Roma-Filmfestival „Videodrom“ in Salzburg
Juni 11th, 2009 | Published in Film & Theater, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen
Seit Dienstag ist in Salzburg-Nonntal ein Roma-Filmfestival in vollem Gang, bei dem nicht nur Kinofilme über Roma gezeigt werden, sondern auch Kurzfilme, die von Angehörigen der Volksgruppe selbst gedreht wurden. Der Filmemacher Hermann Peseckas hat gemeinsam mit dem Verein freier Filmschaffender „Studio West“ und dem Verein Ketani sowie Romavereinen in Ungarn, Rumänien und Bulgarien die Initiative „Videodrom“ (Website und Blog) ins Leben gerufen, die im Laufe der vergangenen Monate in mehreren Romagemeinden Osteuropas Medienworkshops organisiert hat. Die im Zuge dieses Projekts entstandenen dokumentarische Kurzfilme über die spezifischen Lebenswelten der Roma (oben einer der ungarischen Beiträge) sind nun in der ARGEKultur zu sehen.
Videodrom, heißt es in der Projektbeschreibung, „konzentriert sich auf audiovisuelle Bildung, Vermittlung von Medienkenntnissen und den Aufbau eines europaweiten Netzwerkes der Roma- und Sinti-Gemeinschaften. ,Nichts über uns ohne uns‘, ist der Slogan der Roma in Europa. Das Hauptziel besteht darin, durch die Förderung von Toleranz und gegenseitigem Verständnis zur Schließung der Kluft zwischen Roma und der Mehrheitsbevölkerung beizutragen.“
Neben diesen Videoproduktionen stehen insgesamt 14 Kinofilme – aus Tschechien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Israel, den USA, Kosovo und Österreich – auf dem Programm. Ergänzt wird die bis morgen Freitag dauernde Veranstaltungsreihe durch drei Konzerte und ein Symposium. Auf dem Platz vor der ARGEkultur in Salzburg wurde im Rahmen des Festivals auch ein „Hörmahnmal“ (Weblog) des freien Radios „Radiofabrik“ errichtet, um der im NS-Lager Salzburg-Maxglan inhaftierten und später in den Vernichtungslagern ermordeten Roma und Sinti zu gedenken (siehe auch hier).