HÖR: Eine Lobby für studierende Roma
November 1st, 2021 | Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung
Ein neuer österreichischer Verein setzt sich für die Interessen der Roma und Sinti an Hochschulen ein. Stereotype und Bildungsungerechtigkeiten sollen so überwunden werden
Tobias Mayr/UniStandard: Sladi Mirković freut sich: „Wir haben im letzten halben Jahr den Diskurs über Roma an Hochschulen sehr stark mitbestimmt.“ Die 33-jährige Romni ist Präsidentin der im April gegründeten HochschülerInnenschaft österreichischer Roma und Romnja (HÖR). Gemeinsam mit fünf Kollegen möchte Mirković die Bildungsinteressen junger Roma in Österreich vertreten und dabei die Sichtbarkeit von studierenden Roma an der Uni erhöhen.
Denn diese sind nicht nur in der österreichischen Bevölkerung eine Minderheit, sondern auch an den Hochschulen. Zahlen, wie viele Roma studieren, gibt es keine. Für die HÖR steht aber außer Zweifel, dass es „verhältnismäßig wenige“ sind. Doch auch genaue Zahlen, wie viele Roma in Österreich leben, gibt es nicht. Die ethnische Zugehörigkeit zu Volksgruppen wird wegen rassistischer Erfahrungen mit Volkszählungen im Nationalsozialismus nicht erhoben. Das Kanzleramt geht von zehntausenden Angehörigen aus, die meisten von ihnen leben in den östlichen Bundesländern, vor allem im Ballungsraum Wien. Der Überbegriff Roma wird dabei stellvertretend für alle Menschen verwendet, die sich als Roma, Sinti oder Lovara identifizieren.
Kein Verstecken mehr
Jene, die heute studieren, versteckten meist ihre Identität, sagt Mirković: „Ab einer gewissen Bildungsstufe sehen viele davon ab, sich zu outen – aus Angst, sich damit Steine in den Weg zu legen.“ In der Schule und zu Beginn ihres Studiums der Transkulturellen Kommunikation sei es ihr ähnlich gegangen: Read the rest of this entry »