„O cile te dschanen, hot amen del“

Dezember 27th, 2023  |  Published in Politik, dROMa (Magazin)

VAKERIPTSCHA: O Marco Buckovez taj i Heidi Schleich partajakere fatretertschen resle, Olga Voglauer (masch.) (kipo: Grüner Parlaments-Klub)O austritike Jenischi lengero aunprindscharipe mangen


Garudo upri rik 13 le regirunga­kere progra­mostar andar o bersch 2020, phenel i türki­si-se­leni ko­jalici­jona, hot o „aun­prin­dscha­ripe la jenischi flogos­kera grupnatar andi Austrija“ aun peske te dikel kamla. Tschak jekosch­no redo hi. Le austri­tike Jeni­schi­jenge ada, jek joma le histo­rischi ledschi­pes­kere bul­hari­pestar ovlahi.

O aunprindscharipe duach i oficijeli Austrija, jek „barikano taj tscha­tschi­kano cajchn le respek­tostar“ ovlahi, sikal pe o farajn „Jenischi andi Austrija“ ande Innsbruck loschando. Sajt oja cajt, o gondo upre ada koja, ham o patscha­jipe nascha­tscha. Vakerip­tscha dija, o Jenischi ham meg mindig schutsche vastenca adaj terschon. „Amen upre oda and iste amen ter­dscharas, hot o mline le schto­tistar igen poloke elinen“, butschol bri­gaschno andar o farajn.

Jenischi, butvar ando nimtschke- taj francitike tschibtscha­kere vilagi dschin. Lengere tra­dici­joneli butja, imar dur upre dine, tschak jek tikno falato meg la dromes­kera butjake palal dschal. Kitschi Jenischi tscha­tschikan del, oda nan dschando. „Phendo ol, hot 500.000 andi Europa taj poar desch eseri, andi Austrija“, afka o Jeni­schi-ak­ti­visto Marco Buckovez. Taj te but, na kamna le use te del.

Imar mindig iste o Jenischi lengeri identiteta gejng teldikip­tscha upre likernahi. Buteder sar schelber­schen­gere on – ojs ladasch­tschen­gere botasch­tscha taj vastes­kere butschasch­tscha – minden­felitike roasi­nip­tschen­gere butjenge palal gele – ojs katakere morasch­tscha, vaj ojs kefakere kerasch­tscha, ojs har­kumasch­tscha vaj nebos­kere foto­sinasch­tscha. Taj on, te but tikne kojenca pumare loj rodnahi – vekenca vaj dinoha, paloda te phure meb­linenca taj le phure srastaha. Lengere koji taj kerip­tscha, o heftscha le beschte dsche­nendar, butvar ande tel paschlime thana, phernahi.

Jenischi taj Roma
Adaj, kekaj mindenfelitiko telschtaminipeskero than, te talalinip­tscha le Romenca taj Sinti­jenca – ande lengere but­jakere mesuji taj ande lengere dschi­vi­peskere koji delahi, taj hatek te ando teldi­kip­tschen­gere koji, save on ojs „rikakere grupn“ esbe iste line. Read the rest of this entry »

Romani Ora (20.12., 21.12., 22.12.2023)

Dezember 26th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA HINWEIS: Die Roma­ni Ora wird neuerdings live mo­de­riert. Die Sendun­gen wer­den daher erst im Nach­hinein übermittelt.

Anhören: →Sendung vom 20.12.2023 (mp3)

30 Jahre Anerkennung der Roma als Volksgruppe wurde gemeinsam mit dem Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen im Offenen Haus Oberwart gefeiert. Radio MORA war dabei. In „Young, wild and free – le ternenge“ stellt Adi Gussak Antiziganismus von vor 30 Jahren und heute gegenüber. Moderiert wird die Sendung von Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 21.12.2023 (mp3)

In der heutigen Ausgabe der „Romani Ora“ recherchiert Marcel Horvath, wie das Weihnachtsfest früher und jetzt gefeiert wurde. In „Mri historija“ erzählt uns Alex Gussak spannende Erlebnisse aus dem Leben des Johann Hirmann, Amtmann aus Kukmirn.


Anhören: →Sendung vom 22.12.2023 (mp3)

Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ mit Tina Nardai. Wie jede Woche hören Sie auch diesmal wieder die Veranstaltungshinweise, die internationalen Volksgruppennachrichten und die Jugendsendung. Darin befragt Adi Gussak junge Menschen, wie sie Weihnachten feiern und welche Traditionen sie zum Fest noch leben.

Boschitscha o lek mirneder di …

Dezember 24th, 2023  |  Published in Literatur & Bücher, Romani

Boschitscha o lek mirneder di ando bersch hi

(Weihnachten ist der stillste Tag im Jahr, 1901)

Rainer Maria Rilke (1875–1926)

Boschitscha o lek mirneder di ando bersch hi,
adaj schunes tu o cile vodschtscha te dschal taj te tschalal
sar ori, save kiratiskere ori phenen:
Boschitscha o lek mirneder di ando bersch hi,
adaj o cile tschavengere atscha bare on,
afka sar te o koji bartschonahi, save on diken,
taj dajale on o cile dschuvla
taj o cile tschavengere atscha bare on.

Adaj iste ari dschas ando dugo vilago
kameha tu la boschitscha te dikel, la schukar,
afka sar te tro gondo le forijendar schoha manglo,
afka iste ari dschas ando dugo vilago.
Odoj paschlon bare nebi pedar tute,
save upre durarde parne vescha nugodinen,
o droma bartschon telal tre botschkori
taj bare nebi paschlon pedar tute.

Taj ando bare nebi terschol jek tscherheni
cilon prado use jek tschulo baro ududanipe,
o duriptscha pasche an sar jek vela
taj ando bare nebi terdschol jek tscherheni.

La Clara Rilkejake, Boschitscha 1901

Ins Romani übersetzt von Josef Schmidt.
Andi Romani tschib o Josef Schmidt o prik bescharipe kertscha.

Romani Ora (14.12., 15.12., 18.12., 19.12.2023)

Dezember 22nd, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA HINWEIS: Die Roma­ni Ora wird neuerdings live mo­de­riert. Die Sendun­gen wer­den daher erst im Nach­hinein übermittelt.

Anhören: →Sendung vom 14.12.2023 (mp3)

Wie jeden Donnerstag hören Sie auch diesmal wieder unsere Rubrik „Mri his­to­rija – sar agun sina taj akane hi“ mit Alex Gussak. Das Tagest­hema ist „Weihnachts­flohmarkt in Ober­wart“, eine Ver­anstal­tung, die heuer zum ersten Mal statt­ge­funden hat. Nähere Infor­matio­nen dazu liefert Ihnen Martin Horvath. Durch die Sen­dung führt Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 15.12.2023 (mp3)

In der Freitagsausgabe der „Romani Ora“ präsen­tieren wir Ihnen unseren Ver­ansta­ltungs­kalen­der/Mu­la­tin­tschage sowie die Volks­gruppen­nach­richten in Deutsch und Burgen­land-Ro­mani. In „Young, wild and free – le ter­nenge“, der Jugend­sendung der „Roma­ni Ora“, stellt Ihnen Adi Gussak die besten Parfüms für den Herbst/Win­ter 2023 vor.


Anhören: →Sendung vom 18.12.2023 (mp3)

Der „Romani Ora“-Musikmontag, präsentiert von Tina Nardai: Der Musiker und Kom­ponist Adrian Gaspar ist der Prota­gonist in unse­rer Rubrik „Kultur am Montag – Kul­tura het­vinate“. Zudem machen wir einen Blick über die Grenzen in den zweis­pra­chi­gen Volks­gruppen­nach­richten.


Anhören: →Sendung vom 19.12.2023 (mp3)

Im Tagesthema stellen wir Ihnen Markus Sarközi vor. Der aus Buchschachen (Markt Allhau im Be­zirk Oberwart) stam­mende Rom ist leiden­schaft­li­cher Musiker, der auss­chließ­lich nach Gehör spielt. Aktuell steht er bei der „Leon Berger Band“ am Keyboard. Dazu erhal­ten Sie die ab­wechs­lungs­reichste Roma-Musik.

Facts & Figures (494)

Dezember 21st, 2023  |  Published in Facts & Figures

Die Zahl der Roma in der Slowakei hat sich von 2013 bis 2019 um fast 13% (auf ca. 450.000 Personen) erhöht.

(Quelle)

Romani Ora (7.12., 11.12., 12.12., 13.12.2023)

Dezember 21st, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA HINWEIS: Die Roma­ni Ora wird neuerdings live mo­de­riert. Die Sendun­gen wer­den daher erst im Nach­hinein übermittelt.

Anhören: →Sendung vom 7.12.2023 (mp3)

In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ hat Tina Nardai den Vor­sitzen­den des Volks­gruppen­beirates, Emme­rich Gärtner-Hor­vath, zu Gast im „Radio MORA“-Stu­dio. Er erzählt über die Ver­anstal­tungen und Feste, die an­lässlich der „30 Jahre An­erken­nung der Roma als Volks­gruppe“ im Burgenland und in Wien statt­finden. Im Tages­thema hören Sie einen Bei­trag über das Projekt „STOP – Stadtteile ohne Part­ner­gewalt“.


Anhören: →Sendung vom 11.12.2023 (mp3)

Der „Romani Ora“-Musikmontag präsentiert von Tina Nardai. In den inter­natio­na­len Volks­gruppen­nach­richten hören Sie, wie die der­zeitige Situa­tion der Roma und Sinti in unseren Nach­bar­ländern ist.


Anhören: →Sendung vom 12.12.2023 (mp3)

Ein Beitrag über den „Traditionellen Roma-Advent – Khetan­peripe ando advent“ ist das heutige Tages­thema der „Romani Ora“: Im OHO in Oberwart wurde neben einer be­sinnlichen Lesung auch ein neues Kochbuch mit tra­ditio­nel­len Roma-Ge­richten prä­sentiert. Marcel Horvath hat alle wich­tigen Infor­mationen des Abends für Sie zu­sammen­gefasst.


Anhören: →Sendung vom 13.12.2023 (mp3)

Michael Bernhard ist Nationalrats­ab­ge­ord­neter der NEOS im öster­reichi­schen Parlament. Er war in Oberwart und hat sich ein Bild der Volks­gruppen­arbeit vor Ort ge­macht und auch das „Radio MORA“-Studio besucht. Das ge­samte Interview hören Sie neben der meis­ten Roma-Musik im Radio.

„Ein er­inne­rungs­poli­ti­scher Skandal“

Dezember 20th, 2023  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik

Sinti-und-Roma-Denkmal in Berlin (Foto: Marko Priske)Aussendung von Daniel Strauß zum be­droh­ten Sin­­ti-und-Ro­ma-Denk­mal in Berlin

Der Verband Deutscher Sinti und Roma, Lan­des­verband Baden-Württemberg (VDSR-BW) möch­te auf die be­sorgnis­erre­gen­den Ent­wicklun­gen rund um das geplante Bau­vorhaben der S 21 in Berlin, wel­ches das Denkmal für die im Natio­nal­sozia­lis­mus ver­­folgten und er­mordeten Sinti und Roma bedroht, hin­weisen. Dieses Denkmal hat eine im­mense Bedeu­tung für die deutschen und euro­päi­schen Sinti und Ro­ma. Eine Ent­scheidung über ein Bau­vorhaben von solcher Trag­weite kann nur in enger Ab­stim­mung mit den wich­tigen Ver­tretun­gen der Sinti und Roma ge­troffen werden. Daher appel­liert der VDSR-BW an die Not­wendig­keit einer er­neuten Konsul­tation und Ein­bindung der deut­schen und euro­päischen Sinti und Roma.

Pressemitteilung vom 19.12.2023

Stellungnahme des Vorsitzenden des VDSR-BW und Ko-Vor­sitzen­den der Bundes­ver­eini­gung der Sinti und Roma (BVSR) zur aktuel­len Situa­tion um das Denk­mal in Berlin

Seit 2020 bekannt wurde, dass die Deutsche Bahn – Nachfolgerin der Orga­nisa­tion, deren Züge unsere An­gehörigen in den Tod depor­tierten – und der Senat von Berlin Pläne für ein Bau­vor­haben (S 21) verfolgen, das das unweit des Reichs­tags­ge­bäu­des gele­gene Denkmal für die im Natio­nal­sozia­lis­mus verfolgten und er­mordeten Sinti und Roma Europas, für das wir jahr­zehnte­lang ge­kämpft haben, be­schä­digen könnte, setzen wir uns gemein­sam mit etwa 50 Orga­ni­satio­nen der Sinti und Roma aus Deutschland und Europa gegen die Zer­störung eines wür­digen Gedenkens ein. In zahl­reichen Ge­sprä­chen der ver­gan­genen Jahre, zuletzt am 28. Sep­tember 2023, sicher­ten der Senat von Berlin und nament­lich die Verkehrs­sena­torin eine Ein­beziehung aller grö­ßeren Organi­sa­tionen der Sinti und Roma zu, um einen für alle Betrof­fenen gang­baren Weg zu finden. Dieses Ver­sprechen wurde nun gebrochen.

Die ohne weitere Aussprache oder auch nur Information er­folgte, am 16. Dezem­ber 2023 be­kannt ge­wordene An­kündi­gung aus dem Haus der Berliner Verkehrs­sena­torin, den Bau der S 21 trotz aller Ab­sprachen ohne einen Prozess der Ein­bin­dung aller Be­trof­fenen voran­zu­treiben, ist ein er­schüt­tern­des Zeugnis eines bislang un­geahnten man­geln­den Bewusst­seins für die Ver­brechen des National­sozialis­­mus in unserem Lande – und das un­mittel­bar sowohl nach der Bundes­tags­debatte über die zweite Schuld der Bundes­republik an­gesichts der ver­weigerten An­erken­nung, des fort­dauern­den Antiziganismus und der an­halten­den Dis­krimi­nie­rung von Sinti und Roma am 14. Dezem­ber 2023 als auch nach der Gedenk­stunde im Bundesrat am 15. Dezem­ber 2023, mit der an den Himm­ler-Er­lass vom 16. Dezem­ber 1942 erinnert wurde, der zur Depor­tation aller deut­schen Sinti und Roma in Zügen der Reichsbahn nach Ausch­witz-Bir­kenau führte und den Völkermord voll­endete. Diese man­gelnde histo­rische Sensibilität ist ein er­inne­rungs­poli­ti­scher Skandal.

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Roma-Service in der Krone

Dezember 17th, 2023  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

30 Jahre Anerkennung: Artikel in der Krone, 16.12.2023 (Screenshot)Volksgruppe der Roma: Es braucht mehr als die An­er­ken­nung am Papier

Vor 30 Jahren wurde die Volksgruppe der Roma an­er­kannt. Gegen Dis­krimi­nie­rung kämpft man heute nach wie vor, aber das Selbst­be­wusst­sein ist ge­wachsen.

→zum Artikel in der Krone

Zum Jubiläum erschien in der Kronen-Zeitung ein Artikel von Carina Fenz, der auf die letzten 30 Jahre der Volks­gruppe zurück­blickt – und dabei auch den Verein Roma-Service vor­stellt (dessen zwei­spra­chiges Magazin dROMa die Autorin sicht­lich genau ge­lesen hat).

„Meine Volks­gruppe darf keine Nach­teile haben, wenn sie zu ihrer Identität steht“, zitiert der Ar­tikel den Vor­sitzen­den des Roma-Volks­grup­pen­beirats Emmerich Gärt­ner-Hor­vath vom Verein Roma-Ser­vice. „Mit Aus­gren­zung und Dis­kri­minie­rung hat man aber nach wie vor zu kämpfen“, kons­ta­tiert auch der Artikel. Die rassis­tischen Leser­postings unter dem Kro­ne-Text liefern dazu auch gleich das pas­sende An­schau­ungs­ma­terial.

30 Jahre Anerkennung

Dezember 16th, 2023  |  Published in Politik, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)

PARLAMENT | PARLAMENTO: Festakt zum Jubiläum am Roma-Tag 2023 | Mulatintschago uso jubilejum upro Romengero-Di 2023 (Foto/kipo: Parlamentsdirektion/Thomas Topf)30 berscha aunprindscharipe


Der 16. Dezember 1993 markiert den Wende­punkt in der Ge­schich­te der ös­ter­rei­chi­schen Roma. An die­sem Tag wur­den die Roma und Sinti als „Volks­gruppe der Roma“ of­fi­zi­ell an­er­kannt.

Eine Woche später trat diese Verordnung mit der Verlaut­barung im Bundes­gesetz­blatt in Kraft. Am 5. Sep­tember 1995 kon­stitiu­ierte sich der Roma-Volks­gruppen­beirat als offi­zielles Ver­tretungs­gremium. Grund­lage war das Volks­gruppen­gesetz, das den autochthonen (lange hier be­heima­teten) Minder­heiten Schutz und Förderung garan­tiert. Die Roma hatten nun als sechste Volks­gruppe das Recht auf beson­deren Schutz, um ihre Kultur, Sprache und Iden­tität zu be­wahren. Aus­gespart blieben aller­dings weiter­hin die erst später zu­gewan­der­ten Roma.

Lange hatte sich die Politik quergelegt. Den – seit Jahr­hunder­ten hier leben­den – Roma wurde die Quali­fikation als „Volksgruppe“ ab­ge­sprochen, weil ihnen „die Bindung an eine an­ge­stammte Heimat“ abgehe. Sogar noch 1991 schloss das Bundes­kanz­ler­amt eine An­er­kennung aus. Dann aber ging alles schnell: Im Juli 1992 kam es zur Anhörung der Roma im Par­lament. „Österreich ist nicht unser Gast­land, son­dern unser Vater- und Mutter­land zugleich“, hieß es in dem Appell der Roma-Ver­treter Emme­rich Gärt­ner-Hor­vath und Rudolf Sarközi. Read the rest of this entry »

Volksgruppen: Was ist was? | So hi so?

Dezember 16th, 2023  |  Published in Einrichtungen, Politik, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)

Glossar zum Volksgruppengesetz in Österreich (Foto: Tumisu/Pixabay)30 Jahre Anerkennung / 30 berscha aun­prindscharipe

GLOSSAR / ERKLERINIPE

Volksgruppengesetz
Das Volksgruppengesetz von 1976 garantiert den autoch­thonen (ein­ge­ses­senen) Minder­heiten Schutz und beson­dere Rechte. Unter „Volks­gruppen“ ver­steht die Rechts­ordnung „die in Teilen des Bundes­gebietes wohn­haften und be­heima­teten Gruppen öster­rei­chi­scher Staats­bürger mit nicht­deutscher Mutter­sprache und eige­nem Volkstum“. Neben den Roma sind dies die Kroaten, Ungarn, Slowenen, Tschechen und Slowaken.
Flogoskero grupnengero tschatschipe
O flogoskero grupnengero tschatschipe andar 1976 le autoch­toni (tel beschte) tschu­lip­tschenge, arakipe taj barika­ne tschatschip­tscha, del. Telal „flogos­kere grupn“ hajol o tscha­tschipe, „grupn, save ande falati le bun­dakere tha­nestar atschon taj khere hi taj save austri­tike schto­tiskere polgar­tscha na nimtschka dajakera tschib­tschaha taj ajgeni tradi­cijaha hi“. Pasche o Roma, hi odola o horvacke, ungrike, slove­nitike, tsche­chitike taj slovakitike.


Volksgruppenbeirat
Für jede Volksgruppe ist laut Gesetz beim Bundeskanzleramt ein Gremium „zur Beratung der Bundes­regierung und der Bundes­minister“ ein­zu­richten. Diese Volks­gruppen­beiräte ver­treten die Inter­essen der gesam­ten Volksgruppe, etwa bei der Verteilung von Förder­geldern. Sie haben ein An­hörungs­recht und können Vorschläge vor­bringen. Dem acht­köpfigen Beirat der Roma, der auf vier Jahre ernannt wird, steht seit 2016 Emme­rich Gärt­ner-Hor­vath vor.
Flogoskero grupnengero bajrot
Sakona flogoskera grupnake palo tschatschipe ando bunda­kero kanc­leris­kero birov­tschago, jek gremijum „uso bero­tinipe la bun­dakera regi­runga­tar taj le bunda­kere minis­te­rendar“ te kerel hi. O flogos­kere grup­nengere bajrotscha, o gondi la cila flogos­kera grupnatar fatre­tinen, afka sar uso ulajipe le pomo­scha­gos­kere lojendar. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (493)

Dezember 15th, 2023  |  Published in Facts & Figures

Noch in den 1980ern bestritt man den Roma in Ös­ter­reich die Qua­li­fi­ka­tion als „Volks­grup­pe“, weil „No­ma­den“ die „Bin­dung an eine an­ge­stamm­te Hei­mat“ ab­gehe.

(Quelle/pdf)

Romani Ora (1.12., 4.12., 5.12., 6.12.2023)

Dezember 14th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA HINWEIS: Die Roma­ni Ora wird neuerdings live mo­de­riert. Die Sendun­gen wer­den daher erst im Nach­hinein übermittelt.

Anhören: →Sendung vom 1.12.2023 (mp3)

Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ mit dem Ver­anstal­tungs­kalen­der / Mu­la­tin­tscha­ge und den zwei­spra­chi­gen Volks­grup­pen­nach­rich­ten. In der Jugend­sen­dung „Young, wild and free – le ter­nenge“ unter­hält sich Adi Gussak mit István Zsótér vom Zweisprachigen Bundesgymnasium Oberwart. Er schreibt seine vor­wissen­schaft­liche Matura­arbeit über die Volks­grup­pen­medien im Burgenland.


Anhören: →Sendung vom 4.12.2023 (mp3)

Der „Romani Ora“-Musikmontag auf Radio MORA. Bei uns spielt’s die Vielfalt! Die abwechslungsreichste Roma-Musik aus aller Welt, präsentiert von Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 5.12.2023 (mp3)

Sichtbar – Machen“, das neue Werk von His­toriker Herbert Brettl, wurde in Oberwart prä­sen­tiert. Radio MORA war dabei. Auf dem Pro­gramm steht auch die Rubrik „Min­den­fe­li­tiko“.


Anhören: →Sendung vom 6.12.2023 (mp3)

Die „Adventbesinnung der Roma­pastoral“ fand in Ober­wart statt. Auch ein Nikolaus kam zu den Kindern. Und auch Radio MORA hat sich dazu­gesellt. In der Jugend­sendung gra­tu­liert Adi Gussak der AK-Bü­cherei Oberwart (Website) zu ihrem 50. Ge­burts­tag.

dROMa 72: „Genetik“

Dezember 13th, 2023  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

dROMa 72Themenheft „Genetik“ | Temakeri heftlina „Genetik“

Download (PDF) | Inhalt

Die Fortschritte der Genetik sind atemberau­bend, doch es tun sich auch neue Abgründe auf. Minder­heiten wie den Roma gilt näm­lich ein beson­ders ex­zessives For­schungs­interes­se. Die ethischen Fallen, die damit ver­bunden sind, von un­sauberen Daten bis zum wissen­schaft­lich kaschier­ten Rassismus, skizziert die deutsche „Wissen­schafts­jour­nalis­tin des Jahres 2021“ Christina Berndt. Ein Thema, das Veronika Lipphardt im Interview ver­tieft: Sie hat sich gemein­sam mit Mihai Surdu durch Hunderte gene­tische Studien über Roma gewühlt – und stellt ihnen, ethisch wie metho­disch, ein ver­nich­ten­des Zeugnis aus. Was alles schief­gehen kann, wenn Genetik, Schlam­perei und Vor­urteile auf­einander­treffen, zeigt auch das „Phantom von Heilbronn“. Die Suche nach einer Mörderin brachte eine ganze Ethnie unter General­ver­dacht. An­schlie­ßend berich­tet Roman Urbaner von einem archäo­lo­gischen DNA-Fund, den es gar nicht geben dürfte. Dabei geht es um ein Skelett in England, Wikinger in Byzanz und eine mög­li­cher­weise aus dem Osten ver­schleppte Sklavin. Den Abschluss macht ein Interview mit dem Familien­forscher Herbert Rehling aus Bad Tatz­manns­dorf, der sein Wissen gerne auch mit Roma teilen würde.

O neviptscha la genetikatar barikane hi, ham te neve telperip­tscha pran pumen. Tschu­lip­tschen­ge sar le Romenge, igen bari­kano bulho forschi­ni­pes­kero interesi del. O etischi andasta­rip­tscha, save adale kojenca khetan phandle hi, hamisch­ne datschen­dar dschi otscha uso visen­schoft­lichi garudo rasismus, sikal i nimtschki „visen­schof­ta­keri reporter­kija le ber­schestar 2021“ Christina Berndt. Jek tema, savi i Veronika Lipphardt ando vakeripe horeder kerel: Oj khetan le Mihai Surduha but schel gene­tischi schtudiji pedar Roma aun peske dikla – taj lenge, etischi sar meto­dischi, ertscha­ve censuri ar terdscha­rel. So sa, na latscho schaj naschel, te pe i genetik, o na latscho butscha­linipe taj i diskri­mi­nacija reste, sikal o „fantom andar Heilbronn“. O rodipe pal jek teterkija, jeka cila etnija telal o generali schpe­kuli­ri­nipe antscha. Paloda phukal o Roman Urbaner jeke arche­jo­lo­gischi DNA-la­ki­pestar, save schoha te del na trom­lahi. Read the rest of this entry »

Romani Ora (24.11., 27.11., 28.11., 30.11.2023)

Dezember 13th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA HINWEIS: Die Roma­ni Ora wird neuerdings live mo­de­riert. Die Sendun­gen wer­den daher erst im Nach­hinein übermittelt.

Anhören: →Sendung vom 24.11.2023 (mp3)

Neben dem Veranstaltungskalender/Mu­la­tin­tscha­ge und den inter­natio­nalen Volks­gruppen­nach­richten hören Sie auch die Jugend­sendung von und mit Adi Gussak. In dieser Aus­gabe erfahren Sie mehr über die Schul-Pro­jekt­arbeit „Leukämie – was jetzt?“ von der HLW Pinkafeld. Die Schü­lerin­nen und Schüler ver­an­stalte­ten dazu eine Typi­sie­rungs­aktion zur Stamm­zellen­spende im „EO Ein­kaufs­zentrum Oberwart“. Radio MORA war vor Ort dabei.


Anhören: →Sendung vom 27.11.2023 (mp3)

Der „Romani Ora“-Musikmontag: eine Stunde lang die meiste, ab­wechs­lungs­reichste und ver­mutlich beste Roma-Musik auf Radio MORA. Außer­dem mit dabei: die Volks­gruppen­nach­richten in Deutsch und Burgenland-Ro­mani sowie das Kultur­special „Kultura het­vinate“. Durch die Sen­dung führt Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 28.11.2023 (mp3)

Im Tagesthema der „Romani Ora“ hören Sie ein Interview mit der grünen Ab­geord­neten des Euro­päischen Par­lament Monika Vana. Und in der Rubrik „Min­den­felitiko“ erfah­ren Sie, wie sie ruck­zuck süße Lebkuchen­häuser „backen“ können.


Anhören: →Sendung vom 30.11.2023 (mp3)

Die „Romani Ora“ aus dem „Radio MORA“-Studio aus Ober­wart mit Tina Nardai. Im Tages­thema: der „Warter Mulatság“ im OHO in Oberwart, bei dem auch die Band „Romano Rath“ mit dabei war. Und unsere His­torien­rubrik „Mri his­to­rija – sar agun sina taj akane hi“ führt Sie nach Kukmirn.

Tag der Volksgruppen im Parlament

Dezember 12th, 2023  |  Published in Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Parlament in Wien (Foto: Manfred Werner/WikiCommons)Am Tag der Volksgruppen rückt das Parlament am 12. Dezember 2023 die Vielfalt der Volks­gruppen in den Fokus und würdigt ihre be­deu­tende Rolle als integra­len Bestand­teil der kultu­rellen Identität Österreichs. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in einem ab­wechs­lungs­reichen Tages­programm wider. Dieses spannt mittels unter­schied­licher themati­scher Schwerpunkte einen sichtbaren Bogen der sprach­lichen und kulturellen Vielfalt, zeigt den un­ver­zicht­baren und wertvollen Beitrag der Volks­gruppen in der Gesell­schaft auf und schafft Raum, um über künftige Ent­wicklungen, Erfor­dernisse und Maßnahmen in den Diskurs zu treten. Auch den Anliegen junger Mitglieder von Volks­gruppen wird Gehör geschenkt, da sie nicht nur die kultu­rellen Traditionen ihrer Volks­gruppen bewahren, son­dern auch proaktiv an der Gestaltung einer integra­tiven Zukunft mitwirken. Dieser beson­dere Tag setzt ein starkes Signal für die Wert­schätzung und An­erkennung der sprachlichen und kul­turellen Diversität jeder einzel­nen Volks­gruppe.

→Zum Tagesprogramm

Aus Anlass des 30. Jahrestags der Anerkennung der Roma hat die für Volks­gruppen zu­stän­dige Bundes­minis­terin Susanne Raab bereits gestern zu einem Festakt ins Bundes­kanzler­amt ein­geladen.

(Text: Parlament)

TV Erba: Khetanipe ando Advent 2023

Dezember 12th, 2023  |  Published in Brauchtum & Tradition, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 11.12.2023 | 5:40 min

Traditioneller Roma-Advent in Oberwart

O tradicijoneli Roma-Advent imar but berscha tel likerdo ol, kaj o terdscha­vipe la flogos­kera grupnatar le Romen­dar na naschado te ol sar te i tradicija taj kultura la flogos­kera grupnatar le Romen­dar taj Sinti­jendar te sorarel. O terdscha­vipe la kulturatar la flogos­kera grupnatar le Romen­dar ando pra­dipe sikadi taj sorali kerdi te ol. Telal o gondo „30 berscha aun­prindscha­ripe le Romendar ojs flogos­keri grupn“ jek genipe taj koncerto min­den­fe­litike Romane grupnendar del, sar te jek pre­sen­tacija Romana habes­kera kenvatar. Amen kamaha tumen schukar use jek kuli­narischi roasinipe la Romana kojnhatar 2.0 te akarel. O Roma advent le khero­daschenge i minden­felitiki kultura te sikal. Duach o minden­felitiko aun­bitinipe jek forma la integra­ci­jatar taj iden­titetar kerdi ol. Duach ada mula­tin­tscha­go jek joma use kerdo ol.

Der traditionelle Roma-Advent in Oberwart wird schon seit vielen Jahren ver­an­staltet, um Tradition und Kultur der Volks­gruppe der Roma und Sinti zu stärken und in der Öffent­lich­keit er­lebbar zu machen. Unter dem Motto „30 Jahre An­er­ken­nung der Roma als Volks­gruppe“ findet eine Lesung und ein Konzert mit ver­schie­denen Roma-Mu­sik­gruppen sowie die Prä­sen­tation eines Roma-Koch­buches statt. Read the rest of this entry »

ROMANES: Ausstellung im Parlament

Dezember 11th, 2023  |  Published in Romani, Veranstaltungen & Ausstellungen

Romanes: Ausstellung im ParlamentDas österreichische ROMANES. 30 Jahre Anerkennung – 600 Jahre in Österreich

Ausstellung zum Volksgruppentag im Parlament
Eröffnung: 12.12.2023, 16:15 Uhr | Ort: Auditorium im Parla­ment, Wien | Aus­stel­lungs­dau­er: 13.12. bis 20.12.2023

Ausstellung im Auftrag des Österrei­chi­schen Parla­ments an­­läss­lich des 30-jäh­rigen Jubi­läums der An­er­ken­nung als Volks­gruppe in Österreich am 16.12.1993. Eine Zu­sam­men­arbeit von [romani] PROJEKT, Akademie Graz, Pho­nogramm­archiv der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaften, Roma­no Centro und Roma-Service

Mit der Volksgruppenanerkennung am 16.12.1993 bekennt sich die Re­publik Öster­reich zum Schutz und zur Pflege des Ro­manes als in­tegra­ler Be­stand­teil der ethno­kul­tu­rel­len Vielfalt Öster­reichs. Damit ist eine euro­päi­sierte indische Sprache, die seit min­des­tens 600 Jahren im heu­tigen öster­reichi­schen Terri­to­rium ge­spro­chen wird, offi­zielle Min­der­hei­ten­sprache bzw. Volks­grup­pen­sprache ge­worden. Zum 30-jährigen Jubiläum der Anerkennung der Volksgruppe der Rom*nija in Öster­reich stellt die Aus­stel­lung die Sprache Romanes vor – mit ihrer Ver­anke­rung in Indien und Europa, mit ihrem beson­deren sprach­lichen Reichtum und mit dem litera­ri­schen Schaffen in Ös­terreich.

Die Vielfalt des Romanes wird am Beispiel von sechs dokumentier­ten und in Öster­reich gespro­chenen Varie­täten des Romanes vor­ge­stellt: Arli-Ro­manes, Burgenland-Ro­manes, Gurbet-Ro­manes, Kalderaš-Ro­manes, Lovara-Ro­manes und Servika bzw. ost­slo­waki­sches Romanes. Die Varietät des Sinti-Ro­manes bleibt auf Wunsch der Sinti*ce un­be­rück­sich­tigt. Romani und Romanes sind die All­gemein­bezeich­nun­gen für die Sprache der größten und viel­fäl­tigsten Minder­heit Europas, den Rom*nija. Im deutschen Sprach­raum wird meist die Bezeich­nung Romanes ver­wendet. Inter­natio­nal ist die Be­zeich­nung Romani üblich.

Im Zentrum der Ausstellung steht ein Ausstellungsfilm (12 min) – mit einer animier­ten Wortreise über die Migration von Indien nach Europa, mit den frühes­ten Ton­doku­menten des Romanes, mit State­ments zu und in Romanes von Ver­tre­ter*in­nen der Volks­gruppe zum Thema „So si tuke šukar? / Was ist für Dich schön?“, die es auch er­mögli­chen, ver­schiedene Varietäten des Romanes zu hören, und mit einem Einblick in das neue digitale For­schungs­archiv www.romani-project.org.

Dazu geben Ausstellungsposter die Möglichkeit zur Vertiefung in die sprachliche Vielfalt des Romanes und seine Gefähr­dung. Sie zeigen den Wandel zur öffent­lichen Ver­wendung von Romanes in Medien und Literatur. In der Schwer­punkt­ausgabe des Literatur­magazins LICHTUNGEN wird das lyrische Schaffen in Romanes in Öster­reich exempla­risch vor­gestellt. Eine Auswahl an zwei­sprachigen Maga­zinen und Büchern lädt zur weiteren Aus­einander­setzung ein. Read the rest of this entry »

Magna Carta aller Menschen

Dezember 10th, 2023  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)

Jubiläum: 75 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

ELEANOR ROOSEVELT: Die Vorsitzende der UN-Kommission mit der Menschenrechts-Deklaration von 1948 (Bild: FDR Presidential Library, CC BY 2.0)Am 10. Dezember 1948 verabschiedeten die Ver­ein­ten Natio­nen in Paris die All­ge­meine Er­klä­rung der Men­schen­rechte – eine der raren Stern­stunden der Mensch­heit

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Mit diesem kraft­vollen Auftakt beginnt das Doku­ment, das 1948 – auf den Trüm­mern von Krieg und Faschismus – eine große Mensch­heits­utopie formu­lierte: Die zivili­sa­to­rische Stärke des Rechts sollte ein für alle Mal das Recht des Stärkeren er­setzen. 75 Jahre später sind die 30 Artikel der UN-Men­schen­rechts­erklärung aber weiter­hin oft nicht viel mehr als schöne Worte. Selbst in etab­lierten Demo­kratien werden sie heute wieder dreist in Frage ge­stellt. Der Konsens von 1948 bröckelt.

Damals hatte sich die Staatengemeinschaft auf diesen globa­len Men­schen­rechts­kodex ver­stän­digt. Bis zuletzt hatte die 18-köpfi­ge UN-Kom­mission unter dem Vorsitz Eleanor Roosevelts, der resolu­ten Gattin des frü­heren US-Prä­si­denten, um jeden Passus ge­feilscht. Doch unter den Vor­zeichen des herauf­däm­mern­den Kalten Krieges gelang, was noch nie ge­lungen war: eine von Regie­rungen auf allen Kon­tinenten gemein­sam ge­tragene Dekla­ration der Rechte, die allen Menschen zu­stehen – un­abhän­gig von Herkunft, Rasse, Ge­schlecht oder Religion. Ein­fach weil sie Men­schen sind.

Die Resolution fand in der Generalversammlung in Paris – ohne Gegen­stimmen und mit nur einigen Ent­haltungen – eine über­wälti­gende Mehrheit. „Wir stehen heute an der Schwelle zu einem großen Ereignis“, so Eleanor Roosevelt in ihrer An­sprache. „Diese Erklärung kann die inter­natio­nale Magna Carta aller Men­schen werden.“

Strahlkraft
In der Tat hatte die Kommission nach zweijähriger Debatte Bahnbrechendes durch­gesetzt. Read the rest of this entry »

Magna Carta le cile manuschendar

Dezember 9th, 2023  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)

Jubilejum: 75 berscha genereli erkler­ini­pe le ma­nu­schen­gere tscha­tschip­tschen­­dar

ELEANOR ROOSEVELT: I anglebeschaschkija la UN-komisijonatar la deklaracijonaha le manuschengere tschatschiptschendar andar 1948 (kipo: FDR Presidential Library, CC BY 2.0)Ando 10to decemberi 1948 o Khetane Nacijon­tscha ande Paris o ge­ne­reli erk­le­ri­nipe le ma­nu­schen­gere tscha­tschip­tschen­dar ar dine – jek le tschule oren­dar le ma­nu­schi­pestar

„O cile manuscha naphandle taj glajchi ando pativ taj ando tscha­tschip­tscha hi.“ Adale so­rale ala­ven­ca kes­dinel o doku­mento, savo 1948 – upro pha­gerde koji le habu­ristar taj faschis­musistar – jek bari manu­schen­geri utopija for­muli­rintscha: I civili­sato­rischi sor le tscha­tschi­pestar mindig o tscha­tschipe le sora­lede­ristar te irinel. 75 berscha paloda, o 30 falati le UN-ma­nu­schen­gere tscha­tschi­peskere erk­leri­ni­pestar, ham tschak buter, schukar alava hi. Muguli ande latsche demo­kra­ciji, adi papal ando phu­tscha­jipe ter­dscharde le on. O khetano hango andar o bersch 1948 tschurel.

Ande oja cajt, o schtotschengero khetanipe oda globali manuschen­gero tscha­tschi­pes­kero kodeks, ari dija. Dschi­jakana, i 18-sche­ros­keri UN-ko­mi­si­jona telal i angle­be­schasch­kija Eleanor Roosevelt, i sorali dschuvli le agune US-pre­siden­tostar, vasch sako koja kejmpfin­lahi. Ham telal o anglunte cajchn le upre ale schudre haburistar schofim ulo, so dschi­jakana meg na dija: jek, le regi­run­gendar upro cile kon­ti­nentscha khetan ledschimi dekla­racijona le tscha­tschip­tschen­dar, save le cile manu­schenge use terdschon – tel diklo le telsch­ta­mini­pestar, la etnijatar, obste mursch vaj dschuvli vaj la reli­gijonatar. Hatek, kaj on ma­nuscha hi.

I resolucijona ando talalinipe ande Paris jek igen baro usephenipe uschti­dija – tschak poar pal like­ri­penca. „Amen adi angli granica use jek baro terdschi­jipe terdscho­jas“, afka i Eleanor Roosevelt ande lakero vakeripe. „Ada erkle­rinipe schaj i inter­nacijo­nali Magna Carta le cile manu­schendar ol.“

Gistakeri sor
Tschatschikan, i komisijona pal duj berschengeri debata, jek barika­no koja prik schaj be­schartscha. Use jek, pro­kla­mirin­tscha o papruschi o pativ le manu­schenstar ojs lek utscheder tscha­­tschi­peskero koja. Read the rest of this entry »

SozialMarie 2023: „Career Path“ (Ungarn)

Dezember 8th, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Jugend & Bildung

Sozialmarie 2023: Career Path (Foto: Van Helyed via SozialMarie)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Eines der Siegerprojekte der SozialMarie 2023 ist das unga­rische Bildungs- und In­tegra­tions­projekt „Ca­reer Path as Opposed to an In­escap­able Life Path“ („Karriere­weg im Gegen­satz zu un­aus­weich­li­chem Lebens­weg“), das Roma-Kin­dern aus aus­ge­grenz­ten Ge­mein­schaf­ten zu einem Schul­ab­schluss und einem Beruf ver­hilft.

Projektträger: Van Helyed Alapítvány (You Belong Foundation)

Herausforderung: Die wachsende Zahl nicht aus­gebil­deter Men­schen ist ein globales Problem, das den Klimaschutz, das Wirt­schafts­wachs­tum und Aspekte eines menschen­würdigen Lebens ge­fährdet. In Ungarn gibt es 1200 Slums, in denen vor allem Roma-Kinder in Segre­gation leben und eine minder­wertige Bildung er­halten. Bis 2050 wird die Zahl der ab­hän­gigen An­gehö­rigen pro 100 Per­sonen im erwerbs­fähigen Alter auf 60 ansteigen.

Idee: Das Projekt „Karriereweg im Gegensatz zu un­aus­weich­lichem Lebensweg“ hat ein proto­typisches System geschaffen, das einen Ausweg aus dem Elend garantiert. Es ermöglicht einen gleich­berech­tigten Zugang zu Bildung, Wissen und Wohlstand während des gesam­ten Lebens­weges. Die Stiftung „You Belong“ bietet einen Weg zu einem Beruf und einem Ab­schluss.

Akteur*innen: Die Hauptakteure sind benach­tei­ligte Roma-Kinder, die mit ihren Familien und Ge­mein­schaften in einem ge­schlos­senen System auf­wachsen. Das Projekt umfasst außer­dem 120 Personen, die in den „You Belong“-Ein­rich­tungen von Ózd/Bu­dapest intensiv betreut werden, sowie 1.000 Teil­nehmer und ihre Familien aus segre­gierten Gemein­schaften.

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