März 5th, 2018 |
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Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte
Spielfilm von Árpád Bogdán (Ungarn 2018, 120 min)
Mit Milán Csordás, Anna Marie Cseh, Enikő Anna Illési
Betrunkene Rassisten überfallen nachts eine Roma-Siedlung, werfen Brandsätze, schießen auf fliehende Familien. Dabei wird die Mutter des neunjährigen Ricsi getötet. Weil sein Vater wegen einer Bagatelle für zwei Jahre im Gefängnis sitzt, kommt der völlig verstörte Junge zu den Großeltern. Die harmonische Welt seiner Kindheit ist zerstört und er sucht verzweifelt nach Halt in der neuen Situation. Die Gymnasiastin und leidenschaftliche Bogenschützin Virág ahnt, dass ihr Freund Misi in die Attacke auf das Roma-Dorf verwickelt sein könnte. Als ihre Ahnung zur Gewissheit wird, gerät sie in einen tiefen Gefühlskonflikt und trifft eine folgenreiche Entscheidung. Read the rest of this entry »
März 2nd, 2018 |
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Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
Lebenslinien: Sinteza Rita Prigmore überlebt medizinische Versuche der Nazis
Ein Film von Constanze Hegetusch
Bayerischer Rundfunk, 44 Min.
ARD-Mediathek: verfügbar bis 15.01.2019
Rita ist Zwilling. Doch ihre Zwillingsschwester stirbt bei medizinischen Experimenten durch die Nationalsozialisten. Rita überlebt schwer verletzt und wird ihrer Mutter zurückgegeben. Seite an Seite kämpfen sie für die Anerkennung der Sinti und Roma als Opfer des Nationalsozialismus und um Wiedergutmachung.
Weil Ritas Mutter Sinteza ist, soll sie 1942 zwangssterilisiert werden. Als sich herausstellt, dass sie mit Zwillingen schwanger ist, wird sie verschont. Sofort nach der Geburt nimmt man ihr die beiden Mädchen und missbraucht sie für medizinische Versuche. Das eine Mädchen stirbt, Rita wird der Mutter nach einem Jahr zurückgegeben – mit einer schweren Verletzung am Kopf. Mutter und Tochter leben fortan ein symbiotisches Leben. Als Rita 14 Jahre alt ist, gründet ihre Mutter einen Verein, der für die Anerkennung der Sinti und Roma als Opfer des Nationalsozialismus kämpft und sich für Wiedergutmachung stark macht.
Auch Rita wird zur Aktivistin. Mit Anfang 20 verliebt sie sich in einen amerikanischen Soldaten, der in Würzburg stationiert ist. Sie heiraten und bekommen zwei Kinder. Als er wieder zurück in die USA muss, geht Rita mit. Sie leidet jedoch sehr unter der Trennung von der Mutter. Die Ehe zerbricht und Rita muss immer häufiger nach Deutschland, um für ihre eigene Wiedergutmachung zu kämpfen. So entscheidet sie sich schweren Herzens, die USA und ihre beiden jugendlichen Kinder zu verlassen und zur Mutter zurückzuziehen. Als diese 2004 stirbt, führt Rita die politische Arbeit weiter. Sie tritt als Zeitzeugin bei Veranstaltungen in der ganzen Welt auf. Read the rest of this entry »