Geschichte & Gedenken
August 2nd, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Politik
EU-Abg. Lukas Mandl (ÖVP) schlägt 2. August als offiziellen österreichischen Gedenktag für Roma und Sinti vor. 2019 wird sich der Tiefpunkt der nationalsozialistischen Verfolgung der Roma und Sinti zum 75. Mal jähren.
Wien (OTS) – „Neben mehr als sechs Millionen Jüdinnen und Juden wurden auch die Angehörigen anderer Bevölkerungsgruppen im Nationalsozialismus systematisch verfolgt und ermordet. Zu den Verfolgten zählten auch Roma und Sinti. Von 2. auf 3. August 1944 wurden in nur einer Nacht 2.897 Roma und Sinti im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Nächstes Jahr wird das genau ein Dreivierteljahrhundert zurückliegen“, erinnert der österreichische Europa-Abgeordnete Lukas Mandl. „Es ist eine Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts für Menschlichkeit und Menschenwürde, eine Frage des Anstands und der Mahnung, um derartige Entwicklungen für alle Zukunft auszuschließen, dass wir den Opfern ein ehrendes Andenken bewahren. Unter Roma und Sinti waren es insgesamt etwa eine halbe Million Kinder, Frauen und Männer, die im nationalsozialistischen Verbrecherstaat ermordet wurden“, so Mandl. Mandl macht folgenden Vorschlag: „Meine Anregung ist, im kommenden Jahr 2019 anlässlich des 75. Jahrestages des Tiefpunkts in der Verfolgung der Roma und Sinti auch in Österreich den 2. August offiziell zum Gedenktag zu erklären. Der Tag ist bereits seitens des Europa-Parlaments und einiger Staaten zum Gedenktag erklärt worden.“
(OTS)
August 1st, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
„Dikh He Na Bister! Schau und vergiss nicht!“ – unter diesem Motto wird am 2. August, dem Gedenktag an den Völkermord an Roma und Sinti, der Menschen gedacht, die vom Nazi-Regime als „Zigeuner“ verfolgt und ermordet wurden.
Do., 2. August 2018, 18:00 Uhr
Ceija-Stojka-Platz, 1070 Wien
OTS/Romano Centro: In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden 2.897 Roma – Männer, Frauen und Kinder – in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet. Erst 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Genozid an einer halben Million Roma und Sinti vom Europäischen Parlament anerkannt. In der Resolution vom April 2015 wurde dazu aufgerufen, der Diskriminierung von Roma ein Ende zu setzen. Das Europäische Parlament fordert dazu auf, der Opfer des Völkermordes am 2. August – dem internationalen Roma Genocide Memorial Day – zu gedenken. Das EU-Parlament sei „sehr besorgt um den steigenden Antiziganismus, der sich in Anti-Roma-Rhetorik sowie in Übergriffen und Attacken gegen Roma in Europa manifestiert. Antiziganismus ist unvereinbar mit den Normen und Werten der Europäischen Union und sollte in allen Mitgliedsstaaten bekämpft werden.“ Maßgebend für die Anerkennung waren die Bemühungen der Roma Genocide Remembrance Initiative und zahlloser Roma-Organisationen in ganz Europa. Vor allem jugendliche Aktivistinnen und Aktivisten erhoben dafür ihre Stimmen.
In Österreich ermordeten die Nationalsozialisten 90 % der Roma und Sinti. Bis heute ist das Trauma bei den Überlebenden und den Nachfahren der Opfer vorhanden und wirksam. Ein Genozid, der lange verschwiegen und vergessen wurde und heute aktueller ist denn je.
Romano Centro organisiert in Kooperation mit der Roma Genocide Remembrance Initiative und „zentrum exil“ zum vierten Mal die Gedenkveranstaltung zum 2. August in Österreich. Die Veranstaltung wird von der Stadt Wien, dem 7. Bezirk und der Pfarre Altlerchenfeld unterstützt. Eine Gedenkveranstaltung, bei der Angehörige von Opfern und junge AktivistInnen zu Wort kommen. Da es in Wien für diese Opfergruppe noch keinen eigenen Gedenkort, kein Denkmal gibt, wurde der nach der Holocaust-Überlebenden Romni Ceija Stojka benannte Platz im 7. Bezirk dafür ausgewählt. Read the rest of this entry »
August 1st, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Gedenkveranstaltung zum Roma Genocide Remembrance Day in Göttingen
2.8.2018, 17 Uhr, Foyer des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4 – Göttingen
Am 2. August 2018 findet die Gedenkveranstaltung des Roma Centers zum Roma Genocide Remembrance Day statt. Dr. Dietmar Sedlaczek, Leiter der KZ-Gedenkstätte Moringen, hält einen Vortrag über die im Jugendkonzentrationslager Moringen inhaftierten Sinti-Jungen, die nach Auschwitz deportiert worden sind. Im Anschluss werden wir die Ausstellung des Roma-Antidiscrimination-Networks „Kampf ums Bleiberecht“ eröffnen. Mit der Gedenkveranstaltung erinnern wir nicht nur der Ermordeten – die Ausstellung befasst sich mit den Überlebenden und der heutigen politischen Situation für Roma, die immer noch kein sicheres Bleiberecht haben. Unsere Wanderausstellung wird für zwei Wochen im Neuen Rathaus Göttingen zu sehen sein. Anschließend zieht sie nach Hamburg weiter.
(Text: Roma-Center)
Juli 31st, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
„Stille“ – Erinnern an die Ermordung der letzten Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau 1944
2. August 2018, 20 Uhr: Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, Simsonweg, 10557 Berlin
Am 2. August 2018 jährt sich die »Liquidation des Zigeunerfamilienlagers« in Auschwitz-Birkenau zum 74. Mal. SS-Angehörige ermordeten in der Nacht auf den 3. August 1944 die fast 3.000 verbliebenen Sinti und Roma in Gaskammern – zumeist als arbeitsunfähig eingestufte Frauen, Kinder und ältere Menschen. Im Anschluss an die Veranstaltung besteht die Möglichkeit, am Brunnen des Denkmals Blumen niederzulegen. Bitte bringen auch Sie eine mit! Herzlichen Dank.
Programm:
Begrüßung: Dr. Ulrich Baumann, stellv. Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Reden: Sawsan Chebli, Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für
Bürgerschaftliches Engagement und Internationales
Ilona Lagrene, Bürgerrechtlerin und frühere Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Baden-Württemberg
Zilli Schmidt, Auschwitzüberlebende
Rezitation: Gedicht »Auschwitz« auf Deutsch und Romanes: Petra Michalski und Hamze Bytyçi | Musikalische Umrahmung: Daniel Weltlinger (Violine)
(Text: Roma Trial)
Juli 31st, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Museum Auschwitz-Birkenau: Internationale Gedenkfeier am 2. August 2018
2.8.2018, 11:45 bis 13:30 Uhr
Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau
Więźniów Oświęcimia 20 – Oswiecim
Der Zentralrat und das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma werden auch in diesem Jahr unter der Leitung von Romani Rose mit einer Delegation von 50 Personen, darunter Holocaustüberlebende und deren Begleitpersonen, an dem Internationalen Roma-Gedenktag am 2. August in Auschwitz teilnehmen. Der Gedenktag am 2. August wird vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Kooperation mit dem Verband der Roma in Polen vorbereitet. Neben den Überlebenden nehmen zahlreiche Vorstände der Landes- und Mitgliedsverbände des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma an dem Gedenkakt teil. Für die Überlebenden spricht die Holocaustüberlebende Rita Prigmore.
Redner:
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma
Roman Kwiatkowski, Vorsitzender des Verbandes der Roma in Polen
Rita Prigmore für die Überlebenden
Dunja Mijatović, Menschenrechtskommissarin des Europarates
Beate Klarsfeld, UNESCO-Sonderbotschaftern für Bildung über den Holocaust und die Verhinderung von Völkermorden
Hintergrund:
Die Nationalsozialisten verschleppten von März 1943 bis Juli 1944 23.000 Roma und Sinti aus elf Ländern Europas nach Auschwitz. Nahezu alle fanden dort den Tod. Am 2. August 1944 wurden die im Lagerabschnitt B II e des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau verbliebenen 2.900 Sinti und Roma auf Befehl des Reichssicherheitshauptamtes ermordet. Read the rest of this entry »
Juli 10th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher
Ricardo Lenzi Laubinger: Und eisig weht der kalte Wind. Die ergreifende Geschichte einer Sintifamilie, Verlag Books on Demand: Norderstedt 2018, Paperback, 280 S., ISBN-13: 9783743189959 (dort nicht mehr erhältlich)
Update: Das Buch ist inzwischen beim Klak-Verlag in Berlin erschienen. ISBN 978-3-948156-21-3. Das Buch ist auch im Buchhandel bestellbar oder vorrätig.
Dieses Buch, „Und eisig weht der kalte Wind“, erzählt die wahre Lebens- und Leidensgeschichte meiner Familie, besonders die meiner Mutter Bertha „Sichla“ Weiss, einer deutschen Sintiza, die im Alter von 14 Jahren von den Nationalsozialisten, zusammen mit all ihren Angehörigen von Hamburg aus nach Polen in die Konzentrationslager verschleppt wurde. Es war eine der unzähligen Sintifamilien, die im III. Reich den Großteil ihrer Angehörigen durch die geplante Volksvernichtung der Nazis an den Juden sowie an den Sinti und Roma verloren hatte.
Lesen Sie hier die Geschichte eines 14-jährigen Mädchens, das ihre Eltern, ihre sieben Geschwister, ihre Großeltern, Tanten und Onkel sowie die meisten deren Kinder verloren hat, weil sie alle von den Nazis in den Konzentrationslagern ermordet wurden. Sie war fast 20 Jahre alt, als sie endlich von den Alliierten befreit wurde, und hatte 59 fürchterliche und grauenvolle Monate Haft in verschiedenen Konzentrationslagern überlebt. Aber sie hatte ihre gesamte Familie und mehr als 60 weitere Angehörige verloren. Sie war die einzige Überlebende ihrer gesamten Verwandtschaft. Doch war der Leidensweg nach ihrer Befreiung noch lange nicht vorbei. Denn auch nach dem Krieg und in der Bundesrepublik wurden die Sinti weiterhin benachteiligt und diskriminiert.
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Juni 21st, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
ausgegrenzt – verfolgt – ermordet
Sinti und Roma in Lichtenberg 1933-1945
Eröffnung am 22. Juni 2018, 19 Uhr
Dem Völkermord der Nationalsozialisten fielen viele der in Lichtenberg lebende Sinti und Roma zum Opfer. Das Zwangslager in Marzahn – damals Ortsteil von Lichtenberg – war der Internierungsort hunderter in Berlin verhafteter Menschen. Unzählige von ihnen wurden in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Einige wenige überlebten. Stellvertretend für viele Ungenannte werden einige Schicksale vorgestellt, die mit den historischen Vorgängen im ehemaligen Bezirk Lichtenberg verbunden sind.
Zur Eröffnung sprechen:
Begrüßung: Michael Grunst, Bezirksbürgermeister
Grußwort: Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V.
Einführung: Barbara Danckwortt, Kuratorin
Musik: Martin Weiss, Janko Lauenberger
Diese Ausstellung stellt die Ergebnisse einer mehrjährigen Recherche nach Zeugnissen des Umgangs mit der Minderheit der Sinti und Roma in Lichtenberg vor, die seit Jahrhunderten in Deutschland leben. Hierzu hatten die Verordneten des Bezirkes dem Museum 2014 den Auftrag erteilt.
Neue Erkenntnisse zu Schicksalen internierter und polizeilichen Maßnahmen ausgesetzter Menschen in Verfolgungseinrichtungen auf dem ehemaligen Lichtenberger Bezirksgebiet, wie dem Arbeitshaus Rummelsburg und dem Zwangslager Marzahn, konnten in historischen Quellen erschlossen werden. Mit diesen Orten verbunden sind die vorgestellten Biografien von Sinti und Roma, die Opfer rassistisch begründeter Verfolgung wurden. Sie waren von Zwangsarbeit, Eingriffen in die persönliche und körperliche Unversehrtheit durch rassenbiologische Untersuchungen und Sterilisation sowie von der Deportation in Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten betroffen. In den erschlossenen Dokumenten finden sich auch Hinweise auf das aktive Handeln von Verantwortlichen der Lichtenberger Verwaltung. Sie waren Erfüllungsgehilfen von zentralen Institutionen, wie der Berliner Polizei und der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“, von denen die systematische Ausgrenzung und Verfolgung ausging.
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Juni 10th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Roma-Festival in Wien: 14. bis 17. Juni 2018
Anlässlich des 80. Jahrestages des Anschlusses Österreichs an Nazi-Deutschland 1938 und zum Gedenken an die Opfer veranstaltet Romano Svato ein Festival in Wien. Orte, an denen das Festival stattfindet: Roma-Wiese, 1210 Wien | Ringelseeplatz, 1210 Wien | Volkstheater, Wien | Öffentlicher Raum
Programm:
Donnerstag, 14. Juni 2018
Ort: Romawiese | Romaplatz
14.00 | Eröffnung mit Reden von Simonida und Sandra Selimovic | Gerhard Jordan (Die Grünen Floridsdorf) | Georg Papai (Bezirksvorsteher) | Willi Horvath (Nachfahre von KZ-Überlebenden) | Samuel Mago (Romano Centro)
15:30 | Ausstellungseröffnung von Delaine Le Bas und Alfred Ullrich | Ort: Romawiese
16.00 | Konzert Pilerovi
17.30 | Diskussion | Panel mit Isidora Randjelovic | Anna Mirga | Ethel Brooks | Miriam Karoly
19.00 | Lesung | „E Baxt Romani“ von Samuel Mago mit musikalischer Begleitung
20.30 | Konzert | Diknu Schneeberger
Freitag, 15. Juni 2018
Ort: Romawiese | 1210 Wien
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Juni 8th, 2018 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
1498 betrat Kolumbus auf seiner 3. Reise erstmals Amerikas Festland. In seiner Begleitung: 4 Roma – Macías u. Antón de Egipto mit ihren Frauen María u. Catalina.
(Quelle (pdf))
Juni 8th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Tschechien: Polizei ermittelt wegen rassistischer Aufschriften in Gedenkstätte Lety
Radio Praha, 7.6.2018: Unbekannte Täter hatten rund um die Gedenkstätte des Roma-KZ im südböhmischen Lety Tafeln mit Hetzbotschaften aufgestellt. Darauf wird die Regierung für den Kauf des Geländes (wir berichteten) kritisiert und die Volksgruppe der Roma rassistisch beschimpft. Die Polizei ermittelt deshalb wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. In Lety bestand zunächst ein Arbeitslager. Die deutschen Besatzer machten daraus dann ein KZ. Zwischen 1940 und 1943 starben dort 327 tschechische Roma, über 500 weitere wurden nach Auschwitz verschleppt. Read the rest of this entry »
Mai 13th, 2018 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken

Norwegen wird den Bau der Gedenkstätte in Lety finanziell unterstützen
Die norwegische Botschafterin in Tschechien, Ellen Sletner, hat bestätigt, dass Norwegen den Bau einer Roma-Holocaust-Gedenkstätte in Lety bei Písek (Südböhmen) mit einer Summe von einer Million Euro unterstützen will. Dies teilte die Sprecherin des Museums für Roma-Kultur, Kristina Kohoutová, mit. Die Gedenkstätte wird am Ort errichtet, wo sich während der Nazi-Besatzung ein Roma-KZ befand. In den 1970er Jahren wurde am selben Ort ein Schweinemastbetrieb erbaut. Der Staat kaufte die Schweinemast auf. Die Leiterin des Museums für Roma-Kultur, Jana Horváthová, erklärte, die leer stehenden Gebäude werden bis zum Jahresende abgerissen. Im Gemeindeamt in Lety hat das Museum inzwischen ein Infozentrum eröffnet, in dem an den Genozid an den tschechischen Roma erinnert wird.
(Radio Prag)
Mai 5th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV
Er hat als einziger aus seiner engeren Familie die Verfolgung durch die Nationalsozialisten überlebt: Heute setzt Zoni Weisz seine ganze Energie daran, an die Ermordung der Sinti und Roma zu erinnern und die Traditionen seines Volkes bekannter zu machen.
Deutschlandfunk | Im Gespräch | 4.5.2018
Moderation: Britta Bürger
➜Beitrag anhören
Für das größte Blumengesteck der Welt wurde er mit einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde belohnt. Zoni Weisz machte als Florist eine glanzvolle Karriere und versorgte vier Generationen der niederländischen Königsfamilie mit Blumenschmuck – von der Tischdekoration über die aufwendig floral gestaltete Hochzeit bis hin zur Inaugurationsfeier. Die Blumen hätten sein Leben sehr bereichert, sagt der 81-Jährige. Seit er in Rente ist, setzt sich Zoni Weisz dafür ein, die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma während des Nationalsozialismus ins Bewusstsein zu rufen. Read the rest of this entry »
April 13th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Eva Horvath (Redaktion), Kamera: Julius Horvath, Ton: Kerstin Horvath, Schnitt: Marcel Horvath, Fotos: Jennifer Papai
80 Jahre „Anschluss“ – Gedenken in Oberwart
Suboton, ando 24to feberi 2018, vasch o „80 berscha aunphandlipe“ le opferenge le nacijonalsocijalismusistar jek mulatintschago Erbate tel likerdo ulo. O gondolipeskero drom ando bersch 2015 Erbate kerdo ulo.
Am Samstag, den 24. Feber 2018, fand anlässlich „80 Jahre ,Anschluss‘“ für die Opfer des Nationalsozialismus eine Veranstaltung in Oberwart statt. Der Gedenkweg in Oberwart wurde 2015 errichtet.
(Redakcijona: Eva Horvath. Kamera: Julius Horvath, hango: Kerstin Horvath, tschinaschi: Marcel Horvath, kipi: Jennifer Papai)
April 4th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Neues Onlineportal informiert über den Holocaust an den Sinti und Roma
Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma hat am Dienstag das Webportal „‘Rassendiagnose: Zigeuner‘. Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung“ gelauncht (Projektleitung: Frank Reuter, Mitarbeit: Verena Meier). Unter www.sintiundroma.org wird anhand zahlreicher Videos, Interviews, Fotos und Dokumente der Holocaust an der Minderheit thematisiert. Außerdem dokumentiert die Internetseite die Geschichte der Überlebenden im Nachkriegsdeutschland, die Erfolge der Bürgerrechtsbewegung sowie die Menschenrechtssituation in Europa nach 1989.
Ab März 1943 wurden annähernd 23.000 Sinti und Roma aufgrund des Deportationsbefehls Heinrich Himmlers nach Auschwitz-Birkenau deportiert, der größte Teil stammte aus dem Reichsgebiet. Zahlreiche Gedenkveranstaltungen erinnern dieser Tage deutschlandweit an dieses unvorstellbare Verbrechen. Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma ist in der jahrhundertelangen gemeinsamen Geschichte von Minderheit und Mehrheit ohne Beispiel. Dennoch war er nicht voraussetzungslos: Eine von Vorurteilen und Feindseligkeit geprägte Haltung gegenüber Sinti und Roma ist tief in der europäischen Geschichte verankert. Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma möchte mit seinem neuen Webportal www.sintiundroma.org einerseits diese Vorurteile und Feindseligkeiten widerlegen, andererseits den Völkermord an den Sinti und Roma dokumentieren: von der Ausgrenzung und Entrechtung der Minderheit im Deutschen Reich bis zu ihrer systematischen Vernichtung im besetzten Europa.
Der menschenverachtenden Perspektive der Täter werden Zeugnisse der Opfer gegenübergestellt. Historische Familienfotos von Sinti und Roma geben Einblicke in die Lebenswirklichkeit der Menschen und lassen sie als Individuen hervortreten. Read the rest of this entry »
März 25th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Rassismus & Menschenrechte
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Christina Horvath (Redaktion), Kamera: Julius Horvath, Ton: Marcel Horvath, Schnitt: Marcel Horvath, Interviews: Eva Horvath und Adolf Gussak
Gondolipe taj mangipe – gondolipe andi Erba
Am 4. Februar 1995 kamen vier Roma in Oberwart bei einem Bombenanschlag ums Leben. Seitdem gibt es jährlich eine Gedenkfeier für die Opfer dieser grausamen und rassistisch motivierten Tat. Wir befragten Besucher der Gedenkfeier zur aktuellen politischen Situation über Roma in Europa. Veranstaltet wurde die Gedenkfeier von der Roma-Pastoral Burgenland.
Ando 4to feberi 1995 schtar Roma, Erbate use jek bombakero atentato pumaro ileto naschade. Sajt oja cajt, sako bersch jek gondolipeskero mulatintschago le opferenge odole bibastale taj rasistischi atentatostar del. Read the rest of this entry »
März 20th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Eva Horvath, Schnitt: Marcel Horvath, Eva Horvath
Internationaler Holocaust-Gedenktag 2018
Sajt 13 berscha, o 27to jeneri o internacijonali holocaustiskero gondolipeskero di, kaj amen upro opfertscha le NS-reschimistar gondolinas, hi. Angle 73 berscha – ando 27to jeneri 1945 – o Lole Nimci o logeri Auschwitz putrinde. Igen but manuscha vasch pumaro telschtaminipe, vasch pumaro patschajipe taj vasch pumaro seksujeli orijentirinipe tradim taj murdarde ule. La NS-maschinerijatar valami 500.000 dschene la flogoskera grupnatar le Romendar murdarde ule. Vaschoda igen barikano hi, hot rasismus, antisemitismus, homofobija taj faschismus andi adiveseskeri, moderni cajt, nisaj than na uschtiden. Jek igen barikano aspekto hi, hot adala bibastale keriptscha na pobisterde te on.
Seit 13 Jahren ist der 27. Jänner der Internationale Holocaust-Gedenktag, an dem wir der Opfer des NS-Regimes gedenken. Vor 73 Jahren – am 27. Jänner 1945 – befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Sehr viele Menschen wurden wegen ihrer Herkunft, ihres Glaubens und ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und ermordet. Read the rest of this entry »
März 13th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Kerstin Horvath & Eva Horvath, Schnitt: Marcel Horvath
Rathaus Oberwart
O Erbakero gemajndakero kher, savo sajt 1905 upro scheroskero than terdschol, jek kher jeka historijaha hi. Kekaj intensivi rescherschtscha kerde ule, tschak tschule informaciji pedar o aguno kher del. Jek koja vaschodo hi, hot telal o nacijonalsocijalistscha, save ando 12to merc 1938 o rajipe prik line, o cile historischi datscha, tharde ule. And dikipe pedar i buteder sar schelberschengeri historija le gemajndakere kherestar, i butschaschkija la pradipeskera butjatar, Zsifkovits-Taferner, del. Sajt o 4to novemberi 2012, o Georg Rosner, biro la foroskera gemajndatar Erba hi. I foroskeri gemajnde Erba ojs angle sikipeskeri gemajnde le Burgenlandistar hi, mint o khetan dschivipe le cile flogoskere grupnendar taj konfesijonendar igen latscho hi. Pasche leskere but butja, o foroskero schero, te dscheno le flogoskere grupnakere bajrotistar le Romendar hi.
Das Oberwarter Rathaus, das seit 1905 am Hauptplatz steht, ist ein Gebäude mit Geschichte. Trotz intensiver Recherchen findet man zum ursprünglichen Gebäude nur spärliche Informationen. Ein Grund dafür ist, dass unter den Nationalsozialisten, die am 12. März 1938 die Macht übernommen haben, alle historischen Dokumente vernichtet wurden. Einblick in die über hundertjährige Geschichte des Oberwarter Rathauses gibt die zuständige Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit, Frau Mag. Zsifkovits-Taferner. Seit 4. November 2012 ist Georg Rosner Bürgermeister der Stadtgemeinde Oberwart. Die Stadtgemeinde Oberwart gilt als Vorzeigegemeinde des Burgenlandes, denn das Zusammenleben aller Volksgruppen und Konfessionen funktioniert tadellos. Neben seinen zahlreichen Tätigkeiten ist der Stadtchef auch Mitglied des Volksgruppenbeirates der Roma.
(Jek keripe la Kerstin Horvathatar taj la Kerstin Horvathatar, tschinaschi: Marcel Horvath)
März 6th, 2018 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Kurzfilmabend in Heidelberg
Dienstag, 13.03.2018 18:00 Uhr
Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, Heidelberg
Ankündigung des Dokumentations- und Kulturzentrums:
Binnen weniger Stunden entwickelte sich am 23. Oktober 1956 aus einer Demonstration von Studierenden in Budapest der Ungarische Volksaufstand. Das Aufbegehren der Menschen wurde in den folgenden Tagen und Wochen mit besonderer Härte niedergeschlagen. Zahlreiche Menschen wurden hingerichtet, zehntausende wurden in Internierungslager oder Gefängnisse verschleppt, 200.000 Menschen verließen ihre Heimat. Auch für zahlreiche Roma war es selbstverständlich, sich dem Freiheitskampf anzuschließen, als sie den legendären Aufruf der Revolution hörten: „Wer Ungar ist, hält mit!“
Beim Kurzfilmabend führen wir im Gespräch mit den Besucher/innen durch die Filminstallation „Roma Helden 1956“. Sie weist auf die Beteiligung dieser Menschen hin und gibt ihnen ein Gesicht: In kurzen Filmen werden die Geschichten von Gyula Dandos, Gabor Dilinko, Istvan Fatyol, Csanyi Sandor und Ilonka Szabo erzählt.
(www.sintiundroma.de)
März 2nd, 2018 |
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Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
Lebenslinien: Sinteza Rita Prigmore überlebt medizinische Versuche der Nazis
Ein Film von Constanze Hegetusch
Bayerischer Rundfunk, 44 Min.
ARD-Mediathek: verfügbar bis 15.01.2019
Rita ist Zwilling. Doch ihre Zwillingsschwester stirbt bei medizinischen Experimenten durch die Nationalsozialisten. Rita überlebt schwer verletzt und wird ihrer Mutter zurückgegeben. Seite an Seite kämpfen sie für die Anerkennung der Sinti und Roma als Opfer des Nationalsozialismus und um Wiedergutmachung.
Weil Ritas Mutter Sinteza ist, soll sie 1942 zwangssterilisiert werden. Als sich herausstellt, dass sie mit Zwillingen schwanger ist, wird sie verschont. Sofort nach der Geburt nimmt man ihr die beiden Mädchen und missbraucht sie für medizinische Versuche. Das eine Mädchen stirbt, Rita wird der Mutter nach einem Jahr zurückgegeben – mit einer schweren Verletzung am Kopf. Mutter und Tochter leben fortan ein symbiotisches Leben. Als Rita 14 Jahre alt ist, gründet ihre Mutter einen Verein, der für die Anerkennung der Sinti und Roma als Opfer des Nationalsozialismus kämpft und sich für Wiedergutmachung stark macht.
Auch Rita wird zur Aktivistin. Mit Anfang 20 verliebt sie sich in einen amerikanischen Soldaten, der in Würzburg stationiert ist. Sie heiraten und bekommen zwei Kinder. Als er wieder zurück in die USA muss, geht Rita mit. Sie leidet jedoch sehr unter der Trennung von der Mutter. Die Ehe zerbricht und Rita muss immer häufiger nach Deutschland, um für ihre eigene Wiedergutmachung zu kämpfen. So entscheidet sie sich schweren Herzens, die USA und ihre beiden jugendlichen Kinder zu verlassen und zur Mutter zurückzuziehen. Als diese 2004 stirbt, führt Rita die politische Arbeit weiter. Sie tritt als Zeitzeugin bei Veranstaltungen in der ganzen Welt auf. Read the rest of this entry »
Februar 14th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Musik, Radio, Podcast & TV
Ö1 Radiokolleg, 12.2.2018
Lexikon der österreichischen Popmusik
Karl Ratzer
➔Anhören (7 Tage Ö1)
2017 hat das Radiokolleg eine Langzeit-Serie zur Geschichte der österreichischen Popmusikk gestartet. Von „Ambros bis Qualtinger“ von „Danzer bis Wanda“ wird das Leben und Werk einzelner Musiker/innen und Bands dokumentiert, ihre Bedeutung für die österreichische Musiklandschaft reflektiert und ihr Beitrag zu einer kritischen Gegenkultur gewürdigt.
Der Wiener Blues- und Jazzmusiker Karl Ratzer kommt aus einfachen Verhältnissen mit Roma-Hintergrund und musste sich seine musikalische Karriere hart erarbeiten. Schon im Alter von 14 Jahren legte er als Lead-Gitarrist der Rhythm-’n‘-Blues-Combo The Slaves eine erste Talentprobe ab. Wenig später wurde er unter dem Bühnennamen Charles Ryder zur Lichtgestalt des heimischen Psychedelic Underground. C-Department und Gipsy Love waren weitere Bandprojekte, die progressiven Zeitgeist ins verschlafene Wien brachten und in jenen Jahren geradezu Synonyme für popmusikalische Innovation waren.
Im Alter von 22 Jahren verschlug es ihn in die USA, wo er in einer international vernetzten Jazz-Szene allmählich Fuß fassen konnte und mit etlichen Weltstars des Genres arbeitete. Read the rest of this entry »