Forschungsprojekt: „Roma und Sinti darstellen“

September 24th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Foto: Eva Besnyö, Junge mit Cello, 1931 (z. V. g. von Anton Holzer)Roma und Sinti darstellen: Fotografische Konstruktionen in Zeitun­gen und Zeit­schrif­ten der Zwi­schen­kriegs­zeit 1918–1939/40

Forschungsprojekt am Institut für Europäische Ethnologie der Uni­ver­si­tät Wien, Mai 2025 bis April 2029

representing-roma-and-sinti.eu

Keine europäische Minderheit stand in den Jahren der Zwischen­kriegs­zeit stärker im Fokus der Foto­grafie als die Gruppe der Roma und Sinti. In vielen euro­päi­schen Ländern ver­öffent­lichten il­lustrierte Zeitungen und Zeit­schriften regel­mäßig foto­grafische Bild­berichte und Repor­tagen zum Thema. Die foto­grafi­schen Re­prä­senta­tio­nen pendelten dabei zwischen stereo­typen Formen der Ideali­sierung und – häufiger noch – Strate­gien der kultu­rellen, sozialen und rassis­tischen Aus­gren­zung. Parallel dazu ent­standen im Zuge der zivilen Emanzi­pations­bewe­gun­gen der Minder­heit in einigen Ländern Roma-eigene Zeit­schriften, die andere, selbst­bewuss­tere Bilder entwarfen. Diese in der Forschung bislang wenig be­achteten Quellen werden vom Foto­historiker Anton Holzer am Institut für Euro­päi­sche Ethnologie der Uni­ver­sität Wien erst­mals syste­matisch unter­sucht.

Das vom FWF geförderte Forschungsprojekt eröffnet einen neuen, differenzierten Blick auf die Reprä­sen­ta­tions­geschichte der Roma und Sinti im 20. Jahr­hundert. Es be­schäftigt sich mit zentralen Fragen der histo­rischen und gegen­wärtigen euro­päischen Kultur: Wie werden kulturelle, soziale und ethnische Grenz­ziehungen gezogen und wie werden sie visuell dar­gestellt? Wer bestimmt in Bildern, Texten und medialen Diskursen darüber, wo und wie die Grenzen zwischen dem (be­haup­te­ten) „Eigenen“ und dem (vor­gestell­ten) „Fremden“ ge­zogen werden? Das Projekt ist an der Schnitt­stelle mehrerer wissen­schaft­licher Disziplinen an­gesiedelt ist, u.a. der Fotografie- und Medien­geschichte, der Sozial- und Kultur­geschichte, der Kunst­geschichte und der visuellen Anthro­pologie. Metho­disch verbindet es avan­cierte kultur­wissen­schaft­liche, foto­historische und medien­wissen­schaft­liche Instru­men­tarien und setzt diese für die Analyse eines trans­natio­nalen Quellen­korpus ein.

Leitung: Anton Holzer (Website)
Wissenschaftliche Begleitung: Alexa Färber

Funding: Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF), Projekt­num­mer: 10.55776/PAT9468524

(Text: Institut für Europäische Ethnologie, Universität Wien)

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