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Schweizer Rücknahmeabkommen mit Kosovo

Februar 6th, 2010  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Kosovo: Bröckelnder Flüchtlingsschutz (Amnesty International)Am Mittwoch unterzeichnete – nach deutschem Vorbild (mehr z. B. hier, hier oder hier) – nun auch die Schweiz ein Rücknahmeabkommen mit dem Kosovo. Schweizer Menschenrechtsorganisationen schlagen in einem gemeinsamen Communiqué Alarm, weil von den bevorstehenden Abschiebungen nicht zuletzt auch zahlreiche Angehörige von besonders exponierten Minderheiten wie Roma oder Ashkali betroffen sein werden. Im Folgenden geben wir die Medienmitteilung der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, Amnesty International, Gesellschaft für bedrohte Völker und Humanrights.ch/MERS vom 3.2.2010 wieder:

Mit dem am 3. Februar 2010 unterzeichneten Rücknahmeabkommen zwischen der Schweiz und Kosovo besteht ab sofort die grosse Gefahr, dass die Schweizer Behörden weniger Rücksicht auf die besonders verletzliche Situation der Roma-Gemeinschaften nehmen. (…)

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe, Amnesty International, Gesellschaft für bedrohte Völker und Humanrights.ch/MERS fordern das Bundesamt für Migration auf, Roma, Ashkali und ÄgypterInnen weiterhin Schutz in der Schweiz zu gewähren und keine Zwangsrückschaffungen durchzuführen. Die Situation der Roma-Gemeinschaften in Kosovo ist zehn Jahre nach dem Krieg noch immer gekennzeichnet durch Diskriminierung, Bedrohung und Schikanen. Trotzdem hat die Schweiz am 1. April 2009 Kosovo als sicheres Herkunftsland bezeichnet und heute ein Rücknahmeabkommen unterzeichnet. Diese Schritte verkennen die immer noch labile Sicherheitssituation und missachten die prekäre Lage der Minderheiten in Kosovo.

Seit Juli 2009 sind eine Zunahme von Übergriffen gegen Roma und eine Verschlechterung ihrer Sicherheitslage festzustellen. Es fehlt an Unterkünften, Beschäftigung, und die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt. Nach wie vor gibt es immer noch Roma, die in Lagern leben. In den bleivergifteten Lagern in Mitrovica sind inzwischen auch Personen untergebracht, die aus anderen Staaten ausgeschafft wurden. Ein Teil der Roma hat keine gültigen Ausweispapiere und ist damit faktisch staatenlos. Read the rest of this entry »

Na sunipeskero cil buter | Kein Traumziel mehr

Februar 6th, 2010  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radio & TV

Radijo Roma samRoma sam
Radijo Burgenland (on demand/mp3)

Lernbetreuung (Foto: Verein Roma Oberwart)Matura vaj schtudija na sunipeskero cil buter: Ando bersch 1990 o projektoIschkolakero siklipe palaloplane“ le Farajn Roma Erbatar ando dschivipe vrischtschando ulo. Sajt oja cajt o Romane tschave le farajniskere busiha paloplane ande on taj lenge pomoschim. Te o khetanbutschalinipe le mindenfelitike institutennca latscho hi. O Johann Baranyai o dujto schero le Farajn Roma Erbatar del tumenge adi la sendungake „Roma sam“ jek pedar dikipe pedar i siklipeskeri situacija le Romendar ando Burgenland. Ov phenel, hot but feder ulo taj lek feder ando siklipeskero koja, jek matura vaj schtudija le Romenge nan buter sunipeskero cil, akan rejaliteta.  (volksgruppen.orf.at)

Matura und Studium – kein Traumziel mehr: 1990 wurde das ProjektAußerschulische Lernbetreuung“ vom Verein Roma in Oberwart ins Leben gerufen. Seit diesem Zeitpunkt werden Roma-Kinder mit einem vereinseigenen Bus abgeholt und am Nachmittag betreut. Auch die Zusammenarbeit mit diversen Institutionen funktioniert gut. Johann Baranyai, Obmann-Stv. des Vereins Roma Oberwart, gibt für die Sendung „Roma sam“ einen Überblick über die Bildungssituation der Roma im Burgenland. Er meint, dass sich vieles verbessert hat – ganz besonders im Bildungsbereich: „Matura oder Studium für die Roma sind keine Traumziele mehr, sondern Realität.“  (volksgruppen.orf.at)