August 31st, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft
Ulrich Friedrich Opfermann: „Stets korrekt und human“. Der Umgang der westdeutschen Justiz mit dem NS-Völkermord an den Sinti und Roma (=Antiziganismusforschung interdisziplinär. Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus, Bd. 4), Heidelberg University Publishing (heiUP): Heidelberg 2023, 589 S.
→zum Download (CC BY-SA 4.0)
Das Buch gibt erstmals einen systematischen Überblick zu einem bislang vernachlässigten Bereich der justiziellen Aufarbeitung des NS-Systems: dem Umgang mit den Verbrechen an den Sinti und Roma in westdeutschen NSG-Verfahren unter Einbezug des Tatraums Osteuropa. Die akribisch recherchierte Studie stellt zahlreiche Verfahren vor. Sie informiert über die rechtlichen Voraussetzungen des westdeutschen justiziellen Sonderwegs, zeichnet den Verfahrensgang nach und fragt nach den Rollen der Beschuldigten und Zeugen sowie des Justizpersonals. Im Mittelpunkt steht das als Großverfahren neben dem ersten Auschwitz-Prozess geplante Sammelverfahren zum „Zigeunerkomplex“ (1958–1970), das entgegen seinem Anspruch kaum Resonanz entfaltete und heute weitgehend vergessen ist.
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August 30th, 2023 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 29.8.2023 (mp3)
Im Tagesthema der „Romani Ora“ stellt Marcel Horvath den leidenschaftlichen Motorradfahrer Patrick Josef vor, der seit seiner Kindheit eine Liebe zu den Bikes hat. In der Rubrik „Mindenfelitiko“ stellt Adi Gussak ein Rezept eines traditionellen Roma-Gerichts vor: ,,Peke balitschane guschuma” (auf Deutsch: gebratene Schweinemägen). Durch die Sendung führt Adi Gussak.
Anhören: →Sendung vom 30.8.2023 (mp3)
Im Tagesthema behandelt die Sendung die Situation am Arbeitsmarkt. Im Interview hören Sie dazu Dietmar Strobl vom AMS Oberwart. Und auch in der Jugendsendung „Young, wild and free“ dreht sich heute alles um Jobsuche und Ausbildung. Dazu die News auf Romanes und Deutsch und ein Filmtipp: „Equilizer 3 – The Final Chapter“.
August 29th, 2023 |
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Ehrungen & Nachrufe
Am Sonntag ist der tschechische Roma-Aktivist, Politiker und Begründer des Museums für die Roma-Kultur Karel Holomek im Alter von 86 Jahren gestorben.
Radio Prag Int.: Karel Holomek wurde am 6. März 1937 in Brno/Brünn geboren. Sein Vater Tomáš war in einer Roma-Siedlung nahe Kyjov in Südmähren aufgewachsen, die Mutter war eine Bauerntochter. Der Vater war vermutlich der erste Rom in der Tschechoslowakei mit einer Hochschulbildung. Er studierte in den 1930er Jahren Jura an der Karlsuniversität. Von den Bewohnern der mährischen Slowakei wurde er sehr geschätzt.
Die Holomeks gehörten zu den größten Roma-Familien in Mähren. 1939 flüchtete Karels Vater vor den Nationalsozialisten in die Slowakei. Karel war damals zwei Jahre alt. Er wuchs im Folgenden in Milotice bei Kyjov auf, um ihn kümmerten sich abwechselnd die Familien seiner Mutter und seines Vaters. Anfang 1942 wurde ein großer Teil seiner Roma-Verwandten ins Konzentrationslager verschleppt. Auch dem Jungen und seiner Schwester drohte, ins KZ geschickt zu werden. Daran erinnerte sich Karel Holomek 2015 in einem Gespräch für das Zeitzeugenprojekt „Paměť národa“ (Memory of Nation):
In Milotice, wo ich mit meiner Mutter und meiner Schwester lebte, war bekannt, dass wir die Zigeunermischlinge sind, die im KZ landen sollten. Wie ich später erfuhr, standen mein Name und der Name meiner Schwester in der SS-Zentrale in Zlín auf der Liste zu den zehn meist gesuchten Zigeunermischlingen, die ins KZ geschickt werden sollten. Dies ist jedoch nicht passiert – dank der Tapferkeit meiner Mutter und eines Gendarmen. Dieser kam immer zu uns und warnte meine Mutter: ,Frau Holomková, verschwinden Sie, morgen machen hier die SS-Leute eine Razzia.‘ Ich erinnere mich daran, wie meine Mutter mit uns in den Jahren 1942 und 1943 mit der Bahn und mit dem Fahrrad herumreiste. Wir wurden bei Verwandten, aber auch bei wildfremden Leuten untergebracht. Einfach fantastisch war jedoch, dass niemand im Dorf es den Deutschen oder den Gendarmen verriet. Wir gehörten einfach zu den Bewohnern, und so haben auch sie es empfunden. Read the rest of this entry »
August 29th, 2023 |
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Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte
Jenische, Sinti, Roma. Zu wenig bekannte Minderheiten in der Schweiz. Ein rassismuskritisches Lehrmittel
Hrsg. von der Arbeitsgruppe Jenische – Sinti – Roma, Pädagogische Hochschule Zürich/Stiftung für Erziehung zur Toleranz (SET), 2023
Download: →Gesamtes Lehrmittel (ZIP, 65 MB)
Lehrmittel für die Primarschule / Zyklus 2
Das Lehrmittel orientiert sich an der Mehrperspektivität und fördert bei den Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit und den Willen zum Perspektivenwechsel. Es stellt sich in die Tradition des gesellschaftlichen Lernens auf der Primarstufe, bei dem die Befähigung zu respektvollem Umgang und die Sensibilisierung für die kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt in der Schweiz im Zentrum stehen. Die von der Pädagogischen Hochschule Zürich entwickelten und in der Primarschule getesteten Lernaufgaben fördern die schrittweise Erarbeitung der NMG- und BNE-Kompetenzen. Das Gewicht liegt auf den Lebenserfahrungen von Angehörigen der drei Minderheiten. Fokussiert wird die gelebte Gegenwart, zu der allerdings auch die Gewalterfahrung der Vergangenheit gehört. Somit kommt auch die historische Dimension des Umgangs mit den Minderheiten auf dem Gebiet der heutigen Schweiz zur Sprache. Read the rest of this entry »
August 28th, 2023 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 28.8.2023 (mp3)
Am heutigen Musikmontag erwartet Sie ein Musiktipp: Ramon Roselly, Sinto aus Deutschland und Gewinner der Castingshow DSDS. Und in der Rubrik „Kultura hetvinate“ stellen wir Ihnen den tschechischen Spielfilm „Cigán“ von 2011 vor (Regie: Martin Šulík): Nachdem sein Vater stirbt, ist der junge Rom Adam (Ján Mizigár) gezwungen, früh Verantwortung zu übernehmen und erwachsen zu werden. Für ihn bedeutet dies vor allem, dass er alles stehlen muss, was irgendwie von Wert ist. Denn einen Job zu bekommen, erscheint aussichtslos, und so flüchten sich viele von ihnen mit Drogen oder durch das Schnüffeln von Kleber aus dieser grauen Realität. Für den gerade einmal 14-Jährigen eröffnet sich diese grauenhafte Welt jetzt erst richtig.
August 26th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Politik, Radio, Podcast & TV
ORF2: Österreich-Bild (27 Min.)
So., 27.8.2023, 18.25 Uhr
In der ORF-Dokumentation zeichnet Gestalterin Katharina Graf-Janoska in ORF 2, den Weg der Roma zur Anerkennung als Volksgruppe nach. Eine Produktion aus dem Landesstudio Burgenland.
Am 16. Dezember 1993 werden die Roma offiziell als Volksgruppe anerkannt. Die Bestrebungen, die zur Anerkennung als sechste Volksgruppe in Österreich führen, beginnen allerdings schon einige Jahre zuvor sowohl im Burgenland als auch in Wien. Junge Roma und Romnja, die Söhne und Töchter der Holocaustüberlebenden, beginnen sich allmählich gegen die anhaltende Diskriminierung und Ausgrenzung zu wehren: Denn bis Ende der 1980er-Jahre werden Roma-Kinder automatisch in die Sonderschule abgeschoben, jungen Erwachsenen wird der Zugang zum Arbeitsmarkt erschwert und es wird ein Lokalverbot verhängt.
1989 wird der erste Romaverein gegründet, der „Verein Roma Oberwart“ – ein erster Schritt in Richtung Anerkennung. Und es ist ein langer und schmerzhafter Weg, der hinter der noch jungen Volksgruppe liegt. Es ist diese tragische und teilweise unfassbare Geschichte, die bis heute nachhallt: geprägt von Vorurteilen, Diskriminierung, bis hin zur Ermordung von 90 Prozent der in Österreich lebenden Roma und Romnja im Nationalsozialismus.
Die Anerkennung der Roma als Volksgruppe ist ein Wendepunkt, der vieles, aber nicht alles verändert. Zu spüren bekommt dies die noch junge Volksgruppe in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995, als eine Rohrbombe nahe der Roma-Siedlung in Oberwart vier junge Roma tötet. Das Attentat erregt nicht nur nationale, sondern auch internationale Aufmerksamkeit, durch die sich die Volksgruppenarbeit intensiviert. Wenige Monate später konstituiert sich der Volksgruppenbeirat der Roma. Read the rest of this entry »
August 25th, 2023 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 25.8.2023 (mp3)
Im Tagesthema berichtet die „Romani Ora“ von der Fotoausstellung des Landtagsabgeordneten Wolfgang Spitzmüller „Faszination Naturraum vor der Haustür“ im Haus der Volkskultur Oberschützen. Und in dieser Ausgabe von „Mri Historija“ hören Sie die Schilderungen des Zeitzeugen Franz Schmaldienst, der als Kind den Todesmarsch ungarischer Juden 1945 mitansehen musste.
Anhören: →Sendung vom 25.8.2023 (mp3)
Neben dem Veranstaltungskalender, der die besten Ausgehtipps präsentiert, berichten Tina Nardai und Emmerich Gärtner-Horvath von den internationalen Volksgruppennachrichten. In der Jugendsendung „Young Wild and Free – le ternenge“ wird der Basketballverein ,,Getsgo“ in Stadtschlaining vorgestellt. Außerdem gibt es passend zum Wochenendstart stimmungsvolle und abwechslungsreiche Musik. Moderiert von Adi Gussak.
August 24th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Recht & Gericht, Wissenschaft
Anna Cseri (2022): Kritische Betrachtung der Darstellung des Porajmos in der österreichischen Nachkriegsjustiz am Beispiel der Volksgerichtsverfahren gegen Franz Langmüller und Friedrich Messer
Masterarbeit, Universität Wien (Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 91 S.
→Zum Download der UB Wien (pdf)
Abstract: Nur ein Bruchteil der begangenen NS-Verbrechen an Rom:nja und Sinti:zze wurde in den österreichischen Volksgerichten im Zuge der Nachkriegsjustiz behandelt. Als Sondergerichte trugen sie die Verantwortung für die justizielle „Entnazifizierung“, welche in Österreich eng verzahnt war mit einer bürokratischen „Säuberung”, bei der im Wesentlichen eine Registrierung sog. „Ehemaliger“ sowie Sühneleistungen zu Tragen kamen. Bis dato ließen sich lediglich 23 von über 136.000 Verfahren eruieren, die mit dem Porajmos im Zusammenhang stehen. Eine Vielzahl der NS-Verbrechen an Rom:nja und Sinti:zze blieb ungesühnt. Dieser Umstand lässt sich in den Diskriminierungsprozess dieser Opfergruppen in der unmittelbaren Nachkriegszeit (jedoch auch darüber hinaus) einordnen. Knapp die Hälfte der Verfahren vor dem Volksgericht betreffend des Porajmos wurden abgebrochen oder eingestellt, die Täter:innen in einem Großteil der Fälle zu niedrigen Strafen verurteilt oder gar freigesprochen. In der vorliegenden Masterarbeit wurden zwei österreichische Volksgerichtsverfahren analysiert, die mit dem sog. „Zigeunerlager” Lackenbach in Zusammenhang stehen. Die Hauptquellen umfassen die Prozessunterlagen der beiden Verfahren, einerseits gegen den Lagerleiter des sogenannten „Zigeunerlagers” Lackenbach, Franz Langmüller, sowie andererseits gegen Friedrich Messer, der unter anderem wegen der Denunziation einer Romni und der Beteiligung an Deportationen vor Gericht stand. Hierbei wurden erstmals Prozessakten auf die Reproduktion antiziganistischer Stereotype untersucht. Read the rest of this entry »
August 23rd, 2023 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 22.8.2023 (mp3)
Adi Gussak hat die Lernhilfe in Oberwart besucht und gefragt, was angeboten wird und wie Schüler mit Stress bzw. vor dem Schulstart klarkommen. Die Schülerhilfe hilft bei den Vorbereitungen für Nachprüfungen bzw. beim Lernen. Und in „ Mindenfelitiko“ geht es um den „Tag der Tomate“. Das Lieblingsgemüse der Österreicher wird auch im Burgenland eifrig angebaut und geerntet. Adi Gussak hat zwei Hobbygärtner besucht und befragt.
Anhören: →Sendung vom 23.8.2023 (mp3)
In der Mittwochssendung, moderiert von Adi Gussak, ist das Tagesthema die „StrickMadame“ in Oberwart, welche Marcel Horvath vorstellt. Die internationalen Volksgruppennews präsentieren Tina Nardai auf Deutsch und Emmerich Gärtner-Horvath auf Burgenland-Romani. Und wie jeden Mittwoch und Freitag gibt es auch die Jugendsendung „Young, wild and free – le ternenge“ zu hören: Heute wird Ihnen von Adi Gussak das Projekt „Jugendtaxi Burgenland“ nähergebracht.
August 22nd, 2023 |
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Facts & Figures
Malta ist das einzige EU-Land, in dem laut offiziellen Angaben keine Roma-Bevölkerung lebt.
(Quelle)
August 21st, 2023 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 21.8.2023 (mp3)
In der „Romani Ora“, moderiert von Adi Gussak, gibt es die beste und abwechslungsreichste Musik zu hören. Von traditioneller Romamusik bis zu moderner Popmusik ist alles dabei. Im Montagsspezial „Kultura hetvinate“, auf Deutsch: „Kultur am Montag“, werden Hans Samer (1948–2012) und die Hans Samer Band vorgestellt. Außerdem übermitteln Tina Nardai auf Deutsch und Emmerich Gärtner-Horvath auf Burgenland-Romani die internationalen Roma-News.
August 20th, 2023 |
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Sport
Das Finale ist geschlagen. Spanien ist Fußball-Weltmeister – und hat das gleich zweifach seiner Kapitänin zu verdanken: Olga Carmona, einer Gitana (spanische Romni) aus Sevilla.
[aktualisiert am 22.8.2023, siehe unten]
Olga Carmona, Star des spanischen Nationalteams und nach Angaben spanischer Roma-NGOs und Medien Gitana aus Sevilla (siehe hier, hier, hier, hier oder hier; auch skeptische Stimmen gibt es), war es, die Spanien im Semifinale gegen Schweden als Teamkapitänin kurz vor dem Schlusspfiff in der 89. Minute doch noch ins WM-Finale schoss. Und Carmona war es auch, die im heutigen Endspiel in Sydney in der 29. Minute das einzige und alles entscheidende Tor erzielte. Dank der 23-Jährigen siegte Spanien 1:0 gegen England. Und ist Weltmeister.
„Spanien ist vielfältig, und jeden Tag gleicht sein Bild auch mehr und mehr den unterschiedlichen Menschen, die wir hier leben“, freut sich die feministische Gitana-Organisation „Fakali“ auf Twitter über den Erfolg Carmonas und setzt dem das Motto „gitanas visibles“ (sichtbare Gitanas) hinzu.
Olgas Karriere auf dem Fußballrasen begann schon als Kind in Sevilla, als Mädchen in der Bubenmannschaft. Mit dem FC Sevilla, der sie schon mit 15 aus dem Jugendkader ins A-Team holte, stieg sie in die erste Liga auf. Seit drei Jahren ist die Andalusierin nun bei Real Madrid unter Vertrag. Nach Erfolgen im spanischen U19-Jugendteam, mit dem sie 2018 den Europameister-Titel erkämpfte, wurde sie vor zwei Jahren schließlich in die reguläre Nationalauswahl berufen.
„Früher habe ich Flamenco gemacht. Und Schwimmen. Aber meine Brüder waren von ganz klein auf beim Fußball dabei. Ich habe ihnen jeden Nachmittag zugeschaut, und eines Tages habe ich meinen Eltern gesagt, dass ich mit ihnen trainieren möchte. Da hat es mich gepackt. Sie meldeten mich an und ich spielte ein paar Jahre lang in ihrer Mannschaft. Einer von ihnen ist mein Zwillingsbruder (Tomás), der andere (Fran) ist ein Jahr älter, sie sind beide Fußballer“, erzählte sie in einem Interview. „Ich habe mich immer schon für eine Person mit starkem Charakter gehalten, ohne Ängste“, beschrieb sich Olga Carmona einmal selbst. Und ihren Universitätsabschluss als Sportwissenschaftlerin hat sie, so ganz nebenbei, auch bald in der Tasche. Read the rest of this entry »
August 18th, 2023 |
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Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Menschenhandel: Auf Kreta wurde ein illegaler Adoptionsring aufgedeckt – Frauen in Notlage wurden nach Griechenland gelockt und als Leihmütter ausgebeutet. Unter ihnen viele Romnja aus Südosteuropa.
In Griechenland wurde vor einigen Tagen ein Leihmütterskandal in einer Kinderwunschklinik aufgedeckt. Dies berichtet ORF.at unter Berufung auf griechische Medienberichte und Zeit Online. In einer Klinik in Kreta sollen seit Jahren Frauen aus Osteuropa als Eizellenspenderinnen und Leihmütter ausgebeutet worden seien – für Kundschaft aus zahlreichen europäischen Ländern, die, so ORF.at, „zumindest die rechtliche Grauzone auf dem Weg zum Babyglück in Kauf“ nahm. Allein seit Dezember des Vorjahres wurden an der Kinderwunschklinik in der Hafenstadt Chania 182 derartige Fälle dokumentiert. Bei der Razzia in der Stadt fanden die Einsatzkräfte der Abteilung für organisierte Kriminalität vergangene Woche nicht weniger als dreißig momentan schwangere Leihmütter vor.
„Die benötigte richterliche Erlaubnis sei in zahlreichen Fällen genauso gefälscht worden wie Adoptionspapiere und medizinische Akten“, so ORF.at. Der Gründer und Leiter der Klinik und acht weitere Personen wurden festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, „ein internationales Netzwerk an Zuhältern aufgebaut haben, um ,schutzbedürftige Frauen‘ aus dem Ausland nach Griechenland zu schaffen“. Dort seien diese dann als Leihmütter oder Eizellspenderinnen herangezogen worden. ORF.at berichtet: „Die Frauen aus Moldawien, der Ukraine, Georgien, Rumänien und Bulgarien – viele von ihnen Romnja – stammen aus sehr armen Verhältnissen und seien mit falschen Versprechungen nach Kreta gelockt worden. Sie seien von der Öffentlichkeit abgeschirmt und in 14 Wohnungen ,unter erbärmlichen Verhältnissen‘ untergebracht und überwacht worden. Read the rest of this entry »
August 18th, 2023 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 17.8.2023 (mp3)
Adi Gussak hat das „Picture On Festival“ in Bildein, dem Dorf ohne Grenzen, besucht. Einen Beitrag darüber hören Sie in der „Romani Ora“. Und Kittsee im Nordburgenland ist die Ortschaft, in die sie Alex Gussak auf Spurensuche in „Mri historija“ mitnimmt. Dazu die abwechslungsreichste Roma-Musik, präsentiert von Tina Nardai.
Anhören: →Sendung vom 18.8.2023 (mp3)
Die „Romani Ora“ am Freitag mit dem Veranstaltungskalender und den zweisprachigen Volksgruppennachrichten. In der Jugendsendung haben wir uns umgehört, was junge Menschen über ihre Netflix- und Serien-Highlights zu erzählen haben.
August 17th, 2023 |
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Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte
Exxpress.at im Faktencheck
Das österreichische Online-Medium „Exxpress.at“ berichtete am Dienstag (hier archiviert) über eine Großaktion von Polizei und Behörden in Deutschland. Angeblich 130 Polizisten kontrollierten eine Wohnsiedlung in Duisburg-Friemersheim. „Alle Bewohner kassieren Sozialleistungen vom Staat – alle stehen unter Betrugsverdacht“, liest man im „Exxpress“. Und das ist gleich doppelt falsch. Ein Lehrbuchbeispiel rassistischer Berichterstattung.
Laut dem Bericht „entdeckte“ man bei der Razzia in den sechs großen Mietshäusern nicht weniger als „435 Roma und Ukrainer“. Eine vermeintlich schockierend hohe Anzahl, wie das hinzugefügte Rufzeichen im Vorspann des Artikels wohl verdeutlichen soll.
Großaufgebot (wegen Meldezetteln)
Nun wurden die „435(!) Südosteuropäer“ (mit der geografischen Lage der Ukraine nimmt man es nicht so genau) jedoch keineswegs zur Überraschung der Polizeibeamten in den Mietshäusern „entdeckt“ (selbst diese Zahlenangabe war falsch – es waren 430). Es handelt sich bei ihnen vielmehr um jene Personen, die laut Registerauszug in den insgesamt 140 Wohneinheiten amtlich gemeldet waren. Im Durchschnitt also rund drei gemeldete Personen pro Haushalt. Nichts daran ist ungewöhnlich.
Auch für das behauptete Großaufgebot von 130 Polizeibeamten scheint keine seriöse Quelle zu existieren. In Wirklichkeit leistete „die Polizei […] bei dem Einsatz lediglich Amtshilfe“ (siehe auch hier); die Rede ist von „Dutzenden Einsatzkräften der Polizei Duisburg und der Stadt“ (also nicht nur der Polizei alleine). „Es war den ganzen Morgen sehr ruhig“, kommentiert der Polizeisprecher den Hilfseinsatz.
„Alle Bewohner kassieren Sozialleistungen vom Staat – alle stehen unter Betrugsverdacht“, liest man im „Exxpress“. Und das ist gleich doppelt falsch. Read the rest of this entry »
August 17th, 2023 |
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Musik, Radio, Podcast & TV
Wie die Roma die Klassik beeinflussten
→Zum Streaming auf ARTE.tv (Geoblocking)
TV-Doku von János Darvas, 53 Min., MDR, 2020
Die Geiger Barnabás Kelemen und Lajos Sárközi jun. stammen aus ungarischen Musikerfamilien. Der eine ist mit der europäischen Klassik aufgewachsen, der andere in der Tradition der ungarischen Romakapellen. Anhand ihrer Biografien zeigt die Dokumentation, wie die Musik der ungarischen Romakapellen die europäische Kunstmusik von Haydn bis zu Liszt bereichert hat.
Im Café Vian in Budapest treffen sich Teilnehmer und Veranstalter des von Barnabás Kelemen ins Leben gerufenen Violinwettbewerbs. Wettbewerb und angeschlossenes Festival fanden im Juli 2019 zum vierten Mal statt. Der Höhepunkt für die Jury-Mitglieder, für Gäste, Musiker, Freunde, Kollegen und Kinder sind am Ende eines langen Tages Lajos Sárközi jun. und sein Ensemble.
Die Geiger Barnabás Kelemen und Lajos Sárközi Jr. stammen aus ungarischen Musikerfamilien mit langer Tradition. Der Film begleitet Barnabás und Lajos bei Proben und Konzerten mit Freunden, zeigt sie im Kreis der Familie, mit Kollegen, Eltern und Kindern beim Musizieren. Die Geschichte der ungarischen Romakapellen reicht weit in die Vergangenheit der Musikerfamilien. In Fotoalben und Privatarchiven werden ihre musikalischen Vorfahren lebendig. Für Barnabás war der Großvater, der Primás Pali Pertis, die größte Inspiration in seinem Leben. Stolz erzählt er, dass Pertis möglicherweise für Maurice Ravels berühmte, von Romamusik inspirierte Rhapsodie „Tzigane“ Pate gestanden hat. Überhaupt hat die Musik der ungarischen Romakapellen die europäische Kunstmusik seit dem 18. Jahrhundert enorm bereichert. Schon Joseph Haydn komponierte „all’ongarese“. Zeugnisse sind das Rondo seines Klaviertrios G-Dur bzw. der Finalsatz seines D-Dur-Klavierkonzerts. Einflüsse des ungarischen, von den Roma beeinflussten Stils finden sich im 19. und 20. Jahrhundert bei vielen europäischen Komponisten von Schubert und Brahms über Liszt bis zu Sarasate.
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August 16th, 2023 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 16.8.2023 (mp3)
Bereits zum 27. Mal fand heuer die Roma-Wallfahrt nach Mariazell statt (o ladipe pal Cejiste) – Radio MORA war dabei. Neben den Volksgruppennachrichten hören Sie auch unsere Jugendsendung „Young, wild and free – le ternenge“. Das „Young Gunners“-Basketballcamp ist heutiges Thema. Durch die Sendung führt Tina Nardai.
August 15th, 2023 |
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Facts & Figures
Von Ende 1989 bis Mai 1995 wurden in Tschechien [ca.] 27 Roma bei rassistischen Angriffen ermordet.
(Quelle)
August 14th, 2023 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 14.8.2023 (mp3)
Im „Romani Ora“-Musikmontag hören Sie heute in der Rubrik Kultura hetvinate / Kultur am Montag einen Beitrag von Adi Gussak, in dem er den Film „Korkoro“ (2009) des französischen Regisseurs Tony Gatlif vorstellt. Moderiert wird die Sendung von Tina Nardai.
August 12th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Sandra Antonia Klos (2018): Saving the authentic “gypsy”. Paul Bataillard and the beginnings of French Gypsyology
Masterarbeit, Universität Wien (Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 103 S.
→Zum Download der UB Wien (pdf)
Abstract: Paul Bataillard (1816–1894) war ein Pariser Journalist, Redakteur, Republikaner, Historiker, Anthropologe und Archivar. Seine zahlreichen Veröffentlichungen zur Ethnographie, Geschichte und Herkunft derjenigen Personen, die er als Bohémiens oder Tsiganes definierte, bildeten das Fundament französischer Tsiganologie, der wissenschaftlichen Entdeckung und Beschreibung der Zigeuner-Identität. Als Beitrag zu einer kritischen Prosopographie der Forschung im neunzehnten Jahrhundert rund um die vorgestellte ‚Rasse‘ der Zigeuner, untersucht diese Studie den wissenschaftlichen Blick, seine Kontexte, Wahrheitsansprüche, Wissenschaftlichkeitsstandards, Wirkung sowie Machtverhältnisse. Der erste Teil analysiert die sozialen, institutionellen und biographischen Kontexte von Bataillards Forschung. Der zweite Teil fokussiert auf den Inhalt seiner Theorien und analysiert implizite Konzeptionen von ‚Rasse‘ und Geschlecht, seinen Umgang mit populären Zigeuner-Darstellungen und seine eigene Hypothese zur Herkunft der Zigeuner. Der letzte Teil untersucht Bataillards wissenschaftliche Standards und wie exakt er sie selbst befolgte. Außerdem werden seine Absichten und Hintergründe, sich der Tsiganologie dauerhaft zu widmen, interpretiert. Read the rest of this entry »