Archive for Mai 8th, 2014

Feuerzeuge gegen „Unanpassungsfähige“

Mai 8th, 2014  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

BenzinaIn den Shops der tschechischen Tank­stel­len­kette Benzina gibt es auch Feuerzeuge zu kaufen – auch welche mit dem Aufdruck „Nemám rád nepřizpů­so­bivé“ – Ich mag keine Unanpassungsfähigen“. (Danke an @kapturak für den Hinweis/Quelle: Roma-NGO Konexe.) Das Wort „nepřizpůsobiví“, wört­lich „unan­pas­sungs­fähig“, ist in Tschechien das geläu­fige rassis­tische Code­wort für Roma: nicht in­tegrier­bare „Fremdkörper“ im „Volksganzen“, für die jeder Heller an Steuergeldern vergeudet ist.

Der Hintergrund: In den letzten Jahren kam es immer wieder zu rassis­tischen Brandanschlägen auf Roma, der be­kann­teste Vor­fall ereig­nete sich im April 2009 in Vítkov, bei dem drei Men­schen verletzt wurden, unter ihnen ein Kleinkind, das schwerste Verbrennungen erlitt und erst nach Mona­ten aus dem Kranken­haus entlassen wer­den konnte. Weitere Anschläge gab es zum Beispiel im März 2010 im mäh­ri­schen Ostrava oder im Februar 2012 in der west­böhmi­schen Klein­stadt . Zuletzt kam es in meh­re­ren Städten zu rechts­extremen Protest­märschen ge­gen die Roma-Be­völ­ke­rung. Diese mündeten wie­der­holt in Ausschrei­tun­gen und, wie im Juni 2013 in České Budějo­vice/Budweis oder im Sep­tem­ber 2013 in Ostrava, in versuch­ten Pogromen.
(dROMa-Red.)

>>Protestaufruf gegen Benzina/Unipetrol

Siehe auch:
Tschechien: Rassismus im Polizei-Malbuch (25.2.2014)
Schulbuch: „Zigeuner sind schmutzig“
(9.11.2011)

Amnesty: Zunehmende Gewalt gegen Roma

Mai 8th, 2014  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte

Amnesty-Bericht "We Ask for Justice" (April 2014)Neuer Amnesty-Bericht doku­men­tiert rassis­ti­sche Gewalt ge­gen Roma in Griechen­land, Tsche­chien und Frank­reich

“WE ASK FOR JUSTICE”
Europe’s Failure to Protect Roma from Racist Violence
Amnesty International, April 2014

>>Download (PDF, 1,1 MB)

In einem im April 2014 veröffentlichten Bericht dokumentiert Amnesty International am Beispiel der EU-Län­der Griechenland, Tschechien und Frankreich, dass die Polizei bei gewalt­tätigen Angrif­fen auf Roma viel­fach nicht ein­greift und gegen die Täter nicht ernst­haft ermit­telt. Mut­maß­liche rassistische Motive wer­den häufig nicht untersucht und die Ver­ant­wort­li­chen nicht zur Rechen­schaft gezogen. Ein Bei­spiel sind die von rechten Grup­pen orga­ni­sier­ten Protest­märsche gegen Roma im Som­mer 2013 in Tschechien, die teil­weise in gewalt­tätigen Ausschreitungen en­de­ten. In eini­gen Ländern, wie zum Beispiel Griechenland, sind es auch Polizisten selbst, die mit exzes­siver und rassis­ti­scher Gewalt gegen Roma vor­gehen.

„Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen endlich gegen die zuneh­men­den rassis­tischen Angriffe auf Ange­hö­rige der Roma vor­gehen“, fordert Selmin Çalışkan, General­sekretärin von Amnesty Inter­national in Deutsch­land. „Es ist völlig inak­zep­tabel, dass an man­chen Orten in Europa Roma in ständiger Angst vor gewalt­tätigen Aus­schrei­tun­gen oder Anschlä­gen leben müs­sen.“ „Die Gewalt­täter wer­den ermutigt von der pas­siven Haltung der Regie­rungen, die eine sys­tema­ti­sche Diskri­mi­nie­rung von Roma still­schwei­gend hin­nehmen“, stellt Çalışkan fest. Amnesty for­dert auch die EU-Kommission zum Han­deln auf. Die Antirassismus­richtlinie der EU ver­pflich­tet die Staaten unter ande­rem gegen rassis­tische Gewalt vor­zugehen.

«NOUS RÉCLAMONS JUSTICE» (PDF)
«ΔΙΚΑΙΟΣΥΝΗ ΖΗΤΑΜΕ» (PDF)
“ŽÁDÁME SPRAVEDLNOST” (PDF)

(Text: Amnesty International)