Jugend & Bildung

Maro Ziro: Kinderkongress der Sinti und Roma

Juli 6th, 2021  |  Published in Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen

KinderkongressFür Kinder und Jugendliche (9 bis 14 Jahre)
Am 9. Juli 2021, 14:00–18:00 Uhr

Am 9. Juli 2021 wird zum ersten Mal eine (digitale) Kinderkonferenz für Sinti und Roma in Deutschland statt­finden, wozu der Doku­men­ta­tions­- und Kulturzentrum Deu­tscher Sinti und Roma herz­lich ein­lädt. Als Pilot­pro­jekt des Bil­dungs­referats hat das Doku­men­tations­zentrum zu­sam­men mit Ko­opera­tions­part­nern ein Konzept für die Kinder aus­ge­arbeitet, bei dem die Stär­kung der Kinder und Jugend­lichen, also das „Empowerment“ im Vorder­grund steht: Quali­fizierte Sinti und Roma aus Bildung und Erziehung ma­chen alters­ge­rech­te Workshops mit und für Kinder.

Die Themen der Kinder (beispielsweise: „Was wollt ihr später mal werden?“; „Wie sind eure Er­fahrungen in der Schule, was könnte besser ge­macht werden?“; „Was würdet ihr gerne in Deutschland ändern, wenn ihr könn­tet?“; „Wie wich­tig ist Social Media für euch und wie findet ihr digitales Lernen?“) wer­den mit künst­leri­schen Mitteln und ästheti­schen Hand­lungs­formen auf­gegriffen (das kann ein kurzes Handy­video, Foto, gemaltes Bild oder auch ein selbst ver­fasster Text sein) und von den Kindern selbst er­arbeitet. Die Kinder können sich zwei Work­shop-Grup­pen an­schlie­ßen, in denen gemalt, gebastelt, ge­schrie­ben und mit den Kindern geredet wird. In diesem Prozess wer­den kreative Fähig­keiten aktiviert, die demo­kra­ti­sche Bildung wird ge­fördert, das Selbst­bewusstsein und die Sprach­kompetenz der Kinder ge­stärkt – damit sie sich im schulischen Alltag be­haup­ten und zu­recht­finden können.

Die Veranstaltung findet über Zoom statt. Die Veranstalter bitten die Eltern oder Er­zie­hungs­be­rech­tig­ten um eine An­meldung per E-Mail an bildung@sintiundroma.de: Read the rest of this entry »

Facts & Figures (376)

Juni 30th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

In Portugal haben 69 % der Ro­ma ab 45 kei­nen Schul­ab­schluss. Ganz an­ders bei den Jun­gen (16 bis 24): da sind es nur et­wa 2 %.

(Quelle)

Facts & Figures (374)

Juni 26th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

2013 weigerte sich die franz. Ge­mein­de Ris-Orangis, 12 Ro­ma­kin­der in die Schule ein­zu­schrei­ben, und rich­te­te eine iso­lier­te Klasse in einem Sport­zentrum ein.

(Quelle)

ORF präsentiert Online-Videoarchive

Juni 9th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV

Erweiterte Videoarchive der ORF-TVThekPräsentation der ORF-TV­thek-Vi­deo­ar­chi­ve „100 Jah­re Bur­gen­land“ und „Volks­grup­pen in Ös­ter­reich“

Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Burgenland“ wur­den die bei­den „ORF-TV­thek goes school“-Vi­deo­ar­chive zur Ge­schichte des Burgen­landes und zu Ös­ter­reichs Volks­gruppen um­fassend aus­gebaut und er­weitert. Ins­gesamt mehr als 50 neue Videos be­rei­chern das auf der ORF-TV­thek in der Rubrik „History“ ge­zeich­nete, multi­mediale Bild des Bundes­landes und der öster­reichi­schen Volks­gruppen um zahl­rei­che neue Facetten.

Videoarchiv „Volksgruppen in Österreich“

Das 2019 gelaunchte Videoarchiv „Volksgruppen in Österreich“ wurde um 23 neue auf jetzt ins­ge­samt 130 Video­beiträge er­weitert, die sich der Kroatischen (27 Bei­träge, davon 6 neu), Slowakischen (15 Bei­träge, davon 3 neu), Slowenischen (30 Bei­träge, davon 3 neu), Tschechischen (15 Bei­träge, davon 3 neu) und Ungarischen (17 Bei­trä­ge, davon 5 neu) Volks­gruppe sowie der Volks­grup­pe der Roma (24 Bei­träge, da­von 3 neu) wid­men.

Mit dem neuen Videomaterial werden weitere wichtige Aspekte von Geschichte und Kultur der Volks­grup­pen in Öster­reich be­leuch­tet. Das Video­archiv bie­tet zum Bei­spiel ab sofort einen Beitrag über das bur­genland­kroatische On­line-Wörter­buch, in­formiert über die neue Gedenkstätte zur Er­in­ne­rung an die wäh­rend des National­sozialismus er­mor­deten Roma und Sinti in Pinkafeld und Oberpullendorf oder er­in­nert an Dana Hermannová, die 1968 im noch freien slowa­kischen Fern­sehen über den Ein­marsch der Trup­pen des War­schauer Pakts be­richtete. Das 10-jäh­ri­ge Ju­biläum des ORF-Ma­ga­zins „České Ozvěny“ im Jahr 2019 steht ebenso im Mittel­punkt eines neu ins Archiv hinzu­gefügten Beitrags wie das langs­ame Ver­schwin­den des Slowenischen in Kärnten oder der tra­di­tions­reiche Ball der Ungarn in Ober­pullen­dorf. (Die genaue Liste mit allen Bei­trägen ist on­line in der ORF-TVthek auf der Start­seite des Video­archivs in der Rubrik „History“ zu finden.) Read the rest of this entry »

Facts & Figures (370)

Mai 31st, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung

Der erste Roma-Kin­der­gar­ten Ru­mä­ni­ens wur­de im Ok­to­ber 1933 in Bu­ka­rest – als Re­sul­tat des dor­ti­gen Ro­ma­kon­gres­ses – of­fi­zi­ell er­öff­net.

(Quelle)

Facts & Figures (368)

Mai 27th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

Bei jedem 2. Roma-Kind in Bul­ga­ri­en (48,2%) feh­len zu Hause die fi­nan­ziel­len Mit­tel, um ihm be­nö­tig­te neue Klei­dung zu kau­fen.

(Quelle/pdf)

Facts & Figures (363)

April 30th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

In Bulgarien verfügt nicht ein­mal je­des zwei­te Roma­kin­d (45,7%) zu Hau­se über einen ge­­eig­ne­ten Platz für Haus­übun­gen und Ler­nen.

(Quelle/pdf)

Filmtipp: „Our School“ (2011) online

April 13th, 2021  |  Published in Film & Theater, Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, dROMa (Magazin)

Our School (DVD front cover)Die Filmemacherinnen Mona Nicoară und Miruna Coca-Cozma pro­to­kol­lier­ten in „Our School“ den Auf­bruch einer ru­mä­ni­schen Ge­mein­de aus der Sack­gasse der Segre­ga­tion. Aus An­lass des In­ter­na­tio­na­len Roma-Tags ha­ben sie das Video für ei­nige Tage frei­ge­schal­tet. Empfehlung!

Kostenlos online zu sehen nur noch bis 14. April.

→zum Video-Stream

Etwa zur selben Zeit, als in Rumänien die ersten Dreharbeiten zu diesem Film anliefen, ging die Unicef 2007 mit alarmierenden Zahlen an die Öffentlichkeit: Nur zwei von drei Roma-Kindern in Rumänien werden überhaupt eingeschult; und von jenen, die eine Schule besuchen können, landet ein großer Teil in separaten Klassen oder eigenen Schulen. Vor fast fünfzehn Jahren erhielten deshalb dreißig rumänische Gemeinden EU-Mittel, um diesem Missstand zumindest lokal abzuhelfen. Die aus Rumänien stammende und in New York lebende Filmemacherin und Menschenrechtsaktivistin Mona Nicoară, die einige Jahre für das European Roma Rights Centre in Budapest gearbeitet hat, nahm den Start eines dieser Reformprojekte zum Anlass, sich dem Thema aus der Perspektive der betroffenen Kinder zu nähern: Für ihr Dokumentarfilmdebüt „Şcoala Noastră“/„Our School“ begleitete sie mit der Koregisseurin Miruna Coca-Cozma und dem Kameramann Ovidiu Marginean drei Roma-Schüler, Ali (8), Beni (12) und Dana (16), vier Jahre lang mit der Kamera und protokollierte den Prozess der „Desegration“ ihrer Schule in Târgu Lăpuş, einem kleinen siebenbürgischen Städtchen.

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Facts & Figures (339)

Januar 13th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

Innerhalb von 10 Jahren schrumpft­e der An­alpha­be­tismus un­ter Roma in Litauen von 26 (2001) auf 10 Pro­zent (2011).

(Quelle)

Die Kinder wollen das schaffen

Dezember 30th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Romani, dROMa (Magazin)

FARAJNISKERO DSCHENO: O Josef Schmidt la tschavengera heftlinaha „MiniMulti“ taj la „dROMaha“Im Gespräch:

Josef Schmidt über die Bildungsarbeit von Roma-Service

In den Vereinsräumen in der Evan­ge­li­schen Kirchen­gasse in Oberwart herrscht rege Betrieb­samkeit. Hier findet von Mon­tag bis Freitag die Lern­betreuung für Roma-Kin­der statt. Seit vier Jahren schon stemmt der „Verein Roma-Ser­vice“, neben einem Bün­del ande­rer Akti­vi­täten, nun auch diese Auf­gabe. Bildungs­arbeit wird zu­nehmend zum Herz­stück des Vereins. Was das konkret be­deutet und warum das Burgenland hier die Nase vorn hat, er­zählt Josef Schmidt.

dROMa: Bildungsarbeit spielt bei „Roma-Service“ ein gro­ße Rolle. Mit wel­chen ak­tuel­len Pro­jekten seid ihr be­fasst?
J. Sch.: Was immer läuft, ist die Lernbetreuung. D.h. die Kinder werden jeden Tag von Montag bis Freitag nach der Schule abgeholt, kommen zu uns ins Vereinslokal. Und dann werden mit den beiden Lernbetreuerinnen die Aufgaben gemacht, die Vorbereitung für Schularbeiten und Tests. Dazu kommt Freizeitpädagogik, es wird gebastelt, es wird gesungen, es wird gespielt. Oder Plakate gestaltet zu Themen, die gerade anfallen. Und Feiern gibt es auch ab und zu. Wenn es die Zeit zulässt, machen wir auch ein bisschen Roman (Anm.: Burgenland-Romani), so nebenbei. Wir reden es zumindest, dass sie es hören und auch verstehen. Oder wir singen auf Roman, aus unserem Liederbuch. Jetzt mit Corona ist natürlich vieles anders.

Wie war das in den letzten Wochen?
Mit dem Lockdown waren die Schule ja wieder zu. Die Kinder haben online von der Schule ihre Aufgaben bekommen, einen Wochenplan mit Aufgaben in den verschiedenen Fächern. Und das mussten sie ausdrucken und bearbeiten. Und dafür sind sie vormittags zu uns gekommen, und dann waren sie da, so lange sie brauchen.

D. h. wenn die Schulen zu sind, bietet ihr Ersatz?
Genau, die Stunden, die sie normal in der Schule wären, sind sie dann bei uns, und wir machen mit ihnen die Aufgaben. Das wird alles hier erledigt. Normalerweise machen das die zwei Kolleginnen. Und wenn wirklich Not am Mann ist, bin ich auch da. Ich mache zusätzlich noch die „Intensivlernbetreuung“ – wenn die Kinder einmal mehr Unterstützung brauchen. Da kommen sie entweder auch her, oder manchmal, das sind eher die Älteren, schicken sie ihre Übungen auch online oder rufen uns an und sagen, ich kenne mich da nicht aus. Es haben ja fast alle einen PC daheim. Und wir erklären es ihnen oder geben ein Feedback. Und natürlich gibt es auch den Kontakt der Lernbetreuerinnen mit den Lehrkräften.

Die Verbindung mit der Schule bleibt immer aufrecht?
Ja, immer! Das ist schon gut, diese Brückenfunktion und dass wir eine Vermittlerrolle einnehmen. Weil in manchen Haushalten sind drei oder vier Kinder. Das ist dann schon anstrengend. Und man hat dann sicher nicht vier Computer daheim. Da ist es gut, wenn der Großteil zu uns kommt. Und sie kommen ja auch gern und pünktlich.

Burgenland ist ein Modell

Wie hat das begonnen?
Als der „Verein Roma“ aufgehört hat, haben wir die Lernbetreuung übernommen, da sind wir damals nach Oberwart in die Büroräumlichkeiten in der Evangelischen Kirchengasse gezogen. Das war 2017 im Jänner. Und gleich nach den Semesterferien sind schon die Kinder gekommen. So haben wir angefangen. Wir sind eingesprungen, weil es ist schon sehr wichtig, das Projekt. Damit die Kinder die Möglichkeiten haben wie alle anderen auch: dass sie auch höhere Schulen besuchen oder einen Beruf erlernen.

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O tschave ada te schofinel kamna

Dezember 29th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Romani, dROMa (Magazin)

FARAJNISKERO DSCHENO: O Josef Schmidt la tschavengera heftlinaha „MiniMulti“ taj la „dROMaha“Ando vakeripe:

Josef Schmidt pedar i si­ka­di­pes­ke­ri buti le fa­raj­nistar Ro­ma-Ser­vice

Ando farajniskere khera andi masuni khan­gera­keri gaslina Erbate but kerdo ol. Adaj hetvi­natar dschi para­schtu­jate, o sikaji­pes­kero pomo­schago le Romen­ge­re-tscha­venge del. Sajt schtar berscha imar o „farajn Roma-Ser­vice“, pa­sche o avre akti­vi­tetscha, akan te aja buti kerel. I sika­dipes­keri buti mindig bute­der uso vodschis­kero falato le faraj­nistar ol. So ada butschol taj soske o Burgenland adaj angle hi, phu­kal o Josef Schmidt.

dROMa: Sikadipeskeri buti uso „Roma-Service“ jek bari­ka­no than and lel. Saj ak­tu­jeli pro­jekti del?
So mindig naschel, hi o sikajipeskero pomoschago. Ada butschol, o tscha­ve sako di, hevti­natar dschi pa­raschtu­jate pal i ischkola tel hulim on, use amenda ando faraj­niskero kher an. Taj akor le duj sika­ji­pes­kere meschterkijenca o butja kerde on taj te le tel­schu­ni­pes­kere but­jenge siklim ol. Use al i naphand­li­pes­keri peda­gogik, kaj mindenfelitike koji kerde on, kaj dschi­lado ol, kaj kheldo ol. Vaj pla­katscha use temtscha kerde on, save pe­kamle hi. Taj te mula­tin­tschage del, te le aun pele. Taj te le i cajt use mukla, te eknaj Roman keras, pasche o avre butja. Amen vakeras, kaj on le te schunen taj kaj le te hajon. Vaj amen andi Romani tschib dschi­lavas, andar amari dschi­lakeri kenva. Akan la Coro­na-pan­de­mijaha, sa eknaj avrijal hi.

dROMa: Sar ada ando lejcti ku­re sina?
Le lockdowniha o ischkoli papal use tschapim sina. O tschave online la isch­ko­latar pumare butja usch­tidine, jek kur­kos­kero plan le butjenca ando min­den­fe­litike falati. Taj oda iste on ar dumin­de taj iste le kise­tinde. Taj vascho­da angloplane use amen­de ale, taj akor adaj le sina, dschimeg sa kise­tinde.

dROMa: Ada butschol te o ischkoli use ule, akor use tu­men­de schaj an?
He, o ori, save on ando ischkoli iste ovnahi, akor use amen­de hi le, taj amen lenca len­gere butja keras. Ada sa adaj kerdo ol. Ada mindig mre duj ko­legkiji ke­ren. Ham te tscha­tschi­kan pomo­schago pe­kamlo hi, akor te me le tscha­venca buti kerav. Me pasche mri buti te o „inten­sivi sikaji­pes­kero pomo­schago“ kerav – hat te le tscha­venge jefkar bute­der jek pomo­schago pe­kamlo hi. Read the rest of this entry »

dROMa 60: „Bildung | Sikadipe“

Dezember 26th, 2020  |  Published in Jugend & Bildung, dROMa (Magazin)

Themenheft BILDUNG | Temakeri heftlina SIKADIPE: dROMa 60 (4/2020)Winter | Dschend 2020
Themenheft Bildung | Temakeri heftlina Sikadipe

Download (PDF) | Inhalt

Die Fortschritte waren enorm, nicht zuletzt dank der kon­ti­nu­ier­li­chen Arbeit der Roma-Or­ga­ni­sa­tio­nen: Im dROMa-Ge­spräch, das diese Themen­aus­gabe er­öffnet, zieht Josef Schmidt eine erfreu­liche Bilanz über die Bildungs­situation der Roma im Burgenland. Eine Schlüssel­rolle spielt hier auch der „Verein Roma-Ser­vice“. Andern­orts hin­gegen wirft man Roma-Kin­dern noch immer Knüppel zwi­schen die Beine. Zum Bei­spiel in der Slowakei: Miros­lava German Širotníková schil­dert die Schul­situation in unserem Nachbar­land, wo Segregation, mehr noch als anderswo, an der Tages­ordnung ist. Den Artikel be­gleiten einige Kinder­porträts aus slowa­ki­schen Roma-Sied­lungen, die uns die Fotogra­fin Paula Kentošová zur Ver­fügung ge­stellt hat. Welche rich­tungs­wei­senden Urteile der Euro­päi­sche Men­schen­rechts­gerichts­hof (EGMR) zum Thema ge­fällt hat, hat Roman Urbaner für Sie recher­chiert. Und an­schlie­ßend blicken wir noch ein­mal zurück auf die Ge­scheh­nisse in der ungari­schen Ge­mein­de Gyöngyös­pata: Im Früh­jahr ging ein Gerichts­marathon über die ethnisch ge­trenn­ten Klassen der Dorf­schule spekta­kulär zu Ende.

O resultatscha latsche sina, taj ada, vasch i but ber­schen­geri latschi buti le Romen­gere-or­ga­nisa­cijendar: Ando dROMa-va­keripe, savo adala te­maha pradim ol, o Josef Schmidt jek loschan­di bilanca pedar i sika­dipes­keri situa­cija le Romen­dar ando Burgenland cidel. Jek barikano falato khelel adaj te o „Farajn Roma-Service“. Ande avre vilagi le Ro­menge­re-tscha­venge meg mindig doron­gi masch­kar o pre tschidim on. Afka sar andi Slo­vaki­ja: I Miroslava German Širotníková phu­kal pedar i isch­kolakeri situa­cija ande amaro noch­beriskero vilago, kaj segre­gacija, buteder sar ande avre vilagi, upro diveseskero plan terdschol. Le pisinipe poar tschavengere kipi andar slo­vakiti­ke Romen­ge­re-sid­lung­tscha vodinen, save amenge i kipen­geri ke­rasch­kija Paula Kentošová prik dija. Read the rest of this entry »

ECRI pisinipe usi Slovakija

Dezember 21st, 2020  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte

ECRI Report SlovakiaNeuer ECRI-Bericht kritisiert Slowakei

European Commission against Racism and Intolerance / Council of Europe  (ed.): ECRI Report on the Slovak Republic. Sixth mo­ni­to­ring cycle (adop­ted on 1 Octo­ber 2020), Strassbourg, 8 De­cem­ber 2020 →Download (pdf)

I antirasismus komisijona le europitike rotistar (European Com­mis­sion against Racism and Into­lerance/ECRI) ando 8to decem­beri – pal schov berscha – pro nevo thaneskero pisi­nipe pedar i Slo­vakija angle basch­lartscha. Jek centrali kriti­kakero punkto ande hi o mindig aun likerdo teldschu­mi­nipe le Romen­dar ando sika­di­peskero koja. Jefkar buter o pisi­nipe o man­gipe sikal, hot o argra­nicalipe le Ro­men­gere-tscha­vendar ande bibasta­leder Romen­gere-isch­koli, kise­tim te ol. Aja et­nischi segre­gacija ando putrimo ulaji­pe le isch­kolakere schpren­ge­lendar duach o lokali biro­votscha­ge dim hi. Te ada na kisetim ulo, akor iste i re­girung lendar aja kom­petenca bejg lel. Butvar kriti­sirim ol i praksis, kaj saste Romen­ge­re-tschave mindschart andi son­derschul, savi le goda­kere nasvale tscha­venge hi, and dim on. Roma andi Slovakija pantsch­var bute­der ande asaj ischkoli peren, sar avre tschave. Peder ari mangel i ECRI, hot o Romengere-tschave feder sikade te on, anglo­da on andi ischkola phiren. Tschave, save Romani vakeren, imar ande anglutne ischkoli, i slova­kitiki tschib te siklon. Vaschoda le mesch­terkijen taj mesch­tertschen schpe­cijeli arsik­lipe hi, taj te ajgeni sika­jipeskere materi­jal­tscha iste kerde ovnahi. Ojs positivi o pisinipe o aunter­dscharipe le Romen­ge­re-isch­kolakere asis­ten­tendar taj o sikaj­peskero pomo­schago ande grup­nake­re-centren, angle asdija. O finan­ci­rinipe upre jek dugi cajt iste delahi.

Die Antirassismuskommission des Europarats (Euro­pean Com­mis­sion against Racism and In­to­le­rance/ECRI) hat am 8. De­zem­ber – nach sechs Jahren – ihren neuen Länder­bericht über die Slowakei vor­ge­legt. Ein zentraler Kritik­punkt darin ist die fort­dauernde Benach­teili­gung von Roma im Bildungs­wesen. Einmal mehr wieder­holt der Bericht die Forderung, die schuli­sche Aus­gliederung von Roma-Kin­dern in schlechter aus­ge­stat­tete Roma-Schulen zu be­enden. Read the rest of this entry »

Ungriko: „Translanguaging Classrooms“

Dezember 7th, 2020  |  Published in Jugend & Bildung, Romani

Das eigene Sprachvermögen der Kinder als Dreh- und Angelpunkt des Erfolgs – das Projekt „Translanguaging Classroom“ in Ungarn (Foto: translangedu.hu)Dajakeri tschib te ojs siklipeskeri tschib: O pro­jek­to „Trans­lan­gua­ging Class­room“

Muttersprache auch als Lernsprache: das Pro­jekt „Trans­lan­gua­ging Class­rooms“

Bislang war Romani im Unterricht verpönt. „Trans­lan­guaging Class­room“, ein Pro­jekt im ost­ungari­schen Tiszavasvári, setzt nun aber in einem segrega­tiven Schul­umfeld bei der Mutter­sprache der Kinder an. Um Dis­krimi­nierung ent­gegen­zu­wirken, sollen die Kinder aus ihrem ge­samten sprachli­chen Repertoire schöpfen kön­nen: Romani wird in den Schul- und Lern­alltag in­tegriert. Dazu müs­sen Kinder, Eltern und Lehr­kräfte radikal um­denken. „Trans­languaging Class­room“ er­mög­licht so eine offenere Schul­atmos­phäre und Erfolgs­erleb­nisse. In Klassen, wo diese sprach­pädagogi­sche Haltung bereits um­gesetzt wird, werden schnell Ver­bes­serungen sicht­bar: Die Schüler sind moti­vierter, agieren sozial kom­petenter, ihr Sprach­vermögen wird besser. Kinder wer­den akti­viert, die bisher in der Schule ver­stummen, weil sie mit Ungarisch nicht zurecht­kamen. Sie waren ge­wöhnt, dass ihre Mutter­sprache außer­halb ihrer Familien un­erwünscht ist. Die Auf­wertung ihrer zu Hause ge­spro­chenen Sprache stärkt nun Selbst­wert, Selbst­bestimmung und gesell­schaft­liche Ak­zeptanz. Das Projekt wurde vor zwei Jahren in Wien mit dem Preis „SozialMarie“ der „Unruhe Privat­stiftung“ aus­gezeichnet.

Dschijakana Romani ando sikajipe tabu sina. „Trans­lan­gua­ging Class­rooms“, jek pro­jek­to ando ostiti­ko ung­riko Tiszavasvári, akan ham ande jek segre­ga­tivi isch­ko­lakero than usi daja­keri tschib le tscha­vendar aun be­scha­rel. La diskri­mi­na­cijake gejng te vir­kinel, o tschave andar pu­ma­ro cilo tschib­tscha­kero progra­mo te lel schaj dscha­nen: Romani ando isch­kola­kero- taj sikli­peskero di integri­rim ol. Vascho­da iste akan o tschave, o daja taj dada taj o mesch­tertscha avrijal gon­dolinen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (329)

November 30th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

Nur 1% der Roma-Schü­ler/in­nen in Por­tu­gal und 2% in Grie­chen­land er­rei­chen mind. ei­nen Mit­tel­schul­ab­schluss. (FRA 2011)

(Quelle/pdf)

Facts & Figures (327)

November 22nd, 2020  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

1983 or­ga­ni­sier­te der Euro­pa­rat erst­mals ein Fort­bildung­sse­mi­nar für Lehr­per­so­nen, die mit Ro­ma­kin­dern ar­bei­ten.

(Quelle)

Facts & Figures (324)

November 13th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

In Nordmazedonien stieg der Anteil der mar­gi­na­li­sier­ten Ro­ma-Kin­der, die ge­trenn­te Schu­len be­su­chen, von 25 % (2011) auf 40 % (2017).

(Quelle/pdf)

Facts & Figures (306)

August 15th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

Im Jahr 1960 be­such­ten nur 7 % der 6- bis 14-jäh­ri­gen Kin­der der Min­der­heit der Tra­vel­lers in Irland re­gel­mä­ßig die Schu­le.

(Quelle)

Segregation: Zentralrat zu Urteil in Ungarn

Mai 27th, 2020  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Romaschüler (Foto: Pester Lloyd)Zentralrat begrüßt Urteil von Un­garns Obers­tem Ge­richt zur schu­li­schen Segre­ga­tion von Ro­ma-Kin­dern

Ungarns Oberstes Gericht hat nun (Anm.: am 12. Mai 2020, wir berichte­ten) ein Urteil des Deb­recener Be­ru­fungs­gerichts be­stätigt, wel­ches den ungari­schen Staat bereits im Septem­ber 2019 zu Schaden­ersatz­zahlungen für die rechts­widrige segre­gier­te Beschulung von ca. 60 Roma-Kin­dern im ost­ungari­schen Ort Gyöngyöspata ver­urteilt hatte. Die staat­lichen Stellen hatten die Aus­zahlung des Geldes ver­weigert und Berufung ein­gelegt. Ungarns Oberstes Gericht hat nun die finan­ziel­le Entschädigungen der be­trof­fe­nen Familien in Höhe von 99 Mil­lio­nen Forint (280.000 Euro) an­geordnet.

„Das Urteil des Obersten Gerichtshofs ist ein wichti­ges Signal zur Durch­setzung einer gleich­berechtig­ten Bildungs­teil­habe für Roma in Ungarn“, so der Zentral­rats­vor­sit­zen­de Romani Rose. „Das Urteil zeigt un­miss­ver­ständ­lich, dass die geson­derte Beschulung von Kindern auf ethnischer Grund­lage nicht nur falsch ist, son­dern den Staat auch teuer zu ste­hen kommt. Das Urteil zeigt auch, dass es in Ungarn noch im­mer Gerichte gibt, die den rechts­staatli­chen Prinzipien ver­pflichtet sind. Dieser Ent­scheid ist auch ein Signal an die ungari­sche Gesell­schaft und die ungari­sche Regierung, dem zu­neh­menden Antiziganismus in Staat und Gesell­schaft deut­lich entgegenzutreten“, so Rose weiter. „Den betrof­fe­nen Kindern kön­nen die verlorenen Jahre nicht mehr zurück­gege­ben werden. Für sie ist ein bleiben­der Schaden im Hin­blick auf ihre Zukunfts­chancen entstanden. Es muss jetzt von den verantwortlichen Behörden erwartet werden, dass sie ihrer gesetz­lichen Ver­pflichtung, den gleichberechtigten Zugang zu Bildung für alle Kinder zu gewähr­leisten, auch tat­säch­lich nach­kommen“, so der Zentralrats­vor­sitzende.

Trotz ihres gesetzlichen Verbots im Jahre 2003 ist die schulische Segregation von Roma-Kindern, die diese sys­tematisch vom Zugang zu quali­fi­zierter Bildung aus­schließt, nach wie vor weit ver­breitet. Read the rest of this entry »

Urteil in Ungarn: Entschädigung für Romakinder

Mai 13th, 2020  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Romaschüler (Foto: Pester Lloyd)Schuliche Segregtion: Ungarisches Höchst­gericht spricht dis­kri­mi­nier­ten Roma-Kin­dern Ent­schä­di­gung zu

Das ungarische Oberste Gericht hat den Familien von 60 Roma-Kindern eine finan­zielle Entschädigung zu­ge­spro­chen. Die Kinder waren in der Schule (Anm.: in der Ge­meinde Gyöngyöspata) jah­re­lang getrennt von den anderen unter­richtet worden und durften nicht am Schwimm­unterricht und an Aus­flügen teil­nehmen. Getrenn­ter Unterricht auf­grund von Herkunft ist in Ungarn illegal. Das Ge­richt bestätigte damit das Urteil der Vor­instanz, das Minister­prä­si­dent Orbán als „un­gerecht“ be­zeich­net hatte. Die Klage gegen die Grund­schule und die kom­munalen Behörden hatte eine Kinder­rechts­organisa­tion (Anm.: Chance for Children Foundation) im Namen der betrof­fenen Familien ge­führt. Ihnen steht nun eine Entschädigung von um­ge­rech­net knapp 300.000 Euro zu.

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