Religion

dROMa 58: 25 Jahre Roma-Pastoral

Juni 16th, 2020  |  Published in Religion, dROMa (Magazin)

dROMa 58 1/2020: 25 Jahre Roma-Pastoral im Burgenland (Coverporträt: Matthias Platzer, Foto: Josef Schmidt) Frühling | Terno linaj 2020
25 Jahre Roma-Pastoral | 25 berscha Ro­men­ge­ri-pas­to­ral

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Seit 25 Jahren steht die Roma-Pastoral wie ein Leucht­turm in der bun­ten Land­schaft der Ein­richtungen und Or­gani­satio­nen, die sich im Burgenland für die An­liegen der Roma ein­setzen. 1995/96 wurde mit dem „Referat für eth­ni­sche Grup­pen“ in der Diözese Eisenstadt erst­mals eine eige­ne Roma-Seel­sorge instal­liert – ein Jubiläum, das wir mit einem aus­führ­lichen Schwer­punkt wür­di­gen möch­ten. Wir haben daher die lang­jähri­ge Re­feren­tin Monika Scheweck ein­ge­laden, die Anfangs­jahre der Ro­ma-Seelsorge Re­vue pas­sie­ren zu las­sen. Die Oberwarter Romni Manuela Horvath, die der Roma-Pas­to­ral seit 2016 vor­steht, schil­dert Auf­gaben­berei­che und Per­spek­tiven ihrer Arbeit. Und wir haben uns mit dem Roma-Seel­sorger Matthias Platzer über seine Zu­sammen­arbeit mit der Volks­gruppe unter­halten. Der Aus­nahme­zustand der letz­ten Monate hat dabei auch dieser Aus­gabe seinen Stempel auf­ge­drückt: Das Interview muss­ten wir wegen der Coronakrise wohl oder übel übers Inter­net führen; und wir haben uns kurz­fristig ent­schlossen, den außer­ge­wöhn­li­chen Zeiten Rech­nung zu tragen, in­dem wir der Frage nach­gehen, was die Pan­demie für Euro­pas Roma be­deutet.

Sajt 25 berscha i Romengeri-pastoral sar jek udu­dis­kero turm ando fesch­timo than le birov­tscha­gendar taj or­gani­sacijen­dar, save pumen ando Burgenland le aun­pasch­loji­penge le Romen­dar ande bescha­ren, terdschol. 1995/96 le „refera­tiha le etnischi grupnen­ge“ andi diöcesa Tikni Martona ersch­tivar jek aj­geni Romen­gero-sel­so­rgeri kerdo ulo – jek jubi­lejum, savo amen jeke bari­kane phari­pes­kere gen­doha te pati­jarel ka­maha. Amen va­schoda la duge ber­schen­gera re­ferent­ki­jatar Monika Scheweck mang­lam, hot o kes­dipes­kere berscha la Romen­gera-sel­sor­ge­jatar papal te dschan­garel. Read the rest of this entry »

„Ada baro dipe hi, so tumen hi“

Juni 2nd, 2020  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Religion

Papst Franziskus bei seiner Ansprache im Roma-Viertel von Blaj am 2. Juni 2019 (Screenshot aus der Übertragung von Vatican News)„Es ist ein großes Geschenk, das Ihr besitzt“


Heute vor einem Jahr, am 2. Juni 2019 be­suchte Papst Franziskus, am letz­ten Tag seiner Rumänien­reise, die Roma des Städt­chens Blaj (deutsch: Bla­sen­dorf) in Sieben­bür­gen. In sei­ner his­tori­schen Rede, die wir für dROMa über­setzt ha­ben, bit­tet er die Roma um Ver­zei­hung für das Unrecht, das ihnen im Lauf der Ge­schichte auch von Christen – und auch von der katho­li­schen Kirche – zu­ge­fügt wur­de. Im Fol­genden ge­ben wir die Rede in eini­gen Aus­zügen auf Deutsch so­wie auf Romani wieder:

Ich trage im Herzen eine Last. Es ist die Last der vielen Erfahrun­gen von Dis­krimi­nierung, Aus­grenzung und Miss­handlung, die Eure Ge­mein­schaf­ten erlitten haben. Die Geschichte zeigt uns, dass auch Christen, Katholiken solch Böses nicht fremd ist. Dafür möchte ich Euch um Ver­gebung bitten. Ich bitte um Vergebung im Namen der Kirche und des Herrn, und ich er­bitte Ver­gebung von Euch. Für all jene Zeiten in der Geschichte, in denen wir Euch be­nach­tei­ligt, miss­handelt oder schief an­gesehen haben, mit dem Blick Kains und nicht Abels, und in denen wir un­fähig waren, Euch an­zu­erkennen, zu schätzen und in Eurer Einzig­artig­keit zu ver­teidigen.

Wie oft urteilen wir vorschnell, mit verletzenden Worten, mit Hal­tun­gen, die Hass und Spaltung säen! Wann immer jemand zurück­ge­lassen wird, kann die Familie der Mensch­heit nicht vorwärts­kom­men. Tief im In­neren sind wir keine Christen, ja nicht ein­mal gute Menschen, wenn wir nicht fähig sind, die Person vor ihren Taten, vor un­se­ren eige­nen Urteilen und Vor­urteilen zu sehen.

Liebe Brüder und Schwestern, Ihr als Volk habt eine große Rolle aus­zu­füllen. Scheut Euch nicht, die beson­deren Gaben, die Ihr besitzt und die Eure Geschichte ge­prägt haben, zu teilen und an­zu­bieten. Wir brau­chen diese Gaben: Read the rest of this entry »

Slowakei erneuert Roma-Pastoral

April 30th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Religion

Wallfahrtsort: Basilika Mariä Heimsuchung (Navštívenia Panny Márie) in Levoča (Foto: Jozef Kotulič, Wikimedia, CC BY-SA 4.0)Slowakei: Katholische Kirche be­schließt neu­es Stra­te­gie­pa­pier zur Ro­ma-Pas­to­ral und plant Seel­sor­ge­zentren in al­len Di­ö­ze­sen

Die katholische Kirche in der Slowakei hat eine neue Strategie für die Roma-Seel­sorge im Land er­ar­bei­tet. Das berichtet die katho­li­sche Nach­rich­ten­agen­tur Kath­press. Die slowaki­schen Bischöfe ha­ben das Papier, das von Klerus und Laien ge­mein­sam er­stellt wurde, for­mell nun be­schlos­sen. Die Aus­arbeitung des Dokuments er­folgte in Ko­operation mit Renovabis, dem deut­schen Ost­euro­pa-Hilfswerk der katholi­schen Kirche, das zahl­reiche Projekte in Ost- und Ost­mittel­europa unter­stützt. Das Stra­tegie­papier plant für die einzel­nen Diözesen der Slowakei eige­ne Zentren für Seelsorge. Dafür sol­len Priester als „Tutoren“ bereit­ge­stellt werden, um die invol­vierten Personen zu unter­stützen. Hin­sicht­lich der Finanzierung sieht die neue Strategie eine stu­fen­weise Ver­selbstän­di­gung der Roma-Pastoral in den kom­men­den drei Jahren vor. Für die Aus­gestaltung des Strategie­papiers habe man ins­ge­samt fünfzig Ziele definiert und ge­wichtet, zitiert Kath­press Renáta Ocilková vom Roma­pasto­ral-Rat der Slowaki­schen Bischofs­konferenz. Hinter allem stehe das Be­mühen, dass alle erreich­baren Volks­gruppen­angehöri­gen „Jesus Christus kennen­lernen, ihr Leben und damit auch ihr Leben nach außen än­dern“.

Schulung von Priestern und Laien

Als Auf­gaben der Roma­seelsorge nann­te Ocil­ková laut Kath­press weiters den „Aufbau mensch­li­cher Ressourcen, die Erhö­hung der Sensibilität“ für die be­son­de­ren An­forderun­gen der Roma-Seelsorge so­wie die „Schulung von Priestern, Theologen, Laien und Führungs­perso­nen der Roma“. Die roma­pas­to­ra­le Schulung des Klerus sei „zu­nächst als lebens­lange informelle Bildung“ ge­dacht. Für die theologische Ausbildung wer­de die Schu­lung „auch in Form von speziel­len Kursen“ er­folgen.

Drei Viertel der Slowaken bekennen sich laut Zensus­daten von 2011 zu einer Religion. Die Roma-Volks­grup­pe ist in der Slowakei inner­halb der rö­misch-katho­lischen Kirche beson­ders stark ver­treten. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (251)

November 20th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Medien & Presse, Religion, Romani

1927 gründete ein Ro­ma-Pas­tor in Bul­ga­ri­en die Zei­tung Svetilnik, die mit einer Ro­ma­ni-Bei­la­ge, Ro­ma­no alav (Roma-Wort), er­schien. Es gab nur eine Ausgabe.

(Quelle)

Salzburger Urteil gegen Obdachlose

September 21st, 2019  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Religion

ORF OrientierungORF-Religionsmagazin „Orientierung“
So., 22.9.2019, um 10.30 Uhr in ORF 2

Der Salzburger Pfarrer Dürlinger stellt sich schützend vor die Notreisenden (Foto: C. Buergler) Urteil gegen Obdachlose: Salzburger Pfarrer fordert Hilfe statt Strafe

Aufregung gab es vergangene Woche in der Festspiel­stadt Salzburg: Das dor­tige Lan­des­ver­wal­tungs­gericht hat in einem viel­beach­te­ten Ent­scheid die Ver­urteilung einer Grup­pe obdach­loser Roma be­stä­tigt. Ihr Ver­gehen: Sie hat­ten sich in einer kalten Regen­nacht im No­vem­ber aus Zweigen und Plastik­folien not­dürftig einen Regen­schutz gebaut – ein Ver­stoß ge­gen das ge­setz­lich ver­ankerte Campier­verbot, so das erst­instanz­li­che Urteil. Doch die „Platt­form für Menschen­rechte“ in Salz­burg be­ein­spruch­te ge­mein­sam mit den Obdachlosen das Vor­ge­hen des Ma­gistrats. So wurde jetzt in zwei­ter Instanz zu­min­dest eine Redu­zie­rung der Geld­strafen von 200 auf 100 Euro er­reicht. Selbst diese Sum­me ist für die Ob­dach­losen, die zu­meist vom Betteln rund um die Alt­stadt le­ben, exis­tenz­be­dro­hend. Was be­deu­tet nun das Urteil für das so­ziale Klima in der Stadt? Ein „Orien­tie­rung“-Team hat sich bei den Roma, bei Men­schen­recht­lern, bei Sozial­arbei­tern, in der Not­schlaf­stelle der Caritas, und bei Bür­ge­rin­nen und Bür­gern auf der Stra­ße um­ge­hört. Die Lage, so geht aus den Be­ob­ach­tun­gen her­vor, ist seit Jah­ren viel weni­ger dra­ma­tisch, als dies bei ober­fläch­li­cher Be­trach­tung scheint. Und die ver­urtei­lten zah­lungs­un­fä­hi­gen Roma wer­den nicht ins Ge­fäng­nis müs­sen: Auf Initia­tive von Pfarrer Alois Dürlinger, Ko­ordi­na­tor für die kirch­li­chen Armuts­pro­jekte für die Stadt, wurde eine Spenden­aktion ge­startet. Die Strafen wur­den in­zwi­schen be­zahlt. Be­richt: Peter Beringer.

(ORF-Programmaussendung)

Facts & Figures (240)

September 5th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Religion

1992 wurde in der Ös­terr. Bischofs­kon­fe­renz erst­mals ein Ver­tre­ter mit der Ro­ma-Pas­to­ral be­traut, eine of­fi­ziel­le Ro­ma-Seel­sor­ge wurde im Bur­gen­land 1995 eta­bliert.

(Quelle/pdf)

Ingolstadt: Nur ein Missverständnis?

Juni 21st, 2019  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Religion

„Als Nicht-Sinti hät­te die Frei­bur­ger Mis­si­ons­­­grup­­­pe in In­­­gol­­­stadt blei­­ben dür­­­fen“

Dreyeckland Radio Dreyeckland, 21.6.2019 (8:01 min)
Sendereihe: Fokus Südwest, Morgenradio
→Anhören (mp3)

Jedes Jahr gehen einige Freiburger Sinti mit ihrer evan­geli­schen Freikirche auf Mis­sions­fahrt. Die­ses Mal mach­ten sie u.a. in Ingolstadt halt. Dort mie­te­te die Missions­grup­pe für ihr Zelt und Wohn­wägen eine städti­sche Grün­fläche. Am Diens­tag wider­rief die Stadt Ingolstadt al­ler­dings den Miet­vertrag. Die Polizei wies die Gruppe an, das Ge­län­de zu ver­lassen. Nach An­gaben des Ver­anstal­ters der Mis­si­on Daniel Kobi er­folg­te dieses Vor­gehen, nach­dem be­kannt wur­de, dass sie zur Grup­pe der Sinti ge­hö­ren. Laut Kopi sei die Grup­pe rassistisch be­han­delt wor­den mit der Ab­sicht, sie vom Platz zu ver­jagen. Die Stadt Ingolstadt widerspricht der Darstellung und er­klärt hin­ge­gen, dass es sich um ein Miss­ver­ständ­nis han­dele. Man habe nicht mit der tat­säch­li­chen Zahl an Wohn­wägen ge­rechnet. Über die Be­deutung des Falls haben wir mit dem Vor­sitzen­den des ba­den-württem­bergi­schen Landes­ver­ban­des der Sinti und Roma Daniel Strauß ge­spro­chen. (Text und Sen­dung: rdl.de)

Pressemitteilungen des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg:
Vorfall in Ingolstadt
, 19.6.2019
Stellungnahme zu den Äußerungen der Stadt Ingolstadt
, 20.6.2019

Siehe auch:
Donaukurier: Alles nur ein Missverständnis?
Badische Zeitung: Verband beschwert sich über Umgang mit Freiburger Sinti in Bayern


Jahrestag des Roma-Attentats in Oberwart

Februar 4th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika

Anlässlich des 24. Jahrestags des Rohr­bomben­atten­tats vom 4. Febru­ar 1995, bei dem vier Volks­grup­pen­ange­hö­rige der Roma er­mordet wur­den, lud die Roma-Pastoral am Sonn­tag, 3. Febru­ar 2019, um 14.30 Uhr in Ober­wart bei der Gedenk­stätte „Am Anger“ zum jähr­li­chen Geden­ken ein. Erst­mals nahm auch der Diö­ze­san­bischof von Szombathely teil.

Am 4. Februar 1995 wurde eines der schlimms­ten rassis­ti­schen Ver­bre­chen in der Zwei­ten Republik be­gangen: Vier An­ge­hö­ri­ge der Roma, Peter Sarközi, Josef Simon, Karl und Erwin Horvath, wur­den in Ober­wart durch eine Rohr­bombe ge­tötet. Auf der Bombe war ein Schild mit der Auf­schrift „Roma zurück nach Indien“ an­ge­bracht. Bei dem Ver­such, dieses Schild zu ent­fernen, explo­dierte die Spreng­falle, die Teil einer rassis­tisch und völkisch mo­ti­vier­ten Anschlag­serie des At­ten­täters Franz Fuchs war. János Székely, Diö­zesan­bischof der Diöze­se Szombathely und Roma-Pas­to­ral-Be­auf­trag­ter der Unga­rischen Bischofs­konferenz, hat die Gedenk­feier mit­zelebriert. Kinder und Jugend­liche aus der Volks­gruppe sowie die Musik­gruppe Romano Rath haben die Gedenk­feier mit­gestal­tet.

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ÖRKÖ hilft Schulprojekt in Griechenland

Januar 23rd, 2019  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich will 2019 gemeinsam orthodoxer Hilfsorganisation Roma-Kindern in Griechenland einen Schulabschluss ermöglichen (Foto: ÖRKÖ) Spendenprojekt 2019 für Roma in Grie­chen­land

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) führt jedes Jahr ein be­son­de­res Spenden­pro­jekt durch: 2019 will der ÖRKÖ Roma-Kin­der und -Ju­gend­liche in Grie­­­chen­­land un­ter­stüt­zen. Vor al­lem geht es darum, den Kindern und Ju­gend­li­chen einen Schul­ab­schluss und damit bes­sere Berufs- und Lebens­chancen zu er­mög­li­chen.

In Griechenland leben derzeit ca. 50.000 Roma. Inner­halb einer Studie der European Union Agency for Fun­da­men­tal Rights (2014) gaben ca. 50 Pro­zent der be­frag­ten Roma über 16 Jah­ren in Grie­chen­land an, Analphabeten zu sein. Fast 43 Pro­zent der Kinder im Schul­alter gehen nicht zur Schule, wo­mit Grie­chen­land euro­pa­weit einen der höchs­ten Werte er­reicht. Grund da­für ist ins­be­son­dere das frühe Ver­lassen der Schule, um zum Fa­mi­lien­ein­kom­men bei­zu­tra­gen. Auch an­de­re Fak­toren wie Um­züge, Wohn­ver­hält­nis­se, Gesund­heit und Dis­krimi­nie­rung er­schwe­ren die regel­mäßi­ge Teil­nah­me am Unterricht. Zwar steigt die An­zahl der Schul­besu­che von Kindern in den letz­ten Jah­ren ste­tig an, den­noch ist die Teil­nahme am Bildungs­system viel­fach noch nicht aus­rei­chend, um qua­lif­i­zier­te Jobs auf dem Arbeits­markt zu be­kom­men. Viele Haus­halte hängen von den Ein­nah­men aus Saison­arbeit oder staat­li­chen Sozial­leistungen ab, was für viele Fa­mi­lien ein Leben unter­halb der Armuts­grenze be­deutet. Viel­fach führt dies zu einer Ver­schie­bung auf den infor­mel­len Arbeitsmarkt ohne sozia­le Sicherung und fi­nan­ziel­le Sta­bi­lität.

„Demetrias“, ein Träger der griechisch-orthodoxen Kirche, bie­tet in Aliveri Nach­hilfe­unterricht für Roma an, damit die Kinder und Jugend­lichen ihre ver­pass­ten Unter­richts­inhalte auf­ar­bei­ten können.

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Vasilica: Neujahr der Roma

Januar 14th, 2018  |  Published in Brauchtum & Tradition, Religion

Vasilica-KuchenIn der Nacht zum 14. Jänner feiern Roma am Balkan das nach dem heili­gen Vasili be­nann­te Fest Vasilica. 2014 be­rich­tete Antje Stiebitz für Deutschlandfunk Kultur über das religions­über­grei­fende Neujahrsfest der Balkan-Roma und seine Hin­ter­gründe:

(…) Warum Vasilica gerade mit dem Neujahrs­tag der ortho­do­xen Christen zusam­men­fällt, er­klärt Bosiljka Schedlich vom Südost-Europa-Kultur e.V.: „Roma haben über­all, wo sie gelebt ha­ben, die Religion der Mehr­heits­bevöl­ke­rung an­ge­nom­men. Um nicht beson­ders auf­zu­fallen und nicht ver­folgt zu werden, um ak­zep­tiert zu werden. So war das auch in Serbien, und bis zum 15. Jahr­hun­dert, bis zur An­kunft der Osmanen, waren sie orthodox. Viele Roma sind dann wie die Serben zum Islam über­getre­ten. Aber dieses Fest feier­ten sie weiter.“

Ob christlich-orthodox oder muslimisch – alle Balkan-Roma feiern Vasilica. Denn der Mythos um Vasilica reicht bis in die Zeit zu­rück, in der die Roma aus Indien nach Europa wan­der­ten. Damals räum­ten die Roma dem heiligen Vasili und der Gans einen wich­ti­gen Platz ein. Die Erzählung be­schreibt, wie böse Krieger die Roma ver­trie­ben. Auf der Flucht kamen sie zu einem großen Was­ser. Ver­mutet man ihre Wander­route von Nord­indien, über Pakistan, in den Iran, könnte es sich bei dem „großen“ Wasser um den Ara­bi­schen Golf han­deln. Da sie das Wasser nicht über­win­den konn­ten, baten sie Gott um Hilfe, er­zählt Bosiljka Sched­lich: „Der Gott (…) öffnete einen Weg im Wasser und sie liefen los. Und sie kamen bis in die Mitte des Wassers. Da fragte der Gott den An­führer der Roma, den König Phiraon, der inzwi­schen etwas über­heblich gewor­den war, und auf die Frage Gottes, wer ihnen nun hilft, sagte der Phiraon: Ich, das ist meine Macht! Der Gott be­strafte dann alle Roma und ließ das Wasser wieder zurück­kehren.“

Der heilige Vasili sah die Not der Roma (…). Da legte er bei Gott ein gutes Wort für sie ein. Erfolg­reich, denn Gott schickte den Roma Gänse, die sie auf ihre Flügel nahmen und über das Wasser flogen. Auf diese Weise wurden der heilige Vasili zum Ver­mittler zwischen der alten und der neuen Reli­gion der Roma. Read the rest of this entry »

Papst-Treffen: Bibel auf Romani überreicht

November 29th, 2017  |  Published in Interview, Literatur & Bücher, Religion, Romani

Kardinal Erdö überreicht Papst Franziskus eine Ausgabe der Heiligen Schrift in der Sprache Lovari-Romani. (Foto: CNA/Osservatore Romano)Anlässlich des Ad-limina-Besuchs der un­ga­ri­schen Bischöfe bei Papst Franziskus sprach Kardinal Peter Erdö, Erz­bischof von Ezstergom-Bu­dapest, mit der katho­li­schen Agen­tur CNA. Nicht nur das Kreuz des Inter­na­tio­na­len Eucha­ris­ti­schen Kon­gres­ses, der 2020 in Budapest statt­fin­den wird, hat Papst Fran­zis­kus von den un­gari­schen Bischö­fen er­hal­ten, son­dern auch ein Exemplar der Bibel auf Lovari-Romani, der laut Erdö von den Roma in der Region am meis­ten ge­nutz­ten Sprache. Diese Über­setzung der Bibel geht einer Über­set­zung litur­gi­scher Texte ins Ro­mani voraus.

Worüber haben Sie – die Bischöfe – beim Teffen gesprochen?
Über viele Dinge. Wir haben auch über die Roma gespro­chen, die acht Pro­zent der Bevöl­ke­rung dar­stellen. Wir haben über ihre Kultur und ihre Sprache ge­spro­chen und daraus ergab sich dann auch ein Gespräch über die Be­deut­sam­keit der klei­nen und gro­ßen Völker in Europa. Der Heilige Vater hat uns ge­ant­wor­tet, dass die Kulturen der Län­der echte Werte sind. Europa ist, in christ­li­cher Sicht, nicht ein graues oder gleich­för­mi­ges Europa, son­dern ein Europa, das aus vielen Kulturen, Er­fah­run­gen und Nati­onen zu­sam­men­gesetzt ist, die unter­einan­der ver­söhnt sind und ge­mein­same Wur­zeln haben – die zu einem sehr beträcht­li­chen Teil christ­liche Wurzeln sind.

Sie haben auch über die Möglichkeit einer Messe in der Sprache der Roma ge­spro­chen?
Der Papst hat uns ermutigt, so eine Messe vorzubereiten. Die Roma in Ungarn spre­chen ver­schie­dene Sprachen. Ob­wohl die über­wie­gende Mehr­heit Ungarisch ver­steht, haben doch viele mit unserer Sprache auch Schwie­rig­keiten. Im All­gemei­nen ist die Spra­che Lovari-Romani die in Zentral­europa am meis­ten ver­brei­tete Roma-Sprache. Sie hat viel mit Sanskrit zu tun. Wir haben die Heraus­for­de­rung an­ge­nom­men, die Über­setzung der gesamten Bibel in diese Sprache vor­zu­berei­ten – die katholi­sche Kirche zu­sammen mit Intel­lek­tuel­len der Roma. Diese Über­setzung wurde nach einer über zehn­jähri­gen Arbeit fertig­gestellt und dann von der Bischofs­kon­fe­renz ge­neh­migt. Ich habe diese Übersetzung der Bibel dem Heili­gen Vater über­reicht, der sie mit großer Freude ent­gegen­ge­nom­men hat.

Die Erstellung eines Messbuchs ist also der nächste Schritt?
Da es nun ja schon eine Terminologie für die gesamte Bibel gibt, ist die Über­setzung des Messbuches kein Ding der Un­mög­lich­keit mehr. Wir haben eine Kom­mis­sion ein­ge­rich­tet und wir arbeiten daran. Wir sind dem Heiligen Vater dank­bar für seine Er­mu­ti­gung, diese Arbeit wei­ter­zuführen.

(Quelle: CNA)

„Protestantismus und Antiziganismus“

September 27th, 2017  |  Published in Dokumente & Berichte, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Religion, Wissenschaft

Gutachten "Protestantismus und Antiziganismus" in Deutschland (2017)Verena Meier: Gutachten zum Forschungsstand zum Thema „Protes­tan­tis­mus und Anti­ziga­nis­mus“. Gutachten im Auf­trag des Zentral­rats Deutscher Sinti und Roma, Hei­del­berg 2017.

>>Download (pdf)

Die Rolle von Kirchen – insbesondere der evangelischen Kirchen und ihrer Ver­tre­ter und Ver­tre­terin­nen – stellt ein gro­ßes Desiderat in der Anti­ziganis­mus­forschung und den Romani Studies dar. Dies­es wis­sen­schaft­liche Gut­achten gibt einen Über­blick über be­reits vor­liegende Zu­gän­ge und Studien. Er­geb­nisse und weite­re Forschungs­lücken wer­den dabei in Be­zug auf „Protes­tan­tis­mus und Anti­ziganis­mus“ in Deutschland auf­ge­zeigt. Der Über­blick er­folgt in chrono­lo­gi­scher Abfolge, be­ginnend mit der Re­for­ma­tion bis hin zur Zeit nach dem Zwei­ten Weltkrieg und dem er­in­ne­rungs­kultu­rel­len Um­gang mit der Ver­gangen­heit. Der­zeit fehlt es an über­grei­fen­den und syste­ma­ti­schen Studien. Den­noch geben die bereits vor­lie­genden Unter­suchun­gen zu bestimm­ten geo­grafi­schen und zeit­lichen Kon­texten be­reits einen Ein­druck von den über­grei­fen­den Ver­flech­tun­gen zwi­schen Ver­tre­tern der evangeli­schen Kirche und anti­ziganis­ti­schen Ten­denzen.

Abstract: Research Report on the State of Research on the Topic of “Protestantism and Antigypsyism”

The role of churches – Protestant churches and their repre­sen­tati­ves in par­ticular – in antigypsyist ten­dencies is a major desidera­tum in research on anti­gypsyism and Romani studies. The fol­lowing re­search report gives an over­view of existing research approa­ches and studies. Their fin­dings and further research gaps are high­lighted in relation to “Protestan­tism and Antigypsyism” in Germany. Read the rest of this entry »

13. August: Roma-Wallfahrt nach Mariazell

August 11th, 2017  |  Published in Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen

MariazellDie traditionelle Roma-Wallfahrt nach Maria­zell fin­det heuer zum 22. Mal statt. Weih­bischof Franz Scharl lei­tet die hei­li­ge Messe. Unter an­de­rem ist er auch Re­ferats­bischof der Ös­ter­rei­chi­schen Bischofs­kon­fe­renz für Roma und Sinti. Roma-Seel­sorger Matthias Platzer und Helmut Schüller sind die Mit­zelebran­ten. Musi­ka­lisch wird die hei­lige Messe vom „David Samer Trio“ be­glei­tet. Das Trio wird am Nach­mit­tag bei einer klei­nen Agape einen Ein­blick in die musi­ka­li­sche Kultur der Roma ge­ben.

Eine Veranstaltung der Roma-Pastoral in Ko­ope­ra­tion mit dem Verein Roma-Service und dem Kultur­verein Öster­rei­chi­scher Roma.

Busabfahrtszeiten Burgenland:
6.00 Uhr: Oberwart (Roma-Siedlung)
Weitere Einstiegsmöglichkeiten:
Hauptplatz Oberwart
Gasthaus Neubauer Oberwart
(Bei Bedarf wird ein Bus von Wien organisiert.)

Infos und Anmeldung:
Manuela Horvath
Roma-Pastoral
Wiener Straße 6/1
7400 Oberwart
Tel.: 0676 / 880 701 721

13to august: 22to Ladipe Cejiste

August 10th, 2017  |  Published in Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen

MariazellO tradicijoneli „Ladipe le Romendar Cejiste“ ada bersch, imar o 22to-var kerdo ol. O sen­te­li­mo baro raschaj Franz Scharl i dschel­ni mischa like­rel. Ov te o refe­ra­tis­kero baro raschaj la austri­tika bara rascha­jen­gera kon­fe­ren­ca­tar le Romen­ge taj Sinti­jen­ge hi. O Romen­gero selsor­ge­ri Matthias Platzer taj o Helmut Schüller leha i mischa vo­di­nen. I muschi­ka usi dschel­ni mischa ke­rel o „David Samer Trijo“. I banda, pa­loplane use jek tikno habe, and diki­pe andi muschi­ka­keri kultura le Romen­dar dela.

Jek mulatintschago la Romengera pastora­la­tar andi khe­tani buti le faraj­niha Roma-Service taj le Kultu­ra­kere Fa­raj­­niha le Austri­tike Ro­mendar.

Bejg ladipeskere cajtscha andar o Burgenland:
6.00 orenge: Erbatar (Romengeri sidlung)
Avre and uschtajipeskere schajiptscha:
Scheroskero than Erba
Mojakero Neubauer Erba
(Te ulo, te Betschistar jek bus organisirim schaj ol.)

Informacija taj aun­mej­dinipe:
Manuela Horvath
Romengeri pastoral
Wiener Straße 6/1, 7400 Erba
Har.: 0676 / 880 701 721

Zipflo Weinrichs Sinti-Messe

Juni 30th, 2017  |  Published in Radio, Podcast & TV, Religion

Niederösterreich: Wallfahrtskirche in Karnabrunn (Foto: Sonntag) Lakis Jordanopoulos präsentiert im ORF-Magazin „Heimat Fremde Heimat“ am Sonntag, dem 2. Juli 2017, um 13.30 Uhr in ORF 2 u.a. den Bei­trag „Zipflo Wein­richs Sinti-Messe“:

„Wenn wir aufhören, unsere Sprache zu pflegen, wird unser Volk bald aus­sterben“, be­fürch­tet der Sinto und Musiker Zipflo Weinrich. Ge­mein­sam mit seiner Frau Natalie, einer deutschen Sintiza, hat er öster­reich­weit die erste Sinti-Messe ins Leben ge­ru­fen, für die er eigens Lieder auf Sintitikes, der Sprache der Sinti, geschrie­ben hat. Der musika­li­sche Gottesdienst in der Wallfahrts­kirche im nieder­öster­rei­chi­schen Karnabrunn soll der Sinti-Com­mu­nity aus dem In- und Aus­land er­mög­li­chen, einan­der zu treffen und ihren katholischen Glauben in der Mutter­sprache ze­lebrie­ren zu kön­nen. Cedomira Schlapper war bei den Vor­berei­tun­gen dabei.

In der Sendung weiters zu sehen: „Aktiv gegen Rassismus“ und „Weit­blicke mit Jean Ziegler“. „Hei­mat Fremde Hei­mat“ ist nach der TV-Aus­strah­lung sieben Tage als Video-on-Demand ab­ruf­bar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek an­ge­boten.

(Text: ORF)

Siehe auch:
Sintiwallfahrt im Weinviertel, 30.5.2016
Amari Roas: Jazz-Geiger Zipflo Weinrich, 14.12.2014

Roma-Pastoral: Kirche lebt Inklusion

Juni 22nd, 2017  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Religion

Manuela Horvath in Mariazell (Foto: volksgruppen.orf.at)Die Roma-Pastoral leistet das ganze Jahr über be­acht­li­che Arbeit, im Seel­sorg­li­chen, im So­zia­len, im Mit­mensch­li­chen, im Er­innern an die Opfer der Ver­gan­gen­heit und im Hoch­halten ihrer un­ver­äußer­li­chen Würde, im Ge­stal­ten einer posi­ti­ven, selbst­bestimm­ten und mit­bestimm­ten Zu­kunft. – Einen we­sent­li­chen An­teil an all dem hat Manuela Horvath, die seit nun­mehr rund einem Jahr die Roma-Pastoral leitet.

Martinus, 21.6.2017: Eisenstadt – Inklusion heißt, miteinander reden und handeln, nicht bloß einer über den ande­ren. Manuela Horvath weiß das. Und sie lebt genau das. Denn die Romni Manue­la Hor­vath leitet seit März 2016 die Roma-Pastoral der Diözese Eisenstadt – mit viel En­gage­ment, Begeis­te­rung und einer Fülle an Ideen. Der Erfolg kann sich sehen las­sen und ist mehr als sicht­bar an der Viel­zahl und Viel­falt der Pro­jekte der Roma-Pastoral. Was ihnen allen ge­mein­sam ist? „So unter­schied­lich unsere Tätig­keits­felder sind, sie sind alle glei­cher­maßen wich­tig. Immer geht es darum, Per­so­nen aus der Volks­gruppe ein­zu­binden, gemein­sam und mit­einan­der zu gestal­ten und Vor­haben mit und von der Volks­gruppe selbst um­zu­setzen“, betont Ma­nuela Horvath.

Immer präsent, aktiv und mittendrin

Und es ist viel zu tun für die Leiterin der Roma-Pastoral. Sie ist im gan­zen Burgenland prä­sent und für die Volks­gruppe aktiv, leistet seel­sorg­liche Dienste, hilft bei Be­wer­bungs­schreiben, be­glei­tet bei Amts­wegen, ist da, wenn Hilfe in schwie­rigen Lebens­lagen ge­fragt ist. An Schulen or­ga­ni­siert und hält sie Workshops über die Ge­schich­te der Roma, im Bundes­kanzler­amt ist sie inner­halb der Roma-Dialog­plattform in der Arbeits­gruppe zur Gedenk- und Erin­ne­rungs­arbeit en­gagiert. Manuela Hor­vath hält Vor­träge zur Gedenk- und Erin­ne­rungs­kultur und en­gagiert sich für das seit 2006 beste­hende Gedenk­projekt „Wohin mit meinen Kerzen“, das den von den Nazis er­mor­deten Roma einen Namen, einen Prä­senz­raum des Gedenkens gibt. Rund eine halbe Million Roma und Sinti fielen dem NS-Massen­mord zum Opfer. Im burgen­län­di­schen Lackenbach wur­den mehr als 4.000 Roma und Sinti in einem Zwangs­arbeiter­lager inter­niert, ver­sklavt und auf das Un­mensch­lichste miss­handelt. Die Roma-Sied­lungen in rund 124 burgen­län­di­schen Orten wurden dem Erd­boden gleich­gemacht, die Menschen in Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lager de­portiert.

Den Opfern ihre Würde geben

Manuela Horvath: „Die Gedächtnispastoral ist mir ein be­son­de­res An­liegen. Ich bin über­zeugt, dass die Errichtung von Gedenk­tafeln in Ort­schaften mit ehe­mali­gen Roma-Siedlungen ein wich­ti­ger Schritt ist, um auf das tra­gische Schicksal un­serer Volks­gruppe wäh­rend des Holocaust auf­merk­sam zu machen. Durch Gedenk­stätten be­kom­men die er­mor­de­ten Roma, die keine Grabstätte haben, zu­mindest einen Ort des Gedenkens.“ In Zu­sam­men­arbeit mit dem Verein Roma-Service initiiert die Roma-Pastoral des­halb die Errich­tung von Gedenk­tafeln für Roma-Opfer des Holocaust. Read the rest of this entry »

Roma-Seelsorger Werner Klawatsch verstorben

Mai 15th, 2017  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Religion

Werner Klawatsch

Österreichs erster Roma-Seelsorger Ehrenkons.Rat Mag. Werner Klawatsch ist am 10. Mai nach längerer Krank­heit in Wiesen verstorben.

Werner Klawatsch wurde am 14. April 1939 in Wiener Neustadt geboren und wuchs in seiner Heimtat­pfarre Wiesen auf. 1962 wurde er im Eisen­städter Dom zum Priester geweiht. Bis zu seinem Ruhe­stand im Jahr 2009 betreute Werner Klawatsch die drei Pfarr­gemeinden Neutal, Markt St. Martin, wo er auch seinen Wohn­sitz fand, und Landsee. Von 1998 bis 2008 leitete er als Dechand das Dekanat Ober­pullen­dorf, dazu kam seine Mitarbeit in ver­schie­denen wich­tigen diöze­sanen Gremien.

Einen großen Dienst erwies er der Diözese Eisenstadt und vor allem der Volks­gruppe der Roma durch die Wahr­nehmung der Leitung des Referates für die Pastoral an Ange­hö­rigen ethnischer Gruppen – und damit als erster Seel­sorger für die Ange­hö­rigen der Roma in der Diözese Eisenstadt – von 1995 bis 2002. Mit den Aufgaben des Seel­sorgers für die Roma und Sinti in Öster­reich betraute ihn während dieser Zeit auch die Öster­rei­chische Bischofs­konferenz. Er nahm auch diese seel­sor­ge­rische Aufgabe mit großem Einsatz und Einfühlungs­vermögen wahr.

Die Begräbnisfeier für den verstorbenen Priester beginnt am Dienstag, dem 16. Mai 2017, um 15 Uhr mit der hl. Messe in der Pfarr­kirche zum Heiligen Geist in Wiesen, anschlie­ßend erfolgt die Beisetzung im Priester­grab der Pfarre Wiesen.

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6. Mai: St. Georgsfest der Roma

Mai 6th, 2017  |  Published in Brauchtum & Tradition, Religion

Ikone des heiligen Georg, 1621 (Foto: Wikimedia)Das Georgsfest gehört zu den großen Feiertagen der Roma und wird nach dem julia­ni­schen Kalender be­rech­net. Es ist ein Frühlings­fest, das Glück und Wohl­stand brin­gen soll. Der heilige Georg wird als Schutz­heiliger ins­beson­dere der serbisch-orthodoxen Roma und als Be­schützer der Ost­kirche ver­ehrt. Im Vor­feld des Georgsfestes reini­gen die Roma ihre Häuser und schmücken sie mit Kerzen und Zweigen. Wasser be­stimm­ter Quellen dient zur rituel­len Reinigung und soll zu­gleich vor bösen Ein­flüs­sen schützen. Ins­gesamt feiern die Roma sieben Tage lang. Der Georgs­tag wird auch in den west­li­chen Kirchen be­gan­gen. Da diese dem gre­go­ria­ni­schen Kalen­der fol­gen, ist der Georgstag hier am 23. April.

(Text: mdr.de)

Anm. der dROMa-Red.:
Der Georgstag wird unter dem Namen Djurdjevdan oder Herdelezi (Erdelezi) ge­feiert. Er ist nicht nur ein Fest der christ­li­chen Roma, son­dern wird von moslemischen und christ­lich-ortho­do­xen Roma glei­cher­maßen be­gan­gen. So gilt Herde­lezi bei­spiels­weise in der Türkei als der wich­tigste Fest­tag der Roma. „Es dürfte bereits früh­zeitig zu einer Ver­mischung der jüdisch-christ­li­chen Ver­ehrung des alt­testamen­ta­ri­schen hl. Elias mit dem christ­lichen Georgskult und der mus­li­mi­schen Ver­ehrung von El Khadr ge­kom­men sein. Her­de­lezi und Djurdjev­dan sind somit Aus­druck der Volks­frömmig­keit, die – we­niger dog­ma­tisch als die Theo­logie – eine gegen­seitige Be­ein­flus­sung zu­ließ und die Feier­lich­keiten trotz unter­schied­licher religiöser Wur­zeln zu einem über­religiösen Frühlingsfest ver­schmel­zen ließ.“ (Mehr auf Rombase.)

Roma sam: Nevo Romengero seelsorgeri

Januar 6th, 2017  |  Published in Radio, Podcast & TV, Religion

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
19.12.2016 | (on demand)

Mmagu 2011O nevo seelsorgeri la flogoskera grupna­tar le Romen­dar ando Bur­gen­land bu­tschol Matthias A. Platzer. O aguno Ro­men­gero seel­sor­geri Fabian Mmagu Betschis­te gelo, taj o ra­schaj andar Wolfau o Matthias Platzer les­keri buti akan prik lija.

O Matthias A. Platzer ando decembe­ri 2011 le bur­gen­landi­tike bare ra­scha­jistar Ägidius J. Zsifkovics ando Tikne Mar­tona­ke­ro dom uso ra­schaj sen­te­lim ulo. O Platzer an­dar Neun­kirchen Telut­na Austri­ja­tar al. Ov jek mesch­teris­ke­ro schtu­di­jum la theo­lo­gi­jake taj his­torjake ker­tscha. Pal but ber­schen­geri buti ojs reli­gi­jo­na­kero mesch­teri kes­dintscha ov 2008 le ar­sik­li­peha ando rascha­jen­gero semi­nar. O ersch­ti „Ober-Ro­ma-Seel­sor­geri“ o Werner Klawatsch 1995 sina taj ando glajchi bersch o re­ferat le eth­nische grupnenge la diö­ce­se­ja­tar Tikni Mar­tona kerdo ulo. 1992 andi bare rascha­jen­geri kon­fe­ren­ca jek fartre­teri le upre di­peha Roma-Pas­to­ral upre dim ulo. Le Ro­men­geri seel­sor­geris­keri buti hi, i iden­ti­teta le eth­ni­schi tschu­li­pes­tar te sora­lel taj te moti­vi­ri­nel, o alav te asdel, kaj on schaj peske pu­menge söber te va­keren. O Matthias A. Plat­zer agu­neder o Kaplan Simeha­te, Batschiba­te taj Neu­markt ande Tau­chen­tal sina, taj i seel­sor­geris­keri kor­dina­cija andi schpita Erbate kerel.

Adventiskero gondo Tenu Erbate

O tradicijoneli burgenlanditiko Romen­ge­ro adven­tis­kero mula­tin­tscha­go ada bersch Tenu Erbate sina. Orga­ni­si­rim ulo o ad­ven­tis­kero mula­tintscha­go la Roma-Pas­tora­latar taj le frajn Roma-Ser­vice­jistar, po­mo­schim ulo la ge­majn­di Tenu Erbatar. Ojs erschti dschi­lado ulo i Ro­men­geri hymne „Gelem Gelem“ la Indira Gussakatar. Read the rest of this entry »

Neuer Roma-Seelsorger Matthias Platzer

Januar 5th, 2017  |  Published in Radio, Podcast & TV, Religion

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
19.12.2016 | (on demand)

Roma-Seelsorger Matthias Platzer, hier 2015 in Wolfau (Foto: pfarren.martinus.at)Der neue Seelsorger der Volksgruppe der Roma im Bur­gen­land heißt Matthias A. Platzer. Nach­dem Pfar­rer Fabian Mmagu nach Wien wech­sel­te, über­nahm der Pfar­rer in Wolfau, Matthi­as Plat­zer, des­sen Auf­ga­be als Ro­ma-Seel­sorger.

Matthias A. Platzer wurde im Dezem­ber 2011 vom bur­gen­län­di­schen Diö­ze­san­bischof Ägi­dius J. Zsifkovics im Ei­sen­städter Mar­tins­dom zum Priester ge­weiht. Platzer stammt aus Neun­kir­chen in Nie­der­öster­reich. Er hat ein Lehr­amts­studium für Theo­logie und Ge­schich­te ab­sol­viert. Nach mehr­jäh­ri­ger Tätig­keit als Reli­gions­lehrer be­gann er 2008 mit der Aus­bil­dung im Pries­ter­semi­nar. Erst­mals wur­de Werner Klawatsch 1995 zum „Ober-Roma-Seel­sor­ger“ er­nannt und er­rich­tete im sel­ben Jahr das Referat für eth­ni­sche Grup­pen in der Diözese Eisen­stadt. 1992 wurde in der Bischofs­kon­ferenz ein Ver­treter mit der Auf­gabe der Roma-Pas­to­ral be­auf­tragt. Die Roma-Seelsorge zielt da­rauf ab, das Selbst­be­wusst­sein der eth­ni­schen Minder­heit zu stär­ken und sie dazu zu moti­vie­ren, die Stim­me zu er­he­ben, um für sich zu spre­chen. Matthias A. Platzer ist fer­ner Kap­lan in Groß­peters­dorf, Jabing und Neumarkt im Tau­chen­tal und ko­ordi­niert die Seelsorge am Lan­des­kran­ken­haus Oberwart.

Roma-Adventfeier in Unterwart

Die traditionelle burgenländische Roma-Ad­vent­feier fand heuer in Unter­wart statt. Or­ga­ni­siert wurde die Ad­vent­feier von Roma-Pas­to­ral und Verein Roma-Service, un­ter­stützt von der Ge­mein­de. Read the rest of this entry »