Archive for Januar, 2015

Daten, Fakten, Zahlen: Bosnien

Januar 3rd, 2015  |  Published in Allgemeines, dROMa (Magazin)

Bosnien-Herzegowina (Foto: Tagesschau.de)Roma in Bosnien-Herzegowina

2,2 Millionen Menschen wurden während des Bosnienkrieges 1992 bis 1995 vertrieben oder flohen – viele von ihnen nach Österreich (90.000) oder Deutsch­land (320.000). Zehn­tau­sende wa­ren Roma, allein nach Berlin kamen 5.000 der 40.000 bis 80.000 bos­ni­schen Roma, die zwischen die ethni­schen Fronten geraten waren. Beson­ders im ser­bi­schen Landes­teil wurden viele Roma, die als Muslime doppelt gefähr­det waren, Opfer von Massenmord und Vertreibungen. Oft bega­ben sich daher ganze Dorf­gemein­schaf­ten gemein­sam auf die Flucht. Die Rückkehr dieser Flücht­linge ist bis heute äußerst schwie­rig. Wie nach dem Genozid wäh­rend des Zweiten Weltkriegs, in dem 90.000 jugosla­wische Roma ums Leben kamen, fanden viele ihre Häuser zer­stört oder besetzt vor. Oft­mals fehlten die Doku­mente, um ihr Eigentum zurück­zu­erhal­ten oder Wieder­auf­bau­hilfe zu be­antra­gen. Manche Heimat­gemein­den weiger­ten sich, die Rückkehrer zu registrie­ren. Viele sahen sich daher zur neuerlichen Flucht gezwun­gen oder leben in einer der 36 (Stand 2012) illegal errich­te­ten Sied­lungen. Die Zahl der Roma in Bosnien beziffert die UNDP heute vor­sichtig mit 40.000 bis 50.000; andere Schätzun­gen lie­gen höher. Nur 4 % der Erwach­senen stehen in einem Arbeits­ver­hält­nis; 70 % haben keinen Zugang zur Gesund­heits­ver­sor­gung; und rund 80 % der bos­ni­schen Roma sind ohne Grund­schul­ab­schluss. (RU)

(aus: dROMa 33, 1/2012)

dROMa 33 (2012): Bosnien | Bosnija

Januar 2nd, 2015  |  Published in dROMa (Magazin)

droma_38Frühling | Terno linaj 2012
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Der Bosnienkrieg und seine „ethnischen Säuberungen“ trafen in beson­de­rem Maße auch Roma. In Bijeljina etwa zähl­ten Roma 1992 zu den ersten Opfern der ser­bi­schen Arkan-Miliz. Die an die 8.000 Per­sonen zäh­lende Roma-Gemein­schaft wurde fast zur Gänze ver­trieben. Eben­so erging es den Roma aus Veseli Brijeg bei Banja Luka, nur zehn von ihnen blie­ben. Inzwi­schen sind viele wieder nach Veseli Brijeg zurück­gekehrt und ver­su­chen mit Hilfe der stei­ri­schen Caritas einen Neu­beginn. 200 Roma-Fa­milien aus Bijel­jina wiede­rum sind im Weinviertel gestran­det und be­mühen sich, unter­stützt von der Caritas, dort Fuß zu fassen. Unter ande­rem in Veseli Brijeg ist auf Initia­tive der Caritas auch ein Foto­projekt ent­standen, dessen Roma-Porträts wir Ihnen quer durchs Heft prä­sen­tie­ren möch­ten. Michael Teichmann hat die Fotografin Maria Schnabl zu den Hin­ter­grün­den be­fragt. Die Wein­viertler Roma-Community, von deren Exis­tenz bislang nur we­nige Notiz genom­men haben, hat Michael Wogg be­sucht. Und Roman Urbaner skiz­ziert den Streit über die bos­nische Verfassung, die den ethni­schen Proporz fest­schreibt und dabei auf Roma und Juden vergisst.

O haburi andi Bosnija taj leskere „etnischi schuscha­riptscha“ te le Romen reste. Ando foro Bijeljina o Roma 1992 uso erschti opfer­tscha la ser­bitika Arkan-mili­catar gende. O Romen­gero khe­ta­nipe, valami 8.000 dschene, bojd sa tradim ule. Afka te le Ro­menge andar o foro Veseli Brijeg pasche Banja Luka gelo, tschak desch len­dar odoj atschi­ne. Akan ham imar papal but lendar ando foro Veseli Brijeg pal ale taj le pomo­scha­goha la schtacka Caritasatar nevo kes­dipe keren. 200 Ro­menge fami­liji andar Bijel­jina ando Weinviertel dschin taj proba­li­nen, le pomo­scha­goha la Cari­tastar, odoj nevo dschi­vipe te kes­di­nel. Ando foro Brijeg upri ini­cija­tiva la Cari­tastar jek kipen­gero pro­jek­to kerdo ulo, taj amen andi cili heft­lina o ker­de kipe te sikal tumen­ge kama­ha. O Michael Teichmann la kipo­sasch­ki­jaha Maria Schnabl va­kertscha. O Romen­gero khe­ta­nipe ando Wein­viertel, pedar dschi akan tschak tschule valaso dscha­nahi, o Michael Wogg kher rodija. Taj o Roman Urbaner pedar o bos­nitiko tschatschipe, savo o etnischi pro­porc tel pisi­nel taj upro Roma taj upro dschi­dov­tscha pobis­te­rel, infor­ma­cija del.

(dROMa)