November 28th, 2022 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 28.11.2022 (mp3)
Die aktuelle Sendung mit dem Kulturschwerpunkt am Montag, „kultura hetvinate“: einem Bericht über den britischen Künstler Damian Le Bas. Dazu wie üblich die Volksgruppennachrichten in Romanes von Emmerich Gärtner-Horvath. Und dazu die Extra-Portion Romamusik. Am Mikrofon: Tina Nardai.
November 28th, 2022 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Bei einer Konferenz am 7.2.1940 in Berlin forderte Reichsärzteführer Conti für die „Unfruchtbarmachung der Zigeuner bezw. Zigeunermischlinge“.
(Quelle)
November 26th, 2022 |
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Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Geschichte & Gedenken
Polen beruft Zentralratsvorsitzenden Romani Rose in den Internationalen Auschwitz-Rat
Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, wurde vom polnischen Premierminister Mateusz Morawiecki in den Internationalen Auschwitz-Rat berufen, der am 23. und 24. November 2022 erstmalig in der neuen Amtszeit in der Gedenkstätte im ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zusammentrat.
Der Zentralratsvorsitzende Romani Rose unterstreicht die Bedeutung, die dem Internationalen Auschwitz-Rat in der aktuellen Zeit zukommt:
„Wir erleben heute wieder wie Nationalisten und Rechtsextremisten in vielen Ländern Europas versuchen die Verbrechen des Holocaust an 6 Millionen Juden und 500.000 Sinti und Roma zu leugnen und zu relativieren. Der Internationale Auschwitz-Rat sieht es als seine Aufgabe jeder Form der Holocaust-Leugnung und Geschichtsverfälschung entgegenzutreten.“
Dem Internationalen Auschwitz-Rat gehören unter anderem Ronald Lauder (Jüdischer Weltkongress, New York), Dani Dayan (Yad Vashem, Jerusalem) und Sara Bloomfield (Holocaust-Gedenkmuseum der Vereinigten Staaten, Washington D.C.) an. Der Rat berät die polnische Regierung in historischen Fragen, auch hinsichtlich der Ausrichtung der Erinnerungsarbeit und der politischen Bildung.
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November 25th, 2022 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 24.11.2022 (mp3)
Die Sendung beschäftigt sich im Tagesthema mit der Goldenen Honigwabe 2022: Goldmedaillen-Gewinnerin Christina Gabriel aus Oberwart erzählt im Gespräch mit Romani Ora über ihre Bio-Imkerei „Alltagswonnen Gabriel“. Und in unserer historischen Rubrik „Mri historija“ stellen wir Ihnen den Roma-Zeitzeugen Koloman Baranyai vor.
Anhören: →Sendung vom 25.11.2022 (mp3)
In unserer Freitagssendung hören Sie die Volksgruppennachrichten in Romanes mit Emmerich Gärner-Horvath, einen Jugendbeitrag über das „ICON Rap-Turnier“ und unseren Veranstaltungskalender in der Rubrik „Mindenfelitiko“.
November 24th, 2022 |
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Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
In der Hoffnung auf ein besseres Leben kam Gordana, eine junge serbische Romni, mit ihren beiden Kindern 1987 nach Klagenfurt. Wenig später ermordete ihr Kärntner Ehemann Wilhelm P. die Frau und die Kinder. Er zerstückelte und verscharrte die Leichen. Von den Behörden ernstlich gesucht wurden die verschwundene Mutter und ihre Kinder aber offenbar nie; weitergehende polizeiliche Ermittlungen gab es nicht. Der Gedanke liegt zumindest nahe, dass dies vielleicht auch damit zu tun haben könnte, dass die betroffenen Personen Roma waren. Allzu rasch und bereitwillig hatte die Polizei sich nämlich mit den Erklärungen des Ehemanns (der das plötzliche Verschwinden auf die vermeintlichen Eigenschaften der Roma geschoben haben soll) zufrieden gegeben. Der Mann lebte unbehelligt, bis das Verbrechen 17 Jahre später durch Zufall, bei Bauarbeiten in Klagenfurt, ans Tageslicht kam. Der Delikt-Podcast der Kleinen Zeitung erinnert an das Verbrechen:
Stets hatte [der Ehemann] behauptet, Gordana hätte ihn einfach verlassen, er soll sich herabwürdigend über die Familie und ihre Herkunft geäußert haben, Roma würden das halt so machen, „die sind halt so“. Wilhelm P. spielte den verlassenen Ehemann. Richtig gesucht wurde nach Gordana offenbar nie, die Behörden gaben sich mit der Erklärung P.s 17 Jahre lang zufrieden. Einzig die Mutter Gordanas ließ nicht locker. Sie reiste sogar nach Klagenfurt und nach Wien, um selbst nach Gordana zu suchen – ohne Erfolg. Die Frau sagte später einmal, sie sei nirgends ernst genommen worden.
(dROMa)
November 23rd, 2022 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 23.11.2022 (mp3)
In der heutigen Sendung hören Sie im Tagesthema einen Bericht über „Terne Roma – Junge Roma“, einen Musikworkshop für Roma. In der Jugendrubrik „Young, wild and free“ haben wir einen Beitrag über „E-Shishas, Vape und deren Gefahren“ vorbereitet. Und dazu gibt es wie gewohnt die neuesten Volksgruppennachrichten in Romanes. Moderiert von Tina Nardai.
November 22nd, 2022 |
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Brauchtum & Tradition, Literatur & Bücher, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen
Roma-Advent in Oberwart: Lesung & Konzert
Samstag, 3. Dezember 2022, um 19.00 Uhr im Offenen Haus Oberwart (OHO). Eintritt frei!
Der traditionelle Roma-Advent wird schon seit vielen Jahren veranstaltet, um den Stellenwert der Kultur der Volksgruppe der Roma zu stärken und in der Öffentlichkeit erlebbar zu machen.
Lesung der Roma-Autorin Sladjana Mirkovic und des Roma-Autors Samuel Mago.
Im Rahmen der Veranstaltung werden auch die jüngsten Vertreter der Volksgruppe der Roma vom Musikprojekt „Terne Roma – Junge Roma“ ihr Können dem Publikum preisgeben. Anschließend findet ein Konzert mit den burgenländischen Roma-Musikgruppen Romano Rath und der Leon Berger Band statt. Weiters laden wir die Gäste auf eine kulinarische Reise durch die „Roma-Küche 2.0 – Romano Habe“ ein.
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November 22nd, 2022 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 21.11.2022 (mp3)
Die Sendung widmet sich in ihrem Themenschwerpunkt „Kultura hetvinate – Kultur am Montag“ dem Roma-Aktivisten und Lyriker Ilija Jovanović (1950–2010). Dazu wie gewohnt die Volksgruppennachrichten in Romani von Emmerich Gärtner-Horvath. Moderiert von Tina Nardai.
Anhören: →Sendung vom 22.11.2022 (mp3)
Die Sendung am Dienstag bringt einen Bericht über den „Carla-Laden“ der Caritas in Oberwart und in der Geschichtsrubrik „Mri historija“ einen Beitrag über die verschwundene Romasiedlung von Sigleß im Bezirk Mattersburg.
November 21st, 2022 |
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Internet & Blogothek, Interview, Radijo Romani Ora, Radio, Podcast & TV
„Romani Ora“-Redakteurin Tina Nardai im dROMa-Gespräch
Im Juli begann ein vierköpfiges Roma-Redaktionsteam in Oberwart mit der Ausstrahlung der „Romani Ora“, einem einstündigen Radiojournal mit Themen der Volksgruppe der Roma. Aufgezeichnet werden die zweisprachigen Sendungen im Studio des Vereins Roma-Service – und das seit einigen Tagen nun sogar täglich. Wir haben mit der Redakteurin und Moderatorin Tina Nardai über das Radioprojekt gesprochen.
dROMa: Für die, die „Romani Ora“ noch nicht kennen – kannst du kurz erklären, was in den Sendungen zu hören ist?
Tina Nardai: In unserer Sendung haben wir mit Abstand die meiste Roma-Musik, die man im Radio zu hören bekommt. Abgesehen davon, sind wir auch mit Themenschwerpunkten vollgepackt. Wir senden fünfmal die Woche einen Tagesbeitrag; dieser ist vorrangig einem romaspezifischen Ereignis gewidmet. Aktualität ist uns natürlich auch sehr wichtig. Am Puls der Zeit zu recherchieren und zu senden, ist ein fundamentaler Baustein moderner Medienarbeit.
In unserer Rubrik „Mri historija“ nehmen wir die Zuhörerinnen und Zuhörer mit in die Geschichte und Erzählungen von und über Romnja und Roma. Aufarbeitung der Geschichte und unserer kulturellen Identität war uns von Anfang an ein wichtiger Part. Ich verarbeite gerne alte Tonaufnahmen von Zeitzeugen und hauche ihnen in der „Romani Ora“ quasi neues Leben ein. Aber auch geschichtliche Brocken, wie z.B der Genozid oder verschwundene Roma-Siedlungen aus dem Burgenland, werden darin recherchiert und ausgestrahlt.
„Young wild and free“
In „Mindenfelitiko“ (wie es das Wort nicht besser ausdrücken könnte) beschäftigen wir uns mit „Allerlei“, das die Hörerinnen und Hörer interessieren könnte: Veranstaltungshinweise rechtzeitig zum Wochenende, Kinotipps und Buchneuheiten, aber auch Kochrezepte und praktische Alltagstipps. Und mehrmals die Woche gibt es auch das Jugendformat „Young wild and free“. Darin befasst sich unser Redakteur vorranging mit Themen, die in der Jugendszene „hip“ sind – von Musik über Sport bis hin zu gesellschaftspolitischen Themen. Read the rest of this entry »
November 20th, 2022 |
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Facts & Figures, Politik
Nach den Lokalwahlen gibt es in der Slowakei nun 52 Gemeinden mit einem Roma-Bürgermeister. Noch nie waren es so viele.
(Quelle)
November 19th, 2022 |
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Internet & Blogothek, Radio, Podcast & TV
Der ORF Burgenland erweitert sein Angebot für die Volksgruppen in Österreich. Ab sofort sind die Radiomagazinsendungen in Burgenlandkroatisch, Burgenlandromani, Slowakisch, Tschechisch und Ungarisch auch als Podcast auf der ORF-Audioplattform „Sound“ abrufbar.
„Nach der Einführung der neuen österreichweiten TV-Sendung WIR | ČEŠI, HRVATI, MAGYAROK, ROMA, SLOVÁCI, SLOVENCI im September ist das das nächste, neue Angebot des ORF Burgenland für die Volksgruppen“, sagt ORF-Burgenland-Landesdirektor Werner Herics. Mit den Volksgruppen-Podcasts geht der ORF Burgenland auch auf die Bedürfnisse der jüngeren Generation ein. Interviews, Reportagen und Hintergrundberichte können so unabhängig vom Sendedatum in der eigenen Volksgruppensprache konsumiert werden, so Herics weiter.
„Die ORF-Volksgruppen-Podcasts sind eine logische Weiterentwicklung des bestehenden Radioangebots“, sagt Dorottya Kelemen, die Leiterin der ORF-Volksgruppenredaktion im Burgenland. Für jede Sprache wurde ein eigener Podcastkanal geschaffen.
Unter ORF Hrvati Podcast findet man alle Magazinsendungen auf Burgenlandkroatisch von „Časak radosti“ bis „Živo Srebro“. In ORF Magyarok Podcast können die Highlights aus den Sendungen „Magyar Magazin“ und „Színes Kultúránk“ nachgehört werden. ORF Roma Podcast fasst die wöchentliche Romasendung „Roma sam“ zusammen, ORF Češi Podcast die Berichte aus der tschechischen Sendung „Radio Drát‘ák“ und ORF Slováci Podcast aus der slowakischen Sendung „Radio Dia:tón“. Read the rest of this entry »
November 18th, 2022 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 17.11.2022 (mp3)
In der Donnerstag-Sendung unseres Mittagsjournals blicken wir im Tagesthema nach Tirol. Das Innsbrucker Waldhüttl feiert seinen 10. Geburtstag. Und in der Geschichtsrubrik „Mri historija“ stellen wir Ihnen eine Archivaufnahme vor: das Lied „Schaj man tschienen“. Durch die Sendung führt Tina Nardai.
Anhören: →Sendung vom 18.11.2022 (mp3)
Die heutige Sendung am Freitag wieder mit den Volksgruppennachrichten in Romanes, dem „Romani Ora“-Veranstaltungskalender rechtzeitig zum Wochenende; und mit „Young, wild and free – le ternenge“, der Jugendsendung mit Adi Gussak, zum Thema: Fußball-WM in Katar.
November 17th, 2022 |
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Internet & Blogothek, dROMa (Magazin)
Themenheft „Internet“ | Temakeri heftlina „Internet“
→Download (PDF) | Inhalt
Das Internet durchzieht alle Sphären unserer Gesellschaft, im Guten wie im Schlechten. Auch für Minderheiten haben sich neue Chancen aufgetan, neue Kanäle und Medien, neue Netzwerke und Nischen, vor allem auch für die Sprache. Die Kehrseite der Medaille: Gerade die Sozialen Medien befeuern Vorurteile, Hass und Hetze. Ins Visier geraten dabei, wie immer, besonders auch Roma.
Wir haben mit Sejnur Memiši, Ko-Host des deutschen Roma-Podcasts „RYMEcast“, über sein Medienprojekt gesprochen. Begleitend dazu finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Roma-Podcasts. Der ORF-Journalist Mario Czory hat sich – als Rom – einige Gedanken über Hate Speech im Internet gemacht und sich darüber hinaus mit Daniela Grabovac von der Antidiskriminierungsstelle Steiermark unterhalten. Wie man gezielt gegen rassistische Hass-Postings vorgehen kann, zeigen junge Roma in gleich mehreren Ländern: Sie beobachten, protokollieren und melden, was das Zeug hält. Und zu guter Letzt noch Radio: Im Burgenland gibt es neuerdings – außerhalb des Sendegebiets als Online-Radio – eine neue Roma-Sendung. Emmerich Gärtner-Horvath und Redakteurin Tina Nardai stellen „Romani Ora“ vor.
O internet duach o cile falati amare khetanipestar cidel, ando latschipe sar te ando ertschavipe. Te le tschatschipenge neve schajiptscha pumen pradine, neve kanaltscha taj mediji, neve necverktscha taj avre koji, butvar te la tschibtschake. I avri rik la medajlijatar: O socijali mediji te diskriminaciji dschivdscharel, hosinipe taj tradipe. Ando dikipe, sar mindig, butvar te adaj o Roma peren.
Amen le Sejnur Memišiha, Ko-Host le nimtschke Romengere-podcastistar „RYMEcast“, pedar o medijengero projekto vakertscham. Use, laken tumen jek sikajipe le lek barikaneder Romengere-podcastendar. O ORF-reporteri Mario Czory – ojs Rom – poar gondi pedar o Hate Speech ando internet peske kertscha taj pedar ari, la Daniela Grabovacaha andar o antidiskriminacijakero than Schtacko, vakertscha. Sar latscho gejng rasistischi hosinipeskere-postings angle gelo schaj ol, sikan terne Roma andar mindschart buteder vilagi. Read the rest of this entry »
November 16th, 2022 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 15.11.2022 (mp3)
Im Tagesthema der Sendung hören Sie einen Beitrag über die diesjährige Gedenkfeier in Lackenbach, die am vergangenen Wochenende stattfand. Und unsere Geschichtsrubrik „Mri historija“ widmet sich diesmal der verschwundenen Roma-Siedlung in Grodnau (Gemeinde Mariasdorf im Bezirk Oberwart). Durch die Sendung führt Tina Nardai.
Anhören: →Sendung vom 16.11.2022 (mp3)
In der Mittwochssendung widmet sich Martin Horvath im Tagesthema dem Projekt „Dream Road“ der VHS Roma. Weiters gibt es die Volksgruppennachrichten in Romani von und mit Emmerich Gärtner-Horvath; und die Jugendsendung „Young, wild and free“ von Adi Gussak befasst sich mit dem Thema „Klimawandel und was Jugendliche dagegen tun“.
November 15th, 2022 |
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Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 14.11.2022 | 9:29 min
Gedenken an die Roma und Sinti in Lackenbach
Uso gondolipeskero than ande Lackenbach suboton le Romenge taj Sintijenge, save le nacijonalsocijalistendar murdarde ule gondolim ulo. Ando bersch 1938 dschivnahi ando Burgenland valami ofto eseri Roma, tschak poar schel Roma ada brigaschno keripe le nacijonalsocijalistendar prik dschivde. But lendar ando bersch 1938 sar agun phenahi ando „Zigeunerlager“ Lackenbach ledschim ule taj mujsinipeskeri buti iste kernahi. Odotar esertscha Roma ando mindenfelitike logertscha ledschim taj murdarde ule. Sajt o bersch deschuenja oftarvar desch taj schtar del le opferenge la flogoskera grupnatar jek gondolipeskero than ando gav Lackenbach.
Bei dem Mahnmal in Lackenbach (Bezirk Oberpullendorf) ist am Samstag der von den Nationalsozialisten ermordeten Roma und Sinti gedacht worden. 1938 lebten im Burgenland rund 8.000 Roma, nur ein paar Hundert überlebten den Rassenwahn der Nationalsozialisten. Read the rest of this entry »
November 14th, 2022 |
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Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kritisiert Paradebeispiel der antiziganistischen Medienberichterstattung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, wandte sich in einem Schreiben an die Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und forderte eine angemessene öffentliche Klarstellung und Entschuldigung für das folgende Paradebeispiel der antiziganistischen Medienberichterstattung:
Am 1.11.2022 war in der FAZ-Internet-Ausgabe, sowie am 2.11.2022 in der FAZ-Print-Ausgabe der Artikel „Umweltkriminalität wirksamer bekämpfen“ der Autorin Atja Gelinsky erschienen. Zur Illustration des Berichts wurde ein undatiertes Foto (Wolfgang Eilmes) verwendet, das einen Müllberg in der Gutleutstraße in Frankfurt zeigt. Durch die Bildunterschrift wird der Fokus dieser gesamten Berichterstattung auf die Minderheit der Roma gelenkt. Das Foto steht jedoch in keinerlei Bezug zum danebenstehenden Text. In dem Artikel selbst geht es um „Ausbeutung, Verschmutzung und Zerstörung der Natur“, die international Schäden in Milliardenhöhe verursachen.
Der Zentralratsvorsitzende Romani Rose äußert sich in seinem Schreiben an die Herausgeber dazu: „Diese Bebilderung macht fassungslos. Hier wird ein weltweites Verbrechen benannt und durch die Bildauswahl vermittelt, dass die Minderheit der Roma durch Straßenmüll an diesen Umweltverbrechen beteiligt ist. Durch diese Bildzuschreibung wird Aggression gegen eine Minderheit geschürt, diese wird mit Kriminalität gleichgesetzt und der Gesellschaft wird ein leicht auszumachender Sündenbock angeboten. Der tiefverwurzelte Antiziganismus wird weiter tradiert und erhält durch die Frankfurter Allgemeine neuen Auftrieb.“
Romani Rose fordert nicht nur eine sofortige Entfernung des Fotos aus der FAZ Internet-Ausgabe, sondern eine angemessene öffentliche Klarstellung, eine Entschuldigung und ein grundsätzliches Gespräch, weil es derartigen Antiziganismus in der medialen Berichterstattung zukünftig zu vermeiden gilt.
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November 14th, 2022 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 14.11.2022 (mp3)
Ab heute geht die Romani Ora täglich auf Sendung. Live im Radiostream hören können Sie unser Volksgruppen-Mittagsjournal von Montag bis Freitag von 11 bis 12 Uhr (und zeitlich versetzt im Anschluss auch online – hier im dROMa-Blog). In „Kultur am Montag“ steht heute ein Bericht über die deutsche Sintizza-Schriftstellerin Anita Awosusi und ihr 2016 erschienenes Buch „Vater unser“ auf dem Programm. Zudem gibt es die Volksgruppennachrichten in Romanes. Und dazu wie immer jede Menge Roma-Musik. Die Romani Ora wird moderiert von Tina Nardai.
November 13th, 2022 |
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Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Entwicklung von antimuslimischem Rassismus und Romafeindlichkeit in Deutschland (Ost/West) von 2014 bis 2022 (rechts).
Aus der soeben veröffentlichten Leipziger Autoritarismusstudie 2022, S. 70–72 (mehr hier):
Mit Muslimfeindschaft und Antiziganismus erfassen wir auch in diesem Jahr die Abwertung zweier Gruppen, die von extrem rechten Akteuren bis hinein in demokratische Milieus immer wieder als Feindbilder instrumentalisiert werden. [...] Wie bei der Ausländerfeindlichkeit beobachten wir auch für Muslimfeindschaft 2022 teils deutlich höhere Werte im Osten (Tab. 16). Hier stimmen 46,6 % der Befragten der Aussage »Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden« mindestens »überwiegend« zu, nur eine Minderheit lehnt die Aussage explizit ab. [...] Auch beim Antiziganismus zeigt sich 2022 eine deutlich höhere Abwertungsbereitschaft im Osten: Mehr als die Hälfte der Ostdeutschen »hätte Probleme damit, wenn sich Sinti und Roma« in seiner oder ihrer Nähe aufhielten, und eine klare Mehrheit ist »überwiegend« oder »voll und ganz« der Meinung, dass Sinti und Roma zur Kriminalität neigen. Doch auch im Westen liegen die Zustimmungswerte für antiziganistische Aussagen, die sich zwischen 29,7 % und 39,3 % bewegen, auf einem hohen Niveau.
November 11th, 2022 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 11.11.2022 (mp3)
Im Tagesthema hören Sie heute einen Beitrag über das 14-jährige Autocrash-Talent Marc Tury aus Oberwart. Die Rubrik „Mri historija“ erinnert an Prof. Rudolf Sarközi (1944–2016). In „Mindenfelitiko“ finden Sie unseren Veranstaltungskalender am Freitag. Und in der Jugendschiene „Young, wild and free“ befasst sich Adi Gussak mit den „Schlösslpilzen“, der Austernpilzfarm im Nordburgenland. Moderiert von Tina Nardai.
November 10th, 2022 |
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Dokumente & Berichte, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Neue Leipziger Autoritarismus-Studie in Berlin präsentiert: Deutsche sind zufriedener mit der Staatsform Demokratie. Hass auf ‚Andere‘ tritt in den Vordergrund. Massive Ablehnung von Sinti und Roma sowie Muslimen vor allem in Ostdeutschland.
Die Zufriedenheit der Bürger:innen mit der Demokratie in Deutschland ist in den vergangenen zwei Jahren gestiegen, die rechtsextremen Einstellungen sind zum Teil deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig angestiegen und weit verbreitet ist der Hass auf Migrant:innen, Frauen, Muslim:innen und andere Gruppen in Deutschland. Zudem lassen sich in Folge der Pandemie verstärkte Wünsche nach Autorität feststellen. Das sind zentrale Ergebnisse der repräsentativen „Leipziger Autoritarismus-Studie“.
Prof. Dr. Oliver Decker und Prof. Dr. Elmar Brähler vom Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig präsentierten die Studienergebnisse am 9. November in der Bundespressekonferenz in Berlin. Die Studie, in der auch Einstellungen zu politischen Entscheidungen im Hinblick auf die COVID-19-Pandemie und den Krieg gegen die Ukraine thematisiert werden, entstand in Kooperation mit der Heinrich-Böll- und der Otto-Brenner-Stiftung.
Laut Studie zeigen nur noch 2 Prozent der Ostdeutschen ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild. 2020 waren es noch rund 10 Prozent. „Die Zustimmung zu rechtsextremen Aussagen nimmt nicht nur im gesamten Bundesgebiet ab, sondern insbesondere in Ostdeutschland. Das ist eine gute Nachricht, aber nur das halbe Bild“, sagt Studienleiter Professor Oliver Decker. „Während Elemente einer Neo-NS-Ideologie seltener sind, haben die Ressentiments gegen jene, die als ‚anders‘ empfunden werden, sogar zugenommen“, ergänzt der zweite Studienleiter Professor Elmar Brähler. Der Prozentsatz der laut Studie „manifest ausländerfeindlich Eingestellten“ ist im Vergleich zu 2020 in Ostdeutschland von 27,8 Prozent auf 31 Prozent gestiegen, während sie in Westdeutschland von 13,7 Prozent auf 12,6 Prozent gesunken ist. 40 Prozent der Ostdeutschen geben an, Deutschland sei aus ihrer Sicht „durch die vielen Ausländer überfremdet“, auch 23 Prozent der Westdeutschen stimmen dieser Aussage zu.
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