Rassismus & Menschenrechte

Vorurteile und Stereotype (2023)

Februar 18th, 2025  |  Published in Hochschulschriften, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazKlara Novak (2023): Vorurteile und Stereotype gegenüber der ethnischen Minderheit der Roma

Masterarbeit, Karl-Fran­zens-Uni­ver­­si­tät Graz (Um­welt-, Re­gio­nal- und Bil­dungs­wis­sen­schaft­li­che Fa­kultät), 190 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

In dieser Arbeit werden Vorurteile und Stereotype der Mehrheits­gesell­schaf­ten süd­ost­euro­päi­scher Länder gege­nüber der Roma-Min­der­heit in den Mittel­punkt gestellt, wobei der Fokus vor allem auf den Vor­urteilen und Stereo­typen der kroatischen Mehr­heits­gesel­lschaft liegt. Zu diesem Zweck wurden auf Roma be­zogene Artikel analysiert, die in drei kroatischen Online­zeit­schriften ver­öffent­licht wurden, um zu ermitteln, in welchen Kon­texten über Roma berichtet wird. Das Haupt­augen­merk liegt jedoch auf den Leser­kommen­taren zu den analy­sierten Beiträgen, die Aufschluss über die Vorurteile und Ein­stellun­gen der Leser:in­nen gegen­über der Roma-Min­der­heit gaben. Es wurde fest­gestellt, dass viele Vorurteile und Stereotype gegen­über den Roma nach wie vor stark präsent sind. Read the rest of this entry »

Antiziganismus und Wohnungslosigkeit

Februar 12th, 2025  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Podcast Social Minds (Deutschland), Folge #1, 16.1.2025, 23:50 min

Antiziganismus durchzieht alle Ebenen unserer Gesell­schaft. Dennoch wird kaum eine andere Form der Dis­krimi­nierung so wenig be­achtet und thema­tisiert. In dieser Episode betrachtet Social Minds die Schnitt­stelle von Anti­ziganis­mus und Wohnungs­losig­keit anhand der Diskri­minie­rung auf dem Kölner Woh­nungs­markt sowie des institu­tio­nel­len Rassismus der kommu­nalen Verwaltung Hannovers und zeige auf, welche Be­deutung das Thema für die Soziale Arbeit hat. Dazu hört ihr ein Interview mit Carmen Frühling, einer Mit­arbeiter­in des Aus­zugs­manage­ments, einem Projekt der Stadt Köln, des DRK und des Kölner Flüch­tlings­rates.

Social Minds ist ein Podcast von Kim Ewald – ein Pro­jekt im Rahmen des Stu­diums der Sozialen Arbeit an der Hoch­schule Hannover. Musik und Ton: Jacques Tondar

Quellen zur Folge:

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Artschijipe/Ausstellung „Man will uns ans Leben“

Februar 11th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 10.2.2025 | 9:24 min

Artschijipe/Ausstellung im Offenen Haus Oberwart (OHO):- Man will uns ans Leben – Bomben gegen Minderheiten 1993–1996

Maschkar o berscha 1993 dschi 1996 uschtidine andi Austrija 25 dschene taj or­gani­saciji bom­bakere lila. Andi glajchi cajt ande Kärnten taj Burgenland trin bombi eksplo­di­rinde. Schtar dschene mule, schtar dschene sorale dukade taj enja dschene loke dukade ule. O teror gelo le tschuli­pen­gere dsche­nenge taj politisch humanistischi pomo­scha­goschen­gere niposke. O lek phareder mur­daripe sina Erbate, kaj o Josef Simon, Karl Horvath, Erwin Horvath taj o Peter Sarközi duach jek bomba mur­darde ule. On kamnahi i tablina kaj upre pisim sina „Roma zurück nach Indien“ beig te lel taj i bomba eksplo­di­rin­tscha.

Jek artschijipe la Initiative Minderheiten andi kopera­cija le Volks­kunde Mu­se­jumiha Betschi, le Kärnten Muse­jumiha taj le Prado Kher Erbaha. O artschi­jipe andar o 11.2 dschi 23.3.2025 te dikel hi: Keden dschi paruschtun 9:00 dschi 14:00 orenge.

Zwischen den Jahren 1993 und 1996 erhielten in ganz Österreich ins­ge­samt 25 Perso­nen und Organi­satio­nen explo­sive Post. Im gleichen Zeitraum deto­nierten in Kärnten und im Burgenland drei Spreng- bzw. Rohr­bomben. Die An­schläge hatten vier Tote, vier lebens­gefähr­lich Verletzte und neun Ver­letzte zur Folge. Der Terror adres­sierte aus­schließ­lich Minder­heiten­an­ge­hörige und ihre poli­tisch-hu­ma­nisti­schen Unter­stützer:in­nen. Der fol­gen­schwerste Anschlag fand im Febru­ar 1995 im burgen­län­dischen Oberwart statt, bei dem vier Roma-An­ge­hörige einer Spreng­falle zum Opfer fielen. Josef Simon, Karl Horvath, Erwin Horvath und Peter Sarközi starben durch eine Ex­plosion, als sie eine Tafel mit der In­schrift „Roma zurück nach Indien!“ ent­fernen wollten. Obwohl die Auswahl der Adres­sat:in­nen bald auf Urheber aus dem rechten Eck schlie­ßen ließ, ge­stalte­ten sich die Er­mitt­lungen sehr lang­wierig und nahmen erst im Herbst 1997 zufällig ein Ende. Read the rest of this entry »

Die Situation der Roma in Kroatien (2023)

Februar 9th, 2025  |  Published in Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Karl-Franzens-Universität GrazMichaela Franjo (2023): Die Situation der Roma in Kroatien – Eine Analy­se der recht­li­chen Schutz­me­cha­nis­men und der fak­ti­schen Lebens­um­stände

Diplomarbeit, Karl-Fran­zens-Uni­ver­­si­tät Graz (Rechtswissenschaftliche Fakultät), 131 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtlichen Schutz­mecha­nis­men und die fakti­schen Lebens­um­stände der Roma in Kroatien in den Be­reichen Wohnen, Bildung und Arbeit. Vielmehr besteht das Haupt­ziel darin, die aktuellen Heraus­for­derun­gen, mit denen Roma in diesen Bereichen kon­fron­tiert sind, zu iden­ti­fizieren und auf­zu­zeigen. Im all­gemeinen Teil wird deshalb zunächst als theo­reti­scher Einstieg der Begriff „juristische Min­der­heit“ er­läutert und eine Unter­schei­dung zwischen ethnischen, religiösen und sprach­li­chen Minder­heiten vor­ge­nommen. An­schlie­ßend wird der in dieser Arbeit ver­wendete Minder­heiten­begriff fest­gelegt und der in Kroatien ver­wendete Minder­heiten­begriff sowie der Begriff „Roma“ erläutert. Im beson­deren Teil der Arbeit werden die drei Berei­che – Wohnen, Bildung und Arbeit – unter­sucht. Es werden die rele­vanten recht­lichen Rahmen­be­din­gun­gen auf inter­nationaler, euro­päischer und natio­naler kroatischer Ebene erläutert und die tat­säch­li­che Lage der Roma auf­gezeigt. Read the rest of this entry »

30 Jahre Oberwart: Am Wendepunkt

Februar 5th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, dROMa (Magazin)

Attentat in Oberwart (Videostill: ORF)Vor dreißig Jahren entschied sich das Schicksal der Roma


In der Nacht zum 5. Februar 1995 brach mit einem Mal der alte, mör­deri­sche Hass wie­der über die Volks­gruppe herein. Vier junge Män­ner star­ben in Ober­wart durch ein ras­sis­ti­sches Bom­ben­atten­tat. Die Schick­sals­stunde der Roma wur­de auch zur Be­wäh­rungs­probe für die Re­pub­lik. Doch Ge­walt­akte ge­gen Roma gibt es noch im­mer – auch in Ös­ter­reich.

Die vier Roma starben durch eine perfide Sprengfalle, die der Rechts­terrorist Franz Fuchs in der Nähe der Ober­war­ter Roma-Sied­lung platziert hatte. Als sie ein Schild mit der Auf­schrift „Roma zurück nach Indien!“ ent­fernen woll­ten, deto­nierte der Spreng­satz: Karl Horvath (22), Erwin Horvath (18), Peter Sarközi (27) und Josef Simon (40) waren so­fort tot. Für ihre Fami­lien brach eine Welt zu­sammen; für die Volks­gruppe war es die schwerste Stunde seit dem Völker­mord. Alles, was man sich gerade erst er­kämpft hatte, stand plötz­lich auf dem Spiel.

Was fast immer geschieht

Und tatsächlich geschah, was nach Gewalttaten gegen Roma fast immer ge­schieht: Man ver­dächtigte die Roma selbst. Von einem rechts­extre­men Attentat wollten Polizei und Politik zwei Tage lang nichts wissen, statt­dessen diffa­mierte man die Opfer. Sofort war die Rede von einer blutigen „Fehde“ unter Krimi­nellen. Polizis­ten durch­suchten die Wohnun­gen der Roma-Fa­milien nach Spreng­stoff und Waffen. Innen­minister Löschnak be­feuerte Speku­latio­nen, die vier Todes­opfer hätten die Explosion wo­möglich selbst ver­schuldet – zu einem Zeit­punkt, als den Ermitt­lern längst klar war, dass sie es mit einem rassisti­schen Terror­anschlag zu tun hatten. Noch Monate später ver­suchte Jörg Haider, die Tat den Opfern selbst in die Schuhe zu schieben, indem er über krimi­nelle Machen­schaften („Waffen­geschäft“, „Auto­schieber“, „Rauschgift“) schwadro­nierte.

Die „lange, peinliche Schrecksekunde des offiziellen Öster­reichs“ (Armin Thurnher) währte jedoch nicht ewig. Bundes­kanzler und Staats­spitze stellten sich schließ­lich doch noch beherzt an die Seite der Opfer. Das Begräb­nis in Oberwart geriet zum Staatsakt; der landes­weite Schulter­schluss gegen den Terror gelang und er­mög­lichte eine Welle der Solidarität. Read the rest of this entry »

Rechtsextremismus-Bericht: Antiziganismus

Januar 29th, 2025  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte

Collage: rechte Agitation in Österreich (Bild: DÖW)2023 beauftragten Innen- und Justizministerium das Doku­men­ta­tions­archiv des öster­reichi­schen Wider­stan­des (DÖW) in Wien mit der Erstel­lung eines jähr­lichen Rechts­extre­mis­mus-Be­richts. Die Er­geb­nisse des ersten um­fang­rei­chen Be­richts wurden nun prä­sentiert (→zum Download). Wir haben nach­ge­schaut, in­wie­weit darin auch auf Rassismus gegen Roma und Sinti (Anti­ziganis­mus, Antiromaismus, Romafeindlichkeit) Bezug ge­nom­men wird. Im Fol­genden finden Sie einen Überblick über die be­tref­fenden Passagen:

Auf S. 64/65 verweist der Bericht auf die Internet-Agitation der neo­nazis­tischen Gruppe Un­wider­stehlich. Diese sei unter ande­rem von roma­feind­licher Hetze durch­zogen:

Die sich als Internetprojekt verstehende Neo­na­zi-Grup­pe Un­wider­stehlich (UW) wurde 2015 als ein konspi­rativ agie­rendes Nach­folge­projekt der 2011 zer­schla­genen Al­pen-Donau-Grup­pe ge­grün­det. In ähn­licher (tägl­icher) Frequenz wie diese […] kom­men­tiert man auf Facebook (rund 1300 Fol­lower) v. a. aktu­elle Er­eignisse und Mel­dungen. Der Agitat­ion […] dient auch ein Blog, der im März 2021 neu­gestaltet wurde. Der gleich­zeitig er­öffnete Telegram-Ka­nal ver­zeichnet etwas über 600 Abon­nent*in­nen (Stand Ende August 2024). […] Neben Anti­semitismus ist die UW-Agi­tation von Hetze gegen Rom*nja und Sinti*zze durch­zogen – von der syste­ma­tischen Ver­wendung des Z-Wortes bis hin zur Ab­lehnung der Erinne­rung an die NS-Ver­nich­tungs­politik bzw. den Porajmos. So zeige die Zer­störung der Gedenk­stätte in Salz­burg-Leo­polds­kron im Au­gust 2022, dass diese Erinne­rung „vielen Ein­heimi­schen ein Dorn im Auge“ sei und man lieber in „eine Zukunft ohne Schuld und Scham“ schauen wolle.

Auf S. 70 führt der Chronikteil die neuerliche Mahnmal­schän­dung in Salzburg-Leo­polds­kron 2023 an (wir be­rich­teten): Read the rest of this entry »

Facts & Figures (543)

Januar 10th, 2025  |  Published in Facts & Figures, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Im Kriminalitätsdiskurs der ita­li­e­ni­schen Pres­se wird, wenn von Ro­ma die Re­de ist, be­son­ders häu­fig die Be­zeich­nung no­ma­di ver­wendet.

(Quelle)

Schleswig-Holstein: Sinti-Union angegriffen

Januar 5th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: die mit Sperrholz abgedeckte zerstörte Tür nach dem Angriff auf die Geschäftsstelle der Sinti-Union Schleswig-Holstein. Daneben die auf den Holocaust verweisenden Plakate. (Foto: Sinti-Union SH)In der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Jänner wurde der Ein­gangs­bereich der „Sinti Union Schles­wig-Hol­stein“ in Neu­münster durch eine Explosion schwer be­schä­digt, die ver­mut­lich durch nicht ge­neh­mig­te Böller ver­ur­sacht wurde. Ver­letzt wurde nie­mand. Die Polizei schließt einen po­li­ti­schen Hin­ter­grund nicht aus. In einem Auf­ruf bittet die „Sinti Union Schles­wig-Hol­stein“ even­tu­el­le Zeugen, sich zu melden.

Sinti Union SH, 3.1.2025:
Die Wucht der Explosion zerstörte größtenteils die Fenster­scheiben der beiden Eingangs­türen sowie die darüber lie­genden Glas­elemente voll­ständig. Auch die hölzernen Kreuz­ver­strebun­gen in den Fenstern (über den Türen) wurden erheb­lich be­schädigt. Der Brief­kasten der „Sinti Union SH“ wurde eben­falls durch die Explosion zerstört. Die Über­dachung über dem Eingang, die mit Paneelen bedeckt war, wurde stark be­schädigt. Auch die dort instal­lierte Lampe funk­tioniert nicht mehr. Eine Jalousie an einer der Türen ist defekt. Die große Fenster­scheibe, an der Plakate zum Thema Wider­stand im Holocaust an­ge­bracht sind und die sich zwischen den beiden Eingangs­türen der „Sinti Union SH“ befindet, wurde be­schädigt und weist meh­rere Risse im Glas auf. In den Innen­räumen beider Räum­lich­keiten liegen überall Glassplitter, die durch die Explosion ent­standen sind.

Der Vorfall hat deutliche Schäden an der Struktur und Sicherheit der Eingangs­bereiche hinter­lassen. Glück­licher­weise wurde nie­mand verletzt, da sich zum Tat­zeit­punkt niemand in den Räum­lich­keiten befand. Normaler­weise sind wir – vor allem als ehren­amtlich Tätige – auch an Feiertagen wie z. B. in der Weih­nachts­zeit bis spät­abends im Büro, um zu arbeiten. Obwohl nie­mand vor Ort war, sitzt der Schock tief. Die Feuerwehr hat die Türen und Fenster bereits provisorisch mit braunen Span­platten ge­sichert. Eine Anzeige wurde gestellt, und die Kriminal­polizei hat bereits Beweise ge­sichert und er­mittelt nun in diesem Fall. Wenn Sie etwas gehört oder gesehen haben, melden Sie sich bitte bei uns und/oder der Kriminal­polizei.

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Facts & Figures (541)

Dezember 22nd, 2024  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Ab 1974 war Betteln in Ös­ter­reich durch Auf­he­bung des Land­strei­cher­ge­setzes von 1885 wie­der er­laubt. Tirol und Salz­burg er­lie­ßen da­rauf­hin ei­ge­ne ge­ne­rel­le Bet­tel­ver­bote.

(Quelle/pdf)

„Jek nevi cedula“

Dezember 17th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Romani, dROMa (Magazin)

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE: Bildungsexpertin und Politikerin Tina Gažovičová (Foto: Tina Gažovičová/Facebook)Ekspertkija: Romani-ischkoli nan nisaj putripe

Dajakere tschibtschakere sikajipeha le Ro­­men­­ge­­re-tscha­­ven­­ge andi Slo­­vakija akan bara andar o drom bejg ispi­­dim te on. O ministerijum dikel ada ojs „keripe uso be­­kejmpfi­­nipe la segre­­gaci­­jona­­tar“. Ham so ada butschol? Amen usi sika­­di­­pes­­keri eks­­pert­­kija Tina Gažo­­vi­­čová ando foro Bratisl­­ava palal phutsch­­lam.

dROMa: Andi Slovakija akan bojd jek ischko­­la la sika­­ji­­pes­­kera tschib­­tscha­­ha Ro­­mani dela. (→Sikadipe: O eksperimento andar Rakúsy) Hi ada jek barikano drom?
Tina Gažovičová: O phutschajipe andi Slovakija igen bri­­gasch­­no hi. Te le politischi taj inter­­kultu­­reli fatre­­ter­­tschen le Romen­­ge­­re-tschu­­li­­pestar andi Slovakija minden­­felitike muani­­nip­­tscha use aja tema hi. Upri jek rik latscho hi, hot but Romen­­gere-tscha­­ven andi Slo­­vakija Romani ojs dajakeri tschib hi taj hatek ada schaj pomo­­schin­­lahi, Romani te andi isch­­kola te siklol. Ande amaro isch­­kola­­kero tscha­­tschipe o tscha­­tschipe le tschu­­lip­­tschen­­dar ande hi, ande lengeri daja­­keri tschib sikade te on, taj amen andi Slovakija jek dugi tradicija isch­­kolen­­dar le ungrike tschu­­lipeske hi. Ando peripe le Romen­­ge­­re-tschu­­li­­pestar ada ham schoha prik beschardo na ulo, kaj tschak igen tschule Roma­­ni-mesch­­ter­­tscha del taj kaj o minden­­feli­­tike dijalek­­tscha le tel pisime Roma­­ni­­jistar avrijal hi. Vaschoda tschak tschule ischkoli del, ande save Romani ojs foch sikado ol, ham dschi­­jakana nisaj ischkola, Rom­­nijiha ojs sikaji­­pes­­keri tschib.

So gejng vakerel?
O argumento gejng ischkoli Romanijiha ojs sikajipeskeri tschib hi, hot on i segre­­gaci­­jona (isch­­kola­­kero artscha­­pinipe) taj o socijali artscha­­pinipe le Romen­­ge­­re-tschu­­li­­pestar meg horeder keren. Ando lejcti desch­­ber­­schen­­gere i segre­­gaci­­jona le Romen­­ge­­re-tscha­­vendar ando ischko­­lakero koja andi Slovakija bibas­­ta­­leder uli. But gava del, ande save agun jek „keverimi“ ischkola delahi, savi Romen­­ge­­re- taj te slova­­kitike, poavar te ungrike tschib­­tschakere tscha­­vendar, kher rodim ule. O gendo le slova­­kitikendar ande odola gava ham tel lel, taj o Roma mindig buteder on, so uso cajchn le „parne naschi­­keri­­pestar“ vodin­­tscha, kaj adi odola ischkoli tschak buter le Romen­­ge­­re-tscha­­vendar kher rodim on. Read the rest of this entry »

„Ein neues Etikett“

Dezember 17th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Romani, dROMa (Magazin)

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE: Bildungsexpertin und Politikerin Tina Gažovičová (Foto: Tina Gažovičová/Facebook)Expertin: Romani-Schulen sind keine Lösung

Mit muttersprachlichem Unterricht sollen den Ro­­ma-Kin­dern in der Slo­wa­kei end­lich Steine aus dem Weg ge­räumt werden. Das Mi­nis­te­ri­um sieht dies auch als „Bei­trag zur Be­kämpfung der Se­gre­ga­tion“. Aber was be­deu­tet das? Wir ha­ben bei der Bil­dungs­ex­per­tin Tina Gažo­vi­čová in Bratislava nach­ge­fragt.

dROMa: In der Slowakei wird es bald eine Schule mit der Unter­richts­sprache Romani ge­ben (→mehr hier). Ist das ein sinn­voller Weg?
Tina Gažovičová: Die Frage ist in der Slowakei sehr umstritten. Auch die politi­schen und intel­lek­tuellen Ver­treter der Roma-Min­der­heit in der Slowakei haben unter­schied­liche Meinungen zu diesem Thema. Einer­seits stimmt es, dass viele Roma-Kinder in der Slowa­kei Romani als Mutter­sprache haben und es daher für sie hilf­reich sein könnte, Ro­mani auch in der Schule zu lernen. Unser Schul­gesetz beinhaltet das Recht der Minder­heiten, in ihrer Mutter­sprache unter­richtet zu werden, und wir haben in der Slowakei eine lange Tradition von Schulen für die ungarische Minder­heit. Im Falle der Roma-Min­der­heit wurde dies jedoch nie um­ge­setzt, da es nur sehr wenige Roma­ni-Lehrer gibt und außer­dem die ver­schie­denen Dialekte vom kodi­fizierten Romani ab­weichen. Daher gibt es nur wenige Schulen, in denen Romani als Fach unter­richtet wird, aber bisher keine mit Romani als Unter­richts­sprache.

Was spricht inhaltlich dagegen?
Das Argument gegen Schulen mit Romani als Unterrichtssprache ist, dass sie Segregation (Anm.: schuli­sche Ab­sonde­rung) und sozialen Aus­schluss der Roma-Min­der­heit weiter ver­tiefen. In den letzten Jahr­zehn­ten hat sich die Segre­gation von Roma-Kind­ern im Schul­wesen in der Slowakei ver­schärft. Es gibt viele Dörfer, in denen es früher eine „ge­mischte“ Schule gab, die sowohl von Roma- als auch von slowa­kischen, manchmal auch un­garisch­spra­chigen Kindern besucht wurde. Die Zahl der Slowaken in diesen Dörfern nimmt jedoch ab, während die Roma-Be­völ­ke­rung zu­nimmt, was zum Phä­nomen der „weißen Flucht“ geführt hat, so dass diese Schulen heute nur noch von Roma-Kindern besucht werden. Read the rest of this entry »

dROMa 76 („Gewalt“ | „Bibastalo tradipe“)

Dezember 14th, 2024  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, dROMa (Magazin)

dROMa 7630 Jahre Attentat von Oberwart | 30 berscha atentato Erbatar

Themenheft „Gewalt“ | Temakeri heftlina „Bibastalo tradipe“

Gewalt gegen Roma: eine unvollständige Chronik 2005 bis 2020 | Bibas­talo tra­di­pe gejng Roma: jek na ki­se­ti­mi his­to­ri­ja 2005 dschi 2020

Download (PDF) | Inhalt

In wenigen Wochen begeht Österreich den 30. Jahrestag des größten rassis­tischen Ver­brechens seiner Nach­kriegs­ge­schichte. Vier junge Roma aus Oberwart wurden 1995 grausam aus dem Leben ge­rissen. Über diese Schicksals­tage, in denen für die Volks­gruppe alles auf dem Spiel stand, be­richtet Roman Urbaner in einem Ein­führungs­text. Vieles hat sich seither zum Guten ge­wendet, Österreich hat sich seiner Volks­gruppe an­ge­nommen. Das Burgenland hat – durch­aus vorbild­haft in Europa – gezeigt, wie es klappen kann. Doch die Gewalt gegen Roma bleibt virulent – sogar in Öster­reich, wie eine Reihe von Vorfällen be­weist. Diese sind freilich nur eine winzige Fußnote zu dem, was welt­weit ge­schieht und von dem man in den Medien nur selten erfährt. Aus Hun­derten doku­men­tierten Vor­fällen haben wir daher eine Chronik der Gewalt aus den Jahren 2005 bis 2020 zu­sammen­gestellt. Es ist eine be­ängsti­gende Liste von Hass­verbrechen – von Tschechien bis Chile, von Polen bis Bulgarien. Fast immer folgt die Eska­lation dens­elben Mustern: Da ist der Hass gegen die Minder­heit, der Konflikte ethnisch kana­lisiert und Roma zu Sünden­böcken macht. Da ist die rassistische Ent­grenzung der Gewalt, die sich gegen das Kollektiv richtet. Da sind aus­wärtige Grup­pierun­gen, die die lokale Span­nungen anheizen, und das Versagen des Staates, der die Täter allzu oft ge­währen lässt und statt­dessen gegen die Opfer vorgeht.

Ande poar kurke i Austrija upro 30 berschen­gero di le lek bareder rasis­tischi fapha­geri­pestar leskera cajtatar palo haburi gondo­linel. Schtar terne Roma Erbatar, 1995 murdarde ule. Pedar adala terdschi­jiptschen­gere divesa, ande save la flogos­kera grupnake sa upro khelipe terdscho­lahi, phukal o Roman Urbaner ande leskero andvo­dini­peskero tekst. But sajt oja cajt ando latschipe pe irintscha, i Austrija leskera flogos­kera grupnake aun pe lija. O Burgenland – hatek jek idol andi Europa – sikatscha, sar schaj dschal. Ham o bibas­talo tradipe gejng o Roma atschol – muguli andi Austrija, sar jek redo angle­perip­tschen­dar sikal. Hatek ada tschak jek tikno koja use oda hi, so upro cilo them pasirinel taj savestar ando mediji tschak tschulo te schunel hi. Andar but schel doku­mentirime angle­perip­tscha vaschoda jek khetan kedipe le bibastale tradi­pestar andar o berscha 2005 dschi 2020 ktehan terdschar­tscham. Read the rest of this entry »

Antiziganismus: Deutsche Bund-Länder-Kommission nimmt Arbeit auf

Dezember 13th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Unter dem Vorsitz des Anti­zi­ga­nis­mus­be­auf­trag­ten Dr. Meh­met Dai­ma­gü­ler fand die kon­sti­tu­ie­ren­de Sitzung der Bund-Län­der-Kom­mis­sion zur Be­kämp­fung von Anti­zi­ga­nis­mus statt. Ziel ist eine ver­bes­ser­te, insti­tu­tio­na­li­sier­te Zu­sam­men­ar­beit für die Teil­habe von Sinti und Roma.

Am 7. Oktober fand unter Vorsitz des Be­auf­tragten der Bundes­regierung gegen Anti­ziganis­mus, Dr. Mehmet Daimagüler, die kon­stituie­rende Sitzung der „Stän­digen Bund-Län­der-Kom­mis­sion zur Be­kämp­fung von Anti­ziganis­mus und für das Leben der Sinti und Roma“ (BLK) statt. Die Kom­mission will eine wirk­samere, besser ab­ge­stimmte Politik er­reichen, die Sinti und Roma schützt und Hürden zur gleich­berech­tig­ten Teilhabe am gesell­schaft­li­chen Leben abbaut.

Teilhabe von Sinti und Roma fördern

Sinti und Roma an Bildung teilhaben zu lassen, ihre Kultur zu fördern, Prä­ventions­maß­nahmen in Polizei und Justiz zu ergreifen und ge­flüchtete Roma zu integrie­ren, sind zentrale Bereiche, um Anti­ziganismus zu be­kämpfen und gleich­be­rech­tigte Teilhabe­chancen für Sinti und Roma in Deutschland zu schaffen. Diese liegen in der Zu­ständig­keit der Länder. Deshalb müssen Bund und Länder dauer­haft zu­sammen­arbeiten und sich über Maßnahmen und Stra­tegien gegen Anti­ziganismus aus­tauschen.

Die Einrichtung des Gremiums geht auf eine zentrale Forderung aus dem Bericht der Un­ab­hän­gigen Kommission Anti­ziganis­mus von 2021 und auf eine Forderung des Bun­destags im Be­schluss 20/9779 vom 14. Dezem­ber 2023 zurück. Um­gesetzt wurde diese Forderung auf Grund­lage des Be­schlusses des Bundes­kanzlers und der Regierungs­chefin­nen und -chefs der Länder zur BLK-Ein­richtung am 20 Juni 2024.

Die Aufgaben der Bund-Länder-Kommission sind: Read the rest of this entry »

Sikadipe: O eksperimento andar Rakúsy

Dezember 12th, 2024  |  Published in Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Romani, dROMa (Magazin)

ARTSCHAPIM: Teldschumintschage o sikadipeskero drom le Romengere-tschavendar vodinen. Andi ostslovakitiki gemajnde Rakúsy bojd i erschti Romani-ischkola le thanestar dela. (Kipo: SME)I Slovakija lakeri erschti Romani-ischkola uschtidel

Ando juni ando sikadipeskero ministe­ri­jum ande Bratis­lava, o droma kerde ule: Andi ost­slo­va­ki­tiki ge­majn­de Rakúsy bojd i ersch­ti isch­kola le tha­nestar dela, ande savi o tschave – pa­sche i slo­va­kitiki tschib – te ande len­geri daja­keri tschib Roma­ni si­kade on.

Le prikbescharipeske o ministerijum jek koperaci­jona la ge­majn­dejaha, la uni­versi­te­taha Prešov taj le „kheta­nipeha le isch­kolen­dar, save i Roma-tschib sikan“, kertscha. O ang­lutne butja akan valami jek bersch te dau­erinen. „Ada bari­kano hi, jek than le sika­dipeske le tscha­venge andar etnischi tschu­liptscha ande lengeri daja­keri tschib te scho­finel, inklusivi o Ro­men­ge­re-tscha­ve“, phenel o sikadi­pes­kero ministeri Tomáš Drucker. „Vaschoda phen­tscham, hot le keri­peske jeka pilo­tiskera isch­kolatar le Romen­ge­re-tscha­venge ando gav Rakúsy po­mo­schinas. Amen pilotis­kere koji ande ada than ar te pro­balinel kamaha, save o dajakero tschib­tscha­kero sikadipe te le Ro­men­gere-tscha­venge bul­haren taj feder keren.“ Rakú­syske vaschoda o schtatus jeka „naci­jo­nali­teten­ge­ri-isch­kola“ aun rodim ulo.

Akan andi Slovakija tschak poar ischkoli del, kaj Romani – trin ori ando kurko – ojs isch­kola­kero foch sikado lo (taj ada, kekaj palo „Atlas le Ro­men­ge­re-Khe­ta­nip­tschen­dar“ andi Slovakija 450.000 Roma dschin, saven­dar 60 procenti khere Romani vakeren). Efta ischkoli hi le, sa privati ischkoli, bojd o cile ando ost le tha­nestar. Afka Romani ande schtar ischkoli (ande Kružlová, Stropkov, Kremnica taj Košice), ando Ze­fy­rin-Ji­mé­nez-Malla-gim­na­si­jum (ande Krem­nica) taj ande duj butja­kere sikadi­peskere ischkoli (ande Košice taj Kežmarok) ojs sikaji­peskero foch tel pisim hi – ham na ojs sikaji­peskeri tschib sar akan akor ande Rakúsy. I ischkola tscha­tschi­kan jek nevipe hi: i erschti ischkola andi Slovakija, kaj Romani te uso famit­linipe avre siklo­ji­pes­kere koji lim ol.

Ulado gav

Rakúsy jek tikni gemajnde uso kesdipe la Tatratar hi, o becirkis­kero scheros­kero foro tschak poar kilome­tertscha pasche hi. 3.300 dschene hi le gav, 70 procenti upri flogos­keri grupn le Romendar peren, savendar but ande jek tel paschlimi sidlung eknaj avral o gav, dschin. I Ro­men­ge­ri-sid­lung andar Rakúsy, jek le lek bare­derendar andi Slovakija hi. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (540)

Dezember 11th, 2024  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Die Fünf-Jahres-Kindersterblichkeit bei Roma in Bosnien-Herzegowina liegt bei 27 pro 1000 Le­bend­ge­bur­ten. (Zum Vergleich Österreich: 3,6.)

(Quelle)

„Die Aliens von Lunik 9“ (2005/2011)

Dezember 8th, 2024  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

„Die Aliens von Lunik 9“ – Roma-Ghettos in der Slowakei
Ein Film von Chris Haderer, →Video-Homepage

Angeregt durch das Buch „Die Hundeesser von Svinia“ von Karl-Markus Gauß besuch­ten der Foto­graf Luca Faccio und der Jour­nalist Chris Haderer im März 2005 den Osten der Slowakei. Die Auf­nahmen zu diesem Film ent­standen im Rahmen einer Re­cherche in den Roma-Ghettos von Svinia und Lunik 9.

Mitwirkende: Luca Faccio, Robert Packan, Daniela Hudiova, Auf­nahme und Ge­stal­tung: Chris Haderer. Auf­ge­nom­men im April 2005 in Kosice und Svinia (SK), fertig­ge­stellt im Au­gust 2011 in Wien.

(Film und Text: Chris Haderer)

Facts & Figures (539)

Dezember 7th, 2024  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

in Frank­reich führten Fake News über Roma, die Kin­der in ei­nem Liefer­wa­gen ent­füh­ren, um ihre Or­ga­ne zu ver­kau­fen, 2019 zu ei­ner Ge­walt­wel­le ge­­gen Roma.

(Quelle)

Facts & Figures (537)

November 30th, 2024  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

Im Ju­ni 2009 fand die Po­li­zei in Belfast meh­re­re Rohr­bom­ben, die für ras­sis­ti­sche An­grif­fe auf ru­mä­ni­sche Ro­ma vor­ge­se­hen wa­ren.

(Quelle)

Protestantismus und Antiziganismus

November 29th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Religion, Wissenschaft

Bischöfin Bosse-Huber (Foto: Conf. of European Churches)Die Evan­gelische Kirche in Deutschland (EKD) will die Geschichte von Protestantis­mus und Anti­zi­ga­nis­mus unter­su­chen. Dazu hat sie ein Son­der­sti­pen­di­um zur wis­sen­schaft­li­chen Er­for­schung aus­ge­schrie­ben.

Seit einigen Jahren engagiert sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) im bundes­weiten „Netz­werk Sinti Roma Kirchen“, einem Zu­sam­men­schluss aus kirchlichen und reli­giö­sen Gemein­schaften und bundes­weiten und regiona­len Struk­turen von Sinti und Roma. Mit dem Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma hat die EKD eine enge Zu­sammen­arbeit ver­einbart; diese wurde im ver­gangenen Jahr an­lässlich des 40. Jahres­tags der Gründung des Zentral­rates mit einer Erklärung und einem gemein­samen Gottes­dienst im Berliner Dom be­kräftigt.

Darin heißt es: „Gemeinsam mit Angehörigen der Minderheit von Sinti und Roma wollen wir der Dis­kriminie­rung im Alltag von Kirche und Gesell­schaft und gruppen­be­zo­gener Men­schen­feind­lich­keit insgesamt entgegenwirken. Dazu bedarf es der Aus­einan­der­setzung mit der bis in die Gegen­wart reichen­den Schuld­geschichte der Kirchen und der un­beding­ten kritischen Über­prüfung von theolo­gischen und kirchlichen Denk­mustern und Prägungen.“

Vor diesem Hintergrund hat die EKD jetzt ein Sonderstipendium aus­ge­schrie­ben, das der wissen­schaft­lichen Unter­suchung der Geschichte von Anti­ziganis­mus und Pro­testan­tis­mus dienen soll. Das Projekt ist in der Kirchen­geschichte an­gesiedelt und zielt auf die Beleuch­tung bisher unter­schätzter Aspekte kirch­licher und diakonischer Praxis, z. B. Seelsorge, Jugend­hilfe, Gemeinde­alltag, aber auch Kol­labora­tio­nen der Kirchen in der NS-Zeit, Umgang mit der Minder­heit in der Nach­kriegs­zeit sowohl in West- wie Ost­deutschland.

„Wir erhoffen uns von einer solchen Forschungsarbeit, die nur ein Anfang sein kann, dass wir uns unse­rer eigenen blinden Flecken in der Geschichte und Gegen­wart unserer Kirchen be­wusster werden. Read the rest of this entry »

Das Experiment von Rakúsy

November 24th, 2024  |  Published in Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Romani, dROMa (Magazin)

VERBAUT: Benachteiligungen prägen den Bildungsweg der Roma-Kinder. Die ost­slo­wa­ki­sche Ge­mein­de Rakúsy bekommt nun die erste Romani-Schule des Lan­des. Good News oder ein weiterer Irrweg? (Symbolbild: SME)Die Slowakei bekommt ihre erste Romani-Schule

Im Juni wurden im Bildungsministerium in Bra­tis­lava die Wei­chen ge­stellt: In der ost­slo­wa­ki­schen Ge­mein­de Rakúsy wird es bald die erste Schule des Lan­des ge­ben, in der die Kinder – neben Slo­wa­kisch – auch in ihrer Mut­ter­spra­che Romani un­ter­rich­tet werden.

Für die Umsetzung unterzeichnete das Ministerium eine Koope­ra­tions­ver­ein­barung mit der Gemeinde, der Univer­sität Prešov und dem „Verband der Schulen, die die Roma-Sprache unter­richten“. Die Vor­berei­tun­gen sollen nun etwa ein Jahr dauern. „Ich halte es für außer­ordent­lich wichtig, einen Raum für die Bildung von Kindern aus ethni­schen Minder­heiten in ihrer Mutter­sprache zu schaffen, ein­schließ­lich der Roma-Kinder“, erklärt Bildungs­minister Tomáš Drucker. „Deshalb haben wir be­schlos­sen, die Ein­richtung einer Pilot­schule für Roma-Kin­der im Dorf Rakúsy zu unter­stützen. Wir wollen Pilot­maß­nahmen in diesem Bereich aus­pro­bieren, die darauf abzielen, mutter­sprach­li­che Bildung auch für Ro­ma-Kinder aus­zu­weiten und zu ver­bessern.“ Für Rakúsy habe man daher den Status einer „Na­tio­na­li­tä­ten-Schu­le“ be­antragt.

Derzeit existieren in der Slowakei nur eine Handvoll Schulen, an denen Romani – im Umfang von drei Wochen­stunden – als Schulfach an­geboten wird (und das, obwohl laut dem „Atlas der Roma-Ge­mein­schaf­ten“ in der Slowakei 450.000 Roma leben, von denen 60 Pro­zent zu Hause Romani sprechen). Sieben Schulen sind es, alle­samt Privat­schulen, fast alle im Osten des Landes. So ist Romani an vier Grund­schulen (in Kružlová, Stropkov, Kremnica und Košice), am Ze­fy­rin-Ji­mé­nez-Malla-Gym­na­si­um (in Krem­nica) und an zwei berufs­bilden­den Schulen (in Košice und Kežmarok) als Unterrichts­fach ver­ankert – nicht jedoch als Unter­richts­sprache wie künftig in Rakúsy. Die Schule ist tat­säch­lich ein Novum: die erste Schule der Slowakei, in der Romani auch regulär zur Ver­mittlung an­derer Lehr­inhalte ver­wendet wird. Read the rest of this entry »