Geschichte & Gedenken

Romani Rose in Auschwitz-Rat berufen

November 26th, 2022  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Geschichte & Gedenken

Romani Rose wird in den Internationalen Auschwitz-Rat berufen (Foto: Zentralrat)Polen beruft Zentralrats­vor­sitzen­den Ro­ma­ni Rose in den In­ter­na­tio­na­len Auschwitz-Rat

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, wurde vom polni­schen Premier­minis­ter Mateusz Morawiecki in den Inter­natio­na­len Auschwitz-Rat berufen, der am 23. und 24. No­vem­ber 2022 ers­tmalig in der neuen Amts­zeit in der Gedenk­stätte im ehe­maligen deutschen Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Bir­kenau zu­sam­men­trat.

Der Zentralratsvorsitzende Romani Rose unterstreicht die Bedeu­tung, die dem Inter­natio­na­len Auschwitz-Rat in der ak­tuel­len Zeit zu­kommt:

„Wir erleben heute wieder wie Nationalisten und Rechts­extremis­ten in vielen Ländern Europas ver­suchen die Ver­brechen des Holo­caust an 6 Millio­nen Juden und 500.000 Sinti und Roma zu leugnen und zu rela­ti­vieren. Der Inter­na­tio­na­le Auschwitz-Rat sieht es als seine Aufgabe jeder Form der Holo­caust-Leug­nung und Ge­schichts­ver­fälschung entgegen­zu­treten.“

Dem Internationalen Auschwitz-Rat gehören unter ande­rem Ronald Lauder (Jüdi­scher Welt­kongress, New York), Dani Dayan (Yad Vashem, Jerusa­lem) und Sara Bloomfield (Holo­caust-Ge­denk­museum der Ver­einig­ten Staaten, Washing­ton D.C.) an. Der Rat berät die pol­nische Re­gie­rung in histo­ri­schen Fragen, auch hin­sicht­lich der Aus­rich­tung der Er­inne­rungs­arbeit und der po­liti­schen Bildung.

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Delikt-Podcast: Mord in Klagenfurt, 1988

November 24th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

In der Hoffnung auf ein besseres Leben kam Gordana, eine junge serbische Romni, mit ihren beiden Kindern 1987 nach Klagenfurt. Wenig später er­mor­dete ihr Kärnt­ner Ehemann Wilhelm P. die Frau und die Kinder. Er zer­stückel­te und ver­scharr­te die Leichen. Von den Be­hörden ernstlich ge­sucht wurden die ver­schwun­dene Mutter und ihre Kinder aber offenbar nie; weiter­gehende polizei­liche Er­mitt­lun­gen gab es nicht. Der Gedanke liegt zu­min­dest nahe, dass dies viel­leicht auch damit zu tun haben könnte, dass die be­trof­fenen Per­sonen Roma waren. Allzu rasch und bereit­willig hatte die Polizei sich nämlich mit den Er­klä­rungen des Ehe­manns (der das plötz­liche Ver­schwinden auf die ver­meint­lichen Eigen­schaften der Roma ge­schoben haben soll) zu­frieden ge­geben. Der Mann lebte un­behelligt, bis das Ver­brechen 17 Jahre später durch Zufall, bei Bau­ar­beiten in Klagenfurt, ans Tages­licht kam. Der Delikt-Pod­cast der Klei­nen Zei­tung er­innert an das Verbrechen:

Stets hatte [der Ehemann] behauptet, Gordana hätte ihn ein­fach ver­lassen, er soll sich herab­würdi­gend über die Familie und ihre Her­kunft ge­äußert haben, Roma wür­den das halt so machen, „die sind halt so“. Wilhelm P. spielte den ver­las­se­nen Ehemann. Richtig gesucht wurde nach Gordana offen­bar nie, die Behör­den gaben sich mit der Er­klä­rung P.s 17 Jahre lang zu­frieden. Einzig die Mutter Gor­danas ließ nicht locker. Sie reiste sogar nach Klagen­furt und nach Wien, um selbst nach Gor­dana zu suchen – ohne Erfolg. Die Frau sagte später ein­mal, sie sei nir­gends ernst ge­nommen worden.

(dROMa)

Gondolipe ande Lackenbach

November 15th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 14.11.2022 | 9:29 min

Gedenken an die Roma und Sinti in Lackenbach

Uso gondolipeskero than ande Lackenbach suboton le Romenge taj Sintijenge, save le nacijo­nal­socija­lis­tendar murdarde ule gon­dolim ulo. Ando bersch 1938 dschiv­nahi ando Burgenland valami ofto eseri Roma, tschak poar schel Roma ada bri­gaschno keripe le nacijo­nal­socija­lis­tendar prik dschivde. But lendar ando bersch 1938 sar agun phenahi ando „Zigeunerlager“ Lackenbach ledschim ule taj mujsi­ni­pes­keri buti iste kernahi. Odotar esertscha Roma ando minden­fe­litike logertscha ledschim taj murdarde ule. Sajt o bersch de­schuenja oftarvar desch taj schtar del le opferenge la flogos­kera grupnatar jek gon­doli­pes­kero than ando gav Lackenbach.

Bei dem Mahnmal in Lackenbach (Bezirk Oberpullendorf) ist am Samstag der von den National­sozialis­ten er­mor­deten Roma und Sinti gedacht worden. 1938 lebten im Bur­gen­land rund 8.000 Roma, nur ein paar Hundert über­lebten den Rassen­wahn der Nationalsozialisten. Read the rest of this entry »

„Im Namen unseres Landes bitte ich Sie um Vergebung“

November 8th, 2022  |  Published in Dokumente & Berichte, Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Bundespräsident Steinmeier bei einer Rede (Archivbild)Rede von Bundes­prä­si­dent Dr. Frank-Walter Steinmeier zu zehn Jah­ren Denk­mal für die er­mor­de­ten Sinti und Roma am 24. Ok­to­ber 2022 in Berlin

„Jemand muss sagen, was sie mit den Sinti gemacht haben, damals, die Nazis. Das wissen viele heute immer noch nicht. Aber unsere Men­schen sollen nicht ver­gessen werden! […] Ich will, dass die Welt erfährt, was mit den Sinti passiert ist. […] Ich will, dass sie wissen, wie das ist, weiter­zu­machen, wenn man alles verloren hat, was einem lieb war.“ In diesen Worten steckt eigent­lich schon alles. Sie stammen von Zilli Schmidt, die uns ihre Ge­schichte erzählt hat, die Ge­schichte einer deutschen Sintezza.

Zilli Schmidt wurde 1924 als Cäcilie Reichmann geboren, in einem Dorf in Thüringen. Ihre Familie – eine „glück­liche Familie“, wie sie immer betont hat – betrieb in der Weimarer Republik ein Wander­kino und han­delte mit Geigen. Zilli Schmidt war noch ein Kind, als die National­sozialis­ten an die Macht ge­lang­ten. Sie erlebte, wie ihre Familie auf der Straße be­schimpft und in Ge­schäften nicht mehr bedient wurde, wie Ver­wandte plötzlich ver­schwan­den und nicht mehr wieder­kamen. Read the rest of this entry »

prima! Podcast: „Einfach weg“

Oktober 25th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

prima! Podcast (Ausgabe März 2022)

Inhaltsangabe auf Spotify: „Kemeten ist eine der wenigen Gemeinden, in denen eine Gedenkstätte an die in der NS-Zeit ver­folg­ten und er­mor­deten Romnija und Roma er­innert. Das lange dis­kutierte Gedenk­zeichen wurde am 3. April ein­geweiht. Warum gibt es noch immer so we­nige Gedenk­stätten, die an eins­tige Roma­sied­lungen und an ihre ver­triebenen und er­mordeten Be­woh­ner*innen er­innern? Walter Reiss stellt diese Frage an Gerhard Baumgartner, den wissen­schaft­li­chen Leiter des Doku­men­tations­archivs des Öster­rei­chi­schen Wider­standes (DÖW). Der be­kannte Historiker ist ge­bürtiger Süd­burgen­länder und gilt als Experte für Geschichte und Er­for­schung des Schick­sals der Volks­gruppe der Roma.“

(Text: prima! Podcast)

Bayern 2: Die Geschichte einer Minderheit

Oktober 16th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

Bayern 2/RadioWissen: Die deutschen Sinti und Roma – Die Geschichte einer Minderheit

Ursprünglich stammen Sinti und Roma aus Indien, von dort aus wan­der­ten sie über viele Jahr­hun­der­te nach Westen. Auf deut­schem Boden zu­nächst geduldet, er­klärte man die „Fremden“ bald zu Vogel­freien. Danach kam es im­mer wieder zu Tötun­gen und Ver­treibun­gen. Ab Ende des 19. Jahr­hun­derts wurden Sinti und Roma offi­ziell registriert. Auf diese Akten griffen spä­ter die Natio­nal­sozialis­ten. 1936 gab es den Erlass zur „Be­kämpfung der Zigeuner­plage“. Die mas­sen­hafte Er­mor­dung von Sinti und Roma war die Folge.

Das Manuskript zur Folge gibt es hier hier.
Von Maike Brzoska | 22 Min. | 27.9.2022

(Sendung und Text: BR/RadioWissen)

Videoreihe zur Geschichte der Burgenland-Roma

Oktober 11th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 10.10.2022 | 6:06 min

Videjoakero redo usi historija le bur­gen­landi­tike Ro­men­dar: Angle­vake­ripe le Wal­ter Reissistar taj Ger­hard Baum­gartner

Jek serija neve videjo-lecturesendar le ischkolakere sikadi­peske, le baren­gere sika­dipeske taj le cile intersirti dsche­nenge o ersch­tivar le pra­di­peske presen­tirim ol: O erschti Roma ando Burgenland (16. dschi 18. schel­ber­schen­gero) / hajma­takero tscha­tschipe taj mirgra­cija (19. schel­berschen­gero) / tschib taj kultura le Romendar, Sinti taj Lovara / Roma ando histo­rischi filmis­kere kveltscha / Roma ojs ob­jektscha obrig­kajt­schtot­lichi taj haren­gere ke­riptscha / Roma ando nacijo­nal­socijalis­mus (1938 dschi 1945) / O prik dschivde le loge­rendar (1945 dschi 1965) / kesdipe le inter­nacijonali taj la austri­jakera Romen­gere micini­pestar (1968 dschi 1995) / Austi­jakere Roma adi.

Eine Serie von neun Video-Lectures für den Schulunterricht, die Erwach­senen­bildung und alle Interes­sierte wird erst­mals der Öffent­lich­keit prä­sen­tiert. Vortrag von Walter Reiss und Gerhard Baumgartner.

→Link/Video-Lectures für den Schulunterricht

(Beitrag und Text: TV Erba)

Siehe auch:
Videoreihe zur Geschichte der Burgenland-Roma, 7.10.2022

Videoreihe zur Geschichte der Burgenland-Roma

Oktober 7th, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen

Historische Aufnahme von Roma in Mattersburg (Foto: erinnern.at)Videoproduktionen – Geschichte der burgenländischen Roma
Vortrag von Walter Reiss und Gerhard Baumgartner

Veranstaltung der Roma Volkshochschule Burgenland
7.10.2022, 19:00 bis 21:30 in Oberwart
Zentralmusikschule/Ambrosig. 13
Anmeldung: 0664/35 81 489, office@vhs-roma.eu

Eine Serie von neun Video-Lectures für den Schul­unterricht, die Er­wach­senen­bildung und alle In­teres­sier­te wird erst­mals der Öffent­lich­keit präsentiert.

Die ersten Roma im Burgenland (16. bis 18. Jhdt.)/ Heimatrecht und Migra­tion (19. Jhdt.)/ Sprache und Kultur der Roma, Sinti und Lovara/ Roma in histo­ri­schen Film­quellen/ Roma als Objekte obrig­keits­staatlicher und polizei­licher Maß­nahmen/ Roma im Natio­nal­so­zialis­mus (1938 bis 1945)/ Die Über­leben­den der Kon­zentrations­lager (1945 bis 1965)/ Beginn der inter­natio­na­len und der öster­reichi­schen Roma­bewegung (1968 bis 1995)/ Österrei­chi­sche Roma heute.

(Ankündigung: erinnern.at)

Bartoszewski: Ausstellung in Heidelberg

Oktober 5th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellungsplakat: Bartoszewski (Foto: Dokuzentrum)Widerstand – Erinnerung – Versöhnung: Drei Bereiche im Leben des Auschwitz-Über­leben­den und ehe­ma­ligen polni­schen Außen­minis­ters Władysław Bar­toszewski. Die Aus­stel­lung widmet sich seiner Bio­grafie, indem sie auf diese drei Aspekte auf­merk­sam macht, die für ihn selbst am wich­tigsten waren und den besten Ein­blick in seine fa­cetten­reiche Per­sön­lich­keit geben.

Vom 6.10. bis 14.11. macht die Ausstellung im Doku­men­ta­tions- und Kul­tur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma in Hei­del­berg Sta­tion. Die Schau wird am 5. Ok­to­ber um 19 Uhr in der Bre­meneck­gas­se 2 er­öffnet.

Es ist nicht nur erstaunlich, sondern grenzt geradezu an ein Wunder. Denn aus­gerech­net die deutsch-pol­nische Ver­söhnung wurde für Władysław Bartoszewski (1922–2015) zum Lebens­thema. Obwohl er die Gräuel der National­sozialis­ten mit­er­lebte, in KZ Auschwitz ver­schleppt wurde und sich nach seiner Ent­lassung am Warschauer Aufstand be­tei­ligte. Nach dem Zwei­ten Weltkrieg wurde der Intel­lek­tuelle und Politiker dann erneut zum Opfer eines totalitä­ren Systems. Vor dem Hinter­grund dieser per­sönlichen Er­fahrun­gen hat er sich bis zu seinem Tode oben­drein dem Schutz der Men­schen­rechte und dem Kampf gegen Rassismus ver­schrieben. Dabei enga­gierte sich der ehe­malige polnische Außen­minister und lang­jährige politischer Berater auch nach­drück­lich für die Rechte der Sinti und Roma.

Gezeigt wird ein Überblick über das Leben und Wirken des international geachteten Brücken­bauers, der nicht der nicht dem tra­ditio­nellen chrono­lo­gischen Lebenslauf dar­stellt, sondern jene Themen in den Fokus rückt, die Bar­toszewski am wich­tigsten waren und die einen span­nenden Einblick in seine facetten­reichte Per­sönlich­keit geben. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (446)

Oktober 4th, 2022  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

1974 errichtete Vincenz Rose auf ei­ge­ne Kos­ten in Auschwitz das welt­weit ers­te Denk­mal, das an den Ge­no­zid an den Sinti und Ro­ma er­in­ner­te.

(Quelle)

Deutschland: Förderung für Lernort RomnoKher

Oktober 1st, 2022  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung

Kellergewölbe im RomnoKher, Mannheikm (Foto: VDSR-BW)Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bun­des­­ta­ges hat einen Zu­schlag von 200.000 Euro für die För­de­rung für den Um­bau des Lern- und Be­geg­nungs­orts RomnoKher in Mannheim be­wil­ligt. Der Ver­band Deut­scher Sinti und Roma, Landes­ver­band Ba­den-Württem­berg (VDSR-BW) hatte dem Bun­des­tag ein um­fang­rei­ches Lern- und Raum­kon­zept vor­ge­legt.

Mitten in der Pandemie ist im Mannheimer Sitz des VDSR-BW ein bundes­weit einzig­artiges Lern­zentrum zur Ge­schichte und Gegen­wart der Sinti und Roma ent­standen – der außer­schulische Lern­ort RomnoKher. Dieser lässt die kreative Aus­einan­der­setzung mit neuen Sicht­weisen auf Geschichte und Gegen­wart von Sinti und Roma zum außer­schulischen Bildungs­erlebnis wer­den. Dabei wer­den junge Sinti und Roma so­wohl als Teilneh­mende wie auch als An­leitende maß­geblich ein­be­zogen. Die enge Ver­bindung von En­gagierten aus der Minder­heit und etab­lierten Institu­tio­nen ist ein ent­scheiden­des Merkmal dieses Lernorts.

Die innovativen pädagogischen Ansätze des VDSR-BW zum Lernen über Sinti und Roma wurden im Rahmen des Bundes­programms „Jugend er­innert“ seit 2020 ent­wickelt und in der Praxis er­probt. Um an­gesichts der großen Nachfrage von Schulen und ande­ren Bildungs­ein­richtungen nach diesen Bil­dungs­ange­boten gegen Antiziganismus dem wach­senden Raum­bedarf ge­recht zu werten, hat der VDSR-BW gemein­sam mit Profes­sor Jens Betha von der Hoch­schule für Technik in Stuttgart und seinen Stu­die­ren­den ein Konzept für eine kreative Lern­umgebung er­arbeitet. Die Um­setzung kann nun in Angriff ge­nommen werden.

Am 29. September wurden im Haushaltsausschuss des Bundes­tages die not­wen­digen Mittel entsperrt, um das 40 Millio­nen Euro schwere Förder­programm Kultur­Invest­Bau auf­zu­setzen. Im Rahmen dessen werden dem VDSR-BW 200.000 Euro für die Neugestaltung des rund 500 Quadrat­meter großen Keller­geschos­ses im Kultur­haus Romno­Kher zur Ver­fügung gestellt. Schülerin­nen und Schüler, Jugend­gruppen und Erwach­sene können dort lernen, Begeg­nungen erleben und kreativ mit­wirken. Auch eine neue Dauer­aus­stellung zur Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland wird mit inter­aktiven Ansätzen ent­stehen. Read the rest of this entry »

Gestern ist jetzt: Sinti und Roma

September 27th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

In #23 des Podcasts treffen wir Francesco Arman, er ist der neue Sozial­dezernent für die Linke in Gießen und Sinto – und zwar der erste in seiner Stadt in die­sem Amt. Wir spre­chen mit ihm darüber, warum sich die Stereo­type gegen Sin­ti*zze und Rom*nja so hart­näckig halten, über die Ver­fol­gung seiner Familie durch die Na­tio­nal­sozialis­ten – und warum es wich­tig ist, dass nicht mehr länger die Mehr­heits­gesell­schaft die Deutungs­hoheit über Ver­gangen­heit und Ge­gen­wart be­sitzt. Die Historikerin Karola Fings von der Forschungs­stelle Anti­ziganismus der Uni Heidelberg, Mitglied der Un­abhän­gigen Kom­mission Anti­ziganis­mus des Bundes­tages, ordnet Frances­cos Ge­schichte ein, gibt Re­cherche­tipps und erklärt, warum es so wichtig ist, dass die Gesell­schaft end­lich mal ge­nau zuhört, wenn es um Ver­folgungs- und Dis­krimi­nie­rungs­geschich­ten geht.

Über diesen Podcast:

Seit 75 Jahren ist der Nationalsozialismus Geschichte – und doch wirkt er bis heute weiter – im eige­nen Leben, in den Familien. Der Podcast „ges­tern ist jetzt“ er­zählt von der Suche nach Ant­worten darauf, wie sich unsere eige­nen Groß­väter im National­sozialis­mus ver­halten haben. Und soll auch Dich bei Deiner Suche weiter­bringen – dank der Unter­stützung vieler Historiker, Sozial­wissen­schaft­lerin­nen, Psycho­login­nen und Archivare – aber und anderer re­cher­chie­render Enkel*in­nen, die schon viel weiter sind als wir. Wir, das sind Melanie Longerich und Brigitte Baetz – zwei Jour­na­listin­nen aus Köln.

(Sendung und Text: gesternistjetzt.podigee.io)

Sinti und Roma in München und Oberbayern

September 15th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Freies Radio LORA 92,4LORA München 92,4Auf Kante genäht
Gestaltung: Mike Grosse-Hering | 4.9.2022 | 50:48 min
→Anhören (mp3, 61 MB)

Stell dir vor du, überlebst Auschwitz und kei­nen in­teres­siert es

Gäste im Studio sind Radoslav Ganev und Rainer Burger. Mt ihnen spricht Radio LORA über:

  • den internationalen Gedenktag des Genozids an den Sinti und Roma Euro­pas am 2. Au­gust,
  • die aktuelle Situation dieser Minderheiten in München und
  • ein neues Projekt, das sich Aufklärung auf die Fah­nen ge­schrie­ben hat: geschichte-sinti-roma.de

(Text: freie-radios.net)

Siehe auch:
„Ich habe meine Herkunft verschwiegen“, 24.5.2021
Positive Bilder schaffen: RomAnity.de
, 5.8.2020
Radio LORA: Sinti und Roma in München, 13.1.2017

Facts & Figures (440)

August 30th, 2022  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Als Roma-NS-Opfern nach 1945 Ent­schä­di­gun­gen ver­wehrt wur­den, zähl­ten ins­bes. jü­di­sche Über­le­ben­de zu den we­ni­gen, die sich für sie ein­setz­ten.

(Quelle)

Die Lehre aus Lichtenhagen

August 26th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Bundespräsident Steinmeier bei einer Rede (Archivbild)Gedenken 30 Jahre Rostock-Lichtenhagen

Rede des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, Rostock, 25. August 2022

Ganz besonders dankbar bin ich, dass heute Menschen wie Sie, Herr Thinh, und Sie, Herr Richter, hier mit uns zu diesem Gedenken zu­sammen­ge­kom­men sind – Menschen, die in jener Nacht vom 24. auf den 25. August 1992 im Sonnen­blumen­haus ein­geschlos­sen waren. Wir alle erinnern uns an die Bilder der Flammen, die aus den Fenstern des Hauses schlugen, auf grau­same Art bejubelt von tau­senden johlenden Men­schen davor. Aber Ihre Todesangst, Ihr Gefühl des Ver­lassen­seins in jenen Stunden können wir nur erahnen.

Hinter Ihnen lagen zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Nächte der Furcht. Nächte, in denen Steine in die Wohnun­gen geflogen waren. Ge­wor­fen von jungen Männern aus der hass­erfüllten Menge vor dem Haus. Polizisten, viel zu wenige, viel zu schlecht aus­gerüstet, hatten die Menschen im Haus, hatten Sie nicht be­schützen können. Dutzende Beamte wurden im Einsatz selbst verletzt.

Ich versuche mir vorzustellen, wie es gewesen sein muss. Jahrelang hatten die ehe­mali­gen viet­name­sischen Ver­trags­arbeiter hier in Lichtenhagen fried­lich mit ihren Nachbarn ge­wohnt. Und wie alle Lichten­häger konnten auch Sie seit Monaten die Menschen sehen, die auf der Suche nach Asyl zur völlig über­füllten Zentralen Auf­nahme­stelle neben­an kamen. Im selben Haus, einen Aufgang weiter. Sie sahen die Men­schen vor dem Haus campieren, viele von ihnen Sinti und Roma. Men­schen, die nichts hatten und hier auf alles hofften. Die Lage war desolat. Viel zu wenig geschah, um sie zu ver­bessern. Und wie jeder in Lichten­hagen, so spürten auch Sie die Spannung, die dann in jenen Nächten in rohe Gewalt und Hass mün­dete. Am 24. August brach­ten Busse die Asyl­bewerber aus dem Wohngebiet.

Dann, am Nachmittag, sammelten sich die Menschen vor dem Sonnen­blumen­haus – junge Leute, Schüler, Nachbarn, dazu Rechts­extremis­ten, die die Situa­tion für sich nutzten. Fernseh­teams waren da. Wie auf einem Sportfest habe es aus­gesehen, so be­schrie­ben Sie es, Herr Thinh, als die Schein­werfer sich auf das Haus richteten. Die Aus­schreitun­gen gingen weiter. „Und wir waren drinnen in der Falle“ – so haben Sie es später erzählt.

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The Truth lies in Rostock (D/GB 1993)

August 24th, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Zwischen dem 22. Und dem 26. August attackierte ein deutscher Mob ein mehr­heit­lich von Vietnamesen be­wohn­tes Haus in Rostock-Lichtenhagen. Dieses tage­lange Pogrom [das sich zu­nächst an der rassisti­schen Hetze ge­gen Roma-Flücht­lin­ge aus Rumänien ent­zün­dete (mehr hier), Anm. dROMa] wurde von einer applau­die­ren­den Menge be­gleitet, die sich in einer volks­fest­ähnli­chen Stimmung be­fand. Dies waren die hef­tigsten ras­sisti­schen Aus­schreitungen in der deut­schen Nach­kriegs­geschichte und zu­gleich ein Aus­druck der Stim­mung in Deutschland nach der Wieder­vereinigung.

Die Videoproduktion „The Truth lies in Rostock” ent­stand 1993 unter maß­gebli­cher Be­teili­gung von Men­schen, die sich zum Zeit­punkt der Gescheh­nisse im attackier­ten Wohnheim befanden. Read the rest of this entry »

Tschechien: Premier gedenkt Roma-Holocausts

August 22nd, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken

NS-Lager Hodonín (Foto: Kapura)Tschechischer Premier Fiala erinnert an Schick­sal der Roma aus Böh­men und Mähren

Das traurige Schicksal der aus Böhmen und Mähren stam­men­den Roma bleibt nicht nur ein tra­gisches, son­dern auch ein we­niger be­kanntes Kapitel un­serer Geschichte. Das sagte der tsche­chische Premier Petr Fiala (Bürger­demo­kraten) am Donners­tag in der Gedenkstätte für die Roma und Sinti in Hodonín bei Kunštát in Mähren (Infor­matio­nen fin­den Sie hier). Am Ort wurde des 79. Jahres­tags des Transports von 749 Roma ins KZ Auschwitz ge­dacht. Auf dem Gebiet der heu­tigen Tsche­chi­schen Republik gab es zwei Kon­zentra­tions­lager für die Roma – in Hodonín bei Kunštát und in Lety bei Písek (mehr hier). Fiala be­tonte: „Wenn wir aus der Geschichte eine Lehre zie­hen wollen, ist es not­wendig, tragische Er­eignisse nicht nur als Sätze in den Lehr­büchern zu kennen, son­dern sie auch mit kon­kreten Orten und dem Schick­sal von Men­schen ver­binden zu können.“

Die Leiterin des Museums, Jana Horváthová, erinnerte daran, dass auch Mit­glieder ihrer Familie da­mals nach Auschwitz ver­schleppt worden sind. Keiner von ihnen sei zurück­ge­kehrt, merkte sie an. Sie erin­nerte daran, dass ihr Großvater, der Jurist Tomáš Holomek, schon in den 1970er Jahren eine Kommission grün­dete, die sich für eine Ent­schädigung für die Opfer des Roma-Holo­causts ein­setzte.

(Text: Radio Pra­gue Int.)

30 Jahre Rostock-Lichtenhagen

August 18th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Rostock-Lichtenhagen im August 1992 (Foto: Umbruch Bildarchiv, Deutschland)Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen im Au­gust 1992 ent­zün­de­te sich zu­nächst an der ras­sis­ti­schen Hetze ge­gen Ro­ma-Flücht­lin­ge aus Ru­mä­nien. Aus An­lass des 30. Jah­res­tags ver­an­stal­tet das Bünd­nis „Ge­den­ken an das Pogrom. Lich­ten­ha­gen 1992“  am 27. August, 14 Uhr, un­ter dem Motto „Da­mals wie heu­te: Erin­nern heißt ver­än­dern!“ eine Kund­ge­bung. Im Vor­feld der Demo fin­den zahl­rei­che Ver­anstal­tun­gen rund um das The­ma statt. Im Fol­gen­den der Auf­ruf des Bünd­nis­ses:

30 Jahre nach dem rassistischen Pogrom werden wir am 27. August 2022 gemein­sam in Rostock-Lich­ten­hagen auf die Straße gehen. Denn ras­sis­ti­sche Gewalt und in­stitu­tio­nel­ler Rassis­mus gehen bis heute Hand in Hand. Dem Er­in­nern muss ein Han­deln folgen.

Wir fordern: Den Angriff in Lichtenhagen 1992 als ras­sis­ti­sches Pogrom be­nen­nen!

Rostock im August 1992. Im Stadtteil Lichtenhagen werden über drei Tage hinweg Ge­flüchtete und ehe­­malige Ver­­trags­­ar­beiter:in­nen aus Vietnam an­ge­griffen. Die Polizei schreitet gegen den zeit­­weise aus meh­reren tausend Menschen be­ste­henden Mob kaum ein und zieht sich schließ­lich ganz zurück. Die Angreifer:innen werfen darauf­hin Brand­sätze in das Haus. Mehr als 120 Men­schen retten sich über das Dach des Gesbäudes. Bis heute scheut sich die Hanse­stadt Rostock dieses Pogrom klar als solches zu be­nennen.

Wir fordern: Rassistische Gewalt benennen und be­kämpfen!

Das brennende Sonnenblumenhaus ist bis heute ein Symbol rechter Gewalt. Aber nicht nur hier und nicht nur 1992 werden un­zählige Men­schen durch rechte und rassis­ti­sche Gewalt verletzt, getötet und trau­matisiert – Lich­ten­hagen war und ist kein Einze­lfall.

Wir fordern: Abschiebestopp und Bleiberecht für Rom:nja und alle Be­trof­fe­nen rassis­ti­scher Gewalt!

Dem Pogrom in Lichtenhagen voraus­gegangen ist eine jahrelange Kam­pagne zur Ver­schär­fung des Asylrechts durch kon­servative Parteien. Im Nach­gang des Er­eignis­ses gab es für Asyl­suchende keinen bes­seren Schutz, sondern Ab­schie­bungen und Lager­unter­bringung. Die Asyl­gesetz­ver­schär­fungen trafen wie die rassisti­sche Debatte im Vorfeld beso­nders Rom:nja. Read the rest of this entry »

Neuerscheinung: Zwei Welten

August 8th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft

CoverZweiWeltenArnold Weiß/Jakob Michelsen/Moritz Terfloth/Boris Weinrich: Zwei Welten. Sinti und Roma – Schritte zur Anerkennung als NS-Verfolgte und antiziganistische Kontinuität, hrsg. vom Landesverein der Sinti in Hamburg e. V., Metropol Verlag: Berlin 2022, 280 S.

Zur Arbeit des Landesvereins der Sinti in Hamburg als Interessen­ver­tretung und Anlauf­stelle für die Sorgen und Nöte der Men­schen gehört es auch, Ursachen und Grund­lagen der fort­währen­den Dis­kriminie­rung und Aus­grenzung unserer Minderheit zu er­forschen. „Zwei Welten“ ist der Versuch einer Gegen­über­stellung. Einer­seits sollen die wahr­nehmbaren Fortschritte in der gesell­schaftli­chen Anerkennung der Sinti als im National­sozialismus ver­folgte Minderheit in den letzten 70 Jahren gezeigt werden. Dem gegen­über steht die an­dauernde und systema­tische Aus- und Beforschung über 1945 hinaus. Für diese Kontinuität steht beispiel­haft der Arzt und Professor Hermann Arnold (1912–2005). Er trat das geistige Erbe von Robert Ritters Rassen­hygienischer Forschungs­stelle an, deren Mit­arbeiter:innen während der NS-Zeit, unter an­derem in Hamburg, Sinti und Roma be­forscht und ge­quält haben und deren Forschungen die Grund­lage für die an­schlie­ßend er­folgten Deporta­tionen bildeten. Als Wissen­schaftler, Amts- und Ge­fängnis­arzt führte Arnold die syste­ma­tische Erfassung und rassistische Kate­gorisie­rung der Sinti und Roma weiter. An­hand aus­ge­wählter Dokumente aus seinem Nachlass im Bundesarchiv werden Arnolds Netzwerke und die Konti­nui­tät der NS-„Zigeuner­forschung“ in der Bundes­republik auf­ge­zeigt.

(Text: metropol-verlag.de)

Die Prüfung der Wiedergutmachungsberechtigung der Zigeuner und Zigeu­ner-Misch­linge […] hat zu dem Ergebnis geführt, daß der ge­nannte Personen­kreis über­wiegend nicht aus rassischen Gründen, son­dern wegen seiner asozialen und kriminellen Haltung ver­folgt und in­haftiert worden ist.“
Das Wiedergutmachungsamt von Württemberg-Baden, 1950; siehe S. 145.

„1 Pers.; leichter Zigeunereinschlag; besser nichts anbieten!“
Vermerk einer norddeutschen Wohnungsgenossenschaft, 2019; siehe S. 197.

(Zit. in: zentralrat.sintiundroma.de)

2. August: Grüne für Holocaust-Gedenktag

August 2nd, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik

Hohes Haus: Übergabe des Positionspapiers der Roma-Volksgruppenverrteter:innen an Nationalratspräsident Sobotka (re.),  in der Mitte der Vorsitzende des Roma-Volksgruppenbeirats Emmerich Gärtner-Horvath vom Verein Roma-Service (Foto: Grüner Parlamentsclub)Österreich: Voglauer/Blimlinger for­dern na­tio­na­len Ge­denk­tag für die un­ter dem NS-Regime ver­folg­ten und ermordeten Roma und Sinti. Grüne an­läss­lich des Inter­natio­na­len Gedenk­tags am 2. Au­gust für ra­sche Um­setzung des Ent­schlie­ßungs­antrags so­wie Er­rich­tung eines zentra­len Mahn­mals

Während des Holocaust wurden rund 500.000 Roma und Romnja, Sinti und Sintizze im Deutschen Reich er­mordet, darun­ter rund 10.000 aus Österreich. Roma und Sinti wurden in der Zeit des Natio­nal­sozialis­mus als „Zigeuner“ bzw. als „Asoziale“ ver­folgt und syste­ma­tisch er­mordet. Vor 1938 lebten rund 11.000 bis 12.000 Roma und Romnja, Sinti und Sintiz­ze in Öster­reich, die meis­ten davon im Burgenland. „Bis heute gibt es in Öster­reich leider keine natio­nale Um­setzung des euro­päischen Holo­caust-Ge­denktages am 2. August. Natio­nale Ge­denk­tage sind ein würdiger und wich­tiger Teil der Gedenk­kultur. Damit einher geht die An­erkennung und Ver­urteilung des Porajmos – das Roma­nes-Wort für den Völkermord an den euro­päi­schen Roma in der Zeit des National­sozialis­mus. Das ist nicht nur für die Opfer des Roma-Genozids und deren An­ge­hörige von großer Be­deutung, son­dern auch für das Selbstverständnis Österreichs“, be­tont die Volks­gruppen­spre­che­rin der Grünen, Olga Voglauer.

Der 2. August wurde bewusst als Gedenktag gewählt: In einer einzigen Nacht wur­den von 2. auf 3. August 1944 in­fol­ge der Liquidation des Lager­ab­schnitts B II e, des so­ge­nann­ten „Zigeuner­lagers“, min­des­tens 3.000 Roma und Romnja, Sinti und Sintizze, darun­ter Männer, Frauen und Kinder, im Kon­zentra­tions­lager Auschwitz-Bir­kenau er­mordet. [Anm. der dROMa-Red.: Neuere For­schungs­er­geb­nisse des Re­search Cen­ter des Auschwitz-Mu­se­ums ge­hen von 4.200 bis 4.400 Per­sonen aus.]

Roma und Sinti, aber auch Jenische waren in Österreich bereits vor 1938 massiver Dis­kriminie­rung ausgesetzt. Die öster­reichi­schen Behörden er­fassten auf rassis­tischer Basis Roma und Romnja, Sinti und Sin­tizze in einer Kartei, der sogenannten „Zigeunerkartei“, die dann die Grund­lage der Ver­folgung und der Vernichtung der Roma und Romnja, Sinti und Sin­tizze war. Read the rest of this entry »