Archive for Oktober, 2025

BVZ: Post Meridiem Band

Oktober 30th, 2025  |  Published in Musik

Post Meridiem beim Roma-Butschu 2025 (Foto: ORF/Roma-Redaktion)Roma: Bildung, Bühne neues Selbstvertrauen


Von Bertie Unger, erschienen in der BVZ, 30.10.2025

Was früher im Grunde unmöglich war, wird heute gelebt: Bildung, Selbst­be­wusst­sein und Sicht­bar­keit inner­halb der Roma-Com­mu­nity. Die Musikerin Michelle Hor­vath steht mit ihrer Band Post Meridiem für eine Gene­ration, die sich ihren Platz er­arbeitet hat. Auf der Bühne und im Leben.

Wenn Michelle Horvath und Pia Putz gemein­sam auf der Bühne stehen, ist das mehr als Musik. Es ist ein Stück gelebter Wandel. Pop, Austropop und Songs auf Romanes – Sprachen und Klang­welten, die sich mischen, ohne sich zu ver­lieren. Die beiden Musi­kerin­nen aus Kleinbachselten und Kemeten bilden das Duo Post Meridiem. Ihre Auftritte wirken un­aufgeregt, aber ehrlich. Man merkt, sie machen nichts, um zu ge­fallen, sie machen es, weil es ihnen etwas bedeutet.

Kennengelernt haben sich die beiden im musischen Zweig des BORG Güssing. In einem Umfeld, in dem vieles wachsen kann, das viel­leicht bleibt: Neugier, Freund­schaft, Vertrauen. Auf einer Matura­reise be­schlossen sie, gemeinsam Musik zu machen. Heute spielen sie auf Ver­anstal­tungen im ganzen Land, covern noch die meisten Songs, doch eigene Stücke sind in Arbeit – auch in Romanes, der Sprache der Roma.

Michelle kommt aus Kleinbachselten und ist Romni, Pia kommt aus Kemeten und ist kein Mitglied der Volks­gruppe. Doch Musik kennt keine Her­kunft. Mit Michelles Hilfe lernte Pia, Texte auf Burgenland-Romanes zu singen.

Alles keine Selbstverständlichkeit

Dass Michelle Horvath heute studiert, arbeitet und Musik macht, war keine Selbst­ver­ständ­lich­keit. Noch vor wenigen Jahr­zehnten wurden Roma-Kinder in Österreich syste­matisch be­nach­teiligt. „Selbst talentierte Kinder wurden in Sonderschulen geschickt, oft ohne Be­gründung“, sagt Josef Schmidt vom Verein Roma-Service. Erst die Roma­bewegung der späten 1980er-Jahre brachte eine Wende. Read the rest of this entry »

Romani Ora (22.10., 23.10. und 24.10.2025)

Oktober 28th, 2025  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 22.10.2025 (mp3)

Das UMIZ4Kids präsentierte in Unterwart ein neues Kinderbuch: „Die Tierschau“ wurde in sechs Sprachen über­setzt und illust­riert, darunter auch ins Burgen­land-Ro­mani. Mehr darüber erfahren Sie in unserem Beitrag. Dazu infor­mieren Sie die Volks­gruppen­nach­richten über die aktu­ellsten Gescheh­nisse in der Roma-Com­munity auf inter­natio­naler Ebene.


Anhören: →Sendung vom 23.10.2025 (mp3)

In Moschendorf, im Südburgenland finden regelmäßig Fledermaus-Nacht­wan­de­rungen statt. Regina Fröhlich berich­tet über dieses span­nende Thema in der „Romani Ora“ auf Radio MORA. Weiters hören Sie eine Ausgabe der ge­schicht­lichen Rubrik „Mri historija“. Durch die Sendung be­gleitet Sie Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 24.10.2025 (mp3)

Mit dabei in der heutigen „Romani Ora“: der Veranstaltungskalender/ Mula­tin­tschage , die ab­wechs­lungs­reichste Roma-Musik und natür­lich die Jugend­sendung mit Adi Gussak. Darin er­fahren Sie mehr über den „Fair Trade Month“, für den der Monat Oktober steht.

Nationalfonds: Unterstützung bei Grabgebühren

Oktober 25th, 2025  |  Published in Allgemeines, Geschichte & Gedenken

Österreichischer Nationalfonds: Unterstützung bei Grabgebühren verstorbener NS-Überlebender aus den Reihen der Roma und Sinti (Foto: Godewind/Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0)Der „Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Na­tio­nal­sozia­lis­mus“ un­ter­stützt Per­­so­nen, in deren Ob­hut das Grab eines/r Über­le­ben­den des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus aus den Rei­hen der Roma und Rom­nja sowie Sinti und Sin­­tizze liegt.

Die finanzielle Unterstützung ist für Grab­gebühren von ver­stor­benen Über­leben­den be­stimmt, die als An­gehörige der Volks­gruppe der Roma und Romnja sowie Sinti und Sin­tizze unter der natio­nal­sozia­listi­schen Gewalt­herr­schaft ver­folgt wurden und deren Gräber auf dem Gebiet der Repub­lik Österreich liegen.

Die finanzielle Unterstützung wird auf Antrag gewährt und deckt 50 Pro­zent der an­fallen­den Grab­gebühren ab dem 1. Jänner 2024. Für Grab­gebühren, die vor dem 1. Jänner 2024 be­zahlt wurden und ab dem 1. Jänner 2024 an­fallen, er­folgt eine ent­spre­chende Unter­stützung in Höhe von 50 Prozent der Gebühren ab 1. Jänner 2024. Ein Grab im Sinne dieser Richt­linie ist die Stelle einer Grabstätte, an der eine Person oder deren Toten­asche bestattet worden ist. Bei mehr­stelligen Grabstätten erfolgt die Über­nahme der Grab­gebühr anteilig für Gräber, die die Voraus­setzun­gen der Richt­linie erfüllen. Über die Be­willi­gung oder Ab­lehnung eines Antrags entscheidet das Kura­to­rium des National­fonds unter Berück­sichti­gung der vor­lie­genden Daten und Unter­lagen sowie der Ver­füg­barkeit von Förder­mitteln.

Der Antrag kann auf der Internetseite www.nationalfonds.org/grabgebuehren-roma-sinti einge­reicht werden. Weitere Infor­matio­nen zu den Voraus­setzun­gen und zur Antrag­stellung finden Sie in den Richt­linien für die Unter­stützung bei Grab­ge­bühren (pdf).

Auskunft: Tel.: +43 / 1 408 12 63
Mo. bis Do. 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr, Fr. 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Über den Nationalfonds:

Der „Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus“ wurde 1995 ge­gründet, um die beson­dere Ver­ant­wortung der Republik Österreich gegen­über den Opfern des National­sozialis­mus zum Aus­druck zu bringen. Er erbringt Leistun­gen an NS-Opfer, ins­beson­dere an Per­sonen, die keine oder eine völlig un­zu­rei­chende Leistung er­hielten, die in besonderer Weise der Hilfe bedür­fen oder bei denen eine Unter­stützung auf Grund ihrer Lebens­situation ge­recht­fertigt erscheint.

Die österreichischen Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze waren auf­grund ihrer Ab­stam­mung einer syste­mativschen Verfolgung im National­sozialis­mus aus­gesetzt. Auch nach 1945 wurde die Volkgruppe weiter­hin auf gesell­schaft­licher und staatlicher Ebene dis­kriminiert und viele von ihnen lebten in schwie­rigsten Ver­hält­nissen. Read the rest of this entry »

Romani Ora (15., 16., 17., 20. und 21.10.2025)

Oktober 23rd, 2025  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 15.10.2025 (mp3)

Die „BIB – Bildungsberatung Burgenland“ oder auch besser bekannt unter „das Bildungs­telefon“ ist Thema des Tages­beitrages der „Romani Ora“. Dazu erhalten Sie in dieser Sendung neben der ab­wechs­lungs­reichs­ten Musik auch die inter­natio­nalen Volks­grup­pen­nach­richten.


Anhören: →Sendung vom 16.10.2025 (mp3)

Gerhard Baumgartner, Historiker und Experte in Bezug auf Roma-Ge­schichte, wurde mit dem Wissen­schafts­preis des Landes Burgenland aus­ge­zeichnet. In der „Romani Ora“ hören Sie mehr darüber. Die Sendung wird mo­deriert von Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 17.10.2025 (mp3)

Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ beinhaltet natürlich die Ver­anstal­tungs­hin­weise/ Mulatin­tschage und natür­lich auch die Jugend­sendung. In „Young, wild and free – le ternenge“ berichten wir über den Jugend­report 2025 des Landes Burgenland, an dem sich junge Men­schen betei­ligen können.


Anhören: →Sendung vom 20.10.2025 (mp3)

Mit den schönsten Roma-Songs begleitet Sie die „Romani Ora“ am Montag. Die Musik­sendung auf Radio MORA bein­haltet außer­dem die Volks­gruppen­nachrichten und die Rubrik „Kultura het­vinate“.


Anhören: →Sendung vom 21.10.2025 (mp3)

Der „Pink Ribbon Day“ im Einkaufs­zentrum Oberwart (EO) stand ganz im Zeichen des Kampfes gegen Brustkrebs und für Soli­darität mit Brust­krebs­patien­tin­nen. Adi Gussak berich­tet darüber im Tages­beitrag.

German Loans in Sinti-Manuš Romani (2024)

Oktober 23rd, 2025  |  Published in Hochschulschriften, Romani, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazDaphne Reitinger (2024): A Cognitive Approach to Borrowing: German Loans in Sinti-Manuš Romani

Masterarbeit, Karl-Fran­zens-Uni­ver­­si­tät Graz (Insti­tut für Sprachwissenschaf), 118 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

Sinti-Manuš-Romani weist aufgrund des mehr als 400 Jahre wäh­ren­den Sprach­kontakts mit Deutsch eine um­fang­reiche Schicht deutscher Lehnwörter auf. Die vor­lie­gende Arbeit unter­sucht die deutsche Lehnwort­schicht in den zwei Sinti-Manuš-Romani-Varie­tä­ten Shinto Rosengro und Manouche d’Auvergne. Durch den Fokus auf die in Italien be­heima­tete Varie­tät Shinto Rosengro und die in Frankreich be­heima­tete Varie­tät Manouche d’Auvergne kann die Robust­heit der vor­liegen­den deutschen Entleh­nun­gen gewäh­rleistet werden, da Deutsch nicht mehr zu den primären Kontakt­sprachen zählt. Im Einzel­nen werden die in beiden Varietäten vor­kom­men­den deutsch­stämmi­gen Lehnwörter sowie die ent­sprechen­den Inte­gra­tions­pro­zesse unte­rsucht. Es werden Fal­lstudien zu Phonologie, Semantik und zu morpholo­gischen Pro­zessen durch­ge­führt und kognitive Me­chanis­men wie Entrench­ment-, Frequenz- und Similarity-Effekte zur Er­klärung der be­obach­teten Ergeb­nisse heran­g­ezogen. Durch eine um­fassende Unter­suchung dieser Wechsel­wir­kun­gen strebt diese Arbeit an, einen Beitrag zum inter­dis­zipli­nären Gebiet der kognitiven Kontakt­linguistik leisten.

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Zentralrat: Bürgerrechtspreis für George Soros

Oktober 22nd, 2025  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

Europäischer Bügrerechtspreis: George Soros in Deutschland ausgezeichnet (Foto: Stephan Roehl, H.-Böll-Stiftung, CC BY-SA 2.0)Diesjähriger Europäischer Bürger­rechts­preis der Sinti und Roma ehrt mit George Soros ein welt­wei­tes Feind­bild von Natio­nalis­ten und Au­to­kraten

Der Zentralrat und das Dokumentations- und Kultur­zent­rum Deut­scher Sinti und Roma ver­leihen am 23. Okto­ber um 11 Uhr im Berliner Hotel Adlon den von der Manfred-Lau­ten­schlä­ger-Stif­tung ins Leben ge­rufenen und mit 15.000 Euro dotierten Euro­päischen Bürger­rechts­preis der Sinti und Roma an den US-ame­ri­ka­ni­schen Holocaust­über­lebenden, Kosmo­politen und Phil­anthro­pen George Soros. Die Laudatio hält der Anti­ziganis­mus­be­auf­tragte der Bundes­regierung, der parla­men­ta­rische Staats­sekre­tär Michael Brand.

Mit dem Preis werden seit 2008 Persönlichkeiten und Orga­nisatio­nen, die sich in beson­derer Weise um die Men­schen­rechts­situa­tion von Sinti und Roma in Europa vervdient ge­macht haben, aus­ge­zeichnet, unter ihnen die ehe­malige Prä­sidentin des Euro­päischen Parla­mentes Simone Veil (2010), der ehe­ma­lige slowaki­sche Prä­sident Andrej Kiska (2019) sowie die ehe­malige Bundes­kanzlerin Angela Merkel (2021). Der Stifter Manfred Lautenschläger will mit dem Preis Politik und Gesell­schaft auf die Gefahren des an­wachsen­den Anti­ziganis­mus in Europa auf­merk­sam machen und daran er­innern, dass Holocaust auch die Er­mordung von 500.000 Sinti und Roma bedeutet.

Der diesjährige Preisträger wird „für sein jahrzehntelanges Engage­ment für die ge­sell­schaft­liche Gleich­stellung von Sinti und Roma“ aus­ge­zeichnet, erklärt der Zentral­rats­vor­sitzende Romani Rose. Soros und seine Open Society Foun­dations setzen sich seit über 30 Jahren vor allem in Ost- und Südost­europa für die Minder­heit ein. Sie er­mög­lichten 156.000 jungen Roma aus armen Ver­hält­nissen Bildung und Ausbildung. „Damit haben“, so Rose, „Soros und seine Stiftungen zur beruf­lichen Selbst­bestim­mung dieser jungen Menschen, deren Familien oftmals unter apart­heids­ähn­licher Ausgrenzung in EU-Mit­glieds­ländern leben, bei­getragen“. Read the rest of this entry »

Im Gespräch: Georg Sporschill, Jesuitenpater

Oktober 19th, 2025  |  Published in Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Pater Georg Sporschill, SJ (Foto: Elijah, CC BY-SA 4.0)„Sie nennen mich Moschu, Opa!“ – Renata Schmidt­kunz im Gespräch mit dem Je­su­i­ten­pater Georg Sporschill

Sendung anhören (ORF-Player)

Ö1/Im Gespräch, Sendung vom 10.10.2025
Gestaltung: Renata Schmidtkunz

Seit fast 40 Jahren setzt sich Pater Georg Sporschill für Kinder in Rumänien ein. Das Ziel seiner Arbeit ist die Be­frei­ung dieser Kinder aus Armut und ge­sell­schaft­licher Aus­gren­zung. Viele der von ihm unter­stütz­ten Kinder und Fami­lien nenvnen ihn liebe­voll „Moschu“ – also Opa. Heute, mit 79 Jahren, lebt der Jesuiten­pater in einem Roma-Dorf bei Marpod in Siebenbürgen, wo auch das von ihm ge­grün­dete Hilfs­werk Elijah seinen Sitz hat. Gebo­ren am 26. Juli 1946 im vor­arlbergi­schen Feldkirch, studierte Georg Sporschill Theo­logie, Päda­gogik und Psycho­logie. Mit 30 Jahren trat er in den Jesuiten­orden ein und wurde zum Priester geweiht.

Als Kaplan in Wien arbeitete er mit drogensüchtigen, haft­ent­lasse­nen und obdach­losen Jugend­lichen, grün­dete ein Jugend­haus der Caritas. Es folgten der Canisibus, der obdach­lose Menschen mit Suppen ver­sorgt, und das Wiener Innen­stadt­lokal „Inigo“, ein Lang­zeit­arbeits­losen-Projekt. 1991 ent­sandten ihn die Jesuiten nach Bukarest. Aus den ge­plan­ten sechs Monaten wurde eine Lebens­aufgabe.

Gemeinsam mit der katholischen Theologin Ruth Zenkert gründete er in der Folge die „Concordia-So­zial­pro­jekte“, die Kindern in Ru­mä­niven, Bulgarien, Moldau, dem Kosovo und Österreich neue Per­spek­tiv­en geben. Read the rest of this entry »

Romani Ora (9.10., 10.10., 13.10. & 14.10.2025)

Oktober 17th, 2025  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 9.10.2025 (mp3)

Ein Roma-Sensibilisierungsworkshop zu Geschichte, Kultur und den aktu­ellen Heraus­forde­run­gen der Volks­gruppe fand in Räum­lich­keiten des Vereins Roma-Service (Website) in Ober­wart statt. Mehr dazu hören Sie im neuen Tages­thema.


Anhören: →Sendung vom 10.10.2025 (mp3)

Mit den Veranstaltungshinweisen/Mulatintschage und der Jugend­sendung „Young, wild and free – le ter­nenge“ über die Bildungs- und Berufs­infor­ma­tions­messe Burgenland be­gleitet Sie die „Romani Ora“ in das Wochen­ende. Dazu hören Sie die ab­wechs­lungs­reichste Roma-Musik.


Anhören: →Sendung vom 13.10.2025 (mp3)

Im „Romani Ora“-Musikmontag auf Radio MORA erfreuen wir Sie mit der viel­fältigs­ten Roma-Musik. Use amende cidel o minden­felitiko. Durch das Programm führt Sie Tina Nardai. Die Volks­gruppen­nach­richten prä­sentiert Ihnen Adi Gussak.


Anhören: →Sendung vom 14.10.2025 (mp3)

Im Tagesthema der „Romani Ora“ nehmen wir Sie mit auf die BiBi-Messe, die Bildungs- und Berufs­infor­mations­messe, die in Oberwart abgehalten wurde. Rund 90 Aus­stel­ler:in­nen zeigten den jungen Men­schen auf, in welche Richtung ihre Zukunft gehen könnte.

Betteln als Lebensform: Notreisende in Graz

Oktober 13th, 2025  |  Published in Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazKornelia Vogl (2023): Betteln als Lebensform. Eine Befragung von Not­rei­sen­den in Graz zu ihrem Alltag

Masterthesis, Karl-Fran­zens-Uni­ver­­si­tät Graz (Stu­dien­­rich­tung „Global Studies“), 147 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

Über jene Menschen, die aufgrund von Armut innerhalb Europas migrie­ren und häufig als Bettelnde in österrei­chi­schen Städten an­zu­treffen sind, gibt es unzählige mediale Berichte mit diversen Sicht­weisen auf das sozial­poli­tische Streit­thema. Im Rahmen dieser Arbeit wurde das Thema Armuts­migra­tion aus soziologischer Sicht unte­rsucht, um die Si­tu­ation der Betrof­fenen aus einer wissen­schaft­lichen Per­spektive zu be­trachten. Dabei wurde genauer auf den Alltag der Not­reisenden und ihren Umgang mit einer mög­lichen Stigma­tisierung ein­ge­gangen. Mittels leit­fragen­ge­stütz­ter Interviews mit slowaki­­­schen und rumänischen Staats­an­ge­höri­gen wurde die Lebens­lage der Not­rei­senden unter­sucht und an­hand der qualita­tiven Inhalts­analyse nach Mayring aus­ge­wertet. Die Er­geb­nisse zeigen, dass es den Not­reisenden in den Her­kunfts­ländern an lebens­wich­tigen Grund­lagen fehlt, wes­halb nur die Pendel­migration nach West­europa als Ausweg bleibt. Außer­dem mangelt es den Be­trof­fenen an (Aus-)Bildung, adä­qua­ten Wohn­möglich­keiten oder Zugang zum Arbeitsmarkt, wo­durch ihre Chancen auf eine Ver­besse­rung der Situation ver­mindert werden. Die tem­poräre Pendel­migration er­mög­licht es den Men­schen die Ver­sor­gung ihrer Familie zu gewähr­leisten. Read the rest of this entry »

Osteuropäische Rom_nija in Graz (2019)

Oktober 11th, 2025  |  Published in Frauenrechte, Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazChristina Bugram (2019): Die Lebenssituation osteuropäischer Rom_nija in Graz: temporäre und zirkuläre Migration als Problemlösungsstrategie

Masterthesis, Karl-Fran­zens-Uni­ver­­si­tät Graz (Studien­rich­tung „Inter­diszip­li­näre Geschlech­ter­studien“), 100 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

In der Mehrheitsbevölkerung sind zahlreiche antiziganis­tische Stereotype über Rom_nija ver­ankert, mit denen jahr­hun­derte­lange Dis­kriminie­rung und Be­nachtei­ligung unter­stützt wurde und wird. Fun­diertes Wissen über ihre tatsäch­lichen Lebens­realitäten besteht hin­gegen kaum. Diese Masterarbeit zielt darauf ab, Auf­klärungs­arbeit zu leisten, und liefert eine genaue Betrach­tung tem­porärer bzw. zirku­lärer Migration von Rom_nija aus den neuen EU-Mitglied­staaten nach Graz, wo diese vor­wiegend als Bettler_innen sichtbar sind. Tem­poräre und zirku­läre Migra­tions­formen von Rom_nija finden sowohl im Diskurs um Migration als auch über Rom_nija wenig Be­achtung. Eine analy­tische Sicht­weise auf die Per­spektive von Frauen fehlt oft gänzlich. Qualita­tive Interviews mit sechs tem­porären und zirkulären romani Migran­tinnen in Graz sowie ein Interview mit einer Mit­arbeiterin eines roma­spezifischen Projektes er­möglichen einen Einblick in Lebens- und Migra­tions­biografien und die Heraus­forderungen, denen sie als Frau, Migrantin und Romni be­gegnen. Die be­fragten Frauen teilen wie die meisten romani Migrant_innen eine wesent­liche Gemein­sam­keit: ein Leben in ihrer Herkunfts­region wäre ohne eine Migration kaum bis gar nicht zu bewäl­tigen. Trotz zahl­reicher biogra­fischer Parallelen lassen sich aus den Inter­views vier ver­schie­dene Migrations­formen ableiten. Neben der Differen­zierung zwischen der ein­maligen und wieder­holten Migration bezieht sich ein wesent­liches Unter­scheidungs­merkmal auf das Ziel einer dauer­haften Nieder­lassung. Read the rest of this entry »

Romani Ora (6.10., 7.10. und 8.10.2025)

Oktober 9th, 2025  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 6.10.2025 (mp3)

Der „Romani Ora“-Musikmontag auf Radio MORA hat für jeden Musik­ge­schmack das pas­sende Genre mit dabei. Infor­mativ werden Sie in dieser Sendung auch mit den Volks­grup­pen­nach­richten ver­sorgt.


Anhören: →Sendung vom 7.10.2025 (mp3)

„Wissen, was ich kann …“ – das Projekt zur Stärken­analyse der Burgen­ländi­schen Volks­hoch­schulen ist Thema des Tages­beitrages dieser „Romani Ora“. Unter­legt mit der schöns­ten Roma-Musik be­gleitet Sie Tina Nardai durch das Pro­gramm.


Anhören: →Sendung vom 8.10.2025 (mp3)

Immer mittwochs hören Sie in der „Romani Ora“ die zwei­sprachigen Volks­gruppen­nachrichten. Und im aktuellen Tages­thema erfahren Sie mehr über das Theater­stück „Der hölzerne Reifen“ von Heinz Janisch, welches von der Theater­initiative Burgenland auf­geführt wird. Die Sen­dung moderiert Tina Nardai.

Ö1 Europa-Journal: Roma in Europa und Spanien

Oktober 8th, 2025  |  Published in Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Ö1 Europa-Journal, 3.10.2025

Roma und Sinti: Der Umgang mit der größten europäischen Minderheit

Mehr als zwei Drittel der in Europa lebenden Roma und Angehörigen ver­wandter Minder­heiten leiden unter Armut. Das zeigt der aktu­elle Bericht der EU-Agentur für Grund­rechte mit Sitz in Wien (wir be­rich­teten). Viele Roma-Fa­milien leben nach wie vor in völlig deso­laten und ille­galen Sied­lungen am Rande der Gesell­schaft. In Frankreich, Italien und Bulgarien wurden in den letzten Jahren Roma-Camps teils mit Gewalt ge­räumt und die Men­schen ab­ge­siedelt – zum Schutz der An­rainer, aber auch zum Schutz der Roma selbst, heißt es in offiziellen Be­gründun­gen. Wie kann das Zu­sammen­leben der Minderheit mit der Mehr­heits­bevöl­kerung in Europa funk­tionie­ren? Und welche Hand­habe hat die Euro­päische Union wenn es um den Schutz der Roma geht? Dazu ein Interview mit dem Men­schen­rechts­kom­mis­sar des Europa­rats, Michael O’Flaherty.

Roma-Frauen in Spanien: Die Emanzipation der „Gitanas“

Auch in Spanien hat die Minderheit der Roma mit Vorurteilen zu kämpfen. Im Gegen­satz zu anderen euro­päischen Ländern, sind die „Gitanos“, wie sie in Spanien genannt werden, besser in die Gesell­schaft ein­ge­bunden. Die spanische Regie­rung hat sich jahre­lang aktiv um die Integra­tion ge­kümmert. Die Gitanos prägen die spanische Kultur bis heute maß­geblich – sie sind auch Erfinder des Flamenco-Tanzes. Die Frauen – die „Gitanas“ – waren inner­halb der Volks­gruppe bisher jedoch beson­ders be­nach­teiligt, Akti­vis­tin­nen wollen das nun ändern. Josef Manola mit einer Repor­tage aus Madrid.

Moderation: Miriam Beller

(Sendung und Text: Ö1/ORF)

Facts & Figures (567)

Oktober 6th, 2025  |  Published in Facts & Figures

In der Zwischenkriegszeit waren in den Revuen der Bu­ka­res­ter Ca­ba­rets sog. „Zi­geu­ner­anek­do­ten“ zur Be­lus­ti­gung des Publikums be­liebt.

(Quelle/pdf)

Romani Ora (1.10., 2.10. und 3.10.2025)

Oktober 5th, 2025  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 1.10.2025 (mp3)

Der „Christopherus 16“-Rettungshubschrauber feierte in Oberwart sein 20-jäh­riges Be­stehen. Radio MORA war bei den Feier­lich­keiten dabei. Mehr dazu hören Sie im Tages­thema die­ser Aus­gabe der „Romani Ora“.


Anhören: →Sendung vom 2.10.2025 (mp3)

Im Tagesthema dieser Sendung nehmen wie Sie mit auf den „Oberwarter Schman­kerl­tag“, eine Ver­anstal­tung im Stadt­garten, bei der Kuli­narik auf Musik traf. Durch die Sen­dung begleitet Sie wieder Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 3.10.2025 (mp3)

Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ stimmt Sie mit den Ver­anstal­tungs­hin­weisen/ Mula­tin­tschage auf das Wochen­ende ein. In „Young, wild and free – le ternenge“, der Jungend­sendung der „Romani Ora“, berich­tet Adi Gussak darüber, was die Jugend von veganer und vegeta­rischer Ernäh­rung hält.

FRA veröffentlicht Roma Survey 2024

Oktober 3rd, 2025  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Roma Survey 2024: neuer Bericht der FRA liegt vorGrundrechteagentur FRA legt neuen Bericht über Roma und Traveller in der EU vor: mehr Erwerbstätige, aber Diskriminierung bleibt bestehen

European Union Agency for Funda­men­tal Rights (FRA): Rights of Roma and Tra­vel­lers in 13 Euro­pe­an Countries. Per­spec­tives from the Roma Sur­vey 2024, Vienna 2025 (2.10.2025)  | →Zum Down­load

Roma und Traveller in der EU sind nun erwerbstätig, und auch ihre Wohn­verhält­nisse haben sich ver­bessert. Jedoch sind Armut, Dis­kriminie­rung und Segre­gation nach wie vor weit ver­breitet. Dies geht aus einer neuen Erhebung der Agentur der Euro­päi­schen Union für Grundrechte (FRA) hervor. Die FRA betont nach­drücklich, dass zwischen den EU-Zielen zur Inklusion der Roma und den gelebten Erfah­rungen der Roma- und Tra­veller-Ge­mein­schaften nach wie vor erheb­liche Lücken bestehen. Es ist un­wahr­schein­lich, dass die EU-Staaten die Ziele bis 2030 errei­chen werden.

Die jüngste Roma-Erhebung bewertet, ob die Roma und Traveller durch die Inklu­sions­maß­nahm­en der EU und ihrer Mit­glied­staaten besseren Zugang zu ihren Grund­rechten haben. Ver­glichen mit Ergeb­nissen aus früheren Erhe­bungen der FRA zeigen sich zwar in einigen Bereichen Fort­schritte, jedoch bestehen nach wie vor große Unter­schiede zwischen den Roma und der All­gemein­bevöl­kerung: Read the rest of this entry »

50 Jahre Sinti-Siedlung Köln-Roggendorf

Oktober 3rd, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

Gelungene Integration: Eine feste Siedlung für fahrende Menschen
Podcast Zeitzeichen, WDR 5, 30.9.2025, 14:33 Min.

In Rekordzeit hatte die Stadt Köln die Siedlung hoch­ge­zo­gen: Am 30. Sep­tem­ber 1975 zogen 108 Sinti in die festen Häuser im Kölner Norden ein – ein gro­ßer Schritt für sie und ihre Nach­barn.

Deutschland: In diesem „Zeitzeichen“ erzählt Michael Reinartz: warum ausrangierte Reichs­bahn-Waggons ein mora­lisches Problem und zugleich Not­behelf für Kölner Sinti und Roma sind; wie Nachbarn anfangs Angst vor Lärm und Wert­verlust haben – und warum sich das Zu­sammen­leben dennoch schnell beruhigt; und was der Einzug in Steinhäuser für Bildung, Arbeit und Nach­bar­schaft bis heute bedeutet.

Als Kind sieht man Feuer zwischen Waggons auf freiem Feld – für die Jüngsten ein „Spielplatz“, für die Erwach­senen ein Leben ohne Duschen, mit ge­frore­nen Fenstern im Winter. Die Waggons stammen aus Be­ständen der alten Reichsbahn, die wäh­rend der NS-Zeit Sinti und Roma deportiert hatten.

Anfang der 70er ist klar: So kann es nicht bleiben. Daraufhin ent­steht der Plan für eine eigene Siedlung für Sinti und Roma. Von Früh­jahr bis Spät­sommer 1975 im Ortskern gebaut und am 30. Sep­tember bezugs­fertig – mit Stell­plätzen für Wohnwagen, aber ohne Tiere. Es ist die erste feste Siedlung für Sinti in Westeuropa. Read the rest of this entry »

Roma-Gebeine in Leipzig wür­dig bei­gesetzt

Oktober 2nd, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Leipziger Südfriedhof (Foto: Joachim Köhler/Wikimedia Commons/CC BY-SA 4.0)Über 160 Jahre lang wurden die sterbli­chen Überreste von drei Roma aus Rumänien in einer Samm­lung der Uni­ver­sität Leipzig ent­mensch­licht und als „For­schungs­material“ miss­braucht. Damit wurden sie Teil einer Ge­schichte von Ent­würdi­gung und rassis­tischen Forschun­gen, die Roma und Sinti bis heute über­schattet. Nun ist die Zeit ge­kommen, ihnen endlich Würde und Ruhe zurück­zu­geben. Am 1. Oktober 2025 wurden die Gebeine auf dem Süd­friedhof Leipzig bei­gesetzt – in un­mittel­barer Nähe zu einer Sinti-Grabstätte, deren An­ge­hörige Opfer der NS-Ver­folgung wurden. So entsteht ein gemein­samer Erin­ne­rungs­ort, der an die historische Ver­folgung erinnert und zu­gleich den drei Ver­storbenen ihre Würde zurück­gibt.

Für die Umsetzung führte die Leipziger Roma-Or­gani­sation „Romano Sumnal“ eine Spenden­aktion durch: für die Bei­setzung, den Gedenk­stein, die künst­lerische Gestaltung und die Gedenk­feier. „Jede Spende hilft, ein über 160 Jahre wäh­rendes Unrecht zu be­enden und in Leipzig einen Ort der Würde und Ge­rechtig­keit zu schaffen.“ Mehr hier.

(Text: Romano Sumnal)

Romani Ora (25.9., 26.9., 29.9. und 30.9.2025)

Oktober 1st, 2025  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 25.9.2025 (mp3)

Im Tagesthema dieser Ausgabe berichtet Adi Gussak über die Er­öff­nung der digitalen Aus­stel­lung über die Sängerin Ruža Nikolić-Lakatos (1945–2022): „Ruzsa, jek hango so atschol – Ruzsa, eine Stimme, die bleibt“ (Website) wurde im Romano Centro in Wien vor­gestellt wurde. Außerdem hören Sie eine weitere Folge von „Mri historija“.


Anhören: →Sendung vom 26.9.2025 (mp3)

In der Freitagsausgabe der „Romani Ora“ stimmen wir Sie mit den Ver­anstal­tungs­hin­wei­sen / Mu­latin­tschage bestens auf das Wochen­ende ein. Dazu unter­hält Sie Adi Gussak mit seiner wöchent­lichen Jugend­sendung „Young, wild and free – le ter­nenge“; darin dreht sich dies­mal alles um den „Second-Hand-Sep­tember“.


Anhören: →Sendung vom 29.9.2025 (mp3)

Der musikalische Start in die neue Woche passiert in der „Romani Ora“ mit den ab­wechs­lungs­reichsten Roma-Songs aus den unter­schied­lichsten Genres. Durch die Sen­dung führt Sie Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 30.9.2025 (mp3)

Im Tagesthema: „Mri nevi MiniMulti“, die bunte, zwei­spra­chige Kinder­zeitschrift des Vereins Roma-Service – ein Beitrag an­lässlich des Euro­päischen Tags der Sprachen, der seit 2001 jedes Jahr am 26. Septem­ber begangen wird.