Film & Theater

Kejmperkija karijerakere kikiha

Juli 4th, 2009  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV

Radijo KaktusRadijo Kaktus / WEBRADIO oe1campus
3.7.2009, 20:00 & 4.7.2009, 20:30 orenge

Sandra SelimovićI Sandra Selimović (dROMa-Blog) kerinel usi terni power generacija la Romengera flogoskera grupnatar taj use terdschol: „Ando sako diveskero di butvar esbe lav, hot avre vurclini man hi.“ I 27 berschengeri schauschpilerkija, khelaschkija taj korejografkija eks jugoslavitike vurclinenca butschalintscha imar le Harri Stojkaha, Ruzsa Nikolić-Lakatosiha taj la Tina Leischaha savaha oj khetan o teateriskero falato „Gangster Girls“ ari antscha. O dokumentarfilm usi teateriskeri produktcija niponca andar o astaripe direkto andar i „Häfn“ igen latscho usi Viennale 2008 naschla. „Nana mindig loke mro ajgeni drom te dschal, sa ando dschivipe pro potschintschago hi“, i Sandra söbst igen barikani upre pro keripe hi, ham oj upri phuv terdi atschol. Lakere ciltscha igen utsche hi. „Me andi cukunft söbst filmtscha te producirinel kama taj le avrenge te sikal so i terni generacija le Romendar dschanel.“

Emmerich Gärtner-Horvath, ORF Volksgruppenredaktion
volksgruppen.orf.at

Sandra Selimović – Kämpferin mit Karrierekick

Juli 4th, 2009  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV

Radio KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
3.7.2009, 20:00 und 4.7.2009, 20:30 Uhr

Sandra SelimovićSandra Selimović (dROMa-Blog) gehört zur jungen Power-Generation der Roma-Volksgruppe und steht dazu: „Im Alltag merke ich oft, dass ich andere Wurzeln habe.“ Die 27-jährige Schauspielerin, Tänzerin und Choreographin mit ex-jugoslawischen Wurzeln arbeitete bereits mit Harri Stojka, Ruzsa Nikolić-Lakatos und Tina Leisch, mit der sie gemeinsam eines der geachtetsten Theater- bzw. Filmprojekte des Jahres herausbrachte: „Gangster Girls“. Der Dokumentarfilm zur Theater-Produktion mit Gefängnisinsassen direkt aus dem „Häfn“ lief u. a. hochgelobt bei der Viennale 2008. „Es war nicht immer leicht meinen eigenen Weg zu gehen, alles im Leben hat seinen Preis“, ist Sandra selbst stolz auf ihren Erfolg, bleibt aber am Boden. Ihre Ziele sind jedenfalls hoch gesteckt. „Ich will in Zukunft selbst Filme produzieren und zeigen wozu die junge Generation der Roma fähig ist.“

Gilda Horvath, ORF Volksgruppenredaktion
volksgruppen.orf.at

Me, My Gipsy Family & Woody Allen

Juni 30th, 2009  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater


Laura Halilovic (Foto: Zenit Arti Audiovisive)GfbV Berlin:  Es passiert eher selten, dass junge Regisseurinnen Preise gewinnen. Nicht, wenn sie erst 19 sind und ihre erste Dokumentation drehen. Erst recht nicht, wenn es sich dabei um eine junge Romni handelt. Möchte man meinen. Aber Laura Halilovic (siehe auch hier und hier) hat es geschafft: Mit ihrer Dokumentation „Me, My Gipsy Family & Woody Allen“ („Io, la mia famiglia rom e Woody Allen“) gewann sie den UCCA Prize 2009 beim Bellaria Film Festival, das Anfang Juni in Italien (Provinz Rimini) stattfand. Die Jury begründete dies damit, dass es Halilovic gelungen sei, ihre eigene Geschichte und die ihrer Familie sanft, bisweilen ironisch, aber immer sehr direkt und ungeschminkt zu erzählen. Wie schwierig es ist, als Romni in Italien aufzuwachsen – dies dokumentiert Halilovic und gibt so dem Zuschauer einmalige und authentische Einblicke.

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Roma-Filmfestival „Videodrom“ in Salzburg

Juni 11th, 2009  |  Published in Film & Theater, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Seit Dienstag ist in Salzburg-Nonntal ein Roma-Filmfestival in vollem Gang, bei dem nicht nur Kinofilme über Roma gezeigt werden, sondern auch Kurzfilme, die von Angehörigen der Volksgruppe selbst gedreht wurden. Der Filmemacher Hermann Peseckas hat gemeinsam mit dem Verein freier Filmschaffender „Studio West“ und dem Verein Ketani sowie Romavereinen in Ungarn, Rumänien und Bulgarien die Initiative „Videodrom“ (Website und Blog) ins Leben gerufen, die im Laufe der vergangenen Monate in mehreren Romagemeinden Osteuropas Medienworkshops organisiert hat. Die im Zuge dieses Projekts entstandenen dokumentarische Kurzfilme über die spezifischen Lebenswelten der Roma (oben einer der ungarischen Beiträge) sind nun in der ARGEKultur zu sehen.  Read the rest of this entry »

„Die Stadt der Roma“ auf ARTE

Mai 23rd, 2009  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Stadt der Roma (Arte)Die Stadt der Roma

Dokumentarfilm
Frankreich, 2009 / 99 min.
Regie: Frédéric Castaignède
16:9 (Breitbildformat)

Zu sehen auf ARTE am:
Samstag, 23. Mai 2009 um 23.05 Uhr
(Wiederholung: 9. Juni 2009 um 03:00 Uhr).

Auf der Website von ARTE heißt es dazu:

Unter Bezugnahme auf die Geschichte des Ghettos von Nadejda wirft der Dokumentarfilm fernab von Folklore oder Mitleid einen neuen, politisch engagierten Blick auf die Volksgruppe der Roma und Sinti. Ungeschminkt zeigt er die aufbegehrende Gesellschaft der Sinti und Roma. In der Industriestadt Sliven im Südosten Bulgariens, am Fuße des Balkangebirges, liegt eines der größten Ghettos für Sinti und Roma in Europa – und eines der schlimmsten: 20.000 Menschen leben hier auf engstem Raum in schwierigsten hygienischen Verhältnissen. Das knapp zwölf Hektar große Gelände ist von einer mit verrostetem Stacheldraht gekrönten Mauer umschlossen, die das Ghetto von der Stadt trennt. Diese liegt auf der anderen Seite der Bahnschienen. Diese drei Meter hohe und mit rassistischen Sprüchen übersäte Mauer kann niemanden unberührt lassen. Read the rest of this entry »

Das slowakische Roma-Theater Romathan

Mai 21st, 2009  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV

romathanDie Redaktion des Leipziger Uniradios Mephisto 97.6 ist in den Osten der Slowakei nach Košice gereist und hat dort das Roma-Theater Romathan besucht, das mit seiner Arbeit mit den Vorurteilen gegen die Volksgruppe aufräumen will. Das Theater wird ausschließlich von Roma organisiert und bespielt und und ist in seiner Art einzigartig in Europa. 1999 war es sogar Gegenstand eines eigenen Dokumentarfilms; und zuletzt ließ es sich von der slowakischen Nationalbank einspannen, um auch der Roma-Bevölkerung mit einer Aufklärungstournee die Euro-Einführung schmackhaft zu machen. Im Gespräch mit den deutschen Besuchern zeigt sich der Theaterleiter Karol Adam entschlossen, sich nicht von finanziellen Engpässen entmutigen zu lassen: „Wir müssen die aktuelle Krise überstehen und dann hoffe ich, dass das Romathan noch 200, 300 Jahre weiter existiert.“

(…) Die Schauspieler, allesamt Roma, erzählen in ihren Stücken vom wahren Leben und den Problemen der Roma. Mit ihren Inszenierungen, die für Roma genauso wie für Nicht-Roma gemacht sind, reisen sie durch ganz Europa. Sie spielen auf Festivals und in den europäischen Metropolen und darauf ist Theaterdirektor Karol Adam auch sehr stolz. Doch bleibt das Theater auch ganz nah an den Bürgern der Slowakei. „Wir versuchen so oft wie möglich in Roma-Dörfern zu spielen. Da die Roma aber sehr arm sind und eigentlich nichts für die Vorführungen zahlen können, decken wir einen Teil der Kosten durch Spenden ab“, erzählt Adam. Read the rest of this entry »

Radijo: Tschin tri baja tel taj dscha naschi

Mai 9th, 2009  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV

Radio KaktusRadijo Kaktus / WEBRADIO oe1campus
9.5.2009, 20:30 orenge

Romatheater: Schneid deinen Ärmel ab und lauf davonTschin tri baja tel taj dscha naschi: premiere ando 14.5.2009


O ambicijonirti falato „Čin či baj taj naš!/Schneid deinen Ärmel ab und lauf davon“ (Website) hi jek historijakeri ora jeke vodinipeskere lilistar le kiralistar Sigismund 1423 dschi usi NS-rasenakera forscherinatar Eva Justin taj la mujsinipeskera asimilijationakera politikatar la Maria Theresijatar dschi uso adiveskero gudulinipeskere fabotscha. Aja historijakeri ora le teateriskere khelaschendar sar la Sandra Selimovićatar taj le Radiša Barbulistar, save la flogoskera grupnatar hi, phukado ol. On taj o avre ando naschipe lengera 600 berschengera historijatar o terdschivipe kerde, soske na prindschardo, astardo, identificirt te ojs. Mint ando biblijoteki le gadschendar laken pumen o Roma tschak ande lila sar dekretscha, tschatschipengere lila, krisakere protokoltscha taj harengere aktscha, terdschol andi presejakero arbitschajipe. „Upre pisim bedejtinel: astardo te ol, kaj tut schaj traden“.

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Radio: Debatten, Thara und Theater

Mai 8th, 2009  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radio KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
9.5.2009, 20:30 Uhr
 

Institut Francais VienneDebatten: Diskussionsabend in Wien


Zwischen 2000 und 2006 hat die EU ungefähr 275 Millionen Euro für die Projekte zur Verbesserung der Situation der größten Volksgruppe Europas aufgebracht. Das französische Kulturinstitut wollte mit der Veranstaltung in Wien-Währing die Ergebnisse der europäischen Initiative zur Diskussion stellen. Die Teilnehmer berichteten über die Projekte und die soziale und politische Arbeit in Frankreich, in Österreich, in Serbien und im Kosovo. Read the rest of this entry »

Teateri pedar i fatradimi Romani familija

Mai 2nd, 2009  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo KaktusRadijo Kaktus / WEBRADIO oe1campus
1.5.2009, 20:00 & 2.5.2009, 20:30 orenge

Slovene National TheatreJanez Janša ando Betsch: O reakcijontscha le publikumistar butvar duj esbe lipestar dominirt hi: iritacija taj ladsch, phenel o slovenitiko regiseur Janez Janša ando vakeripe pedar o sikajipe Betschiste. Janez Janša sina pra teateriskera grupnaha „Slovene National Theatre“ ando teatreri Brut Betschiste. O falato phukal i tschatschi historija jeka Romana familjijatar, savi le tschatschipendar ar ando bersch 2006 andar pumaro gav fatradim ule. Oda o erschti var sina, kaj tradipe taj rasismus andi Slovenija ando pradipe sikado ulo, phenel o regiseur Janez Janša. O falato kerdo ulo, phenel o slovenitiko regiseur Janša andral dokumentaciji taj upre liptscha andar o medijakeri archivtscha.

Roma ando micinipe: O Roma taj Sinti na tschak upri opferakeri rola te reducirinel, ham te te sikal, so i flogoskeri grupn schaj kerel, lake oda igen barikano sina, phenel i Ursula Glaeser, kuratorkija le artschijipestar „Roma ando micinipe“. O artschijipe Roma ando micinipe usi historija, aktujeli dschivipeskere situaciji taj mindenfelitiki kultura le Romendar andi Europa i lejcti paraschtuja pedar 100 kherodaschenca prado ulo.

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Janez Janšas „Slovene National Theatre“

Mai 2nd, 2009  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radio KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
1.5.2009, 20:00 & 2.5.2009, 20:30 Uhr

Slovene National Theatre (Foto: Andrea Marc)Theater in Wien: Janez Janša gastierte mit seiner Theater-Performance „Slovene National Theatre“ im Theater Brut in Wien. Das Stück erzählt die wahre Geschichte einer Roma-Familie, die per Gesetz im Jahr 2006 aus ihrem Heimatdorf verjagt wurde. Es sei das erste Mal gewesen, dass Hasstiraden und Rassismus in Slowenien so öffentlich gezeigt wurden, erklärte Janez Janša. Das Stück basiert laut dem slowenischen Regisseur auf Dokumenten und Aufnahmen aus den Medienarchiven. Die Reaktionen des Publikums seien oft dementsprechend dominiert von zwei Gefühlen: Irritation und Scham, so der slowenische Regisseur Janez Janša im Interview über seine Aufführung in Wien.

„Roma in Bewegung“: Die Roma und Sinti nicht nur auf die Opferrolle zu reduzieren, sondern auch zu zeigen, was diese Volksgruppe leisten könne, sei ihr besonders wichtig gewesen, betont Ursula Glaeser, Kuratorin der Ausstellung „Roma in Bewegung“. Die Ausstellung zur Geschichte, aktuellen Lebenssituation und vielfältigen Kultur der Roma in Europa wurde letzten Freitag erfolgreich mit über 100 Besuchern eröffnet. Read the rest of this entry »

Natasha (Trailer)

April 29th, 2009  |  Published in Film & Theater

1. Mai 2009: Wienpremiere von Natasha

Regie, Drehbuch, Produktion: Ulli Gladik
Dokumentarfilm (Österr./ 2008 / 84 Min / OmU
)


Natasha (hier unsere Besprechung) wird am 1. Mai 2009 um 19.30 Uhr im Rahmen der Programmreihe VISIONary im Stadtkino Wien gezeigt. Weitere Vorführungen gibt es am 4.5. um 18 Uhr und am 7.5.2009 um 19.30 Uhr – und anschließend auf Bundesländertour in ganz Österreich. Read the rest of this entry »

„roll on · roll off“: Druckgrafiken von Alfred Ullrich

April 28th, 2009  |  Published in Film & Theater, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Alfred Ullrichroll on · roll off


Druckgrafiken von Alfred Ullrich

A41 – Galerie im Hof
1080 Wien, Albertgasse 41

Ausstellung: 27.4.2009 bis 8.5.2009
Finissage: 8.5.2009, 19 Uhr


Die Wiener Galerie A41 und Romano Centro präsentieren bis 8. Mai 2009 Druckgrafiken des zum Teil in Wien aufgewachsenen Sinti-Künstlers Alfred Ullrich. Zum Abschluss der Ausstellung wird am 8. Mai um 19 Uhr der Film „Ein Lied, dessen Worte ich längst vergessen habe“ (A/2003) von Lilly Habelsberger, der Schwester des Künstlers, gezeigt. In einem Einführungstext zur Ausstellung stellt Peter Wagner, Chefredakteur der renommierten tschechischen Roma-Zeitschrift Romano Džaniben, den Künstler kurz vor:

Der 1948 geborene Sinto Alfred Ullrich gelangte in den späten siebziger Jahren zur Drucktechnik. Darin fand er sein Ausdrucksmittel und begann Anfang der achtziger Jahre seine künstlerischen Arbeitsergebnisse (Farbradierungen, experimentelle Drucke) auszustellen. Sie sind heute weltweit in öffentlichen und privaten Sammlungen und in Museen vertreten. Sein kreatives Wesen lässt ihn den Horizont von ästhetisch gefasster Kunst überschreiten, desgleichen die Rollenteilung von Künstler, Ausstellendem, Spender und Betrachter. Sein Sintodasein trägt sicher vielseitig zu seiner Arbeits-, und Denkweise bei. Read the rest of this entry »

Roma-Theater im Gemeindebau

April 15th, 2009  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Interview, Veranstaltungen & Ausstellungen

Die Theater- und Filmemacherin Tina Leisch und Roma-Schauspielerin Sandra Selimović gehen an Orte, die viele nicht mit Theater in Verbindung bringen würden. Doch gerade da fängt für die Aktivistinnen politisch engagiertes Theater erst an.

In einem Interview mit dem Wiener Stadtmagazin wieninternational.at sprachen sie mit der Redakteurin Sandra Schäfer über die Probleme einer einseitigen Geschichtsschreibung, vorhandene Klischees und warum die Volksgruppe der Roma im Theater mit Puppen spielt.

Ihr zweisprachiges Roma-Theaterstück „Schneid dir den Ärmel ab und lauf davon – Čin či baj taj naš“ hat am 14. Mai im Wiener Hermann-Fischer-Hof Premiere: Auf der Suche nach der Geschichte der Roma in Österreich zieht eine Wandertheatertruppe durch die Jahrhunderte. Auf der Bühne präsentieren sie die märchenhaftesten Versionen ihrer Erlebnisse, doch nach dem Applaus im Wirtshaussaal schlägt die Wirklichkeit zu. Unter Leitung von Nestroypreisträgerin Tina Leisch haben die DarstellerInnen, – unter ihnen Stars des Romatheaters wie Sandra Selimović und Radiša Barbul – eine bösartige und groteske Revue erarbeitet. Die Musik stammt von der charismatischen Balkan-Jazz-Sängerin Matilda Leko.

Im Folgenden bringen wir mit freundlicher Genehmigung der Redaktion Auszüge aus dem ursprünglich zweiteiligen Interview. Read the rest of this entry »

„Natasha“ von Ulli Gladik

April 5th, 2009  |  Published in Film & Theater

NatashaNatasha

Dokumentarfilm (Österr./ 2008)
Regie, Drehbuch, Produktion: Ulli Gladik
(84 Min. / OmU
)

Zu sehen ab 1. Mai 2009 im Rahmen der Programmreihe VISIONary im Stadtkino Wien und anschließend auf Bundesländertour in ganz Österreich.

Der Balkan-Hype spült scharenweise echte und falsche „Zigeuner“ auf die Konzertbühnen Europas, und es dürfte derzeit nicht allzu viele Filmfestivals geben, bei denen nicht auch Romathemen behandelt werden. Meist hat die Sehnsucht nach dem „Authentischen“ ihren Anteil daran, dass es die Filmteams neuerdings so oft in die Romasiedlungen zieht. Im Fall des österreichischen Dokumentarfilms „Natasha“ von Ulli Gladik ist es aber nicht das Authentizitätsversprechen des Elends, das ihn antreibt, sondern das aufrichtige Interesse an den Menschen, die die wirtschaftliche Not über die Grenzen und als Bettler in die Einkaufsstraßen unserer Städte treibt. „Natasha“ setzt dabei ganz auf Personalisierung, um der Anonymität des Bettelns ein konkretes Gesicht zu verleihen: Fast zwei Jahre lang begleitet die Filmemacherin (die derzeit übrigens auch bei der Initiative Bettellobby Wien mit Hand anlegt) die Romni Natasha bei ihren Bettelfahrten nach Graz und reist mit ihr in ihre bulgarische Heimatstadt Bredik. Read the rest of this entry »

Stanislaw Muchas Film „Zigeuner“ auf ARTE

März 29th, 2009  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV


Muchas "Zigeuner"

Zigeuner, Regie: Stanislaw Mucha
Dokumentarfilm, 92 Min.
(Dtl., 2007)

ARTE: Dienstag, 31. März 2009 um 03.00 Uhr
Wdh.: 8. April 2009 um 01:15


„
Eine vergleichbare Absichtslosigkeit [wie in Stanislaw Muchas früheren Filmen] bestimmt die Reise auch in ‚Zigeuner‘, ein Besuch bei verschiedenen Dörfern und Ghettos der Roma in der slowakischen Provinz, die sich, so sagen es zumindest die Kinder, hier lieber Zigeuner nennen. Mucha kommt ganz ohne ‚Thema‘ aus, er fragt, sieht, bleibt, weiß immer die rechte Distanz zu wahren und die rechte Nähe zu finden. Er läßt die Menschen vor seiner Kamera ihre Ansichten und Vorwürfe formulieren, er ist wie immer auf der Seite der Menschen, ohne sich zu ihrem Anwalt zu machen. (…) Es sind eigene Welten, in die man hier gelangt, und was die erste Erfahrung dabei ist, stellt die üblichen Betroffenheitsfeatures auf den Kopf, obwohl es auch hier die Bilder gibt, die wir kennen: heruntergekommene, von Überflutungen bedrohte Behausungen, Menschen, die im Müll nach Nahrung suchen, vergiftetes Wasser, Kinder, Kinder und noch mehr Kinder. (…) Nach Stanislaw Muchas ‚Zigeuner‘ ‚weiß‘ man vielleicht nicht mehr, als man durch Bücher, Filme und Berichte schon weiß – und das ist genug, um zu wissen, daß hier Europa noch und schon unheilbar kaputt ist. Aber es ist etwas anderes geschehen: Man hat anderthalb Stunden lang die Welt mit den Augen slowakischer Zigeuner gesehen, und man hat zugleich gesehen, wie und warum dieser Blick so begrenzt ist.“

So sieht es zumindest der Großmeister der deutschen Filmkritik und -analyse Georg Seeßlen. Nicht jeder aber war mit Muchas entspanntem Umgang mit Klischees ganz einverstanden. Der deutsche „Förderverein Roma“ etwa bedauerte kürzlich die unkommentierte Vorführung des Films, weil man so Gefahr laufe, „zur Verstetigung und Verstärkung von Vorurteilen und Stereotypen gegenüber Roma und Sinti beizutragen“. Am Dienstag bietet ARTE die Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen.