Geschichte & Gedenken
August 8th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 7.8.2023 | 10:04 min
Murska Sobota le Romengere holocaustiske gondolinel
O dujto august hi jek brigaschno di le Romenge taj themeskera historijake. Andi rat andar o 2. upro 3. august 1944 o nacis buteder sar 4000 eseri Romen taj Sintijen ando logeri Auschwitz murdarde. Ando kesdipe le berschestar 1943 valami 23.000 Roma taj Sinti odoj orde ande ule taj mindenfelitike medecinischi eksperimentscha lenca kerde ule.
In Murska Sobota in Slowenien wurde des Roma-Holocausts gedacht. Im Rahmen der Gedenkfeier am 3. August wurde die Dokumentation über den Völkermord „Mri Historija – Lebensgeschichten burgenländischer Roma“ vom Vorsitzenden des Volksgruppenbeirats der österreichischen Roma Emmerich Gärtner-Horvath (Verein Roma-Service) vorgestellt. Danach wurde ein Kranz an einer Gedenktafel an der ehemaligen Wirtschaftsschule niedergelegt.
Der 2. August ist einer der schicksalhaftesten Termine in der Roma- und Weltgeschichte. In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 ermordeten die Nazis mehr als 4.000 Roma und Sinti im Konzentrationslager Auschwitz, wohin seit Anfang 1943 rund 23.000 Roma und Sinti gebracht und zum Teil verschiedenen medizinischen Experimenten unterzogen wurden. Im heutigen Slowenien wurden Roma von den Nazis und den italienischen Besatzungsbehörden in Konzentrationslager geschickt, während die ungarischen Besatzer sie auch zur Zwangsarbeit schickten. Read the rest of this entry »
August 8th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 7.8.2023 | 15:00 min
Ando 2. august o europitiko Holocaust di le Romenge taj Sintijenge ando nacijonalsocijalismus pal gondolinel – valami 4000 eseri andi phendi „Zigeunernacht“ ando gasiskere khera ando logeri Auschwitz-Birkenau murdarde ule. Ando ar le jeneristar 2023 o 2. august andi Austrija le nacijonalrotistar ojs nacijonali gondolipeskero di aun prindschardo ulo.
Am 2. August erinnert der Europäische Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma, der seit 2015 begangen wird, an die Ermordung von rund 500.000 Roma und Sinti im Nationalsozialismus – über 4.000 davon wurden in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 in der sogenannten „Zigeunernacht“ in den Gaskammern des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau ermordet. Ende Jänner 2023 wurde der 2. August auch in Österreich vom Nationalrat einstimmig als nationaler Gedenktag anerkannt.
Erstmals lud die Romapastoral Diözese Eisenstadt in Kooperation mit dem Verein Hango Roma, Verein Roma-Service und der Roma-Volkshochschule Burgenland am 2. August in den Stadtgarten Oberwart zur Gedenkfeier ein. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier von der Leon Berger Band. Read the rest of this entry »
August 7th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken
Schwer beschädigtes Roma-und Sinti-Mahnmal wird am Mittwoch wieder aufgestellt
Schwer beschädigt ist im Februar 2023 das Mahnmal für jene Roma und Sinti worden, die von den Nationalsozialisten im nahen Sammellager Maxglan zusammengepfercht und später ermordet wurden (wir berichteten: NS-Mahnmal in Salzburg geschändet). Am Mittwoch, dem 9. August, wird es vom Hochbauamt der Stadt Salzburg, nach einer umfassenden Restaurierung durch den Künstler Zoltan Pap um 9 Uhr wieder aufgestellt. Das Mahnmal befindet sich am Schwarzgrabenweg an der Glan, genau an jenem Ort an dem hunderte Roma und Sinti zu Zwangsarbeit getrieben und eingesperrt wurden.
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August 2nd, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Gedenktag für die ermordeten Roma und Romnja am 2. August: erstmals Gedenkfeier in Oberwart
2. August 2023, Beginn: 18.00 Uhr
Stadtgarten Oberwart
Das Europäische Parlament erklärte im Jahr 2015 den 2. August zum internationalen Tag des Gedenkens an den Völkermord an Roma und Sinti. Ende Jänner 2023 wurde dieser nun auch in Österreich vom Nationalrat einstimmig als nationaler Gedenktag anerkannt. Der traurige Anlass für diesen Gedenktag ist, dass in der Nacht vom 2. auf 3. August 1944 mehr als 4.000 Roma und Sinti in den Gaskammern des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Wir gedenken an diesem Tag der im Holocaust ermordeten 500.000 Roma und Sinti.
Manuela Horvath, Leiterin der Romapastoral, Emmerich Gärtner-Horvath, Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Roma, und jugendliche Volksgruppenangehörige werden neben der Hauptrednerin, Rosa Taubmann, Überlebende des Lagers Lackenbachs, zu Wort kommen. Landtagspräsidentin Verena Dunst, Abgeordneter zum Nationalrat Nikolaus Berlakovich sowie Bürgermeister Georg Rosner sind als Redner*in geladen. Musikalisch umrahmt wird die Gedenkfeier von der Leon Berger Band. Nach dem ökumenischen Gebet mit Pfarrerin Sieglinde Pfänder, Pfarrer Richárd Kádas und Pfarrer Matthias Platzer folgt eine Kranzniederlegung. Anschließend laden wir zur Agape.
Eine Veranstaltung der Romapastoral Diözese Eisenstadt in Kooperation mit dem Verein HANGO ROMA, Verein Roma-Service und der Roma Volkshochschule Burgenland.
Bei Schlechtwetter findet die Veranstaltung im Kontaktzentrum statt (Steinamangererstr. 13).
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Juli 4th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Marcus Wagner (2021): „(K)Ein Platz für Gedenken“. Vergessene Orte in den Ortschaften des Burgenlandes – kritisches Hinterfragen der Erinnerungskultur an ermordeten Rom*nja
Diplomarbeit, Universität Wien (Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 114 S.
→Zum Download der UB Wien (pdf)
Abstract: Die vorliegende Arbeit widmet sich der Gedächtnis- und Gedenkkultur für die vertriebenen und ermordeten Rom*nja im Burgenland. Sie zeigt auf, dass die Verfolgung und Ermordung der Rom*nja im Burgenland während der Naziherrschaft im kollektiven Gedächtnis der Burgenländer*innen wenig verankert sind. Die verfolgten und ermordeten Rom*nja werden erst langsam ins Opferkollektiv des Landes aufgenommen. Ein kurzer Abriss über die Geschichte der Rom*nja im Burgenland und die Situation der Volksgruppe in der Zweiten Republik bilden den Rahmen der Arbeit. Weiters wird aufgezeigt, wie der öffentlich-gesellschaftliche Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit des Burgenlandes das Leben der Rom*nja im Burgenland nach 1945 beeinflusste und erschwerte. Die jahrelange Nichtkonfrontation bzw. das Verschweigen der Mitschuld der Burgenländer*innen an den Verbrechen gegen die Rom*nja spiegelt sich in der Erinnerungspolitik des Burgenlandes wider. Die problematische politische Bereitschaft für die Aufarbeitung dieser Verbrechen zeigt sich auch in der burgenländischen Denkmallandschaft. Bis Ende der 1980er Jahre waren die Rom*nja in der burgenländischen Denkmallandschaft nicht präsent. Erst mit der Anerkennung der Rom*nja als Volksgruppe kam Bewegung in die Gedenkkultur. Auf Initiativen von verschiedenen Roma-Vereinen, Privatpersonen und kirchlichen Vertretern entstanden erste Denkmäler und Erinnerungsstätten für die ermordeten Rom*nja. Read the rest of this entry »
Juni 29th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Katrin Kühnert (2020): Holocaust-Autobiografien von Roma. Darstellungsformen der Verfolgung und Vernichtung während des Nationalsozialismus
Masterarbeit, Universität Wien (Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 108 S.
→Zum Download der UB Wien (pdf)
Abstract: Der Holocaust spielt als geteilte Leidenserfahrung nicht nur für die kollektive Gruppenidentität der Roma eine bedeutende Rolle, sondern ist auch bis heute das dominierende Thema ihres Schreibens. Die Literatur dieser größten ethnischen Minderheit Europas ist dabei häufig autobiografisch beeinflusst, im deutschsprachigen Raum stellt die Autobiografie gar die dominierende Äußerungsform dar. Während Juden und Jüdinnen bereits während des NS-Massenmordes beginnen, ihre Verfolgungserfahrungen aufzuzeichnen und somit beim späteren Schreibbeginn der Roma schon etablierte Standards bestehen, folgt ihr Erzählen diesen nicht durchgängig, sondern es entsteht ein eigenes Narrativ, über den NS-Genozid zu berichten. Die vorliegende Arbeit identifiziert mittels qualitativer Textanalyse typologische Analogien auf sprachlicher und inhaltlicher Ebene in fünf Autobiografien von Holocaust-Überlebenden. Der Textkorpus setzt sich aus Ilona Lackovás A false dawn (1997, Slowakei/Tschechien), Otto Rosenbergs Das Brennglas (1998, Deutschland), Mongo Stojkas Papierene Kinder (2000, Österreich), Edward Dębickis Totenvogel (2004, Polen) und Zoni Weisz’ Der vergessene Holocaust (2016, Niederlande) zusammen. Read the rest of this entry »
Juni 22nd, 2023 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Frank Reuter, Daniela Gress, Radmila Mladenova (Hrsg.): Visuelle Dimensionen des Antiziganismus. (= Antiziganismusforschung interdisziplinär – Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus, Band 2), Heidelberg University Publishing: Heidelberg 2021.
→Zum Download
Visuelle Medien spielen seit der Frühen Neuzeit eine Schlüsselrolle für die Genese des Antiziganismus. Der interdisziplinär angelegte Sammelband untersucht die zentralen Motive und Semantiken von „Zigeuner“-Bildern in unterschiedlichen Repräsentationsformen wie Literatur, bildender Kunst, Fotografie, Postkarten, Oper, Theater, Comic, Film oder Computerspielen. Dabei werden insbesondere Verbindungslinien und Wechselbeziehungen in den Blick genommen. Die Beiträge legen die inhaltlichen, zeitlichen, geografischen und medienspezifischen Ausprägungen eines der wirkmächtigsten Stereotype in der europäischen Kulturgeschichte frei. Bis heute haben antiziganistische Imaginationen negativen Einfluss auf die Positionierung von Sinti und Roma in den europäischen Gesellschaften.
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Juni 1st, 2023 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Ein archäol. Skelettfund aus Norwich (10./11. Jh.) weist eine nur bei Roma vorkommende genetische Eigenheit auf − 500 Jahre vor der dokumentierten Ankunft von Roma in England.
(Quelle)
Mai 31st, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 30.5.2023 | 5:53 min
Suboton 27. maj 2023, o gondolipeskero bar le Romemge, save le NS-reschimistar tradim taj murdarde ule, ando temetischi Holzschlag tel utschardo ulo.
Holzschlag, jek thaneskero falato la gemajndatatar Unterkohlstätten (becirk Erba) hi. Anglo dujto haburi, 600 dschene andi gemajnde dschivnahi, lendar buteder sar 300 Roma sina. Andi NS-cajt bojd o cile lendar ledschim taj murdarde ule. Trin bare Romengere sidlungtscha ande Holzschlag anglo haburi delahi. On avrutnon le gavestar upri rik mero vesch sina. O nevo gondolipeskero bar ando temetischi Holzschlag, akan upro Roma pal te gondonolinel.
Enthüllung und Einweihung des neuen Gedenksteins in Gedenken an die Roma und Romnija aus Holzschlag, die während des NS-Terrorregimes ermordet wurden
Holzschlag ist ein Ortsteil der Gemeinde Unterkohlstätten (Bezirk Oberwart). Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in der 600-Einwohner-Gemeinde mehr als 300 Romnija und Roma. In der NS-Zeit wurden die meisten deportiert und ermordet. In Holzschlag gab es drei große Roma-Siedlungen. Sie alle lagen außerhalb des Ortes am Waldrand. Der neue Gedenkstein in Holzschlag soll nun die Roma erinnern.
(Beitrag: TV Erba)
Mai 23rd, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 23.5.2023 | 10:44 min
15. gondolipeskero mulatintschago ando Baranka-Park
O Roma, lengeri historija taj lengeri briga le politischi entviklungendar andi cili Europa pregim ulo buteder sar le avre flogendar. O flogoskero murdaripe le Romendar taj Sintijendar dugi cajt na diklo ulo taj meg adi na prindschardo hi, soske o Roma taj Sinti ojs „pobiserde opfertscha“ becajchnim on. O gondolipeskero mulatintschago ando Baranka-Park ando 20. maj 2023 o 15. var le farajnistar Voice of Diversity kerdo ulo. O cil hi, le pradipeske i Romengeri taj Sintijengeri historija, savi le NS-reschimistar ando bersch 1941 faphaglo ulo pal te gondolinel taj gejng o pobisteripe jek beschipe te kerel.
Da Sinti und Roma nach 1945 die Anerkennung als Opfer versagt wurde und sie alleine die Ermordung ihrer Familien betrauern mussten, wurde in Wien die Barankapark-Gedenkfeier vor 15 Jahren ins Leben gerufen. Mit der Feier wird einerseits der Opfer gedacht und andererseits auch das Leben und die Kultur der Roma und Sinti sowie die jüdische und Wiener Kultur gefeiert.
Die Barankapark-Gedenkfeier wurde am 20. Mai 2023 zum 15. Mal vom Verein Voice of Diversity organisiert und umgesetzt mit dem Ziel, die Öffentllichkeit an die Roma und Sinti, die vom NS-Regime im Jahr 1941 verschleppt worden sind, zu erinnern und ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Lange Zeit war die Hellerwiese, heute Barankapark benannt, Lager- und Rastplatz der Sinti- und Roma-Familien, die ihre Teppiche, Stoffe und Pferde bis in das Grazer Becken gehandelt hatten. Dieser historische Ort wurde nach Harri Stojkas Ur-Großmutter Baranka benannt. Sie und ca. 200 weitere Familienmitglieder, die auf der Hellerwiese gelebt hatten, wurden 1941 vom NS-Regime verschleppt.
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Mai 20th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Zentralrat verurteilt Anschlag auf Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma verurteilt den Anschlag auf das Berliner Denkmal zur Erinnerung an die 500.000 von den Nationalsozialisten im NS-besetzten Europa ermordeten Sinti und Roma. Der Täter hatte nach Angaben der Polizei am Mittwochmittag mit einer Eisenstange auf die Informationstafeln am Denkmal eingeschlagen und eine Ausstellungstafel beschädigt. Das Denkmal wird jährlich von etwa 100.000 Menschen besucht. Der Anschlag wurde am helllichten Tag vor den Augen vieler Besucher verübt. Diese hatten die Polizei alarmiert.
„Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma dankt der Polizei, die den Täter zunächst festnahm und dessen Personalien sicherstellte“, sagte Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats. „Die Tat erfüllt uns mit Entsetzen und Abscheu. Dieser Angriff zielt auf die Menschen, die durch die Nazibarbarei im Holocaust ihr Leben verloren haben. Er zielt auf uns alle, auf jeden Menschen mit Verantwortungsbewusstsein aus der Erfahrung der Geschichte.“ Hier gehe es nicht nur um Sachbeschädigung, der nachgegangen werden müsse, sondern das Motiv der Tat müsse bei den Ermittlungen im Vordergrund stehen, betonte Romani Rose.
Nach den Worten von Romani Rose sieht der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma das Anwachsen des zunehmenden Antiziganismus als eine Bedrohung gegen die Minderheit. Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat erst kürzlich mit dem Bundeskriminalamt den Jahresbericht 2022 zur politisch motivierten Kriminalität veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die Zahl der antiziganistisch motivierten Straftaten gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel auf 145 gestiegen ist. Read the rest of this entry »
Mai 17th, 2023 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Tag 3: 17. Mai – World Roma Congress
Im Tiergarten, Simsonweg, 10117 Berlin
Am dritten Tag des Kongresses gedenken wir am Mahnmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas der Ermordeten.
15:00 Roma Resistance Day am Mahnmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas: Gedenken, Erinnerung und Launch der App „Talking Memories“
Djelem Djelem, Laura Natermann (RomaniPhen e.V.)
Ausvicate hi kher baro, Tayo Awosusi-Onutor
Widerstand am 16. Mai, Svetlana Kostić (RomaniPhen e.V.)
Carmen Spitta über die Bürgerrechtlerin und Filmemacherin Melanie Spitta
Gedichte über Samudaripen von Gabi Zekić, Estera Iordan, Estera Stan (RomaniPhen e.V.)
Jana Mechelhof Herezi (Stiftung Denkmal für die Ermordeten Juden Europas)
Samudaripen – der vergessene Genozid (Roma Center e.V./ Roma Antidiscrimination Network)
App-Launch, Isidora Randjelović (RomaniPhen e.V.)
Mai 1st, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Stephan Steiner: Combating the Hydra. Violence and Resistance in the Habsburg Empire, 1500–1900 (= Central European Studies, 3), Purdue University Press: West Lafayette 2023.
→zum Download, Open Access (CC-BY-NC)
„Combating the Hydra“ untersucht sowohl die strukturelle als auch die anlassbezogene staatliche Gewalt des frühneuzeitlichen Habsburgerreiches. Das Buch schildert und analysiert Angriffe auf marginalisierte, „unangepasste“ Menschen aller Art, Frauen „von schlechtem Rufs“, „ketzerische“ Protestanten und „Zigeuner“. Bislang nicht erfasste Archivquellen enthüllen den Einsatz von willkürlicher Inhaftierung, Zwangsarbeit und Deportation. Die vorgestellten Fallstudien geben Einblicke in die Ursprünge moderner staatlicher Macht aus vielfältigen Techniken der Bevölkerungskontrolle, sind aber auch eine Untersuchung des Widerstands gegen Unterdrückung, Verfolgung und lebensbedrohliche Übergriffe. Das Spektrum der Kämpfe gegen die Entwürdigung ist ein berührendes Zeugnis der Menschlichkeit der Ausgestoßenen; es reicht von geistiger und emotionaler Ausdauer bis hin zur Gegengewalt. Ein Gespräch mit dem bedeutenden Historiker Carlo Ginzburg schließt diese Sammlung mit der Frage nach der Bedeutung des Erinnerns an die Schrecken der Vergangenheit ab.
“Combating the Hydra” explores structural as well as occasion-specific state violence committed by the early modern Habsburg Empire. The book depicts and analyzes attacks on marginalized people “maladjusted” of all sorts, women “of ill repute,” “heretic” Protestants, and “Gypsies.” Previously uncharted archival records reveal the use of arbitrary imprisonment, coerced labor, and deportation. The case studies presented provide insights into the origins of modern state power from varied techniques of population control, but are also an investigation of resistance against oppression, persecution, and life-threatening assaults. Read the rest of this entry »
April 22nd, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Marius Weigl: Internierung und Militärdienst. Die ‚Lösung der Zigeunerfrage‘ in Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg (=Sozial- und wirtschaftshistorische Studien, Bd. 40), Böhlau: Wien u.a. 2022 (Dez.), 560 S.
→Zum Download (CC-BY-4.0 Int.)
Das Wiener Innenministerium der Republik Österreich ging 1918 davon aus, dass die ‚Zigeunerfrage‘ im Zuge des Ersten Weltkriegs gelöst worden sei. Die Kriminalisierung von Armut und die Annahme, dass Mittellose eine Gefährdung für die öffentliche Ordnung und Sicherheit darstellen würden, nahmen im Ersten Weltkrieg eine neue Dimension an, als über eine Million Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in den Westen Österreich-Ungarns kamen oder von den Militärbehörden evakuiert wurden. Infolge der Internierung von Flüchtlingen sowie von ‚politisch verdächtigen‘ Zivilisten und Zivilistinnen wurde das ‚Zigeunerlager‘ in Hainburg an der Donau errichtet.
In 1918 according to the interior ministry in Vienna of the Republic of Austria there was no ‘Gypsy mischief’ anymore. The criminalization of poverty and the assumption about destitute persons would endanger the public order and security climaxed a new dimension in World War One, when more than one million refugees from the war zones arrived in the western regions of Austria-Hungary or were evacuated by the military forces. Following the internment camps for refugees and ‘political suspicious’ civilians, a ‘Gypsies camp’ was built in Hainburg an der Donau.
(Text: Verlagsinfo)
Siehe auch:
E-Theses: „Für die öffentliche Sicherheit“ (2012)
April 20th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 17.4.2023 | 13:46 min
Gärtner-Horvath: 30 berscha flogoskeri grupnengeri buti le Romendar andi Austrija
O anglebeschto le flogoskere grupnengere bajrotistar le Romendar, Emmerich Gärtner-Horvath, ande pe bescharel la kulturake taj la tschibtschake le Romendar. I austritiki politik phenel ov, but kertsscha taj andi Europa jek kipo sikal, sar schaj dschal. O aunprindscharipe la flogoskera grupnatar ando bersch 1993 jek barikano politischi signal sina. Ham kekaj, meg but problemtscha del sar i diskriminacija le khetanipestar, savi la flogoskeri grupnake le Romendar prik dim ol.
Der Vorsitzende des Volksgruppenbeirats der Roma, Emmerich Gärtner-Horvath, setzt sich vor allem für die Bewahrung der Kultur und Sprache der Roma ein. Die österreichische Roma-Politik wertet er als beispielhaft in Europa, deren Anerkennung als Volksgruppe als wichtiges politisches Signal. Dennoch, so stellte er mit Sorge fest, gibt es noch immer in unserer Gesellschaft Menschen, die große Vorurteile gegenüber der Volksgruppe der Roma haben. Gärtner-Horvath ging auf die Geschichte der Anerkennung ein und thematisierte vor allem auch die damaligen Probleme im Bereich der Bildung und auf dem Arbeitsmarkt. Read the rest of this entry »
April 18th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, dROMa (Magazin)
Themenheft „Spanien“ | Temakeri heftlina „Espanija“
→Download (PDF) | Inhalt
Die Gitanos (oder Calé) in Spanien sind die größte Roma-Gruppe Westeuropas. Ihr kultureller Einfluss – vom Flamenco bis zur Umgangssprache – ist allgegenwärtig. In diesem Heft werfen wir einige, vor allem geschichtliche Schlaglichter auf diese Volksgruppe. Einige aktuelle Themen haben wir uns für eine zukünftige Ausgabe aufgespart. Zuallererst stellen wir Ihnen das „pueblo gitano“ in aller Kürze vor – Wissenswertes über einige berühmte Persönlichkeiten aus der Minderheit finden Sie übers Heft verteilt. Christoph Pleininger geht in seinem Beitrag der Frage nach, wie es den Gitanos während der Franco-Diktatur erging. Dazu hat er sich auch mit dem Gitano-Zeithistoriker Rafael Buhigas Jiménez unterhalten. Dem Avantgarde-Künstler und Antifaschisten Helios Gómez, der, nach Jahren im Kerker, 1956 verstarb, widmet sich ein Beitrag des Kunsthistorikers Daniel Díaz. Roman Urbaner hat recherchiert, wie es um die wenig bekannte alte Sprache der Gitanos, das Caló, bestellt ist (kurz: gar nicht gut, aber auch nicht völlig hoffnungslos). Und auf der Heftrückseite präsentieren wir Ihnen noch Noelia Cortés, eine junge literarische Stimme aus der Gitano-Community.
O Gitanojertscha (vaj Calé) andi Espanija i lek bareder Romengeri-grupn andi vest Europa hi. Lakero kultureli andfojinipe – usar o Flamenco dschi usi sako diveseskeri tschib – vidschik hi. Ande aja heftlina poar, butvar historijakere ududa upre aja flogoskeri grupn, tschidas. Poar aktujeli tematscha, jeke avre ardipeske upre amenge likertscham. Erschtivar, o „pueblo gitano“ ande jek harnipe angle tumenge terdscharas – dschanipe pedar poar prindscharde dschene andar o tschulipe, laken tumen ande aja heftlina. O Christoph Pleininger leskere pisinipeha le phutschajipeske papal dschal, sar le Gitanojerenge maschkar i Franco-diktatura gelo. Vaschoda, ov te le Gitanojengere-cajtakere historikeriha Rafael Buhigas Jiménez vakertscha. Read the rest of this entry »
April 8th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Radio Stimme zum Internationalen Tag der Roma (8.4.2021)
Die Sendung der Initiative Minderheiten
Am 8. April ist Internationaler Tag der Roma. Aus diesem Anlass spricht Radio Stimme zum einen mit Atanas Stoyanov von Phiren Amenca über Antirassismus-Arbeit und die europaweite Unterstützung von Roma-Jugendlichen und zum anderen mit dem Historiker Gerhard Baumgartner über die im Nationalsozialismus zerstörten Romasiedlungen im Burgenland. Außerdem räumt Radio Stimme auf mit dem faulsten aller Argumente („das wird man ja wohl noch sagen dürfen) und seziert die gewaltvolle Dimension von Fremdbezeichnungen und diskriminierender Sprache. Und es gibt sogar noch mehr zu hören, nämlich eine breite Palette unterschiedlichster Musik von Rom*nja!
Gestaltung: Julia Schönherr, Mahsima Kalweit, Petra Permesser, Veza Govorcin
(Text und Beitrag: Radio Stimme, 2021)
März 29th, 2023 |
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Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken
Der Oberwarter Altbürgermeister Michael Racz, geb. 1932 in Großpetersdorf, ist im 91. Lebensjahr verstorben.
Wir bringen im Gedenken einen Auszug aus dem Begleittext zu einem Interview von 2010, erschienen 2016 in unserem Zeitzeugenband „Amari Historija. Burgenländer erzählen. Eine Zeitzeugendokumentation von Roma-Service“:
Michael Racz wurde 1932 in Großpetersdorf im südburgenländischen Bezirk Oberwart geboren. Er wuchs innerhalb der Familie ausschließlich ungarischsprachig auf und erwarb sich bis zum Eintritt in die Schule zwar alltags-, aber nicht unterrichtstaugliche Deutschkenntnisse. Schwierig gestaltete sich der Schuleinstieg auch deshalb, weil seine eltern kurz zuvor aufgrund der politischen Umstände gezwungen gewesen waren, von Großpetersdorf ins benachbarte Rechnitz zu übersiedeln. Michael Raczs Vater, ein selbständiger Schuhmacher, machte aus seiner Überzeugung kein Hehl und trat offen gegen die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung durch das aufkommende Naziregime ein. Nachdem er bei der NS-„Volksabstimmung“ im April 1938 gegen den „Anschluss“ votiert hatte, wurde er verhaftet und für einige Tage eingesperrt. ein Schock für den gerade sechsjährigen Michael, der nicht nur seinen Vater gefährdet sah, sondern auch seine vertraute Umgebung verlor: „Für mich war es dann sehr schwer. Ich bin krank geworden. Wahrscheinlich war das auch psychosomatisch. [...] Ich hatte es deshalb schwer, weil ich nicht gut Deutsch konnte.“
Die Erfahrung, einer Minderheit anzugehören, prägten Michael Raczs Kindheit ebenso sehr wie das Eintreten seiner Eltern für ihre humanistische Gesinnung: „Mein Vater war eher [...] linksgerichtet, und er hat seine Ablehnung des Regimes aus seiner politischen Überzeugung heraus genährt, während meine Mutter [...] aus ihrer christlichen Überzeugung heraus gehandelt hat und die nationalsozialistische Ideologie abgelehnt hat.“ Dementsprechend von Toleranz geprägt waren auch die Kontakte der Familie zu Roma. Es herrschte Michael Racz zufolge ein Gefühl des „Helfenmüssens“ angesichts der immer drückender gewordenen Verhältnisse Ende der 1930er Jahre.
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März 27th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 26.3.2023 | 8:48 min
Gedenken neu denken – Erinnern an den Holocaust heute
Gondolipe neve te gondolinel: Paltgondolipe upro holocaust adi! RE.F.U.G.I.U.S. ando bersch dujeseri taj pantsch le palgondolipeske taj upre butschalinpeske le holocaustistar kerdo ulo. Sako bersch le schel taj oftavar desch dschi duj schel dschidovtschenge, save adaj Rohancate murdarde taj valakaj ande handle ule, gondolim ol. O gondolipeskero than na tschak o paschipe le Kreuzstadliskere dschidovtschenge andar o ungriko te gondolinel, ov te terdschol la cila regijonale gondolipeskera kulturatar. O lejcti cajtakere ceugn meren, i historischi botschoft na buter le cilen resel o antisemitismus taj o rasismus utscheder ol. Schoha buter, asaj historija na tromal buter te al, kaj oda ham tena ol iste buteder aja bibastali historija upre butschalim ol.
RE.F.U.G.I.U.S. hat in seiner jahrelangen Tätigkeit viele neue Ansätze in der Erinnerungsarbeit ausprobieren und etablieren können. Doch gibt es immer wieder neue Herausforderungen. Die letzten Zeitzeug:innen sterben, die historische Botschaft erreicht längst nicht mehr die gesamte Gesellschaft und ihre Mahnung reicht nicht aus, um zu verhindern, dass Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit vermehrt und offener zu Tage treten. Über Jahrzehnte etablierte sich eine Gedenkkultur, die aus Kranzniederlegungen, Veranstaltungen mit Zeitzeug:innen, Gedenkreden und Gedenkfeiern in ehemaligen NS-Konzentrationslagern bestand. Doch welche Wirkung geht von ritualisierten Gedenktagen heute noch aus? Read the rest of this entry »
März 22nd, 2023 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken
Dokumentarfilm von Karin Berger
Österreich 2023, 37 min
Einige während der Dreharbeiten zum Film Ceija Stojka (1999) entstandene Aufnahmen zeigen Karl Stojka, der bewegend vom Leben der Rom*nja im nationalsozialistischen Wien und in der Wankostättn-Siedlung berichtet. In einer Gegenwart, in der die letzten Zeitzeug*innen sterben, stemmt sich Karin Berger gegen das drohende Schweigen und zeigt eine essenzielle Funktion des Kinos auf.
Es ist bedenklich, dass die Jahrzehnte, in denen wir von Zeitzeug*innen über die Verbrechen des Nationalsozialismus lernen konnten, weder zu einer völligen Aufarbeitung führten noch rassistisches Gedankengut aus unserem Alltag verdrängten. Nun nämlich sterben die letzten Zeitzeug*innen, weshalb gerade dem Kino eine essenzielle Rolle zufällt. Karin Berger, die sich in ihrem Schaffen vielfältig in das weitgehend verschwiegene Schicksal der Sinti*zze und Rom*nja während der Zeit des Nationalsozialismus eingearbeitet hat, leistet mit Wankostättn einen weiteren wichtigen Beitrag, der dem drohenden Schweigen mit aller Kraft entgegentritt. Das Filmdokument besteht aus Aufnahmen, die sie 1997 im Rahmen ihres Drehs zu Ceija Stojka (1999) mit Karl Stojka, dem Bruder ihrer damaligen Protagonistin, in Wien drehte. Spazierend rekonstruiert Stojka die Lovara-Siedlung Wankostättn und erzählt mitreißend aus einem Leben, von dem man ohne seine Worte nie erfahren hätte. (ph)
Diagonale 2023, Kurzdokumentarfilm/Programm 3:
Do., 23.3., 10:30 Uhr, Schubertkino 2 [Tickets]
Sa., 25.3. 17:30 Uhr, KIZ Royal 2 [Keine Karten verfügbar]
(Text: Katalog, Diagonale 2023)