Jugend & Bildung
Oktober 23rd, 2016 |
Published in
Jugend & Bildung
Castilla-León ojs erschti espanitiki regijona i kultura taj historija le espanitike Romendar (Gitanos) ando sikadipeskero plan ande lela. Imar jeke tschatschipeskere ardipeha ande oja regijona ando feberi jek butjakeri grupn le arbutschalinipeha sikadipeskere materijalendar ar kerdo ulo. Use hi – pasche o 14 sikadipeskere ekspertscha – te schov Gitano-organisacijontscha. „Sar odoj schaj ol, hot o tschave i historija la Espanijatar siklon, kaj oni i flogoskeri grupn le Gitanosendar jefkar angle perel? Pal 500 berscha le khetan dschivipestar meg mindig lenca oda kerdo ol, hot on sar avre themeskere te ovnahi“, phenel o Fernando Rey, schero le ischkolakere birovtschagostar andar Castilla taj León taj aguno angle tertschardo dscheno andar Fundación Secretariado Gitano (FSG). „Dschiakan meg nischta ando sikadipeskero plan terdschol“, phenel o Diego Fernández, direkteri andar o Instituto de Cultura Gitana la El Paísake: Akan imar cajt hi, kaj i historija taj kultura le Gitanosendar „ando ischkoli te dikel taj te schunel hi, kaj o tschave o esbelipe te uschtiden, hot lengeri kultura ando ischkoli jek than hi, taj o avre ischkolaschtscha len feder te hajon“.
(dROMa)
Oktober 20th, 2016 |
Published in
Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung
„Romane Thana“ gibt Einblicke in die Lebenssituation von Roma und Sinti in Österreich und erzählt deren Geschichte und Geschichten.
Auf Basis der erfolgreichen Ausstellung Romane Thana – Orte der Roma und Sinti (2015 im Wien Museum, derzeit noch bis 13. November im Projektraum der Landesgalerie Burgenland) wurden Materialien für den Unterricht erstellt, um Schüler/innen ab der 5. Schulstufe die Geschichte und Lebenswirklichkeiten von Roma/Romnija und Sinti/Sintize näher zu bringen. www.romane-thana.at unterstützt Lehrer/innen dabei, diese Themen im Unterricht zu behandeln. Die Seite bietet einen Überblick über die Ausstellung, Vermittlungstexte, Erklärungen für Lehrende, Arbeitsblätter, Stundenbilder, einen Methodenkatalog und ein ausführliches Lexikon. Das Unterrichtsmaterial kann in vielen Varianten, insbesondere in den Fächern Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung, Geografie und Wirtschaftskunde und Deutsch, bzw. auch fächerübergreifend verwendet werden.
Das Projekt wurde von Romano Centro in Kooperation mit der Initiative Minderheiten, dem Wien Museum, dem Landesmuseum Burgenland und dem Kulturservice Burgenland im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung durchgeführt.
(Text: Romano Centro)
Oktober 15th, 2016 |
Published in
Film & Theater, Interview, Jugend & Bildung
Interview der Budapester Zeitung mit Stefan Ludwig, Regisseur des Dokumentarfilms „Der zornige Buddha“ (mehr hier und hier)
Herr Ludwig, wie kommt ein Dokumentarfilmmacher aus Deutschland, der in Österreich lebt, dazu, einen Film über eine buddhistische Schule für Roma in Ostungarn zu drehen? Wie sind Sie zu dem exotischen Thema gekommen?
St. L.: Ich finde es gar nicht exotisch. Ich denke, es ist ein universelles Thema und die Situation in Sajókaza steht beispielhaft für jede Situation, in der Menschen von Bildung ausgeschlossen sind. Allerdings hatte ich mich zuvor nur wenig mit Ungarn beschäftigt. 2011 wurde ich durch die Ereignisse in Gyöngyöspata auf die Situation der ungarischen Roma aufmerksam. Dort marschierten paramilitärische Truppen in Romasiedlungen auf und sorgten tagelang für Angst. Ich habe mich damals gefragt: ‚Was ist da eigentlich los?‘ und habe begonnen, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich bin dann auf einen Artikel von János Orsós gestoßen. Er beschreibt darin, wie er als Rom seinen Weg zu Bildung gefunden hat und dass er selbst nach dem Diplom noch das Gefühl hatte, sich beweisen zu müssen. Er ist sein Leben lang auf der Suche und findet erst in Indien das Positivbeispiel, das ihm die Hoffnung gibt, dass auch seine eigenen Leute ihre Lage verbessern können. Das fand ich eine große, spannende Geschichte. Ich habe mit ihm Kontakt aufgenommen und bin dann bald das erste Mal hingefahren, um zu recherchieren.
Wie ging es dann weiter?
Ich durfte wochenlang bei ihnen Gast sein und hatte meine eigene Matratze im buddhistischen Gemeindezentrum, wo sie auch schlafen. Man gab mir überraschend viel Zugang zur Schule, ich konnte sogar im Unterricht ein- und ausgehen. Die Schüler sind nicht schüchtern, wenn es darum geht, ins Gespräch zu kommen – im Gegenteil, sie fangen sogar schnell an, einen aufs Korn zu nehmen, sagen einem zum Beispiel unanständige Wörter und freuen sich, wenn man sie nachspricht. Doch sie sind auch unglaublich kamerascheu und gerade, wenn es darum geht, ernsthaft zu werden und darüber zu reden, wer sie sind, was für Träume sie haben und was sie sich vom Leben erwarten, sind sie sehr zurückhaltend. Read the rest of this entry »
Oktober 8th, 2016 |
Published in
Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Absolut illegal: Bürgermeister von Saint-Ouen verweigert fünf Roma-Kindern aus Barackensiedlung die Einschulung
>>Anhören/Download (mp3), 11:25 min
In Frankreich verweigert der Bürgermeister (UDI) der Pariser Vorstadt Saint-Ouen Roma-Kindern, die in einer informellen Barackensiedlung im Ort wohnen, die Einschulung, und das obwohl alle Kinder in Frankreich zwischen 6 und 16 Jahren der Schulpflicht unterliegen. Er möchte die Siedlung räumen lassen und die Kinder nicht in den Schulen sehen. Radio Dreyeckland sprach mit seinem Frankreichkorrespondenten, dem freien Journalisten und Juristen Bernard Schmid.
(Text und Interview: www.rdl.de)
Anm. d. dROMa-Red.: Die Präfektur von Seine-Saint-Denis hat den Bürgermeister von Saint-Ouen daraufhin angewiesen, die Einschulung ordnungsgemäß durchzuführen. Im September berichteten französische Medien zudem von einem weiteren, sehr ähnlichen Fall. In Maubeuge in Nordfrankreich ließ der Bürgermeister (ebenfalls von der bürgerlichen UDI) Romakinder unter dem Vorwand, diese hätten keine korrekten dauerhaften Wohnadressen vorweisen gönnen, nicht zum Schulbesuch zu.
September 25th, 2016 |
Published in
Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung
Spielfilm von Kai Wessel (A/D 2016) nach dem gleichnamigen Roman von Robert Domes (mehr hier). Website zum Film: www.nebelimaugust.de
Filmstart: 29.9.2016 (Deutschland), 7.10.2016 (Österreich)
September 23rd, 2016 |
Published in
Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Das European Roma Rights Centre (ERRC) hat den Fall einer segregierten Roma-Kindergarten-Gruppe in Serbien aufgegriffen. Das ERRC hat die Behörden kontaktiert und aufgefordert, die Praxis im Ljuba-Stanković-Kindergarten in Beočin zu untersuchen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Laut dem ERRC vorliegenden Informationen werden Roma-Kinder dort systematisch von den anderen, serbischen Kindern getrennt. Die Direktion rechtfertigt die segregierten Klassen mit dem Hinweis, dass die Roma-Kinder nur den kostengünstigeren Halbtagskindergarten besuchten und diese Gruppe am Nachmittag an der Reihe sei. Die räumlichen Kapazitäten der Einrichtung seien derzeit so begrenzt, dass keine gemeinsame Gruppeneinteilung möglich sei.
Für die Eltern der Roma-Kinder stellt sich dies jedoch anders dar: Die Stellungnahme der Direktion könne nicht erklären, warum ausschließlich Roma in der getrennten Kindergruppe landen; außerdem sei die Betreuungsqualität in den Gruppen nicht die gleiche. Die rund 25 Roma-Kinder, welche die Nachmittagsgruppe besuchen, haben dort keinerlei Kontakt mit Nicht-Roma und sprechen dort durchgehend Romani. Dass Ziel, die Bildungsintegration voranzutreiben, indem Roma-Kinder dank gemischter Klassen bereits im Vorschulalter Serbisch erlernen, werde auf diese Weise zunichtegemacht: „Die Kinder müssen Serbisch beherrschen, sodass sie die Grundschule besuchen können“, zitiert das ERRC die Eltern. „Aber genau das passiert dort nicht. Read the rest of this entry »
September 22nd, 2016 |
Published in
Film & Theater, Jugend & Bildung, Religion
Angry Buddha | Der zornige Buddha
Ab 23. September 2016 in den österr. Kinos
Sajókaza, ein Dorf in Ostungarn. János Orsós hat hier ein buddhistisches Gymnasium für Roma-Jugendliche gegründet. In einer rassistisch aufgeheizten Umgebung will er den Teenagern den Weg in ein besseres Leben zeigen. Im Mikrokosmos eines ungarischen Dorfes zeigt sich, dass Europa mit seiner Roma-Minderheit vor einer brisanten Entscheidung steht: Integration oder Ausgrenzung?
Ein beobachtender Dokumentarfilm von Stefan Ludwig.
(www.derzornigebuddha.at)
Mehr hier: dROMaBlog, 12.3.2016
September 17th, 2016 |
Published in
Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse
In Italien ging mit „TgROM Piemonte“ Anfang Mai erstmals ein Internet-Nachrichtenprogramm von und für Roma auf Sendung. Inzwischen wurden bereits 20 Ausgaben des Nachrichtenformats veröffentlicht.
Finanziert wird das Programm, als eines von 15 ausgewählten Jugendprojekten, mit 21.000 Euro durch die Turiner Stiftung Compagnia di San Paolo. Für die Realisierung ihres Medienprojekts konnte die Turiner Roma-NGO „Idea Rom“ auf kompetente Unterstützung aus der Medienbranche zählen. Mit an Bord ist als Projektpartner die Online-Tageszeitung Nuovasocietà. Den Ehrenschutz hat die Region Piemont übernommen.
Ein Einführungskurs in Videojournalismus bereitet die jugendlichen Mitwirkenden aus der Roma-Community auf ihre Aufgabe vor. Schon vor Sendungsbeginn hat sich im Februar ein Dutzend junger Roma zwischen 14 und 25 Jahren für die Teilnahme gemeldet. „Unser Ziel ist es, zu erreichen, dass die Jugendlichen selbst zu Protagonisten des Wandels werden“, erklärte Luca Remmert, Vorsitzender von Compagnia di San Paolo, gegenüber der italienischen Presse. Read the rest of this entry »
September 16th, 2016 |
Published in
Jugend & Bildung, Politik
Die spanische Region Castilla und León integriert Unterrichtseinheiten über Geschichte und Kultur der Gitanos (Roma) in den Lehrplan.
Castilla-León wird als erste spanische Region künftig die Kultur und Geschichte der spanischen Roma (Gitanos) in den regulären Lehrplan integrieren. Per Verordnung hat die Region schon im Februar die Bildung einer Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung betreffender Unterrichtsmaterialien beschlossen. Dabei sind – neben 14 Bildungsexperten – auch sechs Gitano-Organisationen miteinbezogen. Das Gremium soll die genaue Form der Einbindung des Themas in den Unterricht und in die Lehrbücher erarbeiten.
„Wie kann es sein, dass die Kinder die Geschichte Spaniens lernen, ohne dass auch nur ein einziges Mal die Volksgruppe der Gitanos erwähnt wird? Nach 500 Jahren des Zusammenlebens behandeln wir sie noch immer, als wären sie völlig Fremde“, erläutert Fernando Rey, Leiter der Schulbehörde von Castilla und León und ehemaliger Vorstand der Fundación Secretariado Gitano (FSG). „Momentan sieht man absolut nichts davon im Lehrplan“, erklärt auch Diego Fernández, Direktor des Instituto de Cultura Gitana gegenüber El País: Es sei hoch an der Zeit, der Geschichte und Kultur der Gitanos „in den Schulen endlich Sichtbarkeit zu verleihen, damit die Kinder das Gefühl haben können, dass ihre Kultur in den Schulen einen Platz hat, und die anderen Mitschüler sie besser verstehen“. Read the rest of this entry »
September 3rd, 2016 |
Published in
Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Warnschüsse und rassistische Beschimpfungen, Polizei blieb untätig
In einem Interview mit dem tschechischen Roma-Nachrichtenportal Romea.cz berichtet die Sängerin und Chorleiterin Ida Kelarová von einem Angriff auf ein Musiksommercamp für Roma-Kinder in Jiřetín pod Jedlovou (Děčín). Demnach bedrohte ein Mann aus der Ortschaft eine Gruppe von rund sechzig Roma-Kindern, die mit dem Jugendchor „Čhavorenge“ an einem Sommerlager teilnahmen, Anfang August mit einem Gewehr . Er gab mehrere Warnschüsse ab und beschimpfte die Kinder mit rassistischen Ausdrücken, als diese an seinem Haus vorbeikamen, das neben den Unterkünften des Sommerlagers liegt. Als die Kinder zwei Tage später ihre morgendliche Musikstunde absolvierten, erschien der Nachbar auf dem Gelände des Jugendlagers und attackierte die anwesenden erwachsenen Camp-Mitarbeiter. Er feuerte abermals einige Schüsse in die Luft und versuchte die Mitarbeiter mit Beschimpfungen und Beleidigungen zu provozieren. Zu direkter physischer Gewalt kam es jedoch nicht.
Die Regionalpolizei will nun, mit einiger Verspätung, den Vorfall untersuchen. Die Ermittlungen werden sich auch damit befassen, warum die lokale Polizeistelle in Varnsdorf nicht auf den Notruf des Sommerlagers reagierte, sondern, wie Ida Kelarová berichtet, einfach den Hörer auflegte. Die Organisatoren des Musikcamps haben inzwischen, mit Unterstützung durch die Anwälte der Tschechischen Philharmonie, Beschwerde gegen die Polizei eingebracht. Read the rest of this entry »
August 5th, 2016 |
Published in
Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung
Spielfilm von Kai Wessel, A/D 2016, 126 Min.
Drehbuch: Holger Karsten Schmidt (nach dem gleichnamigen Roman von Robert Domes)
Filmstart: 7.10.2016 (A), 29.9.2016 (D)
Deutschland, 1942: Während des Zweiten Weltkriegs nimmt das Euthanasie-Programm des Naziregimes ungeahnte Ausmaße an. Der 13-jährige Ernst Lossa, ein Kind von Jenischen – fahrenden Händlern – wird von seiner Familie getrennt und gerät in die Mühlen der nationalsozialistischen Ausgrenzungs- und Rassenideologie. Er gilt als schwer erziehbar und wird von Heim zu Heim geschoben, bis er schließlich in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren-Irsee eingewiesen wird. Er beginnt, die Mechanismen der praktizierten Tötungsmaßnahmen zu durchschauen und versucht seine Freunde und Mitpatienten zu retten. Obgleich er völlig gesund ist, wird er schließlich wegen seines rebellischen Wesens im Rahmen des Euthanasieverfahrens zu Tode gebracht.
(Text: Filmfonds Wien)
Juli 30th, 2016 |
Published in
Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen
„Look and don’t forget“ – Jugendbegegnung und Roma-Holocaust-Gedenktag 2016 in Krakau/ Auschwitz, Polen
Vor zwei Jahren organisierte Romano Centro für 40 Jugendliche die Reise zur Jugendbegegnung in Krakau, wo über 1000 junge Roma und Nicht-Roma, AktivistInnen und Freiwillige zusammengekommen sind, um der fast 3000 Roma, die am 2. August 1944 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau getötet wurden, zu gedenken. Dieses Jahr haben junge Roma und Nicht-Roma aus Österreich wieder die Möglichkeit, an einer Jugendbegegnung mit über 300 Jugendlichen aus ganz Europa teilzunehmen. Die Veranstaltung findet vom 1. bis 5. August 2016 in Krakau statt. Im Programm stehen Workshops zu den Themen Antiziganismus, Gedenken, Holocaust- und Menschenrechtsbildung. Außerdem ist die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung am 2. August und der Besuch des Auschwitz-Museums geplant. Die Teilnahme ist kostenlos und für Transport, Unterkunft und Verpflegung ist gesorgt.
(Ankündigung Romano Centro)
Juli 5th, 2016 |
Published in
Jugend & Bildung, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Fotoausstellung von Lena Mucha im Rahmen des DOCfield>16 – Festival der Dokumentarfotografie aus Barcelona
Zu sehen noch bis 7. Juli 2016 im Goethe-Institut Barcelona (Roger de Flor, 224)
„Wonderful“ ist das Portrait von Roma-Jugendlichen (Gitanos) in den Vorstädten Barcelonas. 60% der Mitglieder dieser Gemeinschaft sind noch keine dreißig Jahre alt. Es sind Jugendliche, die früh viel Verantwortung übernehmen und entscheidende wirtschaftliche Rollen innerhalb ihrer Familie spielen. Ihre Kraft und Reife stehen hierbei im starken Kontrast zu ihrer Fragilität, ihren Hoffnungen und dem Wunsch nach einer anderen Kindheit und Jugend. Die Ausstellung thematisiert und zeigt Jugendliche inmitten patriarchalischer Strukturen, Traditionen und kultureller sowie sozialer Globalisierung in einer der ältesten ethnischen Minderheiten Europas.
Lena Mucha machte 2011 ihren Abschluss in Sozialanthropologie und Politikwissenschaften an der Universität zu Köln. Sie lebt in Deutschland und Lateinamerika und beschäftigt sich mit Gender sowie mit dem Thema der Migration. Ihre fotografischen Arbeiten wurden international ausgestellt und publiziert und mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.
Diese Ausstellung ist Teil der Eixample Route DOCfield>16 Festival der Dokumentarfotografie aus Barcelona. Hier finden Sie weitere Informationen.
(Text: www.goethe.de)
Siehe auch:
Gripping Photos Capture A Young Roma Generation On The Outskirts, Huffington Post
El alumnado gitano en secundaria (FSG, 2013), Studie über die Schulsituation in Spanien
Juli 4th, 2016 |
Published in
Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Tschechische Republik: Bericht des Europarates stellt geringen Fortschritt bei der Bekämpfung der Segregation von Roma-Kindern im Bildungswesen fest
Der beratende Ausschuss des Europarates zum Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten hat eine Stellungnahme über die Tschechische Republik veröffentlicht. Darin wird festgestellt, dass die Pläne zur Beseitigung der Segregation von Roma-Kindern in Schulen ungeachtet der Bemühungen der Behörden bisher nicht erfolgreich waren. Zudem wird darauf verwiesen, dass die Roma in vielen Bereichen weiterhin diskriminiert werden und dass Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz zugenommen haben.
Der Generalsekretär des Europarates, Thorbjørn Jagland, erklärte: „Wenn wir die Diskriminierung der Roma in allen gesellschaftlichen Bereichen beenden wollen, müssen wir gewährleisten, dass Roma-Kinder Zugang zu Bildung haben. Die Tschechische Republik hat Fortschritte erzielt, doch es besteht weiterer Handlungsbedarf.“
Die Stellungnahme des Ausschusses wurde gemeinsam mit der Reaktion der tschechischen Regierung veröffentlicht und enthält eine Bewertung, inwieweit die Tschechische Republik ihre Verpflichtungen aus dem Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten (FCNM) einhält und eine Reihe von Empfehlungen umgesetzt hat. Sie basiert auf einem Besuch in dem Land im Jahr 2015 und betont, dass die Lage der Roma das dringendste soziale Problem in der Tschechischen Republik ist.
Zahlreiche Roma-Kinder werden weiterhin in Sonderschulen mit beschränktem Lehrplan und getrennt von den Schülern in regulären Bildungseinrichtungen unterrichtet. Der Anteil der Roma-Kinder in diesen Sonderschulen stieg von 28 % im Schuljahr 2012/13 auf 32,4 % im Schuljahr 2013/14. Der Ausschuss bedauert, dass die Ziele des Aktionsplans für inklusiven Unterricht sowie des konsolidierten Aktionsplans aus dem Jahr 2012 zur Umsetzung des Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menvschenrechte im Fall D. H. nicht erreicht wurden.
Als eine positive Entwicklung begrüßt der Ausschuss eine 2015 verabschiedete Änderung des Schulgesetzes: Dadurch wurde eine Bestimmung gestrichen, welche die Unterbringung von Kindern ohne geistige Behinderung in Sonderschulen ermöglichte. Read the rest of this entry »
Mai 29th, 2016 |
Published in
Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Vor 30 Jahren, am 3. Juni 1986, entschuldigte sich der Schweizer Bundespräsident Alphons Egli für das Unrecht, das Hunderten Jenischen, Roma und Sinti durch das „Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse“ bis 1973 widerfahren war.
Anlässlich dieses Jahrestags veranstaltet die Schweizer Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Bern am 2. Juni eine Podiumsdiskussion über dieses düstere Kapitel der Schweizer Geschichte: Fyer (PDF)
Die Diskriminierung von Jenischen, Sinti und Roma reicht in der Schweiz weit zurück. So war es ausländischen Roma, Sinti und Jenischen zwischen 1906 und 1972 verboten, in die Schweiz einzureisen. Als sie im Zweiten Weltkrieg durch den Nationalsozialismus verfolgt wurden, gewährte die Schweiz ihnen kein Asyl – einige der Abgewiesenen starben anschließend in Konzentrationslagern. Doch nicht nur ausländische Roma, Sinti und Jenische hatten es während dieser Zeit schwer in der Schweiz, auch die Schweizer Minderheitenangehörigen waren den Behörden ein Dorn im Auge. Diese sahen Roma, Sinti und Jenische als «Gefahr», die in «Banden» und «Horden» auftrete und eine «Plage» sei». Sie wurden in der Schweiz polizeilich aufgegriffen und ihre Daten zwischen 1911 und 1990 im «Zigeunerregister» registriert. Nach diesem Eintrag wurden die Familien getrennt: Frauen und Kinder wurden in Heimen untergebracht, während die Männer in Strafanstalten überführt wurden.
Ein besonders dunkles Kapitel hinsichtlich der Schweiz im Umgang mit ihren Minderheiten war das sogenannte «Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse» der Organisation Pro Juventute, welches auch vom Bund finanziell unterstützt wurde. Ziel dieses Projekts war es, die Schweizer Jenischen zu «sesshaften, brauchbaren Bürgern» zu machen, was schlussendlich die Ausrottung der jenischen Kultur münden sollte. Im Rahmen des «Hilfswerks» wurden zwischen 1926 und 1973 fast 600 jenische Kinder ihren Familien entrissen und in Heimen oder Pflegefamilien fremdplatziert. Für die Betroffenen hatten die Fremdplatzierungen und fürsorgerischen Zwangsmaßnahmen tiefgreifende Folgen: Sie waren oft grausamen Misshandlungen und in vielen Fällen auch sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Read the rest of this entry »
Mai 27th, 2016 |
Published in
Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte, ist gegen Ungarn ein Vertragsverletzungsverfahren eröffnet worden. Die Kommission geht damit gegen die systematische Diskriminierung von Kindern aus Roma-Familien vor. Konkret gehe es bei dem Verfahren „um Gesetzgebung und bürokratische Praxis in Ungarn, die zu einer Diskriminierung von Roma-Kindern im Bildungsbereich“ führen, so Kommissionssprecher Christian Wigand. Roma-Kinder haben in Ungarn vielfach nicht den gleichen Zugang zu Bildung wie andere Schüler. Die Europäische Kommission weist darauf hin, „dass der Anteil der Roma-Kinder an speziellen Schulen für geistig behinderte Kinder unverhältnismäßig hoch ist und dass Roma-Kinder auch in den Regelschulen oft getrennt unterrichtet werden“. Dies verletze die EU-Direktive für ethnische und rassische Gleichbehandlung (Council Directive 2000/43/EC). Ähnliche Verfahren wegen Diskriminierung der Volksgruppe hat die Kommission bereits gegen Tschechien und die Slowakei eingeleitet.
Die Regierung in Budapest hat nun zwei Monate Zeit, um auf die Vorwürfe zu antworten, dann wird die Lage neuerlich beurteilt. In einer ersten Stellungnahme wies die ungarische Regierung die Vorwürfe zurück. Es lägen keine offiziellen Daten über Roma-Schüler vor, weil die ethnische Identität der Kinder in Ungarn amtlich gar nicht erfasst werde.
(dROMa)
Mai 22nd, 2016 |
Published in
Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
GfbV/Kurt Weber: Im Oktober 2015 beschloss der deutsche Bundestag mit dem neuen Asylgesetz, dass Montenegro, Albanien und der Kosovo als „sichere Herkunftsländer“ gelten. Asylanträge von Menschen mit diesen Nationalitäten werden ohne vorherige Prüfung als „unbegründet“ abgelehnt. Diese Verordnung hat dabei auch weitreichende Konsequenzen für viele Romakinder, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind.
Sie haben Kinder? Stellen Sie sich vor, unser Staat beschließt, Sie und Ihre Kinder in ein fremdes Land zu verbannen, ein Land, das Ihre Kinder nicht kennen, dessen Sprache sie nicht sprechen, ein Land ohne Ausbildungsmöglichkeiten, in dem man Ihnen und Ihren Kindern gegenüber nicht wohl gesonnen, vielleicht sogar feindselig eingestellt ist. Stellen Sie sich vor, wie es Ihren Kindern in dieser Situation ergehen mag. Zu Recht werden Sie sagen, diese Fiktion ist absurd, sie ist völlig unmöglich und widerspricht elementarsten Grundrechten. Doch leider ist dies keine reine Fiktion. Jedenfalls kann dieses alptraumhafte Szenario real werden, wenn die Eltern der hier geborenen und aufgewachsenen Kinder keinen deutschen Pass haben und ihr Heimatland vom Bundestag als „sicher“ definiert wurde. Konkret erleben wir solch grausame Absurdität in der Abschiebung von Familien mit Kindern und jugendlichen Roma, die in Deutschland geboren wurden, aufwuchsen und jetzt im Kosovo „entsorgt“ werden (sollen).
Die pauschale Einstufung des Kosovo als „sicheres Herkunftsland“ scheint politisch willkürlich und rechtlich äußerst fragwürdig. Für Roma ist der Kosovo kein „sicheres Herkunftsland“. Das haben die Verfolgung der Minderheiten und die Zerstörung ihrer Häuser und Dörfer in der Vergangenheit gezeigt. Und das ergibt auch der Bericht der GfbV über die heutige Situation von Roma im Kosovo. Die Minderheiten werden diskriminiert, ihre Lebensbedingungen sind katastrophal. Zudem gibt es keine wirksamen sozialen Strukturen, die rückkehrenden Roma helfen könnten, ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Read the rest of this entry »
Mai 21st, 2016 |
Published in
Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Kurt Weber/GfbV: Zehntausende Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter waren vor, während oder im Anschluss an den Konflikt im Kosovo von 1998/1999 gezwungen, vorübergehend Zuflucht in Westeuropa zu suchen. Mit Ende des Kosovokrieges begann die deutsche Bundesregierung, den temporäreren Aufenthaltsstatus von zehntausenden Angehörigen der Volksgruppe nicht zu verlängern und die Betroffenen abzuschieben. Darunter auch viele Kinder, die in Deutschland geboren wurden. Doch ist Abschiebung wirklich die einzige Lösung?
Vielfach wird der Begriff „mangelnde Integrationsfähigkeit“ zur Rechtfertigung für Abschiebung herangezogen. Kritisch besehen lässt dieser Begriff fragwürdige und willkürliche Interpretationen zu. Die abschiebenden Behörden und Politiker machen es sich einfach. Inhaltlich verschleiernd vermeiden sie vom Herkunftsland der Kinder zu sprechen. Stattdessen sagt man, die „Familie“ stamme aus dem Kosovo und deklariert die hier geborenen und aufgewachsenen Kinder kraft Herkunft der Eltern als Familienmitglieder de facto zu Ausländern, zu Immigranten eines Landes, das diese Kinder vermutlich nie kennenlernten. Dass diese Kinder gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention ein Anrecht auf Staatsbürgerschaft in Deutschland hätten – ein Recht, das juristisch in keinem Zusammenhang mit der Integration der Eltern stehen dürfte –, wird dabei ignoriert.[1] Vielmehr gibt es eine Rechtsprechung, die völlig undurchsichtig ist. Man sagt, die „Familie“ sei nicht integrationsfähig und müsse daher abgeschoben werden. Damit wird eine Art Sippenhaft praktiziert, indem man die Kinder pauschal und ohne Differenzierung als „nicht integrationsfähig“ deklariert. Ihre Herkunft aus Deutschland wird ignoriert und ausschließlich der Herkunftsstatus der Eltern als relevant angesehen. Wenn darin eine Logik zu finden ist, dann eher eine zurechtbiegende Logik von Willkür und Ausgrenzung. Mit Rechtsstaatlichkeit, wie ich sie verstehe, hat dies nichts zu tun.
Zwar steht die Familie unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes. Man geht davon aus, dass es im Normalfall für die Kinder am besten ist, in der Familie zu bleiben. Aber der Gesetzgeber sorgt auch dafür, dass das Kindeswohl in besonderen Fällen über dem Schutz der Familie steht. Die schwerwiegenden Konsequenzen für Romakinder im Falle einer Abschiebung sind von extremer Härte. Daher sollte es in diesen Fällen verpflichtend sein, das Kindeswohl als übergeordnetes Recht einzustufen.
Read the rest of this entry »
Mai 8th, 2016 |
Published in
Jugend & Bildung, Literatur & Bücher
Neues Kinderbuch auf Romani und Deutsch
In Deutschland ist kürzlich das Büchlein „Sunita und Mira feiern Herdelezi“ präsentiert worden, herausgegeben vom Göttinger Roma-Center, das sich vorwiegend um Flüchtlinge vom Balkan kümmert. Farbenfroh bebildert erzählt die 25-Seiten-Broschüre von Sunita, die ihre Kindergartenfreundin Mira einlädt, mit ihr das Roma-Fest „Herdelezi“ zu feiern. Der Georgstag, Herdelezi (oder Đurđevdan), ist für die Roma des südlichen Balkans und in der Türkei ein besonders wichtiges, ausgiebig begangenes Frühlingsfest – und wird von muslimischen und orthodoxen Roma gleichermaßen gefeiert. „Sunita und Mira feiern Herdelezi“ erzählt eine kleine, fröhliche Geschichte einer interkulturellen Begegnung, und das natürlich zweisprachig, auf Romani und Deutsch. Weniger fröhlich die Hintergründe: Denn eine der beiden Autorinnen ist die Kosovo-Romni Hatigje Osmani; nach 17 Jahren in Deutschland hätte sie plötzlich abgeschoben werden sollen – und war deshalb mit ihrer Familie untergetaucht. Ihr Platz auf dem Podium blieb bei der Buchpräsentation Ende Februar leer.
Sunita und Mira feiern Herdelezi, Eine Geschichte von Doreen Blume-Peiffer und Hatigje Osmani mit Bildern von Anke Bär, Göttingen 2016.
Bestellung unter: www.roma-center.de
(dROMa)
Mai 6th, 2016 |
Published in
Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Romani
Nevi tschavengeri kenva andi Germanija
Andi Germanija akan i kenvori „Sunita taj Mira mulatinen Herdelezi“ presentirim uli, ar dim le Göttinger Romengere-Centeristar, savo pe butvar vasch o naschigejaschta andar o Balkan sorginel. I feschtimi kipengeri 25-riktschengeri-kenvori la Sunitatar phukal, savi pra tschavengera barengera pajtaschkija Mira akarel, laha o Romengero-mulatintschago „Herdelezi“, jek barikano terno linajiskero mulatintschago, te mulatinel. Jek tikni, loschandi historija jeke interkultureli talalinipestar, taj oda ande duj tschibtscha, andi romani taj nimtschki. Eknaj tschuleder loschande o palutniptscha: Mint jek le duj autorkijendar i Kosovo-Romni Hatigje Osmani hi – lacero than upro podijum usi kenvakeri presentacija ando kisetinipe le feberistar schutscho atschino. Pal 17 berscha andi Germanija akan tel ispidim li te ujahi – oj pra familijaha garutscha pe.
Sunita und Mira feiern Herdelezi, Eine Geschichte von Doreen Blume-Peiffer und Hatigje Osmani mit Bildern von Anke Bär, Göttingen 2016.
Kindi schaj i kenva ol telal: www.roma-center.de
(dROMa)