„Großstadt-Zigeuner“ (1932)
Juli 28th, 2017 | Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken
Großstadt-Zigeuner, Stummfilm, D 1932
Regie/Kamera/Schnitt: László Moholy-Nagy (1895-1946)
„Als László Moholy-Nagy 1932 seinen knapp zwölfminütigen Experimentalfilm in Berlin drehte, bestätigte er zwar das verbreitete Bild der Sinti und Roma, die sich als Wahrsagerinnen, Musiker und Bärenvorführende betätigten; doch zeigte er sie gleichzeitig als fröhliche und selbstbewusste Gemeinschaft. Moholy-Nagy konnte nicht ahnen, dass Sinti und Roma schon wenige Jahre später ebenso wie die europäischen Juden im Fadenkreuz der NS-Vernichtungspolitik stehen sollten.“ (Goethe-Institut)
„In seinem Film ,Großstadtzigeuner‘ aus dem Jahr 1932 porträtiert der ungarische Künstler, Medientheoretiker und Filmemacher László Moholy-Nagy die Mitglieder einer Roma-Gemeinschaft in Berlin. Er zeigt Männer beim Kartenspiel, Mädchen, die einander die Haare kämmen, streitende Frauen, ekstatische Musiker, ausgelassen tanzende Zuhörer. Immer näher lässt der Filmemacher seine Kamera an diese Menschen herangleiten, mehr und mehr bleibt sie dabei an Details hängen: an Händen, Füßen oder Gesichtern. Sie greift den Rhythmus der Bewegungen auf, wird so zum Teil des Geschehens. Aus den seltsamsten Blickwinkeln hat Moholy-Nagy seine Protagonisten gefilmt, oft von unten oder von schräg oben. Mal bewegen sie sich aus der Unschärfe in die Schärfe, mal aus dem Licht in den Schatten und umgekehrt. Read the rest of this entry »