Ein neuer österreichischer Verein setzt sich für die Interessen der Roma und Sinti an Hochschulen ein. Stereotype und Bildungsungerechtigkeiten sollen so überwunden werden
Tobias Mayr/UniStandard:Sladi Mirković freut sich: „Wir haben im letzten halben Jahr den Diskurs über Roma an Hochschulen sehr stark mitbestimmt.“ Die 33-jährige Romni ist Präsidentin der im April gegründeten HochschülerInnenschaft österreichischer Roma und Romnja (HÖR). Gemeinsam mit fünf Kollegen möchte Mirković die Bildungsinteressen junger Roma in Österreich vertreten und dabei die Sichtbarkeit von studierenden Roma an der Uni erhöhen.
Denn diese sind nicht nur in der österreichischen Bevölkerung eine Minderheit, sondern auch an den Hochschulen. Zahlen, wie viele Roma studieren, gibt es keine. Für die HÖR steht aber außer Zweifel, dass es „verhältnismäßig wenige“ sind. Doch auch genaue Zahlen, wie viele Roma in Österreich leben, gibt es nicht. Die ethnische Zugehörigkeit zu Volksgruppen wird wegen rassistischer Erfahrungen mit Volkszählungen im Nationalsozialismus nicht erhoben. Das Kanzleramt geht von zehntausenden Angehörigen aus, die meisten von ihnen leben in den östlichen Bundesländern, vor allem im Ballungsraum Wien. Der Überbegriff Roma wird dabei stellvertretend für alle Menschen verwendet, die sich als Roma, Sinti oder Lovara identifizieren.
Kein Verstecken mehr
Jene, die heute studieren, versteckten meist ihre Identität, sagt Mirković: „Ab einer gewissen Bildungsstufe sehen viele davon ab, sich zu outen – aus Angst, sich damit Steine in den Weg zu legen.“ In der Schule und zu Beginn ihres Studiums der Transkulturellen Kommunikation sei es ihr ähnlich gegangen: Read the rest of this entry »
Ein Podcast-Gespräch des burgenlandkroatischen Mediums „Novi Glas“ mit dem Roma-Aktivisten Martin Horvath (Verein Hango Roma)
Anfang 2021 wurde im deutschen WDR eine Sendung ausgestrahlt, in der ausschließlich mehrheitsangehörige Promis über die Verwendung von Begriffen wie „Zigeunersauce“ diskutierten. Die Sendung hat hohe Wellen in den sozialen Medien geschlagen und auch Roma-Angehörige in Österreich empört (wir berichteten: hier, hier und hier). Martin Horvath (38) aus Siget in der Wart ist Gründer und Vorstandsmitglied des Vereins HANGO ROMA, einer der Schwerpunkte des Vereins ist Antiziganismusarbeit. Das ganze Telefongespräch mit Horvath ist als Podcast nachzuhören und unterhalb in gekürzter Form zu lesen.
Konstantin Vlasich/Novi Glas: Wie ist es dir ergangen, als du von dieser Sendung im WDR erfahren hast?
Martin Horvath: Es ist in den letzten Monaten nicht neu, dass gegen die Volksgruppe der Roma gehetzt wird. Als Corona angefangen hat, in Ungarn, Rumänien, Slowakei hat man Schuldige gesucht und die Schuldigen waren die Roma. Die Sendung beweist, dass oft ein Thema gewählt wird, mit dem man Quoten erreicht: Die Diskussion – soll man das „Zigeunersauce“ nennen oder nicht? – ist aber verantwortungslos. Das sind Personen in der Öffentlichkeit, die man liebt, die Vorbilder sind. Wenn man so diskutiert, ist das nicht in Ordnung. Man kann über die Verwendung des Begriffs „Zigeuner“ eine Diskussion halten, aber dann muss man Vertreter von diversen Roma-Organisationen einladen, damit man gemeinsam darüber diskutieren kann.
NG: Wie stehst du zu diesem Begriff? Verwendest du ihn?
Der Begriff ist nicht in unserem Wortschatz, in Romanes gibt es das Wort „Zigeuner“ nicht einmal. Man verbindet es mit dem „ziehenden Gauner“, es ist ein negatives Wort, das uns aufgedrückt worden ist. Wir sind so bezeichnet worden. Es gibt Leute, die sich als „Zigeuner“ bezeichnen, aber das ist eine persönliche Geschichte. Das sind Einzelne, aber man kann keine gesamte Gruppe als „Zigeuner“ bezeichnen. Es ist jedem überlassen, wie er sich bezeichnet. Für mich persönlich ist das Wort abscheulich. Read the rest of this entry »
Tschibtscha | 22.10.2021 | 6.11 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath
Ziel des Projektes ROMABIZ ist die Steigerung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) von Roma und Sinti durch Stärkung ihrer Management- und unternehmerischen Kompetenzen. Es wird derzeit eine Erhebung durch persönliche Befragung zur unternehmerischen Situation von Roma- und Sinti-Unternehmen in der burgenländisch-ungarischen Grenzregion durchgeführt, um vorherrschende Charakteristika und Bedürfnisse punktgenau aufzugreifen. Die Unternehmen werden anschließend im Rahmen von Einzelberatungen sowie bei Bedarf durch Mentoring von geschulten BeraterInnen unterstützt. Daneben werden Gruppencoachings zur Entwicklung besonders wettbewerbswirksamer Kompetenzen und Strategien angeboten. „Treffen am Runden Tisch und Exkursionen zum Kennenlernen von Best-Practice-Beispielen fördern die Intensivierung des Erfahrungsaustausches und die Vernetzung“, ist BFI-Projektmanager Christoph Greiner überzeugt. Es wird zudem eine innovative, internetbasierte und mit mobilen Anwendungen ausgestattete Unternehmensplattform aufgebaut, wo Roma-UnternehmerInnen die Möglichkeit haben, ihre Unternehmen zu präsentieren und nützliche Informationen zu platzieren. Read the rest of this entry »
Die österreichische Gleichbehandlungsanwaltschaft (GAW, Infos und Kontakt →hier) wendet sich mit folgender Aussendung an Roma-Organisationen und bittet um Mithilfe und Verbreitung:
Antiziganismus bekämpfen, Diskriminierung melden!
Personen mit Rom:nja-Hintergrund in verschiedensten Situationen mit Rassismus und Antiziganismus konfrontiert. Dies ist ein tiefwurzelndes gesamtgesellschaftliches Problem. In der Beratung berichten uns Betroffene, dass sie aus Geschäften weggeschickt werden sowie von rassistischen Beschimpfungen im Rahmen ihres Arbeitsalltags. Die Gleichbehandlungsanwaltschaft bietet hier Unterstützung!
Wir erklären Betroffenen, was sie tun können.
Wir informieren sie über ihre Rechte und helfen ihnen, diese durchzusetzen.
Wir dokumentieren Diskriminierung und berichten an den Nationalrat.
Nur wenige Betroffene wenden sich mit Diskriminierungsproblemen jedoch an die Gleichbehandlungsanwaltschaft. Einerseits fehlt das Vertrauen, andererseits das Wissen über bestehende Rechtschutzmöglichkeiten.
Wir möchten diese Barrieren überwinden und ersuchen Sie dabei um Ihre Unterstützung.
Deutschland: Drei neue Mitgliedsverbände im Zentralrat Deutscher Sinti und Roma: Expertise in den Bereichen Bildung und Zuwanderung wird gestärkt
Am 25. September 2021 bestätigte in Berlin die Mitgliederversammlung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma die Aufnahme von drei neuen Verbänden. Die neuen Mitglieder im Dachverband sind der Landesrat der Roma und Sinti Berlin-Brandenburg e.V., der Verband Romano Sumnal e.V. in Sachsen sowie der Studierendenverband der Sinti und Roma in Deutschland. Die Mitgliederversammlung bestätigte damit die auf der Vorstandssitzung am 18. Mai 2021 vorläufig beschlossene Aufnahme der drei neuen Verbände. „Mit der Aufnahme von drei neuen Verbänden hat der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma wichtige Mitstreiter gewonnen, die sich für die bürgerrechtliche und politische Interessenvertretung der Sinti und Roma in Deutschland einsetzen. Insbesondere die Bildungsarbeit wird durch die neuen Mitglieder gestärkt. Mit dem Landesrat Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V. hat der Zentralrat einen starken Partner in der Bundeshauptstadt“, so Zentralratsvorsitzender Romani Rose.
DerStudierendenverband der Sinti und Roma in Deutschland wurde im Dezember 2020 zur Unterstützung und Vernetzung junger Sinti und Roma in Studium und Beruf gegründet. Daneben möchte der Verband die Sichtbarkeit der Minderheit fördern, Chancengleichheit herstellen und so aktiv die Gesellschaft mitgestalten.
Der Landesrat der Roma und Sinti Berlin-Brandenburg e.V. ist eine Mindereiten-Selbstorganisation mit Sitz in Berlin, die sich seit Jahren in Kooperation mit der Berliner Landeszentrale für Politische Bildung demokratiestärkend für die Berliner Sinti und Roma auf Landesebene engagiert.
Der sächsische Verein Romano Sumnal e.V. wurde im April 2016 in Leipzig gegründet und ist die zentrale Anlaufstelle für Angehörige der Minderheit in Sachsen, die Unterstützung, Beratung und Hilfe benötigen. Read the rest of this entry »
RTVS.sk: In der Romasiedlung Luník IX im ostslowakisschen Košice wurde am Wochenende das Projekt „Budujeme nádej“ (Bauen wir Hoffnung) offiziell gestartet. Dieses beinhaltet den Bau gemeinschaftlicher Einrichtungen und Wohnhäuser im Selbsthilfeverfahren. Als Erstes wird in Zusammenarbeit mit dem städtischen Sozialbetrieb ein Gemeinschaftshaus geschaffen, das allen am Projekt teilhabenden Familien dienen soll, später folgen Wohnhäuser für Familien. Der Bau erfolgt auf Basis eines Spar- und Mikrokreditprogramms, das die NGO ETP – Zentrum für nachhaltige Entwicklung (ETP Slovensko – Centrum pre udržateľný rozvoj) koordiniert. Durch die Errichtung der Gebäude in Selbsthilfe sollen die Bewohner auch Fertigkeiten erhalten, die ihnen später auf dem Arbeitsmarkt zugutekommen können. Über den Projektstart erfreut zeigte sich auch der Bürgermeister von Luník IX, Marcel Šaňa: „Bald beginnt der Bau eines Musterhauses, das den Bewohnern auch zeigen soll, dass das Projekt real ist, denn wir haben lange davon gesprochen. Der Weg war ziemlich steinig, weil wir bei null begonnen haben – am Anfang gab es nicht einmal Grundstücke dafür. Dann kam noch der lange Prozess einer urbanistischen Studie, weshalb viele unserer Bewohner bereits den Glauben ans Projekt verloren haben und kein großes Interesse vorhanden war.“
Errichtet in den 1970er Jahren, war Luník IX ursprünglich als Wohngebiet für Angehörige der Armee, der Polizei sowie der Roma-Bevölkerung vorgesehen. Nach 1989 und dem Wegzug vieler Einwohner wurde der Stadtteil zunehmend zu einem ethnischen Ghetto. Ursprünglich für etwa 2.000 Einwohner konzipiert, leben heute in Luník IX mehr als 6.000 Roma in teils verfallenen Plattenbauten. Read the rest of this entry »
Antiziganismus und Antisemitismus online – Forschungsergebnisse des Projekts Re-ACT (Remember and Act!)
Hass, Gewalt und Ausgrenzung: Beide Gruppen, jüdische Menschen und Roma, werden als eine „Bedrohung“ in und für die Gesellschaft wahrgenommen. Seit dem Mittelalter bis heute sind Roma und Juden traditionelle Sündenböcke. Diese und andere Erkenntnisse präsentieren die analytischen und vergleichenden Studien, die im Rahmen des internationalen Projekts Remember and ACT! (Re-ACT) erstellt wurden, welches sich auf die Ervforschung „alter“ Hasskonzepte in ihren modernen Formen konzentriert.
Das Projekt wird von der Organisation ROMEA zusammen mit dem Internationalen Netzwerk gegen Cyber-Hass (INACH), der französischen NGO LICRA und dem österreichischen Forschungsunternehmen SYNYO durchgeführt.
Die von INACH für Kontinentaleuropa erstellte Analyse von hasserfüllten Online-Posts hat gezeigt, dass starke Verbindungen zwischen aktuellen Hassreden im Internet und den Praktiken, welche üblich für Nazi-Propaganda waren, bestehen. Ziel der im Rahmen des Re-ACT-Projekts erstellten Studien ist es, die Mechanismen zu beleuchten, mit denen alte Stereotypen, Halbwahrheiten und Mythen über Juden und Roma wiederverwertet werden. Die Studien zielen darauf ab, die Prinzipien zu erläutern, die dem Wiederaufleben dieser tief verwurzelten antijüdischen oder Anti-Roma-Einstellungen zugrunde liegen, und zu zeigen, wie diese neuen Formen derselben sich wiederholenden fremdenfeindlichen Ideen online in modernen Formen existieren, insbesondere in den sozialen Medien.
Antiziganismus
Nach den Erkenntnissen der im Projekt tätigen Analysten ist es offensichtlich, dass Antiziganismus online auf dem Vormarsch ist. „Der Trend ist eine kontinuierliche Normalisierung von Hassreden gegen Roma. Solche Reden werden heute nicht nur von Mitgliedern ultra-rechter Gruppen verbreitet, sondern auch von ‘normalen’ Menschen oder Mainstream-Parteien“, sagen Selma Muhič Dizdarevič und Jitka Votavová, die Autorinnen der Studie über Antiziganismus.
„Fake News, Hoaxes und Manipulationen werden als Instrumente zur Verbreitung von Hass eingesetzt. Auch der Trend zu sogenanntem humorvollem Rassismus nimmt zu und schafft einen Cocktail aus Ironie, Spott und Erniedrigung, der vor allem für junge Menschen attraktiv ist“, so die Autoren. Read the rest of this entry »
2019 machte ein antiziganistischer Vorfall in Hameln bundesweit Schlagzeilen: Eine Frau, die sich bei einem Wohnungsunternehmen mehrmals um eine Wohnung beworben hatte, bekam ein Schreiben zugeschickt, in dem stand: »Leichter Zigeuner-Einschlag. Besser nichts anbieten.« Das Schreiben war offenbar für den internen Gebrauch bestimmt und nur versehentlich verschickt worden. Damit war der Betroffenen auch klar, warum ihre Bewerbungen seit Jahren erfolglos waren – eine eindeutige antiziganistische Diskriminierung. Nach den Erkenntnissen der Dokumentationsstelle Antiziganismus (DOSTA) ist dieser Vorfall durchaus repräsentativ für die Erfahrungen, die Menschen mit tatsächlichem oder zugeschriebenem Roma-Hintergrund auch heute noch in Deutschland machen. DOSTA erfasst seit 2014 systematisch antiziganistische und diskriminierende Vorfälle, die sich in Berlin ereignen. Über die Jahre wurden Hunderte Vorfälle dokumentiert, es ist aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen.
„Menschen mit selbst- oder fremdzugeschriebenem Roma-Hintergrund sind in Deutschland von vielfältigen Ausschlüssen und Stigmatisierungen betroffen, auf struktureller und individueller Ebene. Auf diese ohnehin äußerst prekäre Situation hat die Corona-Pandemie wie ein Brandbeschleuniger gewirkt und zu öffentlichen Diffamierungen ebenso wie existenzbedrohlichen Lebenslagen geführt“, erklärt Georgi Ivanov, Vorstandsmitglied von Amaro Foro.
In den Jahren 2019 und 2020 waren einige Themen besonders dominant: In deutschen Behörden, besonders in Jobcentern, sind Menschen mit selbst- oder fremdzugeschriebenem Roma-Hintergrund einer systematischen und strukturellen Kriminalisierung ausgesetzt, die häufig zur rechtswidrigen Verweigerung von Leistungen führt. Read the rest of this entry »
Roma sam
Radio Burgenland: 16.8.2021 | (on demand)
In der Sendung ist der Ethnologe Michael Teichmann von der Caritas Graz zu Gast. Als Leiter des Projektes „KAMBUKE | kamaha buti te kerel“, zu Deutsch „Wir wollen arbeiten“, erzählt er über die verschiedenen Arbeitsbereiche für und mit Roma.
Projekt „ROMEXA“
Knapp 500 Roma aus Osteuropa, meist aus der Slowakei, Rumänien, Bulgarien oder Ungarn, werden derzeit von der Caritas Graz in mehreren Projekten betreut. Eines davon ist das Projekt „ROMEXA“, das hauptsächlich zur Basisversorgung von Roma und Romnja dient, die von prekären ökonomischen und sozialen Situationen aus ihren Heimatländern nach Österreich migrieren.
Projekt „Chavore“ | Kinder“ Die Kinder der migrierten Familien haben die Möglichkeit am Projekt „Chavore“, zu Deutsch „Kinder“, teilzunehmen und sich dadurch schneller einzuleben. Aktuell werden 40 Kinder in diesem Projekt in Graz betreut, Teichmann unterstreicht die Bedeutsamkeit dieser Maßnahme für die Inklusion der Familien.
Kindheit ohne „Stereotype“
Michael Teichmann, geboren 1973, wuchs in Oberdrauburg, einer kleinen Gemeinde in Oberkärnten, auf. Dort besuchte er die Pflichtschule und anschließend das Gymnasium Lienz. Der heutige Ethnologe erzählt, dass es in seinem Elternhaus keinerlei Stereotype oder typische Vorurteile gegenüber anderen Völkern gab. 1992 begann Michael Teichmann an der Uni Graz zu studieren. Dort lernte er den Sprachwissenschaftler Dieter Halwachs kennen, der für die Kodifizierung und Didaktisierung des Burgenland-Romani verantwortlich zeichnet. Read the rest of this entry »
Roma sam
Radijo Burgenland: 16.8.2021 | (on demand)
Andi adiveseskeri sendung o etnologo taj visenschoftleri upro than la flogoskera kundejatar Michael Teichmann la Caritasatar Gereci te schunel hi. Ojs schero le projektostar KAMBUKE | KAmaha BUti te KErel“ andi nimtschki tschib – „Wir wollen arbeiten“, phukal ov peder o mindenfelitike butjakere thana le Romenge taj le Romenca.
Projekto „ROMEXA“
Bojd 500 Roma andar i ostitiki Europa, butvar andar i Slovakija, i Rumenija, i Bulgarija vaj andar o Ungriko akan la Caritasatar Gereci ande buteder projekti vodim on. Jek le projektendar hi o projekto „ROMEXA“, savo le basisakere fasorginipeske le Romendar taj Romnijendar dijaninel, save le bibastale virtschoftlichi taj socijali situacijendar andar pumare hajmatakere vilagendar andi Austrija migririnen.
Projekto „Chavore | Kinder“
Le tschaven le migririme familijendar o schajipe hi uso projekto „Chavore“ andi nimtschki tschib „Kinder“ use te ol taj afka sikeder pe te integririnel. Ando momento 40 tschave ande ada projekto Gereciste vodim on, o Teichmann o barikanipe adale keripestar la integracijake le familijendar angle asdel.
Tschavengeri cajt oni sterejotiptscha
O Michael Teichmann ando bersch 1973 upro them alo. Upre bartschino ov ande Oberdrauburg, jek tikni gemajnde ande Oberkärnten. Odoj andi flogoskeri ischkola gelo taj paloda ando gimnasijum Lienz. Read the rest of this entry »
Sinti und Roma in Deutschland vereinigen ihre Kompetenzen in neuer Bundes-Organisation
Am 2. August 2021 haben sich etablierte Vereine und Organisationen der Sinti und Roma aus ganz Deutschland zusammengeschlossen, um den zukünftigen Aufgaben als Bundesvereinigung der Sinti und Roma e.V. i. G. (BVSR) strukturiert und transparent zu begegnen.
Die Gründungsversammlung fand im Paul-Löbe-Haus in Berlin statt. Sitz der BVSR ist Berlin. Auch die Geschäftsstelle wird in Kürze in der Hauptstadt, in der Nähe der Bundesallee eröffnet. Weitere Selbstorganisationen haben bereits ihre Aufnahme beantragt und sind willkommen. In der BVSR vereinen erstmals etablierte Vereine ihre Kompetenzen in den Bereichen Empowerment, Wirtschaft, Recht, Medien, Familie, Bildung, Geschichte, Forschung, Gedenken und Minderheiteninteressen zu einer neuen Bundesvertretung.
Der 15-köpfige Vorstand besteht gleichberechtigt aus Frauen und Männern. Als Vorsitzende wurde Esther Reinhardt-Bendel (RomnoKher gGmbH/Initiative Sinti-Roma-Pride) gewählt. Stellvertretende Vorsitzende ist Kelly Laubinger (Cinti Union Schleswig-Holstein e. V.). Als Generalsekretär wurde Romeo Franz (MdEP) beauftragt.
SENSIRO – Studie zur Evaluierung der nationalen Strategie zur Inklusion der Rom*nja in Österreich
Sensiro ist ein Projekt, das die nationale Strategie zur Erhöhung der sozialen Inklusion der Rom*nja, die 2011 verabschiedet wurde, und deren Fortsetzung vor kurzem beschlossen wurde, unabhängig evaluiert. Ziel der Evaluierung ist es, herauszufinden, ob und inwiefern die vom Bundeskanzleramt definierten Wirkungsziele erreicht wurden.
Österreich hat sich zur Umsetzung der Strategie verpflichtet. Die Strategie zur Erhöhung der Inklusion besteht aus verschiedenartigen Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt, Bekämpfung von Antiziganismus, Empowerment von Romnja sowie der Rom*nja-Jugend, Stärkung der zivilgesellschaftlichen Strukturen der Rom*nja und Partizipation.
Ziel der Studie ist es, herauszufinden, welche Folgen die Maßnahmen, die seit 2011 zur Stärkung und Ermächtigung der Roma und Romnja in Österreich gesetzt wurden, hatten. Die Studie wird vom Institut für Soziologie der Universität Wien in Zusammenarbeit mit den Zielgruppen durchgeführt. Ihre Erfahrungen und Sichtweisen, die im Rahmen der Studie erhoben werden, bilden die Grundlage für eine Bewertung und Weiterentwicklung der Strategie.
Das Projekt besteht unter anderem aus einer umfassenden Befragung wesentlicher Akteur*innen (aus der Zivilgesellschaft) und Verantwortlicher und mit der Umsetzung der Strategie Betrauter. Außerdem ist eine großflächige Fragebogenerhebung mit Angehörigen der Zielgruppen in ganz Österreich geplant. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, beim Projekt mitzuwirken: einerseits durch das Führen oder Geben von Interviews für die Fragebogenerhebung, andererseits durch das Besuchen von Workshops und Veranstaltungen und in Verbindung damit das Einbringen von Anregungen und Feedback, damit eine kontinuierliche Diskussion und Weiterentwicklung des Projektes gewährleistet werden kann.
Bei Interesse an einer Mitwirkung können Sie hier klicken!
Ajda Sticker präsentiert das ORF-Magazin „Heimat Fremde Heimat“ unter anderem mit folgendem Beitrag:
Verein „Newo Ziro“ für Anliegen von Sinti und Sintizze
Seelsorgerin Natalie Weinrich hat 2019 den Kulturverein „Newo Ziro“ – auf Deutsch „Neue Zeit“ – gegründet, um auf Herausforderungen, denen sich Sinti und Sintizze aktuell stellen müssen, aufmerksam zu machen. Darüber hinaus soll aber auch die Sinti-Kultur wieder mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden. Nach wie vor ist die Volksgruppe mit fehlender Anerkennung, Vorurteilen und Rassismus konfrontiert. Neben der Sozialarbeit soll mit Projekten und Veranstaltungen nicht zuletzt zum Erhalt der Sinti-Kultur und -Sprache beigetragen werden. Ein Beitrag von Adriana Jurić.
Präsentation der ORF-TVthek-Videoarchive „100 Jahre Burgenland“ und „Volksgruppen in Österreich“
Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Burgenland“ wurden die beiden „ORF-TVthek goes school“-Videoarchive zur Geschichte des Burgenlandes und zu Österreichs Volksgruppen umfassend ausgebaut und erweitert. Insgesamt mehr als 50 neue Videos bereichern das auf der ORF-TVthek in der Rubrik „History“ gezeichnete, multimediale Bild des Bundeslandes und der österreichischen Volksgruppen um zahlreiche neue Facetten.
Videoarchiv „Volksgruppen in Österreich“
Das 2019 gelaunchte Videoarchiv „Volksgruppen in Österreich“ wurde um 23 neue auf jetzt insgesamt 130 Videobeiträge erweitert, die sich der Kroatischen (27 Beiträge, davon 6 neu), Slowakischen (15 Beiträge, davon 3 neu), Slowenischen (30 Beiträge, davon 3 neu), Tschechischen (15 Beiträge, davon 3 neu) und Ungarischen (17 Beiträge, davon 5 neu) Volksgruppe sowie der Volksgruppe der Roma (24 Beiträge, davon 3 neu) widmen.
Mit dem neuen Videomaterial werden weitere wichtige Aspekte von Geschichte und Kultur der Volksgruppen in Österreich beleuchtet. Das Videoarchiv bietet zum Beispiel ab sofort einen Beitrag über das burgenlandkroatische Online-Wörterbuch, informiert über die neue Gedenkstätte zur Erinnerung an die während des Nationalsozialismus ermordeten Roma und Sinti in Pinkafeld und Oberpullendorf oder erinnert an Dana Hermannová, die 1968 im noch freien slowakischen Fernsehen über den Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts berichtete. Das 10-jährige Jubiläum des ORF-Magazins „České Ozvěny“ im Jahr 2019 steht ebenso im Mittelpunkt eines neu ins Archiv hinzugefügten Beitrags wie das langsame Verschwinden des Slowenischen in Kärnten oder der traditionsreiche Ball der Ungarn in Oberpullendorf. (Die genaue Liste mit allen Beiträgen ist online in der ORF-TVthek auf der Startseite des Videoarchivs in der Rubrik „History“ zu finden.) Read the rest of this entry »
Bericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus fordert grundlegenden Perspektivwechsel in der Gesellschaft, eine „Wahrheitskommission“ über das Unrecht der Vergangenheit und Antiziganismus-Beauftragte in den Ländern. Tagung am 4./5. Juni.
Antiziganismus stellt ein massives gesamtgesellschaftliches Problem in Deutschland dar. So lautet das Resümee des Berichts der Unabhängigen Kommission Antiziganismus, der vom Deutschen Bundestag in Auftrag gegeben wurde. Die zentralen Inhalte des Kommissionsberichts werden am 4. und 5. Juni 2021 bei einer Online-Veranstaltung präsentiert. Der Bericht stützt sich auf 15 aktuelle, von der Kommission initiierte Studien. Sie greifen besonders die Perspektiven der Betroffenen auf. Hierfür wurden breite empirische Erhebungen durchgeführt.
Antiziganistischer Rassismus ist eine „allumfassende Alltagserfahrung für Sinti_ze und Rom_nja“, so die Kommission. Der Bericht konstatiert ein „Versagen deutscher Politik, deutscher Gesetzgebungen und deren Rechtsanwendung“. Untersucht wurde Antiziganismus beispielsweise in kommunaler Verwaltung, Schulbüchern und Polizei. Mehrere empirische Studien weisen hier institutionellen Antiziganismus nach.
Die Kommission fordert eine umfassende Strategie gegen Antiziganismus. „Wir brauchen einen grundlegenden Perspektivwechsel in der deutschen Gesellschaft, der die strukturellen Ursachen des Problems in den Blick nimmt.“ Entscheidend sei in diesem Kontext auch eine „Politik der nachholenden Gerechtigkeit“, „die das seit 1945 begangene Unrecht gegenüber Überlebenden und deren Nachkommen ausgleicht“. Zudem fordert die Kommission, „effektive und nachhaltige Partizipationsstrukturen für die Communitys der Sinti_ze und Rom_nja auf allen Ebenen zu schaffen“. Diese müssten verbindlich und auf Dauer angelegt sein. Die Unabhängige Kommission Antiziganismus empfiehlt Bund und Ländern, Beauftragte gegen Antiziganismus zu berufen und eine ständige Bund-Länder-Kommission zu schaffen, um die Arbeit gegen Antiziganismus auf höchster Ebene politisch zu verankern.
Eine weitere Forderung der Kommission lautet: „Die zahlreichen Defizite bei der ‚Wiedergutmachung‘ des Unrechts gegenüber Sinti_ze und Rom_nja müssen umgehend kompensiert und den Überlebenden ein Leben in Würde ermöglicht werden.“ Darüber hinaus solle ein umfassender Prozess der Aufarbeitung der sogenannten Zweiten Verfolgung nach 1945 durch eine von Perspektiven von Sinti_ze und Rom_nja geprägte Wahrheitskommission eingeleitet werden. Read the rest of this entry »
1957 wurde das evangel. Schweizer Missionsblatt „Der Zigeunerfreund“ (heute: „SZM-News-MTS“) zum Organ der „Internat. Zigeunermission“.
Die deutsche Bundesregierung hat gestern den von Bundesinnenminister Seehofer vorgelegten Bericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus zur Kenntnis genommen. Der Bericht wird nun dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat zur weiteren Behandlung und Beratung übermittelt.
Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD für die aktuelle 19. Legislaturperiode wurde vereinbart, ein Expertengremium zum Thema „Antiziganismus“ einzusetzen. Die Bundesregierung hat in ihrer Kabinettssitzung am Mittwoch den von Bundesinnenminister Seehofer vorgelegten Bericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus im Kabinett zur Kenntnis genommen. Dieses Gremium, die Unabhängige Kommission Antiziganismus (mehr hier), hatte sich nach vorangegangenen fachlichen Konsultationen mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma am 27. März 2019 im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat zusammengeschlossen. Die Expertinnen und Experten haben nach zweijähriger Arbeit ihren Bericht mit zahlreichen Forderungen und Empfehlungen abgeschlossen. Dabei hat der Expertenkreis unabhängig und selbständig seine Arbeitsagenda festgelegt und abgearbeitet.
Grundlage für weitere gesellschaftspolitische Diskussionen
Der Bericht beinhaltet Ausführungen zu antiziganistischen Erscheinungsformen und qualitativen sowie quantitativen empirischen Gegebenheiten in Deutschland, auch und gerade aus Perspektive der Sinti und Roma. Read the rest of this entry »
Das virtuelle Dokumentationszentrum zur Geschichte und Gegenwart von Roma-Frauen in Europa ist online. Ein Projekt der Initiative Romane Romnja
Die EDUromnja ist ein virtuelles Dokumentationszentrum, ein Online-Museum zur Geschichte und gegenwärtigen Situation von Roma- und Sinti-Frauen in Europa. Der Name setzt sich aus den Worten EDU (für Bildung und Unterhaltung) und Romnja (weibliche Form von Roma) zusammen, um zu verdeutlichen, dass sowohl Aspekte der Informationsversorgung als auch der Unterhaltung berücksichtigt werden. Geboten wird eine Sammlung selbstbestimmter sozial-, kultur- und alltagsgeschichtlicher Zeugnisse, illustriert durch Objekte, Fotos, Plakate, Schriftstücke sowie Film- und Tondokumente, die online zur Verfügung stehen.
EDUromnja ist ein virtuelles Konstrukt, das ausschließlich im Netz existiert und Objekte zeigt, die in der Realität kein Teil regulärer Museumsprogramme oder anderer Ausstellungen sind. Dass sie dies NICHT sind, zeigt die Notwendigkeit von EDUromja, denn bisher erhielt die Geschichte und Situation der Sinti- und Roma-Frauen wenig Aufmerksamkeit in der wissenschaftlichen Dokumentation und in den regulären Programmen von Museen und Archiven.
EDUromnja ist ein Projekt der Initiative Romane Romnja – einer Initiative, die 2010 von Sinti- und Roma-Frauen gegründet wurde. Sie verfolgt das Ziel, das historische Erbe der Romnja zu bewahren und gleichzeitig neue, authentischere Bilder zu schaffen. Die Initiative Romane Romnja mit ihrem Projekt EDUromnja sieht sich auch als Kompetenzzentrum zur Geschichte und Situation der Roma-Frauen. Read the rest of this entry »
Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora beleuchtet in ihrem neuen Onlineprojekt #otd1945 („on this day 1945“) die letzten Monate der KZ Buchenwald und Mittelbau-Dora.
Bis zum 11. April, dem historischen Datum der Befreiung der beiden Lager, wird das Onlineportal ein facettenreiches Angebot entfalten, das von historischen Hintergründen bis zu aktuellen Programmpunkten reicht und auch die virtuelle Teilnahme an den zentralen Feierlichkeiten zum 76. Jahrestag im April 2021 ermöglichen wird. Bis zum 11. April beschreibt der Blog einzelne Geschehnisse von vor 76 Jahren aus den Konzentrationslagern oder ihrem Umfeld. Schlaglichtartig wird so nachgezeichnet, was 1945 Tag für Tag bis zur Befreiung und darüber hinaus geschah. Diese letzten Kriegsmonate waren von einer weiteren Eskalation des Terrors und der von Deutschen ausgehenden Gewalt gekennzeichnet, obwohl die Niederlage Deutschlands spätestens Anfang 1945 an allen Fronten abzulesen war. Viele Häftlinge in den Konzentrationslagern hofften seitdem auf ihre baldige Befreiung, doch das Morden in den Lagern und auf den Schauplätzen der Zwangsarbeit brach nicht ab. Erst die Ankunft der alliierten Truppen stoppte die Verbrechen.