Archive for Juni, 2025

Facts & Figures (560)

Juni 30th, 2025  |  Published in Facts & Figures

2024 wurden in Österreich 1.116 Per­so­nen we­gen rechts­extre­mer Straf­ta­ten aus­ge­forscht und an­ge­zeigt (2023: 936). Nur 9 % sind weib­lich.

(Quelle/pdf)

Romani Ora (24.6., 25.6. und 27.6.2025)

Juni 30th, 2025  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 24.6.2025 (mp3)

Laura Moisi ist Mitarbeiterin der Firma „itworks“. Im Tages­beitrag dieser Ausgabe der „Romani Ora“ erzählt sie uns mehr über das Projekt „EVA – Ein­kommen ver­bessern und Arbeit fördern für Frauen im Burgenland“.


Anhören: →Sendung vom 25.6.2025 (mp3)

Rechtzeitig zum Schulschluss veranstaltet auch der Verein „Romano Centro“ in Wien ein Abschluss­fest für die Kinder der Lern­betreuung. Mit Tanz, Musik und gemüt­lichem Bei­sammen­sein wurde das Schuljahr ge­bührend ver­ab­schiedet. Außer­dem in dieser Sendung: die Volks­gruppen­news.


Anhören: →Sendung vom 27.6.2025 (mp3)

Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ mit den Ver­anstal­tungs­hin­weisen und der viel­fältigs­ten Roma-Musik. In der Jugend­sendung, gestal­tet und moderiert von Adi Gussak, hören Sie mehr über den „Pride Month“.


HINWEIS: Am 26. Juni 2025 brachte die „Romani Ora“ statt der ge­wohn­ten Sendung einen Live-Mit­schnitt vom Sommer­konzert des zwei­sprachigen Bundes­gymna­siums Oberwart im Festsaal der refor­mierten Kirche.

Rumänien: Roma-Politiker wird Arbeitsminister

Juni 29th, 2025  |  Published in Politik

Rumäniens neuer Arbeitsminister Petre-Florin Manole (Foto: Parlamentul Republicii Moldova/Flickr/Public Domain via Wikimedia)Erstmals in der Geschichte Rumäniens über­nimmt ein Politi­ker aus der Roma-Min­der­heit ein Minis­ter­amt: Petre-Florin Manole, 41, Men­schen­rechts­akti­vist und Ab­ge­ord­ne­ter der Sozial­demo­kra­ten (PSD), wurde zum Minis­ter für Arbeit und soziale So­li­da­ri­tät er­nannt.

Damit übernimmt Manole, der zuletzt auch als PSD-Sprecher fun­gierte, eines der Schlüssel­ressorts im neuen Kabinett von Pre­mier­minister Ilie Bolojan. Sein politi­scher Werde­gang ist eng mit seinem Engage­ment für die Roma-Min­der­heit ver­bunden. Manole war an diversen Gesetzes­initia­tiven be­teiligt, die auf die Ver­besserung der Lebens­bedin­gungen und die Be­kämpfung der Dis­kriminie­­rung der Roma abzielten.

Historiker, Roma-Aktivist, Politiker

Petre-Florin Manole, 1983 geboren im südost­rumä­nischen Slobozia, studierte Ge­schichte an der Univer­sität Bukarest und absol­vierte an­schließend ein US-Pro­gramm zu Außen­politik und Menschen­rechten. 2012 trat er in die Politik ein – zu­nächst als Ge­meinde­rat in Bukarest, später als Berater im Arbeits­ministe­rium. 2016 wurde Manole schließ­lich Ab­geord­neter der Sozial­demokra­ten (PSD) im Par­lament; inzwi­schen befindet er sich bereits in seiner dritten Legis­latur­periode. Von 2022 bis 2023 war er zudem Staats­­sekretär im Büro des stell­ver­tretenden Premier­ministers.

Schon vor seiner politischen Laufbahn engagierte sich Manole in der Zivil­gesell­schaft. Er arbeitete in Roma-Or­gani­satio­nen (Centrul Romilor pentru Politici Publice – Aven Amentza und Agenția Împreună), war im Vor­stand des Nationa­len Anti­diskri­mi­nie­rungs­rats (CNCD) und kurz­zeitig Berater der Weltbank. Zudem war er für den Roma Education Fund România und als Referent am Elie-Wiesel-Insti­tut für die Er­forschung des Holo­causts in Ru­mänien tätig.

„Historische Bedeutung“

Roma-Vertreter begrüßen die erstmalige Ernennung eines Roma-Politikers und sprechen von einer Schritt von histo­rischer Tragw­eite. So etwa Mensur Haliti, Vize­präsident der Roma Foundation for Europe: Read the rest of this entry »

„Dr. Hermann Arnold und seine »Zigeuner«“

Juni 25th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Christian Gerhard Kelch (2020): Dr. Hermann Arnold und seine »Zigeuner«. Zur Ge­schichte der „Grund­lagen­for­schung“ ge­gen Sinti und Roma in Deutschland unter Be­rück­sich­ti­gung der Genese des Anti­zi­ga­nis­mus­begriffs

Dissertation, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg/FAU (Philo­so­phi­sche Fakultät und Fach­bereich Theo­logie), 671 S.

→Download von OPEN.FAU (pdf)

Abstract (Auszug, S. 668 ff.):

Vorliegende Kritik der Tsiganologie setzt sich aus wissen­schafts­ge­schicht­li­cher Per­spektive mit dem Phänomen Anti­ziganis­mus in der deutsch­sprachigen Wissenschaft aus­einan­der. Im Zentrum steht der deutsche Mediziner Dr. Hermann Arnold (1912-2005), der nach dem Völkermord an den Sinti und Roma (Porajmos) durch die National­sozia­lis­ten als maß­gebliche wissen­schaft­liche Instanz bezüglich der Deutung der Lebens­weise und der Geschichte der als »Zigeuner« be­zeich­neten Sinti, Roma und auch Jenischen galt. Die Studie ist als Histo­rische Diskurs­analyse angelegt und fragt nach Konti­nui­täten und Brüchen des „Wissens­diskurses“ über die­jenigen Menschen, die als »Zigeuner« stig­matisiert wurden und werden. Gleich­zeitig wird in Form einer begriffs­geschicht­li­chen Klammer der histori­schen Genese und gegen­wärtigen Rezeption des Anti­ziga­nismus­begriffs, mit dem die spezi­fische Form des Ressen­timents gegen Sinti und Roma und andere Gruppen in Deutschland seit den 1980er Jahren benannt wird und der nach wie vor um­stritten ist, nach­ge­gangen. Im Zentrum stehen dabei die Fragen: 1.) nach dem spezi­fischen Zigeuner­bild Hermann Arnolds, 2.) Arnolds Wirken als „Zigeuner­experte“ in der bundes­deutschen Minis­terial­bürokratie, 3.) nach dem Wandel des Diskurses über ver­meint­liche »Zigeuner« im Verlauf der 1970er Jahre, 4.) nach Kon­tinui­täten zu Arnold in deut­schen Tsiganologie der 1980er und 2000er Jahre und 5.) nach der Rezeption des Anti­ziganismus­begriffs in Deutsch­land. […] Read the rest of this entry »

Romani Ora (17., 18., 20. und 23.6.2025)

Juni 24th, 2025  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 17.6.2025 (mp3)

Im Tagesbeitrag hören Sie eine Diskussions­runde vom „Treffen am runden Tisch / Tala­linipe upro kari­kano stolo“, das vom Projekt „O drom andi cukunft“ orga­nisiert wurde. Die Themen Bildung, Medien und Arbeits­welt standen dabei im Fokus.


Anhören: →Sendung vom 18.6.2025 (mp3)

Der Verein „Frauen für Frauen Burgenland“ hat im Ober­warter Stadt­garten sein erstes Sommer­fest gefeiert. Neben Info­statio­nen, Live Musik und einer großen Tombola stand das breit­ge­fä­cherte Angebot des Vereins im Mittel­punkt. Durch die Sendung führt Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 20.6.2025 (mp3)

In der Freitagsausgabe der „Romani Ora“ hören Sie neben den Ver­anstal­tungs­hin­weisen/ Mula­tin­tschage natür­lich auch wieder die Jugend­sendung „Young, wild and free – le ter­nenge“. Darin nimmt Sie Adi Gussak mit auf die Ober­warter „Youth rocks party“, die von der offenen Jugend­arbeit ab­ge­halten wurde.


Anhören: →Sendung vom 23.6.2025 (mp3)

Der musikalische Start in die neue Woche erfolgt in der „Romani Ora“ mit dem Musik­montag. Neben den Volks­gruppen­nachrich­ten in Deutsch und Burgen­land-Ro­mani erhalten Sie die ab­wechs­lungs­reichste und viel­fäl­tigste Roma-Musik.

Ausstellung in Berlin: „Nein zu den Maschinen“

Juni 23rd, 2025  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellung "No a las máquinas" in Berlin (Bild: Kai Dikhas)Nein zu den Maschinen – Roma-Perspektiven auf eine apo­kalyp­tische Land­wirtschaft

Bis 30. Oktober 2025 im Aufbau-Haus am Moritz­platz (Stiftung Kai Dikhas und Kunst­raum Dikhas Dur, Prinzen­str. 84, 10969 Berlin). Öff­nungs­zeiten: Do. bis Sa. 16–19 Uhr

Das „No a las máquinas im Titel der Ausstellung ist einem Graffiti in der Heimat­stadt des Kurators Miguel Angel Vargas Rubio ent­nommen. Lebrija, unweit von Sevilla in der von industri­eller Land­wirtschaft ge­prägten Landschaft Andalusiens ge­legen, ist ein Zentrum der spanischen Gitanos, die dort seit vielen hun­dert Jahren leben. Ihr Leben wird vor allem auch von dem Wandel der Land­wirtschaft be­stimmt, von den Besitz­ver­hält­nissen, der Industri­ali­sier­ung bis hin zu den massiven ökolo­gischen Schwierig­keiten der Region Anda­lusien und der Klimakrise unserer Zeit.

Ausgehend von dem Text von Miguel Angel Vargas Rubio (siehe unten) vereint „NEIN ZU MASCHINEN – Roma-Per­spekti­ven auf eine apo­kalyp­tische Land­wirtschaft“ künst­lerische Per­spekti­ven auf diese Situation: Kann die Tradi­tion der Sinti und Roma, die von einem nach­halti­gen Um­gang mit der Umwelt erzählt, nicht nur die Miss­stände son­dern auch Wege aus der Krise auf­zeigen?

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von David Weiss, der nicht nur Künstler, son­dern auch Agrar-Öko­loge ist, des briti­schen Künstlers Dan Turner, und der wie Miguel Angel Vargas Rubio eben­falls aus Andalusien stam­men­den Künstler Helios Gómez (1905–1956) und Manolo Gómez sowie von der Fran­zösin Marina Rosselle. Die Ausstel­lung, kuratiert von Miguel Ángel Vargas Rubio und Moritz Pankok, wurde mit der groß­zügi­gen Unter­stützung der Botschaft von Spanien er­möglicht. Read the rest of this entry »

Neuer deutscher Antiziganismus-Beauftragter

Juni 21st, 2025  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Der neue Beauftragte: Parl. Staatssekretaer Michael Brand (Pressefoto: Dominik Butzmann/photothek, im Auftrag des BMFSFJNach Protesten: Das Amt des deutschen Anti­ziga­nis­mus-Be­auf­trag­ten wird nun doch neu be­setzt. Michael Brand (CDU) folgt dem bis­heri­gen Be­auf­trag­ten Mehmet Daima­güler nach.

Die erst kürzlich bekannt gewordene Entscheidung, diese erst im Mai 2022 neu geschaf­fene Stelle nach dem Rück­tritt von Mehmet Daimagüler nicht fort­zu­führen, hatte ener­gische Re­aktio­nen aus den Organi­satio­nen und Verbänden der Sinti und Roma zur Folge. Kelly Laubinger von der Sinti-Union Schles­wig-Hol­stein etwa sprach von „Un­sicht­bar­machung“ und „politi­schem Skandal“, Petra Rosenberg vom Lan­des­verband Berlin-Bran­den­burg von einem „fatalen Signal“. Und Romani Rose vom Zentral­ver­band Deutscher Sinti und Roma zeigte sich von den Plänen der Bundes­regie­rung irritiert und ver­sprach, bei der Bundes­regie­rung zu inter­ve­nieren.

Auch in einer spontan gestarteten Petition an Kanzler Merz und Familien­minis­terin Prien (wir be­rich­teten) forderten Roma-Ak­tivis­ten die Bei­behal­tung der Stelle: „Besetzen Sie die Stelle des Be­auftrag­ten neu! Es war ein wich­tiges Zeichen, dass sie ge­schaffen wurde. Es ist ein ver­heeren­des Zeichen, dass sie nun einfach entfällt – obwohl Anti­ziganis­mus weiter­hin Alltag ist. Obwohl wir endlich mehr Sicht­bar­keit brauchen. Obwohl wir ein Teil dieser Gesell­schaft sind. Diese Ent­scheidung muss rück­gängig gemacht werden. Ein Beauftragter für die Belange von Sinti und Roma ist kein ver­zicht­barer Luxus – sondern eine Not­wendig­keit.”

Nun hat das Bundeskabinett Michael Brand (MdB, CDU) zum Beauf­tragten der Bun­des­regierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland be­rufen. Die Ernen­nung erfolgte am 18. Juni auf Vorschlag von Bundes­minis­terin Karin Prien für die Dauer der 21. Wahl­periode. Michael Brand ist derzeit Par­lamen­tari­scher Staats­sekretär im Bundes­minis­terium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).

Zur Person des neuen Antiziganismusbeauftragten informiert die Website des Minis­teriums: „Michael Brand ist studierter Politik­wissen­schaftler und seit vielen Jahren im Bereich Men­schen­rechte aktiv, unter anderem als Vor­sitzender des Men­schen­rechts­aus­schusses im Deutschen Bundestag sowie als Sprecher für Menschen­rechte der CDU/CSU-Bun­des­tags­frak­tion. Read the rest of this entry »

Romani Ora (10., 11., 12., 13. & 16.6.2025)

Juni 18th, 2025  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 10.6.2025 (mp3)

Das Roma-Projekt THARA feiert heuer sein 20-jähri­ges Bestehen. Aus diesem Anlass lud THARA unter dem Motto „Good Practices in der Arbeit gegen Dis­kriminie­rung und für einen ver­besser­ten Arbeits­markt­zugang von Rom*nja und Sinti*zze“ zu einem Ver­netzungs­treffen ein. Bei diesem konnten sich Ex­pertin­nen udn Experten über ihre Erfahrun­gen aus­tauschen und ihre „Learnings” teilen.


Anhören: →Sendung vom 11.6.2025 (mp3)

Der traditionelle „Roma-Butschu“ ist Mittel­punkt dieser „Romani Ora“. Das so­ge­nannte „Wiesen­fest“ findet bereits seit 1991 statt und wurde heuer im Kultur­haus Unterwart ab­ge­halten.


Anhören: →Sendung vom 12.6.2025 (mp3)

Neben den Volksgruppennachrichten hören Sie in dieser Aus­gabe ein Interview mit den beiden Bot­schaf­tern Aleksander Geržina (Slowenien) und Daniel Glunčić (Kroatien), die an­lässlich des Artikels 7 im Staats­vertag zu Besuch in Österreich waren. Sie haben sich auch ein Bild über die aktu­elle Situa­tion der Roma im Burgenland gemacht.


Anhören: →Sendung vom 13.6.2025 (mp3)

Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ hält wie immer den Veranstaltungskalender für Sie parat. Und über den E-Sports-Verein „Berzloy“, der von zwei Jugend­lichen aus Stegersbach be­trieben wird, berich­tet uns Adi Gussak in der Jugend­sendung.


Anhören: →Sendung vom 16.6.2025 (mp3)

Der „Romani Ora“-Musikmontag für einen vielfältigen und ent­spann­ten Start in die neue Woche. Ab­wechs­lungs­reiche Roma-Musik und infor­mative Volks­gruppen­nach­richten in einer Stunde auf Radio MORA.

I Romani banda „Romano Rath“

Juni 16th, 2025  |  Published in Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 16.6.2025 | 6:44 min

Die burgenländische Roma-Band „Romano Rath“ („Roma-Blut“)

Schov terne Roma andar i Tenuerba, Erba taj Tikni Boslinatar kerde angle poar berscha i banda „Romano Rath“ taj uso kultu­ra­kero ent­vikli­nipe le Romen­dar jek bari­kano falato use ledschine. O muschi­kasch­tscha ar pumenge kerde Romani muschika te kerel. O erschti cidipe la bandatar „Romano Rath“ sina uso Roma-Butschu 1994 andi Tikni Boslina.

Sechs junge Roma aus Unterwart, Oberwart und Klein­bach­selten grün­deten vor über 30 Jahren Jahren die Band „Romano Rath“ („Roma-Blut“) und trugen in der Folge wesent­lich zur Ent­wicklung einer eigenen Fest­kultur bei. Die Musiker ent­schieden sich, Roma-Musik zu machen. Der erste Auftritt der Band „Romano Rath“ fand beim Roma-Butschu 1994 in Kleinbachselten statt. Read the rest of this entry »

Zwangslager Ravensburg-Ummenwinkel

Juni 13th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft

Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma:
Das Zwangslager Ravensburg-Ummenwinkel

Podcast „Geschichte nach der Schule“  (Nr. 26), 11.1.2024, 54:53 min.

Dieter Grupp wendet sich in dieser Folge einem über lange Zeit mar­gina­li­sierten Thema der NS-Geschichte zu: der Opfer­gruppe der Sinti und Roma. Weit über das Ende der NS-Dik­tatur hinaus wurden sie nicht als solche an­erkannt und mussten für diese An­er­kennung einen müh­samen und langen Weg gehen.

Um das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven anzugehen, sind heute zu Gast: Dr. Armin Koch, Fach­berater Geschichte am ZSL (Zentrum für Schulqualität und Lehrer­bildung) und Re­feren­dars­aus­bilder am Seminar Weingarten, und Philipp Reinhardt, sein ehe­maliger Schüler und als Sinto Ko-Autor eines Unterrichts­konzepts zum Zwangs­lager Ummenwinkel. Darin wird die Geschichte der Sinti im Ravensburg (Oberschwaben) der 1930er und 1940er Jahre in einen größeren Kontext ein­ge­ordnet.

Im Podcast wird an vielen komplizierten Bereichen der Geschichts­forschung und -di­dak­tik gerührt: Wie soll man solch ein monströ­ses Thema im Unterricht an­ge­messen be­handeln? Was muss un­bedingt beachtet werden, was sollte man vermeiden? Welche Per­spektiven und welche Sprach­regelungen sind zu beachten? Und natürlich – wie kann man heute anti­ziganis­tischen Haltungen be­gegnen? Read the rest of this entry »

Facts & Figures (559)

Juni 12th, 2025  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

Im deutschen „Ver­fas­sungs­schutz­bericht 2024“ kommt der The­men­­bereich „Anti­zi­ga­nis­mus“ kein einziges Mal vor.

(Quelle/pdf)

Roma-Butschu im Kulturhaus Unterwart

Juni 11th, 2025  |  Published in Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 10.5.2025 | 6:53 min

Roma-Butschu ando Kultura­kero kher Tenu­erbate

Suboton, 7. juni, 2025, o tradicijoneli Roma-Butschu tel likerdo ulo. Sar sako bersch i muschika i burgen­landitiki tradicija ando masch­karutno punkto terdschino. O Roma-Butschu hi jek mula­tin­tschago le kultu­rendar le flogos­kere grup­nendar, kaj o Romane bandi, „Romano Rath“ i „Leon Berger Band“, sar Csörge, i horvacki tam­burica „Vlahija“, „Post Meridiem Band“ taj i nevi khetan beschti banda „Romantic Death“ pumaro dscha­nipe sikade. I kultureli diver­sitata adaj upro programo terdschino, pe ar te parul taj khetan te mu­latinel.

Der Roma-Butschu (Roma-Kirtag) ist ein Fest der Kulturen und Volksgruppen im Burgenland. Seit dem Jahr 1991 trifft man sich und feiert ge­mein­sam – Roma und Nicht-Roma. Es geht um kultu­relle Diversität, um das Mit­einander der ver­schie­denen Volks­gruppen. Im Mittel­punkt steht dabei jedes Jahr die Musik. Neben den Oberwarter Roma-Bands „Romano Rath“ und „Leon Berger Band“ präsen­tierten heuer auch die neu ge­gründete Band „Romantic Death“ ihr Können. Read the rest of this entry »

Wer hört hin, wenn es wieder brennt?

Juni 10th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Online-Petition in Deutschland (Bild: Gjulner Sejdi auf WeAct!, unter Verwendung eines Bildes von Violeta Balog/Amaro Foro)Die neue deutsche Bundesregierung will auf die Nachbesetzung der Stelle des Anti­ziganis­mus-Be­auf­tragten verzichten. Die Abschaffung dieses erst 2022 ge­schaf­fenen Amtes be­deutet einen „Schlag ins Gesicht für die Sinti und Roma“. Im Folgen­den geben wir, ins­beson­dere für unsere Leserin­nen und Leser in Deutschland, den Text einer On­line-Pe­tition wieder:

Petition: Antiziganismus bekämpfen – Beauftragtenstelle für Sinti und Roma wieder besetzen!

Gestartet von Gjulner Sejdi
→Zum Unterzeichnen

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,
sehr geehrte Frau Ministerin Prien,

wir sind Sinti und Roma*) – Bürgerinnen und Bürger dieses Landes. Deutsch­land hat uns unter dem NS-Regime verfolgt, depor­tiert, ermor­det. Über 500.000 Menschen. Der Völkermord an unserer Minder­heit ist noch immer nicht vollständig auf­ge­arbeitet. Und auch heute erleben wir täglich Aus­gren­zung, Hass, Dis­kriminie­rung – Anti­ziganis­mus. Und der nimmt zu. Umso un­ver­ständli­cher ist es für uns, dass die Bundes­regierung die Stelle des Be­auf­tragten für die Belange von Sinti und Roma und gegen Anti­ziganis­mus ein­fach ge­stri­chen hat – still und leise, ohne Begrün­dung, ohne neue Per­spektive.

Der bisherige Beauftragte Mehmet Daimagüler hat Mut bewiesen, klar ge­sprochen und ge­handelt – im Namen der Bundes­regierung. Drei Bei­spiele zeigen, wie wichtig seine Rolle war: Read the rest of this entry »

Romani Ora (4.6., 5.6. und 6.6.2025)

Juni 8th, 2025  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 4.6.2025 (mp3)

Fußball verbindet, das zeigt auch der in Wien akti­ve Ama­teur-Verein „SV Gipsy Kings“. Der von Roma ge­grün­dete Sport­verein steht dies­mal im Fokus unse­rer „Romani Ora“. Dazu prä­sen­tieren wir Ihnen die Volks­gruppen­nach­richten und die viel­fältigste Roma-Musik.


Anhören: →Sendung vom 5.6.2025 (mp3)

Beim Autobedarf Franz in Siget in der Wart ging Ende Mai das 3. Bene­fiz-Old­timer-Tref­fen für einen guten Zweck über die Bühne. Neben PS, Solida­rität und Kulinarik gab es auch Musik und jede Menge gute Stimmung.


Anhören: →Sendung vom 6.6.2025 (mp3)

Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ auf Radio MORA hat pünkt­lich zum Beginn des Wochen­endes die Ver­anstal­tungs­hin­weise/ Mula­tin­tschage mit dabei. Und in der Jugend­sendung nimmt Sie Adi Gussak mit zu einem Konzert des Deutsch­rappers „Gzuz“.

Mirga-Tas in Bregenz: „Tełe Ćerhenia Jekh Jag“

Juni 6th, 2025  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Małgorzata Mirga-Tas, Tełe Ćerhenia Jekh Jag, Detailansicht 1. Obergeschoss Kunsthaus Bregenz, 2025: ""Kana werdan jawela kierdo andro drom (When the wagon is ready to go), 2025 Foto: Markus Tretter © Małgorzata Mirga-Tas, Kunsthaus Bregenz, Courtesy of the artist, Foksal Gallery Foundation, Warschau, Frith Street Gallery, London, Karma International, ZürichAusstellung im Kunsthaus Bregenz
Zu sehen bis 28.9.2025
Eröffnung: Freitag, 6. Juni, 19 Uhr

Małgorzata Mirga-Tas’ Kunst widmet sich den Lebens­welten der Rom*nja, in detail­reichen, realis­tischen Dar­stellun­gen porträ­tiert sie all­tägliche Szenen — das Rauchen einer Zigarette, das Spielen von Karten oder das Auf­hängen von Wäsche. Im Kunst­haus Bregenz zeigt sie zudem Plastiken, die eigens für diese Räume ge­schaffen wurden. Sie greifen mythische Erzählun­gen auf und sind zu­gleich Sinn­bilder der gegen­wär­tigen Conditio humana.

Internationale Bekanntheit erlangte Mirga-Tas 2022 auf der Biennale in Venedig, wo sie den Polnischen Pavillon mit groß­flächigen Textil­arbeiten aus­kleidete. Drei Bild­register zitieren Monats­dar­stellungen, die von einem berühm­ten Fresko­zyklus der italieni­schen Renaissance inspiriert sind: dem Kalender im Palazzo Schifa­noia in Ferrara. Die Tierkreis­zeichen in der Mitte des Werks werden von fast lebens­großen Porträts flankiert. Der obere, farben­prächtige Fries berichtet von der Geschichte der Rom*nja und ihrem Auszug nach Europa. Es ist eine Erzählung über Migration und noma­disches Leben, die in der Dar­stellung histori­scher Kleidung, der Tiere und weit­läufigen Landschaften lebendig wird. Das untere Register zeigt Alltags­szenen der Gegen­wart — Gemein­schaft, Weiblich­keit, Freund­schaft und Familie.

Indem die Rom*nja-Gemeinschaft ihre eigenen Erzählungen zurück­erobert, bricht sie mit den von Teilen der Gesell­schaft auf sie proji­zierten jahr­hunderte­alten Fremd­bildern. Die Technik der Stoff­collage knüpft an die Rom*nja-Hand­werks­kunst an. Doch Mirga-Tas’ textile Kunst ist weit mehr als eine Hommage an traditio­nelle Frauen­arbeit. Sie erhebt das Nähen in den Rang einer politi­schen Praxis. In einem Bild findet sich ein Selbst­porträt, das sie im Freien gemein­sam mit anderen Frauen beim Nähen zeigt. Diese Frauen­figuren sind nicht passive Ak­teur*in­nen, sondern Prota­go­nist*in­nen ihres eigenen Lebens. Arbeit erscheint in ihrer Kunst nicht als Last, sondern als Quelle von Identität und Gemein­schaft. Read the rest of this entry »

Romani Ora (28.5., 30.5., 2.6. und 3.6.2025)

Juni 5th, 2025  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 28.5.2025 (mp3)

In der Mittwochsausgabe der „Romani Ora“ berichtet uns Adi Gussak vom Final­spiel der Oberwart Gunners, die sich zum vierten Mal den Meister­titel in der öster­reichi­schen Basket­ball-Liga sicher­ten. Mehr dazu hören Sie im Tages­thema.


Anhören: →Sendung vom 30.5.2025 (mp3)

Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ auf Radio MORA mit dem Ver­anstal­tungs­kalender und der Jugend­sendung „Young, wild and free – le ternenge“. Darin hören erfahren Sie diesmal mehr über die „GROW-Job­börse“, die im Ein­kaufs­zentrum „EO“ in Oberwart ab­ge­halten wurde.


Anhören: →Sendung vom 2.6.2025 (mp3)

Das ist der „Romani Ora“-Musikmontag auf Radio MORA, präsentiert von Tina Nardai. Neben den Volks­gruppen­nach­rich­ten hören Sie die ultima­tive Dosis an Roma-Musik.


Anhören: →Sendung vom 3.6.2025 (mp3)

Die „Omas gegen Rechts Südburgenland“ machten mit ihrem Demokratie­quiz im Oberwarter Stadt­garten auf sich auf­merksam. Die genau­eren Infos dazu gibt es im aktuellen Tages­beitrag der „Romani Ora“.

Urgent Action: Zwangsräumungen in Sofia

Juni 4th, 2025  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Amnesty InternationalRund 200 Roma und Romnja in Sofia sind nach der Zer­stö­rung ihrer Häuser durch die loka­len Be­hör­den ob­dach­los ge­worden. Die Polizei führte die Zwangs­räumun­gen ohne ord­nungs­ge­mäßes Ve­rfahren, ohne an­ge­messene Vor­an­kündi­gung und ohne Prüfung alter­na­tiver Lösun­gen durch. Das Vor­gehen der Be­hörden ist eine direkte Ver­letzung eines Urteils des Euro­päi­schen Ge­richts­hofs für Men­schen­rechte (EGMR) vom 11. April. Dieser hatte die Re­gie­rung an­ge­wiesen, bis zur Klärung eines Rechts­streits den Abriss der Häuser ein­zu­stellen. Die be­trof­fe­nen Familien, darun­ter Kinder, ältere Men­schen, Schwan­gere und Men­schen mit Be­hin­derun­gen, sind nun ohne Unter­kunft, Wasser und Strom.

→URGENT ACTION: Setz dich ein! (Bis 9. Nov. 2025)

Die Lage der geräumten Rom*nja-Familien des Stadtteils Zaharna Fabrika in Sofia ist nach wie vor katastro­phal. Seit dem 15. April hat die Bezirks­ver­waltung von Ilinden in Sofia Dutzende von Häusern in Zaharna Fabrika ab­reißen lassen, wodurch fast 200 Rom*nja – darun­ter Kinder, ältere Menschen und Schwangere – obdachlos wurden. Die meisten Familien sind ohne Unter­kunft und haben keinen Zugang zu grund­legen­den Dienst­leistun­gen wie Wasser, Strom, Ge­sundheits­ver­sorgung und Bildung. Seit dem Abriss haben die Behörden nur wenigen Familien eine alternative Unter­kunft zur Ver­fügung gestellt. Die meisten von ihnen leben unter äußerst pre­kären Be­dingun­gen, schlafen in Zelten oder sind auf Behelfs­unter­künfte an­gewiesen.

Die Zerstörung der Häuser erfolgte ohne ein angemessenes Verfahren, ohne Vor­an­kündigung und ohne echte Kon­sultation zur Auslotung von Alternativ­lösungen. Damit wurde ein Urteil des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rechte (EGMR) vom 11. April miss­achtet, das die bulgarischen Behörden an­ge­wiesen hatte, die Räumungen so lange aus­zu­setzen, bis alter­native Unterkunfts­mög­lich­keiten vorliegen. Mit der Miss­achtung dieses Urteils haben die bulgarischen Behörden gegen ihre inter­nationalen und regionalen Menschen­rechts­ver­pflich­tun­gen verstoßen, ein­schließ­lich der Gewährleistung des Rechts auf angemessenen Wohnraum. Danach sind Zwangsräumungen nur als letztes Mittel zulässig, und zwar nach einer echten Kon­sultation, bei der alle Alter­nativen zu einer Räumung ge­prüft werden, nach der Bereit­stellung einer an­ge­messe­nen Alter­nativ­unterkunft und nach der Um­setzung von Schutz­maß­nahmen zum Schutz der Würde und der Rechte der Betrof­fenen. Amnesty Inter­national ist der Ansicht, dass die Räumungen an­gesichts des Fehlens von Ver­fahrens­garantien und der daraus resul­tierenden Obdach­losigkeit der meisten Betroffenen Zwangs­räumungen gleich­kommen – einer Praxis, die nach den inter­nationalen und regionalen Menschen­rechts­ver­pflichtun­gen Bulgariens verboten ist. Read the rest of this entry »

Romani Ora (22., 23., 26. und 27.5.2025)

Juni 2nd, 2025  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 22.5.2025 (mp3)

„Fair vorgesorgt? Frauen, Pensionen & Ge­rech­tig­keit“ – ein auf­schluss­reicher Vortrag von Dr.in Ingrid Mairhuber im Offenen Haus Oberwart ist Tages­thema dieser „Romani Ora“. Prä­sen­tiert von Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 23.5.2025 (mp3)

Neben den Veranstaltungs­hin­wei­sen/ Mu­la­tin­tschage berei­chert Adi Gussak unsere „Romani Ora“ mit seiner Jugend­sendung „Young, wild and free – le ter­nenge“. In dieser Aus­gabe nimmt er die schrift­liche Matura ein wenig genauer unter die Lupe.


Anhören: →Sendung vom 26.5.2025 (mp3)

Der „Romani Ora“-Musikmontag beschert Ihnen einen mu­sika­lischen, schwung­vollen Start in die neue Woche. Mit den aktuellen News unserer Volks­gruppen­nach­richten wird unsere vielfältige Musik­sendung infor­mativ ab­ge­rundet.


Anhören: →Sendung vom 27.5.2025 (mp3)

In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ nehmen wir Sie mit auf einem Fahrrad­flohmarkt, der im Ober­warter Stadt­garten ab­ge­halten wurde. Hier hatten Be­su­cher:in­nen und Ver­käu­fer:in­nen die Möglich­keit, ein ge­brauch­tes Rad günstig zu erwerben oder ein aus­ge­dien­tes Rad zu ver­kaufen.