sind nicht nur mit den Nachteilen der Armut kon­fron­tiert, sondern auch mit rassisti­schen Vor­urteilen, die zu schuli­scher Segregation führen.

Idee: Das Projekt „Invisible Study Hall“ bietet marginali­sierten Roma-Kin­dern im Alter von 5 bis 18 Jahren außer­schulische Bildungs­an­ge­bote. Der Schwer­punkt liegt auf der Ent­wicklung indivi­dueller Fähig­keiten, Mentoring, Grup­pen­akti­vitä­ten zur Ent­wicklung sozialer Fähig­keiten und Freizeit­akti­vitäten. Es wird ein ganz­heit­licher Ansatz verfolgt, der zahl­reiche Frei­willige ein­bezieht, Partner­schaften mit Eltern ent­wickelt und Familien in Krisen­situa­tio­nen hilft.

Akteur*innen: Zwei Vollzeit- und zwei Teilzeit-So­zial­ar­bei­ter*in­nen ko­ordi­nieren die Projekt­akti­vitäten, halten den Kontakt zu den Eltern und unter­stützen das Wohl­er­gehen der Familien. Diese Mit­arbei­ter*in­nen leiten auch 41 Frei­willige (aus allen Lebens­berei­chen). Das Projekt umfasst derzeit 78 Kinder sowie Mit­arbeiter, Freiwillige und Eltern, die alle eine Gemein­schaft bilden und part­ner­schaft­lich zu­sammen­arbeiten.

Wirkung: Die Kinder, die vor neun Jahren im Kindergarten in das Programm auf­ge­nommen wurden, haben ihre Ausbildung bis zur weiter­füh­ren­den Schule fort­gesetzt. Das Projekt hat in ähn­licher Weise bei Wohnungs- und Ein­kommens­krisen geholfen und unter­stützt jedes Jahr die Einschulung von 5 bis 8 Kindern in nicht segre­gier­ten Schulen. Read the rest of this entry »

SozialMarie 2023: „Career Path“ (Ungarn)

Dezember 8th, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Jugend & Bildung

Sozialmarie 2023: Career Path (Foto: Van Helyed via SozialMarie)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Eines der Siegerprojekte der SozialMarie 2023 ist das unga­rische Bildungs- und In­tegra­tions­projekt „Ca­reer Path as Opposed to an In­escap­able Life Path“ („Karriere­weg im Gegen­satz zu un­aus­weich­li­chem Lebens­weg“), das Roma-Kin­dern aus aus­ge­grenz­ten Ge­mein­schaf­ten zu einem Schul­ab­schluss und einem Beruf ver­hilft.

Projektträger: Van Helyed Alapítvány (You Belong Foundation)

Herausforderung: Die wachsende Zahl nicht aus­gebil­deter Men­schen ist ein globales Problem, das den Klimaschutz, das Wirt­schafts­wachs­tum und Aspekte eines menschen­würdigen Lebens ge­fährdet. In Ungarn gibt es 1200 Slums, in denen vor allem Roma-Kinder in Segre­gation leben und eine minder­wertige Bildung er­halten. Bis 2050 wird die Zahl der ab­hän­gigen An­gehö­rigen pro 100 Per­sonen im erwerbs­fähigen Alter auf 60 ansteigen.

Idee: Das Projekt „Karriereweg im Gegensatz zu un­aus­weich­lichem Lebensweg“ hat ein proto­typisches System geschaffen, das einen Ausweg aus dem Elend garantiert. Es ermöglicht einen gleich­berech­tigten Zugang zu Bildung, Wissen und Wohlstand während des gesam­ten Lebens­weges. Die Stiftung „You Belong“ bietet einen Weg zu einem Beruf und einem Ab­schluss.

Akteur*innen: Die Hauptakteure sind benach­tei­ligte Roma-Kinder, die mit ihren Familien und Ge­mein­schaften in einem ge­schlos­senen System auf­wachsen. Das Projekt umfasst außer­dem 120 Personen, die in den „You Belong“-Ein­rich­tungen von Ózd/Bu­dapest intensiv betreut werden, sowie 1.000 Teil­nehmer und ihre Familien aus segre­gierten Gemein­schaften.

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EMRO – Sor le Romenge taj Romnjenge

September 24th, 2023  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
4.9.2023 |
(on demand)

EMRO Steiermark (Foto: Mario Czory)Sar o bundakero ministerijum la but­ja­ke taj la virt­schof­take ando lejcti bersch o phen­do ar dija, o Roma taj o Sinti meg baj­der upro but­ja­kero foro, po­mo­scha­go te usch­tiden. Ando ke­ripe jeke ardi­pestar uso pomo­schago odola cilis­kera grup­natar, andi cili Austri­ja bu­te­der pro­jek­ti kervde ule. Af­ka te an­do Schtacko.

EMRO – Empowerment für Roma und Romnia“ (→fol­der) butschol o butjakero foros­kero pro­jek­to la Cari­tasa­tar Schtac­ko. Phari­pes­kere punk­tscha hi o entvik­li­nipe taj prik­be­scharipe le kojendar uso kvalifi­ci­rinipe Romen­dar taj Sinti­jendar. O schero le pro­jek­tostar o Michael Teichmann hi.

Le Teichmanniske, savo imar te uso erschti butjakero foroskero projekto la Cari­tastar Schtacko use sina, i khe­tani­pes­keri buti o mogo le jerini­pestar hi. O klutscho paschlol, afka o pro­jektos­kero schero, andi bari­kani khetani buti le kolegki­jenca taj kole­genca andar i Romen­ge­ri-grupn. Afka o klijent­kiji taj kli­jentscha le Romnjen­dar Tina Friedreich taj Csilla Höfler, pomo­schago uschtiden. Ham te phendo ol, hot i kon­tinuji­teta bari­kani hi. Ada duach o ardipe „Romen­geri sor le but­jakere fo­roske 2022–2030“ dim hi.

O dikipe use EMRO upro entviklinipe taj prikbescharipe le kojendar uso kvali­fi­ci­rinipe paschlol. Afka pasche o but­ja­kero- taj sika­di­pes­kero beroti­nipe te kurstscha la nimtschka tschib­tschake, alfa­betisi­rini­pes­kere kurtschta taj avre kvali­ficiri­ni­peskere kurstscha del. Read the rest of this entry »

Oberwart: Förderung für Roma-Lernbetreuung

September 23rd, 2023  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung

Burgenland: Lernbetreuung in Oberwart, 2023Förderung von Femmes d’Europe für die Au­ßer­schu­li­sche Lern­be­treu­ung von Ro­ma-Ser­vice in Ober­wart

BKFTV: Der Verein Roma-Service hat eine Förderung in Höhe von 4.000 Euro von der Ver­eini­gung Femmes d’Europe er­halten, die ihren Sitz in Belgien und Luxemburg hat. Diese finan­zielle Unter­stützung wird dem Projekt „Außer­schu­lische Lern­betreu­ung“ zugute­kom­men, das vom Verein Roma-Ser­vice in Oberwart an­geboten wird. Über­reicht wurde die Förde­rung von Landtags­prä­si­dentin Verena Dunst, Brigitte Haus (Ver­trete­rin der Femmes d’Europe) und Rainer Winter (Leiter des Burgen­län­di­schen Ver­bindungs­büros in Brüssel) an Emme­rich Gärt­ner-Hor­vath (Ge­schäfts­führer des Vereins Roma-Ser­vice).

Der Verein Association Femmes d’Europe – FdE – ist eine gemein­nützige Orga­nisa­tion, die weltweit Pro­jekte fördert, ins­beson­dere solche, die Frauen und Kindern zugute­kommen. Die finan­ziel­len Mittel werden durch ver­schiedene Ver­anstal­tungen von ehren­amt­lichen Vereins­mit­gliedern ge­sammelt. Der Vor­schlag zur För­derung der Ro­ma-Lern­be­treu­ung mit einer zeit­ge­mäßen IT-Aus­stat­tung wurde vom Ver­bin­dungs­büro und dem Verein Roma-Ser­vice gemein­sam ein­gereicht.

Lernbetreuung vor Ort

Die Außerschulische Lernbetreuung des Vereins Roma-Service in Oberwart bietet Kindern nach Schul­­ende Unter­stützung in schuli­schen An­gelegen­heiten. Die Lern­betreu­erin­nen fun­gieren als Brücken zwischen Eltern, Päda­gogen und Kindern. Der Verein stellt Mahl­zeiten für die Kinder bereit und fördert sie in ver­schie­denen schuli­schen As­pekten, darunter Unter­stützung bei Haus­auf­gaben, Förderung bestimm­ter Fächer und Hilfe bei Lern­schwierig­keiten. Dies be­inhaltet auch Pro­be-Tests, Übungs­schul­arbeiten, Lern­ziel­kontrol­len und Freizeit­pädagogik. Em­me­rich Gärtner-Hor­vath:

Das Projekt bietet Unterstützung für Schülerinnen und Schüler der Primar­stufe sowie der Sekundar­stufen 1 und 2. Die Schülerin­nen und Schüler kommen ent­weder selbst­ständig nach Schulende oder werden von weiter ent­fernten Schulen mit einem Projektbus ab­geholt. Während der Lern­betreuung er­­halten die Kinder Mahlzeiten und werden an­schlie­ßend individuell bei ihren Aufgaben unter­stützt. Es werden spe­zielle Übungen durch­geführt, um auf Prüfungen vor­zu­bereiten und das Selbst­bewusst­sein der Kinder durch positive Lern­erfolge zu stärken. Die Betreu­erinnen halten engen Kontakt zu den Lehrerin­nen und Lehrern sowie den Eltern, um indi­viduelle Förder­maß­nahmen zu ent­wickeln. In der Lernbetreuung sind eine Vollzeitkraft und eine Halbzeit­­kraft fest an­gestellt, zu­sätzlich gibt es zwei ehren­amtliche Mit­ar­beiterin­nen. Derzeit werden 23 Kinder betreut. Aufgrund der Digita­lisierung im Unter­richt werden immer mehr com­puter­unter­stützte Lern­ein­heiten durch­geführt. Read the rest of this entry »

EMRO: Empowerment-Projekt in Graz

September 20th, 2023  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
4.9.2023 |
(on demand)

EMRO Steiermark (Foto: Mario Czory)Wie das Bundesministerium für Arbeit und Wirt­schaft im Vor­jahr be­schloss, sollen Roma und Rom­nja, Sinti und Sin­tize auch zu­künf­tig ar­beits­markt­poli­tisch ge­för­dert wer­den. Im Zu­ge einer Son­der­richt­li­nie zur För­de­rung dieser Ziel­grup­pe wur­den ös­ter­reich­weit meh­re­re Pro­jek­te ins Le­ben ge­ru­fen. So auch in der Stei­er­mark.

EMRO – Empowerment für Roma und Romnia“ (→Pro­jekt-Fol­der) heißt das Arbeits­markt­projekt der Caritas Steiermark. Schwer­punkte sind die Ent­wick­lung und Um­setzung von Maß­nahmen zur Quali­fi­zierung von Roma und Romnja, Sinti und Sintize. Ge­leitet wird das Pro­jekt von Michael Teichmann (u.a. Mit­arbei­ter von Roma-Ser­vice und dROMa, Anm. d. Red.)

Für Teichmann, der auch schon am ersten Arbeitsmarkt­projekt der Caritas Steier­mark be­teiligt war, ist die Be­ziehungs­arbeit der Kern des Erfolgs. Der Schlüssel läge, so der Projekt­leiter, in der erfolg­reichen Zu­sammen­arbeit mit Kolle­gin­nen und Kol­legen aus der Roma-Com­mu­nity selbst. So werden Klien­tinnen und Klienten von den Rom­nja Tina Friedreich und Csilla Höfler be­treut. Read the rest of this entry »

Podcast: Wie man Kinder zu Vielfalt erzielt

September 7th, 2023  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Rassismus entlernen – Wie man Kinder zu Vielfalt erzielt
Podcast: radioReportage/BR2, Sept. 2022 (25:07 Min.)

Unsere Gesellschaft ist rassistisch geprägt – unsere Kinder damit auch. Schon im Kinder­garten machen schwarze Kinder Ras­sis­mus­erfah­run­gen, im zarten Puppen­alter haben Kinder of Color das Gefühl we­niger wert zu sein als weiße Gleich­altrige. Was können wir – als Eltern, Erzieher und Grund­schul­lehr­kraft – da­gegen tun? Fragt unsere Autorin Isabelle Hartmann. Sehr viel, und es fängt bei uns als Er­wachsenen an.

(Text und Sendung: radioReportage/BR2)

Podcast: Rassismus und Gesundheit

September 3rd, 2023  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Auswirkungen von Rassismus auf die Gesundheit von Kindern
POWER ME Podcast #5 mit Stephanie Cuff-Schöttle, Okt. 2022

Stephanie Cuff-Schöttle ist Diplompsychologin bietet seit vielen Jahren Paar­therapie und Be­ratung für ras­sis­mus­erfah­rene Men­schen an. Bei POWER ME ist sie Refe­rentin für die Fort­bildungen für psycho­logische Fach­kräfte. Momen­tan arbeitet sie auch bei der Berliner psycho­lo­gi­schen Be­ratungs­stelle OPRA und konzipiert ein Gruppen­therapie­an­ge­bot. Zudem ist sie Mit­gründerin der On­line-Platt­form myUrbanology, welche ins Leben gerufen wurde, um Schwar­zes Leben in Deutsch­land sicht­barer zu machen. Im Rahmen dessen sitzt sie mit an der Ent­wicklung der neuen Weiter­bil­dungs- und Ver­netzungs­platt­form DE_CONSTRUCT, welche zu­künftig der Rassis­mus-Sen­si­bi­li­sie­rung im psycho­sozialen Bereich in Deutsch­land dienen soll.

In dieser Folge spricht Stephanie mit Nuran über ihren beruflichen Werde­gang, was sie dabei an­trieb und wie ihre Arbeit heute aus­sieht. Zudem geht es konkret um die Rassis­mus­erfah­run­gen von Kindern und wie sich diese auf die kör­perliche und psychische Ge­sundheit aus­wirken. Stepha­nie erläutert im Zuge dessen unter anderem, wie Selbst­erhal­tungs­stra­tegien von Kindern aus­sehen und wie diese vom Umfeld unter­stützt werden können.

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Lehrmittel: Jenische, Sinti, Roma (Schweiz)

August 29th, 2023  |  Published in Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte

Jenische Sinti Roma - LehrmittelJenische, Sinti, Roma. Zu wenig bekannte Minderheiten in der Schweiz. Ein rassismuskritisches Lehrmittel

Hrsg. von der Arbeitsgruppe Jenische – Sinti – Roma, Pä­da­go­gi­sche Hochschu­le Zü­rich/Stif­tung für Erzie­hung zur To­leranz (SET), 2023

Download: →Gesamtes Lehrmittel (ZIP, 65 MB)

Lehrmittel für die Primarschule / Zyklus 2
Das Lehrmittel orientiert sich an der Mehr­per­spek­ti­vität und fördert bei den Schülerin­nen und Schülern die Fähig­keit und den Willen zum Per­spektiven­wechsel. Es stellt sich in die Tradition des gesell­schaft­lichen Lernens auf der Primar­stufe, bei dem die Be­fähi­gung zu respekt­vollem Umgang und die Sen­sibilisie­rung für die kulturelle und gesell­schaft­liche Vielfalt in der Schweiz im Zentrum stehen. Die von der Pädagogischen Hochschule Zürich entwickelten und in der Primar­schule ge­testeten Lern­aufgaben fördern die schritt­weise Erarbei­tung der NMG- und BNE-Kom­petenzen. Das Gewicht liegt auf den Lebens­erfahrun­gen von An­gehöri­gen der drei Minder­heiten. Fokus­siert wird die gelebte Gegen­wart, zu der aller­dings auch die Gewalterfahrung der Ver­gangen­heit gehört. Somit kommt auch die histori­sche Dimen­sion des Umgangs mit den Minder­heiten auf dem Gebiet der heuti­gen Schweiz zur Sprache. Read the rest of this entry »

Podcast: Rassismuskritische Kinderbücher

August 10th, 2023  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

„Wir brauchen mehr rassismuskritische Kinderbücher“
POWER ME Podcast #4 mit Tayo Awosusi-Onutor, Sept. 2022

Tayo Awosusi-Onutors berufliche Expertise zieht sich durch eine Viel­zahl von Berei­chen. Sie arbeitet als außer­schuli­sche politi­sche Bildnerin für junge Men­schen, ist Sängerin, Regis­seurin und Autorin. Als Letzte­re schrieb sie das Kinder­buch „Jekh, Dui, Drin. 3 Freundinnen in Berlin“, das „erste deutsch­sprachige Kinder­buch, in dem Rom*nja und Sinti*z­ze die Heldin­nen der Ge­schichte sind“ (mehr hier). Zudem ist Tayo aktiv bei der Initia­tive IniRromnja und Vor­stands­mit­glied von deren feminis­ti­schem Tochter­verein Romani­Phen e.V. in Berlin.

Im Gespräch mit Nuran gibt uns Tayo einen Blick hinter die Kulissen der deutschen Kinder­medien­land­schaft. Es geht ver­tieft um die Wichtig­keit von diver­sen Kinder­buch­cha­rak­te­ren in viel­fältigen und positiven Rollen und welche wert­vollen Chancen kreative Medien dieser Art auch für politi­sche Or­ganisie­rung bieten. Im weiteren Verlauf des Interviews er­zählt Tayo mehr von den ver­schiede­nen Facetten ihres poli­tischen Akti­vismus, ihrer viel­fältigen Projekt­arbeit mit Kindern und wie ihre eigene Po­sitio­nie­rung als deutsche Afro-Sintizza ihre Arbeit prägt.

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Wie erkläre ich Kindern Rassismus?

August 1st, 2023  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Mit Kindern über Rassismus ins Gespräch kommen
POWER ME Podcast #3 mit Josephine Apraku, Sept. 2022

Josephine Apraku ist seit vielen Jahren in rassismus- und dis­kri­mi­nie­rungs­kriti­scher Bildungs­arbeit mit inter­sektio­nalem Ansatz tätig, unter ande­rem als Refe­rent*in an der Berliner Alice-Sa­lo­mon-Hoch­schule und der Hum­boldt-Uni­ver­sität. Außerdem ist Jose­phine Autor*in, über eine der Ver­öffent­li­chun­gen — das Buch „Wie erkläre ich Kindern Rassismus? Ras­sis­mus­sen­sible Be­gleitung und Em­power­ment von klein auf“ (mehr hier) geht es ver­tieft im Interview mit Nuran.

Dabei klärt sich zunächst, warum pädagogische Gespräche über Rassismus mit Kindern so drin­gend nötig sind. Weiter­füh­rend unter­halten sich Nuran und Jose­phine über die ver­schiedenen indi­vi­duellen Faktoren, die es beim An­gehen dieser Gesprä­che zu be­trach­ten gilt. Es geht aber auch darum, welche Rolle dabei eine ganz­heitliche, gesell­schaft­liche Per­spektive spielt und warum diese beiden unter­schied­lichen Blick­winkel so wichtig für eine gesunde Heran­gehens­weise an einen solchen Aus­tausch sind.

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Tschechien: Roma-Kinder in Säuglingsheimen

Juli 16th, 2023  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Tschechien: Roma-Kinder landen besonders häufig in Säuglingsheimen (Grafik: Pixabay)Ministeriumsbericht: Keine Pflegefamilien für Roma-Kinder, Hälfte der Kinder in tsche­chi­schen Säuglings­heimen ge­hört der Roma-Min­der­heit an

Fast die Hälfte von Kindern in sogenannten Säuglingsheimen in Tschechien sind Roma. Darüber infor­mierte das tsche­chische Arbeits­mi­nis­te­rium in seinem Jahres­bericht über Heime für Kinder bis drei Jahre. In den ent­spre­chenden Ein­rich­tun­gen lebten im Früh­ling dieses Jahres ins­gesamt 410 Kinder, 189 davon hätten der Roma-Min­derheit angehört, hieß es. In die Heime seien die Kinder zumeist aus sozialen Gründen ab­ge­geben wurden, steht weiter in dem Bericht.

Die Säuglingsheime in Tschechien funktionieren wie Gesundheits­ein­­richtungen. Für den Betrieb dieser Institu­tionen ist Tschechien in der Ver­gangen­heit von­seiten der EU und der UNO immer wieder kritisiert worden. Ende kom­menden Jahres werden die letzten Heime schließen. Um verwaiste und ver­lassene Kinder sollen sich dann Pflegefamilien kümmern.

(Text: Ra­di­o Prag)

Siehe zur Problematik der Roma-Heimkinder in Tschechien auch unse­ren Artikel „Draußen vor der Tür“ in dROMa 68 (2022).