Facts & Figures (560)
Juni 30th, 2025 | Published in Facts & Figures
Juni 30th, 2025 | Published in Facts & Figures
Juni 30th, 2025 | Published in Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 24.6.2025 (mp3)
Laura Moisi ist Mitarbeiterin der Firma „itworks“. Im Tagesbeitrag dieser Ausgabe der „Romani Ora“ erzählt sie uns mehr über das Projekt „EVA – Einkommen verbessern und Arbeit fördern für Frauen im Burgenland“.
Rechtzeitig zum Schulschluss veranstaltet auch der Verein „Romano Centro“ in Wien ein Abschlussfest für die Kinder der Lernbetreuung. Mit Tanz, Musik und gemütlichem Beisammensein wurde das Schuljahr gebührend verabschiedet. Außerdem in dieser Sendung: die Volksgruppennews.
Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ mit den Veranstaltungshinweisen und der vielfältigsten Roma-Musik. In der Jugendsendung, gestaltet und moderiert von Adi Gussak, hören Sie mehr über den „Pride Month“.
Juni 29th, 2025 | Published in Politik
Erstmals in der Geschichte Rumäniens übernimmt ein Politiker aus der Roma-Minderheit ein Ministeramt: Petre-Florin Manole, 41, Menschenrechtsaktivist und Abgeordneter der Sozialdemokraten (PSD), wurde zum Minister für Arbeit und soziale Solidarität ernannt.
Damit übernimmt Manole, der zuletzt auch als PSD-Sprecher fungierte, eines der Schlüsselressorts im neuen Kabinett von Premierminister Ilie Bolojan. Sein politischer Werdegang ist eng mit seinem Engagement für die Roma-Minderheit verbunden. Manole war an diversen Gesetzesinitiativen beteiligt, die auf die Verbesserung der Lebensbedingungen und die Bekämpfung der Diskriminierung der Roma abzielten.
Historiker, Roma-Aktivist, Politiker
Petre-Florin Manole, 1983 geboren im südostrumänischen Slobozia, studierte Geschichte an der Universität Bukarest und absolvierte anschließend ein US-Programm zu Außenpolitik und Menschenrechten. 2012 trat er in die Politik ein – zunächst als Gemeinderat in Bukarest, später als Berater im Arbeitsministerium. 2016 wurde Manole schließlich Abgeordneter der Sozialdemokraten (PSD) im Parlament; inzwischen befindet er sich bereits in seiner dritten Legislaturperiode. Von 2022 bis 2023 war er zudem Staatssekretär im Büro des stellvertretenden Premierministers.
Schon vor seiner politischen Laufbahn engagierte sich Manole in der Zivilgesellschaft. Er arbeitete in Roma-Organisationen (Centrul Romilor pentru Politici Publice – Aven Amentza und Agenția Împreună), war im Vorstand des Nationalen Antidiskriminierungsrats (CNCD) und kurzzeitig Berater der Weltbank. Zudem war er für den Roma Education Fund România und als Referent am Elie-Wiesel-Institut für die Erforschung des Holocausts in Rumänien tätig.
„Historische Bedeutung“
Roma-Vertreter begrüßen die erstmalige Ernennung eines Roma-Politikers und sprechen von einer Schritt von historischer Tragweite. So etwa Mensur Haliti, Vizepräsident der Roma Foundation for Europe: Read the rest of this entry »
Juni 25th, 2025 | Published in Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Christian Gerhard Kelch (2020): Dr. Hermann Arnold und seine »Zigeuner«. Zur Geschichte der „Grundlagenforschung“ gegen Sinti und Roma in Deutschland unter Berücksichtigung der Genese des Antiziganismusbegriffs
Dissertation, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg/FAU (Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie), 671 S.
Abstract (Auszug, S. 668 ff.):
Vorliegende Kritik der Tsiganologie setzt sich aus wissenschaftsgeschichtlicher Perspektive mit dem Phänomen Antiziganismus in der deutschsprachigen Wissenschaft auseinander. Im Zentrum steht der deutsche Mediziner Dr. Hermann Arnold (1912-2005), der nach dem Völkermord an den Sinti und Roma (Porajmos) durch die Nationalsozialisten als maßgebliche wissenschaftliche Instanz bezüglich der Deutung der Lebensweise und der Geschichte der als »Zigeuner« bezeichneten Sinti, Roma und auch Jenischen galt. Die Studie ist als Historische Diskursanalyse angelegt und fragt nach Kontinuitäten und Brüchen des „Wissensdiskurses“ über diejenigen Menschen, die als »Zigeuner« stigmatisiert wurden und werden. Gleichzeitig wird in Form einer begriffsgeschichtlichen Klammer der historischen Genese und gegenwärtigen Rezeption des Antiziganismusbegriffs, mit dem die spezifische Form des Ressentiments gegen Sinti und Roma und andere Gruppen in Deutschland seit den 1980er Jahren benannt wird und der nach wie vor umstritten ist, nachgegangen. Im Zentrum stehen dabei die Fragen: 1.) nach dem spezifischen Zigeunerbild Hermann Arnolds, 2.) Arnolds Wirken als „Zigeunerexperte“ in der bundesdeutschen Ministerialbürokratie, 3.) nach dem Wandel des Diskurses über vermeintliche »Zigeuner« im Verlauf der 1970er Jahre, 4.) nach Kontinuitäten zu Arnold in deutschen Tsiganologie der 1980er und 2000er Jahre und 5.) nach der Rezeption des Antiziganismusbegriffs in Deutschland. […] Read the rest of this entry »
Juni 24th, 2025 | Published in Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 17.6.2025 (mp3)
Im Tagesbeitrag hören Sie eine Diskussionsrunde vom „Treffen am runden Tisch / Talalinipe upro karikano stolo“, das vom Projekt „O drom andi cukunft“ organisiert wurde. Die Themen Bildung, Medien und Arbeitswelt standen dabei im Fokus.
Der Verein „Frauen für Frauen Burgenland“ hat im Oberwarter Stadtgarten sein erstes Sommerfest gefeiert. Neben Infostationen, Live Musik und einer großen Tombola stand das breitgefächerte Angebot des Vereins im Mittelpunkt. Durch die Sendung führt Tina Nardai.
In der Freitagsausgabe der „Romani Ora“ hören Sie neben den Veranstaltungshinweisen/ Mulatintschage natürlich auch wieder die Jugendsendung „Young, wild and free – le ternenge“. Darin nimmt Sie Adi Gussak mit auf die Oberwarter „Youth rocks party“, die von der offenen Jugendarbeit abgehalten wurde.
Der musikalische Start in die neue Woche erfolgt in der „Romani Ora“ mit dem Musikmontag. Neben den Volksgruppennachrichten in Deutsch und Burgenland-Romani erhalten Sie die abwechslungsreichste und vielfältigste Roma-Musik.
Juni 23rd, 2025 | Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Nein zu den Maschinen – Roma-Perspektiven auf eine apokalyptische Landwirtschaft
Bis 30. Oktober 2025 im Aufbau-Haus am Moritzplatz (Stiftung Kai Dikhas und Kunstraum Dikhas Dur, Prinzenstr. 84, 10969 Berlin). Öffnungszeiten: Do. bis Sa. 16–19 Uhr
Das „No a las máquinas“ im Titel der Ausstellung ist einem Graffiti in der Heimatstadt des Kurators Miguel Angel Vargas Rubio entnommen. Lebrija, unweit von Sevilla in der von industrieller Landwirtschaft geprägten Landschaft Andalusiens gelegen, ist ein Zentrum der spanischen Gitanos, die dort seit vielen hundert Jahren leben. Ihr Leben wird vor allem auch von dem Wandel der Landwirtschaft bestimmt, von den Besitzverhältnissen, der Industrialisierung bis hin zu den massiven ökologischen Schwierigkeiten der Region Andalusien und der Klimakrise unserer Zeit.
Ausgehend von dem Text von Miguel Angel Vargas Rubio (siehe unten) vereint „NEIN ZU MASCHINEN – Roma-Perspektiven auf eine apokalyptische Landwirtschaft“ künstlerische Perspektiven auf diese Situation: Kann die Tradition der Sinti und Roma, die von einem nachhaltigen Umgang mit der Umwelt erzählt, nicht nur die Missstände sondern auch Wege aus der Krise aufzeigen?
Die Ausstellung zeigt Arbeiten von David Weiss, der nicht nur Künstler, sondern auch Agrar-Ökologe ist, des britischen Künstlers Dan Turner, und der wie Miguel Angel Vargas Rubio ebenfalls aus Andalusien stammenden Künstler Helios Gómez (1905–1956) und Manolo Gómez sowie von der Französin Marina Rosselle. Die Ausstellung, kuratiert von Miguel Ángel Vargas Rubio und Moritz Pankok, wurde mit der großzügigen Unterstützung der Botschaft von Spanien ermöglicht. Read the rest of this entry »
Juni 21st, 2025 | Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Nach Protesten: Das Amt des deutschen Antiziganismus-Beauftragten wird nun doch neu besetzt. Michael Brand (CDU) folgt dem bisherigen Beauftragten Mehmet Daimagüler nach.
Die erst kürzlich bekannt gewordene Entscheidung, diese erst im Mai 2022 neu geschaffene Stelle nach dem Rücktritt von Mehmet Daimagüler nicht fortzuführen, hatte energische Reaktionen aus den Organisationen und Verbänden der Sinti und Roma zur Folge. Kelly Laubinger von der Sinti-Union Schleswig-Holstein etwa sprach von „Unsichtbarmachung“ und „politischem Skandal“, Petra Rosenberg vom Landesverband Berlin-Brandenburg von einem „fatalen Signal“. Und Romani Rose vom Zentralverband Deutscher Sinti und Roma zeigte sich von den Plänen der Bundesregierung irritiert und versprach, bei der Bundesregierung zu intervenieren.
Auch in einer spontan gestarteten Petition an Kanzler Merz und Familienministerin Prien (wir berichteten) forderten Roma-Aktivisten die Beibehaltung der Stelle: „Besetzen Sie die Stelle des Beauftragten neu! Es war ein wichtiges Zeichen, dass sie geschaffen wurde. Es ist ein verheerendes Zeichen, dass sie nun einfach entfällt – obwohl Antiziganismus weiterhin Alltag ist. Obwohl wir endlich mehr Sichtbarkeit brauchen. Obwohl wir ein Teil dieser Gesellschaft sind. Diese Entscheidung muss rückgängig gemacht werden. Ein Beauftragter für die Belange von Sinti und Roma ist kein verzichtbarer Luxus – sondern eine Notwendigkeit.”
Nun hat das Bundeskabinett Michael Brand (MdB, CDU) zum Beauftragten der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland berufen. Die Ernennung erfolgte am 18. Juni auf Vorschlag von Bundesministerin Karin Prien für die Dauer der 21. Wahlperiode. Michael Brand ist derzeit Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).
Zur Person des neuen Antiziganismusbeauftragten informiert die Website des Ministeriums: „Michael Brand ist studierter Politikwissenschaftler und seit vielen Jahren im Bereich Menschenrechte aktiv, unter anderem als Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses im Deutschen Bundestag sowie als Sprecher für Menschenrechte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Read the rest of this entry »
Juni 18th, 2025 | Published in Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 10.6.2025 (mp3)
Das Roma-Projekt THARA feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass lud THARA unter dem Motto „Good Practices in der Arbeit gegen Diskriminierung und für einen verbesserten Arbeitsmarktzugang von Rom*nja und Sinti*zze“ zu einem Vernetzungstreffen ein. Bei diesem konnten sich Expertinnen udn Experten über ihre Erfahrungen austauschen und ihre „Learnings” teilen.
Der traditionelle „Roma-Butschu“ ist Mittelpunkt dieser „Romani Ora“. Das sogenannte „Wiesenfest“ findet bereits seit 1991 statt und wurde heuer im Kulturhaus Unterwart abgehalten.
Neben den Volksgruppennachrichten hören Sie in dieser Ausgabe ein Interview mit den beiden Botschaftern Aleksander Geržina (Slowenien) und Daniel Glunčić (Kroatien), die anlässlich des Artikels 7 im Staatsvertag zu Besuch in Österreich waren. Sie haben sich auch ein Bild über die aktuelle Situation der Roma im Burgenland gemacht.
Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ hält wie immer den Veranstaltungskalender für Sie parat. Und über den E-Sports-Verein „Berzloy“, der von zwei Jugendlichen aus Stegersbach betrieben wird, berichtet uns Adi Gussak in der Jugendsendung.
Der „Romani Ora“-Musikmontag für einen vielfältigen und entspannten Start in die neue Woche. Abwechslungsreiche Roma-Musik und informative Volksgruppennachrichten in einer Stunde auf Radio MORA.
Juni 16th, 2025 | Published in Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 16.6.2025 | 6:44 min
Die burgenländische Roma-Band „Romano Rath“ („Roma-Blut“)
Schov terne Roma andar i Tenuerba, Erba taj Tikni Boslinatar kerde angle poar berscha i banda „Romano Rath“ taj uso kulturakero entviklinipe le Romendar jek barikano falato use ledschine. O muschikaschtscha ar pumenge kerde Romani muschika te kerel. O erschti cidipe la bandatar „Romano Rath“ sina uso Roma-Butschu 1994 andi Tikni Boslina.
Sechs junge Roma aus Unterwart, Oberwart und Kleinbachselten gründeten vor über 30 Jahren Jahren die Band „Romano Rath“ („Roma-Blut“) und trugen in der Folge wesentlich zur Entwicklung einer eigenen Festkultur bei. Die Musiker entschieden sich, Roma-Musik zu machen. Der erste Auftritt der Band „Romano Rath“ fand beim Roma-Butschu 1994 in Kleinbachselten statt. Read the rest of this entry »
Juni 13th, 2025 | Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft
Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma:
Das Zwangslager Ravensburg-Ummenwinkel
Podcast „Geschichte nach der Schule“ (Nr. 26), 11.1.2024, 54:53 min.
Dieter Grupp wendet sich in dieser Folge einem über lange Zeit marginalisierten Thema der NS-Geschichte zu: der Opfergruppe der Sinti und Roma. Weit über das Ende der NS-Diktatur hinaus wurden sie nicht als solche anerkannt und mussten für diese Anerkennung einen mühsamen und langen Weg gehen.
Um das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven anzugehen, sind heute zu Gast: Dr. Armin Koch, Fachberater Geschichte am ZSL (Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung) und Referendarsausbilder am Seminar Weingarten, und Philipp Reinhardt, sein ehemaliger Schüler und als Sinto Ko-Autor eines Unterrichtskonzepts zum Zwangslager Ummenwinkel. Darin wird die Geschichte der Sinti im Ravensburg (Oberschwaben) der 1930er und 1940er Jahre in einen größeren Kontext eingeordnet.
Im Podcast wird an vielen komplizierten Bereichen der Geschichtsforschung und -didaktik gerührt: Wie soll man solch ein monströses Thema im Unterricht angemessen behandeln? Was muss unbedingt beachtet werden, was sollte man vermeiden? Welche Perspektiven und welche Sprachregelungen sind zu beachten? Und natürlich – wie kann man heute antiziganistischen Haltungen begegnen? Read the rest of this entry »
Juni 12th, 2025 | Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte
Juni 11th, 2025 | Published in Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 10.5.2025 | 6:53 min
Roma-Butschu ando Kulturakero kher Tenuerbate
Suboton, 7. juni, 2025, o tradicijoneli Roma-Butschu tel likerdo ulo. Sar sako bersch i muschika i burgenlanditiki tradicija ando maschkarutno punkto terdschino. O Roma-Butschu hi jek mulatintschago le kulturendar le flogoskere grupnendar, kaj o Romane bandi, „Romano Rath“ i „Leon Berger Band“, sar Csörge, i horvacki tamburica „Vlahija“, „Post Meridiem Band“ taj i nevi khetan beschti banda „Romantic Death“ pumaro dschanipe sikade. I kultureli diversitata adaj upro programo terdschino, pe ar te parul taj khetan te mulatinel.
Der Roma-Butschu (Roma-Kirtag) ist ein Fest der Kulturen und Volksgruppen im Burgenland. Seit dem Jahr 1991 trifft man sich und feiert gemeinsam – Roma und Nicht-Roma. Es geht um kulturelle Diversität, um das Miteinander der verschiedenen Volksgruppen. Im Mittelpunkt steht dabei jedes Jahr die Musik. Neben den Oberwarter Roma-Bands „Romano Rath“ und „Leon Berger Band“ präsentierten heuer auch die neu gegründete Band „Romantic Death“ ihr Können. Read the rest of this entry »
Juni 10th, 2025 | Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Die neue deutsche Bundesregierung will auf die Nachbesetzung der Stelle des Antiziganismus-Beauftragten verzichten. Die Abschaffung dieses erst 2022 geschaffenen Amtes bedeutet einen „Schlag ins Gesicht für die Sinti und Roma“. Im Folgenden geben wir, insbesondere für unsere Leserinnen und Leser in Deutschland, den Text einer Online-Petition wieder:
Petition: Antiziganismus bekämpfen – Beauftragtenstelle für Sinti und Roma wieder besetzen!
Gestartet von Gjulner Sejdi
→Zum Unterzeichnen
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,
sehr geehrte Frau Ministerin Prien,
wir sind Sinti und Roma*) – Bürgerinnen und Bürger dieses Landes. Deutschland hat uns unter dem NS-Regime verfolgt, deportiert, ermordet. Über 500.000 Menschen. Der Völkermord an unserer Minderheit ist noch immer nicht vollständig aufgearbeitet. Und auch heute erleben wir täglich Ausgrenzung, Hass, Diskriminierung – Antiziganismus. Und der nimmt zu. Umso unverständlicher ist es für uns, dass die Bundesregierung die Stelle des Beauftragten für die Belange von Sinti und Roma und gegen Antiziganismus einfach gestrichen hat – still und leise, ohne Begründung, ohne neue Perspektive.
Der bisherige Beauftragte Mehmet Daimagüler hat Mut bewiesen, klar gesprochen und gehandelt – im Namen der Bundesregierung. Drei Beispiele zeigen, wie wichtig seine Rolle war: Read the rest of this entry »
Juni 8th, 2025 | Published in Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 4.6.2025 (mp3)
Fußball verbindet, das zeigt auch der in Wien aktive Amateur-Verein „SV Gipsy Kings“. Der von Roma gegründete Sportverein steht diesmal im Fokus unserer „Romani Ora“. Dazu präsentieren wir Ihnen die Volksgruppennachrichten und die vielfältigste Roma-Musik.
Beim Autobedarf Franz in Siget in der Wart ging Ende Mai das 3. Benefiz-Oldtimer-Treffen für einen guten Zweck über die Bühne. Neben PS, Solidarität und Kulinarik gab es auch Musik und jede Menge gute Stimmung.
Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ auf Radio MORA hat pünktlich zum Beginn des Wochenendes die Veranstaltungshinweise/ Mulatintschage mit dabei. Und in der Jugendsendung nimmt Sie Adi Gussak mit zu einem Konzert des Deutschrappers „Gzuz“.
Juni 6th, 2025 | Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Ausstellung im Kunsthaus Bregenz
Zu sehen bis 28.9.2025
Eröffnung: Freitag, 6. Juni, 19 Uhr
Małgorzata Mirga-Tas’ Kunst widmet sich den Lebenswelten der Rom*nja, in detailreichen, realistischen Darstellungen porträtiert sie alltägliche Szenen — das Rauchen einer Zigarette, das Spielen von Karten oder das Aufhängen von Wäsche. Im Kunsthaus Bregenz zeigt sie zudem Plastiken, die eigens für diese Räume geschaffen wurden. Sie greifen mythische Erzählungen auf und sind zugleich Sinnbilder der gegenwärtigen Conditio humana.
Internationale Bekanntheit erlangte Mirga-Tas 2022 auf der Biennale in Venedig, wo sie den Polnischen Pavillon mit großflächigen Textilarbeiten auskleidete. Drei Bildregister zitieren Monatsdarstellungen, die von einem berühmten Freskozyklus der italienischen Renaissance inspiriert sind: dem Kalender im Palazzo Schifanoia in Ferrara. Die Tierkreiszeichen in der Mitte des Werks werden von fast lebensgroßen Porträts flankiert. Der obere, farbenprächtige Fries berichtet von der Geschichte der Rom*nja und ihrem Auszug nach Europa. Es ist eine Erzählung über Migration und nomadisches Leben, die in der Darstellung historischer Kleidung, der Tiere und weitläufigen Landschaften lebendig wird. Das untere Register zeigt Alltagsszenen der Gegenwart — Gemeinschaft, Weiblichkeit, Freundschaft und Familie.
Indem die Rom*nja-Gemeinschaft ihre eigenen Erzählungen zurückerobert, bricht sie mit den von Teilen der Gesellschaft auf sie projizierten jahrhundertealten Fremdbildern. Die Technik der Stoffcollage knüpft an die Rom*nja-Handwerkskunst an. Doch Mirga-Tas’ textile Kunst ist weit mehr als eine Hommage an traditionelle Frauenarbeit. Sie erhebt das Nähen in den Rang einer politischen Praxis. In einem Bild findet sich ein Selbstporträt, das sie im Freien gemeinsam mit anderen Frauen beim Nähen zeigt. Diese Frauenfiguren sind nicht passive Akteur*innen, sondern Protagonist*innen ihres eigenen Lebens. Arbeit erscheint in ihrer Kunst nicht als Last, sondern als Quelle von Identität und Gemeinschaft. Read the rest of this entry »
Juni 5th, 2025 | Published in Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 28.5.2025 (mp3)
In der Mittwochsausgabe der „Romani Ora“ berichtet uns Adi Gussak vom Finalspiel der Oberwart Gunners, die sich zum vierten Mal den Meistertitel in der österreichischen Basketball-Liga sicherten. Mehr dazu hören Sie im Tagesthema.
Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ auf Radio MORA mit dem Veranstaltungskalender und der Jugendsendung „Young, wild and free – le ternenge“. Darin hören erfahren Sie diesmal mehr über die „GROW-Jobbörse“, die im Einkaufszentrum „EO“ in Oberwart abgehalten wurde.
Das ist der „Romani Ora“-Musikmontag auf Radio MORA, präsentiert von Tina Nardai. Neben den Volksgruppennachrichten hören Sie die ultimative Dosis an Roma-Musik.
Die „Omas gegen Rechts Südburgenland“ machten mit ihrem Demokratiequiz im Oberwarter Stadtgarten auf sich aufmerksam. Die genaueren Infos dazu gibt es im aktuellen Tagesbeitrag der „Romani Ora“.
Juni 4th, 2025 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Rund 200 Roma und Romnja in Sofia sind nach der Zerstörung ihrer Häuser durch die lokalen Behörden obdachlos geworden. Die Polizei führte die Zwangsräumungen ohne ordnungsgemäßes Verfahren, ohne angemessene Vorankündigung und ohne Prüfung alternativer Lösungen durch. Das Vorgehen der Behörden ist eine direkte Verletzung eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 11. April. Dieser hatte die Regierung angewiesen, bis zur Klärung eines Rechtsstreits den Abriss der Häuser einzustellen. Die betroffenen Familien, darunter Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit Behinderungen, sind nun ohne Unterkunft, Wasser und Strom.
→URGENT ACTION: Setz dich ein! (Bis 9. Nov. 2025)
Die Lage der geräumten Rom*nja-Familien des Stadtteils Zaharna Fabrika in Sofia ist nach wie vor katastrophal. Seit dem 15. April hat die Bezirksverwaltung von Ilinden in Sofia Dutzende von Häusern in Zaharna Fabrika abreißen lassen, wodurch fast 200 Rom*nja – darunter Kinder, ältere Menschen und Schwangere – obdachlos wurden. Die meisten Familien sind ohne Unterkunft und haben keinen Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Wasser, Strom, Gesundheitsversorgung und Bildung. Seit dem Abriss haben die Behörden nur wenigen Familien eine alternative Unterkunft zur Verfügung gestellt. Die meisten von ihnen leben unter äußerst prekären Bedingungen, schlafen in Zelten oder sind auf Behelfsunterkünfte angewiesen.
Die Zerstörung der Häuser erfolgte ohne ein angemessenes Verfahren, ohne Vorankündigung und ohne echte Konsultation zur Auslotung von Alternativlösungen. Damit wurde ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 11. April missachtet, das die bulgarischen Behörden angewiesen hatte, die Räumungen so lange auszusetzen, bis alternative Unterkunftsmöglichkeiten vorliegen. Mit der Missachtung dieses Urteils haben die bulgarischen Behörden gegen ihre internationalen und regionalen Menschenrechtsverpflichtungen verstoßen, einschließlich der Gewährleistung des Rechts auf angemessenen Wohnraum. Danach sind Zwangsräumungen nur als letztes Mittel zulässig, und zwar nach einer echten Konsultation, bei der alle Alternativen zu einer Räumung geprüft werden, nach der Bereitstellung einer angemessenen Alternativunterkunft und nach der Umsetzung von Schutzmaßnahmen zum Schutz der Würde und der Rechte der Betroffenen. Amnesty International ist der Ansicht, dass die Räumungen angesichts des Fehlens von Verfahrensgarantien und der daraus resultierenden Obdachlosigkeit der meisten Betroffenen Zwangsräumungen gleichkommen – einer Praxis, die nach den internationalen und regionalen Menschenrechtsverpflichtungen Bulgariens verboten ist. Read the rest of this entry »
Juni 2nd, 2025 | Published in Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 22.5.2025 (mp3)
„Fair vorgesorgt? Frauen, Pensionen & Gerechtigkeit“ – ein aufschlussreicher Vortrag von Dr.in Ingrid Mairhuber im Offenen Haus Oberwart ist Tagesthema dieser „Romani Ora“. Präsentiert von Tina Nardai.
Neben den Veranstaltungshinweisen/ Mulatintschage bereichert Adi Gussak unsere „Romani Ora“ mit seiner Jugendsendung „Young, wild and free – le ternenge“. In dieser Ausgabe nimmt er die schriftliche Matura ein wenig genauer unter die Lupe.
Der „Romani Ora“-Musikmontag beschert Ihnen einen musikalischen, schwungvollen Start in die neue Woche. Mit den aktuellen News unserer Volksgruppennachrichten wird unsere vielfältige Musiksendung informativ abgerundet.
In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ nehmen wir Sie mit auf einem Fahrradflohmarkt, der im Oberwarter Stadtgarten abgehalten wurde. Hier hatten Besucher:innen und Verkäufer:innen die Möglichkeit, ein gebrauchtes Rad günstig zu erwerben oder ein ausgedientes Rad zu verkaufen.