Romani Ora (13.1., 14.1., 15.1. & 16.1.2025)

Januar 17th, 2025  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 13.1.2025 (mp3)

Der „Romani Ora“-Musikmontag ist der ideale Start mit der viel­fältigs­ten Roma-Musik in die neue Woche. Dazu hören Sie die Volks­gruppen­nach­rich­ten und unsere Kulturrubrik „Kultura het­vinate“.


Anhören: →Sendung vom 14.1.2025 (mp3)

Im Tagesthema ist Radio MORA im Gespräch mit Frau Brigitte Weber, der Landes­spre­cherin der Initiative „mehr demokratie!“. Außer­dem hören Sie ein ab­wechs­lungs­rei­ches „Minden­fe­litiko“ und die er­lesenste Roma-Musik. Die Sendung wird mode­riert von Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 15.1.2025 (mp3)

Im Beisein von Soziallandesrat Leonhard Schneemann wurde die neue „Alles Clara“-App prä­sentiert. Sie soll die Kom­muni­kation zwischen Pflege­bedürf­tigen und Pflege- und Sozial­arbeitern im Burgenland er­leichtern.


Anhören: →Sendung vom 16.1.2025 (mp3)

Seit Juli 2024 kommt es auf Wiener Friedhöfen zu Grabschändungen. Be­troffen davon sind auch viele Gräber von Sinti, Roma und Lovara. Im Interview hören Sie die Roma- und Sinti-Seel­sorgerin Natalie Bordt. Sie unter­stützt die Hinter­bliebenen. Durch die Sen­dung führt Sie Tina Nardai.

Roma-Schwerpunkt im Gaismair-Jahrbuch

Januar 16th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft

Gaismair-Jahrbuch 2025Das kürzlich in Innsbruck erschienene „Gais­mair-Jahr­buch 2025“, heraus­ge­geben von Horst Schreiber und Elisabeth Hussl, um­fasst einen Schwer­punkt über den „Genozid an den Roma und Sinti in der NS-Zeit und seine Nach­wir­kun­gen in Ös­ter­­reich“ mit folgenden Beiträgen:

Gerhard Baum­gartner: Mar­gina­lisierung, Verfolgung und Ermordung der öster­reichi­schen Roma und Sinti, S. 69–84
Herbert Brettl: Die Er­inne­rungs­land­schaft des Roma-Ge­nozids in Ös­ter­­reich, S. 85–97
Mirjam Karoly: Gegen das Ver­gessen – für eine gleich­be­rech­tigte Zu­kunft! Rom:nja in Österreich, S. 98–105
Peter Pirker: Jenische Deser­teure der Wehr­macht, S. 106–123

In einem Ein­leitungs­text stellt Patrick Siegele die vier Aufsätze vor:

[…] Den Beginn macht der Historiker Gerhard Baumgartner, er be­schreibt in seinem Beitrag „Margina­lisierung, Ver­folgung und Ermordung der öster­rei­chi­schen Roma und Sinti“, wie bereits in der Habs­bur­ger-Monar­chie der Grund­stein für die spätere Dis­kriminie­rung und Ver­folgung österrei­chischer Roma gelegt wurde. Pseudo­wissen­schaft­liche Unter­suchun­gen sollten belegen, dass Roma und Sinti zu ver­erbtem „krimi­nellen und asozialen Ver­halten“ neigen. Dies führte dazu, dass sie zu­nehmend ins Visier der Polizei­arbeit ge­rieten und anti­ziganis­tische Ver­ordnun­gen und Gesetze ein­geführt wurden, die in vielen Fällen die Grund­lage für die spätere Verfolgung und Ermor­dung durch die National­sozia­listen bildeten. Baum­gartner be­schreibt die schritt­weise Ent­rechtung, Aus­grenzung und Aus­beutung der Roma, die ab 1938 zu ersten Depor­tationen öster­reichi­scher Roma und Sinti in Kon­zentra­tions­lager führten. Von den etwa 11.000 öster­reichi­schen Roma und Sinti haben nur rund 1.000 die NS-Zeit überlebt.

Wie lange den Roma und Sinti die Anerkennung als Opfer der rassisti­schen NS-Ver­folgung, und somit eine Ent­schädigung nach dem Opfer­fürsorge­gesetz versagt blieb, schildert Herbert Brettl in seinem Beitrag „Die Erin­ne­rungs­land­schaft des Roma-Genozids in Österreich“. Da Roma und Sinti auf­grund der rassistischen Ver­folgungs­politik der National­sozialisten als „vor­bestraft“ galten und „Zigeuner­lager“ wie Lackenbach nicht als Kon­zentrations­lager an­erkannt wurden, dauerte es bis in die 1980er-Jahre, dass die Ver­folgung und Ermordung der öster­reichi­schen Roma all­mählich Teil der offiziel­len Erin­nerungs­kultur wurden. Vor allem dank der Roma-Ini­tia­tiven selbst, setzte ein all­mäh­licher Wandel ein. Detail­liert be­schreibt Brettl in seinem Beitrag gedenk­kulturelle Initiati­ven in sechs Bundes­ländern, die Beispiele für Er­innerungs­zeichen an den Roma-Genozid vor­weisen können. Read the rest of this entry »

Wohlfahrtsverband in Deutschland gegründet

Januar 14th, 2025  |  Published in Einrichtungen

ZWRSDSechs Selbst­or­gani­sa­tio­nen und ein Dach­verband grün­den Zentralen Wohl­fahrtsverbandes der Roma und Sinti Deutschland

Im September 2024 wurde der Zentrale Wohl­fahrts­verband der Roma und Sinti in Deutschland (ZWRSD) in Berlin ge­gründet. Die offi­zielle Ein­tragung ins Vereins­register erfolgte am 25.11.2024. Für diesen histo­rischen Schritt haben sich sechs Selbst­or­gani­sa­tio­nen und ein Dach­verband als Grün­dungs­mit­glieder zu­sammen­ge­schlossen: Carmen e.V. aus NRW, Pro Sinti und Roma e.V. aus Ba­den-Württem­berg, Roma Center e.V. aus Nieder­sachsen, Romani Kafava e.V. aus Hamburg, RomaniPhen e.V. aus Berlin, Romanity e.V. aus Bayern sowie der Bundes Roma Verband e.V., der Dach­verband der migran­tischen und neuen deutschen Roma in Deutschland.

„Mit der Gründung des Wohlfahrtsverbandes schließen wir eine große Lücke in den be­ste­hen­den Struk­turen der Sozial­verbände. Der Zentrale Wohl­fahrts­verband wird künftig die Interessen der Roma und Sinti in sozial­politi­schen Be­langen bundes­weit ver­treten“, sagt Kjemal Ahmed, der zum 1. Vor­sitzen­den des Verbandes ge­wählt wurde. Vielfach erleben Roma und Sinti Dis­krimi­nie­rung und Aus­schlüsse in den be­­stehen­­den Struk­turen der sozialen Arbeit und Wohl­fahrts­pflege. Zu dem Ergebnis kam auch der Bericht der Un­abhän­gigen Kom­mission Anti­ziganismus, der 2021 ver­öffent­licht und zuvor von der Bundes­regierung in Auftrag ge­geben wurde. Um diesen Dis­krimi­nierungs­mecha­nis­men ent­gegen­wirken, verfolgt der Verband den Grund­satz „Nothing about us without us“. Ziel des Wohlfahrtsverbandes ist es, bereits vorhan­dene Exper­tisen der bundes­weit tätigen Selbst­organisa­tio­nen in den Be­ratungs­be­reichen Wohnen, Bildung, Arbeit und Ge­sundheit zu­sammen­zu­führen, sowie eine Pro­fessiona­lisie­rung durch Ent­wicklung von gemein­samen Standards der Beratung, durch Weiter­bildungs­an­ge­bote und ein Konzept für Qua­litäts­ent­wick­lung und Evalua­tion zu schaffen. Read the rest of this entry »

Romani Ora (8.1., 9.1. und 10.1.2025)

Januar 12th, 2025  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 8.1.2025 (mp3)

In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ erfahren Sie mehr über die Gedenk­ver­anstal­tung für die NS-Opfer in Ober­­pullen­­dorf. Orga­ni­siert wurde diese von der Ro­­ma-Volks­­hoch­schule in Ko­opera­tion mit dem Burgen­län­disch-Un­ga­ris­chen Kulturverein. Durch die Sen­dung führt Sie Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 9.1.2025 (mp3)

Gewicht zu verlieren und sich gesünder zu ernähren, diese Neujahrs­vorsätze stehen bei vielen Men­schen sehr hoch im Trend. Im Tages­thema dieser „Roma­ni Ora“ haben wir mit einem Er­nährungs­experten ge­sprochen, der uns verrät, wie man lang­fristig und gesund, durch vital­stoff­reiche Ernährung, seine Ziele er­reic­hen kann. Und die Kate­gorie „Mri historija“ hören Sie auch.


Anhören: →Sendung vom 10.1.2025 (mp3)

Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ auf Radio MORA ver­spricht Ihnen wieder die besten Ausgeh­tipps der Region Oberwart im Ver­anstal­tungs­kalender. Und in der wöchent­lichen Jugend­sendung „Young, wild & free – le ternenge“ mit Adi Gussak erfahren Sie mehr über den US-Film „Avatar 3 – Fire and Ash“.

Facts & Figures (543)

Januar 10th, 2025  |  Published in Facts & Figures, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Im Kriminalitätsdiskurs der ita­li­e­ni­schen Pres­se wird, wenn von Ro­ma die Re­de ist, be­son­ders häu­fig die Be­zeich­nung no­ma­di ver­wendet.

(Quelle)

Romani Ora (30./31.12.2024 & 2./3./7.1.2025)

Januar 10th, 2025  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 30.12.2024 (mp3)

Am Musikmontag der „Romani Ora“ wird mit ab­wechs­lungs­rei­cher Musik auf Silvester ein­gestimmt. Die Sen­dung wird mo­deriert von Adi Gussak.


Anhören: →Sendung vom 31.12.2024 (mp3)

In der letzten Ausgabe der „Romani Ora“ vor dem Jahres­wechsel haben wir für Sie das Jahr 2024 im Burgenland rück­blickend zu­sammen­ge­fasst. Außer­dem gibt es wie immer die beste Musik zu hören.


Anhören: →Sendung vom 2.1.2025 (mp3)

Mit dieser Sendung startet die „Romani Ora“ schwung­voll ins neue Jahr. Im Tages­thema erwartet Sie ein Beitrag über Neujahrs­vorsätze. Durch die Sen­dung führt Adi Gussak.


Anhören: →Sendung vom 3.1.2025 (mp3)

In der „Romani Ora“ vom 3. Jänner 2025 gibt es in der Jugend­sendung „Young, wild & free – le ter­nenge“ einen Bei­trag über Sport in der Jugend zu hören. Dazu der Ver­anstal­tungs­kalender mit den besten Ausgeh­tipps und die beste Musik.


Anhören: →Sendung vom 7.1.2025 (mp3)

In dieser Ausgabe hören Sie, wie jeden ersten Diens­tag im Monat, die „Atem­pause mit Regina“. Sie er­zählt uns darin, was es mit den Neujahrs­vor­sätzen auf sich hat, warum wir Sie uns vor­nehmen, wir sie aber, in den meisten Fällen, nicht ganz­jährig um­setzen können. Dazu liefert Ihnen Tina Nardai die bes­ten Roma-Songs.

Roma und Sinti im österr. Bildungssystem

Januar 8th, 2025  |  Published in Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 7.1.2025 | 8:55 min

Roma taj Sinti ando Austritiko sikadi­pes­kero sis­temo

Ande ada ardipe Tschibtscha/TV Erba terdscharas amen duj film­tscha andar o trin di­ve­sen­gero mula­tin­tschago DERLA/Er­innern.at andi kope­racija le farajnistar Roma-Service taj PH Burgen­land angle.

In dieser Ausgabe von Tschibtscha/TV Erba stellen wir Ihnen zwei Bei­träge aus der drei­teiligen Ver­anstal­tung von DERLA/Er­innern.at in Ko­opera­tion mit dem Verein Roma-Service und der PH Burgenland vor.

(Beitrag: TV Erba)

Schleswig-Holstein: Sinti-Union angegriffen

Januar 5th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: die mit Sperrholz abgedeckte zerstörte Tür nach dem Angriff auf die Geschäftsstelle der Sinti-Union Schleswig-Holstein. Daneben die auf den Holocaust verweisenden Plakate. (Foto: Sinti-Union SH)In der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Jänner wurde der Ein­gangs­bereich der „Sinti Union Schles­wig-Hol­stein“ in Neu­münster durch eine Explosion schwer be­schä­digt, die ver­mut­lich durch nicht ge­neh­mig­te Böller ver­ur­sacht wurde. Ver­letzt wurde nie­mand. Die Polizei schließt einen po­li­ti­schen Hin­ter­grund nicht aus. In einem Auf­ruf bittet die „Sinti Union Schles­wig-Hol­stein“ even­tu­el­le Zeugen, sich zu melden.

Sinti Union SH, 3.1.2025:
Die Wucht der Explosion zerstörte größtenteils die Fenster­scheiben der beiden Eingangs­türen sowie die darüber lie­genden Glas­elemente voll­ständig. Auch die hölzernen Kreuz­ver­strebun­gen in den Fenstern (über den Türen) wurden erheb­lich be­schädigt. Der Brief­kasten der „Sinti Union SH“ wurde eben­falls durch die Explosion zerstört. Die Über­dachung über dem Eingang, die mit Paneelen bedeckt war, wurde stark be­schädigt. Auch die dort instal­lierte Lampe funk­tioniert nicht mehr. Eine Jalousie an einer der Türen ist defekt. Die große Fenster­scheibe, an der Plakate zum Thema Wider­stand im Holocaust an­ge­bracht sind und die sich zwischen den beiden Eingangs­türen der „Sinti Union SH“ befindet, wurde be­schädigt und weist meh­rere Risse im Glas auf. In den Innen­räumen beider Räum­lich­keiten liegen überall Glassplitter, die durch die Explosion ent­standen sind.

Der Vorfall hat deutliche Schäden an der Struktur und Sicherheit der Eingangs­bereiche hinter­lassen. Glück­licher­weise wurde nie­mand verletzt, da sich zum Tat­zeit­punkt niemand in den Räum­lich­keiten befand. Normaler­weise sind wir – vor allem als ehren­amtlich Tätige – auch an Feiertagen wie z. B. in der Weih­nachts­zeit bis spät­abends im Büro, um zu arbeiten. Obwohl nie­mand vor Ort war, sitzt der Schock tief. Die Feuerwehr hat die Türen und Fenster bereits provisorisch mit braunen Span­platten ge­sichert. Eine Anzeige wurde gestellt, und die Kriminal­polizei hat bereits Beweise ge­sichert und er­mittelt nun in diesem Fall. Wenn Sie etwas gehört oder gesehen haben, melden Sie sich bitte bei uns und/oder der Kriminal­polizei.

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Genocid upre o Roma taj Sinti

Januar 3rd, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 2.1.2025 | 7:03 min

Genozid an den Roma und Sinti während des Nationalsozialismus

Valami 500.000 europitike Roma taj Sinti maschkar o bersch 1938 taj 1945 le nacijo­nal­socija­listen­dar tradim, ledschim taj mur­darde ule. O Roma taj Sinti argra­nicalim ule, on iste mujsi­ni­peskeri buti kernahi use o gadsche, bauni­ni­peskere thana sar upro droma taj in­dustrija. But lendar odoj pu­maro ileto iste mukle.

Rund 500.000 europäische Roma, Romnja und Sinti, Sintizze wurden zwischen 1938 und 1945 Opfer einer rassisti­schen Ver­folgungs­politik deutscher National­sozialisten und ihrer Ver­bündeten. Roma und Sinti wurden diffamiert und aus­gegrenzt, zur Arbeit auf Bauern­höfen, Bau­stellen und in der Industrie ge­zwungen, sie starben in Zwangs­arbeits- und Kon­zentrations­lagern und wurden in Ver­nich­tungs­lagern getötet. Im Burgen­land lebten 1938 in zahl­reichen Sied­lungen etwa 8.000 der 11.000 öster­reichi­schen Roma und Sinti – zumeist in be­drücken­der Armut, behördlich schi­kaniert und aus­gegrenzt. Die NS-Ver­folgung über­lebten nur wenige hundert, die nach 1945 unter großen Schwierig­keiten ihre Gemein­schaften wieder auf­zu­bauen ver­suchten. Read the rest of this entry »

TV Erba: Khetanperipe ando Advent

Januar 3rd, 2025  |  Published in Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 2.1.2025 | 6:41 min

Traditioneller Roma-Advent in Oberwart

O tradicijoneli Roma-Advent imar but berscha tel likerdo ol, kaj o terdscho­jipe la flogos­kera grupnatar le Romen­dar na nascha­do te ol sar te i tra­dicija taj kultura la flogos­kera grupnatar le Romen­dar taj Sinti­jendar te sorarel. O terdschojipe la kultu­ratar la flogos­kera grup­natar le Romen­dar ando pradipe esbe lim te ol. „Ada bersch o moto „35 berscha Romen­gero micinipe andi Austrija“ hi.

Der traditionelle Roma-Advent wird schon seit vielen Jahren ver­anstaltet, um den Stellen­wert der Volks­gruppe der Roma nicht zu ver­lieren sowie die Tradition und Kultur der Volks­gruppe der Roma und Sinti zu stärken und in der Öffent­lich­keit erlebbar zu machen. Heuer fand der Roma-Advent unter dem Motto „35 Jahre Roma-Be­we­gung in Österreich“ im Offe­nen Haus Oberwart statt. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (542)

Dezember 30th, 2024  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Im Osmanischen Reich wur­de die Son­der­steu­er, die Nicht-Mus­li­me zu ent­rich­ten hat­ten, lan­ge Zeit auch mus­li­mi­schen Ro­ma ab­ver­langt.

(Quelle)

Jubilejum 2024: 20 berscha dROMa

Dezember 28th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse, dROMa (Magazin)

JUBILÄUM 2024

MultimediamaschineI maschina bajder pe micinel | Die Maschine surrt weiter

Jek falato palo kija falato, o tikno farajn Roma-Ser­vice pe­dar o ber­scha, use jek multi­me­di­ja­keri ma­schina la flo­gos­kera grup­nake pe irin­tscha. Elosch­no angle pe mici­nel – le faraj­nis­kere ardip­tschen­ca, ham te but­var tschak ojs part­neri ando pa­lut­no ter­dscho­jipe.

O farajn ande leskere bisch berscha, jek bulho medi­jali dipe andar i phuv asdija, savo dur pedar o Burgenland vir­kinel: o dschu­mimo maga­cin dROMa, o online for­mato dROMa-Blog taj o vide­jos­kero phu­kajipe andar dROMa TV vaj Tschib­tscha/TV Erba. Use al, o Romani-tscha­ven­gero papru­schen­gero nevipe Mri nevi MiniMulti, savo andi kopera­cijona la flogos­kera utscha isch­kolaha le burgen­lan­di­tike hor­vacken­dar kerdi ol, i Romani-tscha­ven­geri biblina, savi ojs fesch­timo kerdo heflti­nakero redo ari alo, o duj bulhe prik dschiv­den­ge­re-edi­ci­jon­tscha (Mri taj Amari Historija) taj te jek thaji­peskeri- taj jek dschi­la­jipes­keri kenva. Taj use, sako di meg prik­bescha­rip­tscha taj mejdi­nip­tscha le radijos­kere maga­ciniske Romani Ora taj la flogos­kera grup­nakera riktschake taj le Romen­gere sen­dung­tschen­ge le ORFistar, pedar amaro stolo dschan. O vodschi la naschta pro­dukcijo­natar ham usar o kesdipe, o duj tschib­tscha­kero papru­schen­gero nevipe dROMa sina, savo akan bisch berscha hi. Sajt 2004, o magacin vodi­naschi la flogos­kera grupnatar taj la faraj­nis­kera butjatar hi, o cile phari­peskere punktscha taj o barikane aun­paschlo­jip­tscha, ande leskere ardip­tscha papal sikan pumen. Uprekle­rinipe taj doku­men­tacijona, sikadi­peskeri- taj socijali buti, histo­rischi gondo taj palgon­dolipe, butvar ham o keripe, i tschib Roman (Bur­gen­land-Ro­mani) anglo armeripe upre te likerel – andi publi­kaci­jona­keri buti le faraj­nistar Roma-Service, upro riktscha le papru­schen­gere nevi­pestar dROMa, ada sa khetan naschel.

Stück für Stück hat sich der kleine Verein Roma-Ser­vice über die Jahre zu einer Multi­media­maschine für die Volks­gruppe ge­wan­delt. Gut geölt surrt sie vor sich hin – mit den vereins­eige­nen Ver­öffent­li­chun­gen, aber oft auch leise als Partner im Hin­ter­grund.

Der Verein hat in den zwanzig Jahren seines Bestehens ein breites mediales Angebot aus dem Boden ge­stampft, das weit über das Burgenland hinaus wirkt: das Print­magazin dROMa, das Online­format dROMa-Blog und die Video­bericht­erstat­tung von dROMa TV bzw. Tschib­tscha/TV Erba. Dazu kommen die Roma­ni-Kinder­zeit­schrift Mri nevi MiniMulti, die in Ko­opera­tion mit der Volks­hoch­schule der Burgen­ländischen Kroaten ent­steht, die Roma­ni-Kinderbibel, die als bunt illust­rierte Heftreihe erschien, zwei um­fang­reiche Zeit­zeu­gen-Edi­tio­nen (Mri und Amari Historija) sowie ein Koch- und ein Liederbuch. Und oben­drein wandern tagein, tagaus auch noch Über­setzungen und Meldungen für das Radio­magazin Romani Ora und die Volks­gruppen­seite und Roma­sendungen des ORF über unseren Schreibtisch. Read the rest of this entry »

Romani Ora (23.12., 24.12. und 27.12.2024)

Dezember 27th, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 23.12.2024 (mp3)

In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ gibt es eine Menge an Musik zu hören, die auf den Heili­gen Abend ein­stimmt. Die Sendung wird mode­riert von Adi Gussak.


Anhören: →Sendung vom 24.12.2024 (mp3)

In der „Romani Ora“ vom 24. Dezember, moderiert von Adi Gussak, erwartet Sie als Tagesthema ein Beitrag über den Weihnachtszirkus ,,Circus Vegas“ in Oberwart. Außer­dem Musik, passend zur Weihnachtsstimmung.


Anhören: →Sendung vom 27.12.2024 (mp3)

In dieser Freitagsausgabe der „Romani Ora“ haben wir den Ver­anstal­tungs­kalen­der mit den besten Aus­geh­tipps für Sie vor­bereitet. Und in der Jugendrubrik „Young, wild and free – le ter­nenge“ wird das Thema Pyrotechnik be­handelt.

Fickijendar taj vurclinendar

Dezember 23rd, 2024  |  Published in Interview, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

SPRACHE | TSCHIB

Von Nestern und WurzelnJek nevi Romani-alavengeri kenva rodel palo kes­diptscha


Duj tschibtschakere forschertscha jek barika­ni bu­ti ker­de: jek eti­mo­lo­gi­schi ala­ven­ge­ri ken­va le Ro­ma­ni­jistar. Pantsch ber­scha pa­loda terdschol akan anglo kise­ti­nipe. Amen le Miša Os­loniha (pol­ni­tiki aka­de­mija le visen­schof­ten­dar) taj le Kirila Ko­žano­viha (uni­ver­si­teta Potsdam) va­ker­tscham.

dROMa: So o aundefinipe uso projekto dija?
O gondo andar jek schutscho koja alo: Amenge hatek asaj ala­ven­geri kenva pekal. Dschi uso bersch 2019 imar poar Roma­ni-di­jalek­tscha schtu­dirin­tscham, taj amaro interesi upre aja igen schukar tschib use jek punkto alo, kaj amen palo kes­dip­tscha taj o ent­vik­li­nipe adale dija­lek­tschen­dar te rodel kama­hahi. Kekej but upri etimo­logija le Roma­ni­jistar butscha­linde (Pott, Miklosich, Turner, Boretzky, tschak poar te akarel), na dija jek kise­timo butscha­linipe. Hatek amen akor phen­tscham, hot jek etimo­lo­gischi alaven­geri kenva keras. Erschtivar, amen o amenge prin­dscharde „phure“ (a. b. indischi, persischi, arme­nischi, taj te greci­jakere taj sud­sla­vitike) alava khetan kedijam taj kes­din­tscham, jek bulhi historija sako­nestar te pisinel. Amen odotar ar dschas, hot odola alava le cile Romenge dschi use len­gero hinti­nipe usar o Balkan ando 15to schel­ber­schen­gero, prin­dscharde sina.

Kitschi alava hi?
Ande amari alavengeri kenva valami 1.200 „ficki“ del, a. b. jek vurclina mindenfe­litike odotar tel vodime ala­venca, kaj ando kise­tinipe poar eseri alava anali­sirim hi. O cile, valami 50 dijalek­tschendar kiposim on. Afka tschak na dikes, katar o alav al, hatek tu akor te dikes kaj lo and beschardo ol. Pedar ari, sakona histo­rijake sakone alavestar ande leskere minden­felitike schtadiji palal dschas, kaj jek angle­ter­dscho­jipe odolestar te uschtides, sar o phure dschene le Romendar ando minden­felitike cajtscha, vaker­nahi. Butvar tschak i historija jeka tschib­tschatar i historija le manu­schendar, save la vakeren, schaj sikal. Ada but alavenge terdschol, save o igen „phure Roma“ andar o tschib­tscha getschen line, sa­venca on upre lengeri dugi roas andar i Indija andi Grecija ando kon­takto ale. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (541)

Dezember 22nd, 2024  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Ab 1974 war Betteln in Ös­ter­reich durch Auf­he­bung des Land­strei­cher­ge­setzes von 1885 wie­der er­laubt. Tirol und Salz­burg er­lie­ßen da­rauf­hin ei­ge­ne ge­ne­rel­le Bet­tel­ver­bote.

(Quelle/pdf)

Von Nestern und Wurzeln

Dezember 21st, 2024  |  Published in Interview, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

SPRACHE | TSCHIB

Von Nestern und WurzelnEin neues Romani-Wörterbuch sucht nach den Ursprüngen


Auf eigene Faust machten sich zwei Sprach­for­scher an eine Her­ku­les­arbeit: ein ety­mo­lo­gi­sches Wör­ter­buch des Ro­ma­ni. Fünf Jahre spä­ter steht es vor dem Ab­schluss. Wir ha­ben mit Michail Oslon (Pol­ni­sche Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten) und Kirill Kožanov (Uni­ver­si­tät Potsdam) ge­spro­chen.

dROMa: Was gab den Anstoß zum Projekt?
Die Idee entstand auf recht prosaische Weise: Wir benötig­ten einfach ein solches Wörter­buch. Bis zum Jahr 2019 hatten wir bereits einige Roma­ni-Dia­lekte stu­diert, und unser Inter­esse an dieser wunder­schönen Sprache hatte einen Punkt er­reicht, an dem wir den Ursprung und die Ent­wick­lung dieser Dialekte er­grün­den wollten. Obwohl viele an der Etymologie (Wort­geschichte) des Romani ge­arbei­tet haben (Pott, Miklosich, Turner, Boretzky, um nur einige zu nennen), gab es keine voll­ständige Be­arbei­tung. Wir be­schlos­sen also, ein etymo­logi­sches Wörterbuch selbst zu ver­fassen. Zuerst sammel­ten wir alle uns be­kannten „alten“ (d. h. indischen, iranischen, arme­nischen sowie teil­weise griechischen und süd­slawischen) Wörter und be­gannen, eine um­fas­sende Geschichte von jedem zu schrei­ben. Wir gehen davon aus, dass diese Wörter allen Roma bis zu ihrer Zer­streu­ung vom Balkan im 15. Jahr­hun­dert be­kannt waren („Gemein­wortschatz“).

Wie viele Einträge sind es?
Unser Wörterbuch besteht aus etwa 1.200 „Nestern“, d. h. einer Wurzel mit ver­schie­denen davon ab­ge­leiteten Wörtern, sodass am Ende einige tausend Wörter analy­siert sind. Alle werden an­hand von etwa 50 Dialekten illustriert. So kann man nicht nur erfahren, woher ein Wort stammt, son­dern auch wo und wie es jetzt ver­wendet wird. Darüber hinaus verfolgen wir die Geschichte jedes Wortes in seinen ver­schiede­nen Stadien, sodass man eine Vor­stel­lung davon be­kommt, wie die Vorfahren der Roma zu verschie­denen Zeiten sprachen. Oft kann nur die Ge­schichte einer Sprache die Ge­schichte der Men­schen, die sie sprechen, offenbaren. Dies gilt für viele Wörter, die die „Ur-Roma“ aus den Sprachen ent­lehnt haben, mit denen sie auf ihrer langen Reise von Indien nach Griechen­land in Kontakt kamen. Read the rest of this entry »

Romani Ora (16., 17., 18., 19. und 20.12.2024)

Dezember 21st, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 16.12.2024 (mp3)

„Der Romani Ora“-Musikmontag auf Radio MORA ver­spricht Ihnen eine Stunde lang die meisten und ab­wechs­lungs­reichs­ten Roma-Songs. Ge­nießen Sie die musika­lische Vielfalt!


Anhören: →Sendung vom 17.12.2024 (mp3)

Im Tagesthema berichtet Adi Gussak diesmal über die Feier anläss­lich des 25-jährigen Be­stehens der Roma Volks­hoch­schule Burgenland (Website). Die Sen­dung wird wie gewohnt mode­riert von Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 18.12.2024 (mp3)

Eine Gedenkfahrt nach Auschwitz-Birkenau wurde von der Roma­pastoral für Volks­gruppen­an­ge­hörige orga­nisiert. Im ehe­maligem Kon­zentra­tions­lager wurde der er­mordeten Roma und Sinti gedacht.


Anhören: →Sendung vom 19.12.2024 (mp3)

In dieser „Romani Ora“ nimmt uns Adi Gussak mit auf den Advent­markt „Weihnacht in Oberwart“, und in unserer historischen Rubrik „Mri his­torija“ hören Sie heute wieder eine Lebens­geschichte eines Burgen­land-Rom.


Anhören: →Sendung vom 20.12.2024 (mp3)

Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“auf Radio MORA mit den Ver­anstal­tungs­hin­wei­sen/ Mula­tintschage, den zwei­sprachigen Volks­gruppen­nachrich­ten und der Jugend­sendung, wird prä­sentiert von Tina Nardai.

„Jek nevi cedula“

Dezember 17th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Romani, dROMa (Magazin)

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE: Bildungsexpertin und Politikerin Tina Gažovičová (Foto: Tina Gažovičová/Facebook)Ekspertkija: Romani-ischkoli nan nisaj putripe

Dajakere tschibtschakere sikajipeha le Ro­­men­­ge­­re-tscha­­ven­­ge andi Slo­­vakija akan bara andar o drom bejg ispi­­dim te on. O ministerijum dikel ada ojs „keripe uso be­­kejmpfi­­nipe la segre­­gaci­­jona­­tar“. Ham so ada butschol? Amen usi sika­­di­­pes­­keri eks­­pert­­kija Tina Gažo­­vi­­čová ando foro Bratisl­­ava palal phutsch­­lam.

dROMa: Andi Slovakija akan bojd jek ischko­­la la sika­­ji­­pes­­kera tschib­­tscha­­ha Ro­­mani dela. (→Sikadipe: O eksperimento andar Rakúsy) Hi ada jek barikano drom?
Tina Gažovičová: O phutschajipe andi Slovakija igen bri­­gasch­­no hi. Te le politischi taj inter­­kultu­­reli fatre­­ter­­tschen le Romen­­ge­­re-tschu­­li­­pestar andi Slovakija minden­­felitike muani­­nip­­tscha use aja tema hi. Upri jek rik latscho hi, hot but Romen­­gere-tscha­­ven andi Slo­­vakija Romani ojs dajakeri tschib hi taj hatek ada schaj pomo­­schin­­lahi, Romani te andi isch­­kola te siklol. Ande amaro isch­­kola­­kero tscha­­tschipe o tscha­­tschipe le tschu­­lip­­tschen­­dar ande hi, ande lengeri daja­­keri tschib sikade te on, taj amen andi Slovakija jek dugi tradicija isch­­kolen­­dar le ungrike tschu­­lipeske hi. Ando peripe le Romen­­ge­­re-tschu­­li­­pestar ada ham schoha prik beschardo na ulo, kaj tschak igen tschule Roma­­ni-mesch­­ter­­tscha del taj kaj o minden­­feli­­tike dijalek­­tscha le tel pisime Roma­­ni­­jistar avrijal hi. Vaschoda tschak tschule ischkoli del, ande save Romani ojs foch sikado ol, ham dschi­­jakana nisaj ischkola, Rom­­nijiha ojs sikaji­­pes­­keri tschib.

So gejng vakerel?
O argumento gejng ischkoli Romanijiha ojs sikajipeskeri tschib hi, hot on i segre­­gaci­­jona (isch­­kola­­kero artscha­­pinipe) taj o socijali artscha­­pinipe le Romen­­ge­­re-tschu­­li­­pestar meg horeder keren. Ando lejcti desch­­ber­­schen­­gere i segre­­gaci­­jona le Romen­­ge­­re-tscha­­vendar ando ischko­­lakero koja andi Slovakija bibas­­ta­­leder uli. But gava del, ande save agun jek „keverimi“ ischkola delahi, savi Romen­­ge­­re- taj te slova­­kitike, poavar te ungrike tschib­­tschakere tscha­­vendar, kher rodim ule. O gendo le slova­­kitikendar ande odola gava ham tel lel, taj o Roma mindig buteder on, so uso cajchn le „parne naschi­­keri­­pestar“ vodin­­tscha, kaj adi odola ischkoli tschak buter le Romen­­ge­­re-tscha­­vendar kher rodim on. Read the rest of this entry »

„Ein neues Etikett“

Dezember 17th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Romani, dROMa (Magazin)

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE: Bildungsexpertin und Politikerin Tina Gažovičová (Foto: Tina Gažovičová/Facebook)Expertin: Romani-Schulen sind keine Lösung

Mit muttersprachlichem Unterricht sollen den Ro­­ma-Kin­dern in der Slo­wa­kei end­lich Steine aus dem Weg ge­räumt werden. Das Mi­nis­te­ri­um sieht dies auch als „Bei­trag zur Be­kämpfung der Se­gre­ga­tion“. Aber was be­deu­tet das? Wir ha­ben bei der Bil­dungs­ex­per­tin Tina Gažo­vi­čová in Bratislava nach­ge­fragt.

dROMa: In der Slowakei wird es bald eine Schule mit der Unter­richts­sprache Romani ge­ben (→mehr hier). Ist das ein sinn­voller Weg?
Tina Gažovičová: Die Frage ist in der Slowakei sehr umstritten. Auch die politi­schen und intel­lek­tuellen Ver­treter der Roma-Min­der­heit in der Slowakei haben unter­schied­liche Meinungen zu diesem Thema. Einer­seits stimmt es, dass viele Roma-Kinder in der Slowa­kei Romani als Mutter­sprache haben und es daher für sie hilf­reich sein könnte, Ro­mani auch in der Schule zu lernen. Unser Schul­gesetz beinhaltet das Recht der Minder­heiten, in ihrer Mutter­sprache unter­richtet zu werden, und wir haben in der Slowakei eine lange Tradition von Schulen für die ungarische Minder­heit. Im Falle der Roma-Min­der­heit wurde dies jedoch nie um­ge­setzt, da es nur sehr wenige Roma­ni-Lehrer gibt und außer­dem die ver­schie­denen Dialekte vom kodi­fizierten Romani ab­weichen. Daher gibt es nur wenige Schulen, in denen Romani als Fach unter­richtet wird, aber bisher keine mit Romani als Unter­richts­sprache.

Was spricht inhaltlich dagegen?
Das Argument gegen Schulen mit Romani als Unterrichtssprache ist, dass sie Segregation (Anm.: schuli­sche Ab­sonde­rung) und sozialen Aus­schluss der Roma-Min­der­heit weiter ver­tiefen. In den letzten Jahr­zehn­ten hat sich die Segre­gation von Roma-Kind­ern im Schul­wesen in der Slowakei ver­schärft. Es gibt viele Dörfer, in denen es früher eine „ge­mischte“ Schule gab, die sowohl von Roma- als auch von slowa­kischen, manchmal auch un­garisch­spra­chigen Kindern besucht wurde. Die Zahl der Slowaken in diesen Dörfern nimmt jedoch ab, während die Roma-Be­völ­ke­rung zu­nimmt, was zum Phä­nomen der „weißen Flucht“ geführt hat, so dass diese Schulen heute nur noch von Roma-Kindern besucht werden. Read the rest of this entry »

Sinti und Roma in Sachsen-Anhalt

Dezember 16th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Wissenschaft

QuellenNAHVerena Meier: Sinti und Roma in Sachsen-Anhalt. Zwischen Antiziganismus und Selbst­be­haup­tung (= QuellenNAH, Heft 9), Magdeburg 2024

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Seit 2021 veröffentlicht das Landesarchiv Sachsen-Anhalt in seiner archiv­pädago­gischen Reihe QuellenNAH sowohl gedruckt als auch digital historische Quellen, welche die viel­fältige Geschichte Sach­sen-An­halts doku­mentieren. Das nun vor­liegende neunte Heft widmet sich der Geschichte der Sinti und Roma in Sach­sen-An­halt und prä­sentiert Quellen vom 17. Jahr­hundert über die DDR-Zeit bis in die Gegen­wart. Diese doku­mentieren die Geschichte der Sinti und Roma als Teil der deutschen Geschichte. Das Landes­archiv und seine Ko­opera­tions­partner wollen damit einen dringend not­wendigen Beitrag zur historischen Auf­klärung und gegen An­ti­­ziganis­mus leisten.

Die Materialien und Quellentexte bieten vielschichtige didaktisch-metho­dische Zugänge zu Geschichte und Lebens­welten der Sinti und Roma und sensi­bilisieren für anti­ziganis­tische Vor­urteils­konstrukte in Ver­gangen­heit und Gegenwart. Zahl­reiche Bezüge zu Fach­lehrplänen sowie Infor­mationen zu außer­schulischen Lern- und Gedenk­orten ermög­lichen den Lehrkräften, dieses breite Themen­spektrum in den Unterricht ein­zu­binden.

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