Literatur & Bücher

Buch über NS-Geschichte von Gols

Oktober 31st, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft

Roma aus Gols (Foto: ORF)In seinem Buch „NICHT SYSTEMKONFORM. Men­schen und Schicksale 1938–1945“ (mehr hier) ar­beitet der Hobby­historiker und Golser Fritz Radlspäck die Ge­schichte seiner bur­gen­ländi­schen Heimat­gemeinde Gols wäh­rend des Na­tional­sozialis­mus auf und er­in­nert an die Opfer­gruppen.

Schon früh wurde das Interesse von Fritz Radlspäck am National­sozialismus ge­weckt: Die Spuren­suche be­gann mit der Aus­einan­derset­zung mit der eige­nen Familien- und Orts­geschichte. Ge­rade in seiner Heimat­gemeinde gab es viele Opfer: Juden, Roma, Eutha­na­sie-Opfer, Wider­stands­kämpfer, poli­tisch Verfolgte und Deserteure. Die jah­re­lan­gen Recherchen und das Sam­meln von Quellen mün­deten letz­tlich in einem Buch.

Elf Romafamilien wurden deportiert

Vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten leb­ten elf Roma-Fa­milien in Gols. Sie alle wur­den deportiert und in ver­schie­dene Kon­zentra­tions­lager ver­schleppt – keine von ih­nen kehrte nach dem Krieg nach Gols zu­rück.

Ein Schicksal ist dem Autor besonders in Erinnerung geblie­ben: Die Ge­schichte des Golser Roms Michael Stojka, die stell­ver­tre­tend für so viele in jener Zeit steht. „Kurz nach­dem ein Kon­zentra­tions­lager ge­räumt wer­den musste, weil die Alliierten be­reits im An­rücken waren, sind sie noch einmal mit einem Zug de­portiert worden. Es hat den An­schein, dass dieser Herr Stojka dann auch ein Opfer wurde, vom so­ge­nann­ten Mas­sa­ker von Gardelegen (Anm.: in Sach­sen-An­halt, mehr hier). Da wur­den (u.a.) Roma in eine Scheune ge­sperrt und bei lebendi­gem Leib von der SA, der Hitler­jugend und der Schutzstaffel ver­brannt. Also das ist etwas, das mich ganz extrem mit­ge­nom­men hat“, so Radlspäck.

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Verschwundene Roma-Siedlungen im Burgenland

Oktober 24th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

„Einfach weg!“: Verschwundene Roma-Siedlungen im Burgenland. Eine Veranstaltung des Vereins GEDENKDIENST im Rahmen der Reihe „Geh Denken!“ im Republikanischen Club in Wien. Buchpräsentation und Vortrag von Gerhard Baumgartner, Historiker und wis­sen­schaft­li­cher Leiter des Doku­men­tations­archivs des öster­rei­chi­schen Widerstands (DÖW); Moderation: Sarah Knoll (Verein GEDENKDIENST).

Bis zu ihrer Zerstörung durch das NS-Regime bestan­den auf dem Gebiet des Burgen­lan­des etwa 120 Siedlungen von Roma und Romnja. Ihre histo­ri­schen Wurzeln reich­ten in zahl­rei­chen Fällen bis ins 18. Jahr­hundert zurück. Nur einige wenige dieser Sied­lun­gen sind heute noch existent. Im 2020 bei New Academic Press er­schie­ne­nen Buch von Gerhard Baumgartner und Herbert Brettl wurden zahl­reiche histo­rische Bild­doku­mente und archivari­sche Quellen zu­sam­men­getra­gen, um die Gründung und Existenz dieser Siedlungen, das Schick­sal ihrer Be­woh­nerIn­nen, die Ver­folgung und Zer­störung zwi­schen 1938 und 1945 sowie die Situa­tion in der Nachkriegszeit zu do­ku­men­tie­ren. Read the rest of this entry »

Latcho Dives: 1. Romafestival in Leipzig

September 4th, 2020  |  Published in Film & Theater, Kunst & Fotografie, Literatur & Bücher, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Latcho Dives in LeipzigVom 6. bis zum 13. September steht die Kul­tur der Ro­ma und Sin­ti im Mit­tel­punkt eines Fes­ti­vals in Leip­zig

„Latcho Dives“ ist Romanes, die Sprache der Roma, und be­deutet „ein schö­ner Tag“. Gleich acht „Latcho Dives“ bie­tet das 1. Kultur­festival der Roma und Sinti, das vom Roma­no Sum­nal e. V. – der ein­zigen in Sachsen exis­tie­ren­den Selbst­orga­ni­sation der Sinti und Roma – und dem Kultur- und Be­geg­nungs­zentrum Ario­witsch-Haus e. V. – Zentrum jüdi­scher Kultur – ins Leben ge­rufen wur­de. Die Kultur der Roma und Sinti mit ihrer Poesie, der authen­ti­schen Musik- und Tanz­kunst und den bilden­den Künsten spie­gelt wahren euro­päi­schen Geist wider, weil diese Kultur – trotz be­stän­diger Aus­gren­zun­gen – keine Grenzen kennt. Doch in Leipzig sind Roma und Sinti im Alltag und in der Kultur meist un­sichtbar. „Wir Roma- und Sin­ti-Bür­ger der euro­päi­schen Länder tragen zur Kultur der Länder bei und sehen uns als eine Bereiche­rung. Leider wir das selten in den Vorder­grund ge­stellt, son­dern von man­chen Men­schen sogar an­ge­zweifelt. Mit unse­rem Festival wollen wir in Leipzig selbst nach vorne treten und uns zeigen.“ so Gjulner Sejdi, der 1. Vor­sitzen­de des Roma­no Sumnal e. V. Un­gefähr 150 Roma und Sinti sind in Leipzig in diesem Verein en­gagiert.

„Selbst in einer so kulturprallen Stadt wie der un­seren sucht man Kunst, Kultur und Lebens­wirklich­keit von Sinti und Roma noch immer viel zu oft ver­gebens in den Ver­anstal­tungs­ka­len­dern“, sagt Ober­bürger­meis­ter Burkhard Jung in seinem Gruß­wort zum Festival. Mit dem Kultur­festival soll nun die Vielfalt und Kultur der Lebens­welt der Roma und Sinti in Leipzig an sechs ver­schiedenen Ver­anstal­tungs­orten er­lebbar werden. „Das Festival ist ein guter Schritt, um ein brei­teres Be­wusst­sein für die An­liegen der Sinti und Roma zu schaf­fen“, so Katja Meier, sächsi­sche Staats­minis­terin der Justiz und für Demo­kratie, Europa und Gleich­stellung. Und es ist ein Statement ge­gen Vor­urteile, Rassis­mus, Hass und Rechts­populis­mus in unserer Gesell­schaft.

Das Programm beginnt am Sonntag, den 6. Septem­ber mit der Eröffnung des Kul­tur­festi­vals und der Vernissage der Aus­stellung „Forgotten Lines“ von Emanuel Barica. Der Berliner Roma-Künst­ler ent­wickelte die Metho­de der „Zeichnung der In­tui­tion“, wobei er per­formativ zu Musik­klängen zeich­net. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (284)

Mai 7th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Literatur & Bücher

Der franz. Pionier der Ro­ma-Li­te­ra­tur Ma­téo Ma­xi­moff (1917–1999) war seit den 1960er Jah­ren Pas­tor einer evan­ge­lik. Pfingst­kirche.

(Quelle)

Riem Spielhaus über Roma in Schulbüchern

März 24th, 2020  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

In alten Schulbüchern fallen rassistische und stereotype Darstellungen leichter auf - aber auch heutige Schulbücher reproduzieren sie. (Quelle: flickr.com/Nina Stössinger via rdl.de)Darstellung von Roma in Schulbüchern: Die größte euro­pä­i­sche Min­der­heit ist im Schul­un­ter­richt eine Un­be­kannte

Radio Dreyeckland, Morgenradio, 23.3.2020
→Anhören, 8.05 Min. (mp3)

Rassistisches Denken ist sehr oft mit Stereotypen ver­knüpft. Erste Stereo­type lernen wir be­reits in der Schule, in unse­ren Schul­büchern. Riem Spielhaus ist Pro­fes­so­rin für Islam­wissen­schaft an der Univer­si­tät Göttingen. Au­ßer­dem leitet sie die Abtei­lung „Wissen im Um­bruch“ des „Ge­org-Eckert-Insti­tuts für in­ter­na­tio­na­le Schul­buch­forschung“ (Link). Sie hat sich an­geschaut, wie Roma in euro­päi­schen Schulbüchern dar­ge­stellt werden. Sie sind die größ­te euro­päische Minder­heit; rund 10 bis 12 Millio­nen leben nach Schätzun­gen des Europa­rats in Europa. In Schul­büchern kom­men sie trotz­dem kaum vor. Die Geschichts-, Politik- und Sozial­kun­de­bücher in 21 euro­päi­schen Ländern er­wäh­nen Roma nur rund 800 Mal. Demo­graphi­sche Daten und ihre Ver­folgung zu Zeiten des National­sozia­lis­mus stünden dann im Vor­der­grund. Als Einzel­personen mit Namen und indivi­duel­lem Lebens­verlauf ler­nen Schü­ler/in­nen sie hin­gegen kaum ken­nen, sagte Riem Spielhaus im Inter­view mit Isabel.

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„Elses Geschichte“ als interaktive Lernseite

Januar 17th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher

Elses GeschichteSeit dem Erscheinen des Kinder- und Jugendbuchs „Elses Ge­schichte“ von Michail Krausnick im Jahr 2007 hat die Ge­schichte der klei­nen Else Schmidt die Herzen vieler Men­schen berührt. Eine Geschichte, die die Schrecken der Nazi-Zeit mit einem gren­zen­losen und men­schen­ver­ach­ten­den Hass, der selbst vor Kindern keinen Halt machte, ge­nauso ein­dring­lich schil­dert wie das mutige Ver­hal­ten Einzelner, das Leben rettete. Else Schmidt hat dank ihres Pflege­vaters Emil Matulat über­lebt. Ihre Ent­lassung aus dem Kon­zentra­tions­lager gleicht einem Wunder. Doch das Erlebte hat tiefe Spuren und ein zer­stör­tes Men­schen­leben hinter­lassen.

Sie erinnert uns an die schwächsten der Opfer von Rassismus, Gewalt und Krieg: die Kinder. Sie ver­pflich­tet uns, heute nicht weg­zu­schauen, wenn Kinder zu Opfern wer­den und unse­re Hilfe brau­chen, und Kinder mit dem Ver­trauen in das Gute auf­wach­sen zu lassen.

Auf der Website www.elses-geschichte.de zusam­men­ge­stell­te In­for­ma­tio­nen möch­ten Leserin­nen und Leser bei der Be­geg­nung mit »Elses Geschichte« un­ter­stützen. Die »Hinter­grund­informa­tio­nen« bieten eine Ein­ordnung der Erzählung in den his­tori­schen Kon­text mit weiter­füh­ren­den Links und Lite­ra­tur­anga­ben. Die »Pädago­gi­schen Materialien« lie­fern An­regun­gen und Arbeits­mate­ria­lien für eine ver­tie­fende Aus­einander­setzung bei der Lektüre des Buches mit Kindern und Jugend­lichen. Read the rest of this entry »

„Hommage an meine Familie“

November 26th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher

Buchautorin Katharina Janoska aus NeusiedlDie Neusiedler Autorin Katharina Janoska prä­sen­tiert ihr neues Buch „KriegsROMAn“, in dem sie sich mit ihrer un­ge­wöhn­li­chen Fa­mi­li­en­ge­schich­te aus­einan­der­setzt.

BVZ, 23.11.2019: „Meine Geschichte wird immer jene mei­ner Familie sein, man ist immer Teil von etwas Grö­ßerem. Oft sind es die un­bedeu­ten­den, klei­nen Dinge, die das Leben ver­ändern und letzt­end­lich zu dem füh­ren, was heute ist.“ – Mit diesen Wor­ten leitet Katharina Janoska ihr neues­tes Werk „KriegsROMAn“ ein.

Geschichten von Krieg, Flucht und Familie

In ihrem dritten Buch bringt die Neusiedler Autorin ihre Her­kunft und Familien­geschichte zu Papier: Der „Kriegs­ROMAn“ erzählt auf 235 Sei­ten von den Schick­salen zweier grund­ver­schie­de­ner Fa­milien und wie diese, durch die Ver­ket­tung zu­fälliger Er­eig­nisse, zu­einander­gefun­den ha­ben. Das Werk der 31-Jäh­rigen be­ruht zum größten Teil auf Auf­zeich­nun­gen und Erzäh­lun­gen ihrer Familien­mit­glieder. Lücken in der Geschichte füllt sie mit ihren eige­nen, fikti­ven, Vor­stel­lungen davon, was ge­wesen sein könnte. Das Ergeb­nis ist ein kurz­weili­ges Lese­erleb­nis, das einen Bogen von der Vor­kriegs­zeit bis zur Gegen­wart schließt.

KriegsROMAn Der BVZ hat Katharina Janoska ver­raten, wie die Idee für ih­ren „Kriegs­ROMAn“ ge­bo­ren wurde: „Die Idee ist schon sehr früh ent­standen, wobei mir damals noch nicht klar war, dass einmal ein Buch daraus wird. Als ich als Kind bei Fa­milien­feiern da­bei war, sind oft Geschich­ten über meinen Groß­vater vä­ter­licher­seits erzählt wor­den, der schon mit 55 Jahren ge­storben ist. Später hat mir meine Mutter er­zählt, dass ihr Vater ein Kriegs­tagebuch ge­führt hat.“

Den turbulenten Jahren des Zweiten Weltkrieges werden meh­rere Kapitel im „KriegsROMAn“ ge­widmet. Zwei der Haupt­akteure darin sind Katha­rina Ja­noskas Großväter. Der eine, Tiroler Patriot und NSDAP-Par­tei­mitglied, der andere Berufs­musiker aus einer Roma-Familie in Bratislava. Bei­de haben im Zwei­ten Welt­krieg für das Nazi-Re­gime ge­kämpft. Tage­buch­ein­träge des Tiroler Großvaters aus den Kriegs­jahren bilden ein Herz­stück von Janoskas Buch.

Ein weiteres großes Thema im „KriegsROMAn“ ist, wie der Name schon nahe­legt, die Zu­gehörig­keit zur Volks­gruppe der Roma von Ja­nos­kas Familie auf väter­licher Seite. Read the rest of this entry »

Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse

November 11th, 2019  |  Published in Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen

Samuel MagoZentralrat: Roma leben in Deutschland, in Europa, in der Welt. Und sie schrei­ben auch über­all – ent­weder in Romanes oder in der je­wei­li­gen Landes­sprache. Roma haben in den ver­gange­nen Jahren und Jahr­zehn­ten sowohl auto­bio­graphi­sche als auch fiktio­nale Literatur ver­fasst. Das lite­rari­sche Schaffen ost­euro­päi­scher Roma-Autoren war hier­bei be­sonders frucht­bar. Die Roma-Klassiker – zu de­nen Alexander Germano, Matéo Maximoff und José Heredia Maya ge­hö­ren – ha­ben in ihren Wer­ken v.a. die sozia­le Wirk­lich­keit, die Aus­gren­zung, das Elend und die Hoff­nung be­schrie­ben. Im deutsch­sprachi­gen Raum hat­ten jahr­hundert­lange Ver­fol­gung und Ver­nich­tung für lange Zeit zu einem literari­schen Schwei­gen ge­führt, das erst jüngst mit auto­biographi­schen Texten, vor al­lem über Holocaust-Er­fah­run­gen, be­endet wurde.

Auf der Buchmesse wurde den zahlrei­chen Be­su­cherin­nen und Be­suchern des Standes einen Über­blick über die reiche Viel­falt der sog. „Roma-Literatur“ ge­bo­ten, die bis­lang kaum ins öf­fent­li­che Bewusst­sein vor­ge­drun­gen ist. Der Schwer­punkt der aus­ge­wähl­ten Literatur lag auf der Selbst­repräsen­ta­tion der An­gehö­rigen der Minderheit. Wir wollten pri­mär kei­ne Literatur „über“ Sinti und Roma zei­gen, son­dern Literatur „von“ Sinti und Roma, was sich auch an un­se­rem Begleit­programm ge­zeigt hat.

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Patjiv le Mozesoske Heinschink

Oktober 25th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft

CoverAndaj Romengi ljuma
Patjiv le Mozesoske Heinschink

Petra Cech/Christiane Fennesz-Juhasz/Dieter W. Halwachs (eds.) (= Grazer Romani Publikationen/GRP 07), Graz: GLM, 2019 [369 Seiten, ISBN 978-3-901600-53-1]

Kaća knjiga sî jek dařo le Mozesoskê F. Heinschink ka les­ko oxtovar­dešto bi­jando djes. O Mo­zes sî jek sićar­do eksper­to, bar­vale źang­li­masa paj śib vi pa trajo taj paj tra­dicija le Řo­mengi. Peśća buća­sa kêre­las vo bare kontri­bu­cije pala nauko taj pala źang­limos pa l’ Řom. Aj vi maš­kar l’ Řom sî lo maj ašundo pala pesko zura­lo angaž­mano pe len­gi sama. Ande kaća knjiga arak­ha­djon but teme „an­daj Řomengi ljuma“. Kada­la tekstur ra­mo­sarde le Mozesos­kê ko­lege taj učeni­kur, leskê vor­taća taj amala.

Šaj gjinaven kathe linguistični artiklur, tekstur paj his­tori­ja, arta taj kultura, vi in­divi­dual­ni sêri­mata taj vi poezija, para­miča taj aver artakê buća. Katka arakha­djol vi jek ori­gi­nalno slika kata o August Krasa.

Avtorur & avtorke: Fevzije Bahar Maksut, Julia Blandfort, Norbert Boretzky, Lev Čerenkov, Beate Eder-Jordan, Ivana Ferencová, Victor Friedman, Emmerich Gärtner-Horvath, Fatma Heinschink, Ursula Hemetek, Ludwig Horvath, Heinz Husslik, Birgit Igla, Dragan Jevremović, Ilija Jovanović & Melitta Depner, Kirill Kozhanov, Daniel Krasa, Ismet Krasnići, Lars Lindgren, Samuel Mago, Ruzsa Nikolić-Lakatos, Rabie Perić-Jašar, Erich Prokosch, Claudia Seelich-Mayerhofer, Barbara Schrammel-Leber, Harri Stojka, Michael Teichmann, Erika Thurner, Manuel Weinrich, Sofiya Zahova.

Festschrift für Mozes F. Heinschink

Oktober 24th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft

CoverAndaj Romengi ljuma
Patjiv le Mozesoske Heinschink

Petra Cech/Christiane Fennesz-Juhasz/Dieter W. Halwachs (eds.) (= Grazer Romani Publikationen/GRP 07), Graz: GLM, 2019 [369 Seiten, ISBN 978-3-901600-53-1]

Der Sammelband ist Mozes F. Heinschink gewidmet, der sich nun­mehr über sechs Jahr­zehnte der Sprache der Roma in ihren unter­schied­lichen Varietä­ten ver­schrie­ben hat und längst zu den pro­fun­desten Ex­perten für Romanes zählt. Zu­gleich hat er sich auch im­mer mit den Spre­cher/in­ne/n und ihren Lebens­zusam­men­hängen, ihrer Kultur und Oral­tra­dition in­tensiv aus­einan­der­gesetzt. Er hat sich einer­seits um die Wissenschaft ver­dient ge­macht, und an­derer­seits – nicht zu­letzt durch sein un­gebro­chenes En­gage­ment – auch gro­ße An­erken­nung in Roma-Com­mu­ni­ties er­fahren.

Diese Festschrift anlässlich seines 80. Geburtstags ver­sammelt Texte anda l’ Romengi ljuma („aus der Welt der Roma“) – von Kol­leg/in­n/en und Schü­ler/in­ne/n, Weg­beglei­ter/in­ne/n und Freund/in­n/en. Die Bei­träge – in Romanes, Deutsch oder Englisch – um­fas­sen sprach­wis­sen­schaft­li­che Artikel, Texte zu Geschichte, Kunst und Kultur, wei­ters per­sön­li­che Er­innerun­gen, Gedichte, Märchen und ande­re Er­zäh­lun­gen sowie eine Origi­nal­zeich­nung von August Krasa.

Autor/inn/en: Fevzije Bahar Maksut, Julia Blandfort, Norbert Boretzky, Lev Čerenkov, Beate Eder-Jordan, Ivana Ferencová, Victor Friedman, Emmerich Gärtner-Horvath, Fatma Heinschink, Ursula Hemetek, Ludwig Horvath, Heinz Husslik, Birgit Igla, Dragan Jevremović, Ilija Jovanović & Melitta Depner, Kirill Kozhanov, Daniel Krasa, Ismet Krasnići, Lars Lindgren, Samuel Mago, Ruzsa Nikolić-Lakatos, Rabie Perić-Jašar, Erich Prokosch, Claudia Seelich-Mayerhofer, Barbara Schrammel-Leber, Harri Stojka, Michael Teichmann, Erika Thurner, Manuel Weinrich, Sofiya Zahova


Djiparmissa: klassische Lyrik auf Romanes

August 20th, 2019  |  Published in Literatur & Bücher, Romani

DjiparmissaDjiparmissa
Klassische deutsche Gedichte auf Romane
s

Übersetzt u. herausgegeben von Reinhold Lagrene
zweisprachig Romanes-Deutsch, 160 S., gebunden
Verlag Das Wunderhorn: Heidelberg 2018

Das Romanes, die Sprache der Sinti und Roma, ist durch die euro­päi­sche Sprachen­charta als einzig­arti­ger Bestand­teil des kul­tu­rel­len Erbes Europas an­er­kannt. Sie wird in den Fami­lien mündlich wei­ter­ge­ge­ben und ist eine wich­tige kul­tu­relle Res­source der Minderheit. Eine (Anm.: ein­heit­liche und all­gemein an­erkannte) Kodifi­zie­rung der Sprache gibt es je­doch noch nicht. Der öffent­liche Gebrauch des Roma­nes ist lange Zeit von vie­len An­gehö­rig­en der Minder­heit ab­gelehnt wor­den. Zu sehr wirk­ten die Schrecken der natio­nal­sozia­lis­ti­schen Ver­folgung und des Holocausts, dem europa­weit über eine halbe Mil­lion Sinti und Roma zum Opfer fielen, nach. So­genannte Rassen­forscher, die ab 1936 von der SS mit der voll­ständi­gen Er­fas­sung der Minder­heit be­auf­tragt wurden, hat­ten die Sprache der Sinti und Roma erlernt, um sich deren Ver­trauen zu er­schlei­chen, auf deren Grund­lage später die De­por­ta­tio­nen in die Gettos und Ver­nich­tungs­lager in das be­setzte Polen er­folgten. Mitt­ler­weile ist die inter­ne Diskus­sion um den Sprach­erhalt und die Sprach­pflege fort­ge­schrit­ten und Rein­hold Lagrene sah es als seine Auf­gabe an, das Be­wusst­sein der Sinti und Roma für die Be­deu­tung der eigenen Sprache zu stärken. Anhand der Übersetzung von Ge­dichten deut­scher Klas­siker zeigt er, dass das Romanes eine Sprache ist, deren Leben­dig­keit und Vielfalt sich ebenso für den lyris­chen Aus­druck eig­net wie die Sprache der von ihm über­setzten Werke. Den eige­nen Leuten den sprach­lichen Reichtum des Romanes näher­zu­brin­gen und auch der Gesell­schaft zu zeigen, dass die Minder­heiten­sprache Romanes alles an­dere als ein Nischen­pro­dukt ist, hatte er sich zum Ziel ge­setzt.

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The Motif of ‘Gypsy’ Child-theft

Juli 5th, 2019  |  Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Patterns of Symbolic ViolenceMladenova, Radmila: Patterns of Symbolic Violence
The Motif of ‘Gypsy’ Child-theft across Visual Media
(=Antiziganismusforschung interdisziplinär – Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus, Bd. 1), Heidelberg 2019.

→Download  (pdf)

Anhand einer Reihe paradigmatischer Kunstwerke untersucht das Buch das Motiv des „Zigeuner“-Kinderraubs und dessen Visualisierungen. Im Vordergrund steht die Analyse der Farbkodierung von Körpern und deren rassistische bzw. antiziganistische Verwendung. Die Autorin nimmt eine Bestandsaufnahme der Anpassungen des Motivs in verschiedenen visuellen Medien vor und arbeitet seine vielschichtigen Bedeutungen und Funktionen heraus. Die Analyse beginnt mit einer kritischen Betrachtung von Cervantes’ Erzählung „La gitanilla“. Weitere inhaltliche Schwerpunkte sind die holländischen Historienmalereien des 17. Jahrhunderts und die neu aufkommende Drucktechnik im 19. Jahrhundert. Den Abschluss bildet eine annotierte Filmografie, die 49 Werke umfasst.

Dieses Werk ist unter der Creative Commons-Lizenz 4.0 veröffentlicht. Ab 20. Juli wird das Buch auch in der Druck­version vor­lie­gen.

Radmila Mladenova ist Literatur- und Filmwissenschaftlerin und promoviert am Slavischen Institut in Heidelberg zum Thema „The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film“. Sie studierte Anglistik und Amerikanistik an der Universität Sofia und schloss den Masterstudiengang „Kultur im Prozess der Moderne“ an der Universität Mannheim ab. Ihre Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle von Rassismus und Kunst.

(Text: Heidelberg University Publishing)

Roma-Stand auf Frankfurter Buchmesse

Juni 29th, 2019  |  Published in Literatur & Bücher

Roma und Sinti auf der Frankfurter Buchmesse (Foto: Zentralrat)Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma wird in diesem Jahr erst­mals mit einem eige­nen Stand auf der Frank­fur­ter Buch­messe (16. bis 20. Ok­to­ber 2019) ver­tre­ten sein. Meh­rere Auto­ren wer­den in die­ser Zeit am Stand auf­treten.

Jovan Nikolić wuchs in einer serbischen Roma­sied­lung auf und flüch­tete 1999 vor den Nato-Bom­barde­ments nach Deutsch­land. Er hat meh­rere Lyrik- und Prosa­bände ver­öf­fent­licht, z.B. „Zim­mer mit Rad“ (2004), „Weißer Rabe, schwarzes Lamm“ (2006) und „Käfig“ (2009). Sein Debüt­roman „Seelen­fänger, laut­los lärmend“ er­schien 2011. Neben seiner schrift­stel­leri­schen Tä­tig­keit en­ga­giert er sich auch (kul­tur)po­li­tisch. So hat er für den Kölner Rom e.V. die „Roma-Kul­tur­kara­wane“ initiiert und dort u.a. Semi­nare zur Kultur und Ge­schichte der Roma an­ge­boten. Seit 2002 ist er außer­dem Vize­prä­sident des in Helsinki an­säs­si­gen Inter­natio­na­len Ro­mani Schrift­steller­ver­ban­des (IRWA).

Der Berliner Sinto Janko Lauenberger und die Münchner Journalistin Juliane von Wedemeyer, die zu­sam­men das Buch „Ede und Unku – die wah­re Ge­schichte“ ge­schrie­ben haben, wer­den auch am Stand auf der Buch­messe ver­treten sein. Ihre Le­sung wird in Zu­sam­men­arbeit mit dem För­der­verein Roma e.V. am 19. Ok­to­ber statt­finden.

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Facts & Figures (227)

Juni 28th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Literatur & Bücher

Alexandre Romanès, Grün­der des fran­zö­si­schen Ro­ma-Zir­kus „Ro­ma­nès“, hat meh­re­re Ly­rik­bän­de ver­öf­fent­licht, u.a. im re­nom­mier­ten Ver­lag Gal­li­mard.

(Quelle)

Heidelberger Literaturtage: Lyrik auf Romani

Mai 18th, 2019  |  Published in Interview, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV

Buchcover - DjiparmissaSWR2: Lyrik der Sinti und Roma bei den 25. Heidel­ber­ger Lite­ra­tur­tagen

7:28 min | 11.5.2019
→mp3 herunterladen (6,37 MB)

Manfred Metzner, Leiter des Wunderhorn-Ver­lags, stellt bei den 25. Heidel­ber­ger Litera­tur­tagen einen zwei­spra­chi­gen Lyrik­band deutscher Klas­siker vor, die der 2016 ver­stor­bene Sinto Rein­hold Lagrene ins Ro­manes über­setzt hat. Das sonst nur münd­lich tra­dierte Romanes er­weist sich hier als leben­dige Sprache, die sich auch für den lyri­schen Aus­druck eig­net.

(Text: www.swr.de)

„Das Bild der Zigeunerin“ (2017)

April 19th, 2019  |  Published in Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazStrahinja Dobrivojević (2017): Das Bild der Zigeunerin in aus­ge­wähl­ten Wer­ken von Adal­bert Stifter, Karl Emil Franzos und Her­mann Hesse

Masterarbeit, Karl-Fran­zens-Uni­ver­­si­tät Graz (Ins­ti­tut für Germanistik), 66 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

Die Einstellung verschiedener Bevölkerungen der Welt ge­gen­über dem Fremden ist seit lan­gem ein wich­tiger For­schungs­punkt, so­wohl in der Politik und Ge­schichte als auch in der Sprache und der Literatur­wissen­schaft. Die Bilder des Fremden rei­hen sich an­einan­der und sind ein un­er­läss­li­cher Bestand­teil der An­erken­nung jeder Minder­heits­gruppe ge­wor­den. In eini­gen Fäl­len sind diese Bilder eine positive An­nah­me des Frem­den, aber im größ­ten Teil um­fassen sie an brei­tes Spektrum an Ur­tei­len, Vor­über­zeu­gun­gen und Ver­achtung.

Diese Arbeit, Das Bild der Zigeunerin in ausgewählten Werken von Stifter, Franzos und Hesse, hat das An­liegen, die eher nega­tiven Bilder des Frem­den auf­grund konkre­ter literari­scher Bei­spiele aus den vor­han­de­nen Werken dar­zu­stel­len. Darun­ter be­fin­den sich zwei Wer­ke von Adalbert Stifter (Katzensilber und Der Waldbrunnen), ein Werk von Karl Emil Franzos (Die Hexe) und ein Werk von Hermann Hesse (Narziß und Goldmund). Al­le Wer­ke außer Die Hexe stel­len ein Bild des Frem­den dar, das ob­wohl es ne­gativ am An­fang per­zi­piert wer­den könn­te, am Ende eher affirma­tiv ist. Die Hexe hin­ge­gen ist eine Erzählung, an deren Bei­spiel sich das nega­tive Bild des Fremden am bes­ten ver­stehen lässt. Die Arbeit ist so ein­ge­glie­dert, dass jeder Teil eine aus­führ­liche Dar­stellung der wich­tigs­ten Motive und Topoi um­fasst. Read the rest of this entry »

O PEN-Preis awela dino kaj i Rosa Gitta Martl

April 10th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Literatur & Bücher

Rosa Gitta Martl O „Roma-Literaturpreis kathar o be­cicko PEN ando gin­do pe i Ceija Stojka“ awela dino ka i Frau Rosa Gitta Martl, po 10. Apri­liushi 2019, 11:00 ando Presse­club Concordia, Bank­gas­se 8, 1010 Wien, an­de jekh zig­no festo.

Kodo Preiso si symbolicno rekognacija: I flogoreskeri grupa le Romani taj Sintengi sas mudar­de kathar o NS-Re­gimo taj ko­dola so traji­nas taj lenge uno­kura nas re­kogna­cija sar marde taj vik­timura kathar o Holo­caust. Vi akana, adjes e Rom taj es Sinti ikke trajin andi dis­krimina­cija ande bute tema andi Europa.

O Austrijako PEN akana kerdas kodi re­kogna­cija trival dji aka­na te saj sikha­ven pengo respekto taj najsa­rimo le Romen­ge taj e Sintenge p­ala lengi partici­pación andi euro­pea­ki kultura, taj te das lenge zor te dikhen pala lengi kul­tura, lenge shiba taj len­ge tra­diciji.

Kodo bersh o PEN-Preis awela dino kaj i Rosa Gitta Martl. Voj si o sha­voro kthar dui Sinti so trajin­de pala Ravens­brück taj Sach­sen­hausen. Voj ger­djili 1946 ando Linzo. Akana laki nevi genva avilas avri: „Bleib stark“ (ash zuralo) andi „edition pen“ an­do Löcker-Verlag an­do Beci. I Rosa Gitta Martl sas initia­tori taj bute bershen­za i raji Katar i orga­ni­sa­cija „Ketani für Sinti und Roma“ ando linzo. Laki artis­tiko buci sas bildi taj ramo­sarde tex­tura. Read the rest of this entry »

PEN-Literaturpreis an Rosa Gitta Martl

April 9th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen

Rosa Gitta Martl Der „Roma-Literaturpreis des Österrei­chi­schen PEN im Ge­den­ken an Ceija Stojka“ wird am 10. April 2019 um 11 Uhr im Pres­se­club Con­cor­dia, Bank­gas­se 8, 1010 Wien, in einer Fest­ver­an­stal­tung an Frau Rosa Gitta Martl ver­ge­ben.

Der Preis ist als symbolhaftes Zeichen zu verste­hen: Die Volks­grup­pen der Roma und Sinti sind durch das NS-Re­gime bei­nahe aus­ge­rottet wor­den und die Über­leben­den und ihre Nach­kommen wur­den viel zu lan­ge nicht als Opfer des Holocausts an­er­kannt. In so man­chen Staaten Euro­pas sind die Volks­grup­pen der Roma und der Sinti nach wie vor hef­ti­ger Dis­krimi­nie­rung un­ter­worfen.

Der Österreichische PEN vergibt diesen Literaturpreis nun zum dritten Mal (wir be­rich­te­ten hier und hier), um seine Wert­schät­zung für einen wesent­lichen Teil euro­päischer Kultur aus­zu­drücken und Ver­tre­terin­nen und Vertreter der Roma und der Sinti zu er­muti­gen, un­beirr­bar ihre Kultur, ihre Lebens­art und ihre Sprachen in ihrer Be­sonder­heit weiter zu pflegen.

Der diesjährige Preis geht an Rosa Gitta Martl. Als Kind zweier die Schrecken von Ravens­brück und Sach­sen­hausen mit knap­per Not überlebt ha­ben­der Sinti, kam Rosa Gitta Martl 1946 in Linz auf die Welt. Die in der KZ-Haft er­litte­nen gesund­heitli­chen und seeli­schen Leiden der Eltern blie­ben nicht folgen­los. In dem äußerst erfolg­reichen, in meh­reren Auf­lagen publi­zierten und von Ludwig Laher heraus­ge­gebenen Buch „Uns hat es nicht geben sollen. Rosa Winter, Gitta und Nicole Martl. Drei Ge­ne­ratio­nen Sinti-Frauen er­zählen“ (Edi­tion Geschichte der Heimat im Verlag Steinmaßl) be­reitet Rosa Gitta Martl 2004 auf mehr als achtzig dicht be­schrie­benen Seiten ihr Leben vor dem Hinter­grund der gesell­schaft­lichen Ent­wick­lungen in der Zweiten Republik Österreichs mit gro­ßer Erzähl­kraft und Offen­heit aus. Dieser wichtige zeit­geschicht­liche Bei­trag zur Kultur- und Sozial­geschichte durch die Erzählun­gen der drei Sinti-Frauen, vor allem der Holocaust-Über­leben­den Rosa Winter, leis­tet eine längst fällige histori­sche Auf­klärungs­arbeit, die für die Republik Österreich und seine Be­völke­rung auch in ihrer Mah­nung von großer Be­deu­tung und hohem Wert ist.

Anlässlich der Preisvergabe erscheint nun ein weite­res Buch von Rosa Gitta Martl mit dem Titel „Bleib stark!“ in der „edition pen“ im Löcker-Ver­lag in Wien.

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Weltenweit: Literaturfestival in Zürich

April 3rd, 2019  |  Published in Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen

WeltenweitAm 5./6. April 2019 findet im Zürcher Kul­tur­haus Kos­mos das «Welten­weit»-Fes­ti­val über Lite­ra­tur der Jeni­schen, Sinti und Roma statt.

Das Festival wird kuratiert von Christa Baumberger, Litar. | Freier Ein­tritt (au­ßer Film­ma­ti­nee) | Ort: Kul­tur­haus Kos­mos, Lager­str. 104, 8004 Zürich

Informationen über das Programm und die Teil­neh­men­den fin­den Sie hier (PDF). In der An­kün­di­gung heißt es:

Jenische und Sinti sind, im Unter­schied zu den Roma, seit 2016 als natio­nale Min­der­heiten der Schweiz an­erkannt. Ihre Kultur ist reich – doch kaum be­kannt. Im Vor­feld des Inter­natio­na­len Ta­ges der Roma am 8. April rückt Wel­ten­weit die viel­fäl­ti­ge Literatur von Jenischen, Sinti und Roma ins Zentrum. Das Festival will die Wahr­neh­mung schär­fen, zur Dis­kus­sion an­re­gen und den Dialog för­dern. Autorin­nen, Mu­siker, Filme­rin­nen, For­scher und Per­formerin­nen aus der Schweiz, Deutsch­land, Österreich und Serbien tre­ten auf. Sie prä­sen­tie­ren ihre künst­le­ri­sche Arbeit und dis­kutie­ren ihre Visio­nen mit der interes­sier­ten Öffent­lich­keit. Welten­weit ist ein Festival für alle. Es öff­net Augen und Ohren weit über die Gren­zen.

„… eine Figur der Ausgrenzung“ (2018)

März 20th, 2019  |  Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazAnna-Kathrin Bartl (2018): Die politischen Dimensionen von Anti­ziga­nis­mus: eine kultur­analy­ti­sche Per­spek­tive auf Figurie­rungs­pro­zesse und Aus­schlie­ßungs­me­cha­nis­men

Masterarbeit, Karl-Fran­zens-Uni­ver­sität Graz (Institut für Kultur­anthropo­logie und Euro­päi­sche Ethno­logie), 117 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Zusammenfassung (Link):

Menschliches Zusammenleben trägt politi­sche Dimen­sio­nen in sich. Unter­teilun­gen in „Wir und Sie“, „Minder­heit und Mehr­heits­bevöl­ke­rung“, „Eigenes und Fremdes“ ent­hal­ten Hege­monie und Macht. Um das Eigene ab­zu­grenzen, wird ein konstru­ier­tes „Anderes“ be­nötigt. Anti­ziganis­mus ist ein soziales Phä­nomen, durch das Men­schen als Zigeu­ner stig­mati­siert wer­den; der Begriff Zigeuner ist eine dis­krimi­nie­ren­de Fremd­zu­schrei­bung, die historisch ge­sehen als Rassen­nomen­kla­tur und polizeili­cher Ordnungs­begriff zur Ver­folgung ge­nutzt wurde. Men­schen wer­den durch die Zuschrei­bung als Zi­geu­ner zum „An­deren“ und „Frem­den“ ge­macht.

Die Annahme dieser Arbeit ist, dass mit der Zigeu­ner-Kon­struk­tion eine Figur der Aus­grenzung ge­schaf­fen wur­de. Fi­guren dienen den Men­schen als Orien­tierungs­hilfe im poli­tischen und gesell­schaft­li­chen Wandel. Einer kultur­analyti­schen Per­spektive ent­spre­chend bietet das Figurativ als her­meneu­ti­scher For­schungs­begriff die Mög­lich­keit, Be­deu­tun­gen von Figuren für eine Gesell­schaft zu be­obach­ten und sie in ihrer Wechsel­wirkung zu be­trach­ten. Figuren sind dabei als dis­kursive Pro­dukte zu ver­stehen, die keiner realen Person ent­spre­chen. Die ent­haltene Sinn­struktur der Figur des Zigeu­ners legiti­miert Aus­grenzung und Ver­folgung je­nen Men­schen gegen­über, auf die jene Figurie­rung über­tragen wird. Wäh­rend die Zigeu­ner-Fi­gur Be­stand­teil eines kollekti­ven Ge­dächt­nis­ses ist, ist es die dem Zigeu­ner-Be­griff in­hären­te Dis­krimi­nie­rung kaum oder gar nicht. Read the rest of this entry »