O Sejnur Memiši taj o Nino Novakovic o schere hi pal „RYMEcast“, jek barikano rikakero Romengero-medijengero projekto andi Germanija. Sajt o terno linaj 2020 o duj buteder sar 100 falati lengere podcastistar kerde. Amen le Sejnuriha pedar o scenartscha vakertscham.
dROMa: So hi o koja maschkar jek podcast taj jek radijoskeri sendung? Sejnur Memiši: Jek podcast kvasi jek audijoskero keripe sar ando radijo hi, tschak oni muschika, savo mindig online – le vasteskeroha vaj pedar o kompjuteri – te schunel dschanes. Use jek radijoskeri sendung butvar jeka sendinipeskera cajtatar tel hejngim sal. Jek podcast schaj mindig upro seletoskere formtscha sar Spotify, Apple vaj Google schunes.
Soske ada medijum ar rodijan?
Me imar sajt mri tschavengeri cajt ojs audijo-reporteri vaj uso radijo buti te kerel kamahi. Duach o podcast o latschipe man sina, loke te kesdinel taj na le bare medijendar tel hejngim te ol.
O reporterengero dschanipe tuke kvasi andi betschuja paschlardo ulo …
Hatek schaj. Te mro dad reporteri hi taj agun ande Pristina (Kosovo) jek ajgeni radijoskeri sendung ande Romanes le sina. Kada me trin vaj schtar berscha phurano somahi, jefkar le use leskeri buti te vodinel taj leske palo kulistscha use te dikel tromtschom. Taj sajt oja cajt mro interesi le medijenge, la reporteriskera butjake taj le moderirinipeske, dschangardo sina. Pasche mro dad te mro batschi, la dajakera riktschatar, reporteri hi taj ojs moderatori use „Radio Romano“ andi Schvedija butschalinel. Read the rest of this entry »
„Romani Ora“-Redakteurin Tina Nardai im dROMa-Gespräch
Im Juli begann ein vierköpfiges Roma-Redaktionsteam in Oberwart mit der Ausstrahlung der „Romani Ora“, einem einstündigen Radiojournal mit Themen der Volksgruppe der Roma. Aufgezeichnet werden die zweisprachigen Sendungen im Studio des Vereins Roma-Service – und das seit einigen Tagen nun sogar täglich. Wir haben mit der Redakteurin und Moderatorin Tina Nardai über das Radioprojekt gesprochen.
dROMa: Für die, die „Romani Ora“ noch nicht kennen – kannst du kurz erklären, was in den Sendungen zu hören ist?
Tina Nardai: In unserer Sendung haben wir mit Abstand die meiste Roma-Musik, die man im Radio zu hören bekommt. Abgesehen davon, sind wir auch mit Themenschwerpunkten vollgepackt. Wir senden fünfmal die Woche einen Tagesbeitrag; dieser ist vorrangig einem romaspezifischen Ereignis gewidmet. Aktualität ist uns natürlich auch sehr wichtig. Am Puls der Zeit zu recherchieren und zu senden, ist ein fundamentaler Baustein moderner Medienarbeit.
In unserer Rubrik „Mri historija“ nehmen wir die Zuhörerinnen und Zuhörer mit in die Geschichte und Erzählungen von und über Romnja und Roma. Aufarbeitung der Geschichte und unserer kulturellen Identität war uns von Anfang an ein wichtiger Part. Ich verarbeite gerne alte Tonaufnahmen von Zeitzeugen und hauche ihnen in der „Romani Ora“ quasi neues Leben ein. Aber auch geschichtliche Brocken, wie z.B der Genozid oder verschwundene Roma-Siedlungen aus dem Burgenland, werden darin recherchiert und ausgestrahlt.
„Young wild and free“
In „Mindenfelitiko“ (wie es das Wort nicht besser ausdrücken könnte) beschäftigen wir uns mit „Allerlei“, das die Hörerinnen und Hörer interessieren könnte: Veranstaltungshinweise rechtzeitig zum Wochenende, Kinotipps und Buchneuheiten, aber auch Kochrezepte und praktische Alltagstipps. Und mehrmals die Woche gibt es auch das Jugendformat „Young wild and free“. Darin befasst sich unser Redakteur vorranging mit Themen, die in der Jugendszene „hip“ sind – von Musik über Sport bis hin zu gesellschaftspolitischen Themen. Read the rest of this entry »
Inhaltsangabe auf Spotify: „Kemeten ist eine der wenigen Gemeinden, in denen eine Gedenkstätte an die in der NS-Zeit verfolgten und ermordeten Romnija und Roma erinnert. Das lange diskutierte Gedenkzeichen wurde am 3. April eingeweiht. Warum gibt es noch immer so wenige Gedenkstätten, die an einstige Romasiedlungen und an ihre vertriebenen und ermordeten Bewohner*innen erinnern? Walter Reiss stellt diese Frage an Gerhard Baumgartner, den wissenschaftlichen Leiter des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes (DÖW). Der bekannte Historiker ist gebürtiger Südburgenländer und gilt als Experte für Geschichte und Erforschung des Schicksals der Volksgruppe der Roma.“
In #23 des Podcasts treffen wir Francesco Arman, er ist der neue Sozialdezernent für die Linke in Gießen und Sinto – und zwar der erste in seiner Stadt in diesem Amt. Wir sprechen mit ihm darüber, warum sich die Stereotype gegen Sinti*zze und Rom*nja so hartnäckig halten, über die Verfolgung seiner Familie durch die Nationalsozialisten – und warum es wichtig ist, dass nicht mehr länger die Mehrheitsgesellschaft die Deutungshoheit über Vergangenheit und Gegenwart besitzt. Die Historikerin Karola Fings von der Forschungsstelle Antiziganismus der Uni Heidelberg, Mitglied der Unabhängigen Kommission Antiziganismus des Bundestages, ordnet Francescos Geschichte ein, gibt Recherchetipps und erklärt, warum es so wichtig ist, dass die Gesellschaft endlich mal genau zuhört, wenn es um Verfolgungs- und Diskriminierungsgeschichten geht. Über diesen Podcast:
Seit 75 Jahren ist der Nationalsozialismus Geschichte – und doch wirkt er bis heute weiter – im eigenen Leben, in den Familien. Der Podcast „gestern ist jetzt“ erzählt von der Suche nach Antworten darauf, wie sich unsere eigenen Großväter im Nationalsozialismus verhalten haben. Und soll auch Dich bei Deiner Suche weiterbringen – dank der Unterstützung vieler Historiker, Sozialwissenschaftlerinnen, Psychologinnen und Archivare – aber und anderer recherchierender Enkel*innen, die schon viel weiter sind als wir. Wir, das sind Melanie Longerich und Brigitte Baetz – zwei Journalistinnen aus Köln.
Dem Krieg entkommen: Ildika Pap im Gespräch (Romani)
Ildiko Pap, eine Romni aus der Ukraine, ist vor fünf Monaten aus ihrer Heimat geflohen. Ihren Fluchtweg über Ungarn, Deutschland und Österreich schildert sie im Gespräch mit Emmerich Gärtner-Horvath für TV Erba. Ildiko Pap hat sieben Kinder. Es konnten fast alle fliehen, eine ihrer Töchter befindet sich jedoch noch immer im Kriegsgebiet. Im Gespräch schildert sie ihre Eindrücke von München, wo sie eine Zeitlang in einem Lager untergebracht war, und wie sie danach zu ihrer Tochter nach Oberwart gelangen konnte. Da Frau Pap kein Deutsch spricht, wurde das Gespräch in Romani geführt.
Ildiko Pap, jek Romni andar i Ukrajine, angle 5 masek andar pri hajmat naschi iste geli. Lakero naschajipeskero drom pedar o Ungriko, Nimtschko taj Austrija phukal oj ando vakeripe le Emmerich Gärtner-Horvathiha TV Erbake. La Ildika Pap 7 tschave hi. O cile schaj bojd naschi gele, jek tschaj ham meg mindig andi haburiskero than beschti hi. Ando vakeripe phukal oj pre tertschaviptscha andar München, kaj oj ande jek logeri sina taj sar oj use pri tschaj Erbate peli. Kaj i rani Pap i nimtschki tschib na dschanel, o vakeripe andi Romani tschib kerdo ulo.
„Das Exil hat mich auf jeden Fall geprägt“ – Das Roma Antidiscrimination Network (RAN) sprach mit dem Autor Jovan Nikolić
Jovan Nikolić ist ein in Köln lebender Roma-Schriftsteller. Er stammt aus einer Musiker:innen-Familie und hat eine Ausbildung zum Maschinenbautechniker absolviert. Jedoch ist es die Literatur, die ihn ein Leben lang begleitet. Schon in seiner Jugend begann er, Gedichte und Prosa zu verfassen. Seither hat er sein Repertoire um Kolumnen, Kabarett und Theater sowie um Musiktexte erweitert. Bereits in seiner Heimat Jugoslawien wurde er mehrfach für seine Literatur ausgezeichnet, was sich auch nach seiner Niederlassung in Deutschland fortsetzte. Ende 2021 erschien der Sammelband „Der Gast nirgendwoher“ im Drava-Verlag.
Lieber Herr Nikolić, erst einmal vielen Dank für das Interview. Sie sind 1955 in Jugoslawien geboren. Als Rom und Serbe haben Sie gemischte Wurzeln – wie erleben Sie das?
Ich betrachte mich selbst als „Hybrid-Rom“, also das, was gemeinhin als „Meles“ bezeichnet wird. Meine Mutter war Serbin aus Belgrad, mein Vater war Rom und Direktor der alten Post in Belgrad. Meine Mutter hat als Amateurin in Musikclubs gesungen, wo sie auch meinen Vater getroffen hat. Ihre Heirat war ein Skandal auf beiden Seiten der Familie, doch sie bekamen Unterstützung von den beiden Schwestern und der Mutter, die sie in Schutz nahmen. Ich selbst bin dann auch in Belgrad geboren. Bis zu meinem 11. Lebensjahr haben meine Schwester und ich mit unseren Eltern in Hotels gewohnt, weil wir mit der Musik in ganz Jugoslawien umhergezogen sind. Erst als ich elf Jahre alt war, ist meine Familie in eine Roma-Siedlung umgezogen, in einem Ort namens Čačak, 160 km von Belgrad entfernt. In der Schule war es deshalb sehr schwierig, sozial anzukommen, auch mit anderen Kindern aus Roma-Familien gab es Probleme. Zwischen den Stühlen aufzuwachsen, sozusagen „ohne Flagge“, hat sich angefühlt wie keine richtige Identität zu haben. Ich hatte nicht wirklich die Möglichkeit, Freundschaften zu formen, und Privatsphäre hatte ich auch lange keine, weil wir nur ein Zimmer für die ganze Familie hatten.
Manchmal sind wir aber zusammen mit anderen Familien aus dem gleichen großen Orchester in dasselbe Hotel gezogen, die waren dann für mich die guten Freunde. In Deutschland habe ich keine solchen Probleme erfahren. Ich fühlte mich aufgehoben zwischen den anderen Künstler:innen. Es war ein multikulturelles Umfeld, in dem ich keinen Antiziganismus am eigenen Leib erfahren habe. Damit will ich nicht sagen, dass es diesen als gesellschaftliches Problem in Deutschland nicht gäbe, sondern lediglich, dass ich davon verschont geblieben bin. Read the rest of this entry »
Roma sam
Radijo Burgenland: 27.6.2022 | (on demand)
Sajt but berscha i Zaklina Radosavljević patrijarchali strukturtscha taj seksismus ando khetanipe aun peske dikel. Ada sa tradija la, 2015 o farajn „Vivaro Viva Romnja“ te kerel – jek farajn, savo le dschuvlenge adaj hi. O farajn o erschti farajn tschak Romnjenge hi, hat dschuvlenge, andi Austrija. Ando vakeripe phukal i Zaklina Radosavljević pedar o aktujeli tematscha le farajnistar.
But Romnjenge o drom ande jek naphandlo, ajgeni dschivipe meg mindig jek barano hi. Barikano hi odolen te sikal, save meg mindig ando garujipe dschin. Usar o kesdipe aun lakero cil sina, odole dschuvlen andar o garujipe te hulinel taj te sikal, phenel i Radosavljević.
O cil mukipe hi
Te pedar Romnja andi Austrija vakertscham, iste diklo ol, obste odola adaj upro them ale vaj na, afka i Zaklina Radosavljević. Mint Romnja migracijonakera scenaha, butvar mindenfelitike problemca iste dschin, afka sar jek pharo usedschajipe uso sikadipe taj uso butjakero foro. Ham o anticiganismus meg mindig soralo hi, taj odolestar o cile Romnja reste hi, phenel i Radosavljević. Oj odolenge and pe bescharel, saven meg mindig nisaj hango hi taj butvar na dikle on. O Romnja Betschiste butvar mindenfelitika diskriminacijake ar bescharde hi.
O cil mukipe hi: Ada probalinel o farajn duach mindenfelitike workshops te schofinel. But dschuvla meg mindig ande patrijarchali strukturtscha dschin, vaschoda barikano hi thana te schofinel, kaj le dschuvlenge latsche dschal taj kaj tschak vasch lengere mangiptscha dschal. Adaleha kamla o farajn „Vivaro Viva Romnja“ jek gondo te schofinel taj le dschuvlen le workshopendar afka use multiplikatorkiji te kerel.
Latsche thana le dschuvlenge
O dschijakana tel likerde workshops adale tematschenca donde pumen bescharde: Internacijonali Romengero-Di, mujsinipeskero soharipe, partneriskero maripe taj atschipeskero tschatschipe. Read the rest of this entry »
Roma sam
Radio Burgenland: 27.6.2022 | (on demand)
Seit Jahren beobachtet Zaklina Radosavljević patriarchale Strukturen und Sexismus in der Gesellschaft. All das veranlasste sie 2015 dazu, den Verein „Vivaro Viva Romnja“ zu gründen – einen Verein, der sich den Frauen widmet. Der Verein ist der erste Verein in Österreich nur für Romnja, also Roma-Frauen, Im Interview erzählt Zaklina Radosavljević von den aktuellen Themen des Vereins.
Das Ziel ist Empowerment
Wenn man von Romnja in Österreich spricht, gilt es zu unterscheiden, ob diese hier geboren wurden oder nicht, so Zaklina Radosavljević. Denn Romnja mit Migrationshintergrund sind häufig von unterschiedlichen Problemen betroffen, wie etwa einem erschwerten Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt. Trotzdem sei der Antiziganismus noch immer stark, und davon sind alle Romnja betroffen, erklärt Radosavljević. Sie setzt sich für jene ein, die immer noch keine Stimme haben und oft übersehen werden. Romnja in Wien sind oft einer mehrfachen Diskriminierung ausgesetzt.
Das Ziel ist Empowerment: Dieses versucht der Verein durch verschiedene Workshops zu schaffen. Viele Frauen leben immer noch in patriarchalen Strukturen, daher ist es wichtig, Räume zu schaffen, in denen sich die Frauen sicher fühlen und in denen es nur um sie und ihre Bedürfnisse geht. Damit will der Verein „Vivaro Viva Romnja“ ein Bewusstsein schaffen und die Teilnehmerinnen der Workshops so zu Multiplikatorinnen machen.
Sichere Räume für Frauen Die bisherigen Workshops beschäftigten sich mit den Themen: Internationaler Romatag, Zwangsheirat, Partnergewalt und Mietrecht. Read the rest of this entry »
Dokumentarfilm von Adrian Oeser, 44:56 min Hessischer Rundfunk/Fernsehen | Erstausstrahlung: 7.4.2022
Jùlie Halilic ist stolz, wenn sie an ihren Großvater denkt. Wallani Georg erkämpfte gemeinsam mit anderen Bürgerrechtlern, dass der Massenmord an den Sinti und Roma 1982 als Völkermord anerkannt wurde.
Mit persönlichen Lebenswegen zeichnet der Film emotional und eindrucksvoll die Geschichte von Deutschlands größter nationaler Minderheit nach und macht bisher unerzählte Perspektiven sichtbar. Individuelle Geschichten und bisher kaum gezeigtes Archivmaterial nehmen mit in eine Zeit, in der Sinti und Roma weiter diskriminiert wurden und in der sie sich schließlich zur Wehr setzten. Unter den historischen Aufnahmen aus den ARD-Archiven fand Filmautor Adrian Oeser viele Szenen, die deutlich machen, wie stark der Rassismus gegen Sinti und Roma nach 1945 fortdauerte – und auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk immer wieder befeuert wurde. Die Dokumentation „Der lange Weg der Sinti und Roma“ ist damit auch eine kritische Auseinandersetzung der ARD mit ihrer eigenen Geschichte.
Der Film zeigt darüber hinaus, dass eine Aufarbeitung in vielen gesellschaftlichen Bereichen bis heute notwendig ist. Bis in die 1980er Jahre arbeiteten Landeskriminalämter und Forscher in ganz Deutschland mit den Akten der Rassenhygieniker aus der Nazizeit weiter, um Sinti und Roma systematisch zu erfassen. Erst die Bürgerrechtler konnten diese Aktenbestände in den 1980er Jahren freipressen. Read the rest of this entry »
Aus der Ukraine flüchtenden Roma und Sinti wird vielerorts mit antiziganistischen Ressentiments begegnet. Auch in Deutschland. Die Tageszeitung junge Welt hat mit unserer Kollegin (und dROMa-Autorin) vom Landesverband Baden-Württemberg Chana Dischereit gesprochen.
Chana Dischereit ist Wissenschaftliche Referentin für Politik und Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg. Interview: jW/Fabian Linder.
Neben anderen sind auch viele Menschen mit Romani-Hintergrund auf der Flucht aus der Ukraine. Bei deren Ankunft in Deutschland erlebten diese Ungleichbehandlung, kritisieren Sie und verweisen auf einen Fall aus Mannheim (wir berichteten). Was ist dort passiert?
Am 23. März sind flüchtende Menschen mit Romani-Hintergrund am Mannheimer Bahnhof angekommen. Ehrenamtliche Helfer empfingen und begleiteten die in der Nacht Angereisten zu Räumlichkeiten der Deutschen Bahn, die für Geflüchtete bereitstehen. Beschäftigte der DB-Sicherheit äußerten dort, »solche Menschen« kämen hier nicht rein. Verwiesen wurde auf Diebstähle und Verschmutzungen. Durch diese »Klientel« sei schon mehrfach die »Hütte« leergeräumt worden. So gaben Zeugen die Aussagen der Sicherheitsleute wieder. Dann kam die Bundespolizei dazu. Es waren immer mehr Sicherheitsleute anwesend, darunter auch eine Beamtin, die einen Dobermann-Hund privat mitführte. Das Ganze entsprach einer für die Schutzsuchenden verstörenden Drohkulisse. Beim Gespräch mit der Bahn einen Tag später wurden diese Fehler eingestanden.
Das alles war äußerst traumatisierend, auch für die Helfer. Infolge dieser chaotischen Situation kam es nicht einmal zur Ersthilfe mit Lebensmitteln. Andere ukrainische Geflüchtete wiederum hatten zeitgleich keine Probleme dabei, in die Unterkunft zu kommen.
Wie erklären Sie sich dieses Vorgehen?
Wir sehen vor allem in Stresssituationen an Bahnhöfen, Ländergrenzen oder in den Notunterkünften, dass Menschen auf antiziganistische Stereotype zurückgreifen. Read the rest of this entry »
Ein interessantes, sehr persönliches Interview mit dem bayrischen Sinti-Aktivisten und Diplom-Sozialpädagogen Alexander Diepold von der Münchner Beratungsstelle Madhouse. Die Tonalität in den Fragen ist mitunter befremdlich – die Reaktion des Interviewten dafür umso souveräner. Aus der Programmankündigung des BR:
Er ist Leiter der Münchner Beratungsstelle für Sinti und Roma. Dabei weiß Alexander Diepold laprojekt, dem Münchner Madhouse, das sich um schwer erziehbare Jugendliche kümmert und das er – selbst ein Heimkind – vor 35 Jahren gegründet hat. Moderation: Norbert Joa.
Jahrzehntelang wurde ihr Leid geleugnet. 500.000 Sinti und Roma wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Erst vor 40 Jahren erkannte die Bundesrepublik Deutschland den Völkermord an. Politisch hat die Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma seitdem viel erreicht. Doch bis heute gibt es Klischees und Vorurteile.
Mit aufsehenserregenden Aktionen verschaffte sich die Bürgerrechtsbewegung Gehör. Einer der Höhepunkte war 1980 der Hungerstreik im ehemaligen Konzentrationslager Dachau. Unter den zwölf Streikenden waren unter anderem Überlebende des Holocaust. Auch der junge Romani Rose, heute Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, war dabei. Zu den Forderungen gehörten die Anerkennung des NS-Völkermords und die Beendigung der polizeilichen Sondererfassung von Sinti und Roma.
Späte Anerkennung
Zwei Jahre später wurde der Zentralrat in Heidelberg gegründet. Das hatte den großen Vorteil, dass es nun offizielle Ansprechpartner gab, die die Anliegen der Sinti und Roma in die Politik tragen konnten. All das führte schließlich zu einer entscheidenden Zäsur: Am 17. März 1982 erkannte Helmut Schmidt als erster deutscher Spitzenpolitiker den Völkermord an Sinti und Roma als solchen an. Read the rest of this entry »
Tschibtscha | Adolf Gussak | 14.3.2022 | 25.33 min
Ande amaro adiveskero vakeripe sina o Adolf Sarközi kherodaschi ando farajn Roma-Service. Ov pedar pro terdschivipe ojs flogoskero grupnengero dscheno le Romendar amenca vakertscha.
In unserem heutigen Gespräch war Adolf Sarközi zu Gast im Verein Roma-Service, um mit uns seine Erfahrungen und Erlebnisse als Volksgruppenangehöriger zu teilen. Der heute 63-Jährige stolze Großvater zweier Enkel, wuchs im Romagraben in Stegersbach (Bez. Güssing, Burgenland) auf. Adolfs Mutter starb in seiner frühen Kindheit. Ab diesem Zeitpunkt ging es auch mit der Familie bergab. Sein Vater, der vom KZ schwer traumatisiert war, kümmerte sich nicht viel um die Familie. Die Kinder mussten schon sehr früh selbstständig sein und die älteren Geschwister kümmerten sich um die Jüngeren.
„Die Romakinder wurden damals in der Schule schwer diskriminiert und vorab in die Sonderschule gesteckt“, erzählt Adolf Sarközi. Auch in der Jugendzeit hatten die Roma aus Stegersbach kaum Zukunftsaussichten oder reelle Chancen am Arbeitsmarkt. Da Sarközi aber etwas in seinem Leben erreichen wollte, ging er als Hilfsarbeiter nach Wien und war dort in der Baubranche tätig. Nach einigen Jahren kehrte er wieder zurück nach Stegersbach und machte sich in seinem Heimatort gemeinsam mit seiner Frau selbstständig. Read the rest of this entry »
Riah Knight und Lindy Larsson sind Roma und Stars am Maxim-Gorki-Theater. Im DW-Video erzählen sie von ihrer bewegenden Geschichte – und wie sie in Berlin eine künstlerische Heimat fanden.
I Manuela Horvath 1985 Erbate ando suditiko Burgenland upro them ali. Oj Romni hi, taj o schero andar o referat la Romapastoralatar andi diöcese Tikni Martona hi. Sajt 2017 oj andi Erba gemajndakeri rotkija hi. Oj ande but projektscha sar „Sensiro“ la universitetar Betsch butschalinel. I Manuela Horvath ande mindenfelitike ischkoli, sikadipeskere ischkoli taj avre kojenge workshops telikerl. Oj pe igen sorale ande bescharel, kaj i historija le Romendar upre butschalim te ol. Afka oj use holocaust istere mulatintschagi ojs vakeraschkija mangli li ol. Lakero papu o KZ prik dschivtscha o Michael Horvath, le Romane anevaha Mischka ande mindenfelitike logertscha sina.
Manuela Horvath wurde 1985 in Oberwart im Südburgenland geboren. Sie ist Volksgruppenangehörige der Burgenland-Roma und leitet das Referat der Romapastoral in der Diözese Eisenstadt. Seit 2017 ist sie Gemeinderätin in ihrer Heimatgemeinde Oberwart. Horvath arbeitet gerade für das Projekt „Sensiro“ der Universität Wien. Manuela Horvath leitet Workshops und Vorträge an Erwachsenenbildungseinrichtungen und Schulen zum Thema Roma. Read the rest of this entry »
O flogoskero grupnakero bajrot ada bersch nevo völim ol, o anglebeschaschi le bajrotistar Emmerich Gärtner-Horvath ando schtudijoskero vakeripe, o use phenipeskero lil uso flogoskero grupnakero kher telal pisim ulo, o Christian Klippl ando sikavipe, o gondolipe upro schtar opfertscha le atentatostar Erbatar taj i premijera la tikna operatar „Rromano Kidipe“ taj „Papuszas Tränen“ hi o tematscha.
I Katharina Graf-Janoska andar o farajn Roma-Service Erbate, duach i sendung vodinel.
O flogoskero grupnakero bajrot le Romendar nevo völim ol — Kerdo ulo o farajn Roma-Service 2003 le Emmerich Gärtner-Horvathistar, ov te o anglebeschaschi le flogoskere grupnakere bajrotistar le Romendar hi. Sajt 1995 del ada bajrot, savo o interesi la flogoskera grupnatar ando pradipe fatretinel. Sake 4 berscha o bajrot nevo völim ol, ada bersch hi oda papal – taj vaschoda amen upri historija le bajrotistar pal dikas.
Schtudijoskero vakeripe le Emmerich Gärtner-Horvathiha — O Emmerich Gärtner-Horvath, anglebeschaschi le flogoskere grupnakere bajrotistar le Romendar, ando schtudijoskero vakeripe pedar o lek barikaneder jeriniptscha, o funkcijontscha taj o cukunftakere plantscha le bajrotistar phukal.
Flogoskero grupnakero kher Erbate — Ando maschkaripe le jeneristar o use phenipeskero lil uso flogoskero grupnakero kher le thaneskere scherostar Hans Peter Doskozil taj le fatreterendar le organisacijendar le burgenlanditike-horvackendar, le burgenlanditike-Romendar taj le burgenlanditike-ungrikendar, telal pisim ulo.
Christian Klippl ando sikavipe — 2016, palo mulipe le Rudolf Sarközistar, o Christian Klippl i funkcijona le scherostar le kulturakere farajnistar le austritike Romendar ande lija. Read the rest of this entry »
Esther Reinhardt-Bendel über stereotype und antiziganistische Darstellungen in den Medien
Esther Reinhardt-Bendel ist politische Medienaktivistin und Mitbegründerin der Initiative Sinti-Roma Pride. Sie setzt sich für gleichberechtigte Teilhabe von Sinti und Roma ein und ist Vorsitzende der Bundesvereinigung deutscher Sinti und Roma, die sich 2021 als Zusammenschluss und Dachverband verschiedener Vereine gegründet hat.
Roma sam
Radio Burgenland: 20.12.2021 | (on demand)
Die vierte Kerze des Adventkranzes brennt bereits und es sind nur noch einige Tage bis Heiligabend. Viele Menschen in Österreich bereiten sich auf das Weihvnachtsfest vor. In den meisten Haushalten wird gebacken und die letzten Besorgungen für das bevorstehende Weihnachtsfest werden getroffen. In unserer heutigen Sendung haben wir den 50-jährigen Josef Schmidt bei uns zu Gast.
Als Roma-Aktivist der ersten Stunde ist er heute die rechte Hand des Vorsitzenden des Volksgruppenbeirats der Roma, Emmerich Gärtner Horvath. Er erzählt wie er die Adventszeit in Erinnerung hat und welch traditionelle Köstlichkeiten seine Großmutter damals gebacken hat.
Josef Schmidt erblickte am 3. August 1971 im alten Oberwarter Krankenhaus das Licht der Welt. Bis er acht Jahre alt war, lebte er in der Roma-Siedlung in Kleinbachselten in einem Drei-Generationen-Haushalt, wie es bei den Roma-Familien im Burgenland damals üblich war. Danach lebte er mit seinen zwei Brüdern, seiner Schwester und den Eltern in der Roma-Siedlung in Unterwart. Nach der Pflichtschule schloss Josef die Handelsschule in Oberwart ab. Im Laufe seiner Kindheit musste sich Josef sehr oft mit Diskriminierung und Roma-Feindlichkeit auseinandersetzen.
Heute lebt Josef mit seiner Lebenspartnerin in Oberwart. Er ist stolzer Vater eines Sohnes, einer Tochter und einer Stieftochter. Für den Roma-Aktivisten war es schon immer wichtig die Jugend zu fördern. So zögerte er auch nicht lange, als er im Jahre 1990 das Angebot bekam, in der außerschulischen muttersprachlichen Lernbetreuung des damaligen Vereins Roma tätig zu sein. Im heurigen Schuljahr unterrichtet Josef die unverbindliche Übung „Burgenland-Romani“ in der Volksschule in Oberwart. Read the rest of this entry »
Roma sam
Radijo Burgenland: 20.12.2021 | | (on demand)
Duach i sendung vodinel Susanne Horvath
I schtarti momeli upri adventiskeri keresuja imar thabol taj tschak poar divesa dschi usi Kedveschni Rat hi. But manuscha andi Austrija kisetinen pumen upri boschitscha. Ando lek buteder khera peklo ol taj o lejcti koji la boschitschake kerde on. Ande amari adiveseskeri sendung o 50-berschengero Josef Schmidt amaro kherodaschi hi.
Ojs Romengero-aktivisto la erschti oratar hi ov adi o tschatscho va la anglebeschaschistar le flogoskere grupnakere bajrotistar le Romendar, Emmerich Gärtner-Horvath. Ov phukal sar agun i adventiskeri cajt sina taj saj tradicijoneli latsche koji leskeri baba agun peklahi.
O Josef Schmidt ando 3ti august 1971 andi phuri schpita Erbate upro them alo. Dschimeg ov ofto berscha phurano sina, dschivlahi ov andi Romengeri-sidlung andi Tikni Boslina ande jek trin generacijakero kher, sar oda uso Romengere-familiji ando Burgenland agun sina. Paloda dschivlahi ov pre duj phralenca, pra phenjaha taj pra dajaha taj pre dadeha andi Romengeri-sidlung Tenu Erbate. Pal i flogoskeri ischkola taj i hauptschul, o Josef i bundakeri handlinipeskeri ischkola Erbate kisetintscha. Ando naschipe leskera tschavengera cajtatar, o Josef butvar diskriminacijaha taj bibastel kojenca gejng o Roma, donde iste pe bescharlahi.
Adi o Josef pra pajtaschkijaha Erbate dschil. Ov patijardo dad jeke tschauistar, jeka tschajatar taj jeka moschtovna tschajatar hi. Le Romengere-aktivistiske imar mindig barikano sina, le ternenge te pomoschinel. Afka ov dur pal na gondolintscha, kada lo ando bersch 1990 phutschlo ulo, ando aguno farajn Roma ojs dajakero tschibtschakero meschteri le tschavenca pal i ischkola, te butschalinel. Read the rest of this entry »