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HÖR: Eine Lobby für studierende Roma

November 1st, 2021  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung

Sladi Mirković ist die Präsidentin der HÖR (Foto: Esteban Hoyos/via UniStandard)Ein neuer österreichischer Verein setzt sich für die In­teres­sen der Roma und Sinti an Hoch­schu­len ein. Stereo­type und Bil­dungs­un­ge­rech­tig­kei­ten sol­len so über­wun­den wer­den

Tobias Mayr/UniStandard: Sladi Mirković freut sich: „Wir haben im letzten halben Jahr den Diskurs über Roma an Hoch­schulen sehr stark mit­be­stimmt.“ Die 33-jäh­rige Romni ist Prä­sidentin der im April ge­grün­deten Hoch­schü­lerIn­nens­chaft ös­ter­rei­chi­scher Roma und Romnja (HÖR). Ge­mein­sam mit fünf Kol­legen möchte Mirković die Bildungs­interes­sen junger Roma in Österreich ver­treten und dabei die Sicht­bar­keit von studie­renden Roma an der Uni er­höhen.

Denn diese sind nicht nur in der österreichischen Be­völ­ke­rung eine Min­der­heit, son­dern auch an den Hochschulen. Zahlen, wie viele Roma stu­dieren, gibt es keine. Für die HÖR steht aber außer Zweifel, dass es „ver­hältnis­mäßig wenige“ sind. Doch auch genaue Zahlen, wie viele Roma in Österreich le­ben, gibt es nicht. Die ethnische Zu­ge­hörig­keit zu Volks­gruppen wird wegen rassisti­scher Er­fah­rungen mit Volks­zählungen im Natio­nal­sozialis­mus nicht erhoben. Das Kanzler­amt geht von zehn­tausenden An­ge­höri­gen aus, die meisten von ihnen leben in den östlichen Bundes­ländern, vor allem im Ballungs­raum Wien. Der Über­begriff Roma wird dabei stell­ver­tre­tend für alle Men­schen ver­wendet, die sich als Roma, Sinti oder Lovara iden­ti­fi­zieren.

Kein Verstecken mehr

Jene, die heute studieren, versteckten meist ihre Identität, sagt Mirković: „Ab einer ge­wis­sen Bildungs­stufe sehen viele davon ab, sich zu outen – aus Angst, sich damit Steine in den Weg zu legen.“ In der Schule und zu Be­ginn ihres Studiums der Trans­kultu­rel­len Kom­mu­ni­kation sei es ihr ähn­lich ge­gangen: Read the rest of this entry »