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Bewegungsfreiheit und Schutz für Roma

März 31st, 2022  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

Ukrainische Roma am Mannheimer Bahnhof (Foto: Bahnhofshelfer Mannheim/Facebook)Ukraine-Krieg: Gemein­same Stellung­nahme des Bun­des-Ro­ma-Ver­bands, des Roma-Cen­ters/RAN, Romani Phen und wei­te­rer Roma-Or­ga­ni­sa­tio­nen in Deutschland

Nicht alle Roma verlassen die Ukraine und nicht alle werden Opfer diskrimi­nie­render Behandlun­gen. Doch die Berichte über Dis­krimi­nie­rung von Romnja* an den Grenzen nehmen zu. Sie werden nicht in Autos mit­genom­men, Bus­unter­nehmen weisen sie ab. In den An­kunfts­­orten werden sie aus un­erfind­lichen Gründen von den „weißen“ Uk­rai­ner:innen separiert. Auch in den An­­kunfts­orten in Deutsch­land gibt es Schwie­rig­keiten.

Es braucht große Räume
Überwiegend Frauen und Kinder sind auf der Flucht, mit Jugend­lichen und man­chmal pflege­bedürfti­gen Angehö­rigen. Sie mussten sich von ihren Männern im „wehr­fähigen Alter“ trennen und wollen sich nicht weiter aufteilen. Neben den Kriegs­traumata, die sie erlitten, berichten sie von massiven Dis­kriminie­rungen und Beleidi­gungen entlang der Flucht­routen Richtung Westen. Ukrai­nische Roma sind Nach­kommen von Über­lebenden und Opfern der Verfolgung und Ver­nichtung wäh­rend des National­sozialismus. Wir möchten, dass gerade Deutsch­land jetzt Mittel bereit­stellt und Schutz bietet.

Viele Romnja sprechen Romanes, Ukrainisch oder Russisch, jedoch nicht die Sprachen der Länder, in die sie fliehen. Manche können nicht lesen, und wenn, dann beherr­schen sie nur kyrillische Schrift­zeichen. Die ganze Situa­tion ist extrem ver­un­sichernd und be­drohlich. Angehörige einer Familie und Freund:innen, die sich gegen­seitig unter­stützen, wollen sich in dieser Situation nicht trennen und gern zusam­men bleiben, auch zusam­men unter­kommen. Deshalb braucht es gro­zügige Unter­bringungs­möglich­keiten, wo Men­schen gemein­sam unter­gebracht werden können.

Rassismus trifft Roma auch jetzt
Zur leider auch schon vor dem Krieg existie­renden strukturellen Dis­kriminie­rung gehört, dass viele Roma in der Ukraine undoku­men­tiert sind und keine Pässe haben. Read the rest of this entry »