Rassismus & Menschenrechte

Radio: Herbert Heuß im Gespräch

April 19th, 2018  |  Published in Interview, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radiointerview: Herbert Heuß, wissenschaftlicher Leiter des Zentralrats in Deutschland (Foto: minderheitensekretariat.de)Sendung von Radio LORA München
Gestaltung: Andrasch Neunert, 15:36 min, 11 MB

➜Anhören (mp3)

Am 8. April wurde der Internationale Roma-Tag be­gan­gen. Nun zähl­ten die Sinti und Roma mit den Schwu­len zu den letz­ten ehe­maligen Häft­lingen, die nach dem Krieg ent­schä­digt wur­den, ihre Qual blieb lange Zeit ein Tabu. Radio LORA München frag­te Herbert Heuß, den wis­sen­schaft­li­chen Lei­ter beim Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma, nach dem, was Sinti und Roma an die­sem Tag durch den Kopf geht … sicher nicht nur, aber doch auch die Opfer ihrer Vor­fah­ren in den Nazi-KZs. Her­bert Heuß über die Not­wen­dig­keit, ebenso wie Homo­phobie und Anti­semitis­mus auch den Anti­ziganismus kon­se­quent zu be­kämpfen.

(Sendung und Text: Radio LORA/Freie-Radios.net)

VAB: Sensibilisierung gegen Vorurteile

April 14th, 2018  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Verwaltungsakademie des Bundes in Schloss Laudon (Foto: CC Haeferl/Wikipedia)Sensibilisierung gegen antiziganistische Vorurteile

Eintägige Veranstaltung der Ver­wal­tungs­aka­de­mie des Bun­des (VAB) am 7. Mai 2018 in Schloss Laudon (Se­mi­nar­nr: BS 207)

Inhalt und Ziele: Oft werden Vorurteile und Klischees von der Mehr­heits­gesell­schaft kritik­los über­nom­men und an Minder­heiten aus­ge­lebt. Am Bei­spiel des Anti­ziganis­mus er­fah­ren Sie, wie Stereotype wir­ken und in wel­cher Weise sie de­konstru­iert wer­den kön­nen. Sie kön­nen nach­voll­ziehen, dass die Diskrimi­nie­rung einer Volksgruppe deren Lebens­qua­li­tät er­heb­lich be­ein­träch­tigt und dass ein Um­den­ken der Zivil­gesell­schaft auch von den öf­fent­lich Bediens­te­ten mit­zu­gestal­ten ist.

  • Relevante Begrifflichkeiten (z. B. Eigen- und Fremdbezeichnungen)
  • Geschichte und Verfolgung der Roma und Sinti
  • Fragen zur gegenwärtigen Diskriminierungssituation von Sinti und Roma un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Anti­ziga­nismus­be­rich­tes – Stand der For­schung
  • Individuelle und kollektive Selbstbehauptungspraktiken
  • Österreichische Beispiele für Best Practice: Präsen­ta­tion von Pro­jek­ten aus dem öf­fent­li­chen Sek­tor, die zu einer bes­se­ren In­klu­sion von Roma und Sinti bei­tragen.

Lernmethode: Erfahrungsorientiertes und interaktives Lernen, Übungen, Theorie-In­put, Diskussion, Be­ar­bei­tung konkre­ter Bei­spie­le aus der Praxis

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Phuro na butschol nisaj hango te ol!

April 11th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Radijo Erba, Rassismus & Menschenrechte

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Jennifer Papai (Redaktion). Schnitt: Marcel Horvath

Alt sein heißt nicht stumm sein! Omas gegen Rechts

Babi gejng „Rechts“: O babi i lek hipsti grupn ando pro­testa­kero mici­nipe hi. Fesch­time gutsch­menca o babi gejng „Rechts“ upro posch­tito dschan, pe le manu­schen­gere tscha­tschi­penge ande te bescha­rel. Angle trin kurke i seletoskeri forma „Omas gegen Rechts Süd­bur­gen­land“ kerdi uli. Suboton, ando 17to feberi 2018 Erbate ando foros­kero park i erschti de­monstra­cija gejng o telis­pi­dipe naschi­geja­schen­dar sina.

Die Omas sind wohl die hippste Gruppe in der Protest­bewe­gung. Mit knal­li­gen Strick­mützen gehen die „Omas gegen Rechts“ auf die Straße, um sich für die Men­schen­rechte ein­zu­setzen. Vor ein­igen Wo­chen wurde die Platt­form „Omas gegen Rechts Süd­burgenland“ ge­gründet. Read the rest of this entry »

Neues Webportal zum Roma-Holocaust

April 4th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Deutschland: Neues Webportal zum Völkermord an den Sinti und RomaNeues Onlineportal informiert über den Holocaust an den Sinti und Roma

Das Dokumentations- und Kul­tur­zentrum Deu­tscher Sinti und Roma hat am Diens­tag das Web­portal „‘Ras­sen­diagno­se: Zigeuner‘. Der Völ­ker­mord an den Sinti und Roma und der lan­ge Kampf um An­erken­nung“ ge­launcht (Pro­jekt­lei­tung: Frank Reuter, Mit­ar­beit: Verena Meier). Unter www.sintiundroma.org wird an­hand zahl­rei­cher Videos, Inter­views, Fotos und Do­ku­mente der Holocaust an der Min­der­heit the­ma­ti­siert. Außer­dem doku­men­tiert die In­ter­net­seite die Geschichte der Über­leben­den im Nach­kriegs­deutschland, die Er­fol­ge der Bür­ger­rechts­bewe­gung so­wie die Men­schen­rechts­situa­tion in Europa nach 1989.

Ab März 1943 wurden annähernd 23.000 Sinti und Roma auf­grund des De­por­ta­tions­be­fehls Heinrich Himmlers nach Auschwitz-Bir­kenau de­por­tiert, der größ­te Teil stamm­te aus dem Reichs­ge­biet. Zahl­reiche Gedenk­ver­anstal­tun­gen er­in­nern die­ser Tage deutsch­land­weit an dieses un­vor­stell­bare Ver­bre­chen. Der natio­nal­sozialis­ti­sche Völkermord an den Sinti und Roma ist in der jahr­hun­der­te­lan­gen ge­mein­sa­men Ge­schich­te von Min­der­heit und Mehr­heit ohne Bei­spiel. Den­noch war er nicht voraus­set­zungs­los: Eine von Vor­urteilen und Feind­se­lig­keit ge­präg­te Hal­tung gegen­über Sinti und Roma ist tief in der euro­päi­schen Ge­schich­te ver­an­kert. Das Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma möch­te mit seinem neuen Webportal www.sintiundroma.org ei­ner­seits diese Vor­ur­tei­le und Feind­selig­kei­ten wi­der­le­gen, an­derer­seits den Völker­mord an den Sinti und Roma do­ku­men­ti­eren: von der Aus­gren­zung und Ent­rech­tung der Min­der­heit im Deutschen Reich bis zu ihrer sys­te­ma­ti­schen Vernichtung im be­set­zten Europa.

Der menschenverachtenden Perspektive der Täter wer­den Zeug­nis­se der Opfer gegen­über­ge­stellt. His­to­ri­sche Fa­mi­lien­fotos von Sinti und Roma geben Ein­blicke in die Lebens­wirk­lich­keit der Men­schen und las­sen sie als Indi­vi­duen her­vor­tre­ten. Read the rest of this entry »

Strafantrag nach Räumung in Düsseldorf

April 2nd, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Räumung in Düsseldorf: vier der ehemaligen Bewohner, alle Fiftyfifty-Verkäufer, am Platz, wo ihre Unterkünfte standen (Foto: Helene Pawlitzki/RP)Bei der Räumung von Be­helfs­unter­künf­ten in Düs­sel­dorf-Oberbilk (wir berich­te­ten) durch die Deut­sche Bahn AG wur­de auch das Eigen­tum der Be­woh­ner ver­nich­tet. Julia von Lindern, Sozial­pä­da­go­gin bei „fifty­fif­ty“, berich­tet im Ge­spräch mit der jW (31.3.2018) von der Lage der ver­trie­be­­nen Roma, die von den städti­schen Not­unter­künf­ten aus­ge­sperrt wer­den, und recht­li­chen Kon­se­quen­zen.

Als Argument mussten Beschwerden von Anwohnern her­hal­ten – das Camp be­fand sich je­doch an den Bahn­glei­sen im In­dustrie­gebiet, war von außen nicht ein­seh­bar, und man muss­te schon wis­sen, wo es ist, da­mit man es fin­det. (…) Alles ist in Containern vermüllt worden. Ein Bewohner kam am Mor­gen der Räu­mung ins Camp, weil er sein Fahr­rad holen wollte. Er be­merkte die Räu­mung und woll­te zu­min­dest einen Teil seiner Sachen retten. Das wurde ihm je­doch ver­bo­ten. Am schlimmsten fan­den es die Be­wohner, dass die neu ein­gekauf­ten Lebens­mittel im Wert von 50 Euro sowie die Gas­kocher ver­schrot­tet wurden. Ihnen wurde damit die Über­lebens­grund­lage ge­nom­men. Au­ßer­dem hat­ten sie aus dem Erlös des Fifty­fifty-Ver­kaufs Oster­geschenke für ihre Kinder in Rumänien er­stan­den, die sie ver­schicken wollten. Die Kinder war­ten jetzt ver­geb­lich auf ihr Oster­päckchen.

Die Bewohner werden einen Strafantrag gegen die DB wegen Sach­beschädigung stellen. Nur weil jemand arm ist, ist er nicht recht­los. Unser An­walt Jasper Prigge wird uns dabei juris­tisch zur Seite ste­hen. Weiterhin überlegen wir, gemeinsam mit den Bewohnern den Zu­gang zu den Not­schlaf­stel­len zu erstreiten. Denn ab April ist die »Winter­regelung« aus­gesetzt, das heißt, alle EU-Woh­nungs­losen gelten als Touristen und kön­nen die Not­schlaf­stellen nicht nutzen. Diese Ab­weisung ist jedoch rechts­widrig, jeder Wohnungs­lose, un­ab­hän­gig von seinem Pass, hat ein Recht auf Zu­wei­sung in eine Not­unter­kunft. Die der­zeitige Praxis der Stadt Düsseldorf, aber auch die fast aller an­de­ren Städte deutschland­weit, ist rechts­widrig – und zu­min­dest in Düsseldorf gibt die Ver­waltung das auch zu. Read the rest of this entry »

Deutschland: DB schleift Roma-Camp

März 31st, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Dem Erdboden gleich gemacht: An diesem Platz auf dem Gelände der Deutschen Bahn AG standen bis Dienstag die Behelfsunterkünfte der Roma (Foto: fiftyfifty)Das Düsseldorfer Wohncamp an den Bahngleisen wurde ohne Vor­an­kün­di­gung ge­räumt, auch Kleidung und Lebensmittel der Be­woh­ner wurden zer­stört.

Aussendung des Düsseldorfer Straßen­ma­ga­zins „fifty­fifty“, das die acht Be­woh­ner/in­nen be­treut:

Das Camp befand sich auf einem Grundstück, welches sich im Besitz der Deutschen Bahn AG be­fin­det. Es wur­den sämt­li­che Hütten dem Erd­boden gleich ge­macht und alle Hab­selig­kei­ten der Bewoh­ner/in­nen mit einem Rad­lader auf einen Kipp­laster ge­laden. Auf die Bitte eines Camp-Be­woh­ners we­nigs­tens Kleidung und Lebens­mittel ret­ten zu dür­fen, wurde laut seiner Aus­sage nicht re­agiert und ihm der Zu­gang zum Ge­lände ver­wehrt. Die DB Immobilien si­cherte noch im Herbst letz­ten Jahres zu, dass sie das Straßen­maga­zin „fiftyfifty“ in­for­mie­ren wür­den, so­bald die Räumung be­vor­stehen wür­de. Doch nun kam die Räu­mung un­erwar­tet und trifft die Be­woh­ner/innen, die nun im Dauer­regen vor dem Nichts stehen, be­son­ders hart. Selbst die Lebensmittel feh­len, da diese wie be­schrie­ben eben­so ent­sorgt wur­den. Wei­ter­hin wurden auch sämt­li­che Geschenke, die die Be­woh­ner/in­nen für ihre Kinder für das Oster­fest ge­kauft hatten mit den ande­ren Sa­chen als Müll ent­sorgt. Proble­ma­tisch an dieser Situa­tion ist unter an­de­rem, dass die Roma als EU-Bür­ger/in­nen noch nicht ein­mal Obdach in einer der städti­schen Not­unter­künfte fin­den, da ihnen der Zugang im Som­mer (seit dem 26. März) zu diesen auf kom­mu­na­ler Ebene ver­wehrt wird. Somit blieb den Be­woh­ner/in­nen nichts ande­res übrig, als die erste Nacht nach der Räu­mung am Düssel­dor­fer Haupt­bahn­hof zu ver­brin­gen. Read the rest of this entry »

Antiziganismus am Westlichen Balkan

März 28th, 2018  |  Published in Dokumente & Berichte, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Wall of Anti-GypsyismThe Wall of Anti-Gypsyism – Roma in Western Balkans

Antiziganismus am Westlichen Balkan – Pub­li­ka­tion der Menschen­rechts­orga­ni­sa­tion „Civil Rights De­fen­ders“

Die Menschenrechtsorganisation „Civil Rights De­fen­ders“ hat kürz­lich meh­re­re Berichte zur Si­tua­tion der Roma in den Staaten des West­li­chen Bal­kan (Al­ba­ni­en, Bosnien und Herze­go­wina, Ko­so­vo, Maze­donien, Mon­te­negro und Ser­bien) vor­ge­legt: einen Über­blicks­bericht so­wie Länder­berichte zu den ein­zel­nen Ländern.

Civil Rights Defenders stellte fest, dass es zwar zu Ver­bes­se­run­gen in eini­gen Be­rei­chen ge­kom­men ist, ein systemi­scher Wandel ist aber bis jetzt weder er­reicht worden, noch ist ein sol­cher Wandel in Sicht. Dis­kri­mi­nie­rung und andere Aus­drucks­for­men von Anti­ziganis­mus be­stim­men weiter­hin das Leben der Roma. Für einen beträcht­li­chen Teil der Roma blieb Migration der ein­zige Aus­weg, der Dis­kri­minie­rung zu ent­kom­men und die ein­zige Aus­sicht auf ein bes­se­res Leben. Nach Schätzun­gen haben zwi­schen 2008 und 2016 über 200.000 Roma aus den Län­dern des West­li­chen Balkans Asyl in einem der Mit­glieds­staaten der Euro­päi­schen Union be­an­tragt. Dies ent­spricht 20 Pro­zent der ge­sam­ten Roma-Be­völ­ke­rung im West­li­chen Balkan.

Eine Verbesserung der Situation der Roma könnte nur dann er­reicht wer­den, wenn der Anti­ziganis­mus als tat­säch­li­cher Grund für die Lage der Roma an­erkannt und ent­spre­chend be­kämpft wür­de. Dazu kön­nen sich aber weder die Regie­run­gen im West­li­chen Balkan noch die Mit­glieds­staaten der Euro­päi­schen Union – mit der Aus­nah­me des Europa­parla­ments, das im No­vem­ber auch Stel­lung zum Anti­ziganis­mus im West­li­chen Balkan ge­nom­men hat – ent­schlie­ßen. Die An­er­ken­nung und Be­kämpfung des Anti­ziga­nis­mus stellt aber die Grund­voraus­setzung dar, um die Lage der Roma im West­li­chen Balkan zu ver­bessern.

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Racial Profiling & erweiterte DNA-Analysen

März 27th, 2018  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Veranstaltungen & Ausstellungen

Minderheiten unter Verdacht: Radial Profiling und erweiterte DNA-Analysen (Foto CC, Pixabay via Wikimedia)Racial Profiling und erweiterte DNA-Analysen in kriminalpolizei­li­chen Ermitt­lun­gen: Gemein­same Fach­ver­anstal­tung von Zentral­rat und Amadeu Antonio Stiftung

27.03.2018, 11:00 bis 16:30 Uhr
DokuZ Sinti und Roma Berlin
Prinzenstraße 84.2 – 10969 Berlin

Seit November 2016 haben Ermittler, Politiker und Journalisten die For­de­rung er­ho­ben, die An­wen­dung erwei­ter­ter forensi­scher DNA-Analy­sen in Deutschland ge­setz­lich zu­zu­lassen. Es geht dabei ins­beson­dere um die Bestim­mung der Haut-, Haar- und Augen­farbe (was unter dem Be­griff DNA-phe­no­typing zu­sam­men­gefasst wird) sowie der so­genann­ten „bio­geo­gra­fi­schen Her­kunft“.

Aus Sicht von Wissenschaftler und Minderheiten-Ver­tre­tern sind er­wei­ter­te DNA-Analy­sen in der Forensik äu­ßerst proble­ma­tisch, da sich ein sol­ches Ver­fah­ren vor allen Din­gen gegen Min­der­heiten rich­tet. Schon 2016 for­mierte sich ein brei­tes aka­de­mi­sches Bünd­nis und übte Kritik an der bevor­ste­hen­den Gesetz­gebung, da zahl­reiche Fragen zu den wis­sen­schaft­li­chen Grund­lagen, der Praxis­anwen­dung oder den weit­rei­chen­den gesell­schaft­li­chen Folgen nach wie vor un­geklärt wa­ren und sind. Den­noch wur­den diese Tech­no­lo­gien in vielen Medien, in der Politik und von Sei­ten der Er­mitt­lungs­behör­den ein­sei­tig als positiv dar­ge­stellt.

Bislang kam es in Deutschland offiziell nur in einem Fall zu einer er­wei­ter­ten bio­geo­graphi­schen Her­kunfts­analyse mit­tels DNA, und zwar im Fall der von dem so­genann­ten „Natio­nal­sozia­lis­ti­schen Unter­grund“ (NSU) er­mor­de­ten Polizis­tin Michelle Kiesewetter. Die­se erste An­wen­dung einer bio­geogra­phi­schen Her­kunfts­analy­se rich­tete sich aus­schließ­lich ge­gen An­ge­hö­rige der Min­der­heit der Sinti und Roma. Der Fall wur­de als das „Heilbronn-Phan­tom“ (mehr hier/pdf) be­kannt und ein über Amts­hilfe in Österreich er­stell­tes Gut­achten führ­te dazu, dass Sinti und Roma mas­siv in den Fokus der Polizei ge­rie­ten. Die Er­mittlungs­akten dokumentieren eindeutig den antiziganistischen Charakter der polizeilichen Ermitt­lungen, der sich dann in der Medien­be­richt­er­stat­tung wider­spie­gelte.

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Erinnern und Mahnen – Gedenken in Oberwart

März 25th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo Erba, Rassismus & Menschenrechte

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Christina Horvath (Redaktion), Kamera: Julius Horvath, Ton: Marcel Horvath, Schnitt: Marcel Horvath, Inter­views: Eva Horvath und Adolf Gussak

Gondolipe taj mangipe – gondolipe andi Erba

Am 4. Februar 1995 kamen vier Roma in Oberwart bei einem Bomben­anschlag ums Leben. Seit­dem gibt es jähr­lich eine Gedenk­feier für die Opfer die­ser grau­sa­men und rassis­tisch moti­vier­ten Tat. Wir be­frag­ten Besucher der Gedenk­feier zur aktuel­len poli­ti­schen Situa­tion über Roma in Europa. Ver­anstal­tet wurde die Gedenk­feier von der Ro­ma-Pastoral Bur­gen­land.

Ando 4to feberi 1995 schtar Roma, Erbate use jek bom­ba­kero aten­tato pu­maro ileto na­schade. Sajt oja cajt, sako bersch jek gon­doli­pes­kero mula­tintscha­go le opfe­renge odole bi­bas­tale taj rasis­tischi atenta­tostar del. Read the rest of this entry »

„Eine Art rassistischer Grundkonsens“

März 21st, 2018  |  Published in Dokumente & Berichte, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte

ZARA Rassismus-Report-2017ZARA präsentiert „Rassismus-Report 2017“: Weitere Zunahme rassistischer Vorfälle – Online-Hass und -Hetze auf neuem Höchststand

ZARA (Hg.): Rassismus Report 2017
Einzelfall-Bericht über rassistische Übergriffe und Strukturen in Österreich
Wien, März 2018
Download (pdf)

Mit 1.162 rassistischen Vorfällen, die „ZARA – Zivil­courage und Anti-Rassis­mus-Ar­beit“ 2017 doku­men­tiert und be­arbei­tet hat, hat die öster­reich­weit täti­ge Or­ga­ni­sa­tion einen neuen Höchst­stand ver­zeich­nen müs­sen. Zurück­zu­führen ist diese Ent­wick­lung im We­sent­li­chen auf die weiter­hin stei­gen­de Zahl an Hasspostings, die der Or­ga­ni­sa­tion ge­zielt seit der Ein­rich­tung der Bera­tungs­stelle #GegenHassimNetz im Herbst 2017 ge­mel­det wer­den. 2017 mach­ten die rassisti­schen Ar­ti­kel, Postings und Kom­men­tare, die über Online-Por­ta­le oder sozia­le Netz­werke ver­brei­tet wur­den, 44 Prozent aller von ZARA do­ku­men­tier­ten Fälle aus.

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