Archive for Juli, 2010

Harsche Kritik an Anti-Roma-Kurs Sarkozys

Juli 30th, 2010  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Nicolas Sarkosy entdeckt das Feindbild Roma (Foto: Wikicommons)Frankreichs Präsident Sarkozy steht nach seinen angekündigten Maßnahmen gegen Roma und Fahrende im Sperrfeuer der Kritik. Verschiedenste Roma-Organisationen in Frankreich (wie das Collectif des Associations Tziganes) oder Rumänien (wie Romani Criss), das European Roma Rights Centre (ERRC), das European Roma and Travellers Forum beim Europarat, Amnesty International, der Europa-Menschenrechtskommissar Thomas Hammarberg und kirchliche Stellen warnen eindringlich vor dem Einschwenken auf rassistische Sündenbockpolitik (die, wie „Le Monde“ berichtet, auch in Belgien Nachahmer finden könnte). Die rumänische Regierung betonte ihre Kooperationsbereitschaft, zeigte sich aber auch vom angekündigten Vorgehen gegen EU-Bürger beunruhigt. Die internationale Presse (wie hier z. B. die „New York Times“) verweist bei der Erörterung des aktuellen Anti-Roma-Kurses auf Sarkozys zuletzt stark angeschlagene Popularitätswerte; die „Libérationfürchtet die Stigmatisierung einer ganzen Ethnie; und „Le Monde“ kritisiert die Ankündigung Sarkozys, gegen nicht genehmigte Camps und straffällige Roma vorzugehen, u.a. mit folgenden Worten:

Da ist nun eine Bevölkerungsgruppe, die die Regierung nicht „stigmatisieren“ will – und der sie doch den Stempel des Verdachts aufdrückt … Der Elysée-Palast setzt alles auf die Waffe der Unterdrückung. Roma, die die „öffentliche Ordnung“ gestört oder Betrugsdelikte begangen haben, werden „praktisch sofort“ nach Rumänien oder Bulgarien abgeschoben. Innerhalb von drei Monaten soll die Hälfte der illegalen Lager aufgelöst werden. (…) Sarkozy kann als Wächter des nationalen und sozialen Zusammenhalts nicht dem fahrenden Volk die Schuld einiger ihrer Mitglieder aufbürden. Von mehr als 400 000 registrierten Landfahrern in Frankreich sind 95 Prozent Franzosen und zwei Drittel von ihnen sind sesshaft. Die Roma (…) sind eine Minderheit und hauptsächlich Einwanderer aus Osteuropa, besonders aus Rumänien und Bulgarien. Sie gehören unterschiedlichen Gemeinschaften an, die zwischen den EU-Ländern hin und her geschoben werden. Innerhalb der nächsten drei Monate soll die Hälfte der illegalen Lager aufgelöst werden. Dies bezeugt das Versagen des Staates und der Gemeinden, das Gesetz von 1990 zu befolgen, nach dem Städte mit mehr als 5000 Bewohnern Aufnahmegelände für die Landfahrer bereitstellen müssen. (Anm. dROMa-Blog: 60 Prozent der vom Gesetz verpflichteten Gemeinden weigern sich dennoch bis heute, derartige Plätze einzurichten.) (Zitat: Le Monde via volksgruppen.orf.at)

“I’m gonna break the fucking spell”

Juli 27th, 2010  |  Published in Musik

Der ukrainisch-amerikanische Gypsy-Punk-Pionier Eugene Hütz (Gogol Bordello) spielt „Break the Spell“ vom Album „Trans-Continental Hustle“ live für die „indieATL music series“ (via Mona Nicoara).

You love our music but you hate our guts
And I know you want me still to ride the back of the bus
Every opportunity for me is a red carpet to hell
But I’m a Roma wunderkind and I’m gonna break the fucking spell

Terdschivipeskero drom „Lebenswart“

Juli 26th, 2010  |  Published in Radio & TV, Romani

Radijo Roma samRoma sam
Radijo Burgenland: 26.7.2010, 20:40 orenge/Uhr (on demand)

viersprachiger Erlebnisweg "Lebenswart" volksgruppen.orf.at: Ando 4. juli o terdschivipeskero drom „Lebenswart“ le gemajndendar Erba, Tenu Erba taj Vereschvar pradim ulo. Ada drom la cila familijake use jek terdschivipe te ol. Ando 15 schtacijoni na tschak interesanti koji pedar o historischi terdschiviptscha taj pedar i natura siklon – te jek pamarisi, savo pedar o terdschojipeskero than taj leskere pasche thana ande poesijakeri forma phukal, upre saki tablina te lakel hi. Sa ando 4-tschibtscha. O tablini interaktivi schaj nucim on: Upro tschibtschakere falati, save ar te cidel dschan, laken upri jek rik o prik bescharde teksti le pamarisistar, upri avri rik jekoschne alava ando mindenfelitike tschibtscha schaj siklon. Pedar o mindenfelitike tschibtscha la regijonatar, o latscho khetan butschalinipe le jekoschne tschulipendar taj o pradipeskero mulatintschago le terdschivipeskere dromestar, schunen tumen buteder le Josef Schmidtistar ando vakeripe la Susanne Horvathiha la sendungake Roma sam.

volksgruppen.orf.at: Am 4. Juli wurde von den Gemeinden Oberwart, Unterwart und Rotenturm im Burgenland der viersprachige Erlebnisweg „Lebenswart“ eröffnet, der auf Deutsch, Kroatisch, Ungarisch und Roman (Burgenland-Romani) beschildert ist. Mehr über die Mehrsprachigkeit in der Region, die gute Zusammenarbeit der einzelnen Volksgruppen und die Eröffnung des Erlebnisweges erfahren Sie von Josef Schmidt im Interview mit Susanne Horvath für die Sendung „Roma sam“.

Uprutni Austrija taj o „Zigeuner“

Juli 25th, 2010  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Radio & TV, Wissenschaft

Radijo KaktusRadijo Kaktus / WEBRADIO oe1campus
23.7.2010, 20:00 & 24.7., 20:30 & 26.7., 11:30 orenge (on demand/mp3)

Florian-FreundAndo 12. juli 2010 presentirintscha o Florian Freund khetan le thaneskere scheroha Josef Pühringer ando mulatintschagoskero baro kher le uprutne austritike thaneskere archivestar i kenva „Uprutni Austrija taj o ,Zigeuner‘-politik gejng jek tschulipe ando 19. taj 20. schelberschengero“. O pisimaschi, historikeri, universitetakero docento upro instituto la cajtakera historijake la universitetatar Betschi Florian Freund vakertscha la Gilda Horvathiha ando vakeripe le radijo Kaktusiske pedar i dugi historija le tradipestar taj upre pisinipestar le Zigeunerendar taj so andar oda, akan adala cajtake schaj siklim ol. „Bekämpfung der Zigeunerplage“ butscholahi ando birovtschagengero vakeripe o tradipe le Zigeunerendar. Kekaj lengero gendo andi Uprutni Austrija ando 19. taj 20. schelberschengero tschuleder sina, meg mindig phure koji le manuschender taj i dar „le“ Zigeunerendar i basis la oficijeli politikatar sina. Ando nacijonalsocijalismus o gauiskere schere i politischi situacija uso ari dschumipe le „Zigeunerendar“ andar o khetanipe, uso ande tschapinipe ando logeri Weyer-St. Pantaleon, usi mujsinipeskeri buti taj deportacija nucinde. Bojd o cile andar i Uprutni Austrija deportirime Zigeuner ando gheto Łódź mule vaj ando logeri Kulmhof le gasiha murdarde ule.

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Film: „Mein Haus stand in Sulukule“

Juli 24th, 2010  |  Published in Film & Theater

Mein Haus steht in SulukuleDer österreichische Dokumentarfilm „Mein Haus stand in Sulukule“ feiert am 30. Juli seine internationale Premiere beim 16. internationalen Filmfestival von Sarajevo (23.-31.7.2010). Der von „nanookfilm“ (wo mit „Romane Apsa Revisited“ übrigens gerade ein zweiter Roma-Dokumentarfilm in Vorbereitung ist) produzierte Streifen der steirischen Regisseurin und Kamerafrau Astrid Heubrandtner zeigt die letzten Tage von Sulukule, dem Elendsquartier und ältesten Vergnügungsviertel inmitten von Istanbul. Sulukule ist angeblich seit fast tausend Jahren Zentrum der türkischen Roma, die hier in kleinen, baufälligen Häusern entlang der Stadtmauer des alten Byzanz leben. Die Verwaltung von Istanbul will diesen Stadtteil vollständig abreißen und neu aufbauen (mehr dazu zum Beispiel hier).

Mein Haus stand in Sulukule, R: Astrid Heubrandtner, A/2010, 94 min., HD CAM (HDTV).

Präsentation: Oberösterreich und die „Zigeuner“

Juli 23rd, 2010  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Radio & TV, Wissenschaft

Radijo KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
23.7.2010, 20:00 & 24.7., 20:30 & 26.7., 11:30 Uhr (on demand/mp3)

Pühringer und FreundAm 12. Juli 2010 präsentierte Florian Freund gemeinsam mit Landeshauptmann Josef Pühringer im Veranstaltungssaal des Oberösterreichischen Landesarchivs das Buch „Oberösterreich und die ‚Zigeuner‘ – Politik gegen eine Minderheit im 19. und 20. Jahrhundert“. Der Autor Florian Freund, Historiker und Universitätsdozent am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, sprach mit Gilda Horvath im Interview für „Radio Kaktus“ über die lange Geschichte der Verfolgung und Registrierung von sogenannten „Zigeunern“ und was man daraus für die Gegenwart lernen kann.

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Sarkozy will Roma-Lager auflösen

Juli 21st, 2010  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Frankreich: Unruhen nach dem Tod eines jungen Mannes in Saint-Aignanvolksgruppen.orf.at:  Nach Ausschreitungen zwischen Polizei und einer Gruppe von „Landfahrern“ will der französische Präsident Nicolas Sarkozy alle illegalen Lager von Roma und anderen Gruppen auflösen. „Die Unruhen haben erneut gezeigt, dass es Probleme mit dem Verhalten einiger Angehöriger der Roma und anderer nichtsesshafter Gruppen gibt“, betonte Sarkozy (Anm.: „les problèmes que posent les comportements de certains parmi les gens du voyage et les Roms“). In der vergangenen Woche hatte ein Polizist (Anm.: in Saint-Aignan in der Nähe von Rennes) einen 22-Jährigen erschossen, der (Anm.: ersten Ermittlungen zufolge wegen eines kleinen Diebstahls und weil er keinen Führerschein hatte) vor einer Straßenkontrolle fliehen wollte und mit dem Auto auf zwei Polizisten zusteuerte. Mehrere Dutzend „Landfahrer“, die in der Nähe ein Lager eingerichtet hatten, griffen am Sonntag eine Polizeistation an und randalierten in dem Dorf. Es gab Sachschaden, aber keine Verletzten.

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„Ich werde nur mehr Weiße aufnehmen“

Juli 21st, 2010  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Sport

Gewichtheber Zaremba (Foto: Sedmička)Wirbel um tschechischen Ex-Olympiasieger Ota Zaremba

Der frühere tschechoslowakische Olympiasieger im Gewichtheben bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau Ota Zaremba (53) schloss alle Roma aus seinem Gewichtheber-Klub aus. Als Grund gab er an, dass ihm ein Rom, der Mitglied des Klubs war, 5.000 Kronen (196 Euro) gestohlen habe. „Kürzlich habe ich sie alle (Roma) gefeuert. Mit den Zigeunern habe ich für immer Schluss gemacht. In den Klub werde ich jetzt nur mehr Weiße aufnehmen“, sagte Zaremba gegenüber der Online-Ausgabe der tschechischen Wochenzeitschrift „Tyden“.

Ota Zaremba ist gleichzeitig der außerparlamentarischen rechtsextremen „Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit“ (DSSS) beigetreten und möchte bei den Kommunalwahlen im Oktober auf der DSSS-Liste kandidieren. DSSS ist eine Nachfolgepartei der 2010 vom Gericht aufgelösten rechtsextremen Arbeiterpartei (DS). Die verbotene Vorgängerpartei DS war 2008 und 2009 durch mehrere Aktionen wie Protestmärsche gegen die Roma-Minderheit in Nordböhmen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Read the rest of this entry »