Archive for März, 2023

Romani Ora (30.3. und 31.3.2023)

März 31st, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 30.3.2023 (mp3)

In der „Romani Ora“ hören Sie diesmal einen Beitrag über den „Tag der offenen Tür“ bei „Radio MORA“ und ein neues Kapitel aus un­serer his­to­ri­schen Rubrik „Mri his­to­rija“, das sich mit dem Ort Gattendorf im Be­zirk Neu­siedl am See be­schäftigt.


Anhören: →Sendung vom 31.3.2023 (mp3)

In der „Romani Ora“ gibt es heute den Veranstal­tungs­ka­len­der/Mu­la­tin­tscha­ge für den Bezirk Oberwart. Und in der Jugend­sendung in­for­miert Sie Adi Gussak über den neuen Rassis­mus-Re­port von ZARA über das Jahr 2022 (wir be­rich­te­ten).

Wie rassistisch ist der Wohnungsmarkt?

März 30th, 2023  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Der Standard: THEMA DES TAGES, 24.3.2023

Werden Menschen mit ausländisch klingen­dem Namen am Wohnungs­markt schlech­ter be­handelt? Zwei STANDARD-Re­dak­teu­rin­nen wagen ein Selbst­experiment

„Guten Tag, ich würde mich sehr für eine von Ihnen inserierte Wohnung interes­sie­ren. Ich bin An­gestellte und suche eine kleine Single-Woh­nung. Ich würde mich sehr über eine Be­sichti­gung freuen!“ Mit diesem Text kon­tak­tier­ten die STANDARD-Re­dak­teurin­nen Muzayen Al-Youssef und Franziska Zoidl über 100 Ver­mie­terinnen und Makler.

Der Text der Anfragen ist identisch – es gibt nur einen Unterschied: ein Name klingt österrei­chisch, der andere nicht. Wie wirkt sich das auf ihre Wohnungs­suche aus? Franziska Zoidl aus der STANDARD-Im­mo­bilien­redak­tion und Muzayen Al-Youssef aus der STANDARD-In­nen­politik­redak­tion decken auf, wie Maklerin­nen und Ver­mieter in Ös­ter­reich Men­schen mit aus­ländisch klin­gendem Namen dis­kri­minieren.

(Beitrag und Text: Thema des Tages)

Romani Ora (28.3. und 29.3.2023)

März 29th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 28.3.2023 (mp3)

Die „Romani Ora“ beschäftigt sich diesmal im Tages­thema mit „50 Jahre AK-Bü­cherei Oberwart“. Und in der Ge­schichts­rubrik „Mri his­to­rija“ stellen wir Ihnen Ludwig Horvath vor. Mo­deriert von Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 29.3.2023 (mp3)

Im Tagesthema erfahren Sie heute mehr über den vor kurzem ge­starte­ten Lehrgang des roma­spezi­fi­schen Arbeits­markt­pro­jektes „Prado Drom – mein Weg zum Erfolg“. Marcel Horvath hat sich mit den Trai­ner:in­nen und den Teil­neh­mer:in­nen unter­halten. Im Jugend­beitrag holt Adi Gussak, unser Jugend­redak­teur, Kevin „Luzifer“ Horvath, einen homo­sexu­el­len Rom, vor das Mikrofon.

Trauer um Michael Racz (1932–2023)

März 29th, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken

Trauer um Michael Racs (Foto: Amari Historija, hrsg. von Roma-Service, 2016)Der Oberwarter Altbürgermeister Michael Racz, geb. 1932 in Groß­peters­dorf, ist im 91. Le­bens­jahr ver­storben.

Wir bringen im Gedenken einen Auszug aus dem Begleit­text zu einem Inter­view von 2010, er­schienen 2016 in unse­rem Zeit­zeugen­band „Amari Historija. Bur­gen­länder er­zählen. Eine Zeit­zeugen­doku­men­ta­tion von Roma-Service“:

Michael Racz wurde 1932 in Großpetersdorf im südburgenländi­schen Bezirk Oberwart ge­boren. Er wuchs inner­halb der Familie aus­schließ­lich ungarisch­sprachig auf und erwarb sich bis zum Eintritt in die Schule zwar alltags-, aber nicht unter­richts­taug­liche Deutsch­kennt­nisse. Schwierig ge­staltete sich der Schul­einstieg auch deshalb, weil seine eltern kurz zuvor auf­grund der politischen Umstände ge­zwungen gewesen waren, von Großpetersdorf ins be­nach­barte Rechnitz zu über­siedeln. Michael Raczs Vater, ein selbstän­diger Schuhmacher, machte aus seiner Über­zeugung kein Hehl und trat offen gegen die Ver­folgung der jüdischen Be­völkerung durch das auf­kommende Naziregime ein. Nachdem er bei der NS-„Volks­abstim­mung“ im April 1938 gegen den „Anschluss“ votiert hatte, wurde er ver­haftet und für einige Tage ein­gesperrt. ein Schock für den gerade sechs­jährigen Michael, der nicht nur seinen Vater gefährdet sah, sondern auch seine ver­traute Um­gebung verlor: „Für mich war es dann sehr schwer. Ich bin krank gewor­den. Wahr­scheinlich war das auch psycho­somatisch. [...] Ich hatte es deshalb schwer, weil ich nicht gut Deutsch konnte.“

Die Erfahrung, einer Minderheit anzugehören, prägten Michael Raczs Kindheit ebenso sehr wie das Ein­treten seiner Eltern für ihre humanis­tische Ge­sinnung: „Mein Vater war eher [...] links­gerichtet, und er hat seine Ablehnung des Regimes aus seiner politi­schen Über­zeugung heraus genährt, wäh­rend meine Mutter [...] aus ihrer christlichen Über­zeugung heraus ge­handelt hat und die natio­nal­sozialis­tische Ideologie ab­gelehnt hat.“ Dem­ent­spre­chend von Toleranz geprägt waren auch die Kontakte der Familie zu Roma. Es herrsch­te Michael Racz zu­folge ein Gefühl des „Helfen­müssens“ an­gesichts der immer drücken­der ge­wordenen Ver­hältnisse Ende der 1930er Jahre.

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Jahresrückblick „Newess 2022“ erschienen

März 28th, 2023  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse

Jahresrückblick "Newess 2022"Das in Deutschland vom Dokumentations- und Kulturzentrum gemein­sam mit dem Zentralrat heraus­ge­ge­be­ne Magazin „Newess“ er­scheint im jäh­rli­chen Rhyth­mus. Der Newess 2022 (was auf Roma­nes „Neuig­keiten“ be­deu­tet) infor­miert in der Form eines Jahres­rück­blicks über die Ar­beits­schwer­punkte beider Insti­tu­tionen.

→Download: Newess 2022 (PDF)

Schwerpunkt des „Newess 2022“ ist die Gründung des Zentral­rats Deutscher Sinti und Roma im Februar 1982. In den ver­gan­genen vier Jahr­zehn­ten wurde politisch viel erreicht. An­lässlich des Gründungs­jubiläums wollen wir mit Ihnen in der ak­tuel­len Ausgabe unseres „Newess“ zu­­rück­blicken.

Daneben finden Sie in unserem Heft viele weitere Themen, die uns im vergange­nen Jahr be­schäftigt haben. Höhe­punkte waren die An­sprache des Bundes­prä­siden­ten Frank-Walter Steinmeier beim Festakt zum 10. Jahres­tag der Übergabe des Denk­mals für die im Na­tional­sozialis­mus er­mordeten Sinti und Roma Europas im Oktober sowie die Teil­nahme von Bundes­rats­prä­sident Bodo Ramelow am Euro­päi­schen Holocaust­gedenk­tag für Sinti und Roma in der Ge­denk­stätte Auschwitz-Bir­kenau am 2. August 2022.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine und die dadurch ausgelöste Flüchtlings­welle hat auch unser Haus vor große Heraus­forderun­gen gestellt. In Zu­sammen­arbeit mit der in Frankfurt an­sässigen Zentral­wohl­fahrts­stelle der Juden in Deutschland haben wir eine Notfall-Hot­line für ge­flüch­tete Roma ein­gerichtet. Read the rest of this entry »

Romani Ora (27.3.2023)

März 27th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 27.3.2023 (mp3)

Der „Romani Ora“-Musikmontag mit Kultur am Montag /Kultura hetvinate. Heute mit dem Buch­tipp „Arme Roma, böse Zigeuner“ von Norbert Mappes-Niediek (mehr übri­gens hier und hier). Durch die Sen­­­dung führt Sie wie immer Tina Nardai.

Gondolipe neve te gondolinel

März 27th, 2023  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 26.3.2023 | 8:48 min

Gedenken neu denken – Erinnern an den Holocaust heute

Gondolipe neve te gondolinel: Paltgondolipe upro holocaust adi! RE.F.U.G.I.U.S. ando bersch dujeseri taj pantsch le palgondoli­peske taj upre butscha­lin­peske le holo­caustistar kerdo ulo. Sako bersch le schel taj oftavar desch dschi duj schel dschi­dov­tschenge, save adaj Ro­hancate mur­darde taj valakaj ande handle ule, gondolim ol. O gondo­li­pes­kero than na tschak o paschipe le Kreuz­stad­liskere dschi­dov­tschenge andar o ungriko te gon­dolinel, ov te terdschol la cila regijo­nale gondo­li­pes­kera kulturatar. O lejcti cajtakere ceugn meren, i histo­rischi botschoft na buter le cilen resel o anti­semitis­mus taj o rasismus utscheder ol. Schoha buter, asaj historija na tromal buter te al, kaj oda ham tena ol iste buteder aja bibas­tali his­torija upre butscha­lim ol.

RE.F.U.G.I.U.S. hat in seiner jahrelangen Tätigkeit viele neue Ansätze in der Er­inne­rungs­arbeit aus­pro­bieren und etablie­ren können. Doch gibt es immer wieder neue Heraus­for­de­run­gen. Die letzten Zeit­zeug:in­nen sterben, die histo­rische Botschaft erreicht längst nicht mehr die ge­samte Gesell­schaft und ihre Mahnung reicht nicht aus, um zu ver­hindern, dass Anti­semitismus, Rassismus und Frem­den­feind­lich­keit ver­mehrt und offener zu Tage treten. Über Jahr­zehnte etablier­te sich eine Gedenk­kultur, die aus Kranz­nieder­legungen, Ver­anstal­tun­gen mit Zeit­zeug:in­nen, Gedenk­reden und Gedenk­feiern in ehemaligen NS-Kon­zentra­tions­lagern be­stand. Doch welche Wirkung geht von ritualisier­ten Gedenk­tagen heute noch aus? Read the rest of this entry »

Radijo OP Radijo MORA ol

März 26th, 2023  |  Published in Einrichtungen, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Radio, Podcast & TV

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 25.3.2023 | 5:51 min

Mehrsprachiges Radio: Radio OP wird zu RADIO MORA

O programo la redaktcijatar MORA („But tschibtschen­gero oradimo radijo“) taj la „ternengera redak­cijo­natar A4 aktiv“ kerdo ol. MORA hi jek faran ande Großwarasdorf (Veliki Borištof), savo le keri­peske jek 24 oren­gere pro­gramistar ando schu­ni­peskero funk ando tschib­tscha le Burgen­landistar pe ande be­schartscha. O cile tschib­tscha, sar horvacko, ungriko, Romani taj nimtschko te schunel hi. O redak­teur­tscha andar MORA o lokali ne­viptscha keren. Andi Romani tschib o nevip­tscha trinval ando kurko andar o cilo them te schunel hi.

Nach 13 Jahren Radio OP geht mit Frühlingsbeginn, am 21. März 2023, das neu ge­staltete Radio­programm des Vereines Mehr­spra­chiges Offenes Radio als Radio MORA on air. Im Bezirk Ober­pullen­dorf unter 98,8 MHz zu em­pfangen, weltweit als Stream www.radio-mora.at. Das ur­sprüng­lich als Ausbildungs­radio für die Schü­ler:innen des panno­nischen Zweiges am BRG Ober­pullen­dorf ins Leben gerufene Radio­programm Radio OP im Jahr 2010 hat sich im Laufe der Jahre zu einem be­achteten drei­spra­chigen Lokal­radio im Bezirk Ober­pullendorf entwickelt. Neben der Mehr­heits­sprache Deutsch sind die Volks­gruppen­sprachen Ungarisch und Kroatisch wesentli­cher Be­stan­dteil des Radio­pro­grammes, in dem von Er­eig­nissen und ver­schie­denen Ver­anstal­tungen des Bezirkes be­richtet wird.

Radiolizenz bis 2031 gesichert – Romaredaktion in Oberwart ge­gründet

Nachdem im Herbst 2021 dem langjährigen Betreiber des Radio OP, dem Verein Mehr­spra­chiges offenes Radio MORA, eine zehn­jährige Lizenz seitens der Radio­regu­lierungs­behörde RTR zum Radio­machen erteilt wurde, schaute sich der Verein um einen neuen Studio­standort um. Das kleine Radio­studio im BRG OP bleibt den Schü­ler:innen wei­terhin erhalten, das neue Radio MORA bezog neue Räum­lich­keiten in der Spital­straße 1 in Ober­pullendorf. Gleich­zeitig gelang es dem Verein, die Volks­gruppe der Burgen­ländi­schen Roma für die Idee eines vier­spra­chigen Radios zu gewinnen. Mit dem Ko­operations­vertrag zwischen dem Verein Roma-Service und dem Verein MORA wurde das Funda­ment für eine Er­weite­rung des Radio­program­mes gelegt. Read the rest of this entry »

Podcast: Im Gespräch mit Radoslav Ganev

März 25th, 2023  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Podcast Made in Vielfalt, 20.3.2023
Was macht Sinti und Roma so anfällig für Diskriminierung?

„Dich erwartet nichts Tolles, wenn du sagst, dass du Rom bist.“ Das haben Radoslav Ganevs Eltern und sein Umfeld ihm seit frü­hester Kindheit mit­ge­geben. Seine ethnische Zu­gehörig­keit hat er des­halb lange Zeit ver­heimlicht. Auf einer Podiums­diskussion, wo es um seine Kom­petenz als Politik­wissen­schaftler ging, wurde er zum ersten Mal als bulgari­scher Rom an­ge­kündigt. Für ihn war das eine un­an­genehme Über­raschung, die gleich­zeitig zum Beginn seines Aktivis­mus wurde. Mittler­weile en­gagiert sich Radoslav im von ihm ge­gründeten Münchner Verein RomAnity. Zu­sammen mit seinen Mit­gliedern wider­legt er Klischees, mit denen Sinti und Roma be­dacht werden, und möchte über die Viel­fältig­keit dieses Sammel­begriffs in­for­mieren.

Annarina und Lukas sprechen mit ihm über Radoslavs Selbstwahr­neh­mung als Rom, über Bildungs­arbeit und das falsche Bild über Sinti und Roma, das in vielen Medien noch prä­sent ist.

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Romani Ora (23.3. und 24.3.2023)

März 24th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 23.3.2023 (mp3)

Amelie Horvath ist 15 Jahre jung und betreibt bereits jetzt ein sehr außer­ge­wöhn­li­ches Hobby. Sie ent­wirft und sticht Tattoos. Radio MORA hat sie bei einer „Tattoo-Ses­sion“ be­sucht. In „Mri his­to­ri­ja – sar agun sina taj akane hi“ hören Sie den KZ-Über­leben­den Anton Papai.


Anhören: →Sendung vom 24.3.2023 (mp3)

Die „Romani Ora“ mit den Veranstaltungshinweisen für das Wochen­ende und den Volks­gruppen­nach­rich­ten. Und im Jugend­beitrag be­richtet Adi Gussak über den reformier­ten Leseverein in der Stadt Oberwart.

ZARA-Rassismus-Report 2022 erschienen

März 23rd, 2023  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

ZARA: Rassismus-Report 2022 ZARA: Rassismus-Report 2022 (März 2023)
→Download (pdf)

ZARA (Verein für Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) be­richtet im Rassis­mus-Re­port all­jähr­lich über rassisti­sche Übergriffe und Vor­komm­nisse in Österreich. Er ist eine wich­tige Infor­mations­quelle für nationale und inter­natio­nale Orga­ni­satio­nen und die einzi­ge quali­tative Daten­quelle zu allen Formen von Rassismus in Österreich. Die aus­ge­wählten, detail­liert dar­gestellten und anony­mi­sier­ten Einzel­berichte re­prä­sentie­ren die Qualität und Struk­turen von Rassis­mus in Österreich. Im Report finden Sie Beiträge von Expert*innen, Fallbeispiele und eine ausführliche Da­tenanalyse.

(Text: ZARA)

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Diagonale: Wankostättn (Regie: Karin Berger)

März 22nd, 2023  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken

"Wankostättn" (Filmstill: Karin Berger/Navigator-Film)Dokumentarfilm von Karin Berger
Österreich 2023, 37 min

Einige während der Dreharbeiten zum Film Ceija Stojka (1999) ent­stan­dene Auf­nahmen zeigen Karl Stojka, der be­wegend vom Leben der Rom*nja im natio­nal­sozialis­ti­schen Wien und in der Wanko­stättn-Sied­lung berichtet. In einer Gegen­wart, in der die letzten Zeit­zeug*in­nen sterben, stemmt sich Karin Berger gegen das dro­hende Schweigen und zeigt eine es­senziel­le Funk­tion des Kinos auf.

Es ist bedenklich, dass die Jahrzehnte, in denen wir von Zeitzeug*innen über die Verbrechen des National­sozialismus lernen konnten, weder zu einer völligen Auf­arbeitung führten noch rassisti­sches Gedanken­gut aus unserem Alltag ver­drängten. Nun nämlich sterben die letzten Zeit­zeug*innen, weshalb gerade dem Kino eine essen­zielle Rolle zufällt. Karin Berger, die sich in ihrem Schaffen viel­fältig in das weit­gehend ver­schwie­gene Schicksal der Sinti*z­ze und Rom*nja wäh­rend der Zeit des National­sozialis­mus ein­ge­arbeitet hat, leistet mit Wankostättn einen weite­ren wichtigen Beitrag, der dem dro­henden Schweigen mit aller Kraft ent­gegen­tritt. Das Film­dokument besteht aus Aufnahmen, die sie 1997 im Rahmen ihres Drehs zu Ceija Stojka (1999) mit Karl Stojka, dem Bruder ihrer dama­ligen Pro­ta­gonis­tin, in Wien drehte. Spa­zierend re­konstru­iert Stojka die Lovara-Sied­lung Wankostättn und erzählt mit­reißend aus einem Leben, von dem man ohne seine Worte nie er­fahren hätte. (ph)

Diagonale 2023, Kurzdokumentarfilm/Programm 3:
Do., 23.3., 10:30 Uhr, Schubertkino 2 [Tickets]
Sa., 25.3.
17:30 Uhr, KIZ Royal 2 [Keine Karten verfügbar]

(Text: Katalog, Diagonale 2023)

Romani Ora (21.3. und 22.3.2023)

März 22nd, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 21.3.2023 (mp3)

Die „Romani Ora“ zum Frühlingsbeginn. Diesem widmen wir uns auch in unserem Tages­thema. Marcel Horvath be­fragt Men­schen in Oberwart, wie sie den Frühlings­beginn feiern und ver­bringen. In „Mri his­to­ri­ja“ gibt es heute einen Roma­ni-Sprach­schnupper­kurs: Wir stellen Ihnen die Roma­ni-Namen bur­gen­ländi­scher Ge­mein­den vor.


Anhören: →Sendung vom 22.3.2023 (mp3)

In Oberwart fand am Samstag die alljähr­liche „Flur­reini­gung“ statt. Radio MORA hat dieses Er­eignis be­gleitet und für Sie in den Tages­beitrag ge­packt. In „Young, wild and free – le ter­nenge“ stellt unser Jugend­redak­teur Adi Gussak jun­gen Männern die Frage, ob sie sich eher für Wehr­pflicht oder Zivil­dienst ent­scheiden wür­den und warum.

Tilman Zülch gestorben

März 21st, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

Tilman Zülch (Foto: GfbV.de)

„Am 17. März starb unser Gründer und Vereinsvater, Freund und lang­jäh­ri­ger Initia­tor unse­rer Men­schen­rechts­kam­pagnen, Tilman Zülch, im Alter von 83 Jahren in Göttingen. Wir sind tief be­trof­fen über diesen Verlust. Mit unse­ren Ge­danken sind wir bei seinen An­ge­höri­gen und Freun­den in al­ler Welt“, teilt Burkhard Gauly, Bun­des­vor­sitzen­der der Ge­sell­schaft für be­droh­te Völker mit.

Tilman Zülch war ein Visionär der Menschenrechtsarbeit. Sein Blick auf das Schick­sal von ver­folgten ethni­schen und religiö­sen Minder­heiten sowie indigenen Völkern, sein selbst­loses Engage­ment gegen Völke­rmord und Ver­treibung stehen heute beispiel­haft für inter­natio­nale Men­schen­rechts­arbeit. Denn die letzten Jahr­zehnte haben gezeigt, dass ge­rade Minder­heiten, Völker ohne Staat und indi­gene Völker oft­mals schutzlos der Ver­folgung und Be­drohung, gar der Ver­nichtung aus­ge­setzt sind. Dass sie eine inter­natio­nale Lobby brauchen, die vehe­ment für sie eintritt, war eine der Grund­über­zeu­gungen von Tilman Zülch. Für ihn, ge­boren in Deutsch-Liebau, mit seiner Familie ver­trieben und ge­prägt durch die Er­fahrun­gen des National­sozialis­mus und der Nach­kriegs­zeit, stand fest, dass das Wissen um die Shoa dazu ver­pflichtet, heute Ver­ant­wortung zur Ver­hinde­rung von Genozid und Gewalt zu über­nehmen. Diese Prin­zipien und Til­man Zülchs Haltung, den Men­schen in den Blick zu nehmen, Empathie zu em­pfinden und zu zeigen, auch selbstlos Men­schen in Not zu helfen, werden wir als Gesell­schaft für be­drohte Völker in unserem täg­li­chen Einsatz für Ver­folgte in aller Welt be­herzigen. Read the rest of this entry »

Ceija Stojka: 90. Geburtstag, 10. Todestag

März 21st, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 20.3.2023 | 6:41 min

Ceija Stojka: 90to bersch kada upro them ali taj 10to mulipeskero di

Ojs tschaj i Ceija Stojka ande jek familija upre bartschini, savi ojs grasten­geri biknasch­kija duach i Austrija roasin­lahi. Pal i depor­tacija lakere dadestar 1941 ande Dachau, o avre fami­li­ja­kere dschene, ledschim ule. I Ceija Stojka o logeri Auschwitz, Ravens­brück taj Ber­gen-Bel­sen prik dschiv­tscha, kaj oj putrim uli. Palo haburi i Stojka Betschiste tel pe mukla, kaj oj dschi use lakero mu­lipe dschivlahi.
O artschijipe (Weinwerk Neusiedl, dschi 16 to april 2023, hetv.–kurke 10:30–19:00 orenge) taj o genipe andar o kenvi, jek pati­jaripe le lek bari­kaneder verkistar la bari­kana kinstler­kijatar Ceija Stojka hi, savi pe dschi use lakero mulipe ando jeneri 2013, gejng o po­bisteri­pe le geno­cidistar upro Roma taj Sinti taj gejng dis­krimi­nacija, and be­scharlahi. Andar lakeri erschti kenva „Wir leben im Verborgenen“ – savi 1988 ari ali, genel i Martha Wedral. O mulatin­tschago la Roma VHS-atar Burgen­land andi khetani buti le Wein­werkiha Neusiedl, la muschi­kaha le Hojda Stojkatar, tschau la Ceija Stojkatar, taj paj­taschtschen­dar, vodim ol. Ov sajt leskeri tscha­vengeri cajt, gitara cidel taj usar o 1990te berscha kes­dintscha, o tra­dicijo­neli dschila le Lovarajen­dar te cidel.

Als Kind wuchs Ceija Stojka in einer Familie auf, die als Pferde­händler durch Österreich reiste. Nach der Depor­tation ihres Vaters nach Dachau 1941 wurde auch der Rest der Familie de­portiert. Ceija Stojka über­lebte Auschwitz, Ravens­brück und Ber­gen-Belsen, wo sie befreit wurde. Nach dem Krieg ließ sich Stojka in Wien nieder, wo sie bis zu ihrem Tod lebte.
Die Ausstellung (Weinwerk in Neusiedl, bis 16.4.2023, Mo. bis So. 10:30–19:00 Uhr) und die Lesung aus ihren Büchern am ver­gan­genen Freitag ist eine Wür­digung des be­deu­tenden Werkes der be­ein­drucken­den Künst­lerin Ceija Stojka, die sich bis zu ihrem Tod im Jänner 2013 gegen das Ver­gessen des Genozids an den Roma und Sinti und gegen Dis­krimi­nie­rung en­gagierte. Read the rest of this entry »

Romani Ora (20.3.2023)

März 20th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 20.3.2023 (mp3)

Die „Romani Ora“ mit „Kultura hetvina­te – Kultur am Mon­tag“ heute mit dem Buch­tipp: „Der Sohn des Ursars“ von Xavier-Laurent Petit (er­schie­nen im Verlag Kne­sebeck) und den Nach­rich­ten in Deutsch und Burgen­land-Ro­mani. Dazu die dop­pelte Ration Musik im „Roma­ni Ora“-Musik­montag. Durch die Sen­­dung führt Tina Nardai.

Facts & Figures (464)

März 18th, 2023  |  Published in Facts & Figures

Die Verfassungs­ur­kun­de des demo­kra­ti­schen Spa­niens von 1978 trägt auch die Unter­schrift eines Gi­ta­nos: des Ab­ge­ord­ne­ten Juan de Dios Ra­mí­rez He­re­dia.

(Quelle)

Romani Ora (16.3. und 17.3.2023)

März 17th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 16.3.2023 (mp3)

Im Tagesthema hören Sie einen Beitrag über die mittler­weile seit drei Jahr­zehnten be­ste­hende Roma-Band „Romano Rath“ aus dem Süd­burgenland. Sänger und Band­leader Gustav Horvath spricht in der „Roma­ni Ora“ über die An­fänge und Zukunfts­visio­nen der Musik­for­mation. In „Mri his­to­ri­ja“ führt uns unsere Reise nach Glashütten, ein klei­nes Dorf im Be­zirk Oberwart, in dem vor dem NS-Re­gime eine große Roma-Sied­lung bestand.


Anhören: →Sendung vom 17.3.2023 (mp3)

In der „Romani Ora“ am Freitag erwarten Sie unser Ver­an­stal­tungs­kalender für die Region Süd­burgenland und die Volks­grup­pen­nach­rich­ten mit Emmerich Gärtner-Horvath. Und im Jugend­beitrag be­schäf­tigt sich Adi Gussak heute mit der MEMO-Ju­gend­studie zur Er­inne­rungs­kultur in Deutsch­land (dROMa be­rich­tete).

Rechtsterrorismus in Deutschland

März 16th, 2023  |  Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Rechtsterrorismus in Deutschland – Von der Nachkriegszeit bis heute
SWR2 Wissen. Von Rainer Volk, 18.2.2023

Drei Jahre nach dem rechtsextremen Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 mit neun Opfern (Anm.: drei davon Roma) fragen viele, ob Staat und Gesell­schaft Nazi-Terror lange ver­harm­lost haben. Ein Blick in die Ge­schich­te Deutschlands zeigt: ja.

Manuskript und mehr zur Sendung: http://swr.li/rechtsterrorismus-deutschland

(Beitrag und Text: SWR2)

Romani Ora (14.3. und 15.3.2023)

März 15th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 14.3.2023 (mp3)

Im Tagesthema der „Romani Ora“ erfahren Sie heute mehr über die „Mach MI(N)T“-Ini­tia­ti­ve der Ab­teilung Frauen und Gleich­berech­ti­gung in der Burgen­län­dischen Landes­re­gie­rung. Diese Platt­form soll Mädchen und jungen Frauen tech­nische Berufe schmack­haft machen und somit Stereot­ype auf­bre­chen. Und in der Rubrik „Mri his­to­ri­ja“ haben wir einen kurzen Zu­sam­men­schnitt des Doku­men­tar­films „Amen sam so amen sam“ von Hans Panner aus dem Jahr 1993 für Sie vor­bereitet.


Anhören: →Sendung vom 15.3.2023 (mp3)

Im heutigen Tagesthema berichten wir über die BuchvorstellungZwischen Austro­faschis­mus und NS-Terror – Das süd­li­che Burgenland im Span­nungs­feld der Diktaturen“ von Thomas König und Michael Achenbach. In „Young, wild and free – le ter­nenge“ be­schäftigt sich Adi Gussak inten­siver mit dem Thema Schul­stress und fragt nach dem Warum.