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UNICEF besorgt über Situation im Kosovo

Februar 17th, 2010  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte


UNICEFNach zahlreichen anderen Institutionen und Organisationen macht nun auch das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF in einer aktuellen Stellungnahme aus Anlass des zweiten Jahrestages der Unabhängigkeit des Kosovo auf die extrem schwierige Lebenssituation für Roma im Land aufmerksam.

UNICEF fordert daher bis auf weiteres die sofortige Aussetzung der Abschiebungen von Roma-Kindern und ihren Familien in das noch immer vom Bürgerkrieg gezeichnete Land. Das Wohl der Kinder könne im Kosovo nicht ausreichend garantiert werden, ihre Integration sei derzeit unmöglich. Wir geben im Folgenden die offizielle Aussendung wieder:

UNICEF, 16. Februar 2010: (…) Im Kosovo leben etwa 60 Prozent der Roma-Kinder unterhalb der Armutsgrenze. Eine ausreichende Gesundheitsversorgung existiert für sie nicht. Roma-Familien, die aus Deutschland abgeschoben wurden, leben oft außerhalb der Gemeinden, in Holzbaracken, ohne Heizung und in verwahrlosten Verhältnissen. Die Europaabgeordnete Barbara Lochbihler (Grüne), die auch Mitglied des Deutschen Komitees für UNICEF ist, hat in den vergangenen Tagen den Kosovo besucht: „Abschiebungen in den Kosovo bedeutet für viele Roma aus Deutschland Abschiebung in die Fremde und ins Elend“, so die Menschenrechtsexpertin. „Vor allem Kindern wird hier die Zukunft verbaut. Sie leiden enorm unter den katastrophalen Bedingungen in den Flüchtlingslagern und Roma-Siedlungen. Als ‚Zigeuner’ werden sie sowohl von der albanischen als auch von der serbischen Bevölkerung geschnitten. Entsprechend schwierig ist ihr Zugang zum regulären Arbeitsmarkt und zu Sozialleistungen.“

Vor diesem Hintergrund appelliert UNICEF an die Bundesregierung und die Bundesländer, Abschiebungen von Roma-Kindern und ihren Familien in den Kosovo bis auf weiteres auszusetzen. Kinder aus Roma-Familien haben im Kosovo derzeit schlechte Bildungschancen, keine ausreichende medizinische Versorgung und es gibt für sie kaum gezielte Integrationsangebote. Read the rest of this entry »