2. August: Roma-Gedenken in Auschwitz

Juli 31st, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Gedenkfeier in Auschwitz, 2. August 2015 (Foto: Dikh he na bistar)Museum Auschwitz-Birkenau: Internatio­na­le Gedenk­feier am 2. Au­gust 2018

2.8.2018, 11:45 bis 13:30 Uhr
Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau
Więźniów Oświęcimia 20 – Oswiecim

Der Zentralrat und das Dokumentations- und Kultur­zentrum Deutscher Sinti und Roma werden auch in die­sem Jahr unter der Leitung von Romani Rose mit einer De­lega­tion von 50 Per­so­nen, darun­ter Holocaust­über­leben­de und deren Be­gleit­per­sonen, an dem Inter­natio­na­len Roma-Ge­denk­tag am 2. August in Auschwitz teil­neh­men. Der Gedenk­tag am 2. August wird vom Doku­menta­tions- und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma in Ko­opera­tion mit dem Verband der Roma in Polen vor­be­rei­tet. Neben den Über­leben­den neh­men zahl­reiche Vor­stände der Landes- und Mit­glieds­ver­bände des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma an dem Gedenk­akt teil. Für die Über­lebenden spricht die Holo­caust­über­leben­de Rita Prigmore.

Redner:
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma
Roman Kwiatkowski, Vorsitzender des Verbandes der Roma in Polen
Rita Prigmore für die Überlebenden
Dunja Mijatović, Menschenrechtskommissarin des Europarates
Beate Klarsfeld, UNESCO-Sonderbotschaftern für Bildung über den Holocaust und die Ver­hin­de­rung von Völ­ker­morden

Hintergrund:
Die Nationalsozialisten verschleppten von März 1943 bis Juli 1944 23.000 Roma und Sinti aus elf Län­dern Europas nach Auschwitz. Nahe­zu alle fan­den dort den Tod. Am 2. August 1944 wur­den die im Lager­ab­schnitt B II e des Kon­zentra­tions­lagers Auschwitz-Bir­kenau ver­blie­benen 2.900 Sinti und Roma auf Befehl des Reichs­sicher­heits­haupt­amtes er­mordet. Ein voran­gegan­ge­ner Ver­such, 6.000 Roma und Sinti in die Gas­kammern zu brin­gen, schei­terte am 16. Mai 1944 an dem Widerstand der Häft­linge. In den darauf fol­gen­den Wochen wur­den 3.000 der an dem Aufstand be­teilig­ten Häft­linge bei Selektio­nen von den SS-Ärzten als „noch arbeits­fähig“ ein­ge­stuft und zur Sklavenarbeit in an­dere Kon­zentra­tions­lager im Reichs­gebiet ver­schleppt, nach Buchen­wald, Maut­hausen, Ravens­brück, Sach­sen­hausen und Dachau. Zu­rück in Auschwitz blie­ben 2.900 Roma und Sinti, über­wie­gend Kinder, deren Mütter und alte Men­schen. Die SS brach­te sie in der Nacht vom 2. auf den 3. Au­gust in die Gaskammern und ver­brann­te die Lei­chen in einer Gru­be ne­ben dem Krematorium V.

Die Gedenkfahrt nach Auschwitz durch die Stiftung Erin­ne­rung, Ver­ant­wor­tung, Zukunft (EVZ) und das Aus­wärtige Amt fi­nan­ziell un­ter­stützt.

(Text: Zentralrat)

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