Wissenschaft
Januar 26th, 2026 |
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Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Antiziganismus und kapitalistische Ökonomie: Welche Funktion hat das Ressentiment gegen Sinti und Roma? – Vortrag von Anna-Sophie Schönfelder (2025)
Gehalten bei der 3. Sommerakademie des Centrums für Antisemitismus- und Rassismusstudien (CARS) in der „katho Aachen“, die unter dem Titel „Antiziganismus – Rassismus – Antisemitismus“ am 19. und 20. September 2025 stattgefunden hat. Moderation: Stephan Grigat. Anna-Sophie Schönfelder ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen und promoviert über die Politische Ökonomie des Antiziganismus. Sie ist Co-Autorin von „Wahrheit und Revolution. Studien zur Grundproblematik der Marxʼschen Gesellschaftskritik“ (Transcript 2020). Demnächst erscheint „What is the position of Roma in ›racial capitalism‹?“, in: Rostas, I./ Rus, C./ Mirga-Kruszelnicka, A. (Hg.): “Racism and Romani Studies” (Springer).
(Text und Video: Centrum für Antisemitismus- & Rassismusstudien, Foto: Boris Bocheinski)
Januar 23rd, 2026 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) hat am 22. Jänner den neuen Rechtsextremismusbericht präsentiert. Er versammelt auf 220 Seiten Daten und Analysen zu rechtsextremen Aktionen und Ideologien in Österreich im Jahr 2024.
→Download: Rechtsextremismus in Österreich 2024 (pdf)
Unter den zehn Kapiteln finden sich Einordnungen zur Geschichte und rechtlichen Aspekten zum Rechtsextremismus ebenso wie statistische Erhebungen von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Stellen, den größten Teil macht eine detaillierte Beschreibung unterschiedlichster rechtsextremer Akteur*innen aus. Darin werden deutschnationale Verbindungen und neonazistische Aktivisten ebenso behandelt wie Vertreter*innen der „Neuen Rechten“ wie die Identitäre Bewegung. Das Spektrum der beobachteten Gruppen reicht von migrantischen Rechtsextremen wie den „Grauen Wölfen“ bis zu „Alternativmedien“ wie AUF1. Der Bericht endet mit einer Darstellung der wichtigsten aktuellen Trends und einer Prognose künftiger Entwicklungen.

Das DÖW hat 2023 von den Bundesministerien für Inneres und Justiz den Auftrag erhalten, jährlich einen wissenschaftlichen Bericht über den österreichischen Rechtsextremismus zu verfassen. Die Ausgabe zum Jahr 2024 ist nun schon der zweite vom DÖW erstellte Bericht.
(Text: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands/DÖW)
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November 6th, 2025 |
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Literatur & Bücher, Romani, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Bahtalo Internacionalno dive e Romane chibjako! Einen frohen Internationalen Tag der Romanes-Sprache! — Europarat setzt sich für den Schutz der Identität und Kultur der Roma ein, indem er für den Erhalt der Romanes-Sprache eintritt. Am 5. November organisierte er gemeinsam mit dem Roma-Institut ERIAC die Konferenz „Safeguarding Romani Language“.
Die Sprache Romanes ist das Herzstück der Identität der Roma, ihrer Zugehörigkeit zur Gemeinschaft und ihrer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Heute kommt ihr eine noch größere Bedeutung zu: Sie ist sowohl ein Bestandteil des kulturellen Erbes als auch ein lebendiges Kommunikationsmittel, das die Roma über Grenzen und Dialekte hinweg verbindet. Der Europarat setzt sich mit verschiedenen Rechtsinstrumenten und Initiativen aktiv für die Förderung und den Schutz von Romanes ein. So organisierten die Abteilung Roma und Fahrende des Europarates und das Europäische Roma-Institut für Kunst und Kultur (ERIAC) anlässlich des Internationalen Tags der Romanes-Sprache, der am 5. November begangen wird, in den Räumlichkeiten des Instituts in Berlin die sechste internationale Konferenz mit dem Titel „Erhalt der Romanes-Sprache“ („Safeguarding Romani Language“).
Literatur und Sprache sind Säulen der Roma-Kultur
Romanes als Weg zu Identität, Gerechtigkeit und Inklusion im Kontext der internationalen und europäischen Migration der Roma war eines der Hauptthemen der Konferenz. Diese Veranstaltung brachte internationale Fachleute für den Unterricht von Romanes, für Linguistik und für Kulturerbe zusammen und vereinte Stimmen aus Wissenschaft, Behörden und gesellschaftlichen Organisationen, um die internationale Reform von Romanes voranzutreiben und ihren Gebrauch über Grenzen hinweg zu harmonisieren.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Rolle der Literatur für den Erhalt von Romanes. In diesem Jahr bildete die Konferenz einen neuen Meilenstein bei der Gründung des Romanes-PEN-Zentrums, das Mitglied des Autorenverbands PEN International werden möchte. Diese Initiative zielt darauf ab, Schriftsteller/innen, Dichter/innen, Übersetzer/innen und Verfechter/innen der Sprache Romanes aus ganz Europa und darüber hinaus zusammenzubringen, um die transnationale Zusammenarbeit zu fördern und die Stimmen der Roma in der internationalen Literaturlandschaft zu verstärken. Read the rest of this entry »
Oktober 23rd, 2025 |
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Hochschulschriften, Romani, Wissenschaft
Daphne Reitinger (2024): A Cognitive Approach to Borrowing: German Loans in Sinti-Manuš Romani
Masterarbeit, Karl-Franzens-Universität Graz (Institut für Sprachwissenschaft), 118 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Abstract (Link):
Sinti-Manuš-Romani weist aufgrund des mehr als 400 Jahre währenden Sprachkontakts mit Deutsch eine umfangreiche Schicht deutscher Lehnwörter auf. Die vorliegende Arbeit untersucht die deutsche Lehnwortschicht in den zwei Sinti-Manuš-Romani-Varietäten Shinto Rosengro und Manouche d’Auvergne. Durch den Fokus auf die in Italien beheimatete Varietät Shinto Rosengro und die in Frankreich beheimatete Varietät Manouche d’Auvergne kann die Robustheit der vorliegenden deutschen Entlehnungen gewährleistet werden, da Deutsch nicht mehr zu den primären Kontaktsprachen zählt. Im Einzelnen werden die in beiden Varietäten vorkommenden deutschstämmigen Lehnwörter sowie die entsprechenden Integrationsprozesse untersucht. Es werden Fallstudien zu Phonologie, Semantik und zu morphologischen Prozessen durchgeführt und kognitive Mechanismen wie Entrenchment-, Frequenz- und Similarity-Effekte zur Erklärung der beobachteten Ergebnisse herangezogen. Durch eine umfassende Untersuchung dieser Wechselwirkungen strebt diese Arbeit an, einen Beitrag zum interdisziplinären Gebiet der kognitiven Kontaktlinguistik leisten.
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Oktober 13th, 2025 |
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Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Kornelia Vogl (2023): Betteln als Lebensform. Eine Befragung von Notreisenden in Graz zu ihrem Alltag
Masterthesis, Karl-Franzens-Universität Graz (Studienrichtung „Global Studies“), 147 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Abstract (Link):
Über jene Menschen, die aufgrund von Armut innerhalb Europas migrieren und häufig als Bettelnde in österreichischen Städten anzutreffen sind, gibt es unzählige mediale Berichte mit diversen Sichtweisen auf das sozialpolitische Streitthema. Im Rahmen dieser Arbeit wurde das Thema Armutsmigration aus soziologischer Sicht untersucht, um die Situation der Betroffenen aus einer wissenschaftlichen Perspektive zu betrachten. Dabei wurde genauer auf den Alltag der Notreisenden und ihren Umgang mit einer möglichen Stigmatisierung eingegangen. Mittels leitfragengestützter Interviews mit slowakischen und rumänischen Staatsangehörigen wurde die Lebenslage der Notreisenden untersucht und anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass es den Notreisenden in den Herkunftsländern an lebenswichtigen Grundlagen fehlt, weshalb nur die Pendelmigration nach Westeuropa als Ausweg bleibt. Außerdem mangelt es den Betroffenen an (Aus-)Bildung, adäquaten Wohnmöglichkeiten oder Zugang zum Arbeitsmarkt, wodurch ihre Chancen auf eine Verbesserung der Situation vermindert werden. Die temporäre Pendelmigration ermöglicht es den Menschen die Versorgung ihrer Familie zu gewährleisten. Read the rest of this entry »
Oktober 11th, 2025 |
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Frauenrechte, Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Christina Bugram (2019): Die Lebenssituation osteuropäischer Rom_nija in Graz: temporäre und zirkuläre Migration als Problemlösungsstrategie
Masterthesis, Karl-Franzens-Universität Graz (Studienrichtung „Interdisziplinäre Geschlechterstudien“), 100 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Abstract (Link):
In der Mehrheitsbevölkerung sind zahlreiche antiziganistische Stereotype über Rom_nija verankert, mit denen jahrhundertelange Diskriminierung und Benachteiligung unterstützt wurde und wird. Fundiertes Wissen über ihre tatsächlichen Lebensrealitäten besteht hingegen kaum. Diese Masterarbeit zielt darauf ab, Aufklärungsarbeit zu leisten, und liefert eine genaue Betrachtung temporärer bzw. zirkulärer Migration von Rom_nija aus den neuen EU-Mitgliedstaaten nach Graz, wo diese vorwiegend als Bettler_innen sichtbar sind. Temporäre und zirkuläre Migrationsformen von Rom_nija finden sowohl im Diskurs um Migration als auch über Rom_nija wenig Beachtung. Eine analytische Sichtweise auf die Perspektive von Frauen fehlt oft gänzlich. Qualitative Interviews mit sechs temporären und zirkulären romani Migrantinnen in Graz sowie ein Interview mit einer Mitarbeiterin eines romaspezifischen Projektes ermöglichen einen Einblick in Lebens- und Migrationsbiografien und die Herausforderungen, denen sie als Frau, Migrantin und Romni begegnen. Die befragten Frauen teilen wie die meisten romani Migrant_innen eine wesentliche Gemeinsamkeit: ein Leben in ihrer Herkunftsregion wäre ohne eine Migration kaum bis gar nicht zu bewältigen. Trotz zahlreicher biografischer Parallelen lassen sich aus den Interviews vier verschiedene Migrationsformen ableiten. Neben der Differenzierung zwischen der einmaligen und wiederholten Migration bezieht sich ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal auf das Ziel einer dauerhaften Niederlassung. Read the rest of this entry »
Oktober 3rd, 2025 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Grundrechteagentur FRA legt neuen Bericht über Roma und Traveller in der EU vor: mehr Erwerbstätige, aber Diskriminierung bleibt bestehen
European Union Agency for Fundamental Rights (FRA): Rights of Roma and Travellers in 13 European Countries. Perspectives from the Roma Survey 2024, Vienna 2025 (2.10.2025) | →Zum Download
Roma und Traveller in der EU sind nun erwerbstätig, und auch ihre Wohnverhältnisse haben sich verbessert. Jedoch sind Armut, Diskriminierung und Segregation nach wie vor weit verbreitet. Dies geht aus einer neuen Erhebung der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) hervor. Die FRA betont nachdrücklich, dass zwischen den EU-Zielen zur Inklusion der Roma und den gelebten Erfahrungen der Roma- und Traveller-Gemeinschaften nach wie vor erhebliche Lücken bestehen. Es ist unwahrscheinlich, dass die EU-Staaten die Ziele bis 2030 erreichen werden.
Die jüngste Roma-Erhebung bewertet, ob die Roma und Traveller durch die Inklusionsmaßnahmen der EU und ihrer Mitgliedstaaten besseren Zugang zu ihren Grundrechten haben. Verglichen mit Ergebnissen aus früheren Erhebungen der FRA zeigen sich zwar in einigen Bereichen Fortschritte, jedoch bestehen nach wie vor große Unterschiede zwischen den Roma und der Allgemeinbevölkerung: Read the rest of this entry »
Oktober 2nd, 2025 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Über 160 Jahre lang wurden die sterblichen Überreste von drei Roma aus Rumänien in einer Sammlung der Universität Leipzig entmenschlicht und als „Forschungsmaterial“ missbraucht. Damit wurden sie Teil einer Geschichte von Entwürdigung und rassistischen Forschungen, die Roma und Sinti bis heute überschattet. Nun ist die Zeit gekommen, ihnen endlich Würde und Ruhe zurückzugeben. Am 1. Oktober 2025 wurden die Gebeine auf dem Südfriedhof Leipzig beigesetzt – in unmittelbarer Nähe zu einer Sinti-Grabstätte, deren Angehörige Opfer der NS-Verfolgung wurden. So entsteht ein gemeinsamer Erinnerungsort, der an die historische Verfolgung erinnert und zugleich den drei Verstorbenen ihre Würde zurückgibt.
Für die Umsetzung führte die Leipziger Roma-Organisation „Romano Sumnal“ eine Spendenaktion durch: für die Beisetzung, den Gedenkstein, die künstlerische Gestaltung und die Gedenkfeier. „Jede Spende hilft, ein über 160 Jahre währendes Unrecht zu beenden und in Leipzig einen Ort der Würde und Gerechtigkeit zu schaffen.“ Mehr hier.
(Text: Romano Sumnal)
September 24th, 2025 |
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Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Roma und Sinti darstellen: Fotografische Konstruktionen in Zeitungen und Zeitschriften der Zwischenkriegszeit 1918–1939/40
Forschungsprojekt am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien, Mai 2025 bis April 2029
→representing-roma-and-sinti.eu
Keine europäische Minderheit stand in den Jahren der Zwischenkriegszeit stärker im Fokus der Fotografie als die Gruppe der Roma und Sinti. In vielen europäischen Ländern veröffentlichten illustrierte Zeitungen und Zeitschriften regelmäßig fotografische Bildberichte und Reportagen zum Thema. Die fotografischen Repräsentationen pendelten dabei zwischen stereotypen Formen der Idealisierung und – häufiger noch – Strategien der kulturellen, sozialen und rassistischen Ausgrenzung. Parallel dazu entstanden im Zuge der zivilen Emanzipationsbewegungen der Minderheit in einigen Ländern Roma-eigene Zeitschriften, die andere, selbstbewusstere Bilder entwarfen. Diese in der Forschung bislang wenig beachteten Quellen werden vom Fotohistoriker Anton Holzer am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien erstmals systematisch untersucht.
Das vom FWF geförderte Forschungsprojekt eröffnet einen neuen, differenzierten Blick auf die Repräsentationsgeschichte der Roma und Sinti im 20. Jahrhundert. Es beschäftigt sich mit zentralen Fragen der historischen und gegenwärtigen europäischen Kultur: Wie werden kulturelle, soziale und ethnische Grenzziehungen gezogen und wie werden sie visuell dargestellt? Wer bestimmt in Bildern, Texten und medialen Diskursen darüber, wo und wie die Grenzen zwischen dem (behaupteten) „Eigenen“ und dem (vorgestellten) „Fremden“ gezogen werden? Read the rest of this entry »
September 7th, 2025 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Deutsch-tschechische Konferenz zur Erinnerung an den Völkermord an Sinti und Roma in Prag
Vom 11. bis 13. September 2025 findet in Prag bzw. in der Gedenkstätte in Lety eine deutsch-tschechische Konferenz statt. Anlass ist der 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. Unter dem Titel „Das Erbe der überlebenden Sinti und Roma über Generationen hinweg. Anerkennung, Verantwortung und Herausforderungen 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg“ kommen Nachfahren von Überlebenden, Aktivistinnen und Aktivisten, Historikerinnen und Historiker, Forschende sowie Vertreterinnen und Vertreter öffentlicher Institutionen aus Deutschland und Tschechien zusammen.
Die Konferenz wird von der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg und dem Institut für Zeitgeschichte der Tschechischen Akademie der Wissenschaften organisiert. Diskutiert werden Fragen der Erinnerungskultur in beiden Ländern, die ethischen Dimensionen der Forschung zum Völkermord an Roma und Sinti, die transgenerationelle Weitergabe von Traumata sowie die Perspektive der zweiten und dritten Generation. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der kritischen Auseinandersetzung mit Dokuvmenten von Täterinnen und Tätern und ihrer Rolle in der historischen Aufarbeitung.
„Am meisten freut mich, dass so viele Nachkommen von Überlebenden aus Tschechien und Deutschland unserer Einladung gefolgt sind. Einige von ihnen tragen entweder direkt zur Organisation der Konferenz bei oder halten Vorträge. Dank ihrer Teilnahme wird dies eine wirklich außergewöhnliche Veranstaltung, bei der die Vertreter aller überlebenden Generationen die für sie wichtigen Themen ansprechen können“, erklärt die Historikerin Renata Berkyová von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften gegenüber dem tschechischen Nachrichtenserver Romea.cz. Sie ist eine der Organisatorinnen der Konferenz.
Am Anfang des dreitägigen Programms steht am 11. September 2025 die Premiere zweier Dokumentarfilme. Im Prager Kino „Ponrepo“ werden zwei Filme über die zweite Generation von Holocaust-Überlebenden gezeigt: die deutsche Produktion „Auschwitz verlassen“ (2024, Regie: Margitta Steinbach, 30 Minuten) und der tschechische Dokumentarfilm „Když se bolest dědí“ („Wenn Schmerz vererbt wird“, 2025, 40 Minuten, Regie: František Bikár und Renata Berkyová). Die Vorführung wird begleitet von einer Podiumsdiskussion mit den Filmemacherinnen und Protagonisten.
Am 12. September findet die eigentliche Fachkonferenz mit drei international besetzten Panels statt. Read the rest of this entry »
September 2nd, 2025 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Wissenschaft
Zeichen setzen in Zeiten eines wachsenden Antiziganismus: Deutsches Bundesarchiv und Zentralrat Deutscher Sinti und Roma schließen Kooperationsvereinbarung
Das Bundesarchiv und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Am 1. September unterzeichneten Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, und Michael Hollmann, Präsident des Bundesarchivs, die Vereinbarung in Heidelberg. Damit soll in Zeiten eines wachsenden Antiziganismus in der Gesellschaft ein Zeichen gesetzt und gleichzeitig die Aufklärung über die nationalsozialistische „Rassenforschung“ weiter verbessert werden. In Erinnerung an die im nationalsozialistisch besetzten Europa ermordeten rund 500.000 Sinti und Roma wurde zuletzt am 2. August der „Europäische Tag des Gedenkens an den Genozid an Sinti und Roma“ begangen.
Die Unterzeichnung fand 44 Jahre nach der Besetzung des Universitätsarchivs Tübingen statt, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg NS-Akten der „Rassenhygienischen und Bevölkerungsbiologischen Forschungsstelle“ (RHF) lagen, die in der NS-Zeit als Planungsgrundlage für den Holocaust an Sinti und Roma dienten und die in der Nachkriegszeit für rassistische Forschungen missbraucht wurden. Am 1. September 1981 hatten 18 Sinti das Universitätsarchiv besetzt, darunter auch Holocaustüberlebende und Romani Rose, und die Überführung der entsprechenden NS-Akten in das Bundesarchiv gefordert. Die Unterlagen werden seitdem im Bestand R 165 im Bundesarchiv verwahrt.
Ein besonders bekanntes Beispiel für rassistische Forschungen in Tübingen war Sophie Ehrhardt, die bis 1968 als Anthropologin der Universität Tübingen tätig war und unbehelligt die NS-Rasseakten für ihre antiziganistischen Forschungen über Sinti und Roma nutzte. Erhardt war während der NS-Zeit dem nationalsozialistischen Rassentheoretiker Robert Ritter unterstellt. Dieser war Leiter der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“ und bestimmte auf Anweisung von Reichsführer SS Heinrich Himmler „wissenschaftlich“ die „Rassenzugehörigkeit“ von Sinti und Roma, wodurch deren systematische Erfassung, die Deportation und Ermordung in Konzentrationslagern ermöglicht wurde.
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August 21st, 2025 |
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Hochschulschriften, Jugend & Bildung, Wissenschaft
Thorben Struck (2024): Zwischen Notwendigkeit und Widerstand: Eine erziehungswissenschaftlich-ethnographische Studie zum Leben und Helfen unter heteronomen Bedingungen
Dissertation, Universität Hamburg (Fakultät für Erziehungswissenschaft), S. 293.
→zur Downloadseite der SUB Hamburg
Abstract (Link):
Diese Dissertation untersucht die Lebensrealitäten und Bewältigungsstrategien junger männlicher Roma bulgarischer Herkunft und ihrer Familien im marginalisierten Stadtteil Gaarden-Ost in Kiel. Auf Basis einer einjährigen ethnographischen Forschung mit teilnehmender Beobachtung werden die strukturellen Herrschaftsverhältnisse analysiert, die ihre Lebenswelten prägen, sowie ihre alltäglichen Widerstandspraktiken. Im Rahmen eines kategorial-analytischen Auswertungsverfahrens der empirischen Daten nimmt die Arbeit eine machttheoretische Deutung vor und zeigt unter Bezug auf Konzepte des alltäglichen Widerstands deren empirische Relevanz auf.
Fünf zentrale Bewältigungskontexte werden identifiziert: „Orte, Räume und Zeiten“, „Antiziganismus“, „Repressionsapparate“, „Bürokratie und Institutionen“ sowie „Organisierte Kriminalität“. Die Ergebnisse verdeutlichen ein Spannungsfeld der Bewältigungshandlungen zwischen Anpassung und Widerstand. Die habituelle Verankerung widerständigen Handelns wird hierbei theoretisch fundiert und in seiner empirischen Relevanz als „Habitus zwischen Notwendigkeit und Widerstand“ beschrieben.
Die ethnographische Untersuchung beleuchtet zudem die Hilfestrukturen, die die jungen Männer nutzen, und differenziert diese in formale, non-formale und informelle Felder der Hilfe. Read the rest of this entry »
August 12th, 2025 |
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Film & Theater, Literatur & Bücher, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft, dROMa (Magazin)
Aktujeli kenvi pedar Romengere-kipi ando mediji
So o avre dschene patschan, pedar o Roma te dschanel, tschak tschulo upre ajgeni kontaktoskere terdschijiptscha pal dschal, hatek tschak famitlim hi – hamischno dschanipe andar o mediji, pherde negativi kipenca, save ojs tschatschiptscha ar dim on. O ande televisa taj ande komiktscha use ledschime Romengere-sikajiptscha akan duj kenvi andar i Germanija aun pumenge dikle.
Falato 1: Tatort taj Talkshows
Katharina Peters: Das deutsche Fernsehen und der Fall ,Rassismus‘. Mediale Inszenierungen von Sinti und Roma im Tatort und in politischen Talkshows (= Edition DISS, Bd. 46), falog Unrast: Münster 2021, 164 riktscha.
Sar adala medijali sikajiptscha le Romendar ande prindscharde formatscha la nimtschka televisatar naschen, jek sani kenva la „edicijonatar DISS“ aun peske dikel. I Katharina Peters, adaj mindenfelitike Polit-Talkshowenca taj ofto „Tatort“-serijenca donde pe bescharel: usar „Armer Nanosh“ (1989) taj „Kleine Diebe“ (2000) pedar o Betschi-krimi „Die schlafende Schöne“ (2005), „Brandmal“ (2008) „Mein Revier“ (2012) taj „Angezählt“ (2013) dschi otscha use „Mia san jetz da, woʼs weh tut“ (2016) taj „Klingelingeling“ (2016).
Taj oj mindig uso glajchi koja perel: O butvar sterejotipischi sikajipe rasistischi aun fitime kipi anel, save jek kontrasto le „ajgeni kojastar“ taj le „durutne kojastar“ soraljaren. Adaj te o tschule latsche probalintschage, ando krimiskero phukajipe te rasismus te tematisirinel, hatek nischta naschtig keren. Read the rest of this entry »
August 11th, 2025 |
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Film & Theater, Literatur & Bücher, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft, dROMa (Magazin)
Aktuelle Bücher über Roma-Bilder in den Medien
Was die Mehrheitsgesellschaft über Roma zu wissen glaubt, basiert nur selten auf eigenen Kontakterfahrungen, sondern ist in der Regel vermittelt – vermeintliches Wissen aus den Medien, voller negativer Bilder, die als Wahrheiten ausgegeben werden. Die in TV und Comics kolportierten Roma-Darstellungen behandeln nun zwei Publikationen aus Deutschland.
Teil 1: Tatort und Talkshows
Katharina Peters: Das deutsche Fernsehen und der Fall ,Rassismus‘. Mediale Inszenierungen von Sinti und Roma im Tatort und in politischen Talkshows (= Edition DISS, Bd. 46), Unrast Verlag: Münster 2021, 164 Seiten.
Wie diese medialen Inszenierungen von Roma in populären Formaten des deutschen Fernsehens funktionieren, untersucht ein schmaler Band der „Edition DISS“. Katharina Peters knüpft sich darin diverse Polit-Talkshows und acht „Tatort“-Folgen vor: von „Armer Nanosh“ (1989) und „Kleine Diebe“ (2000) über den Wien-Krimi „Die schlafende Schöne“ (2005), „Brandmal“ (2008) „Mein Revier“ (2012) und „Angezählt“ (2013) bis zu „Mia san jetz da, woʼs weh tut“ (2016) und „Klingelingeling“ (2016).
Und sie gelangt zum immer gleichen Fazit: Die vorwiegend stereotype Inszenierung transportiert rassistisch aufgeladene Bilder, die einen Gegensatz von „Eigenem“ und „Fremdem“ etablieren. Dagegen bleiben auch die wenigen vorsichtigen Versuche, innerhalb der Krimierzählung auch Rassismus zu thematisieren, letzten Endes machtlos.
Fiktionale und nicht-fiktionale Formate, „Tatort“ und Talkshows, spielen einander wechselseitig in die Hände, um ihre Roma-Bilder zu konstruieren. „Die fiktional produzierten Ressentiments [werden] im realen politischen Diskurs aufgegriffen und vice versa.“ (S. 12) Mit Bezug auf reale Ereignisse und tagespolitische Debatten skizziert Peters, wie sich so auch der Fokus der Roma-Darstellungen verschiebt: Read the rest of this entry »
Juli 29th, 2025 |
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Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Wissenschaft
Yücel Meheroğlu (2024): Der historische Versicherheitlichungsprozess der Osmanischen-Türkischen Roma (1908-1951)
Phil. Diss., Technische Universität Berlin (Fakultät I – Geistes- und Bildungswissenschaften), 642 S.
→zum Download der TU Berlin
Abstract (Link):
Im Mittelpunkt der Dissertation steht die politische Konstruktion der osmanischen-türkischen Roma als ein Sicherheitsproblem im Zuge des 20. Jahrhunderts (1908–1951). Die Arbeit baut auf der Hypothese auf, dass eine von Sicherheitsakteuren verfolgte Versicherheitlichungspolitik innerhalb des osmanisch-türkischen Staatsapparates Roma als eine fragile Gemeinschaft in der heutigen Türkei hervorgebracht hat, die weitestgehend in ihren Staatsbürgerrechten beschnitten ist. Dieser Politik ist die Zuschreibung als „Zigeuner“ inhärent und die sie damit als eine rassialisierte Gemeinschaft konstituierte. Anhand des Themenkomplexes Mobilität, Migration und Staatsbürgerschaft werden die Kontinuitäten und Zäsuren dieser Politik zwischen dem Osmanischen Reich und der Türkei unter Heranziehung einer Fülle von Quellenmaterialien analysiert. Die sich hieraus ergebenden zentralen Fragen sind die folgenden: Wann, wie und von wem wurde der Sicherheitsdiskurs um die Roma generiert? In welchen Diskursen und Praktiken schlug sich dieser nieder? Diese historisierbaren Prozesse und Dynamiken versucht die Autorin anhand der methodologischen Kombination von Versicherheitlichung (securitization) und Geschichtswissenschaft zu erfassen. Gleichzeitig ist es ein Anliegen der Dissertation, die Geschichtslosigkeit zu beenden und Roma als historische Akteure und damit als organischer Teil der modernen osmanischen-türkischen Geschichte sichtbar zu machen.
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Juli 18th, 2025 |
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Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Wissenschaft
Alexander Rode (2023): Die Bewegung der Anderen. Prekäre Mobilität im 19. und 20. Jahrhundert in Sachsen und Leipzig
Phil. Diss., Universität Leipzig (Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften), 625 S.
→zum Download der Universität Leipzig
Abstract (Link):
Die Dissertation thematisiert die Mobilität von prekären Gruppen wie Vagabund:innen, Landstreicher:innen, Sinti und Roma. Sie geht dabei davon aus, dass die als Abweichung von der Norm wahrgenommene Mobilität – oft als Wandertrieb stigmatisiert – nicht aus eigenem Antrieb der Betroffenen erfolgte, sondern durch behördliche Repression erzeugt wurde. Polizeiliche Repression, Stadtverweise, Bettelverbote oder behördliche Willkür erzeugten Bewegungen, die anschließend im Diskurs gegen die betroffenen Menschen gewendet wurde. Die Mobilität dieser Gruppen war keine Eigenschaft, selbstbestimmte Lebensweise oder kulturelle Eigenart, sondern das Ergebnis struktureller Ungleichheit und Ungleichbehandlung. Die Untersuchung bedient sich dabei einer raumtheoretischen Vorgehensweise und Analytik.
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Juni 25th, 2025 |
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Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Christian Gerhard Kelch (2020): Dr. Hermann Arnold und seine »Zigeuner«. Zur Geschichte der „Grundlagenforschung“ gegen Sinti und Roma in Deutschland unter Berücksichtigung der Genese des Antiziganismusbegriffs
Dissertation, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg/FAU (Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie), 671 S.
→Download von OPEN.FAU (pdf)
Abstract (Auszug, S. 668 ff.):
Vorliegende Kritik der Tsiganologie setzt sich aus wissenschaftsgeschichtlicher Perspektive mit dem Phänomen Antiziganismus in der deutschsprachigen Wissenschaft auseinander. Im Zentrum steht der deutsche Mediziner Dr. Hermann Arnold (1912-2005), der nach dem Völkermord an den Sinti und Roma (Porajmos) durch die Nationalsozialisten als maßgebliche wissenschaftliche Instanz bezüglich der Deutung der Lebensweise und der Geschichte der als »Zigeuner« bezeichneten Sinti, Roma und auch Jenischen galt. Die Studie ist als Historische Diskursanalyse angelegt und fragt nach Kontinuitäten und Brüchen des „Wissensdiskurses“ über diejenigen Menschen, die als »Zigeuner« stigmatisiert wurden und werden. Gleichzeitig wird in Form einer begriffsgeschichtlichen Klammer der historischen Genese und gegenwärtigen Rezeption des Antiziganismusbegriffs, mit dem die spezifische Form des Ressentiments gegen Sinti und Roma und andere Gruppen in Deutschland seit den 1980er Jahren benannt wird und der nach wie vor umstritten ist, nachgegangen. Im Zentrum stehen dabei die Fragen: 1.) nach dem spezifischen Zigeunerbild Hermann Arnolds, 2.) Arnolds Wirken als „Zigeunerexperte“ in der bundesdeutschen Ministerialbürokratie, 3.) nach dem Wandel des Diskurses über vermeintliche »Zigeuner« im Verlauf der 1970er Jahre, 4.) nach Kontinuitäten zu Arnold in deutschen Tsiganologie der 1980er und 2000er Jahre und 5.) nach der Rezeption des Antiziganismusbegriffs in Deutschland. […] Read the rest of this entry »
Juni 13th, 2025 |
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Geschichte & Gedenken, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft
Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma:
Das Zwangslager Ravensburg-Ummenwinkel
Podcast „Geschichte nach der Schule“ (Nr. 26), 11.1.2024, 54:53 min.
Dieter Grupp wendet sich in dieser Folge einem über lange Zeit marginalisierten Thema der NS-Geschichte zu: der Opfergruppe der Sinti und Roma. Weit über das Ende der NS-Diktatur hinaus wurden sie nicht als solche anerkannt und mussten für diese Anerkennung einen mühsamen und langen Weg gehen.
Um das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven anzugehen, sind heute zu Gast: Dr. Armin Koch, Fachberater Geschichte am ZSL (Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung) und Referendarsausbilder am Seminar Weingarten, und Philipp Reinhardt, sein ehemaliger Schüler und als Sinto Ko-Autor eines Unterrichtskonzepts zum Zwangslager Ummenwinkel. Darin wird die Geschichte der Sinti im Ravensburg (Oberschwaben) der 1930er und 1940er Jahre in einen größeren Kontext eingeordnet.
Im Podcast wird an vielen komplizierten Bereichen der Geschichtsforschung und -didaktik gerührt: Wie soll man solch ein monströses Thema im Unterricht angemessen behandeln? Was muss unbedingt beachtet werden, was sollte man vermeiden? Welche Perspektiven und welche Sprachregelungen sind zu beachten? Und natürlich – wie kann man heute antiziganistischen Haltungen begegnen? Read the rest of this entry »
Mai 26th, 2025 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Laura Soréna Tittel: Politische Theorie des Antiziganismus. Genese und Kritik eines modernen Herrschaftsverhältnisses (=Beiträge zur kritischen Antiziganismusforschung, Bd. 2), transcript Verlag: Bielefeld 2025 [Erscheinungsdatum: 20.12.2024], 258 Seiten.
→Open Access: Download (pdf)
Antiziganismus ist bis heute weit verbreitet und betrifft Sinti*ze und Rom*nja als Angehörige der größten Minderheit Europas in besonderem Maße. Dennoch wird das Thema in Wissenschaft und Gesellschaft gleichermaßen verdrängt. Im Anschluss an die kritische Gesellschaftstheorie verbindet Laura Soréna Tittel Überlegungen zur Funktion der »Zigeuner«-Figur in der politischen Theorie von Kant, Marx und Adorno mit umfangreichem Quellenmaterial, das von frühneuzeitlichen Gesetzestexten bis zu polizeilich eingesetzten Bildern reicht. Sie zeigt die Genese des modernen Antiziganismus in der Aufklärung, im Kapitalismus und in der Staatenbildung auf und ermöglicht so kritische Perspektiven auf ein gesellschaftliches Herrschaftsverhältnis.
(Text: transcript Verlag)
April 4th, 2025 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 3.4.2025 | 11:08 min
Buchpräsentation mit Andreas Kranebitter, dem wissenschaftlichen Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW)
Kenvakeri presentacija le Andreas Kranebitteriha, visenschoflichi vodaschi le dokumentacijakere archivistar le austritike viderschtaundistar (DÖW) — O NS-schtot dschenen ledschija mindenfelitike argumentenca ando logertscha. O kriminalengere harengere i sor dim uli, dschenen ande o logertscha te bitschal, kekaj meg nisaj phageripe on kerde. O harengere taj i SS etikirinde len vasch lengere anglutne schtrauftscha ojs „berufiskere fabrejchertscha“. Palo bersch 1945 on na ojs opfertscha aun dikle ule. Pal lende tschak garudnon vakerdo, taj nisaj forschinipe kerdo ulo. Ham ko sina o „kriminele ande tschapime dschene“ andar o logertscha? Upre saj tschatschipeskero argejipeskero punkto on deportirim ule? Saj angle peripeskere deliktscha le sina? Sar o harengere oda arbutschalinde o becajchinipe „berufiskere fabrejchertscha“? I kenva vidminel pe na tschak la NS-cajtake, ham te la historijake la kriminalpolitikake andi Austrija.
Der NS-Staat deportierte Personen mit unterschiedlichen Begründungen in Konzentrationslager. Die Kriminalpolizei wurde ermächtigt, Personen in „Vorbeugungshaft“ zu nehmen und in KZ einzuweisen. Polizei und SS etikettierten sie wegen ihrer Vorstrafen als „Berufsverbrecher“. Nach 1945 galten sie nicht als Opfer. Über sie wurde nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen, aber nicht geforscht. Wer waren aber die „kriminellen“ Häftlinge der Konzentrationslager? Read the rest of this entry »