Archive for Januar, 2023

EU bewertet nationale Roma-Strategien

Januar 10th, 2023  |  Published in Dokumente & Berichte, Politik

EUBericht der EU-Kommission: Nationale Pläne zur Roma-In­tegra­tion wei­­sen gro­ße Unter­schie­de auf

Die nationalen Pläne der Mitgliedstaaten zur Integra­tion der Roma wei­chen erheb­lich von­einan­der ab. Zu diesem Ergebnis kommt die EU-Kom­mis­sion bei ihrer Be­wertung der nationa­len Stra­tegien im Rahmen des Zehn­jahres­plans zur Unter­stützung der Roma in der EU. Helena Dalli, Kommis­sarin für Gleich­stellung, forderte die Mit­glied­staaten dringend auf, ihre natio­nalen Pläne zu über­prüfen und nach Mög­lich­keiten zu suchen, sie robuster zu gestalten. „Anti­ziganis­mus, Rassismus gegen Roma, Segre­gation und Dis­kriminie­rung in der EU be­stehen nach wie vor und sind in einigen Fällen für viele der sechs Millio­nen Roma, die in der EU leben, gra­vierend. Die Schaffung an­gemes­sener nationaler Rahmen­bedin­gun­gen ist nur die Hälfte der Arbeit. Wir müssen auf ver­schie­denen Ebenen parallel handeln, um die ge­steckten Ziele zu erreichen.“

Bei der Bewertung werden die von einigen Mitgliedstaaten einge­führ­ten Maß­nahmen zur Förderung der Be­kämpfung von Anti­ziganis­mus, Dis­kriminie­rung und Hetze sowie Maß­nahmen zum Kapa­zitäts­aufbau in der Zivil­gesell­schaft und zur Gewähr­leistung einer sinn­vollen Betei­ligung von Roma-Frauen und -Ju­gend­lichen be­rück­sichtigt. Ferner werden Lücken in den Strategien anderer Mit­glied­staaten aufgezeigt, wie das Fehlen ein­deutiger Haus­halts­mittel für die Um­setzung und Über­wachung be­stehen­der Strategien und Maß­nahmen zur Be­kämpfung der Segre­gation in den Bereichen Bildung und Wohnraum.

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Romani Ora (9.1.2023)

Januar 9th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 9.1.2023 (mp3)

Die „Romani Ora“ mit den Volksgruppen­nach­rich­ten in Roma­nes und mit „Kultura het­vi­nate/Kul­tur am Montag”: Wir stel­len Ihnen Sladjana Mirković vor. Die Akti­vistin und HÖR-Vor­sitzen­de lieferte den Roma-Bei­trag in „War das jetzt rassis­tisch?“ (er­schie­nen im Verlag Leykam). Mo­de­riert von Tina Nardai.

Facts & Figures (456)

Januar 9th, 2023  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

1911 verweigerten die Hafen­be­hör­den in Ar­gen­tini­en 322 Per­so­nen die Ein­rei­se; 149 (46%) von ih­nen mit dem Ver­merk: „Gi­ta­nos“ („Zi­geu­ner“).

(Quelle)

Romani Ora (4.1. und 5.1.2023)

Januar 5th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 4.1.2023 (mp3)

Im Tagesthema sprechen wir mit Rudolf Siderits; der Stegersbacher Fleisch­hauer kennt die Roma bereits seit frü­hen Kinder­tagen und pfleg­te stets guten Kon­takt zu ihnen. Wei­ters in der Sen­dung: die Volks­gruppen­nach­richten in Romanes von Emmerich Gärtner-Hor­vath und der Jugend­beitrag „Young, wild and free“ über „Ake Dikhea?“, das Roma-Film­festival in Berlin.


Anhören: →Sendung vom 5.1.2023 (mp3)

Im Tagesthema beschäftigt sich Marcel Horvath mit der Frage nach den Neu­jahrs­vor­sätzen. Alex Gussak nimmt sie in „Mri his­to­rija“ mit nach Schreibersdorf; ein klei­nes Dorf im Bezirk Oberwart, in dem vor dem Zwei­ten Welt­krieg eine Roma-Sied­lung war. Und fürs Wochen­ende gibt es den „Romani Ora“-Ver­an­stal­tungs­ka­lender.

Facts & Figures (455)

Januar 4th, 2023  |  Published in Facts & Figures

In Brasilien wurde es „Zi­geu­nern“ im Dez. 1873 ver­bo­ten (Art. 92, Re­so­lu­ção nº 2061), sich län­ger als drei Ta­ge in ei­ner Ort­schaft auf­zu­hal­ten.

(Quelle)

Romani Ora (3.1.2023)

Januar 3rd, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 3.1.2023 (mp3)

Die heutige „Romani Ora“ mit dem Tagesthema: Josef Redl – die Hitlerzeit im Süd­burgenland. Der Neo­his­toriker und Schrift­steller leis­tet mit diesem Buch einen Bei­trag gegen das Ver­gessen. In der Rubrik „Mri his­to­rija“ er­innern wir an Miriam Wiegele (1946–2022), die vor weni­gen Tagen ver­stor­bene Mit­streiterin der Roma-Be­wegung im Burgen­land (wir berichteten). Durch das zwei­sprachige Volks­gruppen­magazin führt Sie Tina Nardai.

Miriam Wiegele (1946–2022)

Januar 2nd, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Mozes Heinschink mit Johann "Kalitsch" Horvath (1912-1983) und Miriam Wiegele (Foto: Rombase)Miriam Wiegele, selbst Burgenland-Kroatin, war eine der Pio­nie­rin­nen der Roma-Bür­ger­rechts­be­we­gung in Öster­reich. Am Don­ner­stag ist sie mit 76 Jah­ren in Weiden bei Rechnitz (Süd­burgen­land) ver­storben.

Miriam Wiegele engagierte sich schon früh für die Rechte der Volksgruppe und ge­staltete die Gründung des organi­sier­ten Widerstandes der Roma mit. Die Ethnologin be­schäftigte sich zuerst mit indige­nen Be­völke­rungs­gruppen in den USA und machte auch auf die Miss­stände auf­merksam. Später stieß sie auf die Volks­gruppe der Roma.

Wiegele war Mitgründerin und Obmann-Stellvertreterin im Verein Roma Oberwart, der ersten Or­ganis­ation der Volks­gruppe, die 1989 in Oberwart ge­gründet wurde. Sie war eine der trei­benden Kräfte in der damaligen Aufbruchs­stim­mung der Roma. „Es war mir ein An­liegen, mich mit dem Schicksal der Roma in Öster­reich aus­einan­der­zu­setzen – von Beginn auf jene Dis­krimi­nierun­gen auf­merk­sam zu machen, die ich mit Roma-Fa­milien im Burgenland und in Wien mit­erlebt habe“, er­zählte Wiegele 2013 in einem Interview mit der Volks­gruppen­sendung „Roma Sam“.

Miriam Wiegele, eine der Interviewpartnerinnen unserer Zeit­zeu­gen-Edition Ama­ri His­to­rija, mobi­li­sierte viele Menschen aus der Mehr­heits­bevöl­kerung, um die Roma bei der Gründung des ersten Roma-Vereines und beim Stre­ben nach An­erken­nung als Volks­gruppe in Öster­reich zu unter­stützen. Read the rest of this entry »

Romani Ora (2.1.2023)

Januar 2nd, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 2.1.2023 (mp3)

Die „Romani Ora“ beginnt das neue Jahr mit dem Musik­montag mit „Kultura het­vinate“/„Kultur am Mon­tag“ und einem Beitrag über die Lyrikerin Bronisława Wajs (be­kannt unter dem Namen Papusza) sowie den Volks­grup­pen­nach­richten in Romanes. Durch die Sen­dung führt Tina Nardai.

Philomena Franz gestorben

Januar 1st, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Ein Jahrhundertleben: Philomena Franz (Foto: Domradio)Philomena Franz ist am 28. Dezember 2022 im Alter von 100 Jahren in ihrer Woh­nung in Rösrath (Deutschland) ver­stor­ben. Als deut­sche Sinteza wurde sie unter den Natio­nal­sozia­lis­ten ver­folgt, über­lebte das Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Bir­kenau und ver­lor viele An­ge­höri­ge im Holocaust an den Sinti und Roma im NS-be­setz­ten Europa. Nach 1945 en­ga­gier­te sie sich als Zeit­zeugin, ver­arbei­tete ihre Er­fah­run­gen als Autorin und setz­te sich für Ver­söh­nung ein.

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, wür­digte sie mit fol­gen­den Worten: „Philo­mena Franz hat sich Zeit ihres Lebens für die gleich­berech­tig­te Teilhabe un­serer Men­schen in diesem Land stark ge­macht. Durch ihr un­ermüd­liches Wirken als Zeitzeugin und Bür­ger­rechtle­rin hat sie im Hinblick auf unsere Minder­heit die positiven Ent­wicklungen der ver­gangenen Jahr­zehnte maß­geblich mit be­ein­flusst. Sie war eine der Ersten, die über ihre Er­lebnisse in den Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lagern ge­schrieben und damit auch vielen anderen eine Stimme ge­geben hat. Sie hat sich nie mit der fehlen­den An­erken­nung des Unrechts an Sinti und Roma ab­ge­funden. Ihrem Wirken um Ver­söhnung und Ver­ständigung gehört unser aller Respekt.“

Philomena Franz wurde am 21. Juli 1922 in Biberach an der Riß in eine Musiker­familie ge­boren. Das Streich­quartett, in dem ihr Groß­vater Johannes Haag Cello spielte, hatte 1906 als Sieger eines inter­nationa­len Wett­bewerbs die „Goldene Rose“ aus der Hand des württem­ber­gi­schen Königs Wilhelm II. er­halten. Bereits nach Himmlers Fest­schreibungs­erlass von 1939 wurde die Familie von Philomena Franz er­kennungs­dienstlich erfasst und durfte ihren Wohnort nicht mehr ver­lassen. 1943 wurde Philo­mena Franz nach Auschwitz de­portiert, im Mai/Juni 1944 kam sie auf einen Trans­port ins KZ Ravensbrück. Damit entging sie der Ver­nichtungs­aktion vom 2. August 1944 in Auschwitz-Bir­kenau, bei der die letzten 4.300 Häft­linge des so­genann­ten „Zigeuner­familien­lagers“ ermordet wurden. Nach einem zu­nächst ge­scheiterten Flucht­versuch aus Ravens­brück floh sie 1945 erfolg­reich aus einem Lager bei Wittenberge und rettete ihr Leben mithilfe eines deut­schen Bauern, der sie versteckte. Ein Groß­teil ihrer Familie, darunter ihre nächsten An­gehörigen, wurde im Kon­zentra­tions- und Ver­nichtungs­lager Auschwitz-Bir­kenau, sowie in ande­ren Kon­zentrations­lagern ermordet.

In den 1970er Jahren begann Philomena Franz ihr Engagement als Zeitzeugin auf Grund der an­haltenden Dis­krimi­nierungs­erfah­rungen und vor dem Hinter­grund der ver­weigerten An­erken­nung der Völkermord­verbrechen an den Sinti und Roma. Read the rest of this entry »