Wissenschaft

Veranstaltungsreihe „Geh Denken!“

Oktober 20th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Gedenkdienst„Geh Denken!“ in Wien: Roma/Romnja und Sinti/Sin­ti­ze – Ge­schich­te und Ge­gen­wart

Die Nationale Roma-Kontaktstelle macht in einer Aus­sen­dung auf eine Ver­an­stal­tungs­reihe des Vereins Gedenk­dienst auf­merk­sam. Im aktuel­len Semes­ter 2020/21 be­schäf­tigt sich die Reihe Geh Denken! – in Ko­operation mit dem Mauthausen-Ko­mi­tee Österreich – mit his­tori­schen und gegen­wärtigen Formen von Aus­grenzung und Ver­folgung von Sinti/Sin­tize und Ro­ma/Romnja. In der Pro­gramm­an­kün­digung heißt es:

Roma/Romnja und Sinti/Sintize leben seit Jahr­hun­der­ten in Europa, doch min­destens ge­nauso lange sind sie Dis­kri­minie­rung und Verfolgung aus­ge­setzt. Auch in Öster­reich sind Ressen­timents gegen diese Be­völkerungs­gruppe in Teilen der Gesell­schaft weit ver­brei­tet. Eine kritische Aus­einander­setzung mit den vor­handenen Vor­urteilen und des­sen Folgen kommt häufig zu kurz. In diesem Semes­ter be­schäftigt sich die Ver­anstaltungsreihe Geh Denken! deshalb mit histori­schen und aktuel­len Formen von Aus­gren­zung und Ver­folgung von Sinti/Sin­tize und Ro­ma/Romnja. Read the rest of this entry »

„Tradipe gejng o Roma“: Tagungsbeiträge (4)

Oktober 6th, 2020  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Vortrag von Stephan Ozsváth, deutsch-un­ga­ri­scher Jour­na­list, Buch­autor und Rund­funk­kor­res­pon­dent (21:50 min):

„Tradipe gejng o Roma – Gewalt gegen Roma“: Das Oberwarter Symposium zum „Roma-Tag 2020“ be­fasste sich am 26. Sep­tem­ber 2020 mit dem Thema „Gewalt ge­gen Roma – Re­zep­tion und Um­gang mit einem euro­pä­i­schen Phä­no­men“. Sämt­li­che Bei­träge sind jetzt auch online ab­ruf­bar. Read the rest of this entry »

„Tradipe gejng o Roma“: Tagungsbeiträge (3)

Oktober 5th, 2020  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Vortrag von Markus End, Antiziganis­mus­ex­perte, Zentrum für Anti­se­mi­tis­mus­for­schung, Berlin (32:51 min)

„Tradipe gejng o Roma – Gewalt gegen Roma“: Das Oberwarter Symposium zum „Roma-Tag 2020“ be­fasste sich am 26. Sep­tem­ber 2020 mit dem Thema „Gewalt ge­gen Roma – Re­zep­tion und Um­gang mit einem euro­pä­i­schen Phä­no­men“. Sämt­li­che Bei­träge sind jetzt auch online ab­ruf­bar. Read the rest of this entry »

„Tradipe gejng o Roma“: Tagungsbeiträge (2)

Oktober 4th, 2020  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Vortrag von Magdalena Marsovszky, deutsch-ungarische Kul­tur­wis­sen­schaft­le­rin und Pub­li­zis­tin (28:46 min):

„Tradipe gejng o Roma – Gewalt gegen Roma“: Das Oberwarter Symposium zum „Roma-Tag 2020“ be­fasste sich am 26. Sep­tem­ber 2020 mit dem Thema „Gewalt ge­gen Roma – Re­zep­tion und Um­gang mit einem euro­pä­i­schen Phä­no­men“. Sämt­li­che Bei­träge sind jetzt auch online ab­ruf­bar. Read the rest of this entry »

„Tradipe gejng o Roma“: Tagungsbeiträge (1)

Oktober 3rd, 2020  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

„Tradipe gejng o Roma – Gewalt gegen Roma“: Das Oberwarter Symposium zum „Roma-Tag 2020“ be­fasste sich am 26. Sep­tem­ber 2020 mit dem Thema „Gewalt ge­gen Roma – Re­zep­tion und Um­gang mit einem euro­pä­i­schen Phä­no­men“. Sämt­li­che Bei­träge sind jetzt auch online ab­ruf­bar. Die Be­grü­ßung über­nah­men der 2. Land­tags­prä­si­dent und Bür­ger­meis­ter Georg Rosner, der Vor­sit­zen­de der Roma-Volks­hoch­schu­le Burgenland Andre­as Lehner so­wie die Obfrau des Vereins Hango Roma Nadine Papai. Als Re­fe­ren­ten waren Magdalena Marsovky (Ungarn), Nadine Papai (Ös­ter­reich), Stephan Ozsváth (Deutsch­land/Ungarn) und Markus End (Deutschland) ein­ge­la­den. Mo­de­riert wurde die Ver­an­stal­tung von Katharina Graf-Janoska.

Moderation Katharina Graf-Janoska & Beitrag Nadine Papai (18:37 min)

Einführende Worte: Andreas Lehner, VHS Roma (12:56 min)

Begrüßung 2. Landtagspräsident Bgm. Georg Rosner, Oberwart (3:24 min)

Enzyklopädie dokumentiert Roma-Genozid

Juli 30th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Die Forschungsleiterin Karola Fings 2019 in Bukarest (Foto. Romarchive)Deutschland: Enzyklopädie soll NS-Völ­ker­mord an den Sinti und Roma Euro­pas do­ku­men­tie­ren. Aus­wär­ti­ges Amt fördert groß­an­ge­leg­tes Pro­jekt an der For­schungs­stelle Antizi­ga­nis­mus mit rund 1,2 Mil­li­o­nen Euro

Das historische Wissen zum nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma Euro­pas soll in einer groß­angeleg­ten En­zyk­lo­pädie zu­sam­men­geführt und für die Forschung sowie die breite Öffent­lich­keit bereit­gestellt wer­den. An­gesiedelt ist das inter­natio­nale Projekt an der For­schungs­stelle Anti­ziganis­mus der Universität Heidelberg. Die Er­geb­nisse werden zu­nächst online prä­sen­tiert. Darauf auf­bauend er­stellen die beteilig­ten Wissen­schaft­lerin­nen und Wissen­schaftler aus dem In- und Aus­land ein mehr­bändi­ges Handbuch in gedruck­ter Fassung. Erst­mals soll dabei die europäi­sche Dimension des Genozids in den Blick ge­nom­men werden. Die fünf­jähri­gen Forschungs­arbei­ten un­ter Leitung der Historikerin Dr. Karola Fings, die jetzt ge­star­tet wurden, werden vom Aus­wärtigen Amt mit rund 1,2 Millio­nen Euro gefördert.

„Als Forschungsgegenstand war der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma lan­ge Zeit rand­ständig. Zwar sind in den ver­gan­genen zwan­zig Jahren wich­tige Spezial­studien erschie­nen, das Wissen zu diesem Thema ist aller­dings weiter­hin stark fragmentiert“, er­läu­tert Dr. Fings, aus­gewie­sene Expertin in diesem Forschungs­feld, die nach lang­jähriger stell­vert­re­ten­der Leitung des NS-Do­kumen­tations­zentrums der Stadt Köln an die Heidelberger For­schungs­stelle ge­wechselt ist. Ziel ist es, die bis­heri­gen Forschungs­ergebnis­se zu Ursachen, Struktu­ren und Verlauf zu­sam­men­zu­führen und zu vertiefen. „Wir wol­len dabei die Perspektive er­wei­tern und auch die europäi­schen Di­mensio­nen des Völker­mordes be­rücksich­tigen“, betont der wissen­schaft­li­che Geschäfts­führer der For­schungs­stelle, Dr. Frank Reuter.

Read the rest of this entry »

NS-Zeit: Wissenslücken bei Wiener Schülern

Mai 10th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Wissenschaft

Schulexkursion nach Mauthausen (Foto: AHS Friesg., 2019)Wiener Studie zeigt: Schülerinnen und Schüler der 9. Schul­stu­fe ha­ben ek­la­tan­te Wis­sens­lü­cken zu NS-Zeit und Ho­lo­caust. Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um stellt Ver­bes­serungen in Lehr­kräf­te­aus­bil­dung und -fort­bil­dung in Aus­sicht.

Eine repräsentative Befragung von Schülerinnen und Schülern, die das Zentrum für Politische Bildung im Auftrag der Arbeiterkammer an Wiener Schulen durchgeführt hat, förderte eklatante Wissenslücken zur Zeit der NS-Herrschaft zutage. Das berichtet das Magazin Profil, dem die noch nicht publizierten Studienergebnisse bereits im Detail vorliegen, in seiner aktuellen Ausgabe. Befragt wurden 1.185 Schülerinnen und Schülern der 9. Schulstufe an AHS, Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) und Polytechnischen Schulen (PTS). 81 Prozent von ihnen konnten mit dem Begriff „Antisemitismus“ nichts anfangen, und nur ein Drittel weiß, wie die Nazi-Partei hieß (wobei auch das Parteikürzel NSDAP als korrekt gewertet wurde). Auch in Gymnasien lag der Anteil der richtigen Antworten hier nur bei 48 Prozent (BHS: 37 Prozent, an den BMS: 20 und an den PTS: 12 Prozent).

Noch größere Wissenslücken zeigten die Jugendlichen bezüglich des Novemberpogroms 1938. Profil schreibt: „Von den AHS-Schülern konnten laut Studie nur 20,3 Prozent eine ausreichende Definition des Pogroms anführen; in 33 Prozent der Fälle war die Definition unzureichend, knapp die Hälfte hatte gar keine Antwort parat. Read the rest of this entry »

NS-Opfer: Arolsen Archives öffnen Bestände

Mai 4th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Wissenschaft

Archiv Bad Arolsen26 Millionen Dokumente über NS-Verfolgte on­line

Ein weltweit einmaliges „Denkmal aus Papier“ ist nun im Internet ver­fügbar: Die histori­schen Bestände der Arolsen Archives ste­hen fast voll­stän­dig online. Nun können Interes­sierte auf der gan­zen Welt über das Online-Archiv auf 26 Mil­lio­nen Dokumente mit In­for­matio­nen zu 21 Mil­lio­nen Namen* von NS-Ver­folgten zu­greifen. Die Arolsen Archives ha­ben ihre Sammlung im Internet zu­letzt mit Doku­menten über Zwangsarbeiter und über Deportationen in die Kon­zentra­tions­lager er­wei­tert. Mit die­sem Schritt ist nun ein Groß­teil der Doku­mente aus dem weltweit um­fas­sendsten Archiv über NS-Verfolgung on­line ver­öffentlicht.

Innerhalb von weniger als einem Jahr haben die Arolsen Archives mit ihrem Partner, der In­ter­natio­na­len Holocaust-Ge­denkstätte Yad Vashem, Israel, eine der größ­ten Samm­lungen über die Opfer der National­sozialis­ten fast voll­ständig online g­estellt. Im Mai 2019 war das neue Online-Archiv mit 13 Mil­lionen Doku­menten an den Start ge­gangen. Yad Vashem stellte dafür seine hoch­moderne Technologie zum schnel­len Daten­abruf mit er­weiter­ter Ort- und Namensuche bereit, damit die Holocaust-Do­ku­menta­tion leichter zugäng­lich ist. Nun ist ein Meilen­stein er­reicht: Die zum UNESCO-Welt­dokumenten­erbe zäh­lende Sammlung zu den ver­schie­de­nen Opfergruppen des NS-Re­gimes, zur Zwangs­arbeit sowie zur Migration nach 1945 ist öffent­lich. Zu­letzt gingen zwei rie­sige Bestände online. Sie doku­mentie­ren die Verbrechen der Nazis mit einzig­arti­gen Beweisstücken und sind von un­schätz­barem Wert für die An­gehö­rigen der Verfolgten: Read the rest of this entry »

Mehrheit der Schweizer akzeptiert Fahrende

März 25th, 2020  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Fahrende in Nyon (Foto: SF)Eine Mehrheit der Schweizer Be­völ­ke­rung steht der fah­ren­den Le­bens­weise so­wie den Jeni­schen, Sinti und Roma po­si­tiv ge­gen­über. Dies zeigt eine von der Fach­stelle für Ras­sis­mus­be­kämp­fung (FRB) und dem Bun­des­amt für Sta­tis­tik (BFS) durch­ge­führ­te re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­ge. Die Um­frage macht auch deut­lich, dass we­nig Wis­sen über die Min­der­hei­ten und ihre Le­bens­wei­sen vor­han­den ist.

→BERICHT: Fachstelle für Rassismusbekämpfung/Eidgenössisches Departement des Innern (Hg.), «Auch Menschen mit fahrender Lebensweise brauchen eine Wohnmöglichkeit». Analyse zur Umfrage «Diversität: Ver­schie­dene Lebens­weisen in der Schweiz», Text von Basil Weingartner, Bern 2020, 18 S. (pdf)

Erstmals liegen detaillierte Ergebnisse zur gesell­schaft­li­chen Akzeptanz der fahren­den Lebens­weise in der Schweiz vor. Zwei Drittel (67 Pro­zent) der Bevöl­kerung sehen die fahrende Lebens­weise als Teil der Schweizer Vielfalt. 56 Pro­zent findet, dass die Schweiz mehr für sie tun sollte, etwa gegen den Mangel an Halteplätzen für fah­rende Grup­pen. Jenische und Sinti sind heute in der Schweiz ak­zeptiert. 63 Pro­zent der Bevöl­kerung be­trach­ten die Kultur dieser Minder­heiten als kultu­rel­le Bereiche­rung für das Land. Aller­dings hatte kaum je­mand Kontakt zu den Minder­heiten. In allen drei Sprach­regio­nen geben rund 10 Pro­zent an, bereits ein­mal bewusst Kontakt zu den beiden Minder­heiten ge­habt zu haben.

Für die repräsentative Umfrage des BFS wurden 3.000 Perso­nen im Alter von 15 bis 88 Jah­ren befragt. Zu­sätzlich er­möglicht ein Bericht der FRB eine Ein­schätzung der erho­benen statis­ti­schen Daten. Dazu sind die Rück­meldungen der im Vorfeld der Erhe­bung durch­geführten aus­führ­lichen Ge­sprächen heran­gezogen und die Ein­schätzungen von Ver­tre­terin­nen und Ver­tretern der Minder­heiten ein­be­zogen worden.

Alle zwei Jahre führen die FRB und das BFS die Umfrage «Zusammen­leben in der Schweiz» durch. Bei dieser werden Per­sonen zu ihren Ein­stellungen zu ver­schie­denen For­men von Rassismus und Frem­den­feind­lich­keit be­fragt. Read the rest of this entry »

Riem Spielhaus über Roma in Schulbüchern

März 24th, 2020  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

In alten Schulbüchern fallen rassistische und stereotype Darstellungen leichter auf - aber auch heutige Schulbücher reproduzieren sie. (Quelle: flickr.com/Nina Stössinger via rdl.de)Darstellung von Roma in Schulbüchern: Die größte euro­pä­i­sche Min­der­heit ist im Schul­un­ter­richt eine Un­be­kannte

Radio Dreyeckland, Morgenradio, 23.3.2020
→Anhören, 8.05 Min. (mp3)

Rassistisches Denken ist sehr oft mit Stereotypen ver­knüpft. Erste Stereo­type lernen wir be­reits in der Schule, in unse­ren Schul­büchern. Riem Spielhaus ist Pro­fes­so­rin für Islam­wissen­schaft an der Univer­si­tät Göttingen. Au­ßer­dem leitet sie die Abtei­lung „Wissen im Um­bruch“ des „Ge­org-Eckert-Insti­tuts für in­ter­na­tio­na­le Schul­buch­forschung“ (Link). Sie hat sich an­geschaut, wie Roma in euro­päi­schen Schulbüchern dar­ge­stellt werden. Sie sind die größ­te euro­päische Minder­heit; rund 10 bis 12 Millio­nen leben nach Schätzun­gen des Europa­rats in Europa. In Schul­büchern kom­men sie trotz­dem kaum vor. Die Geschichts-, Politik- und Sozial­kun­de­bücher in 21 euro­päi­schen Ländern er­wäh­nen Roma nur rund 800 Mal. Demo­graphi­sche Daten und ihre Ver­folgung zu Zeiten des National­sozia­lis­mus stünden dann im Vor­der­grund. Als Einzel­personen mit Namen und indivi­duel­lem Lebens­verlauf ler­nen Schü­ler/in­nen sie hin­gegen kaum ken­nen, sagte Riem Spielhaus im Inter­view mit Isabel.

Read the rest of this entry »

Studie über Roma in Schulbüchern

Februar 15th, 2020  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Roma in Lehrplänen und Schulbüchern (BIld: bvsg-nu.info)Neue Studie zur Darstel­lung von Roma in euro­pä­i­schen Lehr­plä­nen und Schul­bü­chern

In einer ersten Sichtung von Lehrplänen und Schul­bü­chern für die Fächer Geschichte, Poli­tik- und Sozial­kunde sowie Geo­graphie in 21 euro­päi­schen Ländern und Kosovo legen der Europa­rat, der Roma-Edu­cation Fonds und das Ge­org-Eckert-Ins­ti­tut/Leib­niz-Ins­ti­tut für inter­natio­nale Schul­buch­for­schung die Ergeb­nisse einer gemein­sa­men Studie vor. Dabei wurden 850 Bücher darauf­hin unter­sucht, wie häu­fig Roma in ihnen er­wähnt werden, in wel­chen thema­ti­schen Zu­sammen­hängen sie vor­kom­men und welche Bilder dabei ver­mit­telt werden.

Stereotype Darstellungen von Musikern, Tänzerinnen und ungewasche­nen Kindern als Roma, bilden die Nor­malität. Auch wenn Schulbücher in den meis­ten euro­päi­schen Ländern Roma wenig und in stereo­typi­sie­ren­der Form thema­ti­sie­ren, gibt es eine Reihe von An­sätzen, die sich da­von ab­hebt. „Wenn Schulbücher ein­mal mehr als ein Wort oder einen Satz über Roma be­inhal­ten, dann häufig in Passiv­kon­struk­tio­nen. Das es auch anders geht, zeigt ein ungari­sches Ge­schichts­schulbuch, das nicht nur die Ver­nich­tung von Roma im Zwei­ten Weltkrieg erwähnt, sondern dabei auch den Namen nennt, den der Völker­mord in der Zeit des Natio­nal­sozia­lis­mus in der Sprache der Roma, dem Roma­nes, hat: Porajmos“, er­klärt die Bil­dungs­for­scherin Prof. Dr. Riem Spielhaus vom Ge­org-Eckert-Ins­titut.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass Roma vor allem in Über­blicks­kapiteln über die Bevöl­ke­rungs­zusam­men­setzung oder den Massen­mord im Zwei­ten Weltkrieg er­wähnt werden und dabei häufig namen­los bleiben. Nur sehr weni­ge Schulbücher gehen auf die aktuelle Lebens­situa­tion von Roma ein. Read the rest of this entry »

Prag: Roma wollen NS-Enteignungen aufarbeiten

Dezember 1st, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Bild: Kunstausstellung mit Tomáš Rafas Roma-Adaptierungen der tschechischen Flagge, 2013 (Foto: Romea-cz) Tschechien: Rat für Roma-Angelegenheiten plant Ana­ly­se von Vor­kriegs-Eigen­tums­ver­hält­nis­sen

Der Rat für Roma-Angelegenheiten bei der Re­gie­rung plant eine Analy­se von Eigentums­ver­hält­nis­sen von An­gehöri­gen der Minder­heit vor dem Zweiten Weltkrieg. So soll fest­ge­stellt wer­den, wie viel des Eigen­tums wäh­rend der deutschen Besatzung in den Jah­ren 1938 bis 1945 enr­eignet wurde und wie hoch mög­liche Ent­schädi­gungen sein könn­ten. Darüber be­rich­tete die Presse­agen­tur ČTK am Sonn­tag. Der Rat fordert von der Regie­rung nun die nöti­gen Mittel für die Forschungen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden rund 5.500 tschechi­sche Roma in Kon­zentra­tions­lager ver­schleppt, nur rund 500 kehr­ten nach Ende des Krieges in ihre Heimat zurück. Read the rest of this entry »

Patjiv le Mozesoske Heinschink

Oktober 25th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft

CoverAndaj Romengi ljuma
Patjiv le Mozesoske Heinschink

Petra Cech/Christiane Fennesz-Juhasz/Dieter W. Halwachs (eds.) (= Grazer Romani Publikationen/GRP 07), Graz: GLM, 2019 [369 Seiten, ISBN 978-3-901600-53-1]

Kaća knjiga sî jek dařo le Mozesoskê F. Heinschink ka les­ko oxtovar­dešto bi­jando djes. O Mo­zes sî jek sićar­do eksper­to, bar­vale źang­li­masa paj śib vi pa trajo taj paj tra­dicija le Řo­mengi. Peśća buća­sa kêre­las vo bare kontri­bu­cije pala nauko taj pala źang­limos pa l’ Řom. Aj vi maš­kar l’ Řom sî lo maj ašundo pala pesko zura­lo angaž­mano pe len­gi sama. Ande kaća knjiga arak­ha­djon but teme „an­daj Řomengi ljuma“. Kada­la tekstur ra­mo­sarde le Mozesos­kê ko­lege taj učeni­kur, leskê vor­taća taj amala.

Šaj gjinaven kathe linguistični artiklur, tekstur paj his­tori­ja, arta taj kultura, vi in­divi­dual­ni sêri­mata taj vi poezija, para­miča taj aver artakê buća. Katka arakha­djol vi jek ori­gi­nalno slika kata o August Krasa.

Avtorur & avtorke: Fevzije Bahar Maksut, Julia Blandfort, Norbert Boretzky, Lev Čerenkov, Beate Eder-Jordan, Ivana Ferencová, Victor Friedman, Emmerich Gärtner-Horvath, Fatma Heinschink, Ursula Hemetek, Ludwig Horvath, Heinz Husslik, Birgit Igla, Dragan Jevremović, Ilija Jovanović & Melitta Depner, Kirill Kozhanov, Daniel Krasa, Ismet Krasnići, Lars Lindgren, Samuel Mago, Ruzsa Nikolić-Lakatos, Rabie Perić-Jašar, Erich Prokosch, Claudia Seelich-Mayerhofer, Barbara Schrammel-Leber, Harri Stojka, Michael Teichmann, Erika Thurner, Manuel Weinrich, Sofiya Zahova.

Festschrift für Mozes F. Heinschink

Oktober 24th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft

CoverAndaj Romengi ljuma
Patjiv le Mozesoske Heinschink

Petra Cech/Christiane Fennesz-Juhasz/Dieter W. Halwachs (eds.) (= Grazer Romani Publikationen/GRP 07), Graz: GLM, 2019 [369 Seiten, ISBN 978-3-901600-53-1]

Der Sammelband ist Mozes F. Heinschink gewidmet, der sich nun­mehr über sechs Jahr­zehnte der Sprache der Roma in ihren unter­schied­lichen Varietä­ten ver­schrie­ben hat und längst zu den pro­fun­desten Ex­perten für Romanes zählt. Zu­gleich hat er sich auch im­mer mit den Spre­cher/in­ne/n und ihren Lebens­zusam­men­hängen, ihrer Kultur und Oral­tra­dition in­tensiv aus­einan­der­gesetzt. Er hat sich einer­seits um die Wissenschaft ver­dient ge­macht, und an­derer­seits – nicht zu­letzt durch sein un­gebro­chenes En­gage­ment – auch gro­ße An­erken­nung in Roma-Com­mu­ni­ties er­fahren.

Diese Festschrift anlässlich seines 80. Geburtstags ver­sammelt Texte anda l’ Romengi ljuma („aus der Welt der Roma“) – von Kol­leg/in­n/en und Schü­ler/in­ne/n, Weg­beglei­ter/in­ne/n und Freund/in­n/en. Die Bei­träge – in Romanes, Deutsch oder Englisch – um­fas­sen sprach­wis­sen­schaft­li­che Artikel, Texte zu Geschichte, Kunst und Kultur, wei­ters per­sön­li­che Er­innerun­gen, Gedichte, Märchen und ande­re Er­zäh­lun­gen sowie eine Origi­nal­zeich­nung von August Krasa.

Autor/inn/en: Fevzije Bahar Maksut, Julia Blandfort, Norbert Boretzky, Lev Čerenkov, Beate Eder-Jordan, Ivana Ferencová, Victor Friedman, Emmerich Gärtner-Horvath, Fatma Heinschink, Ursula Hemetek, Ludwig Horvath, Heinz Husslik, Birgit Igla, Dragan Jevremović, Ilija Jovanović & Melitta Depner, Kirill Kozhanov, Daniel Krasa, Ismet Krasnići, Lars Lindgren, Samuel Mago, Ruzsa Nikolić-Lakatos, Rabie Perić-Jašar, Erich Prokosch, Claudia Seelich-Mayerhofer, Barbara Schrammel-Leber, Harri Stojka, Michael Teichmann, Erika Thurner, Manuel Weinrich, Sofiya Zahova


Neuer Studiengang Romanes in Prešov

Oktober 12th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Romani, Wissenschaft

Neuer Romani-Studienlehrgang in der Slowakei: Universität Prešov (Foto: UNIPO)Roma-Sprache und Roma-Literatur: Diesen Studien­gang hat die Universität im ost­slowa­ki­schen Prešov in diesem akade­mi­schen Jahr er­öffnet. Laut der Uni­ver­sitäts­spre­che­rin Anna Polačková sei es das Ziel, hoch­qua­lifi­zierte Lehrer vor­zu­bereiten und die Be­dürf­nisse des Bildungs­pro­zes­ses der natio­na­len Min­derheit zu decken. Vorerst mach­ten sich neun Stu­denten auf diesen Weg. Alexander Mušinka, Anthro­po­loge am Ins­titut für Roma-Stu­dien der Uni­­ver­si­tät, er­klärte, dass Romanes (auch Romani ge­nannt) als Sprache wie auch die Roma-Literatur als pä­da­go­gi­scher Lehrgang bis dahin nirgend­wo unter­richtet wurde. Am nächs­ten war die Mög­lich­keit, es als sprach­wissen­schaft­li­ches Fach an der Prager Karls-Uni­versität zu stu­dieren. Des­halb sei auch die Zahl der Experten auf diesem Gebiet be­grenzt. Ein Teil der Päda­gogen des neuen Lehr­gangs in Prešov sei be­reits hoch­qualifi­ziert. Das Team werde nach und nach ge­bildet, sagt Alexander Mušinka: „Einer un­serer weite­ren Pläne ist es, die Kom­bina­tion Sprache und Literatur auf die Pri­mar­stufen­päda­gogik aus­zu­dehnen. Darüber hinaus soll ein Er­weiterungs­studium für die Ab­sol­ven­ten-Pä­da­gogen ein­ge­richtet werden, die schon lehren. Sie könn­ten sich in der Roma-Sprache und der Roma-Literatur wei­ter­qua­li­fi­zie­ren.”

Die Absolventen des neuen Studienprogramms werden sowohl Romanes als auch Roma-Li­tera­tur lehren kön­nen. Der Rektor der Uni­ver­sität Prešov, Peter Kónya, be­merkte, dass die Sprache der Roma in der Slowakei noch keine Pflicht­sprache ist, je­doch an einigen Grund­schulen unter­richtet wer­den kann. Read the rest of this entry »

Sinti in der Frühen Neuzeit

September 23rd, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Ausstellung in Heidelberg (Foto: Dokumentationszentrum)Radio Corax | Sendung vom 11.9.2019
12:44 min | 18 MB | →Anhören (mp3)

„Sinti in der Frühen Neuzeit – Akzeptanz, Dissens und Kooperation“, so heißt eine Ausstellung, die die sechs­hun­dert­jäh­rige Prä­senz der Sinti in Deutschland be­leuch­tet. Lange Zeit wur­den selbst in der Fach­literatur vor allem Stereo­type über diese Periode tra­diert, nicht aber ein Wissen über die viel­fäl­ti­gen Lebens­reali­tä­ten der Sinti. Genau davon zu er­zählen macht sich die Sonder­aus­stel­lung in Heidelberg zur Auf­gabe. Eine Füh­rung durch die Aus­stel­lung mit Jan Kreutz und André Raatzsch, die am Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrum der deut­schen Sinti und Roma tä­tig sind.

Sonderausstellung: Sinti in der Frühen Neuzeit
9. Juli 2019 bis 18. November 2019
Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg (mehr hier)

(Text: www.freie-radios.net)

Symposium zum Roma-Genozid

Juli 24th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Tagung zum Roma-Holocaust im Studienzentrum in Dachau (Foto: Max-Mannheimer-Studienzentrum, Dachau)Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte 2019

Sinti und Roma: Der nationalsozialis­tische Völker­mord in his­to­ri­scher und ge­sell­schafts­poli­ti­scher Per­spektive

25./26. Oktober 2019
Max-Mannheimer-Haus, Dachau

→zum Veranstaltungsprogramm (pdf)
|
Anmeldung bis zum 5.10.2019 auf www.mmsz-dachau.de

Der Völkermord an den Sinti und Roma erfuhr erst eine öffentl­ich weit­hin sicht­bare An­erken­nung, als 2012 in Berlin das zentra­le Denkmal für diese Opfer­gruppe ge­schaf­fen wur­de. Noch bis weit in die 1970er Jahre war die Be­haup­tung gang und gäbe, die Ver­folgung der Min­der­heit und selbst die De­portatio­nen in das Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Bir­kenau seien keine rassen­po­li­tisch mo­ti­vier­ten Maß­nahmen des natio­nal­sozia­lis­ti­schen Re­gimes ge­wesen.

Dachau ist in Bezug auf den Völkermord und seine Nach­geschichte ein zentraler Ort: Ab 1938 waren gro­ße Gruppen von Sinti und Roma im Kon­zentra­tions­lager in­haf­tiert und ins­be­son­de­re den Medizin­verbrechen aus­gesetzt. In der KZ-Ge­denk­stätte fand 1980 ein Hungerstreik statt, der wie die im Jahr zu­vor von der Bürger­rechts­be­we­gung deutscher Sinti und Roma in der KZ-Ge­denk­stätte Bergen-Belsen durch­ge­führte Gedenk­kund­gebung zu einer Wende in der Wahr­neh­mung des Völkermordes bei­trug. Auf­merk­sam­keit erregte schließ­lich 1993 der Pro­test gegen die staat­liche Ab­schie­bung von Roma, dessen Schau­platz er­neut die KZ-Ge­denk­stätte Dachau war.

Das Dachauer Symposium wendet sich der Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit zu. Ge­fragt wird ferner nach den Kon­tinui­tä­ten und Brüchen nach 1945. Anti­ziganis­ti­sche Ein­stellun­gen ha­ben nicht nur das Leben der Überlebenden und de­ren Nachkommen über­schat­tet, son­dern er­schwe­ren bis heute auch die Bildungs­arbeit. Read the rest of this entry »

The Motif of ‘Gypsy’ Child-theft

Juli 5th, 2019  |  Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Patterns of Symbolic ViolenceMladenova, Radmila: Patterns of Symbolic Violence
The Motif of ‘Gypsy’ Child-theft across Visual Media
(=Antiziganismusforschung interdisziplinär – Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus, Bd. 1), Heidelberg 2019.

→Download  (pdf)

Anhand einer Reihe paradigmatischer Kunstwerke untersucht das Buch das Motiv des „Zigeuner“-Kinderraubs und dessen Visualisierungen. Im Vordergrund steht die Analyse der Farbkodierung von Körpern und deren rassistische bzw. antiziganistische Verwendung. Die Autorin nimmt eine Bestandsaufnahme der Anpassungen des Motivs in verschiedenen visuellen Medien vor und arbeitet seine vielschichtigen Bedeutungen und Funktionen heraus. Die Analyse beginnt mit einer kritischen Betrachtung von Cervantes’ Erzählung „La gitanilla“. Weitere inhaltliche Schwerpunkte sind die holländischen Historienmalereien des 17. Jahrhunderts und die neu aufkommende Drucktechnik im 19. Jahrhundert. Den Abschluss bildet eine annotierte Filmografie, die 49 Werke umfasst.

Dieses Werk ist unter der Creative Commons-Lizenz 4.0 veröffentlicht. Ab 20. Juli wird das Buch auch in der Druck­version vor­lie­gen.

Radmila Mladenova ist Literatur- und Filmwissenschaftlerin und promoviert am Slavischen Institut in Heidelberg zum Thema „The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film“. Sie studierte Anglistik und Amerikanistik an der Universität Sofia und schloss den Masterstudiengang „Kultur im Prozess der Moderne“ an der Universität Mannheim ab. Ihre Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle von Rassismus und Kunst.

(Text: Heidelberg University Publishing)

Slowakei aktualisiert Roma-Atlas

Juni 27th, 2019  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Verteilung der Roma-Bevölkerung in der Slowakei: Roma-Volksgruppen-Anteil in den Kommunen (Roma-Atlas 2013)Die slowakische Regierung aktua­li­siert ihre Daten über die Roma-Sied­lun­gen. Der „Atlas der Roma-Ge­mein­schaf­ten“ wird nun über­ar­beitet.

Bereits seit fünfzehn Jahren existiert in der Slowakei ein of­fi­ziel­ler „Atlas der Roma-Ge­mein­schaf­ten“, ein im Auftrag der Re­gie­rung er­stell­tes Daten­sam­mel­werk zur Wohn- und Le­bens­situa­tion der Roma-Volks­grup­pe in der Slo­wakei. Das Ver­zeich­nis wurde das letz­te Mal 2013 über­ar­bei­tet („Atlas rómskych komunít 2013“). Seit 2014 ist der Sta­tisti­ken und Karten um­fas­sen­de Atlas, ge­mein­sam publi­ziert von Ar­beits­minis­te­rium und Prešov-Uni­ver­sität, voll­stän­dig ver­füg­bar.

Nun will die Regierung den „Atlas“ neuer­lich ak­tuali­sie­ren. Nach dem Som­mer wird die neue Ver­sion er­schei­nen, kün­digte die sozial­demokra­ti­sche Innen­minis­te­rin Denisa Saková an. Er­stellt wird die neue Daten­samm­lung vom „Insti­tut für Arbeits- und Fa­milien­for­schung“ des Arbeits­minis­te­riums. Der „Atlas 2019“, der Aus­kunft über die ak­tuelle An­zahl, Lebens­be­din­gun­gen und Infra­struk­tur der Roma-Sied­lun­gen gibt, soll als Grund­lage für die evidenz­basier­te Politik­ge­stal­tung dienen.

Die Daten des Atlas 2013

In die Erhe­bung von 2013 flos­sen ne­ben dem Aus­gangs­material von 2004 die Volks­zählungs­daten von 2011 (alle Sied­lun­gen mit mindes­tens 30 selbst­erklär­ten Min­der­heits­ange­hö­rigen) sowie die Ver­zeich­nis­se des beim Innen­ministe­rium an­gesie­del­ten Büros des Regie­rungs-Be­voll­mäch­tig­ten für Roma-Ge­mein­schaf­ten ein. Die Feld­for­schungs­arbeit wurde von etwa drei­ßig Mit­arbei­terin­nen und Mit­arbei­tern unter Ein­bezie­hung zahl­reicher Roma in über 1000 Ge­mein­den durch­geführt. Ins­ge­samt er­fassten die Auto­ren für diese letzte aktuali­sierte Fas­sung 804 Roma-Sied­lun­gen und -Vier­tel in 584 Kom­mu­nen. 231 davon wur­den als „segre­gierte Sied­lun­gen“ (0,9 bis 7 km Ent­fer­nung von den eigent­li­chen Wohn­vierteln) klas­si­fi­ziert. 327 wei­te­re Sied­lungen be­finden sich am Orts- bzw. Stadt­rand, 246 Roma-Wohn­viertel bzw. -Sied­lun­gen liegen inner­halb des Orts­gebiets. Dem­nach le­ben 17 Pro­zent der Roma-Be­völke­rung (rund 70.000) in sol­chen völ­lig ab­ge­trenn­ten Sied­lungen.

188 Siedlungen haben keinen Zugang zur öffentlichen Wasserversorgung. 451 Sied­lun­gen sind nicht ans öf­fent­li­che Kanal­system an­ge­schlos­sen. Die größ­te An­zahl von Roma-Wohn­gebie­ten wei­sen die Re­gio­nen Banská Bystrica in der Mittel­slowa­kei und Košice so­wie Prešov im Osten des Lan­des auf. Fast die Hälfte (46,7 Pro­zent) der 403.000 slo­waki­schen Roma („those who are ge­ne­rally con­sidered as be­ing Roma“) leben je­doch ver­streut unter der Mehr­heits­be­völ­ke­rung in den all­ge­mei­nen Wohn­ge­bieten.

(dROMa)

Muttersprache: Tagung in Oberwart (April 2019)

Mai 31st, 2019  |  Published in Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Romani, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tagung in Oberwart: Muttersprache verstärkt als Kom­mu­ni­kations&sjhy;mittel ver­wen­den – Zum Inter­na­tio­na­len Roma­tag am 8. April fand im Offenen Haus Oberwart die jähr­li­che Tagung statt. Wie in jed­em Jahr wur­de ge­mein­sam mit Ex­pertin­nen und Ex­perten ver­sucht, Stra­te­gien für den Er­halt der Roma-Kul­tur zu fin­den.

Talalinipe Erbate: Dajakeri tschib sora­leder ojs ko­muni­kaci­jona­kero koja and te be­scha­rel – Uso Internacijonali Romengero Di ando 8to april, imar suboton ando Pradi­mo Kher o sako ber­schen­gero tala­li­nipe sina. Sar sako bersch, khetan eks­per­tinen­ca taj eks­per­tenca pro­balim ol, stra­tegiji le upre likeri­peske la Romen­gera kul­turatar te lakel.

In diesem Jahr diskutierte man gemein­sam mit dem Linguis­ten Dieter Halwachs, mit der Leite­rin des Arti­kel-VII-Kul­tur­vereins, für das in der Steiermark an­gesie­del­te Pavelhaus, Susanne Weitlaner, dem aus Ungarn stam­men­den Grün­dungs­mit­glied der Ro­ma-Band Kalyi Jag Gustav Varga und dem Volks­gruppen­beirats-Vor­sitzen­den Emmerich Gärt­ner-Hor­vath der Roma und Sinti, Stanko Horvath für Bur­gen­land-Kro­aten sowie Josef Hollos für Ungarn über Metho­den ge­gen den Sprach­verlust, vor allem bezug­neh­mend auf die Sprache Burgen­land-Ro­mani bzw. Romanes.

Emmerich Gärtner Horvath, Vorsitzender des Volks­gruppen­bei­rates der Roma und Sinti und des Ober­warter Roma-Ver­eins Roma-Service, sieht die Chan­cen einer Wieder­belebung des Romanes als Bil­dungs­auftrag. Über Stra­tegien für den Sprach­erhalt sollte seiner Mei­nung nach nicht nur am Inter­natio­nalen Romatag dis­kutiert werden. Eine Chance sieht er in der Jugend, die sich über Social Media wie­der mehr für die Mutter­sprache Romanes in­teres­sieren. Read the rest of this entry »