Film & Theater

Facts & Figures (458)

Januar 18th, 2023  |  Published in Facts & Figures, Film & Theater

In Mexiko spielten Roma bei der Etab­lie­rung des Me­di­ums Films eine wich­ti­ge Rol­le. Ihre Wan­der­ki­nos ver­brei­te­ten das neue Me­di­um im gan­zen Land.

(Quelle)

Roma-Wissen: Filmfestival „Ake Dikhea?“

Dezember 17th, 2022  |  Published in Einrichtungen, Film & Theater, Veranstaltungen & Ausstellungen

Das internationale Roma-Filmfestival "Ake Dikhea?" in Berlin existiert seit 2017 (Foto: Ake Dikhea?)Ake Dikhea? jek internacijonali festi­valo filmenca Romendar taj Sinti­jendar taj Romenca taj Sinti­jenca hi. O festivalo sajt 2017, sako bersch ande Berlin tel liker­do ol. Ov sikal o them andar o dikipe le Romen­dar taj o phutscha­jipe terdscha­rel, sar on pumen diken taj sar on dikle te ol kamna. O aktujeli falinipe la re­presen­taci­jatar le Romen­dar ando filmis­kero dschivipe ham te butschol, hot ando europitiko kino tschak tschule hangi del, save i dschivdi reja­liteta taj o sako diveses­kere terdschi­jip­tscha le Romen­dar, latsche sikan. Ake Dikhea? Festival of Romani Film le diki­peske adale per­spek­ti­vendar pomo­schinel taj gejng o dime rasis­tischi medi­jengere kurstscha pe ber­scharel. Kerdo ol o festi­valo telal o kinstle­rischi schero Hamze Bytyçi andar i Romen­ge­ri-or­ga­nisa­cija RomaTrial e. V. andar Berlin. O lek terne­der ardipe usar o 24to dschi uso 30kero oktoberi ande Berlin sina. Andi ada ber­schen­geri jury te i betschi­tiki Romni, Simonida Selimović, sina. Upro progra­mo le festi­valostar, 25 filmis­kere pro­dukci­jontscha terdscho­nahi, le Romen­dar, Romenca taj pedar Roma, tel lendar te „Leaving Beginnings Behind“ (dROMa 68). Pasche o filmis­kere sikajip­tscha, o festivalo te use disvkusijo­na­kere mula­tin­tschage taj use jek nec­verkis­kero tala­linipe Romen­ge­re-filmis­kere kera­schen­dar, akar­tscha.

Ake Dikhea? (Romanes für: „Na, siehst du?“) ist ein inter­natio­na­les Festival mit Filmen von und mit Roma und Sinti. Das Fes­tival findet seit 2017 all­jährlich in Berlin statt. Es zeigt die Welt aus dem Blick­winkel von Roma und stellt die Frage, wie sie sich selbst sehen und wie sie ge­sehen werden wollen. Der akute Mangel an Re­prä­senta­tion von Roma in der Film­branche be­deutet auch, dass es im euro­päi­schen Kino nur weni­ge Stimmen gibt, die die geleb­te Realität und die Alltags­erfah­run­gen von Roma an­ge­messen zeigen. Read the rest of this entry »

Europa Passage (Trailer)

Dezember 4th, 2022  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Kinodokumentarfilm von Andrei Schwartz (D 2022)

»Ein berührendes Porträt von Menschen, die jeder Widrig­keit trotzen und ver­suchen, sich ein Stück Nor­mali­tät auf­zu­bauen.« (Dok.Fest München)

Von, mit oder über Sinti und Roma?

November 1st, 2022  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher

Cover Überlegungen zum Themenfeld Antiziganismus und Film. Eine Handreichung für Multiplikator*innen aus Film und Bildungsarbeit

→Hier bestellen (E-Mail) | →Download (pdf)

Welche Filme fallen Ihnen ein, in denen es um Sinti und Roma geht? In wel­chen dieser Filme sind die Roma-Figuren An­wält*in­nen, Lehrer*in­nen oder Buch­händler*in­nen? Und in wie vielen der Filme spielt der Holocaust an Sinti und Roma eine Rolle?

Im europäischen wie im deutschen (Spiel-)Film gibt es wenig Raum für Ge­schich­ten, die einen differen­zierten und inno­vativen Blick auf das Leben der größten Minder­heit Europas werfen. Allzu oft werden statt­dessen Klischees re­pro­duziert, häufig durch eine Fokus­sierung auf Armut, Kriminalität, ver­meint­lich Exoti­sches oder ‚Außen­seitertum‘. Das ist wenig über­ra­schend, denn in Deutschland wie in Europa gehört Anti­ziganismus zur gesell­schaft­li­chen und damit auch zur filmisch wieder­ge­ge­benen Normalität. Die Repro­duktion von aus­gren­zenden und dis­kriminie­renden Stereo­typen in Film und Fernsehen ver­stärkt und legitimiert den gesell­schaft­lichen Aus­schluss einmal mehr. Eine öffentliche Aus­einander­setzung mit der Dis­krimi­nierung von Sinti und Roma und den zu­grunde­lie­genden Ideologien und Strukturen findet kaum statt. Dieses man­gelnde Bewusst­sein über Aus­prägungen und Reich­weite von Anti­ziganismus erschwert, dass sich die Gesell­schaft, und eben auch Film­schaffende, mit dem Thema (selbst-)kri­tisch aus­einan­der­setzen können.

Hier setzt diese Broschüre an: In drei Abschnitten werden antiziganis­tische Bilder im (Spiel-)Film, gän­gige Erzähl­muster und die struk­tu­rellen Hinder­nisse für eine kritische Be­schäf­tigung mit diesen Themen in der Film­land­schaft be­leuchtet. Read the rest of this entry »

Filmfestival AKE DIKHEA? in Berlin

Oktober 23rd, 2022  |  Published in Film & Theater

Ake Dikhea? 202224.–30.10.2022: 6. Internationales Roma-Filmfestival Berlin

AKE DIKHEA? ist ein internationales Festival mit Filmen von und mit Roma und Sinti, das seit 2017 all­jähr­lich in Berlin statt­findet. Es zeigt die Welt aus deren Perspek­tive und stellt die Frage, wie sie sich selbst sehen und wie sie ge­sehen werden wollen. In Romanes be­deu­tet „AKE DIKHEA?“: „NA SIEHST DU?“.

Das 6. Internationale Roma-Filmfestival AKE DIKHEA? beginnt am 10. Jahres­tag der Ein­weihung des Denkmals für die er­mor­deten Sinti und Roma Europas, am 24. Okto­ber 2022, und wirft aus diesem An­lass einen kriti­schen Blick auf die heu­tigen Erin­nerungs­kul­tur(en) in Deutschland und Euro­pa: Die Errich­tung des Denkmals wurde nur durch Jahr­zehnte selbst­organi­sier­ter, zivil­gesell­schaft­licher Kämpfe er­stritten und auch erst 67 Jahre nach dem Ende des Zweiten Welt­kriegs fertig ge­stellt. Und heute wird es durch den Bau einer S-Bahn-Linie bedroht, wo­durch es massiv am symbo­li­schen Wert ein­büßt – genauso wie der lange Kampf für die An­erken­nung der an den Roma und Sinti be­gan­genen Nazi­ver­brechen.

Auch im Filmbereich gibt es zahlreiche Beispiele fehlender Achtung den Roma und Sinti gegen­über, auch an­gesichts der NS-Ver­brechen. Die von Nina Gladitz filmisch fest­gehal­te­nen und äußerst selte­nen Zeugen­aus­sagen von Sinti-Holo­caust-Über­leben­den aus den frühen 1980er Jahren wur­den vom WDR vierzig Jahre lang im Gift­schrank ge­halten, weil die NS-Re­gis­seurin Leni Riefenstahl durch die Auf­nahmen ihren Ruf ge­schädigt sah. Die erste Auf­führung des Doku­mentar­films „Zeit des Schweigens und der Dunkel­heit“ im inter­natio­na­len Kino­kontext am 27. Okto­ber gehört daher zu den High­lights des Festivals. Read the rest of this entry »

Premiere: „Ein Herz für Arme in Salzburg“

Oktober 20th, 2022  |  Published in Einrichtungen, Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte, Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen

Filmstill (Foto: Kurt Bauer)Filmemacher Kurt Bauer feiert Film­premiere im Fran­zis­ka­ner­kloster Salzburg

Wie geht es den Armen, Notreisenden, Roma und Ob­dach­losen in Salzburg in unse­rer heraus­fordern­den Zeit? Wie war es früher? Damit be­schäf­tigt sich der Film „Ein Herz für Arme in Salz­burg“. Premiere wird am 21. Ok­t. 2022 um 19 Uhr im Salz­bur­ger Fran­zis­kaner­kloster (Fran­zis­ka­ner­gasse 5) ge­feiert.

Filmemacher Kurt Bauer war dafür beim Projekt „VinziTisch“, das Lebens­mittel an Bedürf­tige ver­teilt, bei den Roma unter der Salzach­brücke, bei den Schlaf­plätzen des Pro­jektes „Biwak“ und der rol­lenden Arzt­praxis „Virgilbus“, bei der Ob­dach­losen­ver­sorgung der Caritas sowie bei der Aktion „Roma Los“ der evan­ge­li­schen Kirche.

„Mein Film ist eine Wertschätzung an die vielen Hände und Herzen, die ich seit acht Jahren mit meinen Filmen zum Thema Armut von unter­schied­li­chen Blick­punkten aus ab­gebildet habe. In dem jetzi­gen Film habe ich beson­de­res Augen­merk auf die helfen­den Händen im Hinter­grund ge­richtet, ohne die viele Men­schen weiterhin nichts zu Essen hätten. Dieser Film ist daher auch ein Dank an alle Men­schen, die die vielen Pro­jekte unter­stützen“, so Bauer.

Zum Film sprechen Kurt Bauer, P. Thomas und Bruder Beda (Fran­zis­ka­ner) sowie Thorsten Binder (Caritas).

Eintritt: Frei – Spenden erbeten!

(Text: Erzdiözese Salzburg)

Videoreihe zur Geschichte der Burgenland-Roma

Oktober 7th, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen

Historische Aufnahme von Roma in Mattersburg (Foto: erinnern.at)Videoproduktionen – Geschichte der burgenländischen Roma
Vortrag von Walter Reiss und Gerhard Baumgartner

Veranstaltung der Roma Volkshochschule Burgenland
7.10.2022, 19:00 bis 21:30 in Oberwart
Zentralmusikschule/Ambrosig. 13
Anmeldung: 0664/35 81 489, office@vhs-roma.eu

Eine Serie von neun Video-Lectures für den Schul­unterricht, die Er­wach­senen­bildung und alle In­teres­sier­te wird erst­mals der Öffent­lich­keit präsentiert.

Die ersten Roma im Burgenland (16. bis 18. Jhdt.)/ Heimatrecht und Migra­tion (19. Jhdt.)/ Sprache und Kultur der Roma, Sinti und Lovara/ Roma in histo­ri­schen Film­quellen/ Roma als Objekte obrig­keits­staatlicher und polizei­licher Maß­nahmen/ Roma im Natio­nal­so­zialis­mus (1938 bis 1945)/ Die Über­leben­den der Kon­zentrations­lager (1945 bis 1965)/ Beginn der inter­natio­na­len und der öster­reichi­schen Roma­bewegung (1968 bis 1995)/ Österrei­chi­sche Roma heute.

(Ankündigung: erinnern.at)

Mediathek: Eines Tages … | And-Ek Ghes …

September 25th, 2022  |  Published in Film & Theater

"And Ek-Ghes ..." Filmplakat (Foto: http://andekghes.pong-berlin.de)Online verfügbar bis 28.9.22: →ARD-Mediathek
[ohne Hilfsmittel nur aus Deutschland abrufbar (Geo­blocking)]

Ein Film von Philip Scheffner & Colorado Velcu
Deutschland 2016, 93 min (Website)
Romani/Rumänisch mit deutschem Voice-over

Als Familie Velcu von Rumänien nach Deutschland über­­­sie­del­te, be­­­gan­­­nen sie, ihr Leben mit Kameras fest­­­zu­­­hal­ten. Es ent­­­stand eine multi­per­spek­ti­vi­sche Fa­milien­saga – mal me­­lan­­­cho­­lisch, dann wieder witzig und char­­­mant – über das Leben einer Roma-Fa­­­mi­lie in Berlin.

(mehr hier)

→Kritik auf Filmdienst.de

Obeť / Victim (Trailer)

September 22nd, 2022  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Ein Spielfilm von Michal Blaško
Drehbuch: Jakub Medvecký
2022, SK/CZ/DE, 91 min | →Website


Der Film wird am 3.10. um 18.45 beim Filmfest Hamburg gezeigt.

Rassismus, Fake News und den Aufstieg der neuen Rechten. Irina ist eine allein­erzie­hende Mutter aus der Ukraine, die in einer tschechi­schen Klein­stadt lebt. Eines Nachts wird ihr 13-jäh­ri­ger Sohn Igor über­fallen und schwer ver­letzt. Als er aus der Nar­kose erwacht, be­schuldigt er die Roma-Nach­barn. Während die Polizei er­mittelt, solidari­siert sich die ganze Stadt mit Mutter und Sohn und kämpft an der Seite von Irina für Ge­rechtig­keit. Doch als eine große Kampagne anrollt, bei der ver­schie­dene Akteure aus Medien, Politik und Zivil­ge­sell­schaft den Vorfall für ihre eige­nen Zwecke nutzen wollen, wird Irina un­sicher.

MICHAL BLAŠKO (*1989 in Bratislava) studierte Regie und Drehbuch an der Film­aka­de­mie Miroslav Ondříček im tsche­chi­schen Písek und da­nach Regie an der Hoch­schule für Musische Künste Bratislava (VSMU).

(Filmfest Hamburg)

The Truth lies in Rostock (D/GB 1993)

August 24th, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Zwischen dem 22. Und dem 26. August attackierte ein deutscher Mob ein mehr­heit­lich von Vietnamesen be­wohn­tes Haus in Rostock-Lichtenhagen. Dieses tage­lange Pogrom [das sich zu­nächst an der rassisti­schen Hetze ge­gen Roma-Flücht­lin­ge aus Rumänien ent­zün­dete (mehr hier), Anm. dROMa] wurde von einer applau­die­ren­den Menge be­gleitet, die sich in einer volks­fest­ähnli­chen Stimmung be­fand. Dies waren die hef­tigsten ras­sisti­schen Aus­schreitungen in der deut­schen Nach­kriegs­geschichte und zu­gleich ein Aus­druck der Stim­mung in Deutschland nach der Wieder­vereinigung.

Die Videoproduktion „The Truth lies in Rostock” ent­stand 1993 unter maß­gebli­cher Be­teili­gung von Men­schen, die sich zum Zeit­punkt der Gescheh­nisse im attackier­ten Wohnheim befanden. Read the rest of this entry »

Vergessener Leinwandstar aus der Minderheit

Juli 24th, 2022  |  Published in Film & Theater

Tela Tchaï (Foto: unifrance.org)Die Kritiker verglichen sie mit Greta Garbo oder Marlene Dietrich. Gefeiert wurde sie in et­li­chen Artikeln über­schwäng­lich als „sen­satio­nelle Be­setzung“, „poly­glotter Star“ und „schau­spieleri­sches Natur­talent“. Und in den be­gehrten Sammel­bildern einer deut­schen Ziga­retten­fabrik fand sich ihr Foto neben dem der Stumm­film-Ikone Asta Niel­sen. Doch trotz alle­dem ist die französische Schauspielerin Tela Tchaï (1909–1993) heu­te nahe­zu ver­ges­sen.

Der Bielefelder Germanist Prof. Klaus-Michael Bogdal hat sich auf Spuren­suche be­geben und fas­zinie­rende Details aus der Lebens­geschichte der Aktrice zu­sammen­getragen, die 1909 als Martha Winterstein im fran­zö­sisch-deutsch-bel­gi­schen Grenz­gebiet ge­boren wurde und aus einer Manouche-Fa­mi­lie stammt. Von seinen mühe­vollen Re­cherchen be­richtet der eme­ri­tierte Literatur­wissen­schaft­ler am 25. Juli, 18 Uhr, bei einem öffent­lichen Vortrag im Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma in der Bre­meneck­gasse 2 in Heidelberg.

Faktisch beendet wurde die Karriere von Tela Tchaï durch den Ein­marsch der Wehrmacht in Frankreich im Mai 1940. Al­ler­dings liegt auch ihre zwei­te, durch­aus erfolg­reiche Kar­riere als Malerin weit­ge­hend im Dunkeln.

Read the rest of this entry »

3sat: Dokumentarfilme von Peter Nestler

Juli 21st, 2022  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV

Musikethnologin und Musikerin Dr. Petra Gelbart singt in Auschwitz-Birkenau (aus „Unrecht und Widerstand – Romani Rose und die Bürgerrechtsbewegung“ (Filmstill: Peter Nesler via 3sat)Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma: 3sat zeigt drei Do­ku­men­tar­filme von Peter Nestler

Anlässlich des „Europäischen Holocaust-Gedenk­tags für Sinti und Roma“ am 2. August zeigt 3sat am 25. Juli 2022 ab 22.25 Uhr die Filme „Unrecht und Wider­stand – Romani Rose und die Bür­ger­rechts­bewe­gung“ (D 2022) und „Der offene Blick – Künst­lerin­nen und Künstler der Sinti und Roma“ (D 2022) von Do­ku­men­tar­filmer Peter Nestler in Erst­aus­strah­lung. Am 26. Juli 2022, 2.35 Uhr, folgt Nest­lers Film „Fremde Kinder: Mit der Musik groß werden“ (D 2003). Außer­dem prä­sen­tiert 3sat in der 3sat-Me­dia­thek ein Konzert der „Roma und Sinti Phil­har­mo­ni­ker“ vom „Morgen­land Festival Osnabrück“ im No­vem­ber 2021. Alle Bei­träge sind ab 24. Juli 2022, 22.25 Uhr, für 90 Tage in der 3sat-Me­dia­thek ab­rufbar.

Unrecht und Widerstand
Über acht Jahrzehnte haben deutsche Sinti und Roma Unrecht er­fahren. In seinem neuen Doku­mentar­film „Unrecht und Wider­stand – Romani Rose und die Bürger­rechts­bewegung“ er­zählt Peter Nestler von Romani Roses Familie, ihrem Wider­stand und ihrem Be­harren auf Gerech­tig­keit. Es ist die leid­volle Geschichte einer Minder­heit zwi­schen Trauma und Selbst­behaup­tung, die die ge­samte Nach­kriegs­zeit hin­durch bis in die Gegen­wart hinein Gewalt und be­hörd­liche Schikanen erlitt und nur dank einer Bürger­rechts­bewegung An­erken­nung erfuhr. Read the rest of this entry »

Roma-Wissen: Theaterfestival Roma Heroes

Mai 27th, 2022  |  Published in Einrichtungen, Film & Theater, Frauenrechte, dROMa (Magazin)

Del DumaViermal hatte das „Internationale Theaterfestival Roma Heroes“ bis­lang statt­finden können. Im Mai ging das Theater­treffen in Budapest nun in die nächste Runde. Trä­gerin ist die Initia­tive „Indepen­dent Theater Hungary“ unter der Leitung von Rodrigó Balogh, der, selbst pro­fes­sio­nel­ler Schau­spieler am ungarischen Kammer­theater, den rassisti­schen Klischees im Theater 2007 mit einem eige­nen Roma-The­ater be­gegnen wollte. 2017 mündete diese Arbeit in die Gründung eines jähr­lichen Festivals, das – bis dahin weltweit einzig­artig – Roma-Theater­grup­pen aus ver­schiede­nen Ländern zusammen­führt. Zu sehen waren seither etwa Auf­führungen des feministi­schen Roma-Theaters „Giuvlipen“ und des Kultur­zentrums „ArtHub“ aus Bukarest, der Gruppe „Ara Art“ aus Prag oder des Wiener Vereins „Romano Svato“. Be­son­deres Augen­merk gilt der Talent­förderung und Jugend-Work­shops. Alle Auf­führungen werden auf­gezeichnet, um sie zu doku­mentieren und zu­gänglich zu machen. Hinzu kommen zwei ver­öffent­lichte Stück­sammlungen und eine Wander­ausstellung.

Dschijakana schtarvar o „internacijonali teateris­kero festivalo Roma Heroes“ schaj kerdo ulo. Ando maj dschal o teate­riskero tala­linipe ande Budapest, akan andi arti rik. Ledschasch­kija hi i inici­jativa „Indepen­dent Theater Hungary“ telal o schero Rodrigó Balogh, savo pro­fesijoneli schau­schpileri upro ungriko kameris­kero teateri hi, taj savo le klasischi klische­jenge ando teateri 2007 jeke ajgeni Romen­gere-te­ateriha te talalinel kamlahi. 2017 kise­tintscha aja buti ando keripe jeke sako bersches­kere festi­valostar, savo – upro cilo them jekoschno hi – pro­dukci­jontscha Romen­gere-te­ateris­kere grupendar andar minden­felitike vilagi khetan anel. Te dikel sina dschi­jakana o falati le feministi­schi Romenge­re-tea­teristar „Giuvlipen“ taj le kultu­rakere centrumistar „ArtHub“ andar Bukarest, la grupnatar „Ara Art“ andar Prag vaj le betschitike faraj­nistar „Romano Svato“. Read the rest of this entry »

Der lange Weg der Sinti und Roma

Mai 23rd, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Dokumentarfilm von Adrian Oeser, 44:56 min
Hessischer Rundfunk/Fernsehen | Erstausstrahlung: 7.4.2022

Jùlie Halilic ist stolz, wenn sie an ihren Großvater denkt. Wallani Georg er­kämpfte gemein­sam mit an­deren Bürgerrechtlern, dass der Massen­mord an den Sinti und Roma 1982 als Völkermord an­erkannt wurde.

Mit persönlichen Lebenswegen zeichnet der Film emotio­nal und eindrucks­voll die Geschichte von Deutschlands größ­ter natio­naler Min­derheit nach und macht bisher un­erzählte Per­spektiven sicht­bar. Indi­viduelle Geschichten und bisher kaum ge­zeigtes Archiv­material nehmen mit in eine Zeit, in der Sinti und Roma weiter dis­kriminiert wurden und in der sie sich schließ­lich zur Wehr setzten. Unter den histo­rischen Auf­nahmen aus den ARD-Archiven fand Filmautor Adrian Oeser viele Szenen, die deutlich machen, wie stark der Rassis­mus gegen Sinti und Roma nach 1945 fort­dauerte – und auch im öffent­lich-recht­li­chen Rundfunk immer wieder be­feuert wurde. Die Doku­mentation „Der lange Weg der Sinti und Roma“ ist damit auch eine kritische Aus­einander­setzung der ARD mit ihrer eige­nen Geschichte.

Der Film zeigt darüber hinaus, dass eine Aufarbeitung in vielen gesell­schaft­lichen Be­reichen bis heute not­wendig ist. Bis in die 1980er Jahre ar­beiteten Landes­kriminal­ämter und Forscher in ganz Deutsch­land mit den Akten der Rassen­hygieniker aus der Nazi­zeit weiter, um Sinti und Roma syste­matisch zu erfassen. Erst die Bürger­rechtler konnten diese Akten­bestände in den 1980er Jahren frei­pressen. Read the rest of this entry »

„Europa Passage“ auf dem DOKfest München

Mai 20th, 2022  |  Published in Film & Theater

Europa Passage: Dokumentarfilm 2022Über einen Zeitraum von fünf Jahren hat Andrei Schwartz eine Grup­pe von ru­mä­ni­schen Roma be­glei­tet, die seit Jah­ren zwi­schen ihrer Hei­mat und Hamburg pen­deln.

Kinodokumentarfilm von Andrei Schwartz, Deutschland 2022. Seine Premiere feier­te der Film auf dem DOK.fest München am 5. Mai 2022.

Mangels Arbeit in Rumänien verdienen sie den Lebens­unterhalt für sich und ihre Kinder in Hamburg mit Betteln. Sie schla­fen unter Brücken und in Parks, in ständiger Angst entdeckt und ver­trieben zu werden. Für die städti­schen Be­hörden gelten sie als „frei­willige Ob­dach­lose“, der Zugang zu den Not­program­men bleibt ihnen sogar im Winter ver­wehrt. Alle paar Mona­te fahren sie heim, zu­rück zu ihren Kindern und Ver­wandten. In eine Heimat, die ihnen seit der Wende weder Arbeitsplätze noch eine Per­spek­tive bietet. Die zwei Haupt­pro­ta­gonis­ten Maria und Tirloi sind die ein­zigen, die es ge­schafft haben, sich ein Stück Nor­malität auf­zu­bauen. Sie bilden die Brücke zwischen den beiden Welten: Er hat Arbeit, sie geht noch immer betteln. Und sie haben eine Bleibe: Eine kleine Wohnung in einem Gemeinde­haus, wo sie nach Feier­abend zanken und Pläne schmie­den. Viel­leicht ein Anfang, auch für ihre En­kelin Ioana, die in­zwi­schen die Schule besucht. Die 13-Jäh­rige ist die erste in der Familie, die lesen und schrei­ben kann.

Ein Film über das Gelingen und das Sche­itern, und den Preis den man dafür zahlt.

(Text: Wüste Film)

„Gipsy Queen“ auf Arte

Februar 27th, 2022  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Sport

Gipsy QueenSpielfilm von Hüseyin Tabak mit Alina Șerban (109 min, D 2018) | Nächs­te Aus­strah­lung: 10. März um 14:15 | On­line ver­füg­bar bis 24/03/2022

Die junge alleinerziehende Romni Ali wurde nicht um­sonst nach Muhammad Ali be­nannt – denn die ehe­malige Profi­boxerin hat ein wahres Talent für den Kampf­sport. Nun kämpft sie sich durch Ge­legen­heits­jobs, um ihren Kindern ein bes­se­res Leben zu er­mög­li­chen … Filmdrama über eine star­ke Frau, die sich gegen alle Wider­stände mu­tig durchs Leben boxt.

Die alleinerziehende Mutter Ali lebt mit ihren beiden Kindern und ihrer ver­träumten Mit­bewoh­nerin Mary in Hamburg. Von ihrem chole­rischen Vater aus ihrer Heimat in Rumänien ver­stoßen, ver­sucht Ali sich seitdem als Zimmer­mädchen über Wasser zu halten. Als sie ihre Arbeit jedoch plötz­lich verliert, sind Alis Existenz­sorgen größer denn je. Sie kämpft sich mit schlecht be­zahlten Gelegen­heits­jobs durch – bis sie einen Job in der Kneipe Ritze auf dem Ham­bur­ger Kiez be­kommt. In der berühm­ten Bar ist im Unter­geschoss ein Boxclub unter­ge­bracht. Ali, die in ihrer Jugend selbst be­geisterte Boxerin war, wird beim Anblick des Boxrings von ihrer alten Leiden­schaft gepackt. Der ab­gehalf­terte Besitzer der Ritze und ehe­malige Profiboxer Tanne er­kennt Alis Talent sofort und nimmt sie unter seine Fittiche. Von nun an steigt Ali als „Gipsy Queen“ in den Ring und hofft, mit dem Boxen end­lich genug Geld zu ver­dienen, um ihren Kindern ein bes­seres Leben zu ermög­lichen … Doch alles kommt anders und plötz­lich verliert sie das Einzige, was ihr in den schwe­ren Zeiten Halt gab – ihre Kinder. Wäh­rend das Jugend­amt nach einer Pflege­familie sucht, lässt Ali sich nicht auf­halten und kämpft weiter für ihre Familie.

Read the rest of this entry »

Roma, Schauspieler, Stars

Februar 24th, 2022  |  Published in Film & Theater, Interview

„Wir zelebrieren die Vielfalt“

Riah Knight und Lindy Larsson sind Roma und Stars am Maxim-Gor­ki-The­ater. Im DW-Video er­zählen sie von ihrer be­we­gen­den Ge­schichte – und wie sie in Berlin eine künst­le­ri­sche Heimat fanden.

(Beitrag: Milutin Jovanovic/Keno Verseck, www.dw.com)

Schattenorte: Von der Film­kulisse ins KZ

Januar 31st, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Radio, Podcast & TV

Von der Film­kulisse ins KZ: Das Schicksal der Ge­fange­nen im ‚Zigeuner­lager’ Maxglan [→Schattenorte: Podcast der Salz­bur­ger Nach­richten]

Im Podcast „Schattenorte“ beleuchten die SN-Redak­teurin­nen Anna Boschner und Simona Pinwinkler die dunkle Ge­schich­te in Stadt und Land Salzburg. Die aktu­el­le Folge be­handelt das Salz­burger NS-Zwangs­lager Maxglan: „Mehr als 200 Roma und Sinti waren wäh­rend der NS-Zeit in Leopolds­kron-Moos in einem Anhalte­lager in­haft­iert. Darunter Männer, Frauen und Kinder. Nur wenige über­lebten“, heißt es in der An­kündi­gung zum Podcast vom 30. Jänner:

Aus der Sendungsankündigung:

„[...] Im als ‚Zigeunerlager Maxglan‘ bezeichneten Zwangs­lager waren bis zu 250 Frauen, Män­ner und Kinder inhaf­tiert. Es herrsch­te Arbeits­zwang. Einige von ihnen wur­den für den Film ‚Tiefland’ von Leni Riefen­stahl als Kom­parsen ein­gesetzt. Bis zuletzt be­hauptete die deutsche Regis­seurin, die Nazi-Pro­paganda­filme drehte, nichts von dem Schick­sal der Men­schen ge­wusst zu haben. Der Histo­ri­ker Roland Cerny-Werner„ hat sich mit der Auf­arbei­tung des Films be­schäftigt und er­klärt im Podcast, warum die Un­wissen­heit Riefen­stahls unglaub­würdig er­scheint. Wie hat die Salz­burger Bevöl­kerung auf die Ent­rechtung der Roma und Sinti re­agiert? Und was geschah mit den In­sassen? Darüber sprechen His­tori­ke­rin Erika Thurner und Histor­iker Gert Kerschbaumer in die­ser Podcast­folge.“

Read the rest of this entry »

No Roses on a Sailor’s Grave (Trailer)

Januar 16th, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken

No Roses on a Sailor’s Grave
Dokumentarfilm von Daniel Oron (Regie) und John Henry Phillips
Go Button Media, UK 2020, 83 Min.

In einem Dokumentarfilm und einem Buch be­rich­tet der Eng­län­der John Henry Phillips von einer un­ge­wöhn­li­chen Freundvschaft und dem letz­ten Wunsch eines See­manns. Aber eigent­lich erzählt er viel mehr. Was das al­les mit Roma zu tun hat, lesen Sie in der neuen Aus­gabe unse­res Ma­ga­zins dROMa.

O hajaschiskero grobo

Januar 8th, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

Der alte Seemann und der junge Archäologe: Patrick Thomas und John Henry Phillips (Foto: Go Button Media)So o rodipe pal jek phagerdo hajo pe­dar o Ro­ma phu­kal

Ande jek dokumentacijakero film taj an­de jek ken­va phu­kal o brita­ni­tiko John Henry Phillips jeke bari­ka­ne paj­tasch­tscha­gos­tar taj le lejc­ti kiva­ni­pestar jeke haja­schis­tar. Tscha­tschi­kan, ov ham bu­te­der phu­kal.

Nisaj koja, adaj upro Roma te gondolinel mukel: Jek terno mursch pomo­schi­nel jeke brita­niti­ke marine­ja­kere vetera­niske (94) leskere haburis­kere trau­maha ando tscha­tschipe te al. Uso auna­vipe andi Norman­dija 1944 les­kero hajo upre jek mina upre nasch­tscha taj le pajta­schenca tel gelo. ­Jek trauma, savo le phure, savo bojd kor­kore buter te dschal na dscha­nel, ham le dschuv­lenge mindig jek vodschi­kano probo hi, les­kero cilo dschi­vipe vodinel.

Leskero pajtaschi John Henry Phillips kamla le na lakle hajasch­tschen­ge jek gon­do­li­pes­kero bar te kerel taj vascho­da upro drom pe kerel, o phager­do hajo ando Ärmel­kanal te rodel. Ov histo­ri­ker­tschen taj bare pajis­kere arche­jo­logtschen mobi­li­siri­nel, andi Nor­man­dija ladel taj muguli te tauchi­nel siklol – mindig vodim jeka ka­meratar.

O dokumentacijakero film No Roses on a Sailor’s Grave (reschi: Daniel Oron), savo andral kerdo ulo, akan jerim upro festival­tscha sika­do ol, lejc­tivar uso filmis­kero kurko „Ake dikhea?“ ande Berlin. Ham andi masch­karutni cajt o John o materijal te jeka ken­vake prik butscha­lintscha: The Search akan bojd use Robinson ande London ari al. Read the rest of this entry »