Rassismus & Menschenrechte
Mai 17th, 2026 |
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Rassismus & Menschenrechte
Maskierte stürmten eine Arbeiterunterkunft in München und attackierten die Bewohner mit Messern und Eisenstangen. Vier Personen aus Bulgarien wurden verletzt, eine schwer. Die Polizei rätselt über das Tatmotiv – und verschweigt die antiziganistische Parole, die einer der Angreifer rief. Die Täter sprachen teilweise „österreichischen Dialekt“.
In München-Moosach drangen am Freitagabend 10 bis 15 Vermummte in eine Unterkunft von bulgarischen Arbeitern ein und griffen die Bewohner mit Messern und Eisenstangen an. Vier Arbeiter im Alter von 29 bis 36 Jahren wurden bei dem Angriff verletzt, der 36-Jährige schwer. Er erlitt eine Bein- und eine Handverletzung, laut Polizeimitteilung wurde er durch einen „scharfkantigen Gegenstand“ verletzt und musste mit dem Rettungswagen ins Spital gebracht werden. Er wird stationär behandelt. Alle vier sind bulgarische Staatsbürger ohne festen Wohnsitz in Deutschland.
Polizeimitteilung vom 17. Mai
Die am Sonntag ausgegebene Medienmitteilung der Polizei München beschreibt den Vorfall wie folgt:
Am Freitag, 15.05.2026, gegen 22:00 Uhr, gingen beim Polizeinotruf 110 mehrere Anrufe ein. Dabei wurde mitgeteilt, dass es in der Bunzlauer Straße im Bereich des U- und S-Bahnhofes Moosach zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit einer Vielzahl beteiligter Personen gekommen war. Nach derzeitigem Ermittlungsstand drangen mehrere Personen mit Tüchern und Sturmhauben maskiert in eine am Bahnhof befindliche Arbeiterunterkunft ein und griffen die dort anwesenden Personen an. Dabei seien auch Messer und Eisenstangen verwendet worden. Die Angreifer konnten unerkannt flüchten. Ein größerer Polizeieinsatz mit über 30 Streifen war die Folge.
Einige der attackierten Personen versuchten zu flüchteten, „indem sie aus dem Fenster sprangen, sogar aus dem ersten Stock“, schreibt die Münchner Abendzeitung. Als die ersten Polizeistreifen – laut Polizei binnen weniger Minuten – vor Ort eintrafen, waren die Täter bereits verschwunden. Die Polizei vermutet, dass die Angreifer nach dem Überfall mit einem Auto das Weite suchten.
Romafeindliche Parole
Die Kriminalpolizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruch. Nach bisherigem Erkenntnisstand kannten sich Täter und Opfer nicht, meldet BR.de. Man ermittle in alle Richtungen, auszuschließen sei nur eine Beziehungstat, so die Polizei in München. „Ob es sich um eine fremdenfeindliche Tat gehandelt hat, konnte die Polizei am Sonntag nicht sagen, die Motivlage sei unklar“, berichtet die Süddeutsche Zeitung.
Allerdings: Die Polizei verschwieg einen deutlichen Hinweis auf ein rassistisches bzw. antiziganistisches Tatmotiv, von dem man erst in der Abendzeitung erfährt. Diese berichtet von einem wahrscheinlichen „fremdenfeindlichen Hintergrund“: „Nicht nur, dass in dem Wohnheim ausschließlich Bulgaren wohnen – zudem habe einer der Täter den Satz ,Schnapp Dir den Zig****r!‘ gerufen.“ Read the rest of this entry »
Mai 16th, 2026 |
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Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Von 2002 bis 2024 stellte der Europäische Menschenrechtsgerichtshof in 114 Urteilen fest, dass die Menschenrechte von Roma oder Fahrenden verletzt wurden.
(Quelle)
Mai 12th, 2026 |
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Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Vorfall im Burgenland erschüttert die autochthonen Volksgruppen: Vorsitzendenkonferenz der Volksgruppenbeiräte fordert Antidiskriminierungsgesetz für die Volksgruppe der Roma sowie eine Dialogplattform im Innenministerium
Die Vorgehensweise der Polizei im Burgenland, die in 27 Gemeinden zu einem öffentlichen Aufruf gegen Angehörige der Volksgruppe der Roma führte (wir berichteten hier und hier), hat nicht nur große Irritationen ausgelöst, sondern auch bestehende Vorurteile gegenüber Roma und Sinti weiter geschürt und vertieft.
Der Vorsitzende der Vorsitzendenkonferenz der autochthonen Volksgruppen Österreichs, Bürgermeister Bernard Sadovnik, zeigt sich nach den Vorfällen des vergangenen Jahres am Peršmanhof zutiefst bestürzt und protestiert entschieden gegen diesen neuerlichen Vorfall gegenüber Angehörigen anerkannter Volksgruppen.
„Ich appelliere an Bundesminister Gerhard Karner, die bereits in Ausarbeitung befindlichen Schulungsmaßnahmen so rasch wie möglich umzusetzen und verbindliche Kriterien für den Umgang mit Angehörigen der Volksgruppen zu erarbeiten, die allen Dienststellen des Innenministeriums vorliegen müssen. Die Einrichtung einer Dialogplattform mit Vertreterinnen und Vertretern aller autochthonen Volksgruppen im Bundesministerium für Inneres ist notwendig, um den offensichtlich dringend erforderlichen Dialog zwischen Polizei und Volksgruppen nachhaltig zu ermöglichen“, fordert Sadovnik. Read the rest of this entry »
Mai 11th, 2026 |
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Rassismus & Menschenrechte
Seit einer Woche sorgt ein Schreiben der Bezirkspolizei Neusiedl am See für Aufregung, nicht nur in der Volksgruppe im Burgenland. Die Polizei hatte die Bevölkerung, anlässlich der Ankunft einer französischen Sinti-Gruppe, die in Parndorf campiert, pauschal vor kriminellen Machenschaften des „fahrenden Volkes“ gewarnt – fast so, als wären wir noch in den 1930er Jahren. Medien wie „Krone“ oder „AUF1“ haben die Diffamierung einer ganzen Volksgruppe bereitwillig verbreitet. Nun stellt sich heraus: Eine wortgleiche Aussendung gab es bereits im Vorjahr – und damals wie heute sind keinerlei kriminelle Vorkommnisse bekannt. Ein erster Überblick über einen Skandal.
„Seit kurzem hält sich wieder eine Gruppe mit Angehörigen des ,Fahrenden Volkes‘ im Bezirk Neusiedl am See auf“, heißt es im polizeilichen Informationsschreiben, das am 4. Mai 2026 über die Plattform „Gemeinsam.Sicher“ verbreitet wurde. Den Wortlaut der Aussendung geben wir im Folgenden ungekürzt (aber mit korrigierter Rechtschreibung) wieder:
Die Polizei möchte Sie [s]ensibilisieren. Schließen Sie keine „Haustürgeschäfte“ ab! D.h. kaufen Sie z. B. keine minderwertigen Waren zu überhöhten Preisen. Nehmen Sie keine Arbeiten an [I]hrem Haus wie z. B. Fassaden- oder Dachrinnenreinigungen, Asphaltierungen oder [Ä]hnliches in Anspruch! Halten Sie [I]hre Haus- oder Wohnungstür immer verschlossen! Lassen Sie keine fremden Personen in [I]hr Haus oder [I]hre Wohnung! Auch nicht, wenn [S]ie nur um ein Glas Wasser gebeten werden! Solange [I]hre Haustüre geöffnet ist, gehen Sie nicht weg[,] um etwas zu holen! Notieren Sie sich, wenn möglich[,] eventuelle Fahrzeugkennzeichen und Personenbeschreibungen! Bei derartigen Wahrnehmungen scheuen Sie sich nicht[,] Kontakt mit [I]hrer zuständigen Polizeiinspektion aufzunehmen! Bitte teilen Sie diese Information auch mit Ihren Nachbarn, Ihrer Familie, Freunden und Bekannten, damit kein Schaden entsteht!“
Die „Kronen-Zeitung“, deren Kampagnen gegen fahrende Gruppen bereits den Presserat beschäftigten (siehe hier und hier), griff die Aussendung am 4. Mai 2026 in einem reißerisch aufgemachten Artikel (Überschrift: „Bitte um Vorsicht: Polizei warnt vor dem ,fahrenden Volk‘“) auf – brachte aber immerhin später auch einen Gegenartikel, als sich aufgebrachte Volksgruppen-Vertreter bei der Redakteurin meldeten.
Polizeiwarnung und Medienberichte wurden (und werden) auch in den Sozialen Medien rasant verbreitet. Die Aussendung der Polizei wurde jedoch, ebenso wie der ursprüngliche Artikel der „Kronen-Zeitung“, inzwischen offline genommen. Allerdings: der entsprechende Videobeitrag der „Krone“ ist in ihren Social-Media-Kanälen nach wie vor abrufbar, etwa hier auf Facebook – die Klickzahlen gehen längst in die Hunderttausende.
Protest aus der Volksgruppe: „Zutiefst verletzt“
Bei den Roma- und Sinti-Vereinen liefen schon am Montag die Telefone heiß. In der Volksgruppe herrscht Fassungslosigkeit; man könnte auch sagen, die österreichischen Roma und Sinti sind stinksauer. Die Warnung der Polizeibehörde hat die Volksgruppenangehörigen „zutiefst verletzt“, erklärt Emmerich Gärtner-Horvath, Vorsitzender des Roma-Volksgruppenbeirats und Obmann des Vereins Roma-Service: Read the rest of this entry »
Mai 9th, 2026 |
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Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Unter Berufung auf die Sozialcharta wurde beim Europarat 2003 erstmals eine Kollektivbeschwerde wegen Diskriminierung von Roma eingebracht (ERRC gegen Griechenland).
(Quelle)
Mai 8th, 2026 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Gleichbehandlungsanwaltschaft kritisiert diskriminierendes Polizeischreiben: Das Schreiben bedient historische antiziganistische Stereotype. Behörden tragen eine besondere historische Verantwortung.
Wien (OTS) — Ein Schreiben der Polizeibehörde Neusiedl warnt die dort ansässige Bevölkerung vor Rom:nja und Sinti:zze. Aus Sicht der Gleichbehandlungsanwaltschaft ist ein solches Schreiben vor dem Hintergrund des geltenden Diskriminierungsschutzes und der historischen Verantwortung von Behörden inadäquat. Im Schreiben der Polizei wird der lokalen Bevölkerung unter anderem empfohlen, keine Dienstleistungen von Rom:nja in Anspruch zu nehmen, deren selbständige Tätigkeit pauschal als unseriös diskreditiert wird. Darüber hinaus werden Sicherheitsempfehlungen getätigt, die Rom:nja und Sinti:zze als zu Kriminalität neigende Personengruppe darstellen. Die Beratungserfahrung der Gleichbehandlungsanwaltschaft zeigt, dass viele Rom:nja und Sinti:zze Diskriminierungserfahrungen machen, die mit diesem Vorurteil zusammenhängen.
Die EU-Antirassismusrichtlinie bietet umfassenden Diskriminierungsschutz. Zudem verbietet das Gleichbehandlungsgesetz Rassismus in der Arbeitswelt. Geregelt ist darin auch der Aufbau einer selbstständigen Tätigkeit. Selbständigkeit ist eine wichtige Einkommensquelle für zahlreiche in Österreich niedergelassene Menschen, ebenso wie für Personen, die ihr EU-Freizügigkeitsrecht nutzen. Das polizeiliche Schreiben weist die Bevölkerung dazu an, Dienstleistungen von Rom:nja und Sinti:zze pauschal abzulehnen.
Sandra Konstatzky, Leiterin der Gleichbehandlungsanwaltschaft macht auf das Diskriminierungspotenzial aufmerksam: „Der EuGH hat festgestellt, dass öffentliche Äußerungen, die zum Ausschluss bestimmter ethnischer Gruppen vom Arbeitsmarkt führen, als unmittelbare Diskriminierung zu qualifizieren sind. Wenn jemand davor warnt, Geschäfte mit bestimmten Gruppen an Personen abzuschließen, kann das eine Anweisung zur Diskriminierung darstellen.“ Read the rest of this entry »
Mai 1st, 2026 |
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Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Der Europ. Menschenrechtsgerichtshof verurteilt am 28.10.1998 erstmals einen Staat aufgrund der Beschwerde eines Rom (Assenov et al. v. Bulgarien).
(Quelle)
April 29th, 2026 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte
DOSTA-Bericht 2025: 293 dokumentierte Vorfälle antiziganistischer Diskriminierung in Berlin – höchste je erfasste Fallzahl und besorgniserregende Entwicklungen
Die Dokumentationsstelle Antiziganismus (DOSTA/MIA Berlin) veröffentlichte gestern ihren Jahresbericht für 2025 (→Download). Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 293 Vorfälle antiziganistischer Diskriminierung in Berlin erfasst – die höchste je dokumentierte Fallzahl. Damit wird erneut das Niveau der bereits hohen Werte der Vorjahre übertroffen.
„Die konstant hohen und nun nochmals gestiegenen Fallzahlen zeigen, dass Antiziganismus ein strukturelles Problem bleibt. Gleichzeitig wissen wir, dass viele Betroffene Diskriminierung nicht melden – aus Angst vor Konsequenzen oder fehlendem Vertrauen in Institutionen“, sagt Projektleiterin Violeta Balog.
Die meisten dokumentierten Vorfälle ereigneten sich in den Lebensbereichen Alltag und öffentlicher Raum (66 Fälle), Bildung (60 Fälle) sowie Kontakt zu Behörden (42 Fälle). Besonders im Bildungsbereich verzeichnet DOSTA/MIA Berlin einen Anstieg antiziganistischen Mobbings gegenüber Schüler:innen, die Rom:nja sind. Gleichzeitig fehlt es weiterhin an ausreichender Aufklärung über Antiziganismus sowie an unabhängigen Beschwerdestrukturen an Schulen. Ein wiederkehrendes Problem stellt zudem die fortgesetzte Nutzung rassistischer Fremdbezeichnungen dar, die in verschiedenen Lebensbereichen – auch im schulischen Kontext – zunehmend normalisiert wird und weiterhin Teil alltäglicher Diskriminierung ist.
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April 21st, 2026 |
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Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Frauenrechte, Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
#ZARAbleibt! – Österreich braucht weiterhin Zivilcourage!
→Zur Petition auf mein.aufstehn.at
Sehr geehrte Bundesministerin Bauer,
sehr geehrte Bundesregierung und Entscheidungsträger!
ZARA ist seit Jahren eine unverzichtbare Anlaufstelle für Menschen, die in Österreich Rassismus, Diskriminierung und Hass erleben. Der Verein bietet Beratung, Dokumentation, Unterstützung und öffentliche Aufklärung genau dort, wo Betroffene sonst oft allein gelassen werden. Gerade in einer Zeit, in der rassistische, hasserfüllte Sprache wieder salonfähig gemacht wird, insbesondere im digitalen Raum, braucht es diese Arbeit mehr denn je. Die geplante Kürzung der Fördergelder, die das De-facto-Ende dieser wichtigen Aufklärungs- Unterstützungs- und Präventionsarbeit bedeuten, ist daher der falsche Schritt in einer Gesellschaft, die sich zunehmend polarisiert.
Deswegen sind gerade Sie, Familienministerin Bauer, aber auch die gesamte Bundesregierung und die Entscheidungsträger in Parlament und Verwaltung jetzt aufgefordert, Ihre Entscheidungen zu überdenken und sich klar für eine Erhaltung dieser so wichtigen Institution auszusprechen und einzusetzen!
Warum ist das wichtig?
Österreich hat in den letzten Jahren erlebt, wie sich gesellschaftliche Spannungen verschärfen, wie Debatten über Migration, Integration und Zugehörigkeit polarisiert werden und wie Hass im Netz und im Alltag normalisiert werden. ZARA leistet hier nicht nur Soforthilfe für Betroffene, sondern schafft auch wichtige Sichtbarkeit für Probleme, die viele lieber verdrängen würden. Dass allein 2025 mehr als 1.500 rassistische Vorfälle dokumentiert wurden, zeigt, dass es nicht um ein Randthema geht, sondern um eine reale Belastung für das gesellschaftliche Zusammenleben.
Gerade deshalb ist es unverständlich und politisch falsch, ausgerechnet in diesem Bereich zu sparen. Wer an Anti-Rassismus, Opferschutz und Prävention kürzt, spart nicht an „Verwaltung“, sondern an Sicherheit im Netz und demokratischer Stabilität. Read the rest of this entry »
April 20th, 2026 |
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Einrichtungen, Frauenrechte, Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Bundeskanzleramt streicht Förderung: Antidiskriminierungsstelle ZARA bietet für neue Fälle vorerst keine Beratungen mehr an
Aussendung von ZARA, 20.4.2026:
Die Streichung der Förderung für die Beratungsstelle #GegenHassimNetz unter der politischen Verantwortung von Bundesministerin Claudia Bauer bedroht die Existenz von ZARA akut. Ohne rasche Finanzierung droht das vollständige Aus bis Juni.
Seit acht Jahren erhält ZARA eine Förderung des Bundeskanzleramts in Höhe einer sechsstelligen Summe für den Betrieb der Beratungsstelle #GegenHassimNetz. Anfang April 2026 erreicht den Verein die Mitteilung, dass diese Förderung für das Jahr 2026 aufgrund von „Sparmaßnahmen“ vollständig gestrichen wurde. Die Entscheidung wurde unter der Verantwortung von Bundesministerin Claudia Bauer (ÖVP) getroffen.
ZARA zum Zeitpunkt der Streichung bereits in finanzieller Vorleistung
Zum Zeitpunkt der Mitteilung war ZARA bereits in finanzielle Vorleistung gegangen, um Betroffene von Hass im Netz weiterhin durchgehend unterstützen zu können. Unterstützung, die – das zeigen die aktuellen Debatten rund um digitale Gewalt an Frauen – für Betroffene dringend notwendig ist. Diese Vorfinanzierung erfolgte in der begründeten Annahme, dass die Förderung auch für das Jahr 2026 fortgeführt wird – auf Basis unserer langjährigen Expertise und unseres Alleinstellungsmerkmals als spezialisierte Beratungsstelle, die in Österreich allen Betroffenen von Hass im Netz kostenlos und niederschwellig offensteht. Unser Angebot unterschied sich damit von anderen bestehenden Einrichtungen, die sich an spezifische Zielgruppen, etwa Kinder und Jugendliche, richten.
Beratungsangebote derzeit massiv eingeschränkt
Das entstandene finanzielle Defizit zwingt den Verein nun dazu, die Beratungsangebote #GegenHassimNetz und !GegenRassismus massiv einzuschränken. Neue Fälle werden von ZARA ab sofort nur noch dokumentiert. Beratungsleistungen kann der Verein für neue Meldungen derzeit nicht mehr anbieten. Bestehende Fälle betreut ZARA vorerst weiter. Stellt die öffentliche Hand kurzfristig keine entsprechende Finanzierung sicher, muss ZARA seinen Betrieb samt aller Beratungsangebote bis Juni gänzlich einstellen.
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März 31st, 2026 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Zentralquartett – Menschenrechte hier und jetzt (Vol. 20)
FS1 – Freies Fernsehen Salzburg (23.6.2024)
Die Salzburger Sozialarbeiterin Alina Kugler berichtet über ihre Arbeit mit Armutsbetroffenen und schildert im Gespräch mit Uschi Liebing und Bernhard Jenny, wie Ausgrenzung und Diskriminierung insbesondere von Roma (Notreisende und Roma-Geflüchtete aus der Ukraine) in Salzburg aussieht. Aufgezeichnet am 17. Juni 2024.
Die Diskussion wurde auch als Radiosendung und Podcast veröffentlicht (Radiofabrik – das Freie Radio in Salzburg, CC BY-NC-ND 4.0).
(Sendung: Zentralquartett/FS1)
März 26th, 2026 |
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Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte
41 % der deutschen Polizisten stimmen der Aussage „Ich hätte ein Problem damit, wenn sich Sinti und Roma in meiner Gegend aufhalten“ ganz od. teilweise zu.
(Quelle/pdf)
Februar 26th, 2026 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Großer Rückschlag: Zentralrat kritisiert Ablehnung der Bundesratsinitiative zur Aufnahme der vier nationalen Minderheiten in das Grundgesetz durch die Bundesregierung
Mit Unverständnis reagiert der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, auf die Entscheidung der deutschen Bundesregierung, die Aufnahme der vier anerkannten nationalen Minderheiten in das Grundgesetz abzulehnen. „Die vier nationalen Minderheiten wurden 1998 durch das europäische Rahmenübereinkommen des Europarates in Deutschland anerkannt. Der Zentralrat begrüßte deshalb die Initiative der Bundesländer Schleswig-Holstein, Brandenburg und Sachsen, den Schutz der vier nationalen Minderheiten durch die Aufnahme in das Grundgesetz zum Staatziel unseres demokratischen Rechtsstaats zu verpflichten. Der Anstieg eines neuen Rechtsextremismus und Nationalismus, der sich gegenüber Sinti und Roma feindlich durch Übergriffe und Gewalt zeigt wie in München (2016) mit drei ermordeten Angehörigen unserer Minderheit, in Hanau (2020) mit drei Angehörigen und in Solingen (2024) mit einer Familie mit zwei kleinen Kindern empfinden wir vor der Erfahrung in der deutschen Geschichte als eine Gefahr für Sinti und Roma in diesem Land. Die Zunahme antiziganistischer Vorfälle von 1.233 im Jahr 2022 auf 1.678 im Jahr 2023, ein Anstieg von 40 %, belegt die erschreckende Entwicklung. Der Zentralrat bedauert die ablehnende Haltung des Bundesinnenministeriums in Kenntnis dieser beunruhigenden Gefahr.
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Februar 22nd, 2026 |
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Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
23. März 2026: Tagung „Wien gegen Rassismus: Ein Aktionsplan für eine rassismuskritische Politik und Verwaltung“
Zum Internationalen Tag gegen Rassismus veranstaltet die Abteilung Integration und Diversität am 23. März 2026 von 8:30 Uhr bis 13 Uhr eine Fachtagung in Wien. Die Veranstaltung findet im Festsaal des Rathauses (1., Lichtenfelsgasse 2) statt. Eine Anmeldung ist online möglich.
Thema der Tagung ist der Aktionsplan für eine rassismuskritische Politik und Verwaltung mit Impulsvorträgen, Podiumsdiskussion und Vernetzungscafé. Das Ziel der Veranstaltung ist es, den Wiener Aktionsplan gegen Rassismus 2025 einem breiten Publikum bekannt zu machen und die Vernetzung zwischen Vertreter*innen von zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Politik und Verwaltung voranzutreiben und zu vertiefen. Zielgruppe sind Personen aus den Bereichen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, Expert*innen und andere Interessensgruppen.
Programm:
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Februar 4th, 2026 |
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Rassismus & Menschenrechte
Opfer von polizeilicher Hundeattacke in Umkirch (Baden-Württemberg) soll abgeschoben werden
RDL, 2.2.2026: Immer wieder wurde gefordert, einen Polizeieinsatz Ende April 2020 im Umkirch, nahe Freiburg, der völlig aus dem Ruder gelaufen ist, aufzuklären. Nun scheinen die Behörden ihn auf ihre Weise zu „erledigen“. Der Betroffene der damaligen Hundeattacke (wir berichteten), der seit 35 Jahren in Deutschland lebt, sitzt in Abschiebehaft in Pforzheim und soll nach RDL vorliegenden Informationen am 4. Februar im Rahmen einer Sammelabschiebung in den Kosovo abgeschoben werden. Auf den Fall macht das Romabüro Freiburg aufmerksam.
Am 28. April 2020 kam die Polizei in Umkirch bei Freiburg wegen eines mutmaßlich falsch geparkten Autos und evtl. Unklarheiten über die Besitzverhältnisse zu einer Roma-Familie. Der Polizeieinsatz eskalierte komplett. Ohne dass es Berichte über Gewalt durch die Familie gab, ließ die Polizei nach Darstellung der Familie während eines Disputs den Hund los. Dieser verbiss sich im Arm des Familienvaters Mohammed D. „Ich habe die Schnauze voll von euch“, soll ein Polizist nach Aussagen der Familie damals gesagt haben. Für die Familie war dies antiziganistisch motiviert. Auch die zum Einsatz dazugekommenen PolizistInnen, so der Sohn von Mohammed D. in einem Video, seien über die Folgen des Einsatzes ihrer KollegInnen schockiert gewesen.
Warum überhaupt ein Hund eingesetzt wurde, erklärte die Polizeipressesprecherin der Freiburger Polizei Laura Riske 2020 gegenüber Radio Dreyeckland: „Der Einsatz der Hundestaffel war lediglich dem Zufall geschuldet, dass diese die nächste freie Streife war und bis zum Eintreffen des Polizeireviers Breisach somit bereits vor Ort.“ Mohammed D. musste aufgrund der Hundebisse mehrere Stunden lang notoperiert werden. Glücklicherweise überlebte er.
2020 äußerte sich auch der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose: „Dieser Vorfall muss lückenlos aufgeklärt werden, damit das Vertrauen unserer Minderheit in die Polizei nicht beschädigt wird. Sollten die Vorwürfe zutreffen, hätten wir es mit Fällen von gefährlicher oder schwerer Körperverletzung und Nötigung zu tun. Sollte die Annahme der Strafanzeige dieses Vorfalls durch die Freiburger Polizei tatsächlich verweigert worden sein, besteht zudem der Verdacht der versuchten Strafvereitelung im Amt durch weitere Polizeibeamte.“
Aufgeklärt wurde der Fall allerdings nie. Read the rest of this entry »
Januar 30th, 2026 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Einführungsvortrag von Gordana Herold vom Verein „Romane Romnja“ bei der 3. Sommerakademie des Centrums für Antisemitismus- und Rassismusforschung (CARS) an der Katholischen Fachhochschule Aachen, die am 19. und 20. September 2025 unter dem Titel „Antiziganismus – Rassismus – Antisemitismus“ stattfand.
(Video: Centrum für Antisemitismus- & Rassismusstudien)
Siehe auch:
Antiziganismus und kapitalistische Ökonomie – Vortrag von Anna-Sophie Schönfelder
Januar 26th, 2026 |
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Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Antiziganismus und kapitalistische Ökonomie: Welche Funktion hat das Ressentiment gegen Sinti und Roma? – Vortrag von Anna-Sophie Schönfelder (2025)
Gehalten bei der 3. Sommerakademie des Centrums für Antisemitismus- und Rassismusstudien (CARS) in der „katho Aachen“, die unter dem Titel „Antiziganismus – Rassismus – Antisemitismus“ am 19. und 20. September 2025 stattgefunden hat. Moderation: Stephan Grigat. Anna-Sophie Schönfelder ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen und promoviert über die Politische Ökonomie des Antiziganismus. Sie ist Co-Autorin von „Wahrheit und Revolution. Studien zur Grundproblematik der Marxʼschen Gesellschaftskritik“ (Transcript 2020). Demnächst erscheint „What is the position of Roma in ›racial capitalism‹?“, in: Rostas, I./ Rus, C./ Mirga-Kruszelnicka, A. (Hg.): “Racism and Romani Studies” (Springer).
(Text und Video: Centrum für Antisemitismus- & Rassismusstudien, Foto: Boris Bocheinski)
Januar 23rd, 2026 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) hat am 22. Jänner den neuen Rechtsextremismusbericht präsentiert. Er versammelt auf 220 Seiten Daten und Analysen zu rechtsextremen Aktionen und Ideologien in Österreich im Jahr 2024.
→Download: Rechtsextremismus in Österreich 2024 (pdf)
Unter den zehn Kapiteln finden sich Einordnungen zur Geschichte und rechtlichen Aspekten zum Rechtsextremismus ebenso wie statistische Erhebungen von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Stellen, den größten Teil macht eine detaillierte Beschreibung unterschiedlichster rechtsextremer Akteur*innen aus. Darin werden deutschnationale Verbindungen und neonazistische Aktivisten ebenso behandelt wie Vertreter*innen der „Neuen Rechten“ wie die Identitäre Bewegung. Das Spektrum der beobachteten Gruppen reicht von migrantischen Rechtsextremen wie den „Grauen Wölfen“ bis zu „Alternativmedien“ wie AUF1. Der Bericht endet mit einer Darstellung der wichtigsten aktuellen Trends und einer Prognose künftiger Entwicklungen.

Das DÖW hat 2023 von den Bundesministerien für Inneres und Justiz den Auftrag erhalten, jährlich einen wissenschaftlichen Bericht über den österreichischen Rechtsextremismus zu verfassen. Die Ausgabe zum Jahr 2024 ist nun schon der zweite vom DÖW erstellte Bericht.
(Text: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands/DÖW)
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Januar 22nd, 2026 |
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Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Neue Strategie des Europarates legt den Schwerpunkt auf Verständnis, Gleichberechtigung und politische Teilhabe dieser Gemeinschaften
Das Ministerkomitee des Europarates hat gestern Mittwoch die neue Strategie zur Inklusion von Roma und Fahrenden (2026–2030) verabschiedet. Die Gesellschaft besser über Fragen zu diesen Gemeinschaften zu informieren und dafür zu sensibilisieren und gleichzeitig bei Roma und Fahrenden ein Gefühl des Stolzes auf ihre Identität zu fördern, Roma und Fahrenden gleiche Rechte, gleiche Würde und die Gleichstellung der Geschlechter zu garantieren sowie ihre aktive Teilhabe am öffentlichen und politischen Leben zu stärken – das sind die Prioritäten des Europarates und seiner Mitgliedsstaaten für die nächsten fünf Jahre.
Die Strategie zielt darauf ab, die verstreuten nationalen Bemühungen in eine kohärente europäische Antwort umzuwandeln. Der Europarat bekräftigt damit, dass der Schutz der größten Minderheit Europas nicht nur eine nationale Verantwortung ist, sondern auch eine gemeinsame europäische Verpflichtung, die für die Wahrung der Grundwerte und des sozialen Zusammenhalts des Kontinents von wesentlicher Bedeutung ist.
Roma und Fahrende scheinen in der Politik unsichtbar zu sein
Ohne eine aktive Beteiligung der Roma und Fahrenden am öffentlichen und politischen Leben bleiben die Möglichkeiten, ihnen bessere sozioökonomische Perspektiven zu bieten, begrenzt. Die weitgehende Unsichtbarkeit der Roma und Fahrenden auf der politischen Bühne kann zur Isolation dieser Gemeinschaften führen, die dann leicht zum Ziel von Praktiken wie Stimmenkauf, Alibipolitik, Ausbeutung oder Vernachlässigung werden.
Die Strategie betont, wie wichtig es ist, dass die Mitglieder dieser Gemeinschaften und die Gesellschaft insgesamt das Potenzial der Roma und Fahrenden für sozialen und politischen Wandel erkennen. Read the rest of this entry »
Januar 13th, 2026 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 12.1.2026 | 4:58 min
Romengero sensibilisirungiskero workshop historija, kultura taj armangiptscha
Ando keripe le Romengere butjakere foroskere projektistar „O DROM andi Cukunft“ jek Romengero sensibilisirungiskero workshop ando khera le Roma-Servicejistar tel likerdo ulo. Ande ada workshop jek dikipe andi historija, kultura taj dschivipeskere rejaliteta le Romendar taj Sintijendar dim ulo. Cil adale workshopistar hi. Teldikipe tel te bauninel, o dikipe le mindenfelitikostar la flogoskera grupnatar te sikal taj pomoschago use te del taj o kherodaschtscha le armangagiptschenge, savenca on le Romenca taj Sintijenca konfrontirim on te sensibilisirinel.
Im Rahmen des Roma-Arbeitsmarktprojekts „O DROM andi Cukunft – Der Weg in die Zukunft“ wurde ein Roma-Sensibilisierungsworkshop in den Räumlichkeiten des Vereins Roma-Service in Oberwart abgehalten. In diesem Workshop wurden Einblicke in die Geschichte, Kultur und Lebensrealitäten der Roma und Sinti gegeben. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen, das Verständnis für die Vielfalt der Volksgruppe der Roma zu fördern und die Teilnehmer*innen für die Herausforderungen, mit denen die Roma und Sinti konfrontiert sind, zu sensibilisieren.
(Beitrag: TV Erba)