„Die Konstruktion von Kriminellen“

April 4th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

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Tschibtscha | 3.4.2025 | 11:08 min

Buchpräsentation mit Andreas Kranebitter, dem wis­sen­schaft­li­chen Leiter des Doku­men­ta­tions­archivs des öster­rei­chi­schen Wi­der­standes (DÖW)

Kenvakeri presentacija le Andreas Kranebitteriha, visen­schof­lichi vodaschi le doku­menta­cija­kere archi­vistar le austri­tike vider­schtaun­distar (DÖW) — O NS-schtot dschenen ledschija mindenfelitike argumentenca ando loger­tscha. O krimina­lengere haren­gere i sor dim uli, dsche­nen ande o loger­tscha te bitschal, kekaj meg nisaj pha­geripe on kerde. O haren­gere taj i SS etiki­rinde len vasch lengere anglutne schtrauf­tscha ojs „be­rufiskere fabrejcher­tscha“. Palo bersch 1945 on na ojs opfertscha aun dikle ule. Pal lende tschak garudnon vakerdo, taj nisaj forschi­nipe kerdo ulo. Ham ko sina o „kriminele ande tscha­pime dschene“ andar o logertscha? Upre saj tscha­tschi­peskero argeji­peskero punkto on deportirim ule? Saj angle peri­peskere deliktscha le sina? Sar o harengere oda arbu­tscha­linde o becaj­chinipe „berufis­kere fabrej­chertscha“? I kenva vidminel pe na tschak la NS-cajtake, ham te la historijake la krimi­nal­politi­kake andi Austrija.

Der NS-Staat deportierte Personen mit unterschiedlichen Begrün­dungen in Kon­zentra­tions­lager. Die Krimina­lpolizei wurde er­mächtigt, Personen in „Vorbeugung­shaft“ zu nehmen und in KZ ein­zu­weisen. Polizei und SS etiket­tierten sie wegen ihrer Vor­strafen als „Berufsverbrecher“. Nach 1945 galten sie nicht als Opfer. Über sie wurde nur hinter vor­ge­haltener Hand gespro­chen, aber nicht geforscht. Wer waren aber die „kriminellen“ Häftlinge der Kon­zentra­tions­lager? Auf welcher rechtlichen Basis wurden sie deportiert? Wegen welcher Delikte hatten sie Vorstrafen er­halten? Wie wandte die Kriminalpolizei das Label „Berufs­verbrecher“ an? Das Buch widmet sich nicht nur der NS-Zeit, son­dern auch der Geschichte der Kriminal­politik in Österreich und dem Weiter­leben der Stig­ma­tisie­rungen in den (Fa­mili­en-)Bio­grafien dieser Opfergruppe nach 1945. Andreas Krane­bitter geht den Biografien von 885 öster­reichischen „Berufs­verbrechern“ des KZ Mauthausen nach. Dafür hat er ver­schiedene geschichts- und sozial­wissen­schaft­liche Methoden und Konzepte an­gewendet. So be­trachtet er die Geschichte der Kon­zentra­tions­lager aus einer ganz neuen und bisher kaum be­achteten Per­spektive.

(Beitrag: TV Erba)

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