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„Dr. Hermann Arnold und seine »Zigeuner«“

Juni 25th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Christian Gerhard Kelch (2020): Dr. Hermann Arnold und seine »Zigeuner«. Zur Ge­schichte der „Grund­lagen­for­schung“ ge­gen Sinti und Roma in Deutschland unter Be­rück­sich­ti­gung der Genese des Anti­zi­ga­nis­mus­begriffs

Dissertation, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg/FAU (Philo­so­phi­sche Fakultät und Fach­bereich Theo­logie), 671 S.

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Abstract (Auszug, S. 668 ff.):

Vorliegende Kritik der Tsiganologie setzt sich aus wissen­schafts­ge­schicht­li­cher Per­spektive mit dem Phänomen Anti­ziganis­mus in der deutsch­sprachigen Wissenschaft aus­einan­der. Im Zentrum steht der deutsche Mediziner Dr. Hermann Arnold (1912-2005), der nach dem Völkermord an den Sinti und Roma (Porajmos) durch die National­sozia­lis­ten als maß­gebliche wissen­schaft­liche Instanz bezüglich der Deutung der Lebens­weise und der Geschichte der als »Zigeuner« be­zeich­neten Sinti, Roma und auch Jenischen galt. Die Studie ist als Histo­rische Diskurs­analyse angelegt und fragt nach Konti­nui­täten und Brüchen des „Wissens­diskurses“ über die­jenigen Menschen, die als »Zigeuner« stig­matisiert wurden und werden. Gleich­zeitig wird in Form einer begriffs­geschicht­li­chen Klammer der histori­schen Genese und gegen­wärtigen Rezeption des Anti­ziga­nismus­begriffs, mit dem die spezi­fische Form des Ressen­timents gegen Sinti und Roma und andere Gruppen in Deutschland seit den 1980er Jahren benannt wird und der nach wie vor um­stritten ist, nach­ge­gangen. Im Zentrum stehen dabei die Fragen: 1.) nach dem spezi­fischen Zigeuner­bild Hermann Arnolds, 2.) Arnolds Wirken als „Zigeuner­experte“ in der bundes­deutschen Minis­terial­bürokratie, 3.) nach dem Wandel des Diskurses über ver­meint­liche »Zigeuner« im Verlauf der 1970er Jahre, 4.) nach Kon­tinui­täten zu Arnold in deut­schen Tsiganologie der 1980er und 2000er Jahre und 5.) nach der Rezeption des Anti­ziganismus­begriffs in Deutsch­land. […] Read the rest of this entry »