Geschichte & Gedenken

2. August bald offizieller Gedenktag?

August 2nd, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik

Lukas Mandl 2017 in Göttweig (Foto: Karl Gruber / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0)EU-Abg. Lukas Mandl (ÖVP) schlägt 2. August als offi­ziel­len öster­rei­chi­schen Gedenk­tag für Roma und Sinti vor. 2019 wird sich der Tief­punkt der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ver­fol­gung der Ro­ma und Sin­ti zum 75. Mal jäh­ren.

Wien (OTS) – „Neben mehr als sechs Mil­lio­nen Jüdin­nen und Juden wur­den auch die An­gehö­ri­gen anderer Be­völke­rungs­grup­pen im National­sozia­lis­mus sys­tematisch ver­folgt und ermordet. Zu den Ver­folg­ten zählten auch Roma und Sinti. Von 2. auf 3. August 1944 wur­den in nur einer Nacht 2.897 Roma und Sinti im Kon­zentra­tions­lager Auschwitz er­mor­det. Nächs­tes Jahr wird das genau ein Drei­viertel­jahr­hun­dert zurück­lie­gen“, er­innert der österrei­chi­sche Europa-Ab­geordne­te Lukas Mandl. „Es ist eine Frage des gesellschaftlichen Zusammen­halts für Mensch­lich­keit und Men­schen­würde, eine Frage des An­stands und der Mah­nung, um der­artige Ent­wick­lun­gen für alle Zukunft aus­zu­schlie­ßen, dass wir den Opfern ein ehren­des Andenken be­wah­ren. Unter Roma und Sinti wa­ren es insgesamt etwa eine halbe Mil­lion Kinder, Frauen und Männer, die im natio­nal­sozialis­ti­schen Ver­brecher­staat er­mor­det wurden“, so Mandl. Mandl macht folgenden Vorschlag: „Meine Anregung ist, im kom­men­den Jahr 2019 an­läss­lich des 75. Jahres­tages des Tief­punkts in der Ver­folgung der Roma und Sinti auch in Österreich den 2. Au­gust offi­ziell zum Gedenktag zu er­klären. Der Tag ist be­reits seitens des Euro­pa-Par­la­ments und eini­ger Staaten zum Gedenk­tag er­klärt wor­den.“

(OTS)

Gedenken am Wiener Ceija-Stojka-Platz

August 1st, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Gedenken am Ceija-Stojka-Platz 2015 (Foto: Romano Centro)„Dikh He Na Bister! Schau und vergiss nicht!“ – un­ter diesem Motto wird am 2. August, dem Gedenk­tag an den Völ­ker­mord an Roma und Sinti, der Men­schen ge­dacht, die vom Nazi-Re­gime als „Zigeuner“ ver­folgt und er­mor­det wurden.

Do., 2. August 2018, 18:00 Uhr
Ceija-Stojka-Platz, 1070 Wien

OTS/Romano Centro: In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden 2.897 Roma – Männer, Frauen und Kin­der – in den Gas­kam­mern von Auschwitz-Bir­kenau er­mor­det. Erst 70 Jahre nach dem Ende des Zwei­ten Weltkriegs wur­de der Genozid an einer hal­ben Mil­lion Roma und Sinti vom Euro­päi­schen Par­la­ment an­er­kannt. In der Reso­lu­tion vom April 2015 wurde dazu auf­ge­rufen, der Dis­krimi­nie­rung von Roma ein Ende zu setzen. Das Euro­päi­sche Parla­ment for­dert dazu auf, der Opfer des Völker­mor­des am 2. August – dem inter­natio­na­len Roma Genocide Memorial Day – zu ge­denken. Das EU-Par­la­ment sei „sehr be­sorgt um den stei­gen­den Anti­ziganis­mus, der sich in Anti-Roma-Rhe­torik sowie in Über­griffen und At­tacken gegen Roma in Europa mani­fes­tiert. Anti­ziganis­mus ist un­ver­einbar mit den Normen und Werten der Euro­päi­schen Union und soll­te in allen Mit­glieds­staaten be­kämpft wer­den.“ Maß­gebend für die An­erken­nung waren die Bemü­hun­gen der Roma Ge­no­cide Re­memb­rance Ini­tiative und zahl­loser Roma-Or­ganisa­tio­nen in ganz Europa. Vor allem ju­gend­liche Ak­tivis­tin­nen und Akti­visten er­hoben dafür ih­re Stimmen.

In Österreich ermordeten die Nationalsozialisten 90 % der Roma und Sinti. Bis heute ist das Trau­ma bei den Über­le­ben­den und den Nach­fahren der Opfer vor­han­den und wirk­sam. Ein Genozid, der lan­ge ver­schwie­gen und ver­gessen wurde und heute aktuel­ler ist denn je.

Romano Centro organisiert in Kooperation mit der Roma Genocide Remembrance Initiative und „zentrum exil“ zum vier­ten Mal die Gedenk­ver­anstal­tung zum 2. Au­gust in Österreich. Die Ver­anstal­tung wird von der Stadt Wien, dem 7. Bezirk und der Pfarre Alt­lerchen­feld un­ter­stützt. Eine Gedenk­veranstaltung, bei der An­gehö­rige von Opfern und jun­ge Akti­vistIn­nen zu Wort kom­men. Da es in Wien für diese Opfer­gruppe noch keinen eige­nen Gedenk­ort, kein Denkmal gibt, wurde der nach der Holocaust-Über­le­ben­den Romni Ceija Stojka be­nannte Platz im 7. Bezirk dafür aus­ge­wählt. Read the rest of this entry »

2. August: Gedenktag in Göttingen

August 1st, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Gedenken in Deutschland: Roma-Holocaust-Gedenktag in Göttingen (Foto: Roma Center)Gedenkveranstaltung zum Roma Genocide Remembrance Day in Göttingen

2.8.2018, 17 Uhr, Foyer des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4 – Göttingen

Am 2. August 2018 findet die Gedenkveranstaltung des Roma Centers zum Roma Genocide Remembrance Day statt. Dr. Dietmar Sedlaczek, Leiter der KZ-Gedenk­stätte Moringen, hält einen Vortrag über die im Jugend­konzentra­tions­lager Moringen in­haf­tier­ten Sinti-Jun­gen, die nach Auschwitz de­por­tiert wor­den sind. Im An­schluss wer­den wir die Aus­stel­lung des Roma-Anti­discrimi­na­tion-Net­works „Kampf ums Bleiberecht“ er­öff­nen. Mit der Gedenk­ver­an­stal­tung er­in­nern wir nicht nur der Er­mor­de­ten – die Aus­stellung be­fasst sich mit den Über­lebenden und der heu­ti­gen poli­ti­schen Situa­tion für Roma, die im­mer noch kein siche­res Bleiberecht ha­ben. Un­sere Wan­der­aus­stel­lung wird für zwei Wo­chen im Neuen Rathaus Göt­tin­gen zu se­hen sein. An­schlie­ßend zieht sie nach Hamburg wei­ter.

(Text: Roma-Center)

„Stille“ – Gedenkfeier in Berlin

Juli 31st, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Sinti-und-Roma-Denkmal in Berlin (Foto: Marko Priske)„Stille“ – Erinnern an die Ermordung der letzten Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau 1944

2. August 2018, 20 Uhr: Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, Simsonweg, 10557 Berlin

Am 2. August 2018 jährt sich die »Liquidation des Zigeuner­familien­lagers« in Auschwitz-Bir­kenau zum 74. Mal. SS-Ange­hörige er­mor­deten in der Nacht auf den 3. August 1944 die fast 3.000 ver­bliebe­nen Sinti und Roma in Gas­kammern – zu­meist als arbeits­unfähig ein­ge­stufte Frauen, Kinder und ältere Men­schen. Im An­schluss an die Ver­anstaltung besteht die Mög­lich­keit, am Brunnen des Denk­mals Blumen niederzulegen. Bitte bringen auch Sie eine mit! Herzlichen Dank.

Programm:

Begrüßung: Dr. Ulrich Baumann, stellv. Direktor der Stiftung Denkmal für die er­mor­de­ten Juden Europas

Reden: Sawsan Chebli, Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staats­sekre­tärin für
 Bürger­schaft­liches Engage­ment und Inter­nationales
Ilona Lagrene, Bürgerrechtlerin und frühere Vorsitzende des Landes­verbandes Deut­scher Sinti und Roma Baden-Württemberg
Zilli Schmidt, Auschwitzüberlebende

Rezitation: Gedicht »Auschwitz« auf Deutsch und Romanes: Petra Michalski und Hamze Bytyçi | Musikalische Umrahmung: Daniel Weltlinger (Violine)

(Text: Roma Trial)

2. August: Roma-Gedenken in Auschwitz

Juli 31st, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Gedenkfeier in Auschwitz, 2. August 2015 (Foto: Dikh he na bistar)Museum Auschwitz-Birkenau: Internatio­na­le Gedenk­feier am 2. Au­gust 2018

2.8.2018, 11:45 bis 13:30 Uhr
Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau
Więźniów Oświęcimia 20 – Oswiecim

Der Zentralrat und das Dokumentations- und Kultur­zentrum Deutscher Sinti und Roma werden auch in die­sem Jahr unter der Leitung von Romani Rose mit einer De­lega­tion von 50 Per­so­nen, darun­ter Holocaust­über­leben­de und deren Be­gleit­per­sonen, an dem Inter­natio­na­len Roma-Ge­denk­tag am 2. August in Auschwitz teil­neh­men. Der Gedenk­tag am 2. August wird vom Doku­menta­tions- und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma in Ko­opera­tion mit dem Verband der Roma in Polen vor­be­rei­tet. Neben den Über­leben­den neh­men zahl­reiche Vor­stände der Landes- und Mit­glieds­ver­bände des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma an dem Gedenk­akt teil. Für die Über­lebenden spricht die Holo­caust­über­leben­de Rita Prigmore.

Redner:
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma
Roman Kwiatkowski, Vorsitzender des Verbandes der Roma in Polen
Rita Prigmore für die Überlebenden
Dunja Mijatović, Menschenrechtskommissarin des Europarates
Beate Klarsfeld, UNESCO-Sonderbotschaftern für Bildung über den Holocaust und die Ver­hin­de­rung von Völ­ker­morden

Hintergrund:
Die Nationalsozialisten verschleppten von März 1943 bis Juli 1944 23.000 Roma und Sinti aus elf Län­dern Europas nach Auschwitz. Nahe­zu alle fan­den dort den Tod. Am 2. August 1944 wur­den die im Lager­ab­schnitt B II e des Kon­zentra­tions­lagers Auschwitz-Bir­kenau ver­blie­benen 2.900 Sinti und Roma auf Befehl des Reichs­sicher­heits­haupt­amtes er­mordet. Read the rest of this entry »

„Und eisig weht der kalte Wind“

Juli 10th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher

Eine Neuerscheinung aus Deutschland: "Und eisig weht der kalte Wind"Ricardo Lenzi Laubinger: Und eisig weht der kalte Wind. Die ergreifende Geschichte einer Sintifamilie, Verlag Books on Demand: Norderstedt 2018, Paperback, 280 S., ISBN-13: 9783743189959 (dort nicht mehr er­hält­lich)

Update: Das Buch ist inzwischen beim Klak-Verlag in Berlin er­schie­nen. ISBN 978-3-948156-21-3. Das Buch ist auch im Buch­han­del be­stell­bar oder vor­rätig.

Dieses Buch, „Und eisig weht der kalte Wind“, er­zählt die wahre Lebens- und Lei­dens­ge­schichte mei­ner Familie, be­son­ders die mei­ner Mutter Bertha „Sichla“ Weiss, einer deutschen Sintiza, die im Alter von 14 Jah­ren von den Natio­nal­sozia­lis­ten, zu­sam­men mit all ihren An­ge­höri­gen von Hamburg aus nach Polen in die Kon­zentra­tions­lager ver­schleppt wurde. Es war eine der un­zäh­li­gen Sinti­familien, die im III. Reich den Groß­teil ihrer An­gehö­ri­gen durch die ge­plan­te Volks­ver­nich­tung der Nazis an den Juden sowie an den Sinti und Roma ver­lo­ren hatte.

Lesen Sie hier die Geschichte eines 14-jäh­ri­gen Mädchens, das ihre Eltern, ihre sie­ben Ge­schwis­ter, ihre Groß­eltern, Tanten und Onkel so­wie die meis­ten deren Kinder ver­lo­ren hat, weil sie alle von den Nazis in den Kon­zentra­tions­lagern er­mordet wur­den. Sie war fast 20 Jahre alt, als sie end­lich von den Alliier­ten befreit wur­de, und hat­te 59 fürch­ter­liche und grauen­volle Monate Haft in ver­schie­de­nen Kon­zentra­tions­la­gern überlebt. Aber sie hat­te ihre gesam­te Fa­milie und mehr als 60 weite­re An­gehö­rige ver­loren. Sie war die einzige Überlebende ihrer gesam­ten Ver­wandt­schaft. Doch war der Leidensweg nach ihrer Befreiung noch lan­ge nicht vorbei. Denn auch nach dem Krieg und in der Bundes­republik wur­den die Sinti weiter­hin benach­tei­ligt und dis­krimi­niert.

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Ausstellung in Berlin-Lichtenberg

Juni 21st, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

ausgegrenztausgegrenzt – verfolgt – ermordet
Sinti und Roma in Lichtenberg 1933-1945

Eröffnung am 22. Juni 2018, 19 Uhr

Dem Völkermord der Nationalsozialisten fielen viele der in Lich­ten­berg le­ben­de Sinti und Roma zum Opfer. Das Zwangs­lager in Marzahn – da­mals Orts­teil von Lichten­berg – war der In­ter­nie­rungs­ort hun­der­ter in Berlin ver­haf­te­ter Men­schen. Un­zäh­lige von ihnen wur­den in Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lager de­por­tiert. Einige wenige über­lebten. Stell­ver­tre­tend für viele Un­genann­te wer­den eini­ge Schick­sale vor­ge­stellt, die mit den his­tori­schen Vor­gängen im ehe­mali­gen Be­zirk Lichtenberg ver­bun­den sind.

Zur Eröffnung sprechen:
Begrüßung: Michael Grunst, Bezirksbürgermeister
Grußwort: Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V.
Einführung: Barbara Danckwortt, Kuratorin
Musik: Martin Weiss, Janko Lauenberger

Diese Ausstellung stellt die Ergebnisse einer mehr­jähri­gen Re­cher­che nach Zeug­nis­sen des Um­gangs mit der Minder­heit der Sinti und Roma in Lichten­berg vor, die seit Jahr­hun­der­ten in Deutschland le­ben. Hier­zu hat­ten die Ver­ordne­ten des Be­zirkes dem Museum 2014 den Auf­trag er­teilt.

Neue Erkenntnisse zu Schick­salen internier­ter und polizei­li­chen Maß­nahmen aus­gesetz­ter Men­schen in Ver­folgungs­einrich­tungen auf dem ehe­mali­gen Lichten­berger Bezirks­gebiet, wie dem Arbeits­haus Rummelsburg und dem Zwangs­lager Marzahn, konn­ten in his­tori­schen Quel­len er­schlos­sen wer­den. Mit diesen Orten ver­bunden sind die vor­ge­stell­ten Bio­gra­fien von Sinti und Roma, die Opfer ras­sis­tisch be­grün­de­ter Ver­fol­gung wurden. Sie waren von Zwangs­arbeit, Ein­griffen in die per­sönli­che und körper­liche Un­ver­sehrt­heit durch rassen­biolo­gische Unter­suchun­gen und Sterili­sation sowie von der Depor­ta­tion in Kon­zentra­tions- und Ver­nichtungs­lager der National­sozia­listen be­trof­fen. In den er­schlos­senen Dokumen­ten fin­den sich auch Hin­weise auf das aktive Handeln von Ver­antwort­li­chen der Lichten­ber­ger Verwaltung. Sie waren Er­fül­lungs­gehil­fen von zentra­len Institu­tio­nen, wie der Ber­liner Polizei und der „Ras­sen­hy­gie­ni­schen For­schungs­stelle“, von de­nen die syste­ma­tische Aus­gren­zung und Ver­fol­gung aus­ging.

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Festival „E Bistarde | Vergiss mein nicht“

Juni 10th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Romafestival "E Bistarde" 2018 (Foto: Volkstheater)Roma-Festival in Wien: 14. bis 17. Juni 2018

Anlässlich des 80. Jahrestages des Anschlusses Österreichs an Nazi-Deutschland 1938 und zum Geden­ken an die Opfer ver­anstal­tet Romano Svato ein Festival in Wien. Orte, an denen das Festival statt­fin­det: Roma-Wiese, 1210 Wien | Ringel­see­platz, 1210 Wien | Volks­theater, Wien | Öffent­li­cher Raum

Programm:

Donnerstag, 14. Juni 2018
Ort: Romawiese | Romaplatz

14.00 | Eröffnung mit Reden von Simonida und Sandra Selimovic | Gerhard Jordan (Die Grünen Floridsdorf) | Georg Papai (Bezirksvorsteher) | Willi Horvath (Nachfahre von KZ-Überlebenden) | Samuel Mago (Romano Centro)
15:30 | Ausstellungseröffnung von Delaine Le Bas und Alfred Ullrich | Ort: Romawiese
16.00 | Konzert Pilerovi
17.30 | Diskussion | Panel mit Isidora Randjelovic | Anna Mirga | Ethel Brooks | Miriam Karoly
19.00 | Lesung | „E Baxt Romani“ von Samuel Mago mit musikalischer Begleitung
20.30 | Konzert | Diknu Schneeberger

Freitag, 15. Juni 2018
Ort: Romawiese | 1210 Wien

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Facts & Figures (192)

Juni 8th, 2018  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

1498 betrat Ko­lum­bus auf sei­ner 3. Rei­se erst­mals Ame­ri­kas Fest­land. In sei­ner Be­glei­tung: 4 Ro­ma – Ma­cí­as u. An­tón de Egip­to mit ih­ren Frau­en Ma­ría u. Ca­ta­li­na.

(Quelle (pdf))

KZ-Gedenkstätte Lety geschändet

Juni 8th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

O logeri Lety (Foto: Museum für Roma-Kultur via volksgruppen.orf.at)Tschechien: Polizei ermittelt we­gen ras­sis­ti­scher Auf­schrif­ten in Ge­denk­stätte Lety

Radio Praha, 7.6.2018: Unbekannte Täter hatten rund um die Gedenk­stätte des Roma-KZ im süd­böh­mi­schen Lety Ta­feln mit Hetz­bot­schaften auf­ge­stellt. Darauf wird die Regie­rung für den Kauf des Ge­län­des (wir berich­te­ten) kriti­siert und die Volks­gruppe der Roma rassis­tisch be­schimpft. Die Polizei er­mittelt des­halb wegen Er­re­gung öf­fent­li­chen Ärger­nis­ses. In Lety be­stand zu­nächst ein Arbeits­lager. Die deut­schen Besatzer mach­ten daraus dann ein KZ. Zwi­schen 1940 und 1943 star­ben dort 327 tsche­chi­sche Roma, über 500 wei­tere wur­den nach Auschwitz ver­schleppt. Read the rest of this entry »

Million aus Norwegen für Lety

Mai 13th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken

Schweinefarm auf dem KZ-Gelände von Lety (Foto: Romeo.cz)

Norwegen wird den Bau der Gedenkstätte in Lety finan­ziell unter­stützen

Die norwegische Botschafterin in Tschechien, Ellen Sletner, hat bestä­tigt, dass Nor­we­gen den Bau einer Roma-Holocaust-Ge­denk­stät­te in Lety bei Písek (Süd­böhmen) mit einer Sum­me von einer Million Euro un­ter­stüt­zen will. Dies teilte die Spre­che­rin des Museums für Roma-Kul­tur, Kristina Kohoutová, mit. Die Gedenk­stätte wird am Ort er­rich­tet, wo sich wäh­rend der Nazi-Be­satzung ein Roma-KZ be­fand. In den 1970er Jah­ren wurde am selben Ort ein Schweine­mast­betrieb er­baut. Der Staat kaufte die Schweine­mast auf. Die Leite­rin des Muse­ums für Roma-Kul­tur, Jana Horváthová, er­klär­te, die leer ste­hen­den Ge­bäude wer­den bis zum Jahres­ende ab­geris­sen. Im Gemeinde­amt in Lety hat das Museum in­zwi­schen ein Info­zentrum er­öff­net, in dem an den Genozid an den tsche­chi­schen Roma er­in­nert wird.

(Radio Prag)

„Vom vergessenen Holocaust erzählen“

Mai 5th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Zoni Weisz, geb. 1937, als Kind (Foto: rromani-resistance.comEr hat als einziger aus seiner engeren Familie die Ver­fol­gung durch die National­sozia­lis­ten über­lebt: Heute setzt Zoni Weisz seine ganze Ener­gie daran, an die Ermor­dung der Sinti und Roma zu er­innern und die Tra­di­tio­nen seines Volkes be­kann­ter zu machen.

Deutschlandfunk | Im Gespräch | 4.5.2018
Moderation: Britta Bürger
➜Beitrag anhören

Für das größte Blumengesteck der Welt wurde er mit einem Ein­trag ins Guin­ness-Buch der Re­korde be­lohnt. Zoni Weisz mach­te als Florist eine glanz­volle Karriere und ver­sorgte vier Gene­ra­tio­nen der nie­der­ländi­schen Königs­familie mit Blu­men­schmuck – von der Tisch­deko­ra­tion über die auf­wendig floral ge­stal­tete Hoch­zeit bis hin zur In­augu­ra­tions­feier. Die Blumen hät­ten sein Leben sehr be­rei­chert, sagt der 81-Jäh­rige. Seit er in Rente ist, setzt sich Zoni Weisz dafür ein, die Ver­fol­gung und Er­mor­dung von Sinti und Roma wäh­rend des National­sozialis­mus ins Be­wusst­sein zu rufen. Read the rest of this entry »

Erba: 80 berscha aunphandlipe

April 13th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Eva Horvath (Redaktion), Kamera: Julius Horvath, Ton: Kerstin Horvath, Schnitt: Marcel Horvath, Fotos: Jennifer Papai

80 Jahre „Anschluss“ – Gedenken in Oberwart

Suboton, ando 24to feberi 2018, vasch o „80 ber­scha aun­phand­lipe“ le opfe­ren­ge le naci­jo­nal­soci­ja­lis­musis­tar jek mu­la­tin­tscha­go Erbate tel liker­do ulo. O gon­doli­pes­kero drom an­do bersch 2015 Erbate ker­do ulo.

Am Samstag, den 24. Feber 2018, fand an­läss­lich „80 Jahre ,An­schluss‘“ für die Opfer des National­sozia­lis­mus eine Ver­an­stal­tung in Oberwart statt. Der Ge­denk­weg in Ober­wart wur­de 2015 er­rich­tet.

(Redakcijona: Eva Horvath. Kamera: Julius Horvath, han­go: Kerstin Horvath, tschi­na­schi: Marcel Horvath, kipi: Jennifer Papai)


Neues Webportal zum Roma-Holocaust

April 4th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Deutschland: Neues Webportal zum Völkermord an den Sinti und RomaNeues Onlineportal informiert über den Holocaust an den Sinti und Roma

Das Dokumentations- und Kul­tur­zentrum Deu­tscher Sinti und Roma hat am Diens­tag das Web­portal „‘Ras­sen­diagno­se: Zigeuner‘. Der Völ­ker­mord an den Sinti und Roma und der lan­ge Kampf um An­erken­nung“ ge­launcht (Pro­jekt­lei­tung: Frank Reuter, Mit­ar­beit: Verena Meier). Unter www.sintiundroma.org wird an­hand zahl­rei­cher Videos, Inter­views, Fotos und Do­ku­mente der Holocaust an der Min­der­heit the­ma­ti­siert. Außer­dem doku­men­tiert die In­ter­net­seite die Geschichte der Über­leben­den im Nach­kriegs­deutschland, die Er­fol­ge der Bür­ger­rechts­bewe­gung so­wie die Men­schen­rechts­situa­tion in Europa nach 1989.

Ab März 1943 wurden annähernd 23.000 Sinti und Roma auf­grund des De­por­ta­tions­be­fehls Heinrich Himmlers nach Auschwitz-Bir­kenau de­por­tiert, der größ­te Teil stamm­te aus dem Reichs­ge­biet. Zahl­reiche Gedenk­ver­anstal­tun­gen er­in­nern die­ser Tage deutsch­land­weit an dieses un­vor­stell­bare Ver­bre­chen. Der natio­nal­sozialis­ti­sche Völkermord an den Sinti und Roma ist in der jahr­hun­der­te­lan­gen ge­mein­sa­men Ge­schich­te von Min­der­heit und Mehr­heit ohne Bei­spiel. Den­noch war er nicht voraus­set­zungs­los: Eine von Vor­urteilen und Feind­se­lig­keit ge­präg­te Hal­tung gegen­über Sinti und Roma ist tief in der euro­päi­schen Ge­schich­te ver­an­kert. Das Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma möch­te mit seinem neuen Webportal www.sintiundroma.org ei­ner­seits diese Vor­ur­tei­le und Feind­selig­kei­ten wi­der­le­gen, an­derer­seits den Völker­mord an den Sinti und Roma do­ku­men­ti­eren: von der Aus­gren­zung und Ent­rech­tung der Min­der­heit im Deutschen Reich bis zu ihrer sys­te­ma­ti­schen Vernichtung im be­set­zten Europa.

Der menschenverachtenden Perspektive der Täter wer­den Zeug­nis­se der Opfer gegen­über­ge­stellt. His­to­ri­sche Fa­mi­lien­fotos von Sinti und Roma geben Ein­blicke in die Lebens­wirk­lich­keit der Men­schen und las­sen sie als Indi­vi­duen her­vor­tre­ten. Read the rest of this entry »

Erinnern und Mahnen – Gedenken in Oberwart

März 25th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Rassismus & Menschenrechte

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Christina Horvath (Redaktion), Kamera: Julius Horvath, Ton: Marcel Horvath, Schnitt: Marcel Horvath, Inter­views: Eva Horvath und Adolf Gussak

Gondolipe taj mangipe – gondolipe andi Erba

Am 4. Februar 1995 kamen vier Roma in Oberwart bei einem Bomben­anschlag ums Leben. Seit­dem gibt es jähr­lich eine Gedenk­feier für die Opfer die­ser grau­sa­men und rassis­tisch moti­vier­ten Tat. Wir be­frag­ten Besucher der Gedenk­feier zur aktuel­len poli­ti­schen Situa­tion über Roma in Europa. Ver­anstal­tet wurde die Gedenk­feier von der Ro­ma-Pastoral Bur­gen­land.

Ando 4to feberi 1995 schtar Roma, Erbate use jek bom­ba­kero aten­tato pu­maro ileto na­schade. Sajt oja cajt, sako bersch jek gon­doli­pes­kero mula­tintscha­go le opfe­renge odole bi­bas­tale taj rasis­tischi atenta­tostar del. Read the rest of this entry »

Holocaustiskero gondolipeskero di 2018

März 20th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Eva Horvath, Schnitt: Marcel Horvath, Eva Horvath

Internationaler Holocaust-Gedenktag 2018

Sajt 13 berscha, o 27to jeneri o interna­cijo­nali holo­caustis­kero gon­do­li­pes­kero di, kaj amen upro opfer­tscha le NS-reschi­mistar gon­do­linas, hi. Angle 73 ber­scha – ando 27to jeneri 1945 – o Lole Nimci o loge­ri Auschwitz put­rin­de. Igen but manu­scha vasch pumaro telschta­mi­nipe, vasch puma­ro pa­tscha­jipe taj vasch pu­maro seksu­jeli ori­jen­tiri­nipe tra­dim taj mur­darde ule. La NS-ma­schine­ri­jatar va­lami 500.000 dsche­ne la flogos­kera grup­natar le Romen­dar mur­darde ule. Va­schoda igen bari­kano hi, hot rasismus, anti­semi­tis­mus, homo­fobija taj faschis­mus andi adi­veseske­ri, mo­der­ni cajt, nisaj than na usch­tiden. Jek igen bari­kano aspek­to hi, hot adala bi­bas­tale ke­rip­tscha na po­bis­terde te on.

Seit 13 Jahren ist der 27. Jänner der Internationa­le Holo­caust-Ge­denk­tag, an dem wir der Opfer des NS-Re­gimes ge­denken. Vor 73 Jah­ren – am 27. Jän­ner 1945 – be­freite die Rote Armee das Kon­zentra­tions­la­ger Auschwitz. Sehr viele Men­schen wur­den we­gen ihrer Her­kunft, ihres Glaubens und ihrer sexuel­len Orien­tie­rung ver­folgt und er­mor­det. Read the rest of this entry »

Gemajndakero kher Erba

März 13th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Kerstin Horvath & Eva Horvath, Schnitt: Marcel Horvath

Rathaus Oberwart

O Erbakero gemajndakero kher, savo sajt 1905 upro sche­ros­kero than ter­dschol, jek kher jeka histori­jaha hi. Kekaj inten­sivi re­schersch­tscha kerde ule, tschak tschu­le infor­ma­ciji pedar o aguno kher del. Jek koja va­schodo hi, hot telal o nacijo­nal­socija­listscha, sa­ve ando 12to merc 1938 o rajipe prik line, o cile his­to­rischi datscha, thar­de ule. And dikipe pe­dar i buteder sar schel­ber­schen­geri histo­rija le gemajn­da­kere khe­restar, i but­schasch­kija la pradi­pes­kera but­ja­tar, Zsifkovits-Taferner, del. Sajt o 4to no­vem­be­ri 2012, o Georg Rosner, biro la fo­ros­kera ge­majn­datar Erba hi. I foros­keri ge­majn­de Erba ojs ang­le siki­pes­keri ge­majn­de le Burgenlandis­tar hi, mint o khe­tan dschi­vipe le cile flogos­kere grup­nen­dar taj kon­fesi­jonen­dar igen latscho hi. Pa­sche les­kere but butja, o foros­kero schero, te dsche­no le flogos­kere grup­na­kere baj­rotistar le Ro­men­dar hi.

Das Oberwarter Rathaus, das seit 1905 am Haupt­platz steht, ist ein Ge­bäude mit Geschichte. Trotz in­ten­si­ver Recher­chen fin­det man zum ur­sprüng­li­chen Gebäude nur spär­li­che In­for­ma­tio­nen. Ein Grund dafür ist, dass unter den Natio­nal­sozia­lis­ten, die am 12. März 1938 die Macht über­nom­men haben, alle histo­ri­schen Doku­mente ver­nich­tet wur­den. Ein­blick in die über hundert­jäh­rige Ge­schichte des Ober­war­ter Rathauses gibt die zu­stän­dige Mit­arbei­te­rin für Öf­fent­lich­keits­arbeit, Frau Mag. Zsifkovits-Taferner. Seit 4. November 2012 ist Georg Rosner Bür­ger­meis­ter der Stadt­gemeinde Ober­wart. Die Stadt­ge­mein­de Oberwart gilt als Vor­zeige­gemeinde des Burgenlandes, denn das Zu­sam­men­leben al­ler Volks­grup­pen und Kon­fes­sio­nen funk­tio­niert tadel­los. Neben seinen zahl­reichen Tätig­keiten ist der Stadt­chef auch Mit­glied des Volks­grup­pen­beirates der Roma.

(Jek keripe la Kerstin Horvathatar taj la Kerstin Horvathatar, tschinaschi: Marcel Horvath)

Filminstallation »Roma Helden 1956«

März 6th, 2018  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma im Ungarn-Aufstand 1956Kurzfilmabend in Heidelberg
Dienstag, 13.03.2018 18:00 Uhr
Dokumentations- und Kul­tur­zentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, Heidelberg

Ankündigung des Dokumentations- und Kulturzentrums:

Binnen weniger Stunden entwickelte sich am 23. Okto­ber 1956 aus einer De­monstra­tion von Stu­die­ren­den in Budapest der Ungarische Volksaufstand. Das Auf­be­geh­ren der Men­schen wur­de in den fol­gen­den Ta­gen und Wo­chen mit be­son­de­rer Härte nieder­ge­schla­gen. Zahl­rei­che Men­schen wur­den hin­ge­rich­tet, zehn­tau­sende wur­den in Inter­nie­rungs­lager oder Ge­fäng­nis­se ver­schleppt, 200.000 Men­schen ver­lie­ßen ihre Heimat. Auch für zahl­rei­che Roma war es selbst­ver­ständ­lich, sich dem Frei­heits­kampf an­zu­schlie­ßen, als sie den legen­dä­ren Aufruf der Revolution hör­ten: „Wer Ungar ist, hält mit!

Beim Kurzfilmabend führen wir im Ge­spräch mit den Be­su­cher/in­nen durch die Film­installa­tion „Roma Helden 1956“. Sie weist auf die Betei­li­gung dieser Men­schen hin und gibt ihnen ein Ge­sicht: In kur­zen Filmen wer­den die Geschich­ten von Gyula Dandos, Gabor Dilinko, Istvan Fatyol, Csanyi Sandor und Ilonka Szabo er­zählt.

(www.sintiundroma.de)

Die unheilvolle Narbe

März 2nd, 2018  |  Published in Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

Die unheilvolle Narbe (Bild: BR/Constanze Hegetusch)Lebenslinien: Sinteza Rita Prigmore über­lebt medi­zi­ni­sche Ver­suche der Nazis

Ein Film von Constanze Hegetusch
Bayerischer Rundfunk,  44 Min.

ARD-Mediathek: verfügbar bis 15.01.2019

Rita ist Zwilling. Doch ihre Zwillingsschwester stirbt bei me­di­zi­ni­schen Experi­men­ten durch die Natio­nal­sozia­lis­ten. Rita über­lebt schwer ver­letzt und wird ihrer Mutter zurück­gege­ben. Seite an Seite kämpfen sie für die An­erken­nung der Sinti und Roma als Opfer des Natio­nal­sozia­lis­mus und um Wie­der­gut­ma­chung.

Weil Ritas Mutter Sinteza ist, soll sie 1942 zwangs­sterili­siert wer­den. Als sich heraus­stellt, dass sie mit Zwillingen schwan­ger ist, wird sie ver­schont. So­fort nach der Geburt nimmt man ihr die bei­den Mäd­chen und miss­braucht sie für medizini­sche Versuche. Das eine Mäd­chen stirbt, Rita wird der Mut­ter nach einem Jahr zu­rück­ge­ge­ben – mit einer schwe­ren Ver­letzung am Kopf. Mutter und Toch­ter leben fortan ein symbio­ti­sches Leben. Als Rita 14 Jahre alt ist, grün­det ihre Mutter einen Verein, der für die An­erken­nung der Sinti und Roma als Opfer des Natio­nal­sozia­lis­mus kämpft und sich für Wieder­gut­ma­chung stark macht.

Auch Rita wird zur Aktivistin. Mit Anfang 20 ver­liebt sie sich in einen ameri­ka­ni­schen Solda­ten, der in Würzburg statio­niert ist. Sie heira­ten und be­kom­men zwei Kinder. Als er wieder zu­rück in die USA muss, geht Rita mit. Sie leidet jedoch sehr unter der Tren­nung von der Mutter. Die Ehe zer­bricht und Rita muss immer häu­fi­ger nach Deutschland, um für ihre ei­ge­ne Wieder­gut­ma­chung zu kämpfen. So ent­schei­det sie sich schwe­ren Herzens, die USA und ihre bei­den jugend­li­chen Kinder zu ver­las­sen und zur Mutter zurück­zu­zie­hen. Als diese 2004 stirbt, führt Rita die po­li­ti­sche Arbeit wei­ter. Sie tritt als Zeit­zeugin bei Ver­anstal­tun­gen in der gan­zen Welt auf. Read the rest of this entry »

Ö1 Radiokolleg: Karl Ratzer

Februar 14th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Musik, Radio, Podcast & TV

"The Slaves", li.: Karl Ratzer (Foto: karlratzer.com)Ö1 Radiokolleg, 12.2.2018
Lexikon der österreichischen Popmusik
Karl Ratzer

➔Anhören (7 Tage Ö1)

2017 hat das Radiokolleg eine Lang­zeit-Se­rie zur Geschichte der öster­rei­chi­schen Popmusikk ge­star­tet. Von „Ambros bis Qualtinger“ von „Danzer bis Wanda“ wird das Le­ben und Werk ein­zel­ner Musi­ker/innen und Bands doku­men­tiert, ihre Be­deu­tung für die österrei­chi­sche Musik­land­schaft reflek­tiert und ihr Bei­trag zu einer kri­ti­schen Gegen­kultur ge­würdigt.

Der Wiener Blues- und Jazzmusiker Karl Ratzer kommt aus ein­fa­chen Ver­hält­nis­sen mit Roma-Hin­ter­grund und musste sich seine mu­si­ka­li­sche Kar­riere hart er­arbei­ten. Schon im Alter von 14 Jah­ren legte er als Lead-Gitarrist der Rhythm-’n‘-Blues-Combo The Slaves eine erste Talent­probe ab. Wenig spä­ter wurde er unter dem Büh­nen­namen Charles Ryder zur Licht­gestalt des hei­mi­schen Psyche­de­lic Under­ground. C-Department und Gipsy Love wa­ren wei­tere Band­pro­jekte, die pro­gres­si­ven Zeit­geist ins ver­schla­fe­ne Wien brach­ten und in jenen Jahren ge­rade­zu Syno­ny­me für pop­musi­ka­li­sche In­no­va­tion waren.

Im Alter von 22 Jahren verschlug es ihn in die USA, wo er in einer inter­natio­nal ver­netz­ten Jazz-Szene all­mäh­lich Fuß fas­sen konnte und mit et­lichen Welt­stars des Genres ar­bei­tete. Read the rest of this entry »