Rassismus & Menschenrechte
Januar 5th, 2024 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
detektor.fm, Podcast Zurück zum Thema, 21.11.2023
Antiziganismus: Was tun gegen die Diskriminierung von Sinti und Roma?
Angehörige der Sinti und Roma leben seit Jahrhunderten in vielen Ländern Europas. In ihren jeweiligen Heimatländern bilden sie historisch gewachsene Minderheiten und erfahren oft Diskriminierungen. Diese fallen unter den Begriff Antiziganismus. „Der Begriff Antiziganismus ist international und national sehr etabliert und über Jahrzehnte auch von Selbstorganisation etabliert worden. Er beinhaltet die Fremdbezeichnung, weshalb ich persönlich diesen Begriff auch nicht mehr nutze, sondern zum Beispiel ‚historisch spezifischer Rassismus gegenüber Sinti und Roma’“, sagt Kelly Laubinger.
detektor.fm-Moderator Gottfried Haufe fragt in dieser Folge von „Zurück zum Thema“, was gegen Antiziganismus getan werden muss. Welche Organisationen setzen sich für die Minderheit ein? Antworten darauf geben der MIA-Geschäftsführer Guillermo Ruiz Torres sowie die Co-Vorsitzende der Bundesvereinigung der Sinti und Roma Kelly Laubinger.
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Januar 4th, 2024 |
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Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der ausgezeichneten Projekte befassen sich mit Roma. Wir stellen Ihnen einige dieser Initiativen vor:
Für die SozialMarie 2023 nominiert war auch das Projekt Invisible Study Hall (Láthatatlan Tanoda) aus Budapest, das außerschulische Bildungsangebote für marginalisierten Roma-Kinder im Alter von 5 bis 18 Jahren zur Verfügung stellt.
Projektträger: Rosa Parks Alapítvány (Rosa Parks Foundation)
Herausforderung: In Ungarn wächst die Bildungskluft zwischen Regelschulkindern und marginalisierten Kindern (vor allem Roma), die das derzeitige Schulsystem und die sozialen Unterstützungssysteme nicht auffangen können. Roma-Kinder sind nicht nur mit den Nachteilen der Armut konfrontiert, sondern auch mit rassistischen Vorurteilen, die zu schulischer Segregation führen.
Idee: Das Projekt „Invisible Study Hall“ bietet marginalisierten Roma-Kindern im Alter von 5 bis 18 Jahren außerschulische Bildungsangebote. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung individueller Fähigkeiten, Mentoring, Gruppenaktivitäten zur Entwicklung sozialer Fähigkeiten und Freizeitaktivitäten. Es wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der zahlreiche Freiwillige einbezieht, Partnerschaften mit Eltern entwickelt und Familien in Krisensituationen hilft.
Akteur*innen: Zwei Vollzeit- und zwei Teilzeit-Sozialarbeiter*innen koordinieren die Projektaktivitäten, halten den Kontakt zu den Eltern und unterstützen das Wohlergehen der Familien. Diese Mitarbeiter*innen leiten auch 41 Freiwillige (aus allen Lebensbereichen). Das Projekt umfasst derzeit 78 Kinder sowie Mitarbeiter, Freiwillige und Eltern, die alle eine Gemeinschaft bilden und partnerschaftlich zusammenarbeiten.
Wirkung: Die Kinder, die vor neun Jahren im Kindergarten in das Programm aufgenommen wurden, haben ihre Ausbildung bis zur weiterführenden Schule fortgesetzt. Das Projekt hat in ähnlicher Weise bei Wohnungs- und Einkommenskrisen geholfen und unterstützt jedes Jahr die Einschulung von 5 bis 8 Kindern in nicht segregierten Schulen. Read the rest of this entry »
Dezember 17th, 2023 |
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Einrichtungen, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte
Volksgruppe der Roma: Es braucht mehr als die Anerkennung am Papier
Vor 30 Jahren wurde die Volksgruppe der Roma anerkannt. Gegen Diskriminierung kämpft man heute nach wie vor, aber das Selbstbewusstsein ist gewachsen.
→zum Artikel in der Krone
Zum Jubiläum erschien in der Kronen-Zeitung ein Artikel von Carina Fenz, der auf die letzten 30 Jahre der Volksgruppe zurückblickt – und dabei auch den Verein Roma-Service vorstellt (dessen zweisprachiges Magazin dROMa die Autorin sichtlich genau gelesen hat).
„Meine Volksgruppe darf keine Nachteile haben, wenn sie zu ihrer Identität steht“, zitiert der Artikel den Vorsitzenden des Roma-Volksgruppenbeirats Emmerich Gärtner-Horvath vom Verein Roma-Service. „Mit Ausgrenzung und Diskriminierung hat man aber nach wie vor zu kämpfen“, konstatiert auch der Artikel. Die rassistischen Leserpostings unter dem Krone-Text liefern dazu auch gleich das passende Anschauungsmaterial.
Dezember 13th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft, dROMa (Magazin)
Themenheft „Genetik“ | Temakeri heftlina „Genetik“
→Download (PDF) | Inhalt
Die Fortschritte der Genetik sind atemberaubend, doch es tun sich auch neue Abgründe auf. Minderheiten wie den Roma gilt nämlich ein besonders exzessives Forschungsinteresse. Die ethischen Fallen, die damit verbunden sind, von unsauberen Daten bis zum wissenschaftlich kaschierten Rassismus, skizziert die deutsche „Wissenschaftsjournalistin des Jahres 2021“ Christina Berndt. Ein Thema, das Veronika Lipphardt im Interview vertieft: Sie hat sich gemeinsam mit Mihai Surdu durch Hunderte genetische Studien über Roma gewühlt – und stellt ihnen, ethisch wie methodisch, ein vernichtendes Zeugnis aus. Was alles schiefgehen kann, wenn Genetik, Schlamperei und Vorurteile aufeinandertreffen, zeigt auch das „Phantom von Heilbronn“. Die Suche nach einer Mörderin brachte eine ganze Ethnie unter Generalverdacht. Anschließend berichtet Roman Urbaner von einem archäologischen DNA-Fund, den es gar nicht geben dürfte. Dabei geht es um ein Skelett in England, Wikinger in Byzanz und eine möglicherweise aus dem Osten verschleppte Sklavin. Den Abschluss macht ein Interview mit dem Familienforscher Herbert Rehling aus Bad Tatzmannsdorf, der sein Wissen gerne auch mit Roma teilen würde.
O neviptscha la genetikatar barikane hi, ham te neve telperiptscha pran pumen. Tschuliptschenge sar le Romenge, igen barikano bulho forschinipeskero interesi del. O etischi andastariptscha, save adale kojenca khetan phandle hi, hamischne datschendar dschi otscha uso visenschoftlichi garudo rasismus, sikal i nimtschki „visenschoftakeri reporterkija le berschestar 2021“ Christina Berndt. Jek tema, savi i Veronika Lipphardt ando vakeripe horeder kerel: Oj khetan le Mihai Surduha but schel genetischi schtudiji pedar Roma aun peske dikla – taj lenge, etischi sar metodischi, ertschave censuri ar terdscharel. So sa, na latscho schaj naschel, te pe i genetik, o na latscho butschalinipe taj i diskriminacija reste, sikal o „fantom andar Heilbronn“. O rodipe pal jek teterkija, jeka cila etnija telal o generali schpekulirinipe antscha. Paloda phukal o Roman Urbaner jeke archejologischi DNA-lakipestar, save schoha te del na tromlahi. Read the rest of this entry »
Dezember 10th, 2023 |
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Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)
Jubiläum: 75 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Am 10. Dezember 1948 verabschiedeten die Vereinten Nationen in Paris die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte – eine der raren Sternstunden der Menschheit
„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Mit diesem kraftvollen Auftakt beginnt das Dokument, das 1948 – auf den Trümmern von Krieg und Faschismus – eine große Menschheitsutopie formulierte: Die zivilisatorische Stärke des Rechts sollte ein für alle Mal das Recht des Stärkeren ersetzen. 75 Jahre später sind die 30 Artikel der UN-Menschenrechtserklärung aber weiterhin oft nicht viel mehr als schöne Worte. Selbst in etablierten Demokratien werden sie heute wieder dreist in Frage gestellt. Der Konsens von 1948 bröckelt.
Damals hatte sich die Staatengemeinschaft auf diesen globalen Menschenrechtskodex verständigt. Bis zuletzt hatte die 18-köpfige UN-Kommission unter dem Vorsitz Eleanor Roosevelts, der resoluten Gattin des früheren US-Präsidenten, um jeden Passus gefeilscht. Doch unter den Vorzeichen des heraufdämmernden Kalten Krieges gelang, was noch nie gelungen war: eine von Regierungen auf allen Kontinenten gemeinsam getragene Deklaration der Rechte, die allen Menschen zustehen – unabhängig von Herkunft, Rasse, Geschlecht oder Religion. Einfach weil sie Menschen sind.
Die Resolution fand in der Generalversammlung in Paris – ohne Gegenstimmen und mit nur einigen Enthaltungen – eine überwältigende Mehrheit. „Wir stehen heute an der Schwelle zu einem großen Ereignis“, so Eleanor Roosevelt in ihrer Ansprache. „Diese Erklärung kann die internationale Magna Carta aller Menschen werden.“
Strahlkraft
In der Tat hatte die Kommission nach zweijähriger Debatte Bahnbrechendes durchgesetzt. Read the rest of this entry »
Dezember 9th, 2023 |
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Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)
Jubilejum: 75 berscha genereli erklerinipe le manuschengere tschatschiptschendar
Ando 10to decemberi 1948 o Khetane Nacijontscha ande Paris o genereli erklerinipe le manuschengere tschatschiptschendar ar dine – jek le tschule orendar le manuschipestar
„O cile manuscha naphandle taj glajchi ando pativ taj ando tschatschiptscha hi.“ Adale sorale alavenca kesdinel o dokumento, savo 1948 – upro phagerde koji le haburistar taj faschismusistar – jek bari manuschengeri utopija formulirintscha: I civilisatorischi sor le tschatschipestar mindig o tschatschipe le soralederistar te irinel. 75 berscha paloda, o 30 falati le UN-manuschengere tschatschipeskere erklerinipestar, ham tschak buter, schukar alava hi. Muguli ande latsche demokraciji, adi papal ando phutschajipe terdscharde le on. O khetano hango andar o bersch 1948 tschurel.
Ande oja cajt, o schtotschengero khetanipe oda globali manuschengero tschatschipeskero kodeks, ari dija. Dschijakana, i 18-scheroskeri UN-komisijona telal i anglebeschaschkija Eleanor Roosevelt, i sorali dschuvli le agune US-presidentostar, vasch sako koja kejmpfinlahi. Ham telal o anglunte cajchn le upre ale schudre haburistar schofim ulo, so dschijakana meg na dija: jek, le regirungendar upro cile kontinentscha khetan ledschimi deklaracijona le tschatschiptschendar, save le cile manuschenge use terdschon – tel diklo le telschtaminipestar, la etnijatar, obste mursch vaj dschuvli vaj la religijonatar. Hatek, kaj on manuscha hi.
I resolucijona ando talalinipe ande Paris jek igen baro usephenipe uschtidija – tschak poar pal likeripenca. „Amen adi angli granica use jek baro terdschijipe terdschojas“, afka i Eleanor Roosevelt ande lakero vakeripe. „Ada erklerinipe schaj i internacijonali Magna Carta le cile manuschendar ol.“
Gistakeri sor
Tschatschikan, i komisijona pal duj berschengeri debata, jek barikano koja prik schaj beschartscha. Use jek, proklamirintscha o papruschi o pativ le manuschenstar ojs lek utscheder tschatschipeskero koja. Read the rest of this entry »
November 27th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Als der Staat sein Gewaltmonopol preisgab. Polizei und rechte Straßenmobs in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft der 1990er Jahre
Podcast: Hörsaal – Deutschlandfunk Nova, 24.11.2023
In den sogenannten Baseballschlägerjahren der 1990er-Jahre übernahmen rechte Mobs teilweise die Kontrolle auf Ostdeutschlands Straßen. Der Historiker Patrick Wagner erklärt in seinem Vortrag, warum es damals zu einer Erosion des staatlichen Gewaltmonopols kam. Patrick Wagner ist Professor für Zeitgeschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seinen Vortrag hielt er am 2. November 2023 im Rahmen der Ringvorlesung „Mehr als eine Randnotiz. Die extreme Rechte in der deutschen Gesellschaft nach 1945“ an der Uni Hamburg.
November 18th, 2023 |
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Film & Theater, Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Weltspiegel Doku: Roma in der Slowakei – Gibt es einen Weg aus der Armut? (MDR)
Dokumentation (45 Min.)
Eine Problemdoku mehr, die übersieht, dass auch in der Slowakei ein großer Teil der Roma nicht in solchen Elendssiedlungen lebt, dass es selbstbestimmte Roma gibt, die ein normales, erfolgreiches Leben führen, ganz ohne Paternalismus. Vor allem skizziert dieser Bericht die Lethargie der marginalisierten Roma als den eigentlichen Kern des Problems – den erdrückenden Rassismus der Mehrheitsgesellschaft und der Politik hingegen, der über allem liegt (und der in der Sendung ja auch des Öfteren anklingt), entlässt die Doku dann doch allzu leicht aus der Verantwortung. Das beginnt schon damit, wie der Beitrag anfangs die „Problem-Roma“ und dann die überaus freundlichen „normalen“ Slowaken einführt. Eine Roma-TV-Doku nicht ohne Schieflagen, aber sehenswert. (dROMa)
Das Erste, Weltspiegel, 13.11.2023
Aus der ARD-Programmankündigung: Rund 500.000 Roma leben in der Slowakei – in Bezug auf die Bevölkerungsgröße eine der stärksten Roma-Minderheiten in Europa. Die Roma leben größtenteils in Ghettos und Slumsiedlungen, in ärmsten Verhältnissen, mit nur wenigen Verbindungen zum Rest der slowakischen Bevölkerung. Seit Jahrzehnten gibt es Bestrebungen, die Roma gesellschaftlich zu integrieren, sie aus ihrer Parallelwelt herauszuholen. Die meisten Projekte – viele halbherzig initiiert – sind gescheitert. Teilweise auch aufgrund mangelnden Interesses oder der Resignation vieler Roma. Read the rest of this entry »
November 11th, 2023 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Antiziganismus in der Schweiz: Vom Rassismus gegen Jenische, Sinti*zze und Rom*nja
Podcast: Reden wir! 20 Stimmen zu Rassismus, Febr. 2022 (51.03 Min.)
Der überwiegende Teil lebt sesshaft, sie sind Schweizer Bürger*innen, bezahlen Steuern. Dennoch werden Jenische, Sinti*zze und Rom*nja mit rassistischen Vorurteilen diskriminiert und ausgegrenzt, und sie ringen nach wie vor um Anerkennung. Warum das so ist, woher die diskriminierenden Haltungen kommen, und warum sie so beharrlich fortbestehen, erklären Mo Diener, künstlerische Leiterin der «Roma Jam Session» und Venanz Nobel, Vizepräsident des Vereins «schäft qwant» im Gespräch mit Mandy Abou Shoak und Christoph Keller.
Zum Podcast:
Seit 20 Jahren gestaltet, fördert und koordiniert die Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) im Eidgenössischen Departement des Innern Aktivitäten zur Prävention von Rassismus und rassistischer Diskriminierung. In diesen zwanzig Jahren haben sich die gesellschaftliche Positionierung des Themas und der Akteure maßgeblich verändert. Der von der FRB lancierte Podcast bietet Gelegenheit, um mit Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen über alte und neue Herausforderungen der Rassismusbekämpfung.
(Text und Beitrag: Reden wir!)
Oktober 28th, 2023 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Wissen Weekly, Podcast-Folge vom Juli 2021 (26.48 Min.)
Spätestens seit den „Black Lives Matter“-Protesten und dem Mord an George Floyd, hört man immer wieder „wir sind alle rassistisch“. Aber stimmt das? Warum verhalten sich Menschen überhaupt rassistisch und manchmal sogar ohne es zu merken. Um das zu erklären, tauchen wir tief in die Funktionsweise unseres Gehirns ein, klären, wo Rassismus herkommt und was wir dagegen tun können. Hier könnt ihr selbst testen, ob ihr rassistische Denkmuster habt.
(Text und Beitrag: Wissen Weekly)
Oktober 16th, 2023 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Keine Meinung – Philosophie-Podcast, 12.11.2022 [84 min]
„Keine Meinung“ spricht mit den Herausgeberinnen und Co-Autorinnen von „Diversität der Ausbeutung – Zur Kritik des herrschenden Antirassismus“ (erschienen 2022 im Dietz Berlin-Verlag) Bafta Sarbo und Eleonora Roldán Mendívil über die Beziehung von Rassismus und Kapitalismus sowie die liberale contra marxistische Rassismus- und Antirassismustheorie.
(Text und Sendung: Keine Meinung)
Oktober 6th, 2023 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Wie wir andere Bilder schaffen über Sinti und Roma
Rady von RomAnity im Gespräch
DiversityFM #33, Podcast-Folge, 3.7.2022
In dieser Folge spricht DiversityFM mit Rady vom Verein RomAnity (München). Wir haben über Sinti und Roma, das Thema Antiziganismus und auch die neuen Auswirkungen durch den Ukraine-Krieg gesprochen.
(Text und Beitrag: DiversityFM)
Oktober 1st, 2023 |
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Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Für Toleranz und Respekt: Deutsche Bahn präsentiert erstmals Ausstellung gegen Antiziganismus „HinterFragen. Sinti und Roma – Eine Minderheit zwischen Verfolgung und Selbstbestimmung“ ist zu sehen bis November in den Hauptbahnhöfen Dresden, Wiesbaden und Nürnberg.
Die Deutsche Bahn AG (DB) setzt ihr Engagement gegen Antiziganismus fort. Zum ersten Mal präsentiert sie die vom Bildungsforum gegen Antiziganismus konzipierte Wanderausstellung „HinterFragen“ im Dresdner Hauptbahnhof. DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz hat sie am 25. September eröffnet – gemeinsam mit Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Katja Meier, Sächsische Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung, sowie Dr. Mehmet Daimagüler, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland. Bis zum 8. Oktober 2023 ist die Ausstellung im Dresdner Hauptbahnhof zu sehen. Vom 11. Oktober bis 25. Oktober 2023 wird sie im Hauptbahnhof Wiesbaden gezeigt, anschließend folgt vom 28. Oktober bis 12. November 2023 der Hauptbahnhof Nürnberg.
Verschiedene Infopanels geben einen Überblick über die Geschichte und Gegenwart der Sinti und Roma in Deutschland. Kernthemen sind Antiziganismus und Verfolgung, aber auch Selbstbestimmung und der lange Kampf um Anerkennung. Mit der Präsentation der Wanderausstellung will die DB dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und Grundwerte wie kulturelle Vielfalt und Offenheit zu stärken.
Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG:
Mit dieser Ausstellung an unseren Bahnhöfen setzten wir ein deutliches Zeichen gegen antiziganistische Anfeindungen und Übergriffe. Hass und Hetze gegen einzelne Gruppen sind leider wieder salonfähig. Deshalb treten wir als Deutsche Bahn noch entschiedener für Toleranz und Respekt ein. Read the rest of this entry »
September 21st, 2023 |
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Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte
Die deutsche bundesweite Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) veröffentlicht ihren ersten Jahresbericht (für das Jahr 2022) zu antiziganistischen Vorfällen in Deutschland
→Download: Jahresbericht (pdf)
Für das Jahr 2022 haben MIA und ihre regionalen Meldestellen bundesweit insgesamt 621 antiziganistische Vorfälle erfasst. Die für das Jahr 2022 erfassten Vorfälle zeigen, dass Antiziganismus für Betroffene alltäglich ist. Jeder vierte Vorfall (158 Fälle) lässt sich dem Alltag zuordnen. Auch im Wohnkontext (121 Fälle) sowie im Umgang mit Behörden (119 Fälle) sind zahlreiche Vorfälle erfasst worden.
Bei den Vorfällen stechen besonders zwei Aspekte ins Auge: Mehr als die Hälfte der Vorfälle fiel auf die Vorfallart der Diskriminierung. Etwa die Hälfte der Fälle antiziganistischer Diskriminierung fand auf institutioneller Ebene statt. Besonders gravierende Vorfälle fanden sich im Kontext von Polizei, Jugendamt, Jobcenter sowie von kommunalen Verwaltungen, die für die Unterbringung von Geflüchteten zuständig sind. Dass so viele der Vorfälle im Kontext von staatlichen Behörden stattfinden, zeigt die immense Lücke des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) auf, welches sich aktuell auf den Bereich des privaten Rechts beschränkt. MIA fordert eine Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, so dass Diskriminierung durch staatliche Behörden geahndet werden kann.
Die zweite auffällige Entwicklung ist der Antiziganismus gegenüber geflüchteten Roma aus der Ukraine. Die Benachteiligung von ukrainischen Roma durchzieht verschiedene Lebensbereiche von der Einreise über die Unterbringung bis hin zum Bildungsbereich. Read the rest of this entry »
September 7th, 2023 |
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Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Rassismus entlernen – Wie man Kinder zu Vielfalt erzielt
Podcast: radioReportage/BR2, Sept. 2022 (25:07 Min.)
Unsere Gesellschaft ist rassistisch geprägt – unsere Kinder damit auch. Schon im Kindergarten machen schwarze Kinder Rassismuserfahrungen, im zarten Puppenalter haben Kinder of Color das Gefühl weniger wert zu sein als weiße Gleichaltrige. Was können wir – als Eltern, Erzieher und Grundschullehrkraft – dagegen tun? Fragt unsere Autorin Isabelle Hartmann. Sehr viel, und es fängt bei uns als Erwachsenen an.
(Text und Sendung: radioReportage/BR2)
September 5th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft
Sebastian Lotto-Kusche: Der Völkermord an den Sinti und Roma und die Bundesrepublik. Der lange Weg zur Anerkennung 1949–1990 (=Schriftenreihe der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 125), De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2022, 264 S.
Die Studie untersucht die diskursiven Kämpfe um die Anerkennung des NS-Völkermords an Sinti und Roma in der Bundesrepublik bis 1990. Dabei wird unter Anerkennung zweierlei verstanden: die Akzeptanz der Verbände der Sinti und Roma als legitime Gesprächspartner der Bundesregierung sowie die Bewertung der „NS-Zigeunerverfolgung‟ als „rassisch‟ motiviertes Verbrechen in Politik und Wissenschaft. Auf der Grundlage umfassenden Quellenmaterials von Bundesbehörden und politischen wie zivilgesellschaftlichen Akteuren entsteht eine Diskursgeschichte dieses langwierigen Anerkennungsprozesses. Sie zeigt, dass bis tief in die 1960er Jahre hinein ein durch und durch rassistisches Bild der nationalsozialistischen Politik gegen Sinti und Roma vorherrschte. Dieser Denkstil, der von traditionellen Vorurteilen über „Zigeunerkriminalität‟ geprägt war, geriet in den 1970er Jahren mit der Rezeption von internationalen Forschungsarbeiten immer stärker unter Druck. Doch erst in den 1980er Jahren begann mit der Anerkennung der Sinti und Roma als Gesprächspartner durch Bundeskanzler Helmut Schmidt auch die Erforschung des NS-Massenverbrechens.
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September 3rd, 2023 |
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Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Auswirkungen von Rassismus auf die Gesundheit von Kindern
POWER ME Podcast #5 mit Stephanie Cuff-Schöttle, Okt. 2022
Stephanie Cuff-Schöttle ist Diplompsychologin bietet seit vielen Jahren Paartherapie und Beratung für rassismuserfahrene Menschen an. Bei POWER ME ist sie Referentin für die Fortbildungen für psychologische Fachkräfte. Momentan arbeitet sie auch bei der Berliner psychologischen Beratungsstelle OPRA und konzipiert ein Gruppentherapieangebot. Zudem ist sie Mitgründerin der Online-Plattform myUrbanology, welche ins Leben gerufen wurde, um Schwarzes Leben in Deutschland sichtbarer zu machen. Im Rahmen dessen sitzt sie mit an der Entwicklung der neuen Weiterbildungs- und Vernetzungsplattform DE_CONSTRUCT, welche zukünftig der Rassismus-Sensibilisierung im psychosozialen Bereich in Deutschland dienen soll.
In dieser Folge spricht Stephanie mit Nuran über ihren beruflichen Werdegang, was sie dabei antrieb und wie ihre Arbeit heute aussieht. Zudem geht es konkret um die Rassismuserfahrungen von Kindern und wie sich diese auf die körperliche und psychische Gesundheit auswirken. Stephanie erläutert im Zuge dessen unter anderem, wie Selbsterhaltungsstrategien von Kindern aussehen und wie diese vom Umfeld unterstützt werden können.
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August 31st, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft
Ulrich Friedrich Opfermann: „Stets korrekt und human“. Der Umgang der westdeutschen Justiz mit dem NS-Völkermord an den Sinti und Roma (=Antiziganismusforschung interdisziplinär. Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus, Bd. 4), Heidelberg University Publishing (heiUP): Heidelberg 2023, 589 S.
→zum Download (CC BY-SA 4.0)
Das Buch gibt erstmals einen systematischen Überblick zu einem bislang vernachlässigten Bereich der justiziellen Aufarbeitung des NS-Systems: dem Umgang mit den Verbrechen an den Sinti und Roma in westdeutschen NSG-Verfahren unter Einbezug des Tatraums Osteuropa. Die akribisch recherchierte Studie stellt zahlreiche Verfahren vor. Sie informiert über die rechtlichen Voraussetzungen des westdeutschen justiziellen Sonderwegs, zeichnet den Verfahrensgang nach und fragt nach den Rollen der Beschuldigten und Zeugen sowie des Justizpersonals. Im Mittelpunkt steht das als Großverfahren neben dem ersten Auschwitz-Prozess geplante Sammelverfahren zum „Zigeunerkomplex“ (1958–1970), das entgegen seinem Anspruch kaum Resonanz entfaltete und heute weitgehend vergessen ist.
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August 29th, 2023 |
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Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte
Jenische, Sinti, Roma. Zu wenig bekannte Minderheiten in der Schweiz. Ein rassismuskritisches Lehrmittel
Hrsg. von der Arbeitsgruppe Jenische – Sinti – Roma, Pädagogische Hochschule Zürich/Stiftung für Erziehung zur Toleranz (SET), 2023
Download: →Gesamtes Lehrmittel (ZIP, 65 MB)
Lehrmittel für die Primarschule / Zyklus 2
Das Lehrmittel orientiert sich an der Mehrperspektivität und fördert bei den Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit und den Willen zum Perspektivenwechsel. Es stellt sich in die Tradition des gesellschaftlichen Lernens auf der Primarstufe, bei dem die Befähigung zu respektvollem Umgang und die Sensibilisierung für die kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt in der Schweiz im Zentrum stehen. Die von der Pädagogischen Hochschule Zürich entwickelten und in der Primarschule getesteten Lernaufgaben fördern die schrittweise Erarbeitung der NMG- und BNE-Kompetenzen. Das Gewicht liegt auf den Lebenserfahrungen von Angehörigen der drei Minderheiten. Fokussiert wird die gelebte Gegenwart, zu der allerdings auch die Gewalterfahrung der Vergangenheit gehört. Somit kommt auch die historische Dimension des Umgangs mit den Minderheiten auf dem Gebiet der heutigen Schweiz zur Sprache. Read the rest of this entry »
August 18th, 2023 |
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Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Menschenhandel: Auf Kreta wurde ein illegaler Adoptionsring aufgedeckt – Frauen in Notlage wurden nach Griechenland gelockt und als Leihmütter ausgebeutet. Unter ihnen viele Romnja aus Südosteuropa.
In Griechenland wurde vor einigen Tagen ein Leihmütterskandal in einer Kinderwunschklinik aufgedeckt. Dies berichtet ORF.at unter Berufung auf griechische Medienberichte und Zeit Online. In einer Klinik in Kreta sollen seit Jahren Frauen aus Osteuropa als Eizellenspenderinnen und Leihmütter ausgebeutet worden seien – für Kundschaft aus zahlreichen europäischen Ländern, die, so ORF.at, „zumindest die rechtliche Grauzone auf dem Weg zum Babyglück in Kauf“ nahm. Allein seit Dezember des Vorjahres wurden an der Kinderwunschklinik in der Hafenstadt Chania 182 derartige Fälle dokumentiert. Bei der Razzia in der Stadt fanden die Einsatzkräfte der Abteilung für organisierte Kriminalität vergangene Woche nicht weniger als dreißig momentan schwangere Leihmütter vor.
„Die benötigte richterliche Erlaubnis sei in zahlreichen Fällen genauso gefälscht worden wie Adoptionspapiere und medizinische Akten“, so ORF.at. Der Gründer und Leiter der Klinik und acht weitere Personen wurden festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, „ein internationales Netzwerk an Zuhältern aufgebaut haben, um ,schutzbedürftige Frauen‘ aus dem Ausland nach Griechenland zu schaffen“. Dort seien diese dann als Leihmütter oder Eizellspenderinnen herangezogen worden. ORF.at berichtet: „Die Frauen aus Moldawien, der Ukraine, Georgien, Rumänien und Bulgarien – viele von ihnen Romnja – stammen aus sehr armen Verhältnissen und seien mit falschen Versprechungen nach Kreta gelockt worden. Sie seien von der Öffentlichkeit abgeschirmt und in 14 Wohnungen ,unter erbärmlichen Verhältnissen‘ untergebracht und überwacht worden. Read the rest of this entry »