Literatur & Bücher
März 5th, 2019 |
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Einrichtungen, Literatur & Bücher
In der „International Roma Writers Association“ (IRWA) hatten sich Roma-Autoren 2002 zu einem Interessensverband zusammengeschlossen. Die Aktivitäten versandeten jedoch schon nach wenigen Jahren. Nun, nach über einem Jahrzehnt des Stillstands, nimmt der Verband seine Tätigkeit wieder auf. Roma-Autorinnen und -Autoren aus aller Welt sind aufgerufen, dem Verband beizutreten (siehe unten).
Erfreuliche Nachrichten aus der Welt der Literatur: In Kuopio in Finnland hat die „International Roma Writers Association“ (Kansainvälinen Romanikirjailijaliitto / Maskarthemutno Romane Hramutnengo Khedipen) nach Jahren des Stillstands wieder ihre Aktivitäten aufgenommen. Ursprünglich gegründet worden war der Roma-Autorenverband bereits im Juli 2002 im Rahmen eines Kongresses im finnischen Karjaa. Tatkräftig unterstützt wurde der neue Verband dabei von der Finnischen Autorenvereinigung. Nobelpreisträger Günter Grass schickte eine Glückwunschnote und wurde zum ersten Ehrenmitglied der IRWA. Dem feierlichen Gründungsakt vorausgegangen war ein internationales Roma-Literatentreffen in Köln, wo 2001 die Einrichtung eines neuen Verbandes vorbereitet wurde. Das Treffen gipfelte in der „Kölner Erklärung“ vom 19. November 2001, in welcher die Zielsetzungen der Vereinigung festgelegt wurden:
„Ziel des Verbandes ist es, die gemeinsamen Interessen der Roma-Schriftstellerinnen und -Schriftsteller wahrzunehmen und ihr vielsprachiges und vielfältiges literarisches Schaffen sichtbar zu machen. Unter den Roma soll unsere Initiative dazu beitragen, das Bewusstsein von der kulturellen Gemeinsamkeit zu stärken, literarische Kreativität zu fördern und das Romanès in seinen vielen Varianten als moderne Literatursprache zu etablieren. Um eine junge Generation von Roma-Schriftstellerinnen und -Schriftstellern zu ermutigen, regen wir die Einrichtung von Stipendien und Preisen an.“
Zu den Zielen des neu geschaffenen Autorenverbands zählte unter anderem die Schaffung einer „Romani Library“, ein umfassendes, europaweites Übersetzungs- und Editionsvorhaben. Read the rest of this entry »
März 4th, 2019 |
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Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Astrid Hanisch (2017): „Ich nenne es banken“. Betteln und Schnorren im Kontext rassistischer und nationalistischer Konstruktionen. Eine kritische Diskursanalyse
Masterarbeit an der Fachhochschule FH Campus Wien (Masterstudiengang: Sozialraumorientierte und Klinische Soziale Arbeit), 116 S.
→Download der FH Campus Wien (pdf)
Abstract (S. II):
Im vorherrschenden Diskurs um das Straßenbetteln in Österreich hat die räumliche Herkunft und Staatsbürger_innenschaft der bettelnden Menschen eine maßgebliche Bedeutung. In der Unterscheidung zwischen den „eigenen“ (österreichischen) und den „fremden Bettler_innen“ (vor allem denen, aus dem ost- und südosteuropäischen EU-Ausland) werden Subjekt- und Objekt-Konstruktionen vollzogen. Die „fremden Anderen“ werden entindividualisiert und als kollektive, massenhafte Bedrohung für den Sozialstaat und die öffentliche Sicherheit behandelt. Gleichzeitig werden bettelnde Menschen immer wieder als „Roma“ identifiziert, wobei diese Ethnisierung als Projektionsleistung der Mehrheitsgesellschaft zu verstehen ist, die Betroffenen selbst werden meist nicht befragt. Der Untersuchungszeitraum der vorliegenden Masterarbeit beginnt 2012, also unmittelbar vor oder nach dem Verfassungsgerichtsurteil, das das allgemeine Bettelverbot aufgehoben hatte. Es wurden acht Broschüren aus den Bereichen Soziale Arbeit, Menschenrechtsorganisationen, Polizei und Gemeinden auf ihre Verhandlung der Thematik hin untersucht. Dabei wurde sowohl die Verwendung von Text als auch von Bildern berücksichtigt. Als Analysewerkzeug wurde die Rahmenanalyse nach Erving Goffman angewendet. So sollte es möglich werden, die sprachliche und soziale Bedeutung von räumlicher Herkunft und Staatsbürger_innenschaft und die daraus abgeleitete Ethnisierung mittels einer Kritischen Diskursanalyse aufzuzeigen. Als wesentliches Ergebnis gilt, dass sich die Soziale Arbeit ihrer antirassistischen Verantwortung im Spannungsfeld zwischen Polizei, den Gemeinden, dem politischen Willen und der medialen Berichterstattung bewusst sein muss.
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Februar 26th, 2019 |
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Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Johanna Raphaela Blamberger (2018): „Alle sitzen wie Pilze nebeneinander und machen: Bitte, Madame, bitte, Herr!“ – Betteln als Performance und Humor als Strategie: kulturanthropologische RomNija-Begegnungen auf den Straßen von Graz
Masterarbeit, Karl-Franzens-Universität Graz (Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie), 120 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Abstract (Link):
Die Arbeit beschäftigt sich mit Begegnungen mit jenen RomNija, die als BettlerInnen oder ZeitungsverkäuferInnen auf den Straßen von Graz anzutreffen sind. RomNija erscheinen durch stereotype Zuschreibungen und Verurteilungen hinsichtlich ihrer Identität im Zusammenspiel mit Narrativen, die in Bezug auf BettlerInnen existieren, als eine homogene Personengruppe mit spezifischen Eigenschaften wie Disziplinlosigkeit oder Arbeitsscheue. Die kulturanthropologische Forschungsarbeit will ebendieses Bild aufbrechen: Eine differenzierte, kontextualisierte Betrachtung von RomNija als Individuen mit spezifischen Lebensgeschichten, Intentionen und Gedanken sowie von der Tätigkeit des Bettelns und die Rolle der Mehrheitsgesellschaft werden hierbei thematisiert. Den theoretischen Hintergrund bildet dabei das Konzept des Antiziganismus, welches die Entstehung und Reproduktion rassistischer Strukturen in unserer Gesellschaft analysiert. Kulturwissenschaftlich wird die Ansicht verfolgt, dass Kultur als Ordnungsprinzip in unserer Gesellschaft an hoher Bedeutung gewonnen hat und dabei soziale, ökonomische und politische Aspekte, die zur Erklärung von Lebenssituationen dienen, in den Hintergrund gedrängt oder aber als kulturell bedingt dargestellt werden. Interviews und Begegnungen mit RomNija, Reflexionen über Begegnungen, historische Betrachtungen sowie die Einbeziehung von künstlerischen Auseinandersetzungen eröffnen einen Raum für ein differenziertes Verständnis: Read the rest of this entry »
Februar 7th, 2019 |
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Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Neues Buch des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft beleuchtet Hasskriminalität aus unterschiedlichen Perspektiven
Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) – Thüringer Dokumentations- und Forschungsstelle gegen Menschenfeindlichkeit (Hrsg): Wissen schafft Demokratie. Gewalt gegen Minderheiten (=Schriftenreihe des Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft, Bd. 4), Amadeu Antonio Stiftung: Berlin 2018
→Download (pdf) | →zum Inhaltsverzeichnis
Wie kann vorurteilsgeleitete Gewalt erkannt und verhindert werden? Was berichten Betroffene? Welche internationalen Befunde zu Hasskriminalität gibt es? Wie können gesellschaftlich stigmatisierte und dadurch besonders gefährdete Gruppen gestärkt werden? Diskutiert wurden diese und weitere Fragen im September 2018 in Jena im Rahmen der Fachkonferenz „Gewalt gegen Minderheiten: Internationale Perspektiven und Strategien zum Umgang mit Hasskriminalität“. Um die Inhalte einem breiteren Publikum zur Verfügung zu stellen, sind im vorliegenden Konferenzband die Vorträge und Diskussionen dokumentiert und um weiterführende Informationen ergänzt.
„Gewalt gegen Minderheiten“ ist der Schwerpunkt dieses neuen Buches, welches das Jenaer Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) im Januar veröffentlicht hat. Der Band versammelt 13 Artikel von deutschen, britischen und kanadischen Autorinnen und Autoren. Neben wissenschaftlichen Studienergebnissen werden auch der polizeiliche und zivilgesellschaftliche Umgang mit rechter Gewalt und Hasskriminalität diskutiert.
Unter anderem zeigt die Auswertung einer umfassenden Befragung von Kriminalitätsopfern durch die Kriminolog_innen Eva Gross, Arne Dreissigacker und Lars Riesner, dass Opfer von Vorurteilskriminalität ein deutlich minderes Sicherheitsgefühl, höhere Kriminalitätsfurcht und geringeres Vertrauen in die Polizei aufweisen als Personen, die ebenfalls zum Opfer von Kriminalität wurden, bei denen allerdings Vorurteile keine Rolle spielten.
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Dezember 11th, 2018 |
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Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)
Poesijakero-atlas – Moderni poesijakeri kunst le Romendar
Buteder sar 250 poesiji le 100 pisimaschkijendar taj pisimaschendar, tel lendar te poar lirischi hangi andar i Austrija, o ardijaschtscha Wilfried Ihrig taj Ulrich Janetzki use ada „moderni poesijakero-atlas le Romendar taj Sintijen-dar“ khetan ledschine.
O khetan kedipe „Die Morgendämmerung der Worte“ o resultato jeke but berschengere rodipestar ando antikvarijartscha taj biblijotektscha la Europatar hi, o resultato jeke literaturakere visenschoftlichi forschinipestar uso kveltscha: Poesija le Romendar taj Sintijendar, le Lovarjendar, le Kalderaschendar, le Gitanojendar, le Gypsiejendar, le Travellerendar taj le Jenischijendar. Schoha angloda na ulo asaj mindenfelitiko, adala but sentelima pradima literaturatar, savi phare te lakel hi, asaj bulho sikado.
O khetan kedipe na len tschak o lirischi ajgeni koji upre, save ande Romani pisim hi, ham te o poesiji, save andar valami bisch tschibtscha andi nimtschki tschib prik bescharde ule, but lendar o erschtivar. Ardijaschi Wilfried Ihrig: „Phendo ol, i literatura themeskeri literatura hi, te oj vidschik gendi uli. I Romengeri-literatura themeskeri literatura hi, mint oj vidschik pisim ol, ande but vilagi, bojd ando cile vilagi le themestar.“
Taj sar pe jeke atlasiske kerinel, o cile pisimaschkiji taj pisimaschtscha – andar o Rusto pedar i Rumenija dschi andi Argentinija – schukar pal o vilagi sortirim. Upro bare anava peres, o barikane dschene la Romengera-poesijatar sar Papusza, Mattéo Maximoff vaj Alexander Germano; ham te upre but fatretertscha jeka neva generacijatar, save pumaro literarischi than meg iste soralisarinen. Taj tel lendar o ardijaschtscha muguli jek tekst le Charlie Chaplinistar keverinde, savo – sar le ov ande pri autobijografija phenel – upral i dajakeri rik andar jek englitiki „Gipsy“-familija tel schtaminel. Read the rest of this entry »
Dezember 8th, 2018 |
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Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)
Poesie-Atlas – Moderne Dichtkunst der Roma
Mehr als 250 Gedichte von 100 Autorinnen und Autoren, unter ihnen auch einige lyrische Stimmen aus Österreich, haben die Herausgeber Wilfried Ihrig und Ulrich Janetzki zu diesem „modernen Poesie-Atlas der Roma und Sinti“ zusammengetragen.
Die Anthologie „Die Morgendämmerung der Worte“ ist der Ertrag einer jahrelangen Suche in den Antiquariaten und Bibliotheken Europas, das Ergebnis einer literaturwissenschaftlichen Forschung an den Quellen: Poesie der Roma und Sinti, Lovara, Kalderasch, Gitanos, Gypsies, Travellers oder Jenischen. Nie zuvor wurde die Vielfalt dieser weit verstreut veröffentlichten und nur schwer zu fassenden Literatur so umfassend dargestellt.
Die Anthologie nimmt nicht nur jene lyrischen Selbstzeugnisse auf, die in Romani verfasst worden sind, sondern auch Gedichte, die aus etwa zwanzig Sprachen ins Deutsche übertragen wurden, viele davon zum ersten Mal. Mitherausgeber Wilfried Ihrig: „Man sagt, Literatur ist Weltliteratur, wenn sie überall gelesen wird. Die Roma-Literatur ist Weltliteratur, weil sie überall geschrieben wird, in vielen Ländern, fast allen Ländern der Erde.“
Und wie es sich für einen Atlas gehört, sind die Autorinnen und Autoren – von Russland über Rumänien bis Argentinien – fein säuberlich nach Ländern gruppiert. Man stößt auf die großen Namen, die Bahnbrecher der Roma-Dichtung wie Papusza, Mattéo Maximoff oder Alexander Germano; vor allem aber auch auf zahlreiche Vertreter einer neuen Generation, die ihren literarischen Rang erst noch behaupten müssen. Und mitten unter sie mischten die Herausgeber sogar einen Text Charlie Chaplins, der – wie er selbst in seiner Autobiografie berichtet – mütterlicherseits von einer englischen „Gipsy“-Familie abstammt. Read the rest of this entry »
November 22nd, 2018 |
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Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV
Neues Hörspiel in Schweden: Pippi Langstrumpf als Roma-Mädchen
Radio F.R.E.I: →Beitrag anhören (ab 11:20)
Ende September 2018 sorgte eine neue Version der Abenteuer von Pippi Langtrumpf für Schlagzeilen in Schweden. Eine Autorin namens Gunilla Lundgren hat sich der Geschichte angenommen. In Abstimmung mit Kindern mit Migrationshintergrund entwickelte sie die populäre Figur zu einem Romamädchen aus Rumänien. Pippi lebt in Schweden in einem sozialen Brennpunkt, einem kleinen Vorort von Stockholm, in einem Bauwagen, und hat dort weder Pferd noch Affe, sondern lediglich ein paar Kuscheltiere. Nichtsdestotrotz ist sie frech und mutig und stark und kämpft sich überall durch. Ein Kampf war es wohl auch, diese Geschichte zu erzählen und dabei den Namen von Pippi zu verwenden. Die Erben von Astrid Lindgren, der Schöpferin der populären Figur, waren wohl zuerst nicht sehr angetan, ließen sich aber schließlich mit dem Argument überreden, dass die Einnahmen aus dem Projekt einer Kinderbibliothek für Romakinder in Bukarest zugute kommen würden. Außerdem erklärte die Autorin gegenüber „Deutschlandfunk Kultur“: „Sie fanden, dass wir die Geschichte durchaus so verwenden dürfen. Wir haben uns ja lediglich von Pippi Langstrumpf inspirieren lassen. Das ist nicht die Pippi, sondern ein Mädchen, das Pippi heißt.“
Die Idee zu der Geschichte entstand in einem Schreibworkshop in einer Schule in Rinkeby, einer Kleinstadt nahe Stockholm, die oft als „kleines Mogadishu“ bezeichnet wird. Über 90% der Leute, die dort wohnen, haben Migrationserfahrungen, knapp 50% sind afrikanischer Abstammung. Als der Sender Sveriges Radio von der neuen Version erfuhr, nahm er sich der Sache an und produzierte die Höspielserie „Pippi in Rinkeby“. Read the rest of this entry »
November 7th, 2018 |
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Jugend & Bildung, Literatur & Bücher
Marie-Luise Wünsche über den Buchbeitrag „Ästhetische Produktionen von ‚Sinti und Roma‘ im Literaturunterricht“:
[Franziska Krumwiede-Steiners Beitrag] widmet sich, wie der Untertitel bereits ankündigt, den „Ästhetischen Produktionen von ‚Sinti und Roma‘ im Literaturunterricht“. Eine derartige praktische Anregung für den Deutschunterricht war überfällig. Sie wäre wohl ohne den richtungsweisenden Beitrag von Klaus-Michael Bogdal, auf den Krumwiede-Steiner auch verweist, so immer noch nicht denkbar gewesen. „Europa erfindet die Zigeuner“ erschien 2011 im Suhrkamp-Verlag und wurde mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Dieser Beitrag konnte allerdings nicht die Menschen mit ihren eigenen Werken in ihr Recht setzen. Das war nicht das Thema des Forschungsprojekts von Bogdal. Darin geht es um wissenschaftliche Beobachtungen jener Konstruktionen und Stigmatisierungen, mittels derer eine mehr oder weniger bunt zusammengesetzte Gruppe von Menschen (…) immer wieder neu und anders entweder romantisierend als „Zigeuner“ oder aber politisierend als „Sinti und Roma“ beschrieben wurde und noch beschrieben wird. Es kamen also nur die nicht ganz unproblematischen narrativen Strukturen des Geschichtenerzählens über und nicht die Narrative des Geschichtenerzählens von sogenannten „Zigeunern“ respektive sogenannten „Sinti“ und „Roma“ zu Wort. Denen eröffnet der Beitrag innerhalb dieses Sammelbandes nun Freiräume literarischen Lernens im Deutschunterricht höherer Jahrgangsstufen. (…)
Aus: Marie-Luise Wünsche, Unvergleichlich schöne vergleichende Blicke auf den Literaturunterricht und seine Theorien, in: literaturkritik.de, 1.11.2018 (Wir danken Marie-Luise Wünsche für die freundliche Genehmigung!)
Rezension über:
Michael Eggers / Christof Hamann (Hg.): Komparatistik und Didaktik, Aisthesis Verlag, Bielefeld 2018, 307 Seiten, ISBN-13: 9783849811648. (Inhaltsverzeichnis)
Oktober 30th, 2018 |
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Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)
Terno dschend 2018
Bücherherbst | Kenvakero terno dschend
>>Download (PDF) | Inhalt
Das mediale Interesse an Roma-Themen ist zwar merklich geschwunden – nicht jedoch bei Büchern. Im Gegenteil: Eine ganze Palette lesenswerter Neuerscheinungen gelangte in den letzten Monaten in den Buchhandel. Grund genug, uns einmal ausführlich dem Thema „Bücher“ zuzuwenden. Den Anfang macht Wolfgang Freitag, Redakteur der „Presse“-Feuilletonbeilage „Spectrum“. Er stellt in einem Gastbeitrag seine historische Recherche über einen tragischen Justizfall der Nachkriegsjahre vor („Der Fall Karl Horvath“). Michael Teichmann traf sich mit dem Ethnologen Michael Archan, der im Autorengespräch von seiner Studie „Der gute und der gläubige Gitano“ berichtet: Ein unsichtbarer Riss zieht sich demnach durch die katalanische Gitano-Gemeinschaft, in der Archan selbst monatelang gelebt hat. Roman Urbaner hat „Andere Akkorde“, den jüngsten Roman der bekannten jenischen Autorin Simone Schönett, gelesen, in dem es um die Vision einer friedfertigen Roma-Revolte geht, und hat dabei einige geschichtliche und literarische Vorläufer entdeckt. Und ein Hinweis auf eine liebevoll gestaltete Anthologie moderner Roma-Lyrik schließt diese Ausgabe ab: „Die Morgendämmerung der Worte“.
O medijali interesi upro Romengere- temtscha tschuleder ulo – ham na uso kenvi. Avrijal hi: But neve kenvi ando lejcti masektscha ando kenvakere boti te lakel hi. Jek koja, amen jefkar soraleder la temake „kenvi“ use te irinel. O kesdipe kerel o Wolfgang Freitag, pisimaschi le „Spectrumistar“, le use paschlime pisinipestar le diveseskere papruschane nevipestar „Presse“. Read the rest of this entry »
Oktober 2nd, 2018 |
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Literatur & Bücher, Wissenschaft
Alexandra Weiss/Karin Liebhart (Hg.): Spuren des Widerständigen. Forschung für Emanzipation und Demokratie. Eine Festschrift für Erika Thurner, Innsbruck University Press: Innsbruck 2018.
Buchpräsentation in Innsbruck: 10. Oktober 2018, 19.00 Uhr, Buchhandlung Liber Wiederin
Den Spuren des Widerständigen geht Erika Thurner in ihrer Forschung – sei es zur Arbeiterbewegung, zu Frauengeschichte und -politik oder zur Verfolgung und Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus gegenüber Roma und Sinti – nach und sie verkörpert diese Widerständigkeit als politisch positionierte und engagierte Wissenschafterin. Die Forschungsfragen, die wir stellen, sagen viel über uns aus – nicht nur als WissenschafterInnen, sondern auch über unsere Herkunft und unsere politischen Anliegen. Sie erzählen etwas darüber, ob wir Wissenschaft als Instrument der Gesellschaftsveränderung sehen oder als selbstreferentielles System, zu dem sie unter den Bedingungen neoliberaler Hochschulpolitik immer mehr wird. Erika Thurner kam zu einer Zeit in dieses System des Wissenschaftsbetriebes, in der es sich gerade öffnete oder öffnen musste für kritisches Denken – und sie nutzte diese Möglichkeit im besten Sinn einer Wissenschaft für Emanzipation und Demokratie.
Der Band versammelt Beiträge von Angelica Bäumer, Erich Hackl, Elisabeth Hussl und Beate Eder-Jordan, Heinrich Neisser, Helga Embacher, Karin Liebhart, Anton Pelinka, Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr, Reinhold Gärtner und Alexandra Weiss.
(Innsbruck University Press)
Juli 10th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher
Ricardo Lenzi Laubinger: Und eisig weht der kalte Wind. Die ergreifende Geschichte einer Sintifamilie, Verlag Books on Demand: Norderstedt 2018, Paperback, 280 S., ISBN-13: 9783743189959 (dort nicht mehr erhältlich)
Update: Das Buch ist inzwischen beim Klak-Verlag in Berlin erschienen. ISBN 978-3-948156-21-3. Das Buch ist auch im Buchhandel bestellbar oder vorrätig.
Dieses Buch, „Und eisig weht der kalte Wind“, erzählt die wahre Lebens- und Leidensgeschichte meiner Familie, besonders die meiner Mutter Bertha „Sichla“ Weiss, einer deutschen Sintiza, die im Alter von 14 Jahren von den Nationalsozialisten, zusammen mit all ihren Angehörigen von Hamburg aus nach Polen in die Konzentrationslager verschleppt wurde. Es war eine der unzähligen Sintifamilien, die im III. Reich den Großteil ihrer Angehörigen durch die geplante Volksvernichtung der Nazis an den Juden sowie an den Sinti und Roma verloren hatte.
Lesen Sie hier die Geschichte eines 14-jährigen Mädchens, das ihre Eltern, ihre sieben Geschwister, ihre Großeltern, Tanten und Onkel sowie die meisten deren Kinder verloren hat, weil sie alle von den Nazis in den Konzentrationslagern ermordet wurden. Sie war fast 20 Jahre alt, als sie endlich von den Alliierten befreit wurde, und hatte 59 fürchterliche und grauenvolle Monate Haft in verschiedenen Konzentrationslagern überlebt. Aber sie hatte ihre gesamte Familie und mehr als 60 weitere Angehörige verloren. Sie war die einzige Überlebende ihrer gesamten Verwandtschaft. Doch war der Leidensweg nach ihrer Befreiung noch lange nicht vorbei. Denn auch nach dem Krieg und in der Bundesrepublik wurden die Sinti weiterhin benachteiligt und diskriminiert.
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Juli 4th, 2018 |
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Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Bibliografie zu Zigeunerfiguren, Sinti und Roma in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur
➜Bibliografie (pdf)
Die Projektgruppe „Zigeunerbilder“ der AG Jugendliteratur und Medien (AJuM der GEW) hat eine eine Bibliographie zu Zigeunerfiguren, Sinti und Roma in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur erarbeitet. Sie sammelt kinder- und jugendliterarische Primärliteratur, in der Figuren vorkommen, die Zigeuner, Roma oder Sinti sind. Die umfangreiche Bibliografie bietet Forschenden nun eine wichtige Rechercheanlaufstelle (zur Bibliografie gelangen Sie hier). In ihrem Artikel beschreibt Ute Wolters als Mitglied der Projektgruppe, inwiefern die Thematik ein Desiderat in der Kinder- und Jugendliteraturforschung darstellt:
Es gibt aus den letzten Jahren mehrere grundlegende Untersuchungen zum literarischen bzw. medialen Bild des Zigeuners (Solms 2008, Patrut 2007 und 2008, Bogdal 2011, Brittnacher 2012, Reuter 2014), wobei die Kinder- und Jugendliteratur eher stiefmütterlich bis gar nicht behandelt wird. Lange Zeit wurde übersehen, dass Zigeuner als Haupt- oder Nebenfiguren in sehr vielen Texten der Kinder- und Jugendliteratur vorkommen (Dahrendorf 1980, Kahlkul 1999, Weinkauff 2006, Carstiuc 2011). (Wolters 2015)
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Mai 15th, 2018 |
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Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher
Im ORF-RadioKulturhaus in Wien wurden die diesjährigen Gewinner der „SozialMarie“ bekannt gegeben. 15 sozial innovative Projekte wurden mit dem bereits zum 14. Mal vergebenen Preis ausgezeichnet. Organisiert wird der Preis von der Unruhe Privatstiftung.
Der mit 15.000 Euro dotierte erste Preis ging an ein Obdachlosen-Projekt in Tschechien: Housing First for Families in Brno: Fünfzig obdachlose Familien wird eine Stadtwohnung ermöglicht. Die Familien werden dabei begleitet und betreut, ein neues Leben zu beginnen. „Die Strategie scheint aufzugehen. Über 90 Prozent der Familien leben nach einem Jahr weiterhin gemeinsam in ihrer eigenen Wohnung, Kinder kehren aus der Fremdunterbringung in ihre Familie zurück, arbeitslose Familienmitglieder finden einen Job, die Kinder gehen regelmäßiger in die Schule, die finanzielle Lage und die gesamte familiäre Situation stabilisieren sich“, erklären die Organisatoren der SozialMarie.
Den zweiten Preis in der Höhe von 10.000 Euro vergab die Jury an das slowakische Projekt Book Club PAĽIKERAV: Bei diesem „Buchklub“ erhalten junge Roma in Košice Bücher, die ihnen von den Autorinnen und Autoren übergeben werden. Die Roma erstellen Video-Buchrezensionen, die dann im Internet präsentiert werden. Inzwischen werden drei neue Videorezensionen pro Woche veröffentlicht. Darüber hinaus gibt es Diskussionsrunden und Buchpräsentationen. Read the rest of this entry »
April 29th, 2018 |
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Film & Theater, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Stefan Lenglinger präsentiert im ORF-Magazin „Heimat Fremde Heimat“ in ORF 2 (online ansehen) u.a. folgende Beiträge:
Roma und Europa – Die unendliche Geschichte der Diskriminierung
Es ist die Zeit der Utopien, auch für die europäischen Roma: Die jenische Schriftstellerin Simone Schönett thematisiert in ihrem Roman die Idee eines eigenen europäischen Roma-Staates, jedoch ohne Land. Das Berliner Maxim-Gorki-Theater provoziert dieser Tage mit dem Stück „Roma-Armee“, das nach einer Idee der beiden Wiener Romnija Sandra und Simonida Selimović entstanden ist. Nicht mit Waffen, aber mit Kunst wolle man gegen die nicht enden wollende Diskriminierung ankämpfen, so die Hauptdarstellerin Sandra Selimović. Die österreichischen Volksgruppenvertreter fordern einen europäischen gesetzlichen Rahmen, der Antiziganismus unter Strafe stellt und einen europäischen Kommissar, der sich für die Belange der größten europäischen Volksgruppe einsetzt. Sabina Zwitter berichtet.
Roma-Literatur – Was ist das eigentlich?
Immer wieder werden Roma als ungebildetes, nicht literarisches Volk stigmatisiert. Vielmehr wurden aber die Weisheiten, Erinnerungen und Erzählungen bei den Roma mündlich überliefert. Dabei diente ihnen ihre Sprache in Zeiten der Verfolgung als Schutz, den sie logischerweise nicht aufgeben wollten. Mit der Kodifizierung des Romani in Österreich setzte die österreichische Volksgruppe ein Signal der Öffnung, aber auch literarische Zeichen. „Was ist Roma-Literatur? Ist es Literatur, die in Romani geschrieben wurde, oder Literatur, die von Roma geschrieben wurde? Oder vielleicht Literatur, die sich mit Roma-Themen auseinandersetzt? Diese Fragen beantworten die Schriftsteller und Brüder Samuel und Károly Mágó sowie die Literaturwissenschafterin Katharina Janoska. Ein Beitrag von Sabina Zwitter.
(Text: ORF, Programmankündigung)
März 26th, 2018 |
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Kunst & Fotografie, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV
ORF2 – „kulturMontag“
Sendetermin: 26. März 2018, 22.30 Uhr
Zur Sendung: TVthek
Der von Clarissa Stadler moderierte „kulturMontag“ präsentiert eine spannende Themenpalette: So befasst sich die Sendung mit „Faust“ in der Kunst. Weiters blickt der „kulturMontag“ nach Ungarn und befragt anlässlich der Parlamentswahlen am 8. April Künstlerinnen und Künstler zur aktuellen politischen Situation. Am 8. April ist auch Internationaler Tag der Roma: Aus diesem Anlass blickt die Sendung anhand zweier Kunstprojekte auf die Lebenswelt und Kultur der Roma:
„Werde glücklich!“ – Samuel Mágós Kurzgeschichten über Roma in Wien und Budapest
In seinem zweisprachigen Erzählband „Der Glücksmacher“, den er gemeinsam mit seinem Bruder Károly verfasst hat, berichtet Autor und Roma-Aktivist Samuel Mágó aus der Lebenswelt der Roma. Ihre Erzählungen beruhen auf eigenen Familiengeschichten und entwickeln sich entlang wichtiger zeitgeschichtlicher Eckdaten wie der NS-Zeit, der ungarischen Revolution 1956 und dem Fall des Eisernen Vorhangs bis in die Gegenwart. Geboren in Budapest in eine traditionsreiche Musikerfamilie und aufgewachsen in Wien, führt Samuel Mágó durch seine Heimatstadt und spricht im „kulturMontag“ kurz vor dem Internationalen Roma-Tag am 8. April darüber, was es heute bedeutet, Roma zu sein.
Christine Turnauer nähert sich den Roma auf ganz andere Weise. Für ihr neues Buch hat die Fotografin Roma von Indien über Bulgarien und Rumänien bis zum Kosovo besucht und fernab aller kitschigen Klischees Menschen fotografiert, „bei deren Anblick wir nicht Mitleid, sondern Bewunderung verspüren“, so der Schriftsteller Karl-Markus Gauß in einer Würdigung.
(ORF.at)
Januar 20th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Udo Engbring-Romang:
»Mit einer Rückkehr ist nicht mehr zu rechnen …«
Die Verfolgung der Sinti und Roma in Mannheim
Quellen und Darstellungen zur Mannheimer Stadtgeschichte, Bd. 11
Jan Thorbecke Verlag: Ostfildern 2017
Hardcover, 160 S., ISBN: 978-3-7995-0960-2
Wie überall in Deutschland wurden im März 1943 Sinti und Roma aus Mannheim von den nationalsozialistischen Machthabern in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Ziel war wie bei den Juden die Beseitigung der als »außereuropäische Fremdrasse« bezeichneten Menschen. Die Diskriminierung und Verfolgung begann aber nicht erst in der Zeit des Nationalsozialismus; schon früher wurden sie ausgegrenzt und waren bereits in der Weimarer Zeit staatlichen Repressionen ausgesetzt. Read the rest of this entry »
November 29th, 2017 |
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Interview, Literatur & Bücher, Religion, Romani
Anlässlich des Ad-limina-Besuchs der ungarischen Bischöfe bei Papst Franziskus sprach Kardinal Peter Erdö, Erzbischof von Ezstergom-Budapest, mit der katholischen Agentur CNA. Nicht nur das Kreuz des Internationalen Eucharistischen Kongresses, der 2020 in Budapest stattfinden wird, hat Papst Franziskus von den ungarischen Bischöfen erhalten, sondern auch ein Exemplar der Bibel auf Lovari-Romani, der laut Erdö von den Roma in der Region am meisten genutzten Sprache. Diese Übersetzung der Bibel geht einer Übersetzung liturgischer Texte ins Romani voraus.
Worüber haben Sie – die Bischöfe – beim Teffen gesprochen?
Über viele Dinge. Wir haben auch über die Roma gesprochen, die acht Prozent der Bevölkerung darstellen. Wir haben über ihre Kultur und ihre Sprache gesprochen und daraus ergab sich dann auch ein Gespräch über die Bedeutsamkeit der kleinen und großen Völker in Europa. Der Heilige Vater hat uns geantwortet, dass die Kulturen der Länder echte Werte sind. Europa ist, in christlicher Sicht, nicht ein graues oder gleichförmiges Europa, sondern ein Europa, das aus vielen Kulturen, Erfahrungen und Nationen zusammengesetzt ist, die untereinander versöhnt sind und gemeinsame Wurzeln haben – die zu einem sehr beträchtlichen Teil christliche Wurzeln sind.
Sie haben auch über die Möglichkeit einer Messe in der Sprache der Roma gesprochen?
Der Papst hat uns ermutigt, so eine Messe vorzubereiten. Die Roma in Ungarn sprechen verschiedene Sprachen. Obwohl die überwiegende Mehrheit Ungarisch versteht, haben doch viele mit unserer Sprache auch Schwierigkeiten. Im Allgemeinen ist die Sprache Lovari-Romani die in Zentraleuropa am meisten verbreitete Roma-Sprache. Sie hat viel mit Sanskrit zu tun. Wir haben die Herausforderung angenommen, die Übersetzung der gesamten Bibel in diese Sprache vorzubereiten – die katholische Kirche zusammen mit Intellektuellen der Roma. Diese Übersetzung wurde nach einer über zehnjährigen Arbeit fertiggestellt und dann von der Bischofskonferenz genehmigt. Ich habe diese Übersetzung der Bibel dem Heiligen Vater überreicht, der sie mit großer Freude entgegengenommen hat.
Die Erstellung eines Messbuchs ist also der nächste Schritt?
Da es nun ja schon eine Terminologie für die gesamte Bibel gibt, ist die Übersetzung des Messbuches kein Ding der Unmöglichkeit mehr. Wir haben eine Kommission eingerichtet und wir arbeiten daran. Wir sind dem Heiligen Vater dankbar für seine Ermutigung, diese Arbeit weiterzuführen.
(Quelle: CNA)
November 27th, 2017 |
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Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Danyal Maneka (2016): Die Anderen der Mozartstadt – Zur Rolle rassistischer Bedeutungskonstruktion im Salzburger Printmediendiskurs vor dem Beschluss des sektoralen Bettelverbots
Bachelorarbeit (Institut für Politikwissenschaft), Universität Wien, 44 S.
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[Die Berichterstattung] begann relativ abrupt Ende Februar 2015 und endete Anfang Juni 2015 ebenso plötzlich wieder, und zwar zeitgleich mit dem Beschluss eines sektoralen Bettelverbotes durch die Gemeinde. Die Intensität der Berichterstattung (in drei Monaten ca. 180 Beiträge in den zwei größten Zeitungen!), die Sequenz von medialer Aufmerksamkeit und Handeln der Politik und der plötzliche Abfall der Aufmerksamkeit nach dem Handeln lässt vermuten, dass es sich bei der Medienkampagne um eine Offensive gegen ArmutsmigrantInnen aus Südosteuropa (…) handelt.
(…) Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich nicht mit der Praxis der Migration oder des Bettelns an sich (…). Thema ist ausschließlich die printmediale Repräsentation temporärer Armutsmigrationen (von RomNija) im Vorfeld des Beschlusses des sektoralen Bettelverbots. Genauer gesagt soll der Frage nachgegangen werden, ob Rassismus in der Salzburger Printmediendebatte über das Betteln und seine AkteurInnen in den drei Monaten vor dem Beschluss eine Rolle spielt, um Aufschluss darüber zu erhalten, inwieweit Ressentiments im konkreten Fall den repressiven Umgang mit ArmutsmigrantInnen legitimieren. Anders gesagt: Enthält die Art und Weise wie AutorInnen ArmutsmigrantInnen darstellen rassistische Elemente?
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November 23rd, 2017 |
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Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte
Der Kampf gegen Antiziganismus in Europa
Eine Veröffentlichung der Grünen im Europäischen Parlament
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Antiziganismus ist eine spezifische Form des Rassismus, die sich gegen Angehörige der Roma-Minderheiten (und ähnlicher Gruppen) in ganz Europa richtet. Der Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung, denen viele Roma in ganz Europa ausgesetzt sind, kann daher nur wirksam entgegengetreten werden, wenn auch der tief verwurzelte Antiziganismus bekämpft wird. Die vorliegende Publikation soll einen Beitrag leisten im Kampf gegen Antiziganismus. Sie möchte informieren und ein Bewusstsein schaffen für die vielschichtige Diskriminierung denen europäische Roma aufgrund von Antiziganismus ausgesetzt sind. Anhand kurzer Aufsätze von grünen Abgeordneten, Roma-Aktivist/innen und Wissenschaftler/innen wird die EU-Politik bezüglich Roma und der Antiziganismus in Österreich, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Ungarn und Schweden analysiert.
(Text: Zentalrat)
Oktober 23rd, 2017 |
Published in
Frauenrechte, Kunst & Fotografie, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV
„Heimat Fremde Heimat“
ORF2, Sendung vom 22.10..2017
Ansehen: ORF-TVthek (09:50 min.)
Lakis Jordanopoulos präsentiert das ORF-Magazin „Heimat Fremde Heimat“ am Sonntag, dem 22. Oktober 2017, um 13.30 Uhr in ORF. Weitere Beiträge: Zertifikatskurs für Lehrkräfte mit Fluchthintergrund und Wiens Tibet-Restaurant „Songtsen Gampo“ feiert 20-Jahr-Jubiläum.
Romafrauen – Kampf gegen Klischees
Frauen aus den Reihen der Roma und Jenischen lehnen sich aktuell gegen Klischees und Stereotypen auf. Schon lange entspräche das Bild von der im Wohnwagen herumziehenden, hausierenden und wahrsagenden Romafrau nicht mehr der Realität. Dieser Wandel ihrer Lebenssituation wird jedoch von der Mehrheitsbevölkerung meistens nicht wahrgenommen. Deshalb entschlossen sich der Verein Vivaro und die jenische Schriftstellerin Simone Schönett, die heutige Realität mit entsprechenden Bildern und Erzählungen abzubilden.
Ein Bericht von Sabina Zwitter.
(Text: ORF Programmankündigung)