Tschechien: Premier gedenkt Roma-Holocausts

August 22nd, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken

NS-Lager Hodonín (Foto: Kapura)Tschechischer Premier Fiala erinnert an Schick­sal der Roma aus Böh­men und Mähren

Das traurige Schicksal der aus Böhmen und Mähren stam­men­den Roma bleibt nicht nur ein tra­gisches, son­dern auch ein we­niger be­kanntes Kapitel un­serer Geschichte. Das sagte der tsche­chische Premier Petr Fiala (Bürger­demo­kraten) am Donners­tag in der Gedenkstätte für die Roma und Sinti in Hodonín bei Kunštát in Mähren (Infor­matio­nen fin­den Sie hier). Am Ort wurde des 79. Jahres­tags des Transports von 749 Roma ins KZ Auschwitz ge­dacht. Auf dem Gebiet der heu­tigen Tsche­chi­schen Republik gab es zwei Kon­zentra­tions­lager für die Roma – in Hodonín bei Kunštát und in Lety bei Písek (mehr hier). Fiala be­tonte: „Wenn wir aus der Geschichte eine Lehre zie­hen wollen, ist es not­wendig, tragische Er­eignisse nicht nur als Sätze in den Lehr­büchern zu kennen, son­dern sie auch mit kon­kreten Orten und dem Schick­sal von Men­schen ver­binden zu können.“

Die Leiterin des Museums, Jana Horváthová, erinnerte daran, dass auch Mit­glieder ihrer Familie da­mals nach Auschwitz ver­schleppt worden sind. Keiner von ihnen sei zurück­ge­kehrt, merkte sie an. Sie erin­nerte daran, dass ihr Großvater, der Jurist Tomáš Holomek, schon in den 1970er Jahren eine Kommission grün­dete, die sich für eine Ent­schädigung für die Opfer des Roma-Holo­causts ein­setzte.

(Text: Radio Pra­gue Int.)

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