Juni 23rd, 2021 |
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Rassismus & Menschenrechte | 2 Comments
Roma Lives Matter: Im tschechischen Teplice starb ein Rom, nachdem mehrere Polizisten minutenlang auf seinem Hals und Nacken gekniet waren. Ein Video zeigt Szenen wie im Fall George Floyds in den USA.
Die Roma-Community ist schockiert. Menschenrechts-NGOs fordern lückenlose Aufklärung. Tschechiens stellvertretende Grundrechtsbeauftragte (Ombudsfrau) Šimůnková hat eine Untersuchung der Polizeigewalt angekündigt. Polizei und Regierung hingegen weisen alle Vorwürfe zurück, loben die Polizisten und zeichnen ein Negativbild des Opfers (vorbestraft, Drogen, herzkrank). Premierminister Babiš dankt den Beamten für den Einsatz; sie hätten es nicht leicht gehabt.
Stellungnahme des Zentralrats, 23.6.2020:
Als „menschenverachtendes Vorgehen, das in seiner Abscheulichkeit und Brutalität nicht zu fassen ist“, bezeichnet Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, den Einsatz der tschechischen Polizei, der zum Tode eines jungen Rom führte. Und zieht Parallelen zum Tod des US-Amerikaners George Floyd. Rose fordert die lückenlose Aufklärung und harte Bestrafung der beteiligten Polizisten. Außerdem will er Gespräche mit dem tschechischen Botschafter in Berlin und dem deutschen Außenminister Heiko Maaß führen. Darüber hinaus wird der Zentralrat direkt beim tschechischen Innenminister Jan Hamáček intervenieren.
Laut Medienberichten soll es sich um eine Prügelei zwischen zwei Männern gehandelt haben, als die Polizei am Tatort antraf. Während der eine flüchtete, lag der andere verletzt auf der Straße, als er von den Polizisten angesprochen wurde. Laut Polizei habe er äußerst aggressiv reagiert.
Nur weil ein Zeugenvideo im Netz veröffentlicht wurde, kam der Vorfall in Teplice, einer Kleinstadt nahe der deutschen Grenze, an die Öffentlichkeit. Darauf ist zu sehen, ähnlich wie im Fall Floyd, dass zeitweise drei Polizisten auf dem jungen Mann knieten. Einer von ihnen insgesamt sechs Minuten auf dem Nacken und dem Hals des am Boden Liegenden. Auch als der Festgehaltene nach vier Minuten keinen Ton mehr von sich gibt, fährt der Polizist mit seiner „Intervention“ auf dem mittlerweile regungslosen Mann fort. Er verstarb laut Angaben der Polizei noch während des Rettungseinsatzes.
Innenminister Jan Hamáček stellte sich kurze Zeit später hinter die beteiligten Polizisten. Sie hätten seine „volle Unterstützung“, Read the rest of this entry »
Juni 21st, 2021 |
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Film & Theater
Der Verein Romano Svato zeigt sein Stück „Bibi Sara Kali“, entstanden in Kooperation mit Werk-X-Petersplatz, bis 20. Juli 2021 online als Theaterfilm. Konzept & künstlerische Leitung: Simonida Selimović; Regie: Nina Kusturica
Romano Svato über das Stück:
„Bibi Sara Kali“ entstand nach einer Idee von Simonida Selimović. Aus persönlichen Erfahrungen, dem Gedächtnis der jahrhundertelangen Geschichte der Rom*nja und aktuellen Vorfällen haben der Wiener Autor Ibrahim Amir und das Ensemble eine Tragikomödie entwickelt, die in der Bibi Sara Kali eine Göttin des Widerstands und Überlebens findet.
Bibi Sara Kali ist die mächtige Patronin der Roma, Beschützerin, Wegbegleiterin, Rom*nja Wonderwoman. Ihr Kult wird von Roma weltweit in regionalen Abwandlungen zelebriert. Auf dem Balkan ist ihr der Bibijako Djive, der „Tag der Tante“, gewidmet. Ein letztes Mal wollte Jelena den Bibijako Djive begehen und stieg deshalb in den Bus von Wien-Erdberg nach Boljevac, ihre Heimatstadt in Serbien. Dort feierte sie – und dort starb sie tags darauf.
Ihr Tod gibt den Töchtern Snežana, Melisa und Tanja viele Fragezeichen auf: Seit der Migration nach Wien vor dreißig Jahren, welche die beiden älteren Schwestern als kleine Kinder miterlebt haben, gab es kaum noch Kontakt zur Familie in Serbien; und auch, dass die Mutter aufgebrochen war, um den Bibijako Djive zu feiern, ist verwunderlich, schließlich hatte sie in Wien ihre Identität als Romni geheim gehalten und ihre Töchter ohne Traditionen erzogen. Die drei Schwestern, einander seit Jahren entfremdet, und Snežanas Ehemann Taiye machen sich auf den Weg nach Boljevac, um die Mutter zu beerdigen.
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Juni 17th, 2021 |
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Facts & Figures
In Italien existieren in 68 Gemeinden 119 offizielle, institutionalisierte Roma-Barackensiedlungen mit insges. fast 13.000 Bewohnern.
(Quelle)
Juni 16th, 2021 |
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Einrichtungen, Politik, Wissenschaft
SENSIRO – Studie zur Evaluierung der nationalen Strategie zur Inklusion der Rom*nja in Österreich
Sensiro ist ein Projekt, das die nationale Strategie zur Erhöhung der sozialen Inklusion der Rom*nja, die 2011 verabschiedet wurde, und deren Fortsetzung vor kurzem beschlossen wurde, unabhängig evaluiert. Ziel der Evaluierung ist es, herauszufinden, ob und inwiefern die vom Bundeskanzleramt definierten Wirkungsziele erreicht wurden.
Österreich hat sich zur Umsetzung der Strategie verpflichtet. Die Strategie zur Erhöhung der Inklusion besteht aus verschiedenartigen Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt, Bekämpfung von Antiziganismus, Empowerment von Romnja sowie der Rom*nja-Jugend, Stärkung der zivilgesellschaftlichen Strukturen der Rom*nja und Partizipation.
Ziel der Studie ist es, herauszufinden, welche Folgen die Maßnahmen, die seit 2011 zur Stärkung und Ermächtigung der Roma und Romnja in Österreich gesetzt wurden, hatten. Die Studie wird vom Institut für Soziologie der Universität Wien in Zusammenarbeit mit den Zielgruppen durchgeführt. Ihre Erfahrungen und Sichtweisen, die im Rahmen der Studie erhoben werden, bilden die Grundlage für eine Bewertung und Weiterentwicklung der Strategie.
Das Projekt besteht unter anderem aus einer umfassenden Befragung wesentlicher Akteur*innen (aus der Zivilgesellschaft) und Verantwortlicher und mit der Umsetzung der Strategie Betrauter. Außerdem ist eine großflächige Fragebogenerhebung mit Angehörigen der Zielgruppen in ganz Österreich geplant. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, beim Projekt mitzuwirken: einerseits durch das Führen oder Geben von Interviews für die Fragebogenerhebung, andererseits durch das Besuchen von Workshops und Veranstaltungen und in Verbindung damit das Einbringen von Anregungen und Feedback, damit eine kontinuierliche Diskussion und Weiterentwicklung des Projektes gewährleistet werden kann.
Bei Interesse an einer Mitwirkung können Sie hier klicken!
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Juni 14th, 2021 |
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Facts & Figures
Am 14.6.1985 starben zwei französ. Roma in Ciboure/Südfrankr. bei einem Anschlag der Todesschwadronen der span. Regierung (
GAL) auf eine Bar.
(Quelle)
Juni 14th, 2021 |
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Einrichtungen, Radio, Podcast & TV
„Heimat Fremde Heimat“
ORF 2: So., 13. Juni 2021
→Online in der ORF-TVthek
Ajda Sticker präsentiert das ORF-Magazin „Heimat Fremde Heimat“ unter anderem mit folgendem Beitrag:
Verein „Newo Ziro“ für Anliegen von Sinti und Sintizze
Seelsorgerin Natalie Weinrich hat 2019 den Kulturverein „Newo Ziro“ – auf Deutsch „Neue Zeit“ – gegründet, um auf Herausforderungen, denen sich Sinti und Sintizze aktuell stellen müssen, aufmerksam zu machen. Darüber hinaus soll aber auch die Sinti-Kultur wieder mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden. Nach wie vor ist die Volksgruppe mit fehlender Anerkennung, Vorurteilen und Rassismus konfrontiert. Neben der Sozialarbeit soll mit Projekten und Veranstaltungen nicht zuletzt zum Erhalt der Sinti-Kultur und -Sprache beigetragen werden. Ein Beitrag von Adriana Jurić.
Weitere Beiträge: Read the rest of this entry »
Juni 12th, 2021 |
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Facts & Figures
Von Jänner 2017 bis März 2021 dokumentierte das ERRC in Italien 187 behördliche Zwangsräumungen informeller Roma-Siedlungen.
(Quelle)
Juni 10th, 2021 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Razzia in Siedlung in Ostslowakei 2013: Nach der Verurteilung der Slowakei durch den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof wurden nun mehrere Roma in Košice freigesprochen
Das Kreisgericht Košice hat am Mittwoch (9.6.) drei weitere Roma freigesprochen, die wegen Falschaussage gegen Polizisten angeklagt waren. Das Urteil ist rechtskräftig. Zwei andere Roma wurden bereits im Mai freigesprochen. Angeklagt bleibt noch eine Person. Bei einer umstrittenen Aktion am 19. Juni 2013 in der ostslowakischen Stadt Moldava nad Bodvou waren mehr als 60 Polizisten im Einsatz. Die Roma sagten aus, sie seien ohne Grund und brutal geschlagen worden. Laut der Inspektion des Innenministeriums, die den Einsatz untersuchte, habe die Polizei in Übereinstimmung mit dem Gesetz gehandelt. Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin Anklage gegen die Roma. Nach einer Stellungnahme der Generalstaatsanwaltschaft und einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (siehe: Polizeigewalt gegen Roma: Slowakei verurteilt) ließ die Staatsanwaltschaft die Anklage von fünf Roma im März fallen.
(Text: RTVS, 10.6.2021)
Juni 9th, 2021 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV
Präsentation der ORF-TVthek-Videoarchive „100 Jahre Burgenland“ und „Volksgruppen in Österreich“
Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Burgenland“ wurden die beiden „ORF-TVthek goes school“-Videoarchive zur Geschichte des Burgenlandes und zu Österreichs Volksgruppen umfassend ausgebaut und erweitert. Insgesamt mehr als 50 neue Videos bereichern das auf der ORF-TVthek in der Rubrik „History“ gezeichnete, multimediale Bild des Bundeslandes und der österreichischen Volksgruppen um zahlreiche neue Facetten.
Videoarchiv „Volksgruppen in Österreich“
Das 2019 gelaunchte Videoarchiv „Volksgruppen in Österreich“ wurde um 23 neue auf jetzt insgesamt 130 Videobeiträge erweitert, die sich der Kroatischen (27 Beiträge, davon 6 neu), Slowakischen (15 Beiträge, davon 3 neu), Slowenischen (30 Beiträge, davon 3 neu), Tschechischen (15 Beiträge, davon 3 neu) und Ungarischen (17 Beiträge, davon 5 neu) Volksgruppe sowie der Volksgruppe der Roma (24 Beiträge, davon 3 neu) widmen.
Mit dem neuen Videomaterial werden weitere wichtige Aspekte von Geschichte und Kultur der Volksgruppen in Österreich beleuchtet. Das Videoarchiv bietet zum Beispiel ab sofort einen Beitrag über das burgenlandkroatische Online-Wörterbuch, informiert über die neue Gedenkstätte zur Erinnerung an die während des Nationalsozialismus ermordeten Roma und Sinti in Pinkafeld und Oberpullendorf oder erinnert an Dana Hermannová, die 1968 im noch freien slowakischen Fernsehen über den Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts berichtete. Das 10-jährige Jubiläum des ORF-Magazins „České Ozvěny“ im Jahr 2019 steht ebenso im Mittelpunkt eines neu ins Archiv hinzugefügten Beitrags wie das langsame Verschwinden des Slowenischen in Kärnten oder der traditionsreiche Ball der Ungarn in Oberpullendorf. (Die genaue Liste mit allen Beiträgen ist online in der ORF-TVthek auf der Startseite des Videoarchivs in der Rubrik „History“ zu finden.) Read the rest of this entry »
Juni 5th, 2021 |
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Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Ausstellung in der Kunsthalle Wien
Bis 5. 9. 2021, Museumsquartier, 1070 Wien
Download (pdf): →Ausstellungsguide
Das Averklub Collective ist eine lose organisierte Gruppe ohne feste Struktur. Seinen Kern bilden mehrere Bewohner*innen von Chanov, das als die größte Rom*nja-Siedlung in der Tschechischen Republik gilt. Das Kollektiv wächst und schrumpft nach eigenem Ermessen und passt sich durch verschiedene Konstellationen von Künstler*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen den Besonderheiten und Erfordernissen aktueller Projekte an.
Mit der Ausstellung Manuš heißt Mensch präsentiert die Kunsthalle Wien die jüngsten Recherchen und künstlerischen Arbeiten der Gruppe, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Generationen von Bewohner*innen der Chanov-Siedlung entstanden sind. Der Titel verweist auf das gleichnamige, 1986 erschienene Buch des kommunistischen Politikers und tschechoslowakischen Rom Vincent Danihel, das sich mit der Politik der Integration der Rom*nja in der sozialistischen Tschechoslowakei befasst. Durch die Verwendung desselben Titels für die Ausstellung möchte das Averklub Collective die Aufmerksamkeit auf das lenken, was Menschen vereint, statt auf das, was sie trennt: „Wir möchten zeigen, dass es über die Vielfalt der Kulturen, Gender, Nationen usw. hinaus und jenseits davon noch eine andere Ebene der Zugehörigkeit gibt, die ausnahmslos allen zugänglich ist.“
Die Ausstellung untersucht Erfolge und Misserfolge politischer Strategien, die auf die Emanzipation der Rom*nja abzielen, während des Sozialismus im Allgemeinen, aber auch konkreter anhand der spezifischen Geschichte der Siedlung in Chanov – und umreißt so mögliche Modelle der Gleichberechtigung, die universell und transnational sind und über eine Identitätspolitik hinausgehen. Read the rest of this entry »
Juni 3rd, 2021 |
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Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Bericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus fordert grundlegenden Perspektivwechsel in der Gesellschaft, eine „Wahrheitskommission“ über das Unrecht der Vergangenheit und Antiziganismus-Beauftragte in den Ländern. Tagung am 4./5. Juni.
Antiziganismus stellt ein massives gesamtgesellschaftliches Problem in Deutschland dar. So lautet das Resümee des Berichts der Unabhängigen Kommission Antiziganismus, der vom Deutschen Bundestag in Auftrag gegeben wurde. Die zentralen Inhalte des Kommissionsberichts werden am 4. und 5. Juni 2021 bei einer Online-Veranstaltung präsentiert. Der Bericht stützt sich auf 15 aktuelle, von der Kommission initiierte Studien. Sie greifen besonders die Perspektiven der Betroffenen auf. Hierfür wurden breite empirische Erhebungen durchgeführt.
Antiziganistischer Rassismus ist eine „allumfassende Alltagserfahrung für Sinti_ze und Rom_nja“, so die Kommission. Der Bericht konstatiert ein „Versagen deutscher Politik, deutscher Gesetzgebungen und deren Rechtsanwendung“. Untersucht wurde Antiziganismus beispielsweise in kommunaler Verwaltung, Schulbüchern und Polizei. Mehrere empirische Studien weisen hier institutionellen Antiziganismus nach.
Die Kommission fordert eine umfassende Strategie gegen Antiziganismus. „Wir brauchen einen grundlegenden Perspektivwechsel in der deutschen Gesellschaft, der die strukturellen Ursachen des Problems in den Blick nimmt.“ Entscheidend sei in diesem Kontext auch eine „Politik der nachholenden Gerechtigkeit“, „die das seit 1945 begangene Unrecht gegenüber Überlebenden und deren Nachkommen ausgleicht“. Zudem fordert die Kommission, „effektive und nachhaltige Partizipationsstrukturen für die Communitys der Sinti_ze und Rom_nja auf allen Ebenen zu schaffen“. Diese müssten verbindlich und auf Dauer angelegt sein. Die Unabhängige Kommission Antiziganismus empfiehlt Bund und Ländern, Beauftragte gegen Antiziganismus zu berufen und eine ständige Bund-Länder-Kommission zu schaffen, um die Arbeit gegen Antiziganismus auf höchster Ebene politisch zu verankern.
Eine weitere Forderung der Kommission lautet: „Die zahlreichen Defizite bei der ‚Wiedergutmachung‘ des Unrechts gegenüber Sinti_ze und Rom_nja müssen umgehend kompensiert und den Überlebenden ein Leben in Würde ermöglicht werden.“ Darüber hinaus solle ein umfassender Prozess der Aufarbeitung der sogenannten Zweiten Verfolgung nach 1945 durch eine von Perspektiven von Sinti_ze und Rom_nja geprägte Wahrheitskommission eingeleitet werden. Read the rest of this entry »
Mai 31st, 2021 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung
Der erste Roma-Kindergarten Rumäniens wurde im Oktober 1933 in Bukarest – als Resultat des dortigen Romakongresses – offiziell eröffnet.
(Quelle)
Mai 31st, 2021 |
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Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken | 1 Comment
Dani Karavan, der neben vielen Kunstwerken weltweit auch das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas geschaffen hat, starb im Alter von 90 Jahren am 29. Mai in Tel Aviv. Dani Karavan hat sich noch bis vor wenigen Wochen persönlich für den Schutz des Denkmals in Berlin engagiert.
In den Gesprächen mit Dani Karavan wurde deutlich, dass für ihn, wie für den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, das Denkmal, das neben dem Reichstagsgebäude in Berlin an den Holocaust erinnert, höchsten moralischen und politischen Stellenwert hat. Das Denkmal ist für Sinti und Roma in Deutschland und in Europa ein zentraler Ort des Gedenkens, und er ist gleichzeitig ein Ort der Erinnerung an die Verbrechen des Holocaust, dem über 500.000 Sinti und Roma zum Opfer fielen.
„Der Schutz und die Bewahrung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas hat für uns oberste Priorität. Wir haben hier unsere Verbundenheit aus unserer gemeinsamen Geschichte, unser gemeinsames Schicksal von Juden, Sinti und Roma zusammengebracht, als Künstler der eine, und als Bürgerrechtler und Politiker der andere. Der Ort, an dem sich das Denkmal mit dem Schwarzen Wasserbecken im Zentrum befindet, darf nicht in Frage gestellt werden, er muss im Sinne des Gedenkens, der Würde des Ortes und in der historischen Verantwortung geschützt werden.“, erklärten bereits im 10. Juli 2020 Dani Karavan und Romani Rose gemeinsam nach einem ausführlichen Gespräch.
Als Dani Karavan nach dem Beschluss der Bundesregierung 1992 vom Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, gebeten wurde, das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas zu gestalten, entwarf er dafür ein in die Stadtlandschaft eingebettetes Gesamtkunstwerk, mit dem schwarzen Wasserbecken im Zentrum. Read the rest of this entry »
Mai 30th, 2021 |
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Facts & Figures
Unter den Bauarbeitern, die seit den 1960ern am Bau der 1974 eingeweihten Prager U-Bahn mitwirkten, waren zahlreiche Roma.
(Quelle)
Mai 28th, 2021 |
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Dokumente & Berichte, Politik
Ein neuer Bericht der Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende zeigt, wie viele Halteplätze für die fahrenden Jenischen, Sinti und Roma in der Schweiz fehlen. Insgesamt gibt es heute 47 Plätze. Benötigt werden 80 bis 90 zusätzliche Plätze. Für die rechtlich geschützte fahrende Lebensweise sind Halteplätze unabdingbare Voraussetzung. Bund, Kantone und Gemeinden bleiben in der Pflicht.
Die als nationale Minderheiten anerkannten Jenischen und Sinti, aber auch die fahrenden Roma, sind von der fortdauernden Corona-Krise gebeutelt. Das Fahren ist für sie mit Corona noch schwieriger geworden, weil die Verdienstmöglichkeiten zeitweise eingebrochen sind. Seit Jahrzehnten fehlt es aber auch an Halteplätzen, um von Ort zu Ort in die Nähe ihrer Kundinnen und Kunden ziehen zu können.
In der Schweiz existieren 16 Standplätze für den Winteraufenthalt der Jenischen und Sinti. Für die Aufenthalte während der Reisezeit stehen 24 Durchgangsplätze zur Verfügung, acht davon allerdings nur provisorisch. Das ist bei weitem ungenügend: Wie der neue Bericht aufzeigt, fehlen für Schweizer Jenische und Sinti 20 bis 30 Stand- und 50 Durchgangsplätze. Ausländische fahrende Roma, hauptsächlich aus unseren Nachbarländern, bereisen die Schweiz in der Regel zwischen Februar und Ende Oktober. Heute gibt es für sie lediglich sieben Transitplätze, einige davon nur provisorisch. Zehn zusätzliche Plätze müssen gemäss dem neuen Bericht erstellt werden.
Aufgrund des bezifferten Platzmangels können die fahrenden Jenischen, Sinti und Roma ihre Lebensweise nur unter erschwerten Bedingungen ausüben. Die Platzsuche ist für sie aufwendig und teilweise gar unlösbar.
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Mai 27th, 2021 |
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Facts & Figures, Jugend & Bildung
Bei jedem 2. Roma-Kind in Bulgarien (48,2%) fehlen zu Hause die finanziellen Mittel, um ihm benötigte neue Kleidung zu kaufen.
(Quelle/pdf)
Mai 26th, 2021 |
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Rassismus & Menschenrechte | 1 Comment
Verdacht auf systematische Diskriminierung von Wohnungssuchenden (u. a. von Schwarzen oder Roma und Sinti) bei der städtischen Bremer Baugesellschaft Brebau. Zentralrat Deutscher Sinti und Roma fordert umfassende Aufklärung und Entschädigung der Betroffenen sowie eine Entschuldigung vom Bremer Bürgermeister Bovenschulte.
Mit Empörung hat der Zentralrat auf die massiven rassistischen Diskriminierungen auch von Sinti und Roma durch die Bremer Baugesellschaft Brebau reagiert: „Die von den Medien geschilderten Vorgänge bei der Bremer Wohnungsbaugesellschaft Brebau stellen eine massive Diskriminierung der betroffenen Menschen dar. Besonders schwer wiegt, dass es sich hier um eine städtische Einrichtung handelt und es sich offenkundig nicht um Einzelfälle, also das Fehlverhalten einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter handelt, sondern dass dahinter eine Systematik steckt. Darauf weisen die internen Anweisungen der Brebau an ihre Mitarbeiter und die Tatsache, dass es eigens für diese unrechtmäßige Erfassung eine programmierte Datenmaske gibt hin“, so der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose.
Laut Presseberichten diskriminiert die städtische Wohnungsbaugesellschaft Menschen offenbar systematisch bei der Wohnungssuche. Das geht aus internen schriftlichen Anweisungen hervor, die von einem Mitarbeitenden der Brebau der Presse zugespielt worden sind. Die Brebau lässt demnach von ihren Kundenberaterinnen und Kundenberatern Vermerke über Bewerber erstellen, mit denen die Hautfarbe, die sexuelle Orientierung, die Religionszugehörigkeit oder die vermeintliche Abstammung im Rahmen einer „Zielgruppendefinition“ durch eigens dafür entwickelte Kürzel erfasst und in einer elektronisch geführten Akte gespeichert werden. Hiervon sind auch Menschen betroffen, die von der Brebau den Sinti und Roma zugeordnet werden und für die die Brebau die Abkürzung „E40“ eingeführt hat. Read the rest of this entry »
Mai 25th, 2021 |
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Ehrungen & Nachrufe
Der langjährige Mitarbeiter des ORF Burgenland, Erich Schneller, ist am Sonntag im Alter von 67 Jahren nach langer schwerer Krankheit gestorben. Er war Radiomacher, Redakteur im Bereich Information und leidenschaftlicher Gestalter von Fernseh-Sonderproduktionen. Über Jahrzehnte war Erich Schneller einer der wichtigsten Mitstreiter an der Seite der Volksgruppe der Roma im Burgenland.
Der gesamte ORF Burgenland, alle Kolleginnen und Kollegen, trauern um den langjährigen ORF-Burgenland-Mitarbeiter Erich Schneller. Erich Schneller ist in Großpetersdorf geboren und aufgewachsen, er maturierte 1973 am Gymnasium Oberschützen. Er begann in Wien Publizistik und Politikwissenschaften zu studieren und startete im Jahr 1979 seine Arbeit im Landesstudio Burgenland als freier Mitarbeiter. In der Jugend- und Familienredaktion war er unter anderem für die Magazinsendung „Burgenlandstunde“ verantwortlich. 1998 wurde er Sendungsverantwortlicher für die Fernseh-Talksendung „Treffpunkt Burgenland“. Im Fernsehen betreute Erich Schneller auch Sonderproduktionen. Er produzierte Sendungen für „Erlebnis Österreich“ und „Österreich Bild“. Als Redakteur war Erich Schneller universell – er berichtete von politischen und chronikalen Ereignissen ebenso wie über zeitgeschichtliche und sozialpolitische Themen.
„Er war ein hervorragender Journalist, der mit seiner Arbeit vor allem die burgenländischen Roma ins öffentliche Bewusstsein rückte. Er war immer sehr korrekt und aufrichtig in seiner Arbeit und er war ein großartiger Mensch, der für Generationen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die hier heute noch arbeiten, ein Lehrmeister und Vorbild bleiben wird“, so ORF-Landesdirektor Werner Herics.
Engagement für die Volksgruppe der Roma
Ernsthaftigkeit, was Form und Inhalt betrifft, machten Erich Schneller aus, ebenso wie sein ausdauerndes Engagement für die Volksgruppe der Roma. In seinen Büchern ließ er die Menschen selbst zu Wort kommen. Erich Schneller engagierte sich im Team der Roma-Volkshochschule Burgenland und schrieb dort auch für das Magazin „Roma Cajtung“. Read the rest of this entry »
Mai 24th, 2021 |
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Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Podcast „heute wichtig“ #3: Radoslav Ganev kämpft gegen Sinti-und-Roma-Klischees
→Anhören (26:33 min)
Radoslav Ganev, selbst Rom, erzählt im neuen „Stern“-Podcast „heute wichtig“, wie er seit seiner Kindheit gegen Klischees ankämpfte. Der 34-jährige Politologe und Konfliktmanager hat in München die Initiative „RomAnity“ gegründet und setzt sich so für die Rechte der Sinti und Roma ein. Rom zu sein, „das bringt dir Probleme“, sagt Ganev im Podcast-Gespräch mit Moderator Michel Abdollahi. Seine Identität habe er deshalb sogar lange Zeit verheimlicht. Read the rest of this entry »
Mai 21st, 2021 |
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Einrichtungen, Facts & Figures, Medien & Presse, Religion
1957 wurde das evangel. Schweizer Missionsblatt „Der Zigeunerfreund“ (heute: „SZM-News-MTS“) zum Organ der „Internat. Zigeunermission“.
(Quelle/pdf)