EMRO: Empowerment-Projekt in Graz
September 20th, 2023 | Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV
Roma sam
Radio Burgenland: 4.9.2023 | (on demand)
Wie das Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft im Vorjahr beschloss, sollen Roma und Romnja, Sinti und Sintize auch zukünftig arbeitsmarktpolitisch gefördert werden. Im Zuge einer Sonderrichtlinie zur Förderung dieser Zielgruppe wurden österreichweit mehrere Projekte ins Leben gerufen. So auch in der Steiermark.
„EMRO – Empowerment für Roma und Romnia“ (→Projekt-Folder) heißt das Arbeitsmarktprojekt der Caritas Steiermark. Schwerpunkte sind die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Qualifizierung von Roma und Romnja, Sinti und Sintize. Geleitet wird das Projekt von Michael Teichmann (u.a. Mitarbeiter von Roma-Service und dROMa, Anm. d. Red.)
Für Teichmann, der auch schon am ersten Arbeitsmarktprojekt der Caritas Steiermark beteiligt war, ist die Beziehungsarbeit der Kern des Erfolgs. Der Schlüssel läge, so der Projektleiter, in der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus der Roma-Community selbst. So werden Klientinnen und Klienten von den Romnja Tina Friedreich und Csilla Höfler betreut. Betont wird aber auch, dass Kontinuität entscheidend sei. Diese wird durch die Sonderrichtlinie „Roma-Empowerment für den Arbeitsmarkt 2022–2030“ sichergestellt.
Der Fokus bei „EMRO“ liegt auf der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Qualifizierung. So werden neben der Berufs- und Bildungsberatung auch Deutschkurse, Alphabetisierungskurse und weitere Qualifizierungskurse angeboten. Insbesondere Rassismus, Diskriminierung und Stereotype würden Roma und Romnja an der Integration, auch am Arbeitsmarkt, hindern, ist sich Teichmann sicher. Um Vorurteile auf Seiten der Mehrheitsbevölkerung abzubauen, werden daher neben Podiumsdiskussionen auch Workshops für Schülerinnen und Schüler angeboten.
Mit „Chavore“ und „Romexa“, zwei weiteren Projekten in der Steiermark, komplettiert „EMRO“ ein ganzheitliches Angebot. Ziel sei es, nicht nur Erwachsene, sondern bereits Kinder zu unterstützen und ihnen folglich den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.
(Text: Mario R. Czory auf volksgruppen.orf.at)