November 13th, 2016 |
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Ehrungen & Nachrufe, Musik
Als 15-Jähriger erhielt Leonard Cohen in Montreal seine ersten, prägenden Gitarrestunden von einem jungen Gitano aus Spanien, den er in einem Park angesprochen hatte und der nur wenige Tage darauf tragisch verstarb. „Diese sechs Akkorde und diese Klangfarbe der Gitarre waren die Basis für all meine Lieder und meine gesamte Musik. Alles, was Sie an Gutem in meinen Liedern und in meiner Lyrik finden, ist inspiriert von diesem Land“, erzählte Cohen 2011 bei einer Ansprache in Madrid. Nicht von ungefähr stand Leonard Cohen zeitlebens unter dem Eindruck des andalusischen Dichters Federico García Lorca, dessen Werk sich so sehr der Kultur der Gitanos (spanische Roma) verschrieben hatte. Read the rest of this entry »
November 13th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Religion
Anlässlich ihrer Vollversammlung in Eisenstadt unterstützt die Österreichische Bischofskonferenz die Forderung der Volksgruppe nach einem würdigen Gedenken für die im Nationalsozialismus ermordeten Roma.
Vor 75 Jahren begann mit den Transporten in die NS-Vernichtungslager das dunkelste Kapitel in einer jahrhundertelangen Geschichte der Diskriminierung und Ausgrenzung von Roma und Sinti. Von den rund 11.000 österreichischen Roma und Sinti im Jahr 1938 überlebten nur ca. zehn Prozent den Zweiten Weltkrieg. Das Burgenland, in dem die Vollversammlung der Bischofskonferenz stattgefunden hat, war davon besonders stark betroffen: Von den rund 8.000 Roma und Sinti in rund 120 Orten im Burgenland überlebten nur sehr wenige die systematische Verfolgung und geplante Vernichtung in den Konzentrationslagern. Selbst nach dem Kriegsende wurde in Österreich die Politik der Ausgrenzung lange fortgesetzt, wo Siedlungen von Roma und Sinti nur am Stadt- bzw. Ortsrand erlaubt waren.
Der Blick auf diese Ereignisse macht sprachlos: Welche Worte können dieses Leid fassen? Und dennoch schafft das Schweigen darüber ein neues Unrecht gegenüber den Roma und Sinti, die seit 1993 in Österreich offiziell als Volksgruppe anerkannt sind. Die jetzige Generation der Roma und Sinti fragt mit Recht: Wo sind die verschollenen, ermordeten Eltern, Großeltern, Familiennagehörigen? Die Bischöfe unterstützen ihren Wunsch nach einem würdigen Gedenken der Opfer. Jeder Mensch hat einen Anspruch auf eine Grabstätte, zumindest aber auf eine Gedenkstätte. Nur durch die Erinnerung an die Opfer kann eine Reinigung des Gedächtnisses erfolgen, die für ein respektvolles und friedliches Zusammenleben notwendig ist. Read the rest of this entry »