Rassismus & Menschenrechte

Wer hört hin, wenn es wieder brennt?

Juni 10th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Online-Petition in Deutschland (Bild: Gjulner Sejdi auf WeAct!, unter Verwendung eines Bildes von Violeta Balog/Amaro Foro)Die neue deutsche Bundesregierung will auf die Nachbesetzung der Stelle des Anti­ziganis­mus-Be­auf­tragten verzichten. Die Abschaffung dieses erst 2022 ge­schaf­fenen Amtes be­deutet einen „Schlag ins Gesicht für die Sinti und Roma“. Im Folgen­den geben wir, ins­beson­dere für unsere Leserin­nen und Leser in Deutschland, den Text einer On­line-Pe­tition wieder:

Petition: Antiziganismus bekämpfen – Beauftragtenstelle für Sinti und Roma wieder besetzen!

Gestartet von Gjulner Sejdi
→Zum Unterzeichnen

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,
sehr geehrte Frau Ministerin Prien,

wir sind Sinti und Roma*) – Bürgerinnen und Bürger dieses Landes. Deutsch­land hat uns unter dem NS-Regime verfolgt, depor­tiert, ermor­det. Über 500.000 Menschen. Der Völkermord an unserer Minder­heit ist noch immer nicht vollständig auf­ge­arbeitet. Und auch heute erleben wir täglich Aus­gren­zung, Hass, Dis­kriminie­rung – Anti­ziganis­mus. Und der nimmt zu. Umso un­ver­ständli­cher ist es für uns, dass die Bundes­regierung die Stelle des Be­auf­tragten für die Belange von Sinti und Roma und gegen Anti­ziganis­mus ein­fach ge­stri­chen hat – still und leise, ohne Begrün­dung, ohne neue Per­spektive.

Der bisherige Beauftragte Mehmet Daimagüler hat Mut bewiesen, klar ge­sprochen und ge­handelt – im Namen der Bundes­regierung. Drei Bei­spiele zeigen, wie wichtig seine Rolle war: Read the rest of this entry »

Urgent Action: Zwangsräumungen in Sofia

Juni 4th, 2025  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Amnesty InternationalRund 200 Roma und Romnja in Sofia sind nach der Zer­stö­rung ihrer Häuser durch die loka­len Be­hör­den ob­dach­los ge­worden. Die Polizei führte die Zwangs­räumun­gen ohne ord­nungs­ge­mäßes Ve­rfahren, ohne an­ge­messene Vor­an­kündi­gung und ohne Prüfung alter­na­tiver Lösun­gen durch. Das Vor­gehen der Be­hörden ist eine direkte Ver­letzung eines Urteils des Euro­päi­schen Ge­richts­hofs für Men­schen­rechte (EGMR) vom 11. April. Dieser hatte die Re­gie­rung an­ge­wiesen, bis zur Klärung eines Rechts­streits den Abriss der Häuser ein­zu­stellen. Die be­trof­fe­nen Familien, darun­ter Kinder, ältere Men­schen, Schwan­gere und Men­schen mit Be­hin­derun­gen, sind nun ohne Unter­kunft, Wasser und Strom.

→URGENT ACTION: Setz dich ein! (Bis 9. Nov. 2025)

Die Lage der geräumten Rom*nja-Familien des Stadtteils Zaharna Fabrika in Sofia ist nach wie vor katastro­phal. Seit dem 15. April hat die Bezirks­ver­waltung von Ilinden in Sofia Dutzende von Häusern in Zaharna Fabrika ab­reißen lassen, wodurch fast 200 Rom*nja – darun­ter Kinder, ältere Menschen und Schwangere – obdachlos wurden. Die meisten Familien sind ohne Unter­kunft und haben keinen Zugang zu grund­legen­den Dienst­leistun­gen wie Wasser, Strom, Ge­sundheits­ver­sorgung und Bildung. Seit dem Abriss haben die Behörden nur wenigen Familien eine alternative Unter­kunft zur Ver­fügung gestellt. Die meisten von ihnen leben unter äußerst pre­kären Be­dingun­gen, schlafen in Zelten oder sind auf Behelfs­unter­künfte an­gewiesen.

Die Zerstörung der Häuser erfolgte ohne ein angemessenes Verfahren, ohne Vor­an­kündigung und ohne echte Kon­sultation zur Auslotung von Alternativ­lösungen. Damit wurde ein Urteil des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rechte (EGMR) vom 11. April miss­achtet, das die bulgarischen Behörden an­ge­wiesen hatte, die Räumungen so lange aus­zu­setzen, bis alter­native Unterkunfts­mög­lich­keiten vorliegen. Mit der Miss­achtung dieses Urteils haben die bulgarischen Behörden gegen ihre inter­nationalen und regionalen Menschen­rechts­ver­pflich­tun­gen verstoßen, ein­schließ­lich der Gewährleistung des Rechts auf angemessenen Wohnraum. Danach sind Zwangsräumungen nur als letztes Mittel zulässig, und zwar nach einer echten Kon­sultation, bei der alle Alter­nativen zu einer Räumung ge­prüft werden, nach der Bereit­stellung einer an­ge­messe­nen Alter­nativ­unterkunft und nach der Um­setzung von Schutz­maß­nahmen zum Schutz der Würde und der Rechte der Betrof­fenen. Amnesty Inter­national ist der Ansicht, dass die Räumungen an­gesichts des Fehlens von Ver­fahrens­garantien und der daraus resul­tierenden Obdach­losigkeit der meisten Betroffenen Zwangs­räumungen gleich­kommen – einer Praxis, die nach den inter­nationalen und regionalen Menschen­rechts­ver­pflichtun­gen Bulgariens verboten ist. Read the rest of this entry »

„Schlag ins Gesicht für die Sinti und Roma“

Mai 30th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Erster und möglicherweise letzter Antiziganismus-Bundesbeauftragter Mehmet Daimagüler (Bild: Harald Bischoff/Wikimedia, CC BY-SA 3.0)Neue deutsche Bundesregierung verzich­tet auf Anti­ziganis­mus-Be­auf­tragten

Vor drei Jahren schuf die deutsche Bundesregierung das Amt des „Beauf­tragten der Bundes­regierung gegen Anti­ziganis­mus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland“. Die im Mai 2022 neu ge­schaffene Stelle wurde mit dem Rechts­anwalt und Publi­zisten Mehmet Daimagüler be­traut. Zu­geordnet war die Stelle dem Familien­ministerium. Die Bundes­regierung konnte somit auf die Expertise eines Anti­semitismus-, eines Anti­rassismus- und eines Anti­ziganismus­be­auftrag­ten zurück­greifen.

Nun soll die Stelle jedoch wieder abgeschafft werden. Daimagüler hatte erst kürzlich seinen Rücktritt aus persön­lichen Gründen bekannt gegeben. Wie am Mitt­woch publik wurde, will die Bundes­regierung die vakante Stelle nicht mehr nach­besetzen. „Eine Ab­schaffung des Amts wäre ein Schlag ins Gesicht für die Sinti und Roma in Deut­schland“, zitiert die „taz“ den bis­herigen Amts­inhaber.

Auch der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma reagiert brüskiert auf Presse­berichte zur Ab­schaf­fung des Beauf­tragten: „Ich kann mir nicht vor­stellen, dass die Bundes­regierung einen solchen Schritt gehen würde, ohne dies mit dem Zentralrat ab­zu­sprechen. Und das ist nicht ge­sche­hen“, zitiert die Agentur KNA den Vor­sitzenden des Zentralrats Romani Rose. Er habe die Bundes­regierung in einem Schreiben aufgefordert, die Stelle des Beauftragten beizubehalten und für Klarheit zu sorgen. „Und nach den nun auf­ge­tauchten Berichten über eine ver­meint­liche Streichung werde ich mich noch­mals an die Bundes­regierung wenden.“

„Unsichtbarmachung“

Kelly Laubinger, Leiterin der Sinti-Union Schleswig-Holstein, spricht von „Unsichtbar­machung“ und „politi­schem Skandal“: „Gemein­sam mit der Nicht-Er­wähnung der histo­rischen Ver­ant­wortung der Sinti und Roma und der Unsichtbar­machung der struk­turellen Gewalt an Sinti und Roma im aktuellen Koalitions­vertrag reiht sich dieser politi­sche Skandal in den politischen Offen­barungs­eid der aktu­ellen Bundes­regierung ein: Sinti und Roma werden be­wusst poli­tisch margi­nalisiert. Read the rest of this entry »

Schulsegregation: „Nur langsame Fortschritte“

Mai 29th, 2025  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Annual Report 2024 (Titelblatt)Kommission zur Bekämpfung von Rassismus und In­tole­ranz (ECRI): Segre­ga­tion von Roma-Schülern gehört zu den wich­tigs­ten Heraus­for­de­run­gen

In ihrem Jahresbericht 2024 nennt das Europarats­organ für die Be­kämpfung von Rassismus, die Euro­päi­sche Kom­mission gegen Ras­sismus und Intole­ranz (ECRI), vier zentrale politische Heraus­for­derun­gen für die euro­päischen Staaten: die Be­kämpfung des Einsatzes von rassistischer Profil­erstellung durch die Straf­verfolgungs­behörden, die Be­kämpfung der Segre­gation von Roma-Kin­dern in der Schule, die Gewähr­leistung gleicher Rechte und Würde für Trans­gender-Per­so­nen und Inter­sexuelle und die Stär­kung der nationa­len Gleich­behand­lungs­stellen. Positive poli­tische Ent­wicklun­gen werden in dem Bericht eben­falls her­vor­gehoben. [...]

In mehreren Mitgliedstaaten des Europarats wurde weiter­hin ein hohes Maß an schulischer Segre­gation von Roma-Kindern be­obach­tet, was zu einer gerin­geren Qualität der Bildung führt. ECRI stellt fest, dass die hohe Kon­zentra­tion von Roma-Kin­dern in bestimm­ten Schulen offen­bar das Ergebnis der Wohn­segregation ist, aber auch der an­halten­den Praxis der Schul­behörden, Roma-Kinder in ge­trenn­ten Klassen oder Gebäuden zu unter­richten. Trotz der von vielen Mit­glied­staaten ergrif­fenen Maß­nahmen – ein­schließ­lich der An­erken­nung der schuli­schen Segregation als ernst­hafte Form der Dis­kriminie­rung, ihres aus­drückli­chen Verbots und der Unter­stützung von Roma-Kin­dern durch spe­zielle Schul­assistenten – wurden nur lang­same Fort­schritte bei der Auf­he­bung der faktischen Segre­gation erzielt. Read the rest of this entry »

Politische Theorie des Antiziganismus

Mai 26th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Tittel CoverLaura Soréna Tittel: Politische Theorie des Anti­ziganismus. Genese und Kritik eines modernen Herr­schafts­ver­hält­nisses (=Beiträge zur kritischen Anti­ziganis­mus­forschung, Bd. 2), transcript Verlag: Bielefeld 2025 [Erschei­nungs­datum: 20.12.2024], 258 Seiten.

→Open Access: Download (pdf)

Antiziganismus ist bis heute weit verbreitet und betrifft Sinti*ze und Rom*nja als An­ge­hörige der größten Minder­heit Europas in beson­derem Maße. Dennoch wird das Thema in Wissen­schaft und Gesell­schaft gleicher­maßen verdrängt. Im Anschluss an die kritische Gesellschafts­theorie ver­bindet Laura Soréna Tittel Über­legungen zur Funktion der »Zigeuner«-Figur in der politi­schen Theorie von Kant, Marx und Adorno mit um­fang­reichem Quellen­material, das von früh­neu­zeitlichen Gesetzes­texten bis zu polizeilich ein­ge­setzten Bildern reicht. Sie zeigt die Genese des modernen Anti­ziganis­mus in der Aufklärung, im Kapitalismus und in der Staatenbildung auf und ermög­licht so kritische Perspek­tiven auf ein gesell­schaft­liches Herrschaftsverhältnis.

(Text: transcript Verlag)

Antiziganismus: Empfehlung für Schulen

Mai 14th, 2025  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte

v. l. Dotschy Reinhardt, Stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti & Roma und Simone Oldenburg, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Ministerin für Bildung und Kindertagesförderung in Mecklenburg-Vorpommern (Foto: Sekretariat der KMK)Deutschland: Gemeinsame Empfehlung zum Um­gang mit Anti­ziga­nis­mus in der Schule – Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma und Bil­dungs­minis­ter­kon­ferenz einig: un­ver­zicht­ba­rer Teil der Lehrpläne!

Die Bildungsministerkonferenz und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma haben im März 2025 erst­mals ge­mein­same Empfeh­lungen zur Prä­vention und ge­zielten Be­kämpfung von Anti­ziganis­mus in Schulen be­schlos­sen und vor­gestellt.

„Schulen müssen antiziganismuskritische und antiziga­nismus­freie Lernräume sein und dadurch auch Chancen­gleich­heit für alle Kinder und Jugend­lichen gewähren“, heißt es in den Empfeh­lungen. Kinder und Jugend­liche sollten ein Bewusst­sein ent­wickeln und dafür ein­treten, Sinti und Roma in der Gesell­schaft vor Dis­krimi­nie­rung zu schützen.

Die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Ministerin Simone Oldenburg, betont: „Die Bekämpfung von Antizi­ganismus ist eine gesamt­gesell­schaft­liche Aufgabe, die im Eltern­haus beginnt und sich in unseren Schulen fort­setzt. Wir müssen fest­stellen: Antiziganismus kommt in allen Lebens­bereichen vor. Leider be­gegnet uns in Schulen gesell­schaftlich tradierter Anti­ziganis­mus bis heute in unter­schied­lichsten Formen. Unsere Schulen sollen hin­gegen Orte der Vielfalt und des Respekts sein, in denen jede und jeder Einzelne frei von Vorurteilen lernen und sich ent­wickeln kann. Read the rest of this entry »

Schulische Segregation in der Slowakei

April 21st, 2025  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

"Separate and unequal": Titelseite des Berichts von Amnesty International und European Roma Rights CentreIn einem Bericht verurteilen Amnesty International Slo­wakei und ERRC die „weit verbreitete und zunehmende rassistische Spaltung im Bildungswesen“ und fordern die slowakische Regierung auf, dringend Maßnahmen zu er­greifen, um die Segregation in ihren Schulen zu beenden.

Der Bericht mit dem Titel „Separate and Unequal: School Segregation Persists for Roma in Slovakia“ analysiert die gesetz­gebe­rischen und poli­tischen Reaktionen auf die Ver­weisung der Slowakei an den Europäi­schen Gerichts­hof (EuGH) im April 2023. Die Ergeb­nisse zeigen, dass be­schlos­sene Maß­nahmen nicht au­sreichen, um die tief ver­ankerten Prak­tiken der Segre­gation von Rom*nja wirksam zu be­kämpfen. Gesetzes­reformen – darunter Änderun­gen am Schul­gesetz – mangelt es an Klarheit und Durch­setz­bar­keit, um ver­festigte Un­gleich­heiten zu be­seitigen.

Zehn Jahre nach dem Beginn des EU-Verfahrens zeigt der neue Bericht, dass das slowa­kische Bildungs­system Rom*nja weiter­hin den Zugang zu integra­tiver, hoch­wertiger Bildung verweigert. Ursache dafür sind un­zu­reichende Kontrollen, struk­turelle und infra­struk­turelle Un­gleich­heiten sowie dis­krimini­erende Praktiken. Amnesty Inter­national und das ERRC fordern die Europäi­sche Kom­mission auf, die Umsetzung der Gleich­be­hand­lungs­richt­tlinie durch die Slowakei weiter­hin genau zu überwachen und ge­gebe­nen­falls weitere Maß­nahmen zu ergreifen.

„Unsere Untersuchung zeigt klar, dass es sich hier nicht um zufällige Un­gleich­heiten handelt. Was wir Jahr für Jahr be­obach­ten, ist der schlei­chende Versuch, ein Zwei-Klas­sen-Bil­dungs­system zu legiti­mieren – eines für Kinder mit un­ein­ge­schränk­tem Zugang zum Recht auf Bildung, und eines für jene, denen von Anfang an segre­gierte und minder­wertige Schul­bildung zu­gemutet wird“, so Rado Sloboda, Direktor von Amnesty In­ter­national Slowakei. Read the rest of this entry »

Aktuelle Interviews: Radoslav Ganev

April 16th, 2025  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte


Welttag der Sinti und Roma: Gespräch mit Radoslav Ganev
Bayern 2/Aktuelle Interviews, Sendung vom 8.4.2025 (8:12 min)

Zum internationalen Tag der Sinti und Roma: Verena Fiebiger spricht mit dem Poli­tik­wissen­tschaftler Radoslav Ganev, Gründer des Vereins RomAnity e.V. (Website), über Antiziganismus und Diskriminierung.

(Text und Sendung: Bayern 2/BR/Mediathek)

Siehe auch:
Podcast: Im Gespräch mit Radoslav Ganev, 25.3.2023
Sinti und Roma in München und Oberbayern, 15.9.2022
„Ich habe meine Herkunft verschwiegen“, 21.5.2021
Positive Bilder schaffen: RomAnity.de
, 5.8.2020

Videopodcast: Als Sinto ausgegrenzt

April 9th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Antiziganismus: Interview mit Shimano Petermann
Arolsen Archives: Podcast „Keine Geschichte“ vom 3.2.2025 (12.57 min)

Wusstest du, dass die Nationalsozialisten schätzungs­weise 220.000 bis 500.000 Sinti und Roma ver­folgten und ermor­deten? Shimano er­zählt in dieser Folge „Keine Geschichte“ von seinem Opa, der als Kind das Kon­zentra­tions­lager Auschwitz überlebte. Doch auch nach Ende des Zweiten Welt­kriegs hörte die Dis­krimi­nierung gegen Sinti und Roma in Deutschland nicht auf. Anti­ziganismus gehört für viele Betrof­fene zum Alltag. Timm Giesbers und Shimano Petermann spre­chen über Vorurteile gegen Sinti und Roma heute und über die Geschichte des Box-Profis Johann Trollmann, einen Sinto, den die Nazis im KZ töteten. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (551)

April 5th, 2025  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

Ende 2014 verhinderte der Bürgermeister von Champlan in Frankreich die Be­stat­tung eines Roma-Babys. Die Nach­bar­ge­mein­de Wissous stellte darauf­hin ih­ren Fried­hof zur Ver­fü­gung.

(Quelle)

Facts & Figures (550)

April 3rd, 2025  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

2010 verweigerte ein Dorf bei Škocjan in Slo­we­ni­en einer Romni die Be­stat­tung. Als sie darauf­hin im Nach­bar­ort be­er­digt wer­den soll­te, ver­such­te ein Mob dies zu ver­hin­dern.

(Quelle)

„Opre Roma!“: Roma-Monat des Europarats

April 2nd, 2025  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Opre Roma! - Veranstaltungsreihe des Europarats im April 2025Vom 1. bis zum 30. April veranstaltet der Europa­rat den Monat Opre Roma!, um den Bei­trag der Ge­schichte, Sprache und Kultur der Roma zum ge­mein­sa­men Erbe und zur kul­tu­rel­len Viel­falt Europas zu wür­digen.

Der Aufruf „Opre Roma!“, der so viel wie „Steht auf, Roma!“ bedeutet, wurde 1971 auf dem 1. Inter­natio­nalen Ro­ma-Kon­gress viel­fach auf­ge­griffen. Diese Losung trägt auch heute noch in den Roma-Ge­mein­schaf­ten zu Einheit und Wider­stands­fähig­keit bei.

Den ganzen April über werden mehr als 30 Mitgliedsstaaten auf nationaler Ebene Sen­sibili­sierungs­ver­anstal­tun­gen orga­nisieren, um die Geschichte, Sprache und kultu­relle Identität der Roma hervor­zu­heben. Viele dieser Ver­anstal­tungen werden auch die Förderung und den Schutz der Rechte der Roma-Ge­mein­schaf­ten zum Gegen­stand haben. Ein Beispiel ist das Treffen des „Dialogs des Europa­rates mit der Zivil­gesell­schaft der Roma und Fahrenden“ (2. und 3. April), das die wichtige Rolle der Zivil­gesell­schaft betonen wird, ins­beson­dere in einer Zeit, in der viele zivil­gesell­schaft­liche Organi­sa­tionen Schwierig­keiten haben, ihr Fort­bestehen zu sichern.

Vom 5. bis zum 11. April findet im Europarat das diesjährige Seminar „Roma Youth Together“ statt, bei dem 35 Teil­nehmende aus 21 Ländern zu­sammen­kommen, um Erfah­rungen aus­zu­tauschen. Das Seminar soll junge Roma befähi­gen, als Akteure des Wandels und Kataly­sa­toren in ihren Gemein­schaften zu agieren.

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„Fassungslos über die Entscheidung“

März 31st, 2025  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Volksverhetzungsurteil in Deutschland auf­ge­hoben – Zentralrat ist „fassungslos“


Eine prominente deutsche Bloggerin, laut Focus „eine der wich­tigs­ten Figu­ren der neu­rech­ten Szene“, hatte 2022 die Min­der­heit der Roma und Sinti auf Twitter pau­schal ver­un­glimpft. Mitte 2024 wurde sie dafür wegen Volks­ver­hetzung ver­ur­teilt. Nun hat das Be­ru­fungs­ge­richt das Urteil aller­dings wieder auf­ge­hoben – zum Ent­setzen des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma. Wir ge­ben im Fol­gen­den die Aus­sen­dung des Zentral­rats wieder:

Die Bloggerin und Influencerin aus der rechts­populis­tischen Szene, Anabel Schunke, wurde im August 2024 vom Amts­gericht Goslar wegen Volks­verhetzung verurteilt. Im April 2022 hatte sie ihren rund 200.000 Followern auf der Platt­form X geschrie­ben:

Ein großer Teil der Sinti und Roma in Deutschland und anderen Ländern schließt sich selbst aus der zivili­sierten Gesell­schaft aus, indem sie den Sozial­staat und damit den Steuer­zahler be­trügen, der Schul­pflicht für ihre Kinder nicht nach­kommen, nur unter sich bleiben, klauen, Müll einfach auf die Straße werfen und als Miet­nomaden von Wohnung zu Woh­nung ziehen.

Das Amts­gericht Goslar hatte sie auf­grund dieser Ver­öffent­li­chung auf der Plattform X wegen Volks­verhetzung ver­urteilt. Das Landgericht Braunschweig hat dieses Urteil am 17.3.2025 auf­gehoben. Der Zentral­rat Deutscher Sinti und Roma ist fas­sungs­los über die Ent­scheidung des Vor­sitzen­den Richters, der dieses Urteil in der Beru­fung vom 17.3.2025 kassiert hat.

Die ekelhafte Hetze von Frau Schunke erinnert an den Beginn der Macht­er­greifung der Nazis, wo Sinti und Roma genauso wie Juden, trotz ihrer jahr­hunderte­langen deutschen Geschichte ihrer Staats­bürger­schaft beraubt und als „Zigeuner“ genauso wie Juden krimina­lisiert und aus­ge­grenzt wurden. Read the rest of this entry »

„Tä­ter-Op­fer-Um­kehr vom Fein­sten“

März 25th, 2025  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Stellungnahme der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA)Stellungnahme der deutschen Melde- und Informations­stelle Anti­zi­ga­nis­mus zu Markus Lanz:

Die Melde- und Informationsstelle Anti­ziga­nis­mus (MIA) (MIA) ver­ur­teilt die anti­ziganistische Rheto­rik des Mode­ra­tors Markus Lanz in der gleich­nami­gen Sen­dung vom 25. Febru­ar 2025, die live im ZDF aus­ge­strahlt wurde. Die Melde­stelle kri­ti­siert auch, dass sei­tens des TV-Sen­ders kei­ner­lei Kom­men­tar dazu ge­lie­fert wurde.

Was vorgefallen ist
In der ZDF-Polit-Talkshow „Markus Lanz“ vom 25. Februar wurde u. a. darüber ge­spro­chen, wie es der AfD bei der letzten Bundes­tags­wahl ge­lungen ist, so viel Zu­stim­mung zu er­halten, ins­beson­dere in Gelsenkirchen die meisten Zweit­stimmen zu be­kommen. Mode­rator Lanz fand schnell eine Antwort: Sinti und Roma seien dafür ver­ant­wort­lich. Er sprach darüber, wie viele Probleme diese Be­völke­rungs­gruppe vor Ort ver­ur­sachen würde. Sie seien kriminell, würden die Schule ab­brechen, viele von ihnen seien arbeitslos.

Wieso es höchstproblematisch ist
Lanz reproduziert jahrhundertealte antiziganistische Vor­urteile sowie Tä­ter-Op­fer-Um­kehr vom Fein­sten, indem er die in Gelsen­kirchen leben­den Sinti und Roma sowohl für die sozialen Probleme in der Stadt als auch für die hohen Zu­stim­mungs­werte der AfD ver­antwort­lich macht. Sogar die Senkung der Lebens­erwartung in Gelsenkirchen wird in diesem Zu­sammen­hang an­ge­sprochen.

Sündenbockfunktion
Sinti und Roma werden als Sündenböcke für soziale Un­zufrie­den­heit und gesell­schaft­liche Krisen heran­gezogen. Dieser Mecha­nismus ist nicht neu, doch die derzeit ver­breitete Diskurs­ver­schiebung, Migration für die meisten Probleme ver­ant­wortlich zu machen, ver­stärkt diese negative Ein­stellung. In diesem Zu­sammen­hang prä­sentiert Herr Lanz alar­mie­rende „Daten“ aus Gelsen­kirchen zu Sozial­betrugs­fällen, Arbeits­losen­quoten, Schul­abbrüchen und Absentismus bei Sinti und Roma. Diese von Anti­ziganis­mus ge­prägten Aussagen sollen laut ihm die schwierige wirt­schaftliche und gesell­schaf­tliche Lage vor Ort erklären. Zudem werden die Erfolge der AfD als eine selbst­ver­ständliche Folge des angeblichen Fehl­verhaltens der Minderheit dar­gestellt. Diese Argu­mentation ist grund­legend falsch, irre­führend und überheblich. Read the rest of this entry »

Der „Zigeunerbaron“ wird übermalt

März 23rd, 2025  |  Published in Musik, Rassismus & Menschenrechte

Übermalt fürs Strauss-Jahr 2025: "Zigeunerbaron" ohne "Zigeuner" (Foto: Victoria Nazarova)„Keine Geschichte, die man heute so erzählen will“

Das Lied vom Rand der Welt oder Der „Zi­geu­ner­ba­ron“ – ein neu­er Blick auf ein um­strit­te­nes Werk: Mit einem Libret­to von Ro­land Schim­mel­pfen­nig und einer Re­kom­po­si­tion von der Music­banda Franui (Markus Kraler/ Andre­as Schett) ent­steht eine Neu­fas­sung von Johann Strauss‘ Der Zigeuner­baron mit pro­minen­ter Be­setzung, unter an­de­rem mit Tobias Moretti.

Uraufführung am 25. März 2025 im Wiener Mu­se­ums­Quar­tier (Halle E), Infos und Tickets unter:
→www.johann­strauss2025.at

Strauss’ 1885 uraufgeführte Erfolgsoperette „Der Zigeunerbaron“ ist eines seiner musi­kalisch ambitio­nier­testen, zugleich aber sein heute inhaltlich kontro­ver­siells­tes Werk. Das so brisante Stück erfährt an­läss­lich des Jubiläums­jahres seines Kom­ponisten eine musika­lische wie literarische Über­schreibung, die die darin ent­haltenen Spannungs­ver­hältn­isse sichtbar macht und in einen heuti­gen Kontext stellt. Die Be­arbeitung ist also kein Bruch mit Strauss, sondern eine Weiter­führung seiner Ideen. In der Neu­fassung von Roland Schimmel­pfennig, einem der meist­ge­spielten deutsch­spra­chigen Gegen­warts­drama­tiker, wird die Geschichte rund um Besitz, Liebe, Krieg, gesell­schaft­liche Ver­hältnisse wie auch Selbst­er­mächti­gung gleich­zeitig märchen­haft und desparat umgedeutet. Das für seinen un­verwech­sel­baren Klang be­kannte Tiroler Kammer­ensemble Music­banda Franui wird den belieb­ten Melodien von Strauss eine neue Dimen­sion ver­leihen. [Johann Strauss 2025]

Roland Schimmelpfennig:

Die berühmte Originaloperette von Johann Strauss ist musika­lisch ebenso reizvoll wie inhalt­lich proble­matisch, an­ge­fangen beim Titel und einer ver­klärenden, histo­risierten Schein­folklore in Bezug auf gleich mehrere Volks­gruppen bis hin zur Kriegs­ver­herr­lichung. [Quelle: Rathauskorrespondenz]

Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, sie steht für sich, und mit ihr ihre Sprache, dem müssen wir uns stellen. Aber alte Ver­letzungen, alter Rassismus, alter Imperia­lismus, alte Aus­grenzun­gen, alte sprach­liche Gewalt bleiben trotz­dem Ver­letzungen, Rassismus, Gewalt, und ich sehe keinen Sinn darin, diese in einer Musik­theater­auf­füh­rung zu wieder­holen, auch nicht zum, sagen wir mal, Lerneffekt. Ignaz Schnitzers Libretto ist – auch bei größter, wohl­wollen­der An­stren­gung – in seiner alten Form keine Geschichte, die man heute so er­zählen will. Bei der Original­version des ,Zigeunervbaron‘ kann einem an ver­schie­denen Stellen unwohl werden, nicht nur wegen der klischee­haften Fake-Folklore. Read the rest of this entry »

Antiziganismus, der „salonfähige“ Rassismus

März 13th, 2025  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Unter dem Radar – Antiziganismus, der „salonfähige“ Rassismus (Teil 1 & 2)
Grenzfrei – der Podcast des Münchner Flüchtlingsrats
Doppelfolge vom 17./18.9.2024

„Antiziganismus? Nie gehört!“ Dennoch gibt es ihn – bis heute. Diese leider noch immer salon­fähige Form des Rassismus beruht auf einem Kon­strukt aus Klischees und Zu­schrei­bun­gen, das sich über Jahr­hunderte heraus­ge­bildet und ver­festigt hat. Es führt zu Dis­krimi­nie­rung und Aus­grenzung von Sinti* und Rom:nja sowie ent­spre­chend ge­lesener Personen. Die Minder­heit ist mit Ab­lehnung und Vor­urteilen kon­frontiert – oder mit einem erstaun­lichen Maß an Unwissen. Mit dieser Doppel­folge möchten wir einige Infor­ma­tions­lücken schließen und die eine oder andere Tür auf­stoßen.

Gesprächspartnerinnen:

Dr. Andra Draghiciu – Historikerin und Mitarbeiterin beim Landes­verband Sinti und Roma Rhein­land-Pfalz, stammt aus Ru­mänien
Larisa Leitz – Romni und Mitarbeiterin beim Landes­ver­band Sinti und Roma Rhein­land-Pfalz, stammt aus Rumänien
Esther Reinhardt-Bendel – Sintezza und Aktivistin, Mit­grün­de­rin von Sinti-Roma-Pride

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Deutschland: Sinti und Roma in der Schule

Februar 28th, 2025  |  Published in Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Sinti und Roma in der Schule – Diskriminierung überwinden
SWR Kultur/Das Wissen, 17.1.2025
Von Anja Schrum und Ernst-Ludwig von Aster

Rund 63 Prozent aller Sinti und Roma in Deutschland berichten laut einer Studie von Dis­kriminierungs­er­fahrun­gen im Bildungs­bereich – Vor­urteile und Unwissen führen zum so­ge­nannten Anti­ziganis­mus. Deshalb gehen viele Kinder und Jugend­liche weniger gern zur Schule oder brechen sogar ab. Da­gegen hilft nur: mehr Wissen. Das kann eine dezi­dierte Unter­richts­ein­heit sein, wie sie die „Hilde­gard Lagrenne Stif­tung“ für fünfte und sechste Klassen ent­wickelt hat. Oder das Ham­burger Modell: Seit 15 Jahren gibt es dort die „Bildungs­berater“, die selbst aus der Minder­heit stammen. Sie fun­gieren als Brücken­bauer zwi­schen Schule, Kindern und Eltern.

(Text und Sendung: SWR Kultur)

Ausstellung „Wir sind Hanau“ in Heidelberg

Februar 27th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellungstafel "Wir sind Hanau" (Foto: sbbz-luise.de) Zum fünf­ten Jahres­tag des Anschlags zeigt das Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg bis 13. März die Aus­stel­lung „Wir sind Hanau“. Der Eintritt ist frei.

Es dauerte zwölf Minuten, dann waren neun Leben aus­ge­löscht. Am 19. Februar 2020 hat der Atten­täter von Hanau die jungen Men­schen aus rassis­tischen Motiven ermor­det: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov. An­schlie­ßend tötete er seine Mutter und sich selbst.

Die Präsentation im Dokumentationszentrum in Heidelberg regt zu einer kritischen Aus­einander­setzung mit Themen wie Dis­krimi­nie­rung, Rechts­extremis­mus und struk­tu­rellem Rassismus an und erinnert an die Ermordeten rechts­extremer Attentate der ver­gange­nen 30 Jahre in Deutschland. Kon­zipiert von »Migrantifa« Stuttgart, wurde sie gemein­sam mit Migration Hub Heidelberg sowie dem Bündnis Erin­nern.Ver­än­dern speziell für Heidel­berg weiter­ent­wickelt. Darin wird offen­kundig, dass der rechts­extreme und rassis­tische Anschlag in Hanau alle Men­schen in Deutschland betrifft. Denn gerade danach ist das Ausmaß rechts­extre­men Terrors und der mangel­haften gesell­schaft­lichen Auf­ar­beitung beson­ders deutlich ge­worden. Während Politi­ker*in­nen und Behörden von Hanau als »Einzelfall« sprechen, ent­gegnen die migran­tischen jungen Men­schen Deutsch­lands, dass dies nicht die Realität wider­spiegelt.

Neben Texten und Gedichten zu den Anschlägen in Hanau werden in der Ausstel­lung auch Werke von BIPoC-Kunst­schaf­fen­den aus Heidelberg gezeigt. Zudem setzt sie sich unter anderem kritisch mit dem Begriff »Einzelfall«, dem an­wach­sen­den Rechts­extremismus sowie dem Thema Rassismus in Sicher­heits­behörden aus­einander. Read the rest of this entry »

Hanau – Eine Nacht und ihre Folgen

Februar 22nd, 2025  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Vor fünf Jahren, am 19. Februar 2020, er­mordete ein At­ten­tä­ter in Hanau in Deutschland neun Men­schen aus rassis­ti­schem Hass. Drei der Opfer, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov und Vili-Viorel Păun, waren Roma.

Der Mörder kam aus der Nachbarschaft: Er erschoss neun junge Men­schen aus rassis­ti­schen Motiven. Über­leben­de und An­ge­hörige be­rich­ten, wie sie die Tat­nacht und die Monate da­nach erlebt haben und wie sie sich gegen die Logik des Täters wehren, der sie zu Fremden in ihrer eige­nen Heimat machen wollte. Seit jener Februar­nacht kämpfen sie um das An­denken der Opfer und um die Auf­klärung des Ge­sche­he­nen. Und sie stellen viele drän­gende Fragen zur Tatnacht und zum Täter, die ihnen bis­lang nie­mand be­ant­worten wollte.

(Film und Text: HR/ARD Mediathek)

Facts & Figures (546)

Februar 19th, 2025  |  Published in Facts & Figures, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Wenn italienische Zeitungen von nomadi (für Roma) spre­chen, er­folgt dies über­wie­gend (83%) im ne­ga­ti­ven Kon­text. Nur 17% ent­fal­len auf neutra­le/po­­si­ti­ve The­men.

(Quelle)