Interview

„RYMEcast“: Digitaleder te gondolinel

Dezember 14th, 2022  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, dROMa (Magazin)

LOLO TEPICH: Sejnur Memiši (tscha.) taj Nino Novakovic, Civis-Gala 2022 (kipo: Sejnur Memiši)Romengero-podcast „RYMEcast“: Sejnur Memiši ando vakeripe

O Sejnur Memiši taj o Nino Novakovic o schere hi pal „RYMEcast“, jek ba­ri­ka­no rika­kero Ro­men­ge­ro-me­di­jen­ge­ro pro­jek­to andi Ger­ma­ni­ja. Sajt o ter­no li­naj 2020 o duj bu­teder sar 100 falati len­gere pod­castistar kerde. Amen le Sej­nu­riha pedar o sce­nar­tscha va­ker­tscham.

dROMa: So hi o koja maschkar jek podcast taj jek radijos­ke­ri sendung?
Sejnur Memiši: Jek podcast kvasi jek audijos­kero keripe sar ando radijo hi, tschak oni mu­schika, savo min­dig online – le vastes­ke­roha vaj pedar o komp­juteri – te schunel dscha­nes. Use jek radi­joskeri sendung butvar jeka sen­dinipes­kera cajtatar tel hejngim sal. Jek podcast schaj mindig upro sele­toskere formtscha sar Spotify, Apple vaj Google schunes.

Soske ada medijum ar rodijan?
Me imar sajt mri tschavengeri cajt ojs audijo-reporteri vaj uso radijo buti te kerel ka­mahi. Duach o podcast o latschi­pe man sina, loke te kes­dinel taj na le bare medijen­dar tel hejngim te ol.

O reporterengero dschanipe tuke kvasi andi betschu­ja pa­sch­lar­do ulo …
Hatek schaj. Te mro dad reporteri hi taj agun ande Pristina (Kosovo) jek ajgeni radijos­keri sen­dung ande Romanes le sina. Kada me trin vaj schtar berscha phu­rano somahi, jefkar le use leskeri buti te vodinel taj leske palo ku­listscha use te dikel trom­tschom. Taj sajt oja cajt mro interesi le medi­jenge, la repor­te­ris­kera butjake taj le mode­ri­ri­nipeske, dschangardo sina. Pasche mro dad te mro batschi, la daja­kera rik­tschatar, re­porteri hi taj ojs modera­tori use „Radio Romano“ andi Schvedija butscha­linel. Read the rest of this entry »

„Das alles selbstverständlich zweisprachig“

November 21st, 2022  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radijo Romani Ora, Radio, Podcast & TV

Redakteurin Tina Nardai (Foto: Josef Schmidt)„Romani Ora“-Redakteurin Tina Nardai im dROMa-Gespräch


Im Juli begann ein vierköpfiges Roma-Re­dak­tions­team in Oberwart mit der Aus­strah­lung der „Romani Ora“, einem ein­stün­di­gen Radio­jour­nal mit The­men der Volks­grup­pe der Roma. Auf­ge­zeich­net wer­den die zwei­spra­chi­gen Sen­dun­gen im Studio des Ver­eins Roma-Service – und das seit eini­gen Tagen nun so­gar täg­lich. Wir haben mit der Re­dak­teu­rin und Mo­de­ra­to­rin Tina Nardai über das Radio­pro­jekt ge­spro­chen.

dROMa: Für die, die „Romani Ora“ noch nicht kennen – kannst du kurz erklä­ren, was in den Sen­dun­gen zu hören ist?

Tina Nardai: In unserer Sendung haben wir mit Abstand die meiste Roma-Musik, die man im Radio zu hören be­kommt. Ab­gesehen davon, sind wir auch mit Themen­schwer­punkten voll­gepackt. Wir senden fünf­mal die Woche einen Tages­beitrag; dieser ist vor­rangig einem roma­spezifi­schen Ereignis ge­widmet. Aktualität ist uns natür­lich auch sehr wichtig. Am Puls der Zeit zu recherchieren und zu senden, ist ein funda­men­taler Baustein moderner Medien­arbeit.

In unserer Rubrik „Mri historija“ nehmen wir die Zuhö­rerin­nen und Zuhörer mit in die Geschichte und Er­zählun­gen von und über Romnja und Roma. Auf­arbei­tung der Geschichte und unserer kulturel­len Identität war uns von Anfang an ein wichti­ger Part. Ich vera­rbeite gerne alte Ton­aufnahmen von Zeit­zeugen und hauche ihnen in der „Romani Ora“ quasi neues Leben ein. Aber auch geschicht­liche Brocken, wie z.B der Genozid oder ver­schwun­dene Roma-Sied­lungen aus dem Burgenland, werden darin recher­chiert und aus­gestrahlt.

„Young wild and free“

In „Mindenfelitiko“ (wie es das Wort nicht besser aus­drücken könnte) be­schäftigen wir uns mit „Allerlei“, das die Hö­rerinnen und Hörer in­teressie­ren könnte: Ver­anstal­tungs­hinweise recht­zeitig zum Wochen­ende, Kinotipps und Buch­neuheiten, aber auch Koch­rezepte und praktische Alltags­tipps. Und mehrmals die Woche gibt es auch das Jugend­format „Young wild and free“. Darin befasst sich unser Re­dakteur vor­ranging mit Themen, die in der Jugendszene „hip“ sind – von Musik über Sport bis hin zu gesell­schafts­politi­schen Themen. Read the rest of this entry »

prima! Podcast: „Einfach weg“

Oktober 25th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

prima! Podcast (Ausgabe März 2022)

Inhaltsangabe auf Spotify: „Kemeten ist eine der wenigen Gemeinden, in denen eine Gedenkstätte an die in der NS-Zeit ver­folg­ten und er­mor­deten Romnija und Roma er­innert. Das lange dis­kutierte Gedenk­zeichen wurde am 3. April ein­geweiht. Warum gibt es noch immer so we­nige Gedenk­stätten, die an eins­tige Roma­sied­lungen und an ihre ver­triebenen und er­mordeten Be­woh­ner*innen er­innern? Walter Reiss stellt diese Frage an Gerhard Baumgartner, den wissen­schaft­li­chen Leiter des Doku­men­tations­archivs des Öster­rei­chi­schen Wider­standes (DÖW). Der be­kannte Historiker ist ge­bürtiger Süd­burgen­länder und gilt als Experte für Geschichte und Er­for­schung des Schick­sals der Volks­gruppe der Roma.“

(Text: prima! Podcast)

Gestern ist jetzt: Sinti und Roma

September 27th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

In #23 des Podcasts treffen wir Francesco Arman, er ist der neue Sozial­dezernent für die Linke in Gießen und Sinto – und zwar der erste in seiner Stadt in die­sem Amt. Wir spre­chen mit ihm darüber, warum sich die Stereo­type gegen Sin­ti*zze und Rom*nja so hart­näckig halten, über die Ver­fol­gung seiner Familie durch die Na­tio­nal­sozialis­ten – und warum es wich­tig ist, dass nicht mehr länger die Mehr­heits­gesell­schaft die Deutungs­hoheit über Ver­gangen­heit und Ge­gen­wart be­sitzt. Die Historikerin Karola Fings von der Forschungs­stelle Anti­ziganismus der Uni Heidelberg, Mitglied der Un­abhän­gigen Kom­mission Anti­ziganis­mus des Bundes­tages, ordnet Frances­cos Ge­schichte ein, gibt Re­cherche­tipps und erklärt, warum es so wichtig ist, dass die Gesell­schaft end­lich mal ge­nau zuhört, wenn es um Ver­folgungs- und Dis­krimi­nie­rungs­geschich­ten geht.

Über diesen Podcast:

Seit 75 Jahren ist der Nationalsozialismus Geschichte – und doch wirkt er bis heute weiter – im eige­nen Leben, in den Familien. Der Podcast „ges­tern ist jetzt“ er­zählt von der Suche nach Ant­worten darauf, wie sich unsere eige­nen Groß­väter im National­sozialis­mus ver­halten haben. Und soll auch Dich bei Deiner Suche weiter­bringen – dank der Unter­stützung vieler Historiker, Sozial­wissen­schaft­lerin­nen, Psycho­login­nen und Archivare – aber und anderer re­cher­chie­render Enkel*in­nen, die schon viel weiter sind als wir. Wir, das sind Melanie Longerich und Brigitte Baetz – zwei Jour­na­listin­nen aus Köln.

(Sendung und Text: gesternistjetzt.podigee.io)

Ildiko Pap ando vakeripe

September 21st, 2022  |  Published in Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 21.9.2022 | 10:08 min

Dem Krieg entkommen: Ildika Pap im Gespräch (Romani)

Ildiko Pap, eine Romni aus der Ukraine, ist vor fünf Mona­ten aus ihrer Hei­mat ge­flo­hen. Ihren Flucht­weg über Ungarn, Deutschland und Öster­reich schil­dert sie im Ge­spräch mit Emme­rich Gärt­ner-Hor­vath für TV Erba. Ildiko Pap hat sieben Kinder. Es konn­ten fast alle flie­hen, eine ihrer Töchter be­findet sich je­doch noch immer im Kriegs­gebiet. Im Ge­spräch schil­dert sie ihre Ein­drücke von München, wo sie eine Zeitlang in einem Lager un­ter­gebracht war, und wie sie danach zu ihrer Tochter nach Oberwart ge­langen konnte. Da Frau Pap kein Deutsch spricht, wurde das Ge­spräch in Romani ge­führt.

Ildiko Pap, jek Romni andar i Ukrajine, angle 5 masek andar pri hajmat naschi iste geli. Lakero na­schaji­peskero drom pedar o Ungriko, Nimtsch­ko taj Austri­ja phukal oj ando vake­ripe le Em­me­rich Gärt­ner-Hor­vathiha TV Erbake. La Ildika Pap 7 tschave hi. O cile schaj bojd naschi gele, jek tschaj ham meg min­dig andi habu­ris­kero than beschti hi. Ando vake­ripe phukal oj pre tertscha­vip­tscha andar München, kaj oj ande jek logeri sina taj sar oj use pri tschaj Erbate peli. Kaj i rani Pap i nimtschki tschib na dscha­nel, o vake­ripe andi Romani tschib kerdo ulo.

(Beitrag und Text: TV Erba)

Wie ein Rom seit 50 Jahren die Welt erschreibt

September 17th, 2022  |  Published in Interview, Literatur & Bücher

Jovan Nikolic (Foto: RomArchive)„Das Exil hat mich auf jeden Fall ge­prägt“ – Das Roma Anti­dis­cri­mi­na­tion Net­work (RAN) sprach mit dem Autor Jovan Nikolić

Jovan Nikolić ist ein in Köln lebender Roma-Schrift­steller. Er stammt aus einer Mu­siker:in­nen-Fa­milie und hat eine Aus­bildung zum Maschi­nen­bau­techni­ker ab­solviert. Jedoch ist es die Literatur, die ihn ein Leben lang be­gleitet. Schon in seiner Jugend be­gann er, Gedichte und Prosa zu ver­fassen. Seither hat er sein Re­pertoire um Kolum­nen, Kabarett und Theater sowie um Musik­texte er­weitert. Bereits in seiner Heimat Jugoslawien wurde er mehr­fach für seine Lite­ratur aus­ge­zeichnet, was sich auch nach seiner Nieder­las­sung in Deutschland fort­setzte. Ende 2021 erschien der Sammel­band „Der Gast nir­gend­woher“ im Drava-Verlag.

Lieber Herr Nikolić, erst einmal vielen Dank für das Interview. Sie sind 1955 in Jugo­slawien ge­bo­ren. Als Rom und Serbe haben Sie ge­misch­te Wurzeln – wie er­leben Sie das?

Ich betrachte mich selbst als „Hybrid-Rom“, also das, was gemein­hin als „Meles“ be­zeich­net wird. Meine Mutter war Serbin aus Belgrad, mein Vater war Rom und Direk­tor der alten Post in Belgrad. Meine Mutter hat als Ama­teurin in Musik­clubs ge­sungen, wo sie auch meinen Vater ge­troffen hat. Ihre Heirat war ein Skandal auf bei­den Seiten der Familie, doch sie bekamen Unter­stützung von den beiden Schwes­tern und der Mutter, die sie in Schutz nahmen. Ich selbst bin dann auch in Belgrad ge­boren. Bis zu meinem 11. Lebens­jahr haben meine Schwester und ich mit unseren Eltern in Hotels gewohnt, weil wir mit der Musik in ganz Jugo­slawien umher­ge­zogen sind. Erst als ich elf Jahre alt war, ist meine Familie in eine Roma-Siedlung um­ge­zogen, in einem Ort namens Čačak, 160 km von Bel­grad entfernt. In der Schule war es deshalb sehr schwierig, sozial anzukommen, auch mit anderen Kindern aus Roma-Familien gab es Proble­me. Zwischen den Stühlen auf­zu­wachsen, so­zu­sagen „ohne Flagge“, hat sich angefühlt wie keine richtige Identität zu ha­ben. Ich hatte nicht wirk­lich die Mög­lich­keit, Freund­schaften zu for­men, und Privat­sphäre hatte ich auch lange keine, weil wir nur ein Zimmer für die ganze Fa­milie hatten.

Manchmal sind wir aber zusammen mit anderen Familien aus dem gleichen großen Orchester in das­selbe Hotel ge­zogen, die waren dann für mich die guten Freunde. In Deutsch­land habe ich keine sol­chen Probleme erfahren. Ich fühlte mich auf­ge­hoben zwi­schen den anderen Künst­ler:innen. Es war ein multi­kulturelles Umfeld, in dem ich keinen Anti­ziganis­mus am eigenen Leib er­fahren habe. Damit will ich nicht sagen, dass es diesen als gesell­schaft­li­ches Problem in Deutschland nicht gäbe, sondern ledig­lich, dass ich davon ver­schont geblieben bin. Read the rest of this entry »

Sinti und Roma in München und Oberbayern

September 15th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Freies Radio LORA 92,4LORA München 92,4 | Auf Kante genäht
Gestaltung: Mike Grosse-Hering | 4.9.2022 | 50:48 min
→Anhören (mp3, 61 MB)

Stell dir vor du, überlebst Auschwitz und kei­nen in­teres­siert es

Gäste im Studio sind Radoslav Ganev und Rainer Burger. Mt ihnen spricht Radio LORA über:

  • den internationalen Gedenktag des Genozids an den Sinti und Roma Euro­pas am 2. Au­gust,
  • die aktuelle Situation dieser Minderheiten in München und
  • ein neues Projekt, das sich Aufklärung auf die Fah­nen ge­schrie­ben hat: geschichte-sinti-roma.de

(Text: freie-radios.net)

Siehe auch:
„Ich habe meine Herkunft verschwiegen“, 24.5.2021
Positive Bilder schaffen: RomAnity.de
, 5.8.2020
Radio LORA: Sinti und Roma in München, 13.1.2017

Vivaro Viva Romnja: Farajn le dschuvlenge

Juli 12th, 2022  |  Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Interview, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
27.6.2022 |
(on demand)

Zaklina Radosavljević (Foto: Yvonne Erdost/ORF)Sajt but berscha i Zaklina Radosavljević patrijarchali struk­tur­tscha taj seksis­mus ando kheta­nipe aun pes­ke dikel. Ada sa tra­dija la, 2015 o farajn „Vivaro Viva Romnja“ te kerel – jek farajn, savo le dschuv­len­ge adaj hi. O farajn o ersch­ti fa­rajn tschak Rom­njen­ge hi, hat dschuv­lenge, andi Austrija. Ando vake­ripe phukal i Zaklina Ra­do­savlje­vić pedar o ak­tu­jeli tema­tscha le fa­raj­nistar.

But Romnjenge o drom ande jek naphandlo, ajgeni dschivipe meg mindig jek barano hi. Bari­kano hi odolen te sikal, save meg mindig ando garu­jipe dschin. Usar o kes­dipe aun lakero cil sina, odole dschuvlen andar o garu­jipe te hulinel taj te sikal, phenel i Rado­savljević.

O cil mukipe hi
Te pedar Romnja andi Austrija vakertscham, iste diklo ol, obste odola adaj upro them ale vaj na, afka i Zaklina Rado­savlje­vić. Mint Romnja migra­cijo­nakera scenaha, butvar min­den­felitike problemca iste dschin, afka sar jek pharo usedscha­jipe uso sikadipe taj uso butjakero foro. Ham o anti­ciganismus meg mindig soralo hi, taj odolestar o cile Romnja reste hi, phenel i Radosavljević. Oj odolen­ge and pe bescharel, saven meg mindig nisaj hango hi taj butvar na dikle on. O Romnja Betschiste butvar minden­felitika dis­krimi­nacijake ar bescharde hi.

O cil mukipe hi: Ada probalinel o farajn duach minden­feli­tike workshops te schofinel. But dschuvla meg mindig ande patri­jarchali struk­turtscha dschin, vaschoda barikano hi thana te schofinel, kaj le dschuv­lenge latsche dschal taj kaj tschak vasch lengere man­giptscha dschal. Adaleha kamla o farajn „Vivaro Viva Romnja“ jek gondo te schofinel taj le dschuv­len le work­shopendar afka use multi­plika­torkiji te kerel.

Latsche thana le dschuvlenge
O dschijakana tel likerde workshops adale tematschenca donde pumen bescharde: Inter­nacijo­nali Romen­gero-Di, mujsi­nipes­kero soharipe, partneris­kero maripe taj atschi­peskero tscha­tschipe. Read the rest of this entry »

Radio: Vivaro Viva Romnja

Juli 9th, 2022  |  Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Interview, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
27.6.2022 |
(on demand)

Zaklina Radosavljević (Foto: Yvonne Erdost/ORF)Seit Jahren beobachtet Zaklina Radosavljević patriarcha­le Struk­tu­ren und Sexismus in der Gesell­schaft. All das ver­anlasste sie 2015 dazu, den Verein „Vivaro Viva Romnja“ zu grün­den – einen Verein, der sich den Fra­uen wid­met. Der Verein ist der ers­te Verein in Ös­ter­reich nur für Romnja, also Ro­ma-Fra­uen, Im In­ter­view erzählt Zak­lina Rado­savlje­vić von den aktu­el­len The­men des Vereins.

Das Ziel ist Empowerment
Wenn man von Romnja in Öster­reich spricht, gilt es zu unter­scheiden, ob diese hier geboren wur­den oder nicht, so Zaklina Rado­savljević. Denn Romnja mit Migra­tions­hinter­grund sind häufig von unter­schied­lichen Proble­men betrof­fen, wie etwa einem er­schwer­ten Zugang zu Bildung und Arbeits­markt. Trotz­dem sei der Anti­ziganismus noch immer stark, und davon sind alle Romnja be­troffen, erklärt Rado­savljević. Sie setzt sich für jene ein, die immer noch keine Stimme haben und oft über­sehen werden. Romnja in Wien sind oft einer mehr­fachen Dis­krimi­nierung ausgesetzt.

Das Ziel ist Empowerment: Dieses versucht der Verein durch verschie­dene Workshops zu schaf­fen. Viele Frauen leben immer noch in patriarchalen Struk­turen, daher ist es wich­tig, Räume zu schaffen, in denen sich die Frauen sicher fühlen und in denen es nur um sie und ihre Be­dürfnisse geht. Damit will der Verein „Vivaro Viva Romnja“ ein Bewusst­sein schaffen und die Teil­nehmerin­nen der Workshops so zu Multipli­ka­torin­nen machen.

Sichere Räume für Frauen
Die bisherigen Workshops beschäftigten sich mit den Themen: Internationaler Romatag, Zwangs­heirat, Partner­gewalt und Mietrecht. Read the rest of this entry »

Der lange Weg der Sinti und Roma

Mai 23rd, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Dokumentarfilm von Adrian Oeser, 44:56 min
Hessischer Rundfunk/Fernsehen | Erstausstrahlung: 7.4.2022

Jùlie Halilic ist stolz, wenn sie an ihren Großvater denkt. Wallani Georg er­kämpfte gemein­sam mit an­deren Bürgerrechtlern, dass der Massen­mord an den Sinti und Roma 1982 als Völkermord an­erkannt wurde.

Mit persönlichen Lebenswegen zeichnet der Film emotio­nal und eindrucks­voll die Geschichte von Deutschlands größ­ter natio­naler Min­derheit nach und macht bisher un­erzählte Per­spektiven sicht­bar. Indi­viduelle Geschichten und bisher kaum ge­zeigtes Archiv­material nehmen mit in eine Zeit, in der Sinti und Roma weiter dis­kriminiert wurden und in der sie sich schließ­lich zur Wehr setzten. Unter den histo­rischen Auf­nahmen aus den ARD-Archiven fand Filmautor Adrian Oeser viele Szenen, die deutlich machen, wie stark der Rassis­mus gegen Sinti und Roma nach 1945 fort­dauerte – und auch im öffent­lich-recht­li­chen Rundfunk immer wieder be­feuert wurde. Die Doku­mentation „Der lange Weg der Sinti und Roma“ ist damit auch eine kritische Aus­einander­setzung der ARD mit ihrer eige­nen Geschichte.

Der Film zeigt darüber hinaus, dass eine Aufarbeitung in vielen gesell­schaft­lichen Be­reichen bis heute not­wendig ist. Bis in die 1980er Jahre ar­beiteten Landes­kriminal­ämter und Forscher in ganz Deutsch­land mit den Akten der Rassen­hygieniker aus der Nazi­zeit weiter, um Sinti und Roma syste­matisch zu erfassen. Erst die Bürger­rechtler konnten diese Akten­bestände in den 1980er Jahren frei­pressen. Read the rest of this entry »

»Es heißt, sie würden sich nur bereichern wollen«

April 6th, 2022  |  Published in Interview, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Ukrainische Roma am Mannheimer Bahnhof (Foto: Bahnhofshelfer Mannheim/Facebook)Aus der Ukraine flüchtenden Roma und Sinti wird vieler­orts mit anti­ziga­nis­ti­schen Res­sen­timents be­ge­gnet. Auch in Deutsch­land. Die Tages­zeitung junge Welt hat mit un­se­rer Kol­le­gin (und dROMa-Autorin) vom Lan­des­ver­band Baden-Württem­berg Chana Dischereit ge­sprochen.

Chana Dischereit ist Wissenschaftliche Re­fe­ren­tin für Poli­tik und Re­fe­ren­tin für Pres­se- und Öf­fent­lich­keits­arbeit beim Ver­band Deut­scher Sinti und Roma, Landes­ver­band Ba­den-Württem­berg. Inter­view: jW/Fa­bi­an Lin­der.

Neben anderen sind auch viele Menschen mit Roma­ni-Hin­ter­grund auf der Flucht aus der Ukraine. Bei deren An­kunft in Deutschland er­lebten diese Un­gleich­behand­lung, kriti­sieren Sie und ver­weisen auf einen Fall aus Mannheim (wir berichteten). Was ist dort passiert?
Am 23. März sind flüchtende Menschen mit Roma­­ni-Hin­ter­grund am Mann­heimer Bahnhof an­ge­kommen. Ehren­amtli­che Helfer empfingen und be­gleite­ten die in der Nacht An­gereisten zu Räum­lich­keiten der Deutschen Bahn, die für Ge­flüchtete bereit­stehen. Beschäf­tigte der DB-Si­cher­heit äußer­ten dort, »solche Men­schen« kämen hier nicht rein. Ver­wiesen wurde auf Dieb­stähle und Ver­schmutzun­gen. Durch diese »Klientel« sei schon mehr­fach die »Hütte« leer­geräumt worden. So gaben Zeugen die Aus­sagen der Sicher­heits­leute wieder. Dann kam die Bundes­polizei dazu. Es waren immer mehr Sicher­heits­leute an­wesend, darunter auch eine Beamtin, die einen Dober­mann-Hund privat mit­führte. Das Ganze ent­sprach einer für die Schutz­suchen­den ver­stören­den Droh­kulisse. Beim Ge­spräch mit der Bahn einen Tag später wur­den diese Fehler ein­ge­standen.

Das alles war äußerst traumatisierend, auch für die Helfer. Infolge dieser chaoti­schen Situa­tion kam es nicht einmal zur Erst­hilfe mit Lebens­mitteln. Ande­re ukrainische Geflüch­tete wiederum hatten zeit­gleich keine Proble­me dabei, in die Unter­kunft zu kommen.

Wie erklären Sie sich dieses Vorgehen?
Wir sehen vor allem in Stresssituationen an Bahnhöfen, Län­der­grenzen oder in den Not­unter­künf­ten, dass Men­schen auf anti­ziga­nisti­sche Stereo­type zurück­greifen. Read the rest of this entry »

Bayern 2: Alexander Diepold im Gespräch

März 21st, 2022  |  Published in Einrichtungen, Interview, Radio, Podcast & TV

Alexander Diepold (Foto: privat/via Bayern2)Gründer von Madhouse: Alexander Diepold, Leiter Münch­ner Be­ra­tungs­stel­le für Sin­ti und Ro­ma im Ge­spräch

Bayern 2, 15.3.2022, 41.37 min
→Anhören/Download (mp3)

Ein interessantes, sehr persönliches Interview mit dem bayri­schen Sinti-Akti­vis­ten und Diplom-So­zial­pä­da­go­gen Alexander Diepold von der Münchner Be­ratungs­stelle Madhouse. Die Tonalität in den Fragen ist mit­unter be­fremd­lich – die Re­aktion des Inter­view­ten dafür umso sou­ve­räner. Aus der Programm­ankün­di­gung des BR:

Er ist Leiter der Münchner Beratungsstelle für Sinti und Roma. Dabei weiß Alexander Diepold la­projekt, dem Münchner Madhouse, das sich um schwer er­zieh­bare Jugend­liche küm­mert und das er – selbst ein Heimkind – vor 35 Jahren ge­grün­det hat. Moderation: Norbert Joa.

SWR1: Kampf um Anerkennung

März 16th, 2022  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV

17. März 1982: Romani Rose und Helmut Schmidt im Gespräch (Foto: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma/via  SWR1)Kampf um Anerkennung – Die Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma

SWR1 Sonntagmorgen, 13.3.2022
→Download (25,4 MB | mp3
)

Jahrzehntelang wurde ihr Leid geleugnet. 500.000 Sinti und Roma wurden von den Natio­nal­sozialis­ten er­mordet. Erst vor 40 Jahren er­kannte die Bundes­republik Deutschland den Völker­mord an. Politisch hat die Bürger­rechts­bewe­gung deut­scher Sinti und Roma seitdem viel erreicht. Doch bis heute gibt es Kli­schees und Vorurteile.

Mit aufsehenserregenden Aktionen verschaffte sich die Bürger­rechts­bewegung Gehör. Einer der Höhe­punkte war 1980 der Hungerstreik im ehe­maligen Kon­zentrations­lager Dachau. Unter den zwölf Strei­kenden waren unter anderem Über­lebende des Holocaust. Auch der junge Romani Rose, heute Vor­sitzender des Zentral­rats Deutscher Sinti und Roma, war dabei. Zu den Forderun­gen ge­hörten die Anerken­nung des NS-Völ­kermords und die Be­endigung der polizei­lichen Sonder­erfassung von Sinti und Roma.

Späte Anerkennung
Zwei Jahre später wurde der Zentralrat in Heidelberg ge­gründet. Das hatte den großen Vorteil, dass es nun offizielle An­sprech­partner gab, die die An­liegen der Sinti und Roma in die Politik tragen konn­ten. All das führte schließ­lich zu einer ent­scheiden­den Zäsur: Am 17. März 1982 er­kannte Helmut Schmidt als erster deutscher Spitzen­politiker den Völkermord an Sinti und Roma als sol­chen an. Read the rest of this entry »

Im Gespräch: Adolf Sarközi ando vakeripe

März 15th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | Adolf Gussak | 14.3.2022 | 25.33 min

Ande amaro adiveskero vakeripe sina o Adolf Sarközi kherodaschi ando farajn Roma-Ser­vice. Ov pedar pro terdschi­vipe ojs flogos­kero grup­nen­gero dscheno le Romen­dar amen­ca vaker­tscha.

In unserem heutigen Gespräch war Adolf Sarközi zu Gast im Verein Roma-Ser­vice, um mit uns seine Erfah­rungen und Erleb­nisse als Volks­grup­pen­ange­höri­ger zu teilen. Der heute 63-Jäh­rige stolze Großvater zweier Enkel, wuchs im Romagraben in Stegersbach (Bez. Güssing, Burgenland) auf. Adolfs Mutter starb in seiner frühen Kind­heit. Ab diesem Zeit­punkt ging es auch mit der Familie berg­ab. Sein Vater, der vom KZ schwer trauma­tisiert war, küm­merte sich nicht viel um die Familie. Die Kinder mussten schon sehr früh selbst­ständig sein und die älteren Ge­schwister küm­merten sich um die Jüngeren.

„Die Romakinder wurden damals in der Schule schwer diskrimi­niert und vorab in die Sonderschule ge­steckt“, erzählt Adolf Sarközi. Auch in der Jugend­zeit hat­ten die Roma aus Stegersbach kaum Zukunfts­aus­sichten oder reelle Chancen am Arbeits­markt. Da Sarközi aber etwas in seinem Leben er­reichen wollte, ging er als Hilfs­arbeiter nach Wien und war dort in der Bau­branche tätig. Nach einigen Jahren kehrte er wieder zurück nach Stegers­bach und machte sich in seinem Heimat­ort gemein­sam mit seiner Frau selbst­ständig. Read the rest of this entry »

Roma, Schauspieler, Stars

Februar 24th, 2022  |  Published in Film & Theater, Interview

„Wir zelebrieren die Vielfalt“

Riah Knight und Lindy Larsson sind Roma und Stars am Maxim-Gor­ki-The­ater. Im DW-Video er­zählen sie von ihrer be­we­gen­den Ge­schichte – und wie sie in Berlin eine künst­le­ri­sche Heimat fanden.

(Beitrag: Milutin Jovanovic/Keno Verseck, www.dw.com)

Manuela Horvath ando vakeripe

Februar 17th, 2022  |  Published in Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 16.2.2022 | 13.28 min

Manuela Horvath im Gespräch

I Manuela Horvath 1985 Erbate ando suditiko Burgenland upro them ali. Oj Romni hi, taj o schero andar o referat la Roma­pas­to­ralatar andi diöcese Tikni Martona hi. Sajt 2017 oj andi Erba gemajn­dakeri rotkija hi. Oj ande but pro­jektscha sar „Sensiro“ la univer­si­tetar Betsch butscha­linel. I Manuela Horvath ande minden­felitike ischkoli, sikadi­pes­kere ischkoli taj avre kojenge workshops te­likerl. Oj pe igen sorale ande bescharel, kaj i his­torija le Ro­mendar upre butscha­lim te ol. Afka oj use holocaust iste­re mula­tintschagi ojs vakerasch­kija mangli li ol. Lakero papu o KZ prik dschiv­tscha o Michael Horvath, le Romane ane­vaha Mischka ande minden­felitike lo­gertscha sina.

Manuela Horvath wurde 1985 in Oberwart im Süd­burgenland ge­boren. Sie ist Volks­gruppen­ange­hörige der Bur­gen­land-Roma und leitet das Re­ferat der Romapastoral in der Diö­zese Eisenstadt. Seit 2017 ist sie Ge­meinde­rätin in ihrer Heimat­gemein­de Oberwart. Horvath ar­beitet gerade für das Projekt „Sensiro“ der Univer­sität Wien. Manuela Horvath leitet Workshops und Vor­träge an Er­wach­senen­bildungs­ein­rich­tungen und Schulen zum Thema Roma. Read the rest of this entry »

Televisakero magacin „Romano Dikipe“

Februar 13th, 2022  |  Published in Einrichtungen, Interview, Radio, Podcast & TV

Romano Dikipe: Emmerich Gärtner-Horvath taj Katharina Graf-Janoska (kipo: ORF)O flogoskero grupnakero bajrot ada bersch nevo völim ol, o angle­be­schaschi le baj­rotistar Emmerich Gärtner-Horvath ando schtu­dijos­kero vakeripe, o use pheni­pes­kero lil uso flogos­kero grupna­kero kher telal pisim ulo, o Christian Klippl ando sika­vipe, o gondo­lipe upro schtar opfertscha le aten­ta­tostar Erbatar taj i pre­mijera la tikna operatar „Rromano Kidipe“ taj „Papuszas Tränen“ hi o te­matscha.

13ti feberi 2022, 13:05 orenge
ORF 2 Burgenland | Live ORF TVthek

I Katharina Graf-Janoska andar o farajn Roma-Service Erbate, duach i sendung vodinel.

O flogoskero grupnakero bajrot le Romen­dar nevo vö­lim ol — Kerdo ulo o farajn Roma-Service 2003 le Em­me­rich Gärtner-Hor­vathistar, ov te o angle­bescha­schi le flogos­kere grup­nakere bajro­tistar le Romen­dar hi. Sajt 1995 del ada bajrot, savo o interesi la flogos­kera grupnatar ando pra­dipe fatre­tinel. Sake 4 berscha o bajrot nevo völim ol, ada bersch hi oda papal – taj vaschoda amen upri histo­rija le baj­rotistar pal dikas.

Schtudijoskero vakeripe le Emme­rich Gärt­ner-Hor­vathiha — O Emmerich Gärt­ner-Hor­vath, angle­bescha­schi le flogos­kere grupnakere bajro­tistar le Romendar, ando schtu­dijos­kero vakeripe pedar o lek barika­neder jeri­niptscha, o funkci­jontscha taj o cukunf­takere plantscha le bajro­tistar phukal.

Flogoskero grupnakero kher Erbate — Ando maschkaripe le jeneristar o use phenipes­kero lil uso flogos­kero grupna­kero kher le thanes­kere scherostar Hans Peter Doskozil taj le fatrete­rendar le organi­sa­cijen­dar le bur­gen­landi­tike-hor­vacken­dar, le burgen­landiti­ke-Romen­dar taj le burgen­landiti­ke-ungri­kendar, telal pisim ulo.

Christian Klippl ando sikavipe — 2016, palo mulipe le Rudolf Sarközistar, o Christian Klippl i funkci­jona le sche­rostar le kultura­kere faraj­nistar le austriti­ke Romendar ande lija. Read the rest of this entry »

Rassismus in Social Media und Kinderfilmen

Januar 5th, 2022  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Die Vorsitzende des neuen Verbands: Esther Reinhardt-Bendel (Foto: Verband Deutscher Sinti und Roma e. V. - Landesverband Schleswig-Holstein)Radio Dreyeckland, Freiburg, 7.12.2021
9:21 min, 21 MB | →Anhören (mp3)

Esther Reinhardt-Bendel über stereo­type und anti­ziga­nis­ti­sche Dar­stel­lun­gen in den Medien

Esther Reinhardt-Bendel ist politische Medienaktivistin und Mit­begrün­derin der Initia­tive Sinti-Roma Pride. Sie setzt sich für gleich­berech­tigte Teil­habe von Sinti und Roma ein und ist Vor­sitzen­de der Bundes­verei­ni­gung deutscher Sinti und Roma, die sich 2021 als Zu­sam­men­schluss und Dach­ver­band ver­schie­dener Vereine ge­grün­det hat.

(Sendung: RDL auf freie-radios.net)

Siehe auch:
Bundesvereinigung in Deutschland gegründet
, 5.8.2021

Weihnachtserinnerungen von Josef Schmidt

Dezember 22nd, 2021  |  Published in Brauchtum & Tradition, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
20.12.2021 | (on demand)

Josef Schmidt (Foto: volksgruppen.orf.at)Die vierte Kerze des Advent­kran­zes brennt be­reits und es sind nur noch eini­ge Tage bis Hei­lig­abend. Vie­le Men­schen in Öster­reich be­rei­ten sich auf das Weihvnachts­fest vor. In den meis­ten Haus­halten wird ge­backen und die letz­ten Besor­gun­gen für das be­vor­ste­hen­de Weih­nachts­fest wer­den ge­trof­fen. In unse­rer heu­ti­gen Sen­dung ha­ben wir den 50-jäh­ri­gen Josef Schmidt bei uns zu Gast.

Als Roma-Aktivist der ersten Stunde ist er heute die rechte Hand des Vor­sitzen­den des Volks­grup­pen­bei­rats der Roma, Emmerich Gärtner Horvath. Er er­zählt wie er die Adventszeit in Er­in­ne­rung hat und welch tra­ditio­nelle Köst­lich­keiten seine Groß­mutter da­mals ge­backen hat.

Josef Schmidt erblickte am 3. August 1971 im alten Oberwarter Kranken­haus das Licht der Welt. Bis er acht Jahre alt war, lebte er in der Roma-Sied­lung in Klein­bachselten in einem Drei-Ge­ne­ratio­nen-Haus­halt, wie es bei den Roma-Fa­mi­lien im Burgenland d­amals üb­lich war. Danach lebte er mit seinen zwei Brüdern, seiner Schwes­ter und den Eltern in der Roma-Siedlung in Unterwart. Nach der Pflicht­schule schloss Josef die Handels­schule in Oberwart ab. Im Laufe seiner Kindheit musste sich Josef sehr oft mit Dis­kriminierung und Roma-Feind­lichkeit auseinan­der­setzen.

Heute lebt Josef mit seiner Lebenspartnerin in Oberwart. Er ist stolzer Vater eines Sohnes, einer Tochter und einer Stief­tochter. Für den Roma-Ak­ti­visten war es schon immer wich­tig die Jugend zu för­dern. So zögerte er auch nicht lange, als er im Jahre 1990 das An­gebot bekam, in der außer­schuli­schen mutter­sprach­lichen Lernbetreuung des da­maligen Vereins Roma tätig zu sein. Im heurigen Schul­jahr unter­richtet Josef die un­verbind­liche Übung „Burgenland-Romani“ in der Volks­schule in Oberwart. Read the rest of this entry »

Palgondoliptscha upri boschitscha le Josef Schmidtistar

Dezember 20th, 2021  |  Published in Brauchtum & Tradition, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
20.12.2021 | | (on demand)

Duach i sendung vodinel Susanne Horvath

Josef Schmidt (Foto: volksgruppen.orf.at)I schtarti momeli upri adventis­keri ke­re­suja imar thabol taj tschak poar divesa dschi usi Ked­veschni Rat hi. But manu­scha andi Austrija kise­tinen pumen upri boschitscha. Ando lek buteder khera peklo ol taj o lejcti koji la bo­schi­tschake kerde on. Ande amari adiveses­keri sen­dung o 50-ber­schen­gero Josef Schmidt amaro khe­­rodaschi hi.

Ojs Romengero-aktivisto la erschti oratar hi ov adi o tschatscho va la angle­bescha­schistar le flogos­kere grupna­kere bajrotistar le Romen­dar, Emmerich Gärtner-Horvath. Ov phukal sar agun i adven­tiskeri cajt sina taj saj tradi­cijo­neli latsche koji leskeri baba agun peklahi.

O Josef Schmidt ando 3ti august 1971 andi phuri schpita Erbate upro them alo. Dschimeg ov ofto berscha phurano sina, dschivlahi ov andi Romen­ge­ri-sid­lung andi Tikni Boslina ande jek trin gene­ra­ci­ja­kero kher, sar oda uso Romen­ge­re-fa­miliji ando Burgenland agun sina. Paloda dschiv­lahi ov pre duj phra­lenca, pra phen­jaha taj pra dajaha taj pre dadeha andi Romen­geri-sid­lung Tenu Erbate. Pal i flogos­keri ischkola taj i hauptschul, o Josef i bun­dakeri hand­li­ni­pes­keri ischkola Erbate kise­tintscha. Ando naschipe leskera tscha­ven­gera cajtatar, o Josef butvar dis­krimi­na­cijaha taj bibastel kojenca gejng o Roma, donde iste pe bescharlahi.

Adi o Josef pra pajtaschkijaha Erbate dschil. Ov patijardo dad jeke tschauistar, jeka tscha­jatar taj jeka mosch­tovna tschajatar hi. Le Romen­gere-ak­ti­vis­tiske imar mindig bari­kano sina, le ternen­ge te pomo­schinel. Afka ov dur pal na gondo­lintscha, kada lo ando bersch 1990 phutschlo ulo, ando aguno farajn Roma ojs dajakero tschib­tscha­kero meschteri le tscha­venca pal i ischkola, te butscha­linel. Read the rest of this entry »