Deutsche Bahn zeigt Antiziganismus-Ausstellung

Oktober 1st, 2023  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Deutsche Bahn: Ausstellung in Dresden (Foto: Deutsche Bahn AG / Tine Jurtz)Für Toleranz und Respekt: Deutsche Bahn präsentiert erstmals Aus­stel­lung gegen Anti­ziga­nis­mus „HinterFragen. Sinti und Roma – Eine Minder­heit zwi­schen Ver­fol­gung und Selbst­be­stim­mung“ ist zu sehen bis No­vem­ber in den Haupt­bahn­hö­fen Dresden, Wiesbaden und Nürnberg.

Die Deutsche Bahn AG (DB) setzt ihr Engagement gegen Antiziganismus fort. Zum ersten Mal prä­sentiert sie die vom Bildungs­forum gegen Anti­ziganismus kon­zi­pierte Wander­aus­stel­lung „HinterFragen“ im Dresdner Haupt­bahn­hof. DB-Vor­stands­vor­sitzen­der Dr. Richard Lutz hat sie am 25. September eröffnet – gemein­sam mit Romani Rose, Vor­sitzen­der des Zentralrats Deut­scher Sinti und Roma, Katja Meier, Sächsische Staats­minis­terin der Justiz und für Demo­kratie, Europa und Gleich­stellung, sowie Dr. Mehmet Daimagüler, Be­auf­trag­ter der Bundes­regierung gegen Anti­ziganis­mus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland. Bis zum 8. Okto­ber 2023 ist die Aus­stellung im Dresdner Haupt­bahnhof zu sehen. Vom 11. Okto­ber bis 25. Oktober 2023 wird sie im Haupt­bahn­hof Wiesbaden gezeigt, an­schlie­ßend folgt vom 28. Oktober bis 12. Novem­ber 2023 der Haupt­bahn­hof Nürnberg.

Verschiedene Infopanels geben einen Überblick über die Geschichte und Gegen­wart der Sinti und Roma in Deutschland. Kernt­hemen sind Anti­ziganis­mus und Verfolgung, aber auch Selbst­bestim­mung und der lange Kampf um An­erken­nung. Mit der Prä­senta­tion der Wander­aus­stel­lung will die DB dazu bei­tragen, Vorurteile ab­zu­bauen und Grund­werte wie kultu­relle Vielfalt und Offen­heit zu stärken.

Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG:

Mit dieser Ausstellung an unseren Bahnhöfen setzten wir ein deutliches Zeichen gegen anti­ziganis­tische An­fein­dungen und Übergriffe. Hass und Hetze gegen einzel­ne Gruppen sind leider wieder salonfähig. Deshalb treten wir als Deutsche Bahn noch ent­schie­dener für Toleranz und Respekt ein. Wir sind ein Unter­nehmen von Menschen für Men­schen. Unsere Gesell­schaft funktio­niert nur mit­einander, nicht gegen­einander.

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma:

Die Deutsche Bahn setzt heute ein weiteres wichtiges Zeichen, indem diese Ausstellung in Dresden eröffnet wird, die auch in weiteren Groß­städten gezeigt werden soll. Nur über Auf­klärung und Infor­mation über die 600-jäh­rige Geschichte von Sinti und Roma in Deutsch­land können die seit Jahr­hun­derten tief­sitzen­den anti­ziganis­ti­schen Klischees in der Gesell­schaft geändert und durch­brochen werden.

Katja Meier, Sächsische Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleich­stellung:

Obwohl sie seit mehr als 600 Jahren in Europa zu Hause sind, erfahren Sinti und Sintizze sowie Roma und Romnja tag­täglich Aus­gren­zung, Rassismus und Gewalt. Vorurteile und Stereo­type prägen noch immer das Bild dieser Minder­heit in Deutsch­land. Während des Holocaust hat das 500.000 Sinti und Sintizze, Roma und Romnja das Leben ge­kostet. Und auch heute erleben wir wieder eine Zu­nahme von Hass und Hetze gegen Minder­heiten. Dem müssen wir eine klare Haltung ent­gegen­setzen. Auch darum bin ich froh über das Engage­ment der Deutschen Bahn gegen Anti­ziganis­mus und für mehr Soli­darität.

Dr. Mehmet Daimagüler, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziga­nis­mus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutsch­land:

Die Sichtbarmachung und der entschlossene Kampf gegen Antiziganis­mus ist eine Aufgabe, der wir uns alle gemein­sam stellen müssen. Dem Staat kommt dabei eine besondere Ver­ant­wortung zu, auch weil es in staatlichen Insti­tutio­nen wie der Polizei immer wieder zu Anti­ziganis­mus kommt. Die Gesell­schaft darf es sich aller­dings nicht so leicht machen, diese große Aufgabe einfach der Politik zu über­lassen. Deshalb freut es mich beson­ders, dass die Deut­sche Bahn mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma eng ko­ope­riert, um mehr über Antiziganismus auf­zu­klären und den Per­spek­tiven von Sinti und Roma Raum zu geben. Die Deut­sche Bahn ist mehr als ein Unter­nehmen – sie ist ein Stück Deutsch­land.

Mit der Präsentation der Wanderausstellung knüpft die DB an die Annahme der Arbeits­defi­nition von Anti­ziganismus der Inter­natio­nalen Allianz zum Holo­caust-Ge­denken (IHRA) vom Okto­ber 2022 an und unter­streicht ihr Engage­ment gegen jede Form der Dis­krimi­nierung.

(Text: Pressemitteilung der Deutschen Bahn)

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