Facts & Figures (585)
Mai 28th, 2026 | Published in Facts & Figures, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
(Quelle)
Mai 28th, 2026 | Published in Facts & Figures, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
(Quelle)
Mai 24th, 2026 | Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Romani, Wissenschaft
Jugendstudie 2025: Die Hälfte der Jugendlichen findet, die Volksgruppensprachen sollten im öffentlichen Raum präsenter sein, ebensoviele zeigen sich ablehnend. Befragt wurden Jugendliche in Wien, Burgenland und Kärnten, also in den drei wichtigsten Bundesländern mit eigenen anerkannten Volksgruppen.
„Da die Sichtbarkeit [der Volksgruppensprachen] im öffentlichen Raum entscheidend für ihren langfristigen Erhalt ist, wurde erhoben, inwieweit Jugendliche die öffentliche Präsenz der Minderheitensprachen als bedeutsam wahrnehmen. […] Lediglich 14 % der Befragten stimmen der Aussage uneingeschränkt zu, dass autochthone Minderheitensprachen in der Öffentlichkeit stärker sichtbar sein sollten; weitere 36 % bejahen sie eher. 35 % lehnen die Aussage eher ab und 15 % verneinen sie vollständig. Insgesamt zeigt sich damit: Rund die Hälfte der Jugendlichen befürwortet eine stärkere Sichtbarkeit, während die andere Hälfte ablehnend reagiert.“
[aus: „Lebenswelten 2025“, S. 258f.]
Die Jugendstudie „Lebenswelten 2025“, ein Gemeinschaftsprojekt aller Pädagogischen Hochschulen Österreichs, ist eine umfassende empirische Untersuchung zu Einstellungen und Werten junger Menschen in Österreich. Die repräsentative Erhebung fand im März und April 2025 in Form einer standardisierten Onlinebefragung an Schulen statt. Insgesamt wurden österreichweit über 15.000 Jugendliche der 8. bis 12. Schulstufe befragt. Im Burgenland, in Kärnten und in Wien wurden den Jugendlichen zusätzliche Fragen zu Mehrsprachigkeit und Volksgruppen gestellt. Die Studie ist in Buchpublikation ist im Beltz Verlag erschienen. Online finden Sie die Studie hier.
Siehe auch:
Jugendstudie: Unwissen über Volksgruppen, 16.5.2026
Jugendstudie: Volksgruppen ein Teil Österreichs?, 19.5.2026
Jugendstudie: Kontakt zu Volksgruppen, 2.6.2026
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Mai 20th, 2026 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Nur einen Tag, nachdem in München ein vermummter Trupp mit Eisenstangen und Messern in eine Arbeiterunterkunft eindrang und drei Männer aus Bulgarien teils schwer verletzte (wobei antiziganistische Äußerungen fielen), gab es in Deutschland den nächsten Vorfall. Wieder handelt es sich um einen antiziganistischen Angriff, wieder war es ein maskierter Mob, und wieder ereignete sich der Vorfall in Bayern, diesmal in Schierling im Landkreis Regensburg. Es wurden rechtsextreme Parolen gerufen, in der Absicht, die auf einem Feld campierende Gruppe von Fahrenden einzuschüchtern und zu vertreiben. Zu tätlichen Angriffen kam es jedoch nicht.
Gestern informierte das Polizeipräsidium Oberpfalz über den Vorfall. In ihrer Aussendung findet die Polizei durchaus klare Worte, bedient sich dabei aber selbst einer problematischen, historisch belasteten Sprache. Der Begriff „Landfahrer“ wurde eigentlich „aufgrund seiner diskriminierenden Geschichte in den 1980er Jahren formal aus der internen Polizeikommunikation gestrichen“ [M. End (2019), Antiziganismus und Polizei, S. 53]. Wir geben die Polizeimitteilung vom 19. Mai 2026 im Folgenden ungekürzt wieder:
Landfahrer durch Gruppe von Jugendlichen mit rechten Parolen angefeindet
SCHIERLING, LKR. REGENSBURG. Am Sonntag wurden Landfahrer verschiedener Nationalitäten von mehreren Jugendlichen mit rechten Parolen angefeindet. Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg ermittelt wegen Volksverhetzung. Noch in der Nacht konnten durch Beamte der Polizeiinspektion Neutraubling mehrere Tatverdächtige identifiziert werden.
Am Samstag, 16.05.2026, kurz vor Mitternacht, befanden sich mehrere sogenannte Landfahrer auf einem Feld in der Obermühlstraße in Schierling. Eine Gruppe von Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren sprach die Landfahrer an und wollte diese vertreiben. Dabei sollen auch Sturmmasken getragen worden sein. Im Anschluss wurde die rechte Parole „Deutschland den Deutschen“ gerufen. Dann entfernten sich die Jugendlichen von der Örtlichkeit. Zu einer tätlichen Auseinandersetzung kam es nicht.
Die Landfahrer informierten daraufhin die Polizei, welche sofort unter Federführung der Polizeiinspektion Neutraubling umfangreiche Fahndungsmaßnahmen startete. Read the rest of this entry »
Mai 19th, 2026 | Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Autochthone Minderheiten als Teil der Gesellschaft? Ein Viertel der Jugendlichen findet nicht, dass die österreichischen Volksgruppen „zu Österreich gehören“. Befragt wurden Jugendliche in Wien, Burgenland und Kärnten, also in den drei wichtigsten Bundesländern mit eigenen anerkannten Volksgruppen.
„Der Aussage ‚Ich finde, die Volksgruppen gehören zu Österreich‘ stimmt lediglich ein knappes Drittel der befragten Jugendlichen völlig zu und weitere 43 % stimmen ihr eher zu. Etwa ein Fünftel der jungen Menschen stimmt eher nicht zu, während 7 % der Aussage gar nicht zustimmen. Daraus lässt sich schließen, dass etwa ein Viertel der Befragten offenbar nicht über die selbstverständliche Zugehörigkeit autochthoner Minderheiten in Österreich informiert ist.“
[aus: „Lebenswelten 2025“, S. 257f.]
Die Jugendstudie „Lebenswelten 2025“, ein Gemeinschaftsprojekt aller Pädagogischen Hochschulen Österreichs, ist eine umfassende empirische Untersuchung zu Einstellungen und Werten junger Menschen in Österreich. Die repräsentative Erhebung fand im März und April 2025 in Form einer standardisierten Onlinebefragung an Schulen statt. Insgesamt wurden österreichweit über 15.000 Jugendliche der 8. bis 12. Schulstufe befragt. Im Burgenland, in Kärnten und in Wien wurden den Jugendlichen zusätzliche Fragen zu Mehrsprachigkeit und Volksgruppen gestellt. Die Studie ist in Buchpublikation ist im Beltz Verlag erschienen. Online finden Sie die Studie hier.
Siehe auch:
Jugendstudie: Unwissen über Volksgruppen, 16.5.2026
Jugendstudie: Mehr Sichtbarkeit für Sprachen?, 24.5.2026
Jugendstudie: Kontakt zu Volksgruppen, 2.6.2026
Mai 17th, 2026 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Maskierte stürmten eine Arbeiterunterkunft in München und attackierten die Bewohner mit Messern und Eisenstangen. Vier Personen aus Bulgarien wurden verletzt, eine schwer. Die Polizei rätselt über das Tatmotiv – und verschweigt die antiziganistische Parole, die einer der Angreifer rief. Die Täter sprachen teilweise „österreichischen Dialekt“.
In München-Moosach drangen am Freitagabend 10 bis 15 Vermummte in eine Unterkunft von bulgarischen Arbeitern ein und griffen die Bewohner mit Messern und Eisenstangen an. Vier Arbeiter im Alter von 29 bis 36 Jahren wurden bei dem Angriff verletzt, der 36-Jährige schwer. Er erlitt eine Bein- und eine Handverletzung, laut Polizeimitteilung wurde er durch einen „scharfkantigen Gegenstand“ verletzt und musste mit dem Rettungswagen ins Spital gebracht werden. Er wird stationär behandelt. Alle vier sind bulgarische Staatsbürger ohne festen Wohnsitz in Deutschland.
Polizeimitteilung vom 17. Mai
Die am Sonntag ausgegebene Medienmitteilung der Polizei München beschreibt den Vorfall wie folgt:
Am Freitag, 15.05.2026, gegen 22:00 Uhr, gingen beim Polizeinotruf 110 mehrere Anrufe ein. Dabei wurde mitgeteilt, dass es in der Bunzlauer Straße im Bereich des U- und S-Bahnhofes Moosach zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit einer Vielzahl beteiligter Personen gekommen war. Nach derzeitigem Ermittlungsstand drangen mehrere Personen mit Tüchern und Sturmhauben maskiert in eine am Bahnhof befindliche Arbeiterunterkunft ein und griffen die dort anwesenden Personen an. Dabei seien auch Messer und Eisenstangen verwendet worden. Die Angreifer konnten unerkannt flüchten. Ein größerer Polizeieinsatz mit über 30 Streifen war die Folge.
Einige der attackierten Personen versuchten zu flüchteten, „indem sie aus dem Fenster sprangen, sogar aus dem ersten Stock“, schreibt die Münchner Abendzeitung. Als die ersten Polizeistreifen – laut Polizei binnen weniger Minuten – vor Ort eintrafen, waren die Täter bereits verschwunden. Die Polizei vermutet, dass die Angreifer nach dem Überfall mit einem Auto das Weite suchten.
Romafeindliche Parole
Die Kriminalpolizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruch. Nach bisherigem Erkenntnisstand kannten sich Täter und Opfer nicht, meldet BR.de. Man ermittle in alle Richtungen, auszuschließen sei nur eine Beziehungstat, so die Polizei in München. „Ob es sich um eine fremdenfeindliche Tat gehandelt hat, konnte die Polizei am Sonntag nicht sagen, die Motivlage sei unklar“, berichtet die Süddeutsche Zeitung.
Allerdings: Die Polizei verschwieg einen deutlichen Hinweis auf ein rassistisches bzw. antiziganistisches Tatmotiv, von dem man erst in der Abendzeitung erfährt. Diese berichtet von einem wahrscheinlichen „fremdenfeindlichen Hintergrund“: „Nicht nur, dass in dem Wohnheim ausschließlich Bulgaren wohnen – zudem habe einer der Täter den Satz ,Schnapp Dir den Zig****r!‘ gerufen.“ Read the rest of this entry »
Mai 16th, 2026 | Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
(Quelle)
Mai 12th, 2026 | Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Vorfall im Burgenland erschüttert die autochthonen Volksgruppen: Vorsitzendenkonferenz der Volksgruppenbeiräte fordert Antidiskriminierungsgesetz für die Volksgruppe der Roma sowie eine Dialogplattform im Innenministerium
Die Vorgehensweise der Polizei im Burgenland, die in 27 Gemeinden zu einem öffentlichen Aufruf gegen Angehörige der Volksgruppe der Roma führte (wir berichteten hier und hier), hat nicht nur große Irritationen ausgelöst, sondern auch bestehende Vorurteile gegenüber Roma und Sinti weiter geschürt und vertieft.
Der Vorsitzende der Vorsitzendenkonferenz der autochthonen Volksgruppen Österreichs, Bürgermeister Bernard Sadovnik, zeigt sich nach den Vorfällen des vergangenen Jahres am Peršmanhof zutiefst bestürzt und protestiert entschieden gegen diesen neuerlichen Vorfall gegenüber Angehörigen anerkannter Volksgruppen.
„Ich appelliere an Bundesminister Gerhard Karner, die bereits in Ausarbeitung befindlichen Schulungsmaßnahmen so rasch wie möglich umzusetzen und verbindliche Kriterien für den Umgang mit Angehörigen der Volksgruppen zu erarbeiten, die allen Dienststellen des Innenministeriums vorliegen müssen. Die Einrichtung einer Dialogplattform mit Vertreterinnen und Vertretern aller autochthonen Volksgruppen im Bundesministerium für Inneres ist notwendig, um den offensichtlich dringend erforderlichen Dialog zwischen Polizei und Volksgruppen nachhaltig zu ermöglichen“, fordert Sadovnik. Read the rest of this entry »
Mai 11th, 2026 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Seit einer Woche sorgt ein Schreiben der Bezirkspolizei Neusiedl am See für Aufregung, nicht nur in der Volksgruppe im Burgenland. Die Polizei hatte die Bevölkerung, anlässlich der Ankunft einer französischen Sinti-Gruppe, die in Parndorf campiert, pauschal vor kriminellen Machenschaften des „fahrenden Volkes“ gewarnt – fast so, als wären wir noch in den 1930er Jahren. Medien wie „Krone“ oder „AUF1“ haben die Diffamierung einer ganzen Volksgruppe bereitwillig verbreitet. Nun stellt sich heraus: Eine wortgleiche Aussendung gab es bereits im Vorjahr – und damals wie heute sind keinerlei kriminelle Vorkommnisse bekannt. Ein erster Überblick über einen Skandal.
„Seit kurzem hält sich wieder eine Gruppe mit Angehörigen des ,Fahrenden Volkes‘ im Bezirk Neusiedl am See auf“, heißt es im polizeilichen Informationsschreiben, das am 4. Mai 2026 über die Plattform „Gemeinsam.Sicher“ verbreitet wurde. Den Wortlaut der Aussendung geben wir im Folgenden ungekürzt (aber mit korrigierter Rechtschreibung) wieder:
Die Polizei möchte Sie [s]ensibilisieren. Schließen Sie keine „Haustürgeschäfte“ ab! D.h. kaufen Sie z. B. keine minderwertigen Waren zu überhöhten Preisen. Nehmen Sie keine Arbeiten an [I]hrem Haus wie z. B. Fassaden- oder Dachrinnenreinigungen, Asphaltierungen oder [Ä]hnliches in Anspruch! Halten Sie [I]hre Haus- oder Wohnungstür immer verschlossen! Lassen Sie keine fremden Personen in [I]hr Haus oder [I]hre Wohnung! Auch nicht, wenn [S]ie nur um ein Glas Wasser gebeten werden! Solange [I]hre Haustüre geöffnet ist, gehen Sie nicht weg[,] um etwas zu holen! Notieren Sie sich, wenn möglich[,] eventuelle Fahrzeugkennzeichen und Personenbeschreibungen! Bei derartigen Wahrnehmungen scheuen Sie sich nicht[,] Kontakt mit [I]hrer zuständigen Polizeiinspektion aufzunehmen! Bitte teilen Sie diese Information auch mit Ihren Nachbarn, Ihrer Familie, Freunden und Bekannten, damit kein Schaden entsteht!“
Die „Kronen-Zeitung“, deren Kampagnen gegen fahrende Gruppen bereits den Presserat beschäftigten (siehe hier und hier), griff die Aussendung am 4. Mai 2026 in einem reißerisch aufgemachten Artikel (Überschrift: „Bitte um Vorsicht: Polizei warnt vor dem ,fahrenden Volk‘“) auf – brachte aber immerhin später auch einen Gegenartikel, als sich aufgebrachte Volksgruppen-Vertreter bei der Redakteurin meldeten.
Polizeiwarnung und Medienberichte wurden (und werden) auch in den Sozialen Medien rasant verbreitet. Die Aussendung der Polizei wurde jedoch, ebenso wie der ursprüngliche Artikel der „Kronen-Zeitung“, inzwischen offline genommen. Allerdings: der entsprechende Videobeitrag der „Krone“ ist in ihren Social-Media-Kanälen nach wie vor abrufbar, etwa hier auf Facebook – die Klickzahlen gehen längst in die Hunderttausende.
Protest aus der Volksgruppe: „Zutiefst verletzt“
Bei den Roma- und Sinti-Vereinen liefen schon am Montag die Telefone heiß. In der Volksgruppe herrscht Fassungslosigkeit; man könnte auch sagen, die österreichischen Roma und Sinti sind stinksauer. Die Warnung der Polizeibehörde hat die Volksgruppenangehörigen „zutiefst verletzt“, erklärt Emmerich Gärtner-Horvath, Vorsitzender des Roma-Volksgruppenbeirats und Obmann des Vereins Roma-Service: Read the rest of this entry »
Mai 9th, 2026 | Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
(Quelle)
Mai 8th, 2026 | Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Gleichbehandlungsanwaltschaft kritisiert diskriminierendes Polizeischreiben: Das Schreiben bedient historische antiziganistische Stereotype. Behörden tragen eine besondere historische Verantwortung.
Wien (OTS) — Ein Schreiben der Polizeibehörde Neusiedl warnt die dort ansässige Bevölkerung vor Rom:nja und Sinti:zze. Aus Sicht der Gleichbehandlungsanwaltschaft ist ein solches Schreiben vor dem Hintergrund des geltenden Diskriminierungsschutzes und der historischen Verantwortung von Behörden inadäquat. Im Schreiben der Polizei wird der lokalen Bevölkerung unter anderem empfohlen, keine Dienstleistungen von Rom:nja in Anspruch zu nehmen, deren selbständige Tätigkeit pauschal als unseriös diskreditiert wird. Darüber hinaus werden Sicherheitsempfehlungen getätigt, die Rom:nja und Sinti:zze als zu Kriminalität neigende Personengruppe darstellen. Die Beratungserfahrung der Gleichbehandlungsanwaltschaft zeigt, dass viele Rom:nja und Sinti:zze Diskriminierungserfahrungen machen, die mit diesem Vorurteil zusammenhängen.
Die EU-Antirassismusrichtlinie bietet umfassenden Diskriminierungsschutz. Zudem verbietet das Gleichbehandlungsgesetz Rassismus in der Arbeitswelt. Geregelt ist darin auch der Aufbau einer selbstständigen Tätigkeit. Selbständigkeit ist eine wichtige Einkommensquelle für zahlreiche in Österreich niedergelassene Menschen, ebenso wie für Personen, die ihr EU-Freizügigkeitsrecht nutzen. Das polizeiliche Schreiben weist die Bevölkerung dazu an, Dienstleistungen von Rom:nja und Sinti:zze pauschal abzulehnen.
Sandra Konstatzky, Leiterin der Gleichbehandlungsanwaltschaft macht auf das Diskriminierungspotenzial aufmerksam: „Der EuGH hat festgestellt, dass öffentliche Äußerungen, die zum Ausschluss bestimmter ethnischer Gruppen vom Arbeitsmarkt führen, als unmittelbare Diskriminierung zu qualifizieren sind. Wenn jemand davor warnt, Geschäfte mit bestimmten Gruppen an Personen abzuschließen, kann das eine Anweisung zur Diskriminierung darstellen.“ Read the rest of this entry »
Mai 1st, 2026 | Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
(Quelle)
April 29th, 2026 | Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte
DOSTA-Bericht 2025: 293 dokumentierte Vorfälle antiziganistischer Diskriminierung in Berlin – höchste je erfasste Fallzahl und besorgniserregende Entwicklungen
Die Dokumentationsstelle Antiziganismus (DOSTA/MIA Berlin) veröffentlichte gestern ihren Jahresbericht für 2025 (→Download). Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 293 Vorfälle antiziganistischer Diskriminierung in Berlin erfasst – die höchste je dokumentierte Fallzahl. Damit wird erneut das Niveau der bereits hohen Werte der Vorjahre übertroffen.
„Die konstant hohen und nun nochmals gestiegenen Fallzahlen zeigen, dass Antiziganismus ein strukturelles Problem bleibt. Gleichzeitig wissen wir, dass viele Betroffene Diskriminierung nicht melden – aus Angst vor Konsequenzen oder fehlendem Vertrauen in Institutionen“, sagt Projektleiterin Violeta Balog.
Die meisten dokumentierten Vorfälle ereigneten sich in den Lebensbereichen Alltag und öffentlicher Raum (66 Fälle), Bildung (60 Fälle) sowie Kontakt zu Behörden (42 Fälle). Besonders im Bildungsbereich verzeichnet DOSTA/MIA Berlin einen Anstieg antiziganistischen Mobbings gegenüber Schüler:innen, die Rom:nja sind. Gleichzeitig fehlt es weiterhin an ausreichender Aufklärung über Antiziganismus sowie an unabhängigen Beschwerdestrukturen an Schulen. Ein wiederkehrendes Problem stellt zudem die fortgesetzte Nutzung rassistischer Fremdbezeichnungen dar, die in verschiedenen Lebensbereichen – auch im schulischen Kontext – zunehmend normalisiert wird und weiterhin Teil alltäglicher Diskriminierung ist.
April 21st, 2026 | Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Frauenrechte, Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
#ZARAbleibt! – Österreich braucht weiterhin Zivilcourage!
→Zur Petition auf mein.aufstehn.at
Sehr geehrte Bundesministerin Bauer,
sehr geehrte Bundesregierung und Entscheidungsträger!ZARA ist seit Jahren eine unverzichtbare Anlaufstelle für Menschen, die in Österreich Rassismus, Diskriminierung und Hass erleben. Der Verein bietet Beratung, Dokumentation, Unterstützung und öffentliche Aufklärung genau dort, wo Betroffene sonst oft allein gelassen werden. Gerade in einer Zeit, in der rassistische, hasserfüllte Sprache wieder salonfähig gemacht wird, insbesondere im digitalen Raum, braucht es diese Arbeit mehr denn je. Die geplante Kürzung der Fördergelder, die das De-facto-Ende dieser wichtigen Aufklärungs- Unterstützungs- und Präventionsarbeit bedeuten, ist daher der falsche Schritt in einer Gesellschaft, die sich zunehmend polarisiert.
Deswegen sind gerade Sie, Familienministerin Bauer, aber auch die gesamte Bundesregierung und die Entscheidungsträger in Parlament und Verwaltung jetzt aufgefordert, Ihre Entscheidungen zu überdenken und sich klar für eine Erhaltung dieser so wichtigen Institution auszusprechen und einzusetzen!
Warum ist das wichtig?
Österreich hat in den letzten Jahren erlebt, wie sich gesellschaftliche Spannungen verschärfen, wie Debatten über Migration, Integration und Zugehörigkeit polarisiert werden und wie Hass im Netz und im Alltag normalisiert werden. ZARA leistet hier nicht nur Soforthilfe für Betroffene, sondern schafft auch wichtige Sichtbarkeit für Probleme, die viele lieber verdrängen würden. Dass allein 2025 mehr als 1.500 rassistische Vorfälle dokumentiert wurden, zeigt, dass es nicht um ein Randthema geht, sondern um eine reale Belastung für das gesellschaftliche Zusammenleben.
Gerade deshalb ist es unverständlich und politisch falsch, ausgerechnet in diesem Bereich zu sparen. Wer an Anti-Rassismus, Opferschutz und Prävention kürzt, spart nicht an „Verwaltung“, sondern an Sicherheit im Netz und demokratischer Stabilität. Read the rest of this entry »
April 20th, 2026 | Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Bundeskanzleramt streicht Förderung: Antidiskriminierungsstelle ZARA bietet für neue Fälle vorerst keine Beratungen mehr an
Aussendung von ZARA, 20.4.2026:
Die Streichung der Förderung für die Beratungsstelle #GegenHassimNetz unter der politischen Verantwortung von Bundesministerin Claudia Bauer bedroht die Existenz von ZARA akut. Ohne rasche Finanzierung droht das vollständige Aus bis Juni.
Seit acht Jahren erhält ZARA eine Förderung des Bundeskanzleramts in Höhe einer sechsstelligen Summe für den Betrieb der Beratungsstelle #GegenHassimNetz. Anfang April 2026 erreicht den Verein die Mitteilung, dass diese Förderung für das Jahr 2026 aufgrund von „Sparmaßnahmen“ vollständig gestrichen wurde. Die Entscheidung wurde unter der Verantwortung von Bundesministerin Claudia Bauer (ÖVP) getroffen.
ZARA zum Zeitpunkt der Streichung bereits in finanzieller Vorleistung
Zum Zeitpunkt der Mitteilung war ZARA bereits in finanzielle Vorleistung gegangen, um Betroffene von Hass im Netz weiterhin durchgehend unterstützen zu können. Unterstützung, die – das zeigen die aktuellen Debatten rund um digitale Gewalt an Frauen – für Betroffene dringend notwendig ist. Diese Vorfinanzierung erfolgte in der begründeten Annahme, dass die Förderung auch für das Jahr 2026 fortgeführt wird – auf Basis unserer langjährigen Expertise und unseres Alleinstellungsmerkmals als spezialisierte Beratungsstelle, die in Österreich allen Betroffenen von Hass im Netz kostenlos und niederschwellig offensteht. Unser Angebot unterschied sich damit von anderen bestehenden Einrichtungen, die sich an spezifische Zielgruppen, etwa Kinder und Jugendliche, richten.
Beratungsangebote derzeit massiv eingeschränkt
Das entstandene finanzielle Defizit zwingt den Verein nun dazu, die Beratungsangebote #GegenHassimNetz und !GegenRassismus massiv einzuschränken. Neue Fälle werden von ZARA ab sofort nur noch dokumentiert. Beratungsleistungen kann der Verein für neue Meldungen derzeit nicht mehr anbieten. Bestehende Fälle betreut ZARA vorerst weiter. Stellt die öffentliche Hand kurzfristig keine entsprechende Finanzierung sicher, muss ZARA seinen Betrieb samt aller Beratungsangebote bis Juni gänzlich einstellen.
März 31st, 2026 | Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Zentralquartett – Menschenrechte hier und jetzt (Vol. 20)
FS1 – Freies Fernsehen Salzburg (23.6.2024)
Die Salzburger Sozialarbeiterin Alina Kugler berichtet über ihre Arbeit mit Armutsbetroffenen und schildert im Gespräch mit Uschi Liebing und Bernhard Jenny, wie Ausgrenzung und Diskriminierung insbesondere von Roma (Notreisende und Roma-Geflüchtete aus der Ukraine) in Salzburg aussieht. Aufgezeichnet am 17. Juni 2024.
Die Diskussion wurde auch als Radiosendung und Podcast veröffentlicht (Radiofabrik – das Freie Radio in Salzburg, CC BY-NC-ND 4.0).
(Sendung: Zentralquartett/FS1)
März 26th, 2026 | Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte
Februar 26th, 2026 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte
Großer Rückschlag: Zentralrat kritisiert Ablehnung der Bundesratsinitiative zur Aufnahme der vier nationalen Minderheiten in das Grundgesetz durch die Bundesregierung
Mit Unverständnis reagiert der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, auf die Entscheidung der deutschen Bundesregierung, die Aufnahme der vier anerkannten nationalen Minderheiten in das Grundgesetz abzulehnen. „Die vier nationalen Minderheiten wurden 1998 durch das europäische Rahmenübereinkommen des Europarates in Deutschland anerkannt. Der Zentralrat begrüßte deshalb die Initiative der Bundesländer Schleswig-Holstein, Brandenburg und Sachsen, den Schutz der vier nationalen Minderheiten durch die Aufnahme in das Grundgesetz zum Staatziel unseres demokratischen Rechtsstaats zu verpflichten. Der Anstieg eines neuen Rechtsextremismus und Nationalismus, der sich gegenüber Sinti und Roma feindlich durch Übergriffe und Gewalt zeigt wie in München (2016) mit drei ermordeten Angehörigen unserer Minderheit, in Hanau (2020) mit drei Angehörigen und in Solingen (2024) mit einer Familie mit zwei kleinen Kindern empfinden wir vor der Erfahrung in der deutschen Geschichte als eine Gefahr für Sinti und Roma in diesem Land. Die Zunahme antiziganistischer Vorfälle von 1.233 im Jahr 2022 auf 1.678 im Jahr 2023, ein Anstieg von 40 %, belegt die erschreckende Entwicklung. Der Zentralrat bedauert die ablehnende Haltung des Bundesinnenministeriums in Kenntnis dieser beunruhigenden Gefahr.
Februar 22nd, 2026 | Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
23. März 2026: Tagung „Wien gegen Rassismus: Ein Aktionsplan für eine rassismuskritische Politik und Verwaltung“
Zum Internationalen Tag gegen Rassismus veranstaltet die Abteilung Integration und Diversität am 23. März 2026 von 8:30 Uhr bis 13 Uhr eine Fachtagung in Wien. Die Veranstaltung findet im Festsaal des Rathauses (1., Lichtenfelsgasse 2) statt. Eine Anmeldung ist online möglich.
Thema der Tagung ist der Aktionsplan für eine rassismuskritische Politik und Verwaltung mit Impulsvorträgen, Podiumsdiskussion und Vernetzungscafé. Das Ziel der Veranstaltung ist es, den Wiener Aktionsplan gegen Rassismus 2025 einem breiten Publikum bekannt zu machen und die Vernetzung zwischen Vertreter*innen von zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Politik und Verwaltung voranzutreiben und zu vertiefen. Zielgruppe sind Personen aus den Bereichen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, Expert*innen und andere Interessensgruppen.
Programm:
Februar 4th, 2026 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Opfer von polizeilicher Hundeattacke in Umkirch (Baden-Württemberg) soll abgeschoben werden
RDL, 2.2.2026: Immer wieder wurde gefordert, einen Polizeieinsatz Ende April 2020 im Umkirch, nahe Freiburg, der völlig aus dem Ruder gelaufen ist, aufzuklären. Nun scheinen die Behörden ihn auf ihre Weise zu „erledigen“. Der Betroffene der damaligen Hundeattacke (wir berichteten), der seit 35 Jahren in Deutschland lebt, sitzt in Abschiebehaft in Pforzheim und soll nach RDL vorliegenden Informationen am 4. Februar im Rahmen einer Sammelabschiebung in den Kosovo abgeschoben werden. Auf den Fall macht das Romabüro Freiburg aufmerksam.
Am 28. April 2020 kam die Polizei in Umkirch bei Freiburg wegen eines mutmaßlich falsch geparkten Autos und evtl. Unklarheiten über die Besitzverhältnisse zu einer Roma-Familie. Der Polizeieinsatz eskalierte komplett. Ohne dass es Berichte über Gewalt durch die Familie gab, ließ die Polizei nach Darstellung der Familie während eines Disputs den Hund los. Dieser verbiss sich im Arm des Familienvaters Mohammed D. „Ich habe die Schnauze voll von euch“, soll ein Polizist nach Aussagen der Familie damals gesagt haben. Für die Familie war dies antiziganistisch motiviert. Auch die zum Einsatz dazugekommenen PolizistInnen, so der Sohn von Mohammed D. in einem Video, seien über die Folgen des Einsatzes ihrer KollegInnen schockiert gewesen.
Warum überhaupt ein Hund eingesetzt wurde, erklärte die Polizeipressesprecherin der Freiburger Polizei Laura Riske 2020 gegenüber Radio Dreyeckland: „Der Einsatz der Hundestaffel war lediglich dem Zufall geschuldet, dass diese die nächste freie Streife war und bis zum Eintreffen des Polizeireviers Breisach somit bereits vor Ort.“ Mohammed D. musste aufgrund der Hundebisse mehrere Stunden lang notoperiert werden. Glücklicherweise überlebte er.
2020 äußerte sich auch der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose: „Dieser Vorfall muss lückenlos aufgeklärt werden, damit das Vertrauen unserer Minderheit in die Polizei nicht beschädigt wird. Sollten die Vorwürfe zutreffen, hätten wir es mit Fällen von gefährlicher oder schwerer Körperverletzung und Nötigung zu tun. Sollte die Annahme der Strafanzeige dieses Vorfalls durch die Freiburger Polizei tatsächlich verweigert worden sein, besteht zudem der Verdacht der versuchten Strafvereitelung im Amt durch weitere Polizeibeamte.“
Aufgeklärt wurde der Fall allerdings nie. Read the rest of this entry »
Januar 30th, 2026 | Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Einführungsvortrag von Gordana Herold vom Verein „Romane Romnja“ bei der 3. Sommerakademie des Centrums für Antisemitismus- und Rassismusforschung (CARS) an der Katholischen Fachhochschule Aachen, die am 19. und 20. September 2025 unter dem Titel „Antiziganismus – Rassismus – Antisemitismus“ stattfand.
(Video: Centrum für Antisemitismus- & Rassismusstudien)
Siehe auch:
Antiziganismus und kapitalistische Ökonomie – Vortrag von Anna-Sophie Schönfelder