Archive for Dezember, 2024

Facts & Figures (542)

Dezember 30th, 2024  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Im Osmanischen Reich wur­de die Son­der­steu­er, die Nicht-Mus­li­me zu ent­rich­ten hat­ten, lan­ge Zeit auch mus­li­mi­schen Ro­ma ab­ver­langt.

(Quelle)

Jubilejum 2024: 20 berscha dROMa

Dezember 28th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse, dROMa (Magazin)

JUBILÄUM 2024

MultimediamaschineI maschina bajder pe micinel | Die Maschine surrt weiter

Jek falato palo kija falato, o tikno farajn Roma-Ser­vice pe­dar o ber­scha, use jek multi­me­di­ja­keri ma­schina la flo­gos­kera grup­nake pe irin­tscha. Elosch­no angle pe mici­nel – le faraj­nis­kere ardip­tschen­ca, ham te but­var tschak ojs part­neri ando pa­lut­no ter­dscho­jipe.

O farajn ande leskere bisch berscha, jek bulho medi­jali dipe andar i phuv asdija, savo dur pedar o Burgenland vir­kinel: o dschu­mimo maga­cin dROMa, o online for­mato dROMa-Blog taj o vide­jos­kero phu­kajipe andar dROMa TV vaj Tschib­tscha/TV Erba. Use al, o Romani-tscha­ven­gero papru­schen­gero nevipe Mri nevi MiniMulti, savo andi kopera­cijona la flogos­kera utscha isch­kolaha le burgen­lan­di­tike hor­vacken­dar kerdi ol, i Romani-tscha­ven­geri biblina, savi ojs fesch­timo kerdo heflti­nakero redo ari alo, o duj bulhe prik dschiv­den­ge­re-edi­ci­jon­tscha (Mri taj Amari Historija) taj te jek thaji­peskeri- taj jek dschi­la­jipes­keri kenva. Taj use, sako di meg prik­bescha­rip­tscha taj mejdi­nip­tscha le radijos­kere maga­ciniske Romani Ora taj la flogos­kera grup­nakera riktschake taj le Romen­gere sen­dung­tschen­ge le ORFistar, pedar amaro stolo dschan. O vodschi la naschta pro­dukcijo­natar ham usar o kesdipe, o duj tschib­tscha­kero papru­schen­gero nevipe dROMa sina, savo akan bisch berscha hi. Sajt 2004, o magacin vodi­naschi la flogos­kera grupnatar taj la faraj­nis­kera butjatar hi, o cile phari­peskere punktscha taj o barikane aun­paschlo­jip­tscha, ande leskere ardip­tscha papal sikan pumen. Uprekle­rinipe taj doku­men­tacijona, sikadi­peskeri- taj socijali buti, histo­rischi gondo taj palgon­dolipe, butvar ham o keripe, i tschib Roman (Bur­gen­land-Ro­mani) anglo armeripe upre te likerel – andi publi­kaci­jona­keri buti le faraj­nistar Roma-Service, upro riktscha le papru­schen­gere nevi­pestar dROMa, ada sa khetan naschel.

Stück für Stück hat sich der kleine Verein Roma-Ser­vice über die Jahre zu einer Multi­media­maschine für die Volks­gruppe ge­wan­delt. Gut geölt surrt sie vor sich hin – mit den vereins­eige­nen Ver­öffent­li­chun­gen, aber oft auch leise als Partner im Hin­ter­grund.

Der Verein hat in den zwanzig Jahren seines Bestehens ein breites mediales Angebot aus dem Boden ge­stampft, das weit über das Burgenland hinaus wirkt: das Print­magazin dROMa, das Online­format dROMa-Blog und die Video­bericht­erstat­tung von dROMa TV bzw. Tschib­tscha/TV Erba. Dazu kommen die Roma­ni-Kinder­zeit­schrift Mri nevi MiniMulti, die in Ko­opera­tion mit der Volks­hoch­schule der Burgen­ländischen Kroaten ent­steht, die Roma­ni-Kinderbibel, die als bunt illust­rierte Heftreihe erschien, zwei um­fang­reiche Zeit­zeu­gen-Edi­tio­nen (Mri und Amari Historija) sowie ein Koch- und ein Liederbuch. Und oben­drein wandern tagein, tagaus auch noch Über­setzungen und Meldungen für das Radio­magazin Romani Ora und die Volks­gruppen­seite und Roma­sendungen des ORF über unseren Schreibtisch. Read the rest of this entry »

Romani Ora (23.12., 24.12. und 27.12.2024)

Dezember 27th, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 23.12.2024 (mp3)

In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ gibt es eine Menge an Musik zu hören, die auf den Heili­gen Abend ein­stimmt. Die Sendung wird mode­riert von Adi Gussak.


Anhören: →Sendung vom 24.12.2024 (mp3)

In der „Romani Ora“ vom 24. Dezember, moderiert von Adi Gussak, erwartet Sie als Tagesthema ein Beitrag über den Weihnachtszirkus ,,Circus Vegas“ in Oberwart. Außer­dem Musik, passend zur Weihnachtsstimmung.


Anhören: →Sendung vom 27.12.2024 (mp3)

In dieser Freitagsausgabe der „Romani Ora“ haben wir den Ver­anstal­tungs­kalen­der mit den besten Aus­geh­tipps für Sie vor­bereitet. Und in der Jugendrubrik „Young, wild and free – le ter­nenge“ wird das Thema Pyrotechnik be­handelt.

Fickijendar taj vurclinendar

Dezember 23rd, 2024  |  Published in Interview, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

SPRACHE | TSCHIB

Von Nestern und WurzelnJek nevi Romani-alavengeri kenva rodel palo kes­diptscha


Duj tschibtschakere forschertscha jek barika­ni bu­ti ker­de: jek eti­mo­lo­gi­schi ala­ven­ge­ri ken­va le Ro­ma­ni­jistar. Pantsch ber­scha pa­loda terdschol akan anglo kise­ti­nipe. Amen le Miša Os­loniha (pol­ni­tiki aka­de­mija le visen­schof­ten­dar) taj le Kirila Ko­žano­viha (uni­ver­si­teta Potsdam) va­ker­tscham.

dROMa: So o aundefinipe uso projekto dija?
O gondo andar jek schutscho koja alo: Amenge hatek asaj ala­ven­geri kenva pekal. Dschi uso bersch 2019 imar poar Roma­ni-di­jalek­tscha schtu­dirin­tscham, taj amaro interesi upre aja igen schukar tschib use jek punkto alo, kaj amen palo kes­dip­tscha taj o ent­vik­li­nipe adale dija­lek­tschen­dar te rodel kama­hahi. Kekej but upri etimo­logija le Roma­ni­jistar butscha­linde (Pott, Miklosich, Turner, Boretzky, tschak poar te akarel), na dija jek kise­timo butscha­linipe. Hatek amen akor phen­tscham, hot jek etimo­lo­gischi alaven­geri kenva keras. Erschtivar, amen o amenge prin­dscharde „phure“ (a. b. indischi, persischi, arme­nischi, taj te greci­jakere taj sud­sla­vitike) alava khetan kedijam taj kes­din­tscham, jek bulhi historija sako­nestar te pisinel. Amen odotar ar dschas, hot odola alava le cile Romenge dschi use len­gero hinti­nipe usar o Balkan ando 15to schel­ber­schen­gero, prin­dscharde sina.

Kitschi alava hi?
Ande amari alavengeri kenva valami 1.200 „ficki“ del, a. b. jek vurclina mindenfe­litike odotar tel vodime ala­venca, kaj ando kise­tinipe poar eseri alava anali­sirim hi. O cile, valami 50 dijalek­tschendar kiposim on. Afka tschak na dikes, katar o alav al, hatek tu akor te dikes kaj lo and beschardo ol. Pedar ari, sakona histo­rijake sakone alavestar ande leskere minden­felitike schtadiji palal dschas, kaj jek angle­ter­dscho­jipe odolestar te uschtides, sar o phure dschene le Romendar ando minden­felitike cajtscha, vaker­nahi. Butvar tschak i historija jeka tschib­tschatar i historija le manu­schendar, save la vakeren, schaj sikal. Ada but alavenge terdschol, save o igen „phure Roma“ andar o tschib­tscha getschen line, sa­venca on upre lengeri dugi roas andar i Indija andi Grecija ando kon­takto ale. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (541)

Dezember 22nd, 2024  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Ab 1974 war Betteln in Ös­ter­reich durch Auf­he­bung des Land­strei­cher­ge­setzes von 1885 wie­der er­laubt. Tirol und Salz­burg er­lie­ßen da­rauf­hin ei­ge­ne ge­ne­rel­le Bet­tel­ver­bote.

(Quelle/pdf)

Von Nestern und Wurzeln

Dezember 21st, 2024  |  Published in Interview, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

SPRACHE | TSCHIB

Von Nestern und WurzelnEin neues Romani-Wörterbuch sucht nach den Ursprüngen


Auf eigene Faust machten sich zwei Sprach­for­scher an eine Her­ku­les­arbeit: ein ety­mo­lo­gi­sches Wör­ter­buch des Ro­ma­ni. Fünf Jahre spä­ter steht es vor dem Ab­schluss. Wir ha­ben mit Michail Oslon (Pol­ni­sche Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten) und Kirill Kožanov (Uni­ver­si­tät Potsdam) ge­spro­chen.

dROMa: Was gab den Anstoß zum Projekt?
Die Idee entstand auf recht prosaische Weise: Wir benötig­ten einfach ein solches Wörter­buch. Bis zum Jahr 2019 hatten wir bereits einige Roma­ni-Dia­lekte stu­diert, und unser Inter­esse an dieser wunder­schönen Sprache hatte einen Punkt er­reicht, an dem wir den Ursprung und die Ent­wick­lung dieser Dialekte er­grün­den wollten. Obwohl viele an der Etymologie (Wort­geschichte) des Romani ge­arbei­tet haben (Pott, Miklosich, Turner, Boretzky, um nur einige zu nennen), gab es keine voll­ständige Be­arbei­tung. Wir be­schlos­sen also, ein etymo­logi­sches Wörterbuch selbst zu ver­fassen. Zuerst sammel­ten wir alle uns be­kannten „alten“ (d. h. indischen, iranischen, arme­nischen sowie teil­weise griechischen und süd­slawischen) Wörter und be­gannen, eine um­fas­sende Geschichte von jedem zu schrei­ben. Wir gehen davon aus, dass diese Wörter allen Roma bis zu ihrer Zer­streu­ung vom Balkan im 15. Jahr­hun­dert be­kannt waren („Gemein­wortschatz“).

Wie viele Einträge sind es?
Unser Wörterbuch besteht aus etwa 1.200 „Nestern“, d. h. einer Wurzel mit ver­schie­denen davon ab­ge­leiteten Wörtern, sodass am Ende einige tausend Wörter analy­siert sind. Alle werden an­hand von etwa 50 Dialekten illustriert. So kann man nicht nur erfahren, woher ein Wort stammt, son­dern auch wo und wie es jetzt ver­wendet wird. Darüber hinaus verfolgen wir die Geschichte jedes Wortes in seinen ver­schiede­nen Stadien, sodass man eine Vor­stel­lung davon be­kommt, wie die Vorfahren der Roma zu verschie­denen Zeiten sprachen. Oft kann nur die Ge­schichte einer Sprache die Ge­schichte der Men­schen, die sie sprechen, offenbaren. Dies gilt für viele Wörter, die die „Ur-Roma“ aus den Sprachen ent­lehnt haben, mit denen sie auf ihrer langen Reise von Indien nach Griechen­land in Kontakt kamen. Read the rest of this entry »

Romani Ora (16., 17., 18., 19. und 20.12.2024)

Dezember 21st, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 16.12.2024 (mp3)

„Der Romani Ora“-Musikmontag auf Radio MORA ver­spricht Ihnen eine Stunde lang die meisten und ab­wechs­lungs­reichs­ten Roma-Songs. Ge­nießen Sie die musika­lische Vielfalt!


Anhören: →Sendung vom 17.12.2024 (mp3)

Im Tagesthema berichtet Adi Gussak diesmal über die Feier anläss­lich des 25-jährigen Be­stehens der Roma Volks­hoch­schule Burgenland (Website). Die Sen­dung wird wie gewohnt mode­riert von Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 18.12.2024 (mp3)

Eine Gedenkfahrt nach Auschwitz-Birkenau wurde von der Roma­pastoral für Volks­gruppen­an­ge­hörige orga­nisiert. Im ehe­maligem Kon­zentra­tions­lager wurde der er­mordeten Roma und Sinti gedacht.


Anhören: →Sendung vom 19.12.2024 (mp3)

In dieser „Romani Ora“ nimmt uns Adi Gussak mit auf den Advent­markt „Weihnacht in Oberwart“, und in unserer historischen Rubrik „Mri his­torija“ hören Sie heute wieder eine Lebens­geschichte eines Burgen­land-Rom.


Anhören: →Sendung vom 20.12.2024 (mp3)

Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“auf Radio MORA mit den Ver­anstal­tungs­hin­wei­sen/ Mula­tintschage, den zwei­sprachigen Volks­gruppen­nachrich­ten und der Jugend­sendung, wird prä­sentiert von Tina Nardai.

„Jek nevi cedula“

Dezember 17th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Romani, dROMa (Magazin)

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE: Bildungsexpertin und Politikerin Tina Gažovičová (Foto: Tina Gažovičová/Facebook)Ekspertkija: Romani-ischkoli nan nisaj putripe

Dajakere tschibtschakere sikajipeha le Ro­­men­­ge­­re-tscha­­ven­­ge andi Slo­­vakija akan bara andar o drom bejg ispi­­dim te on. O ministerijum dikel ada ojs „keripe uso be­­kejmpfi­­nipe la segre­­gaci­­jona­­tar“. Ham so ada butschol? Amen usi sika­­di­­pes­­keri eks­­pert­­kija Tina Gažo­­vi­­čová ando foro Bratisl­­ava palal phutsch­­lam.

dROMa: Andi Slovakija akan bojd jek ischko­­la la sika­­ji­­pes­­kera tschib­­tscha­­ha Ro­­mani dela. (→Sikadipe: O eksperimento andar Rakúsy) Hi ada jek barikano drom?
Tina Gažovičová: O phutschajipe andi Slovakija igen bri­­gasch­­no hi. Te le politischi taj inter­­kultu­­reli fatre­­ter­­tschen le Romen­­ge­­re-tschu­­li­­pestar andi Slovakija minden­­felitike muani­­nip­­tscha use aja tema hi. Upri jek rik latscho hi, hot but Romen­­gere-tscha­­ven andi Slo­­vakija Romani ojs dajakeri tschib hi taj hatek ada schaj pomo­­schin­­lahi, Romani te andi isch­­kola te siklol. Ande amaro isch­­kola­­kero tscha­­tschipe o tscha­­tschipe le tschu­­lip­­tschen­­dar ande hi, ande lengeri daja­­keri tschib sikade te on, taj amen andi Slovakija jek dugi tradicija isch­­kolen­­dar le ungrike tschu­­lipeske hi. Ando peripe le Romen­­ge­­re-tschu­­li­­pestar ada ham schoha prik beschardo na ulo, kaj tschak igen tschule Roma­­ni-mesch­­ter­­tscha del taj kaj o minden­­feli­­tike dijalek­­tscha le tel pisime Roma­­ni­­jistar avrijal hi. Vaschoda tschak tschule ischkoli del, ande save Romani ojs foch sikado ol, ham dschi­­jakana nisaj ischkola, Rom­­nijiha ojs sikaji­­pes­­keri tschib.

So gejng vakerel?
O argumento gejng ischkoli Romanijiha ojs sikajipeskeri tschib hi, hot on i segre­­gaci­­jona (isch­­kola­­kero artscha­­pinipe) taj o socijali artscha­­pinipe le Romen­­ge­­re-tschu­­li­­pestar meg horeder keren. Ando lejcti desch­­ber­­schen­­gere i segre­­gaci­­jona le Romen­­ge­­re-tscha­­vendar ando ischko­­lakero koja andi Slovakija bibas­­ta­­leder uli. But gava del, ande save agun jek „keverimi“ ischkola delahi, savi Romen­­ge­­re- taj te slova­­kitike, poavar te ungrike tschib­­tschakere tscha­­vendar, kher rodim ule. O gendo le slova­­kitikendar ande odola gava ham tel lel, taj o Roma mindig buteder on, so uso cajchn le „parne naschi­­keri­­pestar“ vodin­­tscha, kaj adi odola ischkoli tschak buter le Romen­­ge­­re-tscha­­vendar kher rodim on. Read the rest of this entry »

„Ein neues Etikett“

Dezember 17th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Romani, dROMa (Magazin)

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE: Bildungsexpertin und Politikerin Tina Gažovičová (Foto: Tina Gažovičová/Facebook)Expertin: Romani-Schulen sind keine Lösung

Mit muttersprachlichem Unterricht sollen den Ro­­ma-Kin­dern in der Slo­wa­kei end­lich Steine aus dem Weg ge­räumt werden. Das Mi­nis­te­ri­um sieht dies auch als „Bei­trag zur Be­kämpfung der Se­gre­ga­tion“. Aber was be­deu­tet das? Wir ha­ben bei der Bil­dungs­ex­per­tin Tina Gažo­vi­čová in Bratislava nach­ge­fragt.

dROMa: In der Slowakei wird es bald eine Schule mit der Unter­richts­sprache Romani ge­ben (→mehr hier). Ist das ein sinn­voller Weg?
Tina Gažovičová: Die Frage ist in der Slowakei sehr umstritten. Auch die politi­schen und intel­lek­tuellen Ver­treter der Roma-Min­der­heit in der Slowakei haben unter­schied­liche Meinungen zu diesem Thema. Einer­seits stimmt es, dass viele Roma-Kinder in der Slowa­kei Romani als Mutter­sprache haben und es daher für sie hilf­reich sein könnte, Ro­mani auch in der Schule zu lernen. Unser Schul­gesetz beinhaltet das Recht der Minder­heiten, in ihrer Mutter­sprache unter­richtet zu werden, und wir haben in der Slowakei eine lange Tradition von Schulen für die ungarische Minder­heit. Im Falle der Roma-Min­der­heit wurde dies jedoch nie um­ge­setzt, da es nur sehr wenige Roma­ni-Lehrer gibt und außer­dem die ver­schie­denen Dialekte vom kodi­fizierten Romani ab­weichen. Daher gibt es nur wenige Schulen, in denen Romani als Fach unter­richtet wird, aber bisher keine mit Romani als Unter­richts­sprache.

Was spricht inhaltlich dagegen?
Das Argument gegen Schulen mit Romani als Unterrichtssprache ist, dass sie Segregation (Anm.: schuli­sche Ab­sonde­rung) und sozialen Aus­schluss der Roma-Min­der­heit weiter ver­tiefen. In den letzten Jahr­zehn­ten hat sich die Segre­gation von Roma-Kind­ern im Schul­wesen in der Slowakei ver­schärft. Es gibt viele Dörfer, in denen es früher eine „ge­mischte“ Schule gab, die sowohl von Roma- als auch von slowa­kischen, manchmal auch un­garisch­spra­chigen Kindern besucht wurde. Die Zahl der Slowaken in diesen Dörfern nimmt jedoch ab, während die Roma-Be­völ­ke­rung zu­nimmt, was zum Phä­nomen der „weißen Flucht“ geführt hat, so dass diese Schulen heute nur noch von Roma-Kindern besucht werden. Read the rest of this entry »

Sinti und Roma in Sachsen-Anhalt

Dezember 16th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Wissenschaft

QuellenNAHVerena Meier: Sinti und Roma in Sachsen-Anhalt. Zwischen Antiziganismus und Selbst­be­haup­tung (= QuellenNAH, Heft 9), Magdeburg 2024

→Download (pdf)

Seit 2021 veröffentlicht das Landesarchiv Sachsen-Anhalt in seiner archiv­pädago­gischen Reihe QuellenNAH sowohl gedruckt als auch digital historische Quellen, welche die viel­fältige Geschichte Sach­sen-An­halts doku­mentieren. Das nun vor­liegende neunte Heft widmet sich der Geschichte der Sinti und Roma in Sach­sen-An­halt und prä­sentiert Quellen vom 17. Jahr­hundert über die DDR-Zeit bis in die Gegen­wart. Diese doku­mentieren die Geschichte der Sinti und Roma als Teil der deutschen Geschichte. Das Landes­archiv und seine Ko­opera­tions­partner wollen damit einen dringend not­wendigen Beitrag zur historischen Auf­klärung und gegen An­ti­­ziganis­mus leisten.

Die Materialien und Quellentexte bieten vielschichtige didaktisch-metho­dische Zugänge zu Geschichte und Lebens­welten der Sinti und Roma und sensi­bilisieren für anti­ziganis­tische Vor­urteils­konstrukte in Ver­gangen­heit und Gegenwart. Zahl­reiche Bezüge zu Fach­lehrplänen sowie Infor­mationen zu außer­schulischen Lern- und Gedenk­orten ermög­lichen den Lehrkräften, dieses breite Themen­spektrum in den Unterricht ein­zu­binden.

Read the rest of this entry »

Ceija Stojka – Hoffnung war das, was uns stärkte

Dezember 15th, 2024  |  Published in Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Als Rückblick auf die Ausstellung „Ceija Stojka – Hoffnung war das, was uns stärkte“, die bis Ende Sep­tem­ber in Eben­see zu se­hen war, bringen wir diese Sen­dung des Freien Radios Salz­kammer­gut vom 30.7.2024.

Aus der Programminfo: Ceija Stojka ist aktuell eine der gefragtesten öster­rei­chi­schen Künstlerin­nen. Ihre Bilder haben Bezug zu ihrer Historie als Kind vor, im und nach der Zeit des National­sozialis­mus. Ihr ist im Museum Ebensee eine multi­dis­zipli­näre Aus­stellung ge­widmet. Die beiden Kurato­rinnen Carina Kurta und Lorely French haben nach meh­reren inter­natio­nalen Ausstel­lungen nun erstmals mit „Ceija Stojka – Hoff­nung war das, was uns stärkte“ eine Werkschau der Künstlerin in Österreich ge­staltet. In der Aus­stellung sind nicht nur groß­formatige Malereien Stojkas zu sehen son­dern auch Texte und Tagebücher, die eine per­sön­liche Per­spek­tive auf die österrei­chi­sche Zeit­geschichte liefern.

Im Gespräch mit Mario Friedwagner berichtet Carina Kurta, warum es wichtig ist die Po­sitio­nen von Ceija Stojka zu prä­sen­tieren.

Read the rest of this entry »

dROMa 76 („Gewalt“ | „Bibastalo tradipe“)

Dezember 14th, 2024  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, dROMa (Magazin)

dROMa 7630 Jahre Attentat von Oberwart | 30 berscha atentato Erbatar

Themenheft „Gewalt“ | Temakeri heftlina „Bibastalo tradipe“

Gewalt gegen Roma: eine unvollständige Chronik 2005 bis 2020 | Bibas­talo tra­di­pe gejng Roma: jek na ki­se­ti­mi his­to­ri­ja 2005 dschi 2020

Download (PDF) | Inhalt

In wenigen Wochen begeht Österreich den 30. Jahrestag des größten rassis­tischen Ver­brechens seiner Nach­kriegs­ge­schichte. Vier junge Roma aus Oberwart wurden 1995 grausam aus dem Leben ge­rissen. Über diese Schicksals­tage, in denen für die Volks­gruppe alles auf dem Spiel stand, be­richtet Roman Urbaner in einem Ein­führungs­text. Vieles hat sich seither zum Guten ge­wendet, Österreich hat sich seiner Volks­gruppe an­ge­nommen. Das Burgenland hat – durch­aus vorbild­haft in Europa – gezeigt, wie es klappen kann. Doch die Gewalt gegen Roma bleibt virulent – sogar in Öster­reich, wie eine Reihe von Vorfällen be­weist. Diese sind freilich nur eine winzige Fußnote zu dem, was welt­weit ge­schieht und von dem man in den Medien nur selten erfährt. Aus Hun­derten doku­men­tierten Vor­fällen haben wir daher eine Chronik der Gewalt aus den Jahren 2005 bis 2020 zu­sammen­gestellt. Es ist eine be­ängsti­gende Liste von Hass­verbrechen – von Tschechien bis Chile, von Polen bis Bulgarien. Fast immer folgt die Eska­lation dens­elben Mustern: Da ist der Hass gegen die Minder­heit, der Konflikte ethnisch kana­lisiert und Roma zu Sünden­böcken macht. Da ist die rassistische Ent­grenzung der Gewalt, die sich gegen das Kollektiv richtet. Da sind aus­wärtige Grup­pierun­gen, die die lokale Span­nungen anheizen, und das Versagen des Staates, der die Täter allzu oft ge­währen lässt und statt­dessen gegen die Opfer vorgeht.

Ande poar kurke i Austrija upro 30 berschen­gero di le lek bareder rasis­tischi fapha­geri­pestar leskera cajtatar palo haburi gondo­linel. Schtar terne Roma Erbatar, 1995 murdarde ule. Pedar adala terdschi­jiptschen­gere divesa, ande save la flogos­kera grupnake sa upro khelipe terdscho­lahi, phukal o Roman Urbaner ande leskero andvo­dini­peskero tekst. But sajt oja cajt ando latschipe pe irintscha, i Austrija leskera flogos­kera grupnake aun pe lija. O Burgenland – hatek jek idol andi Europa – sikatscha, sar schaj dschal. Ham o bibas­talo tradipe gejng o Roma atschol – muguli andi Austrija, sar jek redo angle­perip­tschen­dar sikal. Hatek ada tschak jek tikno koja use oda hi, so upro cilo them pasirinel taj savestar ando mediji tschak tschulo te schunel hi. Andar but schel doku­mentirime angle­perip­tscha vaschoda jek khetan kedipe le bibastale tradi­pestar andar o berscha 2005 dschi 2020 ktehan terdschar­tscham. Read the rest of this entry »

Romani Ora (11.12., 12.12. & 13.12.2024)

Dezember 14th, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 11.12.2024 (mp3)

Manuela Horvath, Leiterin der Romapastoral der Diözese Eisen­stadt, wurde vom Land Burgen­land mit dem Silbernen Ehren­zeichen geehrt. Im Tages­thema der „Romani Ora“ hören Sie mehr darüber. Mit der ab­wechs­lungs­reichs­ten Roma-Musik auf Radio MORA be­gleitet Sie Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 12.12.2024 (mp3)

Die „StarJump“-Trampolinhalle in Oberwart ist die neu­este Attrak­tion in der Stadt der Vielfalt. Im Tages­thema dieser „Romani Ora“ erfah­ren Sie mehr. Außer­dem auch diese Woche mit dabei: eine weite­re Aus­gabe unserer histo­rischen Rubrik „Mri his­torija“.


Anhören: →Sendung vom 13.12.2024 (mp3)

Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ mit der besten Roma-Musik auf Radio MORA. Auf dem Pro­gramm stehen darüber hinaus Ver­an­stal­tungs­hin­weise und die Volks­gruppen­nach­richten. Und rund ums Thema „Weihnachten“ geht’s in der heutigen Jugend­sen­dung mit Adi Gussak.

Antiziganismus: Deutsche Bund-Länder-Kommission nimmt Arbeit auf

Dezember 13th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Unter dem Vorsitz des Anti­zi­ga­nis­mus­be­auf­trag­ten Dr. Meh­met Dai­ma­gü­ler fand die kon­sti­tu­ie­ren­de Sitzung der Bund-Län­der-Kom­mis­sion zur Be­kämp­fung von Anti­zi­ga­nis­mus statt. Ziel ist eine ver­bes­ser­te, insti­tu­tio­na­li­sier­te Zu­sam­men­ar­beit für die Teil­habe von Sinti und Roma.

Am 7. Oktober fand unter Vorsitz des Be­auf­tragten der Bundes­regierung gegen Anti­ziganis­mus, Dr. Mehmet Daimagüler, die kon­stituie­rende Sitzung der „Stän­digen Bund-Län­der-Kom­mis­sion zur Be­kämp­fung von Anti­ziganis­mus und für das Leben der Sinti und Roma“ (BLK) statt. Die Kom­mission will eine wirk­samere, besser ab­ge­stimmte Politik er­reichen, die Sinti und Roma schützt und Hürden zur gleich­berech­tig­ten Teilhabe am gesell­schaft­li­chen Leben abbaut.

Teilhabe von Sinti und Roma fördern

Sinti und Roma an Bildung teilhaben zu lassen, ihre Kultur zu fördern, Prä­ventions­maß­nahmen in Polizei und Justiz zu ergreifen und ge­flüchtete Roma zu integrie­ren, sind zentrale Bereiche, um Anti­ziganismus zu be­kämpfen und gleich­be­rech­tigte Teilhabe­chancen für Sinti und Roma in Deutschland zu schaffen. Diese liegen in der Zu­ständig­keit der Länder. Deshalb müssen Bund und Länder dauer­haft zu­sammen­arbeiten und sich über Maßnahmen und Stra­tegien gegen Anti­ziganismus aus­tauschen.

Die Einrichtung des Gremiums geht auf eine zentrale Forderung aus dem Bericht der Un­ab­hän­gigen Kommission Anti­ziganis­mus von 2021 und auf eine Forderung des Bun­destags im Be­schluss 20/9779 vom 14. Dezem­ber 2023 zurück. Um­gesetzt wurde diese Forderung auf Grund­lage des Be­schlusses des Bundes­kanzlers und der Regierungs­chefin­nen und -chefs der Länder zur BLK-Ein­richtung am 20 Juni 2024.

Die Aufgaben der Bund-Länder-Kommission sind: Read the rest of this entry »

Sikadipe: O eksperimento andar Rakúsy

Dezember 12th, 2024  |  Published in Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Romani, dROMa (Magazin)

ARTSCHAPIM: Teldschumintschage o sikadipeskero drom le Romengere-tschavendar vodinen. Andi ostslovakitiki gemajnde Rakúsy bojd i erschti Romani-ischkola le thanestar dela. (Kipo: SME)I Slovakija lakeri erschti Romani-ischkola uschtidel

Ando juni ando sikadipeskero ministe­ri­jum ande Bratis­lava, o droma kerde ule: Andi ost­slo­va­ki­tiki ge­majn­de Rakúsy bojd i ersch­ti isch­kola le tha­nestar dela, ande savi o tschave – pa­sche i slo­va­kitiki tschib – te ande len­geri daja­keri tschib Roma­ni si­kade on.

Le prikbescharipeske o ministerijum jek koperaci­jona la ge­majn­dejaha, la uni­versi­te­taha Prešov taj le „kheta­nipeha le isch­kolen­dar, save i Roma-tschib sikan“, kertscha. O ang­lutne butja akan valami jek bersch te dau­erinen. „Ada bari­kano hi, jek than le sika­dipeske le tscha­venge andar etnischi tschu­liptscha ande lengeri daja­keri tschib te scho­finel, inklusivi o Ro­men­ge­re-tscha­ve“, phenel o sikadi­pes­kero ministeri Tomáš Drucker. „Vaschoda phen­tscham, hot le keri­peske jeka pilo­tiskera isch­kolatar le Romen­ge­re-tscha­venge ando gav Rakúsy po­mo­schinas. Amen pilotis­kere koji ande ada than ar te pro­balinel kamaha, save o dajakero tschib­tscha­kero sikadipe te le Ro­men­gere-tscha­venge bul­haren taj feder keren.“ Rakú­syske vaschoda o schtatus jeka „naci­jo­nali­teten­ge­ri-isch­kola“ aun rodim ulo.

Akan andi Slovakija tschak poar ischkoli del, kaj Romani – trin ori ando kurko – ojs isch­kola­kero foch sikado lo (taj ada, kekaj palo „Atlas le Ro­men­ge­re-Khe­ta­nip­tschen­dar“ andi Slovakija 450.000 Roma dschin, saven­dar 60 procenti khere Romani vakeren). Efta ischkoli hi le, sa privati ischkoli, bojd o cile ando ost le tha­nestar. Afka Romani ande schtar ischkoli (ande Kružlová, Stropkov, Kremnica taj Košice), ando Ze­fy­rin-Ji­mé­nez-Malla-gim­na­si­jum (ande Krem­nica) taj ande duj butja­kere sikadi­peskere ischkoli (ande Košice taj Kežmarok) ojs sikaji­peskero foch tel pisim hi – ham na ojs sikaji­peskeri tschib sar akan akor ande Rakúsy. I ischkola tscha­tschi­kan jek nevipe hi: i erschti ischkola andi Slovakija, kaj Romani te uso famit­linipe avre siklo­ji­pes­kere koji lim ol.

Ulado gav

Rakúsy jek tikni gemajnde uso kesdipe la Tatratar hi, o becirkis­kero scheros­kero foro tschak poar kilome­tertscha pasche hi. 3.300 dschene hi le gav, 70 procenti upri flogos­keri grupn le Romendar peren, savendar but ande jek tel paschlimi sidlung eknaj avral o gav, dschin. I Ro­men­ge­ri-sid­lung andar Rakúsy, jek le lek bare­derendar andi Slovakija hi. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (540)

Dezember 11th, 2024  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Die Fünf-Jahres-Kindersterblichkeit bei Roma in Bosnien-Herzegowina liegt bei 27 pro 1000 Le­bend­ge­bur­ten. (Zum Vergleich Österreich: 3,6.)

(Quelle)

Romani Ora (6.12., 9.12. & 10.12.2024)

Dezember 11th, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 6.12.2024 (mp3)

In der aktuellen Freitagsausgabe erwar­ten Sie die Ver­an­stal­tungs­hin­weise für die Region Oberwart und die Volks­gruppen­news in Deutsch und Bur­gen­land-Romani. In der Jugendsendung erzählt uns Adi Gussak mehr über den Film „A Day without Light“, der von einem Rom gedreht wurde.


Anhören: →Sendung vom 9.12.2024 (mp3)

Im „Romani Ora“-Musikmontag hören Sie eine Stunde lang die ab­wechs­lungs­reichste und viel­fäl­tigste Roma-Musik aus allen Ecken der Welt. Durch die Sen­dung führt Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 10.12.2024 (mp3)

Im Tagesthema nehmen wir Sie diesmal mit auf den tra­ditio­nellen „Roma-Advent“, den der Verein Hango Roma im OHO orga­ni­sierte. Und in der Kate­gorie „Minden­fe­litiko“ be­richten wir über die Weih­nachts­trends für das Jahr 2024.

Koportos – ein schäbiges Begräbnis (1979)

Dezember 10th, 2024  |  Published in Film & Theater

FIlstill aus "Koportos"Spielfilm von Livia Gyarmathy
79 min. (H/BRD, 1979)

→Streaming (nur ungarisch)

Ein Rom will seiner verstorbenen Frau ein stan­des­ge­mäßes Be­gräb­nis aus­rich­ten, schei­tert je­doch an der Igno­ranz und Geld­gier der Leute im Dorf.

Der Rom Mihály Balog schuftet in Budapest bei einer Straßen­bau­bri­gande, als ihn aus seiner Heimat­siedlung die Kunde ereilt, dass seine Frau ge­stor­ben ist. Sein Wunsch, ihr ein wür­diges Begräbnis aus­zu­richten, scheitert an der Igno­ranz und Geldgier der Leute im Ort. Aus dem wür­digen wird ein schä­biges Begräbnis, von dem nie­mand Notiz nehmen will. Nur die ehe­mali­gen Lieb­haber der Ver­stor­benen be­ob­ach­ten die Be­erdi­gung aus siche­rere Distanz. Mihály kehrt der Siedlung den Rücken …

Der Film bietet überaus realistische Einblicke in das All­tags­leben der ungarischen Roma in den sieb­ziger Jahren.

Regie: Livia Gyarmathy | Drehbuch: József Balázs, Livia Gyarmathy | Ka­me­ra: Ferenc Pap | Schau­spieler: Ferenc Bencze, Ferenc Bogdán, János Bán, Jirí Menzel, Mihály Rostás

(Text: Filmarchiv Austria)

„Berichte über einen ignorierten Genozid“

Dezember 9th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Genozid an Rom:nja auf dem Gebiet von Belarus, 1941–1944

Eröffnung der Wanderausstellung
Kulturhaus RomnoKher, Mannheim
11. Dezember 2024, 18 Uhr

Der Verband Deutscher Sinti und Roma – Baden-Württemberg (VDSR-BW) lädt herzlich zur Eröffnung der Wander­aus­stel­lung „Ge­no­zid an Rom:nja auf dem Gebiet von Belarus, 1941–1944“ ein. Die Ver­anstal­tung findet am 11. De­zem­ber 2024 um 18:00 Uhr im Kultur­haus Romno­Kher statt. Die Aus­stel­lung wird bis Ende Januar 2025 im Romno­Kher zu sehen sein.

Die Ausstellung widmet sich einem oft vergessenen Kapitel der Geschichte: dem Völker­mord an Rom:nja wäh­rend der deutschen Be­satzung in Belarus zwischen 1941 und 1944. Dieser Genozid, ein we­sent­licher Bestand­teil des deutschen Ver­nichtungs­kriegs im Osten, ist im kollek­tiven Ge­dächtnis sowohl der bela­russi­schen als auch der deutschen Bevöl­kerung kaum ver­ankert. Mit dieser Aus­stellung soll ein Beitrag zur Bewah­rung der Erin­nerung ge­leistet werden – ins­beson­dere aus der Per­spektive der Opfer.

Die Ausstellung basiert auf Interviews mit Dutzenden von Zeit­zeug:in­nen, die im Rahmen eines deutsch-be­la­rus­si­schen Pro­jekts ge­führt wurden. Sie doku­men­tiert nicht nur das Leid der Über­lebenden, sondern auch ihren Wider­stand sowie die teils wider­sprüch­lichen Re­aktio­nen ihrer Um­gebung – von Kollabo­ration bis hin zu Solidarität. Ergänzt wird die Aus­stellung durch Infor­matio­nen zu histori­schen Hinter­gründen, Übe­rlebens­stra­tegien, der Rolle der Partisanen­verbände und der Er­in­nerungs­politik in Belarus und Deutsch­land nach 1945.

Read the rest of this entry »

„Die Aliens von Lunik 9“ (2005/2011)

Dezember 8th, 2024  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

„Die Aliens von Lunik 9“ – Roma-Ghettos in der Slowakei
Ein Film von Chris Haderer, →Video-Homepage

Angeregt durch das Buch „Die Hundeesser von Svinia“ von Karl-Markus Gauß besuch­ten der Foto­graf Luca Faccio und der Jour­nalist Chris Haderer im März 2005 den Osten der Slowakei. Die Auf­nahmen zu diesem Film ent­standen im Rahmen einer Re­cherche in den Roma-Ghettos von Svinia und Lunik 9.

Mitwirkende: Luca Faccio, Robert Packan, Daniela Hudiova, Auf­nahme und Ge­stal­tung: Chris Haderer. Auf­ge­nom­men im April 2005 in Kosice und Svinia (SK), fertig­ge­stellt im Au­gust 2011 in Wien.

(Film und Text: Chris Haderer)